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            <title type="main">Donnerstag, der 25. Februar 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_01">Donnerstag, 25. Februar 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_02">Der ÖMV-GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> ruft mich an, um mir die Ergebnisse der Erdgasgespräche<lb/>
in Moskau mitzuteilen. Ein Grundsatzpapier wurde fertiggestellt und<lb/>
er glaubt, daß dies eine gute Verhandlungsbasis auch für die Gasmengen<lb/>
und Gaspreise ist, welches er jetzt den Landesgesellschaften mitteilen<lb/>
wird. Die konkrete Menge und der konkrete Preis ist aber nicht bekannt.<lb/>
Ich muß ihm so wie immer alle Details aus der Nase ziehen, die Gleit<lb break="no"/>klausel soll aus 20 % Rohöl, 32 % Ofenheizöl, 48 % Heizöl schwer, da<lb break="no"/>von 35 % Import, 65 % Inlandspreis, für den von den Sowjets verlangten<lb/>
Mindestpreis wurde eine escape-clause vorgesehen, bei einer Rezession<lb/>
resp. wenn die Energiepreise weiter fallen sollten, müßte dort der Ver<lb break="no"/>tragspreis sich einpendeln. Die Preishöhe meint <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, wird wahrschein<lb break="no"/>lich ähnlich für Österreich der schon abgeschlossene Deutsche Preis<lb/>
sein. Angeblich beträgt dieser 2,81 S mit 31. Juli 1981. Wie viel er<lb/>
jetzt aufgrund der deutschen Preisgleitformel ausmacht, weiß er nicht.<lb/>
Selbstverständlich sagt er wird er alle Details übergeben, bis er das<lb/>
Verhandlungsergebnis niedergeschrieben hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_03">Ich informiere ihn über die Aussprache mit Shell, GD <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs>, wo ich<lb/>
den internationalen Ölgesellschaften wissen ließ, daß sie froh sein<lb/>
sollten, daß die ÖMV den Benzinpreis um 40 Groschen gesenkt hat, da<lb/>
ansonsten bei einer amtlichen Preisregelung sicherlich das doppelte<lb/>
herausgekommen wäre. Weiters habe ich <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs>, aber jetzt auch <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
klargemacht, daß durch die Herabsetzung des Bleigehaltes im Benzin,<lb/>
keine Benzinpreiserhöhung dafür infrage käme. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> nahm diese Erklärung,<lb/>
was den Teil der Multis betrifft, mit Befriedigung, was die Kostenver<lb break="no"/>teuerung durch Bleiabsenkung betrifft, mit Bedauern zur Kenntnis.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_05">Bei der Fraktionsbesprechung für den Unterausschuß Energiesicherungsge<lb break="no"/>setz hat Verbund-GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> wieder die ÖVP-Idee gebracht, man könne<lb/>
nicht nur über das Fernwärmegesetz sondern auch über alle Änderungswün<lb break="no"/>sche im Energiesicherungsgesetz sofort abschließen, wenn die Energie<lb break="no"/>spargesetzbestimmungen aus der Gewerbeordnung rausgenommen werden und<lb/>
in das Wirtschaftspaket mit 2/3-Verfassungsbestimmung aufgenommen wer<lb break="no"/>den. NR <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> von der Energiesektion und ich haben uns<lb/>
dagegen wieder einmal ausgesprochen. Die ÖVP ist überhaupt nur zu ent<lb break="no"/>sprechender gesetzlichen Regelung verhandlungsbereit, weil sie fürchtet<lb/>
daß wir weitere Energiefragen, wenn auch das sicherlich mit einfachge<lb break="no"/><pb n="63-0233" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-25_0233.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>setzlicher Regelung unzulänglich, aber immerhin doch gewerbeordnungs<lb break="no"/>rechtlich regeln könnten. Dies gilt selbst für das so schwierige Problem<lb/>
des Fernwärmegesetzes. Ich beabsichtige nach wie vor im Zuge der Ver<lb break="no"/>längerung der Wirtschaftspaketgesetze, die mit der ÖVP im Prinzip von<lb/>
den Experten geeinigten Gesetzestexte vorzulegen. Ich möchte sehen,<lb/>
ob die ÖVP dann wirklich stark genug ist, wenn die sozialistische<lb/>
Seite erklärt, dies ist unser Forderungspaket damit die Marktordnungs<lb break="no"/>gesetze verlängert werden dann auf dieses Kompromiß, wenn man sagen <add>[will]</add>,<lb/>
auf den Kuhhandel nicht eingeht, sondern alle Gesetz auslaufen ließe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_06">Im Unterausschuß wurde dann über die paar offenen Fragen des Fernwärme<lb break="no"/>gesetzes, insbesondere die Abgrenzung, ob mit 1 MW, wie <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> wünschte,<lb/>
