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            <title type="main">Mittwoch, der 17. März 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band64_1982-03-17</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_01">Mittwoch, 17. März 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_02">Beim Jour fixe mit GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> sprachen wir neuerdings über den Import<lb/>
von amerikanischer Kohle. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> ist fest entschlossen sich an einer<lb/>
amerikanischen Kohlegesellschaft zu beteiligen, von 60 Gesellschaften<lb/>
sind 4 in die engere Wahl gezogen worden. Er möchte einen 20-Jahres-<lb/>
Vertrag abschließen, auf Selbstkostenbasis plus Gewinnzuschlag. Er<lb/>
ist sehr traurig, daß die STEWEAG und die NIOGAS die ca. 500.000 bis<lb/>
600.000 to also 2 bis 3 mal so viel brauchen wie er aus seiner Kon<lb break="no"/>struktion ausgestiegen sind und sich alteingesessene Kohlenimporteur<lb break="no"/>firmen die auch für ihren Eigenbedarf importieren bedienen. Ich halte<lb/>
diese Lösung für zweckmäßiger, muß allerdings zugeben, daß selbst auf<lb/>
das Risiko man braucht die Kohle gar nicht in Österreich, eine gewisse<lb/>
Sicherheitsmenge für Nichtlieferung von europäischer insbesondere<lb/>
Ostkohle notwendig ist. Die VÖEST-Alpine sagt <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> mit Recht hat<lb/>
auch als die Kohle in Europa zur Verfügung stand mit Verlust die<lb/>
amerikanische Kohle drüben selbst verkaufen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Beim nächsten Treffen mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs><lb/>
erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_04">Der Brief des LH <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> wo er gegen die Großkraftwerkerklärung<lb/>
des Pinzgau schärfstens protestiert ist laut <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> Absprache mit<lb/>
ihm als Alibihandlung zu verstehen. Die SAFE, Verbund und TKW haben<lb/>
sich über die Aufteilung des Pinzgaus geeinigt. Das nördliche Pinzgau<lb/>
insbesondere das Kraftwerk Wald 150 GW/h wird von der SAFE errichtet,<lb/>
die Verbund beteiligt sich daran mit 50 % Strombezug gegen Baukosten<lb break="no"/>zuschuß. Der Ausbau des südlichen Pinzgau das also in den National<lb break="no"/>park hineinragt, wird von der TKW ebenfalls bei einem 50 %-igen Strom<lb break="no"/>bezug gegen Baukostenzuschuß der Salzburger also gebietsgeteilt. Eine<lb/>
elektrische Nutzenteilung ist nicht vorgesehen. Nach Meinung <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
ist das ganze Malheur nur passiert, weil nach der im Vorjahr durchge<lb break="no"/>führten Begehung des Gebietes, wo man mit den Gemeinden und auch mit<lb/>
dem Naturschutzreferenten des sozialistischen Landesrat <rs type="person" ref="#per__127819">......</rs> <add>[ev. Falschidentifikation, Anm.]</add> und<lb/>
den Obmann der Naturfreunde NR <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> weitestgehendes Einvernehmen<lb/>
über den Ausbau erzielt werden konnte, dann doch LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs> größte<lb/>
Bedenken dagegen hat. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> sagte mit Recht der grüne<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs><lb/>
hat jetzt Bedenken, der LH <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> versuchte ihn deshalb noch na<lb break="no"/>tur- und landschaftsschutzfreundlicher zu überholen, wenn man so will<lb/>
giftgrün. Da die Verbund derzeit gar kein Kapital hätte, wurde gleich<lb break="no"/>zeitig auch vereinbart, daß jetzt 10 Jahre alles ruhen wird und nur<lb/>
