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            <title type="main">Montag, der 15. März 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_01">Montag, 15. März 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_02">Die Aussprache mit Bu-Ka-Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, ÖNB-Präs.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs>, GD <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> und SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> über entsprechende Vorschläge zur Ver<lb break="no"/>stärkung unserer Exporte verlief sehr negativ. Ich leitete die Gespräche<lb/>
dahingehend ein, daß es doch möglich sein müßte, neue Exportförderungs<lb break="no"/>ideen insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe zu finden. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> er<lb break="no"/>örterte an der jetzt fast schon berühmt-berüchtigten Kappe-Exportmög<lb break="no"/>lichkeit dieses Problem. Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dieselbe Kappe-Möglichkeit immer<lb/>
gebracht hat, nehme ich an er hat sie von <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> übernommen. Diktaturen<lb/>
brauchen viele Uniformmützen, der eine Betrieb macht die Borten, der an<lb break="no"/>dere die Kappe, der dritte vielleicht Schirmbestandteile, wenn man sie<lb/>
alle drei zusammenbringt, dann könnten sie für die Diktaturen riesige<lb/>
Aufträge für den Export bekommen. Die Reaktion der Handelskammer darauf<lb/>
war, daß sowieso in ihrem Förderungsprogramm alles geschieht um dem Un<lb break="no"/>ternehmer den Export zu ermöglichen. Computermäßig hat die HK 5.500<lb/>
Exportfirmen erfaßt, deren Produkte auf Knopfdruck ausgeworfen werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> bemerkte dazu richtig, man weiß allerdings nicht wie viel sie<lb/>
produzieren und ob sie dann tatsächlich auch, und welche Mengen und<lb/>
wann sie exportieren können. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> vertritt die Meinung, daß auch die<lb/>
Banken sich heute schon im den Export entsprechend eingeschaltet haben.<lb/>
<add>[Die]</add> GZ <add>[= Girozentrale, Anm.]</add> hätte das Stahlwerk der VÖEST-Alpine in der DDR abgewickelt, die CA<lb/>
hätte die Warentreuhandgesellschaft zu diesem Zweck wobei <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> dann<lb/>
allerdings richtig ergänzte, daß es sich dabei hauptsächlich um Finan<lb break="no"/>zierungsfragen handelt. Richtige Handelshäuser die den kommerziellen<lb/>
Verkehr von sich aus machen, gibt es nicht. Die nicht kommerzielle Basis<lb/>
des Exportes geschieht durch die Beratung der Handelsdelegierten. Ich<lb/>
verwies darauf, daß wenn alles in bester Ordnung ist, wie so wir dann<lb/>
durch die Idee des Handelsministeriums als Kompensation für die vielen<lb/>
Autoimporte die autotiven Teile dann so verstärkt in den Export gebracht<lb/>
haben. Erst in den letzten Jahren derartig systematisch von uns betrie<lb break="no"/>ben wurde. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wollte gleichzeitig auch auf diesen Zug aufsprin<lb break="no"/>gen und meinte, er hätte sich aus sehr bemüht, insbesondere VW für diese<lb/>
autotiven Exporte zu gewinnen. Jetzt hat die HK für die AUA-Flugzeuge<lb/>
die diese kaufen will, wo keine Geschäfte vereinbart wurden Dr. <rs type="person" ref="#per__1137697">Brauner</rs>,<lb/>
ehem. Handelsdelegierter in Chicago, derzeit in Wien, angesetzt. SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs><lb/>
meinte für mich vollkommen überraschend es gibt tatsächlich bei den<lb/>
Exportmöglichkeiten keine neuen Ideen, ständig hätte seine Sektion darü<lb break="no"/>ber nachgedacht, wie man den Export fördern könne. Ich kann mir nicht<lb/>
vorstellen, daß tatsächlich nicht doch die eine oder andere Idee noch<lb/>
zu verwirklichen wäre. Alle haben eingesehen, daß es allein aber aus<lb/>
<pb n="64-0323" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-15_0323.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>optischen Gründen um entsprechende Angriffe sei es von der freiheitli<lb break="no"/>chen Partei sei es von anderer Seite abzuwehren, dringend notwendig ist<lb/>