oder mit 5 MW, wie die Handelskammer Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> verlangte, lange disku<lb break="no"/>tiert. Auch über sonstige Konsumentenschutz Anschlußzwang usw. gab<lb/>
es dann langwierige Diskussionen. Da die Länder dieses Fernwärmegesetz<lb/>
mit ihrem Forderungsprogramm koppeln möchte, beharrt der Energiesprecher<lb/>
der ÖVP <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> darauf, daß es unbedingt in die Begutachtung gehen sollte.<lb/>
Hier machte er wieder einen großen taktischen Fehler. Den ich habe<lb/>
sofort vorgeschlagen, wir werden was immer aus den Gespräche im Parla<lb break="no"/>ment herauskommt, diesen Entwurf offiziell als Handelsministerium<lb/>
in die Begutachtung schicken und dann über den Ministerrat dem Parlament<lb/>
als Regierungsvorlage zustellen. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> ist aus dem Dilemma der Länder<lb break="no"/>forderung heraußen, allerdings nur kurze Zeit. Wenn die Regierungsvor<lb break="no"/>lage in Parlament kommt, muß er sich dann, ob er will oder nicht, ent<lb break="no"/>scheiden. Da er sich jetzt auch bezüglich des Anschlußzwanges gewan<lb break="no"/>delt hat, auch der FPÖ-Abgeordnete und Energiesprecher <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> meinte,<lb/>
die Anschlußzwangvorstellung, der er früher zugestimmt hat, sollte<lb/>
durch ein Marketingmaßnahmenpaket von den Versorgungsunternehmungen<lb/>
sozusagen auf freiwilliger Basis besser erledigt werden als durch einen<lb/>
rigorosen Zwang, habe auch ich schon dezidiert erklärt, das Handels<lb break="no"/>ministerium braucht den ursprünglich von den Versorgungsunternehmungen<lb/>
verlangten rigorosen Anschlußzwang auch nicht. Uns wird man nicht den<lb/>
Schwarzen Peter zustecken. Wir müssen im Handelsministerium nur termin<lb break="no"/>mäßig darauf achten, daß die Regierungsvorlage so zeitgerecht im Parla<lb break="no"/>ment einlangt, damit es noch zu den Wirtschaftspaketverhandlungen zurecht<lb/>
kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte entsprechendes bei <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_08">Die Aussprache mit dem ägyptischen Vizepremierminister <rs type="person" ref="#per__1137554">Ibrahim</rs> war<lb/>
sehr freundschaftlich, allerdings nicht sehr erfolgreich. ursprünglich<lb/>
war beabsichtigt, daß er vorher mit Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zusammen<lb break="no"/><pb n="63-0234" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-25_0234.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>trifft, dieser war aber erkrankt und die Sitzung mußte abgesagt werden.<lb/>
Die Ägypter erwarten für etliche Projekte verbilligte Kredite aus der<lb/>
Entwicklungshilfe. Diese ressortiert bei SC <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs>, der mit dem ägyp<lb break="no"/>tischen stellvertretenden Verhandlungsleiter eine spezielle Aussprache<lb/>
hatte. Dort hat man Industrieprojekte VÖEST-Alpine, eine Nitritfabrik<lb/>
Fa. Gross, Bäckereimaschinen und vor allem auch Lebensmittelhilfe vorge<lb break="no"/>tragen. Der Vizepremier ergänzte dann noch in unserer Sitzung, daß er<lb/>
auch für die Kleintiere wie Hühner entsprechende Futtermittelfabriken<lb/>
Schlachthöfe, Kühlanlagen usw. dringendst bräuchte. Die Lieferung die<lb break="no"/>ser Anlagen und Maschinen wäre kein Problem. Die Schwierigkeit ist<lb/>
nur die Finanzierung mit verbilligten Krediten, die weder die Kontroll<lb break="no"/>bank noch die Entwicklungshilfe im BKA im gewünschten Ausmaß gewähren<lb/>
kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_09">Beim Bundespräsidenten <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> wurde von ihm eingeleitet einge<lb break="no"/>hend über die politische Situation im Nahmen Osten diskutiert. Die<lb/>
Ägypter sind fest davon überzeugt, daß das Camp-David-Abkommen von den<lb/>
Israelis restlos erfüllt wird, und daß eigentlich auch keine Gefahr<lb/>
einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Syrien besteht. Früher oder<lb/>
später werden die anderen arabischen Staaten den Schritt Ägyptens ver<lb break="no"/>stehen und mehr oder minder auch mit Israel zu einem Friedensschluß<lb/>