<pb n="64-0337" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-17_0337.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>still und leise Vorarbeiten geleistet werden. Zur Großkraftwerkerklä<lb break="no"/>rung des Pinzgaus wird jetzt die SAFE, TKW, Verbund einen Grundsatz<lb break="no"/>vertrag abschließen, die TKW wird dann beim Handelsministerium Sekt. <choice><choice><sic>V</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
die Großkraftwerkerklärung initiieren, die Verbund wird dann von uns<lb/>
zu einem Gutachten aufgefordert, nach Abschluß dieses Verfahrens wird<lb/>
dann im Ministerrat zu befinden sein. Da den Protestbrief nicht nur<lb/>
ich bekommen habe sondern zumindestens auch der Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs>,<lb/>
er hat mir eine Fotokopie dieses <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs>-Briefes gegeben, wird zu<lb/>
eruieren sein, wer noch aller dieses Schreiben bekommen hat, damit so<lb/>
schnell als möglich die entsprechende Antwort <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> von allen Mini<lb break="no"/>stern gegeben wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte über die Ministerbüros feststellen,<lb/>
wer aller den <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs>-Brief erhalten hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_06"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> hat mit Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> und Landwirtschaftsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> über das Hainburg-Projekt unter 6 Augen verhandelt. Beide sehen<lb/>
jetzt ein, daß sie eine Lösung finden müssen, <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> erscheint mein<lb/>
seinerzeitiger Vorschlag, die behaupteten 400 ha werden zerstört, 260<lb/>
bis 280 werden es sein, als guter Kompromiß, den angeblich <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> akzeptieren. Über den Nationalpark Hohe Tauern meint er,<lb/>
könne er auch mit einer Dotationswassermenge von 3 % durchkommen. Die<lb/>
Ausklammerung der Umbalfälle betragen allerdings 15 % und auch Inner<lb break="no"/>gschlöß hat immerhin noch 7 %. Ich halte diese auch im kleinsten Kreis<lb/>
geführten Gespräche nicht für zweckmäßig, weil sie immer wieder in<lb/>
Wunden wühlen. Viel wichtiger ist es, daß die gesetzlich vorgesehenen<lb/>
Erklärungen zum bevorzugten Wasserbau erfolgen und dann kann im Rahmen<lb/>
der vorgesehenen Verhandlungen alles versucht werden entsprechend zu<lb/>
schlichten. Für Osttirol ist nämlich LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> in der mittelbaren<lb/>
Bundesverwaltung tätig. Der wird sicherlich eine entsprechende Kompro<lb break="no"/>mißlösung selbst erarbeiten wollen und müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_07">Außer dem jetzt zur Unterzeichnung heranstehenden österreichisch-<lb/>
sowjetischen Tauschvertrag anfangs April, wird auch <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> in der CSSR<lb/>
über ein solches Projekt verhandeln. Dort wird allerdings überschüssige<lb/>
Sommerenergie gegen Winterenergie getauscht. Da die CSSR große Kern<lb break="no"/>kraftwerksprojekte hat, könnte dann <choice><choice><sic>am</sic><corr>ab?</corr></choice></choice> 84/85 auch Kernkraftwerksband<lb break="no"/>strom gegen Spitzenstrom getauscht werden. Der Ausbau der Leitungen<lb/>
um ab 82/83 statt 400 GWh 1.600 GWh aus Polen beziehen zu können<lb/>
geht programmgemäß. In Rabat findet im April die allafrikanische<lb/>
Wasserwirtschaftskonferenz statt. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> denkt, daß die Verbundplan<lb/>
dort Aufträge kriegen kann, denn Marokko, Tunesien, Algerien, Libyen,<lb/>
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Projekte bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_09">Der ungarische Industrieminister ist von mir eingeladen worden und<lb/>
soll dann neben der VÖEST-Alpine-Besichtigung auch über Torony-Braun<lb break="no"/>kohlenlieferung nach Österreich informiert werden. Eventuell ist die<lb/>
Verbund bereit sich kapitalmäßig an diesem ungarischen Kohlenbergbau<lb/>