jetzt, wie der Bundesrat <rs type="person" ref="#per__1137698">Lehner</rs> nach dem zweiten Weltkrieg Kurator des<lb/>
WIFI, einmal erklärte, ich werde nachdenken lassen. D.h. vielleicht doch<lb/>
noch zu einem oder anderen Vorschlag der Exportförderungsverbesserung<lb/>
zu kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_04"><rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> berichtete dann über seine Probleme der Exportfinanzierung. In<lb/>
der Vergangenheit herrschte das Prinzip, die Exportförderung d.h. Kre<lb break="no"/>ditgewährung könne fast bedenkenlos ausgedehnt werden, weil er entspre<lb break="no"/>chende Forderungen an die Lieferländer gegenüberstand. In der Vergan<lb break="no"/>genheit gab es dann vereinzelt Schwierigkeiten z.B. in Nordkorea oder<lb/>
Sudan, jetzt hat sich durch die Unmöglichkeit der Rückzahlung der Kre<lb break="no"/>dite bei Polen diese Situation insoferne noch wesentlich verschärft als<lb/>
jetzt das gesamte Ostblockguthaben gefährdet erscheint. Die Banken der<lb/>
westlichen Welt haben daher die Depositen von Ostbanken abgezogen, der<lb/>
Umschuldungsfall Polen und deren Sanierung wird immer schwieriger. Wenn<lb/>
Polen nämlich saniert werden muß, muß es eine Neuverschuldung von 9 Mrd.<lb/>
geben, weshalb die SU ja auch den Polen empfohlen hat, nicht nur die<lb/>
Zahlungsunfähigkeit zu erklären sondern auch den finanziellen Bankrott<lb/>
de facto festzustellen. Die Amerikaner ziehen daraus die Konsequenzen,<lb/>
unser Exportfinanzierungssystem müßte daher was immer geschieht, in<lb/>
Zukunft weniger großzügig sein. In der Vergangenheit haben wir wenn die<lb/>
Deutschen, Franzosen, Engländer die Exporte am Ostblock aus eigenen nicht<lb/>
finanzieren können, wenn z.B. die deutsche Hermes eine Exportfinanzie<lb break="no"/>rung abgelehnt hat, dann hat der deutsche Exporteur z.B. die VÖEST-Alpine<lb/>
mit 10 % beteiligt und diese hat 100 % mitfinanziert. In Zukunft müßte<lb/>
man höhere Eigenleistungen auf alle Fälle verlangen. Als konkretes Bei<lb break="no"/>spiel meinte <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs>, Libyen hat 15 Mrd. S Kredit, bei 2 Mrd. S Exportlei<lb break="no"/>stungen die sie erbringen kann. Ich erwiderte gleich ganz energisch, daß<lb/>
ich zwar nicht weiß, wie die einzelnen Exportfinanzierungen erfolgt sind<lb/>
und daher Details nicht beurteilen kann, dafür ist ja das Finanzministe<lb break="no"/>rium zuständig. Eines ist mir allerdings vollkommen klar, daß wenn man<lb/>
systematisch und das machen die Amerikaner, jetzt die Oststaaten ver<lb break="no"/>einzelt dadurch attackiert, daß man die Westbankdepositen abberuft<lb/>
keinerlei weitere Neuverschuldung akzeptiert, d.h. mehr oder minder<lb/>
all Kredite fällig stellt, jedem westeuropäischen Staat auch auf diese<lb/>
Art in die Zahlungsunfähigkeit treiben kann. <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> meinte, das sieht<lb/>
er ein und bemüht sich ja auch die Amerikaner von dieser Politik im<lb/>
Rahmen der Bank für internationalen Zahlungsausgleich, BIZ abzubringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_05">Ich hatte den Eindruck, und den schon seit längerer Zeit, daß unsere<lb/>
Banken und Kreditpolitik damit meine ich nicht nur die österreichische<lb/>
sondern wenn man so will die weltweite durch abgehen von den festen<lb/>
Währungskursen, Aufkündigung des Bretton-Woods-Systems durch die Hoch<lb break="no"/>zinspolitik insbesondere in den letzten Jahren und durch die freie Geld-<lb/>
und Kapitalwirtschaft zumindestens theoretisch der Wirtschaft weltweit<lb/>
keine guten Dienste geleistet wird. Die Banken und Kreditinstitute<lb/>
wurden wenn man so sagen kann immer mehr in die freie Wirtschaft reinge<lb break="no"/>stoßen oder haben sie vielleicht auch gewünscht, sie sind darauf kaum<lb/>
vorbereitet, können die Probleme kaum lösen und die Entwicklung zeigt<lb/>
verheerende Folgen. Wenn dann noch wie jetzt in der letzten Zeit die<lb/>
politische Absicht der Amerikaner dazukommt, auch auf diesem Gebiet sich<lb/>
mehr um die SU oder wenn man so will gegen die Comecon-Staaten zu<lb/>
stellen, ich drückte dies so aus, wenn Amerika auch auf diesem Gebiet<lb/>