kommen. <rs type="person" ref="#per__1137554">Ibrahim</rs> meinte, Jordanien wird als erstes diese Idee aufnehmen,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> bezweifelte dies ganz entschieden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_10">Beim Mittagessen für die Ägypter war eine riesige Delegation da, obwohl<lb/>
etliche Eingeladene nicht kamen. MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> hat sich bei mir beschwert,<lb/>
daß unsere Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__133381">Burian</rs> vom Handelsministerium im BKA an der Ent<lb break="no"/>wicklungshilfesitzung mit den Ägyptern nicht teilnehmen konnte. Ich<lb/>
habe SC <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> angerufen und ihm erklärt, ich hätte gehofft, ihm beim<lb/>
Essen zu treffen. Überraschend teilte er mir mit, daß er nicht eingela<lb break="no"/>den war. Dies sei aber nicht der Grund gewesen, weshalb er zu dem 4<lb/>
Augengespräch mit den Ägyptern Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__133381">Burian</rs> nicht zugezogen hat,<lb/>
sondern die ägyptische Seite wollte mit ihm allein reden. Bei der<lb/>
offiziellen Sitzung ist sie selbstverständlich eingeladen. Zwischen<lb/>
SC <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs>, BKA, und MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>, Handelsministerium, dürfte es wieder einmal<lb/>
aus Prestigedenken von Seiten <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbls</rs> größere Differenzen geben. Ich<lb/>
verstehe nicht, warum er nicht <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> zum Essen eingeladen hat. Auf<lb/>
diese eine Person mehr wäre es auch nicht angekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte achte auf kooperatives Vorgehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_12">Mit KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> und HK-Vertretern, Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, ÖFVW, Dr. <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs> für Wien<lb/>
und MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> wurde bei einer Sitzung vereinbart, für den Wunsch des<lb/>
südamerikanischen Reisebüroverbandes COTAL zwei Zimmer und zwei Ange<lb break="no"/>stellte zur Verfügung zu stellen. Der Wiener Fremdenverkehrsverband<lb/>
kann dafür 44 m², theoretisch 80.000 S Mietkosten pro Monat zur Verfügung<lb/>
stellen. Damit wäre von Wien ein entsprechender Anteil geleistet. Die<lb/>
Idee dieses COTAL-Büro in der ÖFVW, Margaretenstraße, zu installieren,<lb/>
scheitert, wie <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs> mitteilte, sicherlich am Einspruch der anderen Län<lb break="no"/>dervertreter, die sich bei einer Vorbesprechung schon jetzt sehr negativ<lb/>
zu der Aufwendung für das COTAL-Büro ausgesprochen haben. Die Bundeslän<lb break="no"/>dervertreter insbesondere der einzelnen Länder haben wirklich wenig<lb/>
Weitblick für zukünftige Marketingstrategien, sei es Ferner Osten, sei<lb/>
es Amerika. Denen erscheint nur ein Markt interessant, nämlich der aus<lb/>
der BRD, wo sie sicherlich, was ja allgemein bekannt ist, die meisten<lb/>
Touristen bekommen. KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> wird übernehmen mit der Bundeskammer<lb/>
zu sprechen um die Personalkosten mit dem Handelsministerium gemeinsam<lb/>
zu übernehmen. MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> wird im Finanzministerium klären, welche<lb/>
Möglichkeiten wir haben gegebenenfalls wird man eine Subvention an eine<lb/>
österreichische Konstruktion Übernahme der Gehaltsliste der zwei Ange<lb break="no"/>stellten in irgendeiner Institution mitfinanzieren. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> muß nur<lb/>
jetzt mit dem COTAL-Präsidium klären, was sie sich unter den 2 Angestell<lb break="no"/>ten vorstellen. Diesbezüglich wird er einen Brief in Spanisch den ich<lb/>
als Obmann der Fremdenverkehrswerbung unterschreiben werde, abschicken.<lb/>
Das Ganze muß sehr schnell erledigt werden, denn ich bin fest davon<lb/>
überzeugt, daß sich andere Staaten, insbesondere Spanien über dieses<lb/>
COTAL-Büro sehr bemühen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Jour fixe HK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_14">Der Klub der Handelsräte wo sowohl die westlichen als auch die Comecon-<lb/>
Handelsräte vertreten sind, laden mich immer wieder zu Vorträgen ein.<lb/>
Da ich daran interessiert bin den Handelsräten zu beweisen, daß ich<lb/>
jederzeit zu ihrer Verfügung stehe, komme ich sehr gerne. Gesponsert<lb/>