an der österreichischen Grenze zu beteiligen. Die Preisfrage ursprüng<lb break="no"/>liches Angebot Verbund 95 jetzt auf 110 erhöht. Ungarische Seite<lb/>
zuerst einmal 105 jetzt auf 144 erhöht, gibt keine bisher abschluß<lb break="no"/>fähige Verhandlungsbasis. Die Verbund muß auf alle Fälle mit einer<lb/>
Rauchgasentschwefelung rechnen, wichtig ist auch, da es sich um einen<lb/>
langfristigen Vertrag handelt die Kosten indizierten Preise genau zu<lb/>
umschreiben. Beide Akademien der Wissenschaften sind jetzt eingeschal<lb break="no"/>tet. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> hat sicherlich recht bis zum Oktober Burgenland Wahlen<lb/>
wird sich nichts entscheiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_10"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> hat auch die Mittelmeerhäfen Triest und Koper besucht. Die<lb/>
Italiener die den Triester Ausbau ausschließlich einer italienischen<lb/>
Firma übertragen an der sich die Verbund mit 150 Mio. S beteiligen<lb/>
könnte, dort aber auch große Baggerungen vorgenommen werden müssen,<lb/>
überlegt <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, ob nicht doch bei Koper der dritte Pier soll 1985<lb/>
fertig sein und 150.000 to Schiffe anlanden können, eher beteiligen<lb/>
soll. Ich halte die Aktivitäten für 200.000 to überseeischen Kohle<lb break="no"/>bezug dem ich im Prinzip zustimme der aber meiner Meinung viel besser<lb/>
wie es neudeutsch heißt von einer schon jetzt bestehenden Importfirma<lb/>
gehandelt werden sollte, für die Verbund stark zeitaufwändig. Wie sich<lb/>
die Verbund letzten Endes entscheidet ist Angelegenheit der Organe<lb/>
sprich Vorstand resp. Aufsichtsrat. Da ich prinzipiell in die Ge<lb break="no"/>schäftsgebarung eines Unternehmens nichts dreinrede werde ich mich<lb/>
auch bei der Verbund an dieses wie ich glaube richtige Prinzip halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_11"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> lehnt entschieden ab sich an dem Industrieprojekt Höchststrom<lb break="no"/>versuchsanlage in Weiz auch nur mit 1 S zu beteiligen. Er ist höch<lb break="no"/>stens bereit eine Sacheinlage in welcher Form ist mir nicht ganz klar<lb/>
zu leisten. Da dieses Projekt 300 Mio. S kostet für die Elektroindu<lb break="no"/>strie aber ungeheuer wichtig ist, versuche ich ihn zu überzeugen, daß<lb/>
er sich wenn auch nur mit einem kleinen geldmäßigen Anteil z.B. 1/2 Mio.<lb/>
doch rein optisch beteiligen müßte lehnt er prinzipiell ab, wird er<lb/>
dann von der Elektroindustrie als schuldig verurteilt, diese wichtige<lb/>
<pb n="64-0339" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-17_0339.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Prüfanlage zu Fall gebracht zu haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_12">Der österreichische Botschafter <rs type="person" ref="#per__118323">Leifer</rs> in Nigeria spricht vor, um<lb/>
mir das Bauer-Bewässerungsprojekt darzulegen. Er teilt meine Meinung,<lb/>
daß Dipl.Ing <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> dieser Firma den großen Fehler macht immer Milliar<lb break="no"/>den-Projekte vorzulegen. <rs type="person" ref="#per__118323">Leifer</rs> hat mit der Kontrollbank Dir. <rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs><lb/>
gesprochen, der prinzipiell eine Finanzierung von Nigeria nicht aus<lb break="no"/>schließt. Das Projekt muß nur, wie ich seinerzeit auch mit <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> bespro<lb break="no"/>chen habe auf ein reales Ausmaß gestutzt werden. Die Behauptung <rs type="person" ref="#per__115651">Cifers</rs>,<lb/>
daß die deutsche Exportfinanzierungsgesellschaft Hermes bereit wäre,<lb/>