zu einer kalten Kriegspolitik zurückkehren will, dann muß dies für die<lb/>
ganze Welt auch auf diesem Gebiet verheerende Folgen haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_06">Beim Journalistenfrühstück berichtete MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> über die 5. libysch-<lb/>
österr. Gemischte Kommission. MR <rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs> über die Eröffnung der Leipziger<lb/>
Frühjahrsmesse. Hier ergänzte ich nur, daß die Zahlungsmöglichkeit der<lb/>
DDR doch nicht mit Polen gleichgesetzt werden sollte, daß ja heute teil<lb break="no"/>weise durch Artikel in den Zeitungen geschieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_07">Dr. <rs type="person" ref="#per__118749">Ketzler</rs>, österr. Institut für Verpackungswesen referierte über die<lb/>
Verpackungsindustrie. Auch im Jahre 81 ist eine 6,1 % wertmäßige und<lb/>
immerhin noch 3,9 % mengenmäßige Steigerung auf 13 Mrd. S festzustellen.<lb/>
Der Export macht 3 Mrd. aus aber noch immer wird um 2,3 Mrd. importiert.<lb/>
Jetzt hat das Institut bei 446 Firmen Motivforschung ihre Importe durch<lb break="no"/>geführt, Preis- und Qualitätsgründe sind die Hauptursache aber auch mehr<lb/>
oder minder Importverpflichtungen der Muttergesellschaften.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Diese Ergebnisse können z.B. gleich für entspre<lb break="no"/>chende Vorschläge Exportförderung verwendet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_09">Die Fusion der Fa. Gigant mit Instant wurde als Modellfall von dem Fir<lb break="no"/>menvertreter aber auch von Unternehmungsberater Dr. <rs type="person" ref="#per__1137700">Auer</rs> und vom WIFI<lb/>
Dkfm. <rs type="person" ref="#per__1137699">Swoboda</rs> erörtert. WIFI hat bei Gesamtkosten von 34.000 S, 28.000<lb/>
dazugezahlt, ich selbst erörterte, daß wir über die Handelskammer dem<lb/>
WIFI ja deshalb auch entsprechende Subventionen geben, da mir die Kosten<lb/>
als viel zu gering erschienen habe ich nachher mit dem Firmenvertreter<lb/>
allein darüber gesprochen, tatsächlich hat diese ganze Fusion ca. 1 Mio.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_10">gekostet, davon waren 300.000,-- S Beratungskosten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_11">Dr. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat dann über die Förderung der Kooperationen durch das Han<lb break="no"/>delsministerium insbesondere beim Fremdenverkehr die Verkaufsförderung<lb/>
der einzelnen Gebietsverbände die Reservierungssysteme usw. berichtet.<lb/>
Auf diesem Sektor haben wir insgesamt 60.000 S Subvention gegeben. Am<lb/>
meisten zahlen wir noch bei der Branchengebundenen Beratungsaktion, diese<lb/>
kostet in der Summe 32 Mio., wovon im 4. Programm im 82/83 8,8 Mio. vom<lb/>
Handelsministerium direkt und indirekt bereitgestellt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_12">Als weiterer großer Erfolg hat Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> mit Recht die<lb/>
Kooperation in der Möbelbranche der Wiener Gruppe vorgestellt. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
hat sich ja im letzten Jahr damit sehr intensiv beschäftigt, ich hatte<lb/>
ja vor drei Jahren, als die Fa. Taus derzeit Obmann der Wiener Gruppe<lb/>
und die Fa. <rs type="person" ref="#per__97602">Jodlbauer</rs>, als Chef der Wiener Werkstätten dieser Organi<lb break="no"/>sationsform mit anderen Firmen zusammengefunden haben und ich sie mehr<lb/>
oder minder aus der Taufe gehoben habe, diese Gründung sehr skeptisch<lb/>
betrachtet. Jetzt hat sie sich durchgesetzt, 70 % des Umsatzes sind<lb/>
österreichische Waren, 30 % sozusagen der Wiener Gruppe werden nur im<lb break="no"/>portiert andererseits exportiert die Fa. <rs type="person" ref="#per__97602">Jodlbauer</rs> z.B. 63 % ihrer<lb/>
Möbelprodukte. Die Initiative dieser jungen Unternehmer ist beachtlich,<lb/>
wenn man auch zugeben muß, daß natürlich die seinerzeitige hohe Tradi<lb break="no"/>tion und der gute Ruf der Wiener Werkstätten noch nicht erreicht ist.<lb/>
Ein guter Ansatz dazu ist aber sicherlich dieser erfolgreiche Versuch.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Wie weit kann man diese Leute zumindestens<lb/>
