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            <title type="main">Dienstag, der 23. März 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_01">Dienstag, 23. März 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_02">In der Gesamtvorstandssitzung der LUGA berichtete ich über die Sozial-<lb/>
und Wirtschaftspolitik. Diesmal setzte ich mich ganz besonders mit dem<lb/>
Problem der Urlaubsverlängerung, Arbeitszeitverkürzung der Novelle der<lb/>
Wirtschaftsgesetze und weniger mit der aktuellen wirtschaftspolitischer<lb/>
Situation auseinander. Interessant gab es über die Sozialpolitik eine<lb/>
wesentlich intensivere Diskussion als über wirtschaftspolitische Fra<lb break="no"/>gen. Dies ist leicht erklärlich, denn diese aktuellen sozialpolitischen<lb/>
Probleme spielen bei Gewerkschaftern und ganz besonders Betriebsfunktio<lb break="no"/>nären eine wesentlich größere Rolle als komplizierte wirtschaftspoli<lb break="no"/>tische Zusammenhänge.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_03">Da ich zum Ministerrat fahren mußte, wurden dann aktuelle Probleme<lb/>
der LUGA diskutiert. Man berichtete mir am längsten und am härtesten<lb/>
war die Auseinandersetzung wie viel, welche Sportveranstaltungen für<lb/>
unsere Mitglieder subventioniert werden sollten. In letzter Zeit wur<lb break="no"/>den ja insbesondere Winterveranstaltungen wie <choice><choice><sic>Landesskilauf</sic><corr>?</corr></choice></choice>, Eisstock<lb break="no"/>schießen usw. insbesondere in den westlichen Ländern veranstaltet. Nach<lb/>
stundenlanger Diskussion einigte man sich dann auf eine Großveranstal<lb break="no"/>tung im Jahr und 25.000 S. Der zeitliche Aufwand stand in keinem Ver<lb break="no"/>hältnis zu den zukünftigen materiellen Aufwand.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_04">In der Ministerratsvorbesprechung gratulierte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> zu seinem<lb/>
65. Geburtstag. Er erwähnte besonders, daß <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> sich mit den Problemen<lb/>
der Militärs auseinandergesetzt hat und dort große Erfolge verzeichnen<lb/>
kann. Die Militäraktion, natürlich nicht wie in Südamerika sondern eben<lb/>
auf österreichisch ausgelöst von Grazer Offizieren 1970 gegen die Re<lb break="no"/>duzierung des Wehrdienstes wurde von ihm zielführend und erfolgreich<lb/>
bekämpft. Nachdem ihm <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> persönlich die Hand geschüttelt hat, der<lb/>
typische <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, der als der große Schweiger gilt und sicherlich nicht<lb/>
große Worte spricht, sagte schlicht und einfach, danke.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_05"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ging dann auf die neue Attacke der Medien, ausgelöst durch den<lb/>
Redakteur <rs type="person" ref="#per__136437">Vorhofer</rs> ein, daß die sozialistische Regierung insbesondere er<lb/>
persönlich für die Korruption für das Klima, das er geschaffen hat, ver<lb break="no"/>antwortlich sei. Diese absurde Behauptung meinte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wird aber<lb/>
leider von Leuten teilweise geteilt. Die ÖVP mit ihrem Managertyp und<lb/>
ihren Skandalen sollen jetzt der SPÖ angehängt werden. Der Wohnbauskan<lb break="no"/>dal zeige, daß die Wohnbaugenossenschaften eine neue Kontrolle nötig<lb/>
haben. In Österreich gibt es eine Tradition, die Angst vor den Hausherren<lb/>
<pb n="64-0358" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-23_0358.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>immer hatte, weshalb die Genossenschaften favorisiert wurden. Nun seien<lb/>
die Genossenschaften sehr gewachsen und mächtig, übernehmen aber heute<lb/>
mehr denn je die ehemalige Hausherrenfunktion. Die Kontrolle, die not<lb break="no"/>wendig ist, sollte aber nicht durch den Rechnungshof durchgeführt wer<lb break="no"/>den. Beim Rechnungshof gibt es zu wenig Beamte, andererseits sind die<lb/>
Beamten dort oft sehr verärgert und kommen aus Ressorts, wo sie nicht<lb/>