die Zuckerfabrik in diesem Projekt zu finanzieren, stimmt nicht. MR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs>, der <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> jetzt auch schon jahrzehntelang kennt, meint abge<lb break="no"/>sehen von den fast <choice><choice><sic>Gantonomie</sic><corr>Gigantomanie?</corr></choice></choice><add>[zu]</add> nennenden vorgelegten Großprojekten auch<lb/>
gewisse persönliche Schwierigkeiten mit <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> es nicht nur in über<lb break="no"/>seeischen Gebieten sondern auch in Osteuropa gegeben hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs> wird uns weiter berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_14">Eine riesen Delegation des NÖ Bauernbundes unter Führung von Ex-LH<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs>, Präs. der Landwirtschaftskammer NÖ <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs>, des Milchwirt<lb break="no"/>schaftsfondsobmannes <rs type="person" ref="#per__97409">Eder</rs>, des Getreidewirtschaftsfondsobmannes NR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97425">Fachleutner</rs> und noch drei andere Herren wollten mir unbedingt einreden<lb/>
ich sollte beim Finanzminister intervenieren, damit die landwirtschaft<lb break="no"/>liche Dieselsubvention erhöht wird. Nach Auffassung der Bauern bin<lb/>
ich schuld, daß sie so einen hohen Dieselpreis zahlen müssen, weil<lb/>
ich am 31. Mai 1979 den Dieselpreis freigegeben habe. Damals wurde<lb/>
aus Versorgungsgründen der westlichen Bundesländer von den Interessens<lb break="no"/>vertretungen und den Landeshauptmann mir bestätigt, daß keine andere<lb/>
Möglichkeit besteht oder ich hätte den amtlichen Dieselpreis entspre<lb break="no"/>chend erhöht. Die Freigabe bewirkte dann eine Erhöhung von 6.10 S auf<lb/>
10.30 S, Allerdings ist Normalbenzinpreis jetzt durch die Freigabe<lb/>
auch von damals 6,60 S auf 10,40 S bis 10,60 S gestiegen. Ich habe<lb/>
den Landwirten sofort erklärt, sie könnten bei mir mit jeder Unter<lb break="no"/>stützung rechnen, die sie vorschlagen. Natürlich wollten sie gar nicht<lb/>
gegen die Ölgesellschaften unternehmen, sie waren bei ÖMV-GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
dieser sagte ihnen als Sprecher des Ölverbandes er wird seinen Mitbe<lb break="no"/>werbern berichten Nach Auffassung der Landwirtschaft betragen die<lb/>
Verbraucherpreise rund um Österreich, Italien 5,99 S, Deutschland 9,51<lb/>
S, die Schweiz 10,97 S die subventionierten Preise aber bei 7,82 S<lb/>
in Österreich, 7,22 S in der Schweiz, 6,62 S in der BRD und 3,91 in<lb/>
Italien also wesentlich tiefer als bei uns. Die Landwirtschaft erwarte<lb/>
deshalb einen Dieselumsatz von 5 Mrd. S bei einer Rückvergütung von 940<lb/>
<pb n="64-0340" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-17_0340.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Mio. eine weitere Subvention. Ihrer Rechnung nach beträgt bei einer<lb/>
Mehrwertsteuer von 1,47 S der Erlös des Finanzministers 774 Mio. S<lb/>
der ihrer Meinung nach ungerechtfertigt eingehoben werden. Sie möchten<lb/>
daher wie die Mineralölsteuervergütung auch die Mehrwertsteuer zurück<lb break="no"/>bekommen. In diesen Berechnungen ist die Forstwirtschaft nicht einge<lb break="no"/>schlossen und auch wie sei an einem Beispiel demonstrierten ein abge<lb break="no"/>legener Bergbauer nicht der 1000 S Dieselaufwendungen gehabt hat um<lb/>
seinen Weg bis zur Straße freizuhalten. Ich habe ihnen erklärt, ich<lb/>
bin wenn sie es wünschen bereit ab 1. Juli die Preise amtlich zu re<lb break="no"/>geln, dann einen Preis festzusetzen, dem sie zustimmen, dann allerdings<lb/>
wird die Ölwirtschaft erklären, kann sie die Versorgung nicht aufrecht<lb/>
erhalten. Da ich bis zu diesem Termin vertraglich an die Freigabe ge<lb break="no"/>bunden bin, bin ich aber weiter bereit mit ihnen entsprechende Protest<lb break="no"/>aktionen zu unternehmen, davon wollen sie natürlich nichts wissen.<lb/>
Ihr ganzes Angriffsziel richtet sich gegen den Finanzminister. Hier<lb/>