moralisch noch unterstützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_14">Die Talkum-Werke in <choice><choice><sic>Neitsch</sic><corr>Naintsch</corr></choice></choice> in Stubenberg, Stmk. sind vor etlichen Jahren<lb/>
zu 80 % in französische Hände gekommen, die eingesessene Firma Kiwisch<lb/>
hat nur mehr 20 %. In diesem Gebiet, das zu 94 % vom Talkum-Werk <choice><choice><sic>Neitsch</sic><corr>Naintsch</corr></choice></choice><lb/>
abgebaut wird, gibt es dann noch einen Bauer <rs type="person" ref="#per__1137701">Reithofer</rs>, der mit 6 % selbst<lb/>
abbaut und angeblich mit der ÖMV Fa. Minarex wegen Verkauf verhandelt,<lb/>
obwohl auch hier nichts weitergeht. Durch die Trennung der beiden Berg<lb break="no"/>baue kommt es zu einer unrationellen Ausnützung des Lagerstocks. Dkfm.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137702">Reis</rs> mit den Betriebsräten meinte deshalb, das Handelsministerium sollte<lb/>
entsprechende Schritte unternehmen um eine neue rationellere Produktions<lb break="no"/>möglichkeit zu ermöglichen. Den Betriebsräten und der Firmenvertre<lb break="no"/>tung ist vorgeschwebt, daß man die ÖMV Firma Minarex stärker einschal<lb break="no"/>tet, dies könnte so weit gehen, daß die französische Seite, so glaubt<lb/>
zumindestens Dkfm. <rs type="person" ref="#per__1137702">Reis</rs>, bereit wäre, wenn Minarex die <rs type="person" ref="#per__1137701">Reithofer</rs>-An<lb break="no"/>teile erwerben kann auch noch selbst eigene Kapitalanteile abzugeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_15">Theoretisch schwebt den Betriebsräten und der österreichischen Firmen<lb break="no"/>leitung vor, 49 % die alte Firma, 49 % Minarex und 2 % sozusagen die<lb/>
Sperrminorität sollten z.B. die Betriebsräte treuhänderisch bekommen. Das<lb/>
ist meiner Meinung nach kaum zu erreichen. Derzeit erklärte ich, schei<lb break="no"/>tert ja überhaupt jede kapitalmäßige Änderung daran, daß der sehr schlaue<lb/>
Bauer <rs type="person" ref="#per__1137701">Reithofer</rs> seinen 6 % -igen Anteil gar nicht verkaufen will. Da mich<lb/>
alle ersuchten, ich sollte bei der nächsten Zusammenkunft mit GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
von der ÖMV auf diese Entwicklungsmöglichkeit der Firma Minarex hin<lb break="no"/>weisen erklärte ich mich dazu natürlich sofort bereit. MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> anderer<lb break="no"/>seits wird versuchen, einen optimaleren Abbau durch entsprechende Ab<lb break="no"/>sprachen mit der Berghauptmannschaft und die Berghauptmannschaft wieder<lb/>
mit dem <rs type="person" ref="#per__1137701">Reithofer</rs> auf technischem Gebiet sicherzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte bei der nächsten Zusammenkunft mit<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_17">Der Rektor der Montanuniversität Leoben schilderte mir seine Sorgen<lb/>
wegen der Verleihung von Titeln. Die VÖEST-Alpine hätte die Leobener<lb/>
Universität mehr oder minder ersucht und fast gezwungen dem DDR-ZK-<lb/>
Mitglied und Wirtschaftsverantwortlichen Dr. <rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs> den Dr. h.c. zu<lb/>
verleihen. Dies hätte in der Kommission, wo 60 Personen darüber befinden,<lb/>
einen ungeheuren Staub aufgewirbelt und mit Ach und Krach 4 Stimmen<lb/>
Mehrheit sei dann der Antrag positiv erledigt worden. Die Universität<lb/>
hat bis jetzt bei allen Titelverleihungen insbesondere Bergrat h.c. sehr<lb/>
streng geurteilt. Deshalb sei auch der Wunsch des Rechnungshofes, Präs.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112588">Broesigke</rs> hat einige Male schon bei mir interveniert, MR Dipl.Ing.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137703">Harald Baumgärtner</rs> diesen Titel zu verleihen, negativ begutachtet wor<lb break="no"/>den. Andererseits ersuchte mich jetzt Prof. <rs type="person" ref="#per__111747">Holzer</rs> ich sollte doch auch<lb/>
diesen Wunsch des Rechnungshofes positiv entscheiden. Trotz der nega<lb break="no"/>tiven Stellungnahme erwartet ja fast wünscht die Montanuniversität daß<lb/>