reüssierten<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add>. Er erwähnte den Rechnungshofbeamten <rs type="person" ref="#per__126852">Hintze</rs>, dessen Vater<lb/>
im <rs type="person" ref="#per__126731">Krauland</rs>-Skandal verwickelt war und der jetzt oft Berichte, die aus<lb/>
Rachegründen besonders scharf sind, produziert. Unerklärlich ist ihm<lb/>
wieso die Rechnungshofrohberichte an Journalisten kommen, selbst<lb/>
bevor er sie erhält. Typisches Beispiel ist der Länderbankbericht den<lb/>
alle Journalisten bei seiner Fernsehdiskussion in der Pressestunde<lb/>
bereits kannten, nur er hat ihn noch immer nicht erhalten. Die eigenen<lb/>
Kontrollorgane, die jetzt bei Wohnbaugenossenschaften eingebaut sind<lb/>
oder auch die Verbandskontrolle ja selbst die Kontrolle der Länder, Wohn<lb break="no"/>bau ist ja Landessache, kommt zu spät. Fraglich ist auch ob man nicht die<lb/>
Raiffeisenkassen auch stärker kontrollieren müßte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_06">Im Trend wird jetzt nachgewiesen, daß der Semperit-GD <rs type="person" ref="#per__125950">Leibenfrost</rs>, der<lb/>
noch von GD <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> der CA eingesetzt wurde, seine eigene Firma mit<lb/>
Semperit-Aufträgen neben der ÖMV, VÖEST-Alpine, Wiener Allianz usw.<lb/>
beschäftigen darf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_07">In Deutschland hat die Neue Heimat, auch ein Wohnbauskandal, die SPD in<lb/>
den Grundfesten erschüttert, der Länderbankskandal wird die Sozialisten<lb/>
mit voller Wucht treffen, die ÖVP nimmt er an, wird zustimmen aber<lb/>
die ÖVP-Direktoren in der Länderbank <rs type="person" ref="#per__133018">Strnad</rs> und <rs type="person" ref="#per__118869">Koliander</rs> fallen lassen.<lb/>
Die Propaganda wird dann gegen die rote Bank laufen, daß diese die<lb/>
größte Pleite hat und dies bereits auf <rs type="person" ref="#per__97789">Ockermüller</rs> zurückgeht, der<lb/>
Vorgänger vor dem unfähigen <rs type="person" ref="#per__113125">Erndl</rs>, der nichts dafür kann. Die 4 Vor<lb break="no"/>stände aber, die jetzt alle entlassen wurden, müßten alle vor Gericht.<lb/>
Die großen Pleiten Eumig, Klimatechnik haben die Sanierung der Länder<lb break="no"/>bank notwendig gemacht, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat vor Jahren einen Brief einer Buch<lb break="no"/>halterin bekommen und sich unmittelbar an Elin, die ja bei der öster<lb break="no"/>reichischen Klimatechnik beteiligt war, gewendet. Der Sprecher des<lb/>
Vorstandes, der von der ÖVP eingesetzte <rs type="person" ref="#per__113018">Kohlruß</rs>, hat ihm dann schriftlich<lb/>
eine falsche Auskunft gegeben. In der Elin selbst haben auch in <choice><choice><sic>den</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
Aufsichtsrat der Vorsitzende <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs>, sein Stellvertreter allerdings auch,<lb/>
der jetzige Sektionschef <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> also ein Roter die Verantwortung zu<lb/>
tragen. Bei Elin ist es ein bißchen besser aber auch hier kann er<lb/>
gar nicht genug warnen. Für die Zukunft der SPÖ sieht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr<lb/>
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nun mit ihm geschehen sollte. Ich informierte ihn, daß wir beim KKW<lb/>
Zwentendorf große Personalschwierigkeiten dahingehend hatten, daß die<lb/>
verhältnismäßig stark überbezahlten Spitzenkräfte in das normale Elek<lb break="no"/>trizitätsschema und Gesellschaft wieder eingebaut werden müssen, was<lb/>
nicht nur bei <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> sondern bei fast allen große Schwierigkeiten be<lb break="no"/>reitete. Die E-Wirtschaft zahlt sowieso sehr gut, für das KKW wurden<lb/>
aber besonders gute Verträge abgeschlossen. <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> wird nun zur AEG<lb/>
gehen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war mit dieser Information gar nicht zufrieden, meinte<lb/>
