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            <title type="main">Dienstag, der 23. Februar 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band63_1982-02-23</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_01">Dienstag, 23. Februar 1982<lb/>
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von der Gewerkschaft der Lebensmittelarbeiter wegen Verkaufs der Firma<lb/>
<choice><choice><sic>Bensdorf</sic><corr>Bensdorp?</corr></choice></choice> an den Deutschen <rs type="person" ref="#per__1137541">Imhoff</rs> geschrieben haben, wo wir heftigst da<lb break="no"/>gegen protestiert haben, daß man den Betriebsrat und die örtliche Gewerk<lb break="no"/>schaft, ja nicht einmal aufgrund unserer guten Beziehungen die Zentrale<lb/>
der Lebensmittelarbeitergewerkschaft verständigt hat. Er nimmt den Pro<lb break="no"/>test zur Kenntnis und verspricht, daß sich dies ändern wird. Schuld ist<lb/>
die Muttergesellschaft, der <add>[er]</add> sofort das unmögliche Verhalten mitteilen<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_04">Beim Jour fixe mit der HK teile ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mit, daß zur<lb/>
Bozener Messe Sts. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> fahren wird. Der stellvertretende General<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__116699">Walkolbinger</rs>, der die österr. Unternehmerseite führen wird,<lb/>
wird sich um sie – wie mir <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> versichert – besonders bemühen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_05">Die in den Golfstaaten und nach Saudi-Arabien fahrende Hoteldelegation<lb/>
wird von KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> geleitet werden. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist bereit, die notwendi<lb break="no"/>gen finanziellen Unterstützungen zu geben. Hauptschwierigkeit wird, daß<lb/>
Frau <rs type="person" ref="#per__123201">Klaus</rs>, die in der Hoteliervereinigung die Jungunternehmer führt, für<lb/>
Saudi-Arabien ein Visum bekommt. Das Handelsministerium wird sich über die<lb/>
saudi-arab. Botschaft in Österreich darum bemühen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie liegt der Fall?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_07">Die HK nimmt zur Kenntnis, daß das HGI den Wunsch der Bauernvertreter<lb/>
GATT-Volleipulverkonzession zu kündigen, nicht machen wird. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist<lb/>
damit einverstanden, da er jetzt bei den internen ÖVP-Marktordnungsgesprä<lb break="no"/>chen große Schwierigkeiten gehabt hat, die Wünsche der Landwirtschaft auf<lb/>
Haltungsbeschränkung wesentliche Senkung der Hühneranzahl, Ausdehnung der<lb/>
Mastkälber auf gesamte Mastrinder schwierig abwehren konnte. Angeblich<lb/>
hätte die Handelskammer gar nichts dagegen, wenn das Wirtschaftspaket<lb/>
ausläuft, d.h. über die Verlängerung keine Einigung zwischen ÖVP und SPÖ<lb/>
zustande käme. Bezüglich des Preisgesetzes, anstelle der Verlängerung ein<lb/>
neues nach dem Rute-im-Fenster-System, erklärt <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, daß hier kaum eine<lb/>
Chance besteht, positive Verhandlungen führen zu können. Die HK wird sich<lb/>
aber auch zur Preisgesetznovelle sehr negativ äußern, selbst die Sanierung<lb/>
des kalkulatorischen Preisausgleiches lehnt sie ganz entschieden ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_09"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> urgiert neuerdings, daß die Würfel- und Staubzuckerpreisregelung<lb/>
10 % Anteil nur bis zum Fabrikabgabepreis geregelt wird, d.h. die Letzt<lb break="no"/>verbraucherpreise der Preiskommission nicht mehr festgesetzt werden sollen<lb/>
Darüber hat es bei der letzten Präsidentenbesprechung zwischen <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> einvernehmen gegeben.<lb/>
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erfahren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_11">In der Diskussion über die Aussprache mit den jugosl. Wirtschaftskammer<lb break="no"/>präsidenten mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sowie dann insbesondere e. Besuches bei mir,<lb/>
wo die 35 Zollpositionen erstmals in Deutsch uns mitgeteilt wurde, rät<lb/>
die HK zur größten Vorsicht. Wie zu erwarten haben sie ihrer Diskussion<lb/>
mit den jugosl. Präsidenten zwar im Prinzip erklärt, daß man über alles<lb/>
reden kann, aber keinerlei Zugeständnisse gemacht. Ihr Argument war, das<lb/>
muß man im Handelsministerium besprechen. Auch intern sind sie nicht be<lb break="no"/>reit wirklich irgendwelche größeren Zollzugeständnisse zu akzeptieren.<lb/>