waren sie dann sehr erschüttert, als ich erklärte, ich werden dem Fi<lb break="no"/>nanzminister nur über unsere Aussprache berichten, keinesfalls aber<lb/>
irgendwelche Forderungen gegen ihn unterstützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte nächsten Ministerrat mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_16">Mag. <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs>, der bereits zweimal 1 Jahr karenziert wurde, bittet<lb/>
neuerdings ein drittes Mal um Karenzurlaub und er hat jetzt die<lb/>
Stahlfusionierung resp. Finanzierung bei der ÖIAG in der Finanzplanungs<lb break="no"/>abteilung abzuschließen dann möchte er sich endgültig entscheiden ob<lb/>
er bei der ÖIAG bleibt oder gegebenenfalls wieder ausscheidet. Ich<lb/>
habe im Prinzip zugesagt, daß wenn vom BKA eine solche Karenzierung<lb/>
überhaupt dreimal möglich ist, diese auch zu beantragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte die Voraussetzungen prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_18">Eine ehemalige Mitarbeiterin von <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs>, Frau <rs type="person" ref="#per__1137713">Pfolz</rs> ist wie es so<lb/>
schön heißt in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Ich habe mich<lb/>
mit ihr unter Anwesenheit von MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> und <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> schon allein um de<lb break="no"/>nen zu zeigen, daß ich mich um die kleineren Angestellten viel mehr<lb/>
kümmere als um die höheren bei einem Schalerl Kaffee wenn man so sa<lb break="no"/>gen kann in Nostalgie schwärmend unterhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_19">Der osmanische Geschäftsträger war sehr erfreut von mir zu hören, daß<lb/>
ich im Zusammenhang mit einem Besuch des Nahen Ostens auch Oman, wenn<lb/>
auch nur ganz kurz besuchen werde. Da schon etliche Minister in Öster<lb break="no"/>reich waren und ich entsprechende Gegeneinladungen habe, wird er<lb/>
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aber auch mit dem Landwirtschaftsminister verhandeln kann. Sie sind<lb/>
am Ausbau ihrer Kupferminen und insbesondere ihres Marmorwerkes angeb<lb break="no"/>lich besteht eines, das nicht funktioniert und an Tourismusinvestitio<lb break="no"/>nen interessiert. Wir wünschen darüber hinaus Milchpulver und andere<lb/>
Landwirtschaftsprodukte zu exportieren. Der Geschäftsträger fragte an<lb/>
ob ich mit einer großen Delegation komme, was ich sofort verneinte.<lb/>
Selbstverständlich bin ich aber gerne bereit, wenn sich Firmen mir<lb/>
anschließen wollen, ihnen diese Chance zu geben. Für Steyr-Daimler-<lb/>
Puch hat sich Dr. <rs type="person" ref="#per__133701">Protnik</rs> bereits gemeldet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte veranlasse, daß interessierte Firmen<lb/>
davon verständigt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_21">Bei der Staatswappenverleihung an die Fa. Tarbuk, die Reparaturgesell<lb break="no"/>schaft im Westen hat das Staatswappen schon bekommen, für die Han<lb break="no"/>delsgesellschaft wurde es jetzt von mir überreicht war nicht nur der<lb/>
Bez.Vst. sondern auch der Bezirksobmann der SPÖ Favoriten NR <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs>,<lb/>
ich glaube allerdings als privat Angestelltengewerkschaftsvertreter<lb/>
anwesend. Die Favoritener muß ich gestehen, entwickeln in dieser Be<lb break="no"/>ziehung eine beachtliche Zusammenhaltspolitik. In der Geschäftslei<lb break="no"/>tung ist jetzt auch nach der Gründergeneration Dkfm. <rs type="person" ref="#per__146014">Langer</rs>. Dieser<lb/>
will den Japanexport ankurbeln, heuer hat er doch die Aluminiumkon<lb break="no"/>tingente für die Anrechnung auf die autotiven Teile bekommen, im näch<lb break="no"/>sten Jahr verspricht er bereits entsprechende Halbfertigprodukte zu<lb/>