ich sollte mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> darüber sprechen, <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> hätte ihm immer entspre<lb break="no"/>chende Berichte gegeben, die ihm sicherer und fundierter waren als die<lb/>
von GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_10">Die Dienstkraftwagen der Minister sind immer nur Mercedes. Ihm erscheint<lb/>
es dringend notwendig, daß man jetzt auch überlegt, ob<add>[man]</add> GM Opel und BMW<lb/>
die in Hinkunft immerhin 1.500 Arbeiter und Angestellte beschäftigen<lb/>
werden stärker heranziehen könnte. Er schlug vor, daß <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> dieses<lb/>
Problem bearbeiten sollte und war sofort einverstanden als man dann fest<lb break="no"/>stellte, daß die Entscheidung eigentlich beim Finanzminister liegt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> werden daher entsprechende Gespräche führen und<lb/>
dann wahrscheinlich Vorschläge ausarbeiten. Mich trifft es überhaupt<lb/>
nicht, weil ich mich niemals gekümmert habe, welche Marke bei uns im<lb/>
Handelsministerium angeschafft werden, ich war nur überrascht von meinem<lb/>
Chauffeur <rs type="person" ref="#per__116918">Reiss</rs> zu erfahren, daß angeblich jetzt Mercedes billiger ist<lb/>
als Peugeot und auch andere Automarken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was sagst Du zu diesen Problemen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_12">SDP <add>[= Steyr-Daimler-Puch, Anm.]</add> hätte ihm bezüglich der <rs type="person" ref="#per__114911">List</rs>-Motor-Entwicklung und Produktion nur<lb/>
die halbe Wahrheit gesagt. Er hat jetzt in München mit BMW-GD <rs type="person" ref="#per__125811">Kuenheim</rs><lb/>
gesprochen und dieser hätte ihm mitgeteilt, daß der <rs type="person" ref="#per__114911">List</rs>-Motor nicht wie<lb/>
die SDP sagt, schlecht ist, sondern eine epochale Erfindung die wenn<lb/>
sie fabrikreif sein wird, dort produziert wird, wo die besten Voraus<lb break="no"/>setzungen vorliegen. In Österreich wird man dann wahrscheinlich nur<lb/>
assemblieren. Bei SDP wurden auch die <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs>-Leute eingesetzt, <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs>,<lb/>
der bestbezahlte Manager hat jetzt in einem Brief an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zugege<lb break="no"/>ben, daß er ihn nicht informiert hat und nicht wie der jetzige Vor<lb break="no"/><pb n="64-0360" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-23_0360.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stand der CA behauptet, daß das BKA sehr wohl informiert war. Für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war die <rs type="person" ref="#per__114911">List</rs>-Motor-Produktion das große Engagement um eben eine<lb/>
Zivilproduktion für SDP zu finden die die Waffenproduktion ablösen<lb/>
könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_13"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragte auch wieso jetzt <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> sich bei ihm beschwerte, daß in<lb/>
der AK Betriebsratswahlen stattfinden, an denen die Genossen nicht teil<lb break="no"/>nehmen werden. Er fragte mich, ich konnte ihm darüber keine Auskunft<lb/>
geben, sondern erklärte sofort, daß ich vor Jahrzehnten meine AK-Tä<lb break="no"/>tigkeit quittiert habe. Sein Kabinettschef <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>, ehem. langjähriger<lb/>
Mitarbeiter von mir und Leiter der wirtschaftswissenschaftlichen Abtei<lb break="no"/>lung informierte dann, daß bei der letzten Gehaltsforderung die Beleg<lb break="no"/>schaft und auch der Betriebsrat zuerst einen Sockelbetrag d.h. ein<lb/>
größeres Anheben der Gehälter für die unteren Einkommen verlangt hat.<lb/>
Dies wurde von der Kammerleitung abgelehnt. Der BR hat dies auch mehr<lb/>
oder minder akzeptiert, weshalb er jetzt z.B. in Kärnten überhaupt<lb/>
abgewählt wurde und bei den anderen Kammern eben die Nichtbeteiligung<lb/>
an der Wahl die Unzufriedenheit der Leute dokumentieren soll. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