Ich gebe zu, sie haben mich schwer jetzt mit ihren Fachverbänden eine<lb/>
Lösung zu finden. Doch habe ich <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> nicht um Unklaren gelassen, daß<lb/>
wir, was immer geschieht, die Jugoslawen nicht so enttäuschen können.<lb/>
Einig sind wir uns, daß die Messekontingente wesentlich erhöht werden<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Abteilung soll unverzüglich die Verhandlungen<lb/>
darüber österreichischerseits beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_13">Bezüglich der weiteren Vorgangsweise wegen des Grenzabkommens mit Ungarn<lb/>
lehnt die HK nach wie vor eine örtliche, ähnlich dem Accordino, wenn auch<lb/>
wesentlich geringeren Umfanges und nicht so dezidiert ausgearbeitet ganz<lb/>
entschieden ab. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> glaubt allen Ernstes, mit der Zusage, man könne<lb/>
die Tokiorunde-Zollsenkungen, die ja schon zugestanden sind und im Laufe<lb/>
der Zeit kommen, vorziehen das Auslangen zu finden. Ich erklärte ihm so<lb break="no"/>fort, SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> vertritt den berechtigten Standpunkt, daß dies unzulänglich<lb/>
sei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_14">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die jugosl. und ungar. Sache<lb/>
intern weiterbesprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_15"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> zum Problem des verhandeln über das Multifaser<lb break="no"/>abkommen in Manila zugezogen. Die HK beharrt unter allen Umständen darauf,<lb/>
daß jetzt den Entwicklungsländern entkommt und bei ihnen die Gespräche<lb/>
führt. Sie meint, daß nachdem die Entwicklungsländer Beschränkungszuge<lb break="no"/><pb n="63-0217" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-23_0217.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ständnisse akzeptieren müssen, mit Recht verlangen können, daß man bei<lb/>
Ihnen nach jahrelangen Verhandlungen in Genf jetzt einmal ein Gespräch<lb/>
abwickelt. Mein Hinweis, daß selbst Fachverbandssekretär <rs type="person" ref="#per__140608">Huber</rs> vom Tex<lb break="no"/>tilverband meint, es wird sehr schwer sein, in Manila zu einem Ergebnis<lb/>
zu kommen, teilt die Bundeshandelskammer nicht. Vor allem lehnt sie aber<lb/>
ab, daß Botschafter <rs type="person" ref="#per__1137542">Posch</rs> in Manila die Verhandlungen führen kann, jeder<lb/>
Botschafter ist ja mehr oder minder bestrebt in seinem Wirkungsland den<lb/>
Wünschen dieses Landes entgegenzukommen. Da er selbst auch etliche Wünsche<lb/>
ständig hat, kann er gar nicht hart gegen die Gastgeber auftreten. Mein<lb/>
Hinweis, daß ein Botschafter aufgrund von Weisungen handelt und auch nicht<lb/>
im entferntesten bereit ist und es auch gar nicht kann, irgendwelche eigene<lb/>
Zugeständnisse zu machen, wird nicht akzeptiert. Die Bundeskammer beharrt<lb/>
darauf und ersucht mich nachdrücklichst MR <rs type="person" ref="#per__116916">Waas</rs> auch dann, wenn es 40.000,–<lb/>
S dem Handelsministerium kostet, zu entsenden. Ich stelle sofort fest, daß<lb/>
wir diesen Betrag nicht aufbringen können, daß vor allem aber ein gefähr<lb break="no"/>liches Präjudiz entsteht. Wir müssen daher eine Finanzierung suchen, die<lb/>
letzten Endes indirekt die HK mitträgt. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> glaubt nach wie vor, daß<lb/>
man bei dieser Gelegenheit auch Korea, Indien und Thailand besuchen könnte<lb/>
um dort die Multifaserverhandlungen zu führen. Ich erkläre der HK, daß ich<lb/>
bereit bin noch einmal mit SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> über diese Frage eingehend zu be<lb break="no"/>sprechen, wir dann letzten Endes den Vorschlag der HK akzeptieren, mache<lb/>
ich darauf aufmerksam, daß sie allein dann für diesen eventuellen Mißerfolg<lb/>
ausschließlich die Verantwortung tragen. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist sehr erstaunt, daß ich<lb/>
nicht autoritär entscheide, sondern erkläre das noch einmal mit SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs><lb/>
zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_16">Vor dem Ministerrat informiere ich Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> über diese Ausspra<lb break="no"/>che. Dieser erklärte mir dezidiert, er hätte den österr. Botschafter in<lb/>
Manila angewiesen, er müsse alles daransetzen, daß die Philippinen noch<lb/>
einmal in Genf diese Multifaserverhandlungen weiterführen. Er hat eine<lb/>
seinerzeitige Zusage, daß man in Manila verhandeln könnte, zwar gemacht,<lb/>
sieht aber ein, daß schon allein, wenn es zu keinem Erfolg kommt, dieses<lb/>