wird diese Aktivität von den Banken, diesmal war die Z dran, im alten<lb/>
Rathaus im ursprünglichen Kassensaal, der restauriert wurde und sehr<lb/>
schön als Repräsentationsraum gilt, gab es fast einen festlichen Rahmen<lb/>
Den Handelsräten erklärte ich einleitend, daß ich mich um sie mehr be<lb break="no"/>mühe als um ihre Botschafter. Diese werden ja vom Außenministerium be<lb break="no"/>stens betreut, vielleicht auch nicht, für mich aber sind wirklich die<lb/>
Handelsräte nicht nur die wichtigeren, sondern wie ich glaube auch<lb/>
die eine Betreuung dringender brauchen. In meinem Vortrag erwähnte ich<lb/>
die wirtschaftliche Situation insbesondere die Energiefrage. In einer<lb/>
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mir denken konnte und vor allem natürlich wie es mit den Freihandels<lb break="no"/>bestrebungen weitergehen wird, freimütig diskutiert. Natürlich wurde ich<lb/>
im Detail gefragt, wie es jetzt mit der Protektion der österreichischen<lb/>
Industrie bei öffentlichen Ausschreibungen weitergehen wird. Ich ver<lb break="no"/>wies zwar ein wenig demagogisch, daß ja jetzt ein Ausschreibungsgesetz<lb/>
ins Parlament gekommen ist, schon aber freimütig ergänzend, daß wir<lb/>
alle glücklich sein können, wenn nicht ein weiterer Protektionismus<lb/>
europa-, ja sogar weltweit infolge der starken Rezession Platz greift.<lb/>
meine Grundsatzerklärung war, daß die große Gefahr bei einer Rezession<lb/>
eben ist, daß man zwar im Prinzip am Freihandel festhält aber dann<lb/>
Mittel und Wege sucht um doch die eigene Industrie auftragsmäßg zu<lb/>
schützen, auch dann, wenn es den internationalen Abmachungen EG-Vertrag<lb/>
EFTA-Vertrag, GATT-Vertrag widerspricht. Einen großen Fortschritt sehe<lb/>
ich darin, wenn es gelingt die bisherigen Handelsströme einigermaßen<lb/>
aufrechtzuerhalten. Wenn ein Land liberaler jetzt ist als bisher<lb/>
dann sollte er sich nachher bei mir melden ich würde unter 4 Augen dann<lb/>
sofort sagen können, wo eben es bei ihnen ein entsprechender Protektio<lb break="no"/>nismus schon bis jetzt bestanden hat. Da ich allerdings nach dem Referat<lb/>
und der sehr langen Diskussion nicht mehr beim Buffet geblieben bin,<lb/>
hat vielleicht wirklich keiner die Möglichkeit gehabt, sich bei mir<lb/>
im konkreten Fall zu beschweren. Allerdings bin ich fest überzeugt,<lb/>
daß es kein Land gibt, wo nicht gerade jetzt im Zuge dieser Rezessions<lb break="no"/>entwicklung der Protektionismus für die eigene Industrie herrscht als<lb/>
in der doch guten Entwicklung der 70-er Jahre. Mein Credo aus dem Vor<lb break="no"/>trag und der Diskussion war ja auch, wir werden uns alle glücklich<lb/>
schätzen, wenn in den 80-er Jahren dieselbe wirtschaftliche Entwicklung<lb/>
grosso modo zu verzeichnen ist, als wir sie in den 70-er Jahren gemein<lb break="no"/>sam, sprich international und national gelöst haben. Da in diesem Han<lb break="no"/>delsräteklub Ost und West, sozialistische, kapitalistische Staaten,<lb/>
wenn man will, von Amerika über Europa bis nach Japan alle vertreten sind,<lb/>
ist dieses Forum wirklich einmalig und gibt daher auch Gelegenheit zu<lb/>
Diskussionen, die ansonsten gerade jetzt zwischen Ost und West nur sehr<lb/>
selten stattfinden. Ich nutzte daher auch die Gelegenheit um mein zwei<lb break="no"/>tes Credo darzulegen, nämlich daß eine einigermaßen befriedigende wirt<lb break="no"/>schaftliche Entwicklung nur auf der Entspannung aufgebaut sein kann.<lb/>
Ob dies allen Handelsräten paßt resp. in das Konzept ihrer Staaten<lb/>
paßt, möchte ich dahingestellt lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_15">Beim Empfang in der ägyptischen Botschaft hatte ich Gelegenheit dem<lb/>
Siemens-GD <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> Vizepremierminister <rs type="person" ref="#per__1137554">Ibrahim</rs> vorzustellen und<lb/>
gleich über die großen Telekommunikations-Projekte zu diskutieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_16">Die Ägypter haben das Gefühl, und wahrscheinlich stimmt es auch, daß die<lb/>
Detailverhandlungen zu langsam weitergehen, <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> erklärte mir<lb/>
einmal mehr, daß es eine reine Frage der Finanzierungsprobleme wieder<lb/>
ist. Dies gilt nicht nur für Österreich, sondern auch für die deutsche<lb/>
Siemens. Er hofft, daß aber jetzt Lösungen gefunden wurden, die daraus<lb/>