vermerkte mit Recht, wenn dies in der Öffentlichkeit bekannt wird und<lb/>
Schule machte, dann hat dies für die Partei verheerende Folgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_15"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> berichtet dann über die Länderbank und informiert, daß es nur<lb/>
ganz wenige Rechnungshofexemplare gegeben hat, die der Vorstand, der<lb/>
Aufsichtsrat und natürlich das Finanzministerium als Aufsichtsbehörde<lb/>
bekommen hat. In diesem Bericht wird die Aufsichtsbehörde <choice><choice><sic>eskultiert</sic><corr>exkulpiert?</corr></choice></choice>.<lb/>
Der ehem. Länderbankvorstand wurde ja von ihm abberufen gegen das Vor<lb break="no"/>standsmitglied <rs type="person" ref="#per__133018">Strnad</rs> die Anzeige wegen Untreue erstattet. Auch bei<lb/>
einem anderen <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs>-Mann, <rs type="person" ref="#per__123373">Schmidt-Chiari</rs>, Vorstandsmitglied der CA, wird<lb/>
der Vorwurf erhoben, daß seine Vorarlberger Armaturenfirma die CA ver<lb break="no"/>anlaßt hat, ihrer eigenen Konzernfirma die Weisung zu geben, von der<lb/>
Belieferung Vorarlbergs Abstand zu nehmen. Zum Unterschied von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
wurde ihm aber auch <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> und auch dem Innenminister <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> mitgeteilt,<lb/>
daß SDP insbesondere GD <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> nur hofft, daß der neue <rs type="person" ref="#per__114911">List</rs>-Motor<lb/>
in Steyr erzeugt wird.<lb/>
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jetzt mit Dr. <rs type="person" ref="#per__113010">Holoubek</rs>, dem Revisionsverband vereinbart hat, daß sie<lb/>
anstelle aller zwei Jahre in Hinkunft einmal im Jahr wie dies auch in<lb/>
der BRD üblich ist, kontrollieren werden. Die Revisionskosten betragen<lb/>
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es sei aber besser als wenn man den Rechnungshof einschaltet, der es<lb/>
weder kostenmäßig noch aber beamtenmäßig besser machen würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_17">Aus dem Untersuchungsausschuß wegen der WBO berichtet er, daß <rs type="person" ref="#per__1137523">Rauchwarter</rs><lb/>
jetzt die ÖVP Burgenland sehr belastet, dagegen die niederösterreichi<lb break="no"/>sche ÖVP, L.Sekr. <rs type="person" ref="#per__1137707">Zimper</rs> entlastet. Dies sei, wie dann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch noch<lb/>
in der Diskussion bemerkte, verständlich, denn Burgenland sei für sie<lb/>
sowieso verloren und Niederösterreich gelte es unter allen Umständen<lb/>
zu halten. Nach Meinung <rs type="person" ref="#per__97356">Blechas</rs> hat in Niederösterreich die Wohnbauför<lb break="no"/>derung immer nur der bekommen, der auch eine entsprechende Parteispende<lb/>
gegeben hat, auch bei der Faber-Verlags-Sache ist die ÖVP mitverstrickt,<lb/>
wenn auch <rs type="person" ref="#per__1137707">Zimper</rs> jetzt behauptet er hätte alles als Privatperson zu<lb/>
regeln versucht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_18"><rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> berichtet dann auch über die Ablehnung der ÖVP, insbesondere des<lb/>
neuen Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__128688">Graff</rs> bezüglich einer Regelung der Kontrolle der Partei<lb break="no"/>spenden. Man hätte im Parlament bei den bisherigen Gesprächen in Aus<lb break="no"/>sicht genommen gehabt, nicht wie ursprünglich vorgesehen 10.000, sondern<lb/>
70.000,-- das ist 1 ‰ der Parteisubvention von 70 Mio. S pro Jahr als<lb/>
Grenze zu vereinbaren, die FPÖ hätte dem im Prinzip schon zugestimmt,<lb/>
die ÖVP wäre auch geneigt gewesen, jetzt aber lehnt <rs type="person" ref="#per__128688">Graff</rs> alles ab.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> meinte man sollte mit der ÖVP weiterverhandeln und auch in die<lb break="no"/>sem Punkt eventuell zu einer Lösung zu kommen, er möchte von einer<lb/>