gefährliche Präjudiz zuletzt wegen der auflaufenden Kosten verhindern<lb/>
soll und eben in Genf so wie bisher immer weiterverhandelt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_17">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sich mit dem Außenamt in Ver<lb break="no"/>bindung setzen, Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_18">Sts. <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> erklärt mir vor dem MR, daß er mit der Nationalbank wegen des<lb/>
Rundschreibens DDR-Zahlungsfähigkeit gesprochen hat. Dir. <rs type="person" ref="#per__97873">Rieger</rs> hat aus<lb break="no"/>drücklich festgehalten, daß ein solches Rundschreiben von ihnen nicht er<lb break="no"/>gangen ist. Daß aber die Nationalbank sehr wohl eine sehr restriktive<lb/>
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GD <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs>, Österr. Kontrollbank, von dem scheinbar dieses Rundschreiben<lb/>
stammt, das ein österr. Unternehmer Sts. <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> gezeigt hat, sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97873">Rieger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_20">In der Ministerratsvorbesprechung berichtet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, daß er jetzt von<lb/>
einem gewissen <rs type="person" ref="#per__1137543">Schreiber</rs> in den 50er Jahren in <choice><choice><sic>Kattbri</sic><corr>?</corr></choice></choice> Schokoladeskandal<lb/>
verwickelt, ein Schreiben bekommen hat, wo auf die mehreren israelitischen<lb/>
Gemeinden in Österreich verwiesen wurde. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> teilt dazu mit, daß<lb/>
sehr wohl der Verfassungsdienst sich mit dem Problem beschäftigt hat, der<lb/>
<del>neue</del> Vorsteher der jüdischen Gemeinde, bis jetzt Präsident <rs type="person" ref="#per__1137544">Pick</rs>,<lb/>
ein Sozialist, <del>bis</del> jetzt <rs type="person" ref="#per__1137545">Hacker</rs>, vertritt natürlich eine andere Politik in<lb/>
der Kultusgemeinde. <rs type="person" ref="#per__1137544">Pick</rs> hat die Orthodoxen zu sehr vernachlässigt, weshalb<lb/>
die Orthodoxen jetzt, unter sich allerdings auch sehr uneinig, wie Innen<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> feststellt, eine andere Kultuspolitik machen wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_21"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kommt dann sofort auf den Brief des Präs. <rs type="person" ref="#per__132669">Djuranovic</rs> an ihn, wegen<lb/>
Kreditgewährung zur Sprache und fragt, was das Handelsministerium dazu<lb/>
denkt, nachdem der Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> in Ungarn ist. Ich verweise<lb/>
darauf, daß noch immer fürs Karawankentunnel österr. Zusage der Kontroll<lb break="no"/>bank 1,1 Mrd. S, 300 Mio. jetzt von Jugoslawen dazu bereitgestellt,<lb/>
500 Mio. fehlen noch, auch eine Finanzierungsfrage ist. Darüber hinaus<lb/>
wünschen die Jugoslawen aber insbesondere einen freien Kredit, den<lb/>
ausschließlich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> noch besprechen muß. Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs><lb/>
verweist darauf, daß auch sein jugosl. Vis-a-vis <rs type="person" ref="#per__1137546">Vrhovec</rs>, mit denen nur<lb/>
die Madrider Nachfolgekonferenz besprochen hat, ebenfalls auf den<lb/>
<rs type="person" ref="#per__132669">Djuranovic</rs>-Brief wegen Kreditgewährung verwies. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs><lb/>
die Briefbeantwortung noch besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_22"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird jetzt mit allen Direktoren der verstaatl. Betriebe und Banken<lb/>
Kontaktgespräche führen. Als erstes hat er mit den GD <rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs>, VMW, und<lb/>
anschließend daran mit Betriebsräten aus Berndorf-Ranshofen verhandelt.<lb/>
Die Aluminiumpreise sind gesunken. In Zukunft werden sie ein bißchen stei<lb break="no"/>gen. Es hat aber eine riesige Fehlplanung gegeben, die Velden-VW-Produktion<lb/>
hätte nicht nach Wien gehört, 11 Mio. S entstehen Mehrkosten, weil man in<lb/>
Ranshofen abkühlen muß, dann in Wien wieder die Bahn aufwärmen. Von Böhler<lb/>
übernommene Gießerei muß jetzt von VMW verbessert werden. Die ÖIAG wird<lb/>
500 Mio. S für VMW bereitstellen müssen. Das Berndorfer Tal hat immer<lb/>
Schwierigkeiten gehabt und kommt jetzt, obwohl der LR <rs type="person" ref="#per__127029">Höger</rs> von NÖ, der<lb/>