exportieren. Die Behauptung die Aluminiumlieferung sei gar nicht nach<lb/>
Japan gekommen sondern in Deutschland hängen geblieben und dann<lb/>
vielleicht nach Österreich zurück exportiert worden, kann er durch<lb/>
Fotos beweisen. Beim Verladen wurden die Container beschädigt, zu<lb/>
diesem Zweck wurden in Japan entsprechende Fotoaufnahmen wegen Ver<lb break="no"/>sicherungsfragen gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__125282">Rottensteiner</rs> wird sich alles vorlegen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_23"><rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs> wird in Hinkunft mit <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs>, <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>, <rs type="person" ref="#per__126515">Thalhammer</rs>, dem Presse<lb break="no"/>referenten von der Verbund und Geschäftsführer der Gesellschaft für<lb/>
Energiewesen <rs type="person" ref="#per__115020">Welser</rs>, ständig die Angriffe gegen unsere Ineffizienz<lb/>
in der Energiepolitik besprechen und sofort darauf reagieren. Die drei<lb/>
von der Energiesektion genannten Genossen werden jetzt in einem Pa<lb break="no"/>pier festhalten, was wir von 73 Energiekrise bis jetzt an Maßnahmen<lb/>
gesetzt haben, es wird nicht so wissenschaftlich sein als der sehr<lb/>
umfangreiche und sehr gute Energiebericht. Der Pressereferent <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs><lb/>
<pb n="64-0342" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-17_0342.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wird die Medien genau beobachten und wir werden sofort darauf immer<lb/>
reagieren. Insbesondere wird auch eine Bildstatistik jetzt entwickelt,<lb/>
weil die Medien sehr gerne solche Unterlagen auch benützen. Die Geduld<lb/>
und das ewige Abwatschen-lassen auf dem Energiesektor ist nun zu Ende.<lb/>
Da die Energiesektion viel zu langsam und lahm reagiert, soll jetzt<lb/>
diese Arbeitsgruppe auf meinen Wunsch und 100 %-ig durch mich gedeckt,<lb/>
diese Arbeit übernehmen. Alle stimmten mir zu, daß auch noch so eine<lb/>
gut fundierte Erwiderung am nächsten Tag kalter Kaffee ist auf Medien<lb break="no"/>angriffe oder Angriffe des politischen Gegners in den Medien muß<lb/>
sofort reagiert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte über die Sofortreaktion auch SC<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_25">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat jetzt unter ihrer Verhandlungsführung die<lb/>
Handelskammer, AK, ÖGB und Ministerienangehörige soweit gebracht, daß<lb/>
tatsächlich die Grundpreisauszeichnung jetzt fertig ist. Für den In<lb break="no"/>krafttretungsgtermin ist das Frühjahr des nächsten Jahres vorgesehen.<lb/>
Dagegen hat nicht nur SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wie er mir flüsterte und NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs><lb/>
vom ÖGB größte Bedenken sondern auch ich erklärte sofort, diese Grund<lb break="no"/>preisauszeichnung wird im Laufe des Jahres 83 in Kraft gesetzt. Einen<lb/>
endgültigen Termin wollte ich nicht nennen. Sicher ist für mich nur,<lb/>
da es doch etlichen Wirbel auslösen wird, daß erst die nächsten Na<lb break="no"/>tionalratswahlen im Frühjahr 83 abgewartet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_26">Auch bezüglich des Gesetzentwurfes der gefährlichen Produkte konnte<lb/>
ein prinzipielles Einverständnis erzielt werden, kleine Details sind<lb/>
noch auszuarbeiten, ein akkordierter Entwurf aber kann jetzt in die<lb/>
Begutachtung gehen, damit sind von <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> zwei wesentliche Probleme<lb/>
sozialpartnerschaftlich abgeregelt worden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-17_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte nächstes Jour fixe HK berichten.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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