einfachgesetzlichen Regelung Abstand nehmen, obwohl dies möglich sei.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> steht noch immer wie er sagt unter der Aufhebung des AK-Ge<lb break="no"/>setzes durch den Verfassungsgerichtshof. Er glaubt, daß eine Aufhebung<lb/>
des Verfassungsgerichtshofes einer parteienfinanzierungsgesetzlichen<lb/>
einfachen Regelung auch ausgesetzt wäre, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> sind der<lb/>
Meinung, daß im Gegenteil man wenn die ÖVP nicht zustimmt, eine einfach<lb break="no"/>gesetzliche Regelung machen sollte, es wird diskutiert ob 30.000 S<lb/>
Grenze höher sein soll, eine Aufhebung durch den Verfassungsgerichtshof<lb/>
würde in dem Fall der Partei nicht schaden ganz im Gegenteil. Nur<lb/>
zeigen, daß die SPÖ auch Aufklärung und Transparentmachung der finan<lb break="no"/>ziellen Gebarung größten Wert legt. Die ÖVP hatte ja vorgesehen, daß<lb/>
auch eine Kommission, die vertraulich arbeiten muß, dies zu prüfen<lb/>
hätte, der ÖVP-Unterhändler <rs type="person" ref="#per__112159">Neisser</rs> hatte einen solchen Vorschlag ge<lb break="no"/>macht. Jetzt wird dann der Hinweis auf die Datenschutzregelung von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__128688">Graff</rs> eine jedwede Kontrolle abgelehnt. Die ÖVP hatte aber keine<lb/>
Hemmungen entgegen den Datenschutz sehr wohl eine ganze Reihe von Beam<lb break="no"/>ten des Landwirtschaftsministeriums bei der letzten dringlichen Anfra<lb break="no"/>ge gegen Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> in die Öffentlichkeit zu zerren.<lb/>
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Parteienspendenregelung im Parlament beschließen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_20">Bezüglich der gesetzlichen Regelung von extremen Parteien, Ausschluß<lb/>
aus dem Parteiengesetz vertritt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> eine liberalere Rege<lb break="no"/>lung als <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>. Dieser meinte, daß das Vereinsgesetz wird von die<lb break="no"/>sen extremen Parteien durch Parteianmeldung unterlaufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_21">Die Mehrwertsteuerermäßigung für Behindertenfahrzeuge wird jetzt wie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> mitteilt dahingehend ergänzt, daß man auch Fahrzeuge die<lb/>
überwiegend für Behindertentransporte benötigt werden ebenfalls darun<lb break="no"/>ter fallen. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> kommt dann nochmals auf das Problem der Wohnungs<lb break="no"/>genossenschaftsprüfung zurück. Die Wohnungsgenossenschaft der Privat<lb break="no"/>angestellen ist die billigste, trotzdem hat er immer wieder Schwierig<lb break="no"/>keiten mit dem Prüfungsverband, weil dieser von ihm verlangt hat,<lb/>
gewisse Belastungen der Mieter durchzuführen. Die Genossenschaft hat<lb/>
deshalb auch oft nur einen bedingten Prüfungsvermerk bekommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
teilt mit, daß sich mit dieser Frage das nächste Parteipräsidium be<lb break="no"/>schäftigen wird. Im Wohnbaugenossenschaftsskandal der ÖVP wird sich<lb/>
herausstellen, daß die Landesparteien insbesondere Niederösterreich<lb/>
sich gegen den Saubermacher <rs type="person" ref="#per__128688">Graff</rs> in der Kärntnerstraße durchsetzen<lb/>
wird und sich nichts wird aufzwingen lassen. Er erwähnt auch noch den<lb/>
Vorfall <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs>, der bereits am Samstag ihm bekannt war, diese<lb/>
Raufaffäre im Nachtlokal mit Körperverletzung hatte, der ORF hat am<lb/>
Sonntag noch nichts gewußt und auch nichts berichtet, wäre dies einem<lb/>
sozialistischen Mandatar passiert, dann wären sicherlich die Massen<lb break="no"/>medien nur so voll gewesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_22"><rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> berichtet, daß es jetzt geglückt ist, für die Friedensmarsch<lb break="no"/>aktion den Bundesjugendring einstimmig mit der österreichischen Hoch<lb break="no"/>schülerschaft als Veranstalter zu gewinnen. 7 Redner werden dort<lb/>