ich <rs type="person" ref="#per__1137703">Baumgärtner</rs> dem Bundespräsidenten vorschlage. Da ich <rs type="person" ref="#per__111747">Holzer</rs>, der<lb/>
seinerzeit Chefgeologe im Handelsministerium war, mit dem wir immer<lb/>
ständig guten Kontakt hatten und haben, in jeder Beziehung unterstützen<lb/>
möchte, vereinbarte ich mit MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> und ihm, daß seine schriftliche<lb/>
Ablehnung jetzt durch diese mündliche Vorsprache ergänzt wird und als<lb/>
Votum im Akt vermerkt wird. <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> wird dann einen entsprechenden Antrag<lb/>
an den Bundespräsidenten vorbereiten.<lb/>
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Mio. S, die sie bisher für die Berg- und Hüttenschule gegeben hat, einspa<lb break="no"/>ren möchte, ich habe diesbezüglich mit Bergrat <rs type="person" ref="#per__132462">Juvancic</rs> vom Vorstand<lb/>
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Subvention noch einmal überlegen, <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> mitteilen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Was können wir dazu beitragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-15_20">Die Elektroinstallationsfirma Bostelmann ein fast 100-jähriger Betrieb<lb/>
ist auf das neue Industriegelände im 23. Bezirk übersiedelt und ich<lb/>
konnte dort diesmal wieder einmal vor versammelter Mannschaft das Dekret<lb/>
zur Führung des Staatwappens überreichen. Da diese Firma knapp nach<lb/>
ihrer Gründung bereits zum k.u.k Hoflieferanten ernannt wurde meinten<lb/>
die jetzigen Firmeninhaber und Geschäftsführer für sie sei heute der<lb/>
größte Tag. Darauf replizierte ich sofort, daß dieser höchstens gleich<lb break="no"/>berechtigt mit der seinerzeitigen Hoflieferantenernennung gelten müsse.<lb/>
Der von mir bei dieser Gelegenheit genannte immer übliche Schmäh, in<lb/>
Österreich ändert sich nichts, es bleibt immer k.u.k, von kaiserlich<lb/>
königlich zu <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, paßte auf diese Firma natürlich ganz<lb/>
besonders. Tatsächlich gelingt es dieser Elektrobaufirma, die natürlich<lb/>
eigentlich mehr Software liefert, sie kauft ja alle Bestandteile dazu,<lb/>
auch Exporte mit ihren Schaltanlagen zu tätigen. Als Zulieferant hat<lb/>
sie heute mehr zu tun als je und nimmt sogar noch Arbeiter auf.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 15.3.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Grossendorfer, Enno</persName>
               <persName><surname>Grossendorfer</surname><forename>Enno</forename></persName>
               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <persName type="label">Würzl, Anton</persName>
               <persName><surname>Würzl</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <persName type="label">Apfalter, Heribert</persName>
               <persName><surname>Apfalter</surname><forename>Heribert</forename></persName>
               <occupation>GD VÖEST</occupation>
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               <persName type="label">Kirchschläger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Kirchschläger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Außenminister, Bundespräsident</occupation>
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               <persName type="label">Ketzler, A</persName>
               <persName><surname>Ketzler</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Sekretär Institut für Verpackungswesen</occupation>
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               <persName><surname>Bauer</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
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               <persName><surname>Koren</surname><forename>Stephan</forename></persName>
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               <occupation>Geologe, Leoben</occupation>
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               <occupation>Sekr. d. ZK d. DDR f. Wirtsch.</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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