zu erwartenden Aufträge braucht Siemens Österreich sehr dringend. Über<lb break="no"/>haupt meinte <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger, </rs><add>[er]</add> hat jetzt große Schwierigkeiten mit der Ar<lb break="no"/>beitsplatzsicherung, dazu kommt, daß neuerdings die Untersuchungsrichte<lb break="no"/>rin <rs type="person" ref="#per__133257">Partik-Pablé</rs> in <add>[der]</add> AKH-Causa neuerdings umfangreiche Erhebungen<lb/>
durchführt. <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> ist überzeugt, daß nichts mehr gefunden wird.<lb/>
beklagt aber wahrscheinlich zu Recht, daß dadurch die geschäftlichen Ab<lb break="no"/>wicklungen im Siemens-Konzern sehr stark beeinträchtigt werden, da<lb/>
immer wieder stundenlange Verhöre und umfangreiche Unterlagen bereitge<lb break="no"/>stellt werden müssen. Der Baufortschritt am AKH wird immer schlechter<lb/>
und er fürchtet jetzt, daß es womöglich wirklich zu einer gänzlichen<lb/>
Baueinstellung kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-25_17">Wenn ich vorüber fahre, hat man von außen den Eindruck, daß es ziemlich<lb/>
zu Ende geht, tatsächlich aber würden die Inneninstallationen, die ja<lb/>
sehr teuer, aber auch sehr schnell vollendet werden sollten, scheinbar<lb/>
überhaupt nicht termingemäß gefertigt werden. Dabei stünde das Geld<lb/>
zur Verfügung, es mangelt nur an den notwendigen Durchführungsentschei<lb break="no"/>dungen. Das Ganze ist sehr unerfreulich.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Grossendorfer, Enno</persName>
               <persName><surname>Grossendorfer</surname><forename>Enno</forename></persName>
               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <persName type="label">Köberl-Burian, Charlotte</persName>
               <persName><surname>Köberl-Burian</surname><forename>Charlotte</forename></persName>
               <occupation>ÖMV, HM</occupation>
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               <persName type="label">Würzl, Anton</persName>
               <persName><surname>Würzl</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <persName type="label">Kirchschläger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Kirchschläger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Außenminister, Bundespräsident</occupation>
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               <persName type="label">Mieling, Peter</persName>
               <persName><surname>Mieling</surname><forename>Peter</forename></persName>
               <occupation>GD Shell</occupation>
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               <persName type="label">Stix, Gerulf</persName>
               <persName><surname>Stix</surname><forename>Gerulf</forename></persName>
               <occupation>FPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Partik-Pablé, Helene</persName>
               <persName><surname>Partik-Pablé</surname><forename>Helene</forename></persName>
               <occupation>Richterin</occupation>
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               <persName type="label">Bauer, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Bauer</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>GD ÖMV</occupation>
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               <persName type="label">Fälbl, Maximilian</persName>
               <persName><surname>Fälbl</surname><forename>Maximilian</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Krebs, Helmut</persName>
               <persName><surname>Krebs</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Wr. Landesfremdenverkehrsdir.</occupation>
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               <persName type="label">König, Friedrich</persName>
               <persName><surname>König</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Personalchef Unilever</occupation>
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               <persName type="label">Gatscha, Otto</persName>
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               <occupation>GD Siemens Österreich</occupation>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <occupation>Obmann Sektion FV BHK</occupation>
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               <occupation>Direktor ÖFVW</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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