sprechen, von der ÖVP der Jugendobmann <rs type="person" ref="#per__1137719">Karas</rs> und von der SPÖ <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> und<lb/>
dann noch andere.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_23">Auch im Ministerrat hat dann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die Leistung <rs type="person" ref="#per__97879">Röschs</rs> gewürdigt,<lb/>
er meinte, das österreichische Bundesheer hätte in der ersten Republik<lb/>
eine gute Reputation gehabt, General <rs type="person" ref="#per__114480">Körner</rs> und Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__140796">Deutsch</rs><lb/>
hätten dafür gesorgt, nur durch den Einsatz des Bundesheeres im Februar<lb/>
34 hätte dann eine andere Haltung der Bevölkerung bewirkt und das<lb/>
Mißtrauen begründet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_24">Überraschend für mich, das letzte Mal fragte er mich um die Verhand<lb break="no"/>lungen der Gemischten Kommission mit Libyen diesmal den Finanzminister<lb/>
über die Topinvestitionsbeschlüsse.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_25">Außerhalb des Ministerrates habe ich mit Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> und<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> gemeinsam das Problem der Durchführungsver<lb break="no"/>ordnung zum Dampfkesselgesetz besprochen. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> erklärte, er nimmt<lb/>
sich dieser Sache jetzt an und hat sich nachher telefonisch bei mir<lb/>
in Details erkundigt. Ich versuchte <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> klarzumachen, daß man<lb/>
nicht jeden Entwurf zu Ungunsten der Elektrizitätswirtschaft aber auch<lb/>
anderer Betriebe verschlechtern kann. Beim ersten Entwurf war es die<lb/>
Berechnung mit Naß-Rauchgas, der zweite hat Trockenrauchgas vorgesehen<lb/>
der dritte jetzt will die 400 MW thermisch auf 250 MW thermisch he<lb break="no"/>rabsetzen. <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> hat zugegeben, daß der Bgm. von Linz, <rs type="person" ref="#per__114604">Hillinger</rs><lb/>
sie auch diesbezüglich als Linzerin bereits angeschrieben hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_26">Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> habe ich meine Aufzeichnungen über die Vorspra<lb break="no"/>che der Landwirtschaft wegen weiterer Subvention des Dieselkraftstoffes<lb/>
gegeben und gleichzeitig versichert, daß ich nicht bereit bin, wie die<lb/>
Bauern ankündigen mit ihnen gegen den Finanzminister für weitere Sub<lb break="no"/>ventionen Stellung zu nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_27">Ich ersuchte <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> auch zu prüfen, wie weit die Fremdenverkehrsvereine<lb/>
jetzt mit ihren Subventionen der Mehrwertsteuer und sonstigen steuer<lb break="no"/>lichen Abgaben unterworfen werden. Ich habe ihm die Unterlagen von dem<lb/>
vorsprechenden Fremdenverkehrsverbandes in Salzburg gegeben, er wird<lb/>
mir diesbezüglich entsprechende Mitteilung machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-23_28">Mit Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> vereinbart ich, daß jetzt die 4.900<lb/>
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werden. Der luxemburgische Importeur soll durch ein gemeinsam abge<lb break="no"/>faßtes Schreiben von Verteidigungsministerium und Handelsministerium<lb/>
davon Kenntnis bekommen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 23.3.1982</head>
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            <head>Tagesordnung 126. Ministerratssitzung, 23.3.1982</head>
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            <head>Entwurf TO 226. Ministerratssitzung, 23.3.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Entwurf TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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            <head>Nachtrag 126. Ministerratssitzung, 23.3.1982</head>
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