sich dafür sehr interessiert, weil er von dort stammt, nicht aus der<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_23">Ich bin sehr verwundert, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> überhaupt nichts über die <choice><choice><sic>beabsichtig<lb break="no"/>te</sic><corr>Absicht</corr></choice></choice> ein Aluminiumwerk dort zu errichten erwähnt. Entweder hat er es ver<lb break="no"/>gessen, was bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ziemlich unwahrscheinlich ist, oder er wollte es<lb/>
nicht wegen der Umweltschutzfrage zur Sprache bringen, um nicht den Ge<lb break="no"/>sundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> weitere Schwierigkeiten zu machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_24">Mit GD <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> von der Länderbank besprach er deren Sanierung. Diese<lb/>
stellt sich vor, daß die Pleitebetriebe Eumig, Österr. Klimatechnik usw.<lb/>
vom Staat übernommen werden. Dies kommt nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> überhaupt nicht in<lb/>
Frage. Die Leichen, wie er sich ausgedrückt hat, bleiben bei der Länderbank.<lb/>
Wer dies zu verantworten hat, der muß es auch weitertun. Wenn man die<lb/>
Länderbankdirektoren vielleicht aufgrund der Prüfungsberichte dann doch<lb/>
vor Gericht stellt, würden die Richter womöglich feststellen, wenn der<lb/>
Staat alles übernommen hat, es ist gar kein Schaden erwachsen. Das Finanz<lb break="no"/>ministerium aber auch die Österr. Nationalbank wird ein bißchen mehr die<lb/>
Banken kontrollieren müssen. Der Vorstand der Länderbank war auch im<lb/>
Aufsichtsrat der Elin, von der Elin ist ein noch furchtbarerer Bericht zu<lb/>
erwarten. Damit kann aber die ÖVP <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht schrecken, im Aufsichtsrat<lb/>
war der Präs. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs>, Vorsitzender-Stellvertreter, allerdings SC <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs>,<lb/>
der ihm immer sagt, es <add>[sei?]</add> in Elin alles in Ordnung. Aber auch von der Länder<lb break="no"/>bank war GD <rs type="person" ref="#per__113125">Erndl</rs>, sein Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__118869">Koliander</rs> im Aufsichtsrat. Vorstands<lb break="no"/>sprecher der Elin war der ÖVP-Mann <rs type="person" ref="#per__113018">Kohlruß</rs>. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wurde vor Jahren schon<lb/>
durch eine Buchhalterin auf die Zustände bei der Elin aufmerksam gemacht.<lb/>
Er hat dieses Schreiben <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> gegeben, der ihm erklärte, <rs type="person" ref="#per__113018">Kohlruß</rs> hat ihm<lb/>
dies schriftlich dann auch mitgeteilt, daß alles in Ordnung ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
sagte, er wurde angelogen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_25"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kam auf die Energiesituation zu sprechen und meinte, niemand weiß,<lb/>
wie lange diese derzeitige Überschußsituation bei Kohle, Öl usw. anhält.<lb/>
Letzteres ist insbesondere von der politischen Entwicklung im mittleren<lb/>
Osten abhängig und ein Krieg Israel – Syrien ist heute wahrscheinlicher<lb/>
denn je.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_26">In Amerika gibt es jetzt schon harte Kritik an der Administration <rs type="person" ref="#per__126232">Reagans</rs>.<lb/>
Die polls, heißt Meinungsbefragungen, zeigen immer schlechtere Ergebnisse.<lb/>
Auch die schlechten Beziehungen Europas zur neuen Administration erwähnt<lb/>
er. Beim Pressereferee, wo er aber dann über die <choice><choice><sic>Gossal</sic><corr>?</corr></choice></choice> des Obmanns der<lb/>
Soz. Jugend <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs>, daß Amerika die größere Gefahr für den Frieden darstellt<lb/>
als die Sowjetunion, kanzelt er wieder <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> ab. <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> könne sehr leicht Ameri<lb break="no"/><pb n="63-0220" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-23_0220.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ka kritisieren, da er doch keine Verantwortung trägt. In Österreich werden<lb/>
jetzt die soz. Ökonomen, insbesondere Universitätsprofessoren, bei neuen<lb/>
Verhandlungen integriert. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> wird sie führen und die entsprechenden<lb/>
Vorschläge zusammenfassen und ausarbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_27">Die Jänneraktionen der Bundesregierung greifen noch nicht. Es herrscht<lb/>
eine große Verdrossenheit wegen der hohen Arbeitslosigkeit. Das Konferenz<lb break="no"/>zentrum muß noch anders und noch besser in der Öffentlichkeit vertreten<lb/>
werden. Das ÖVP-Gutachten von Prof. <rs type="person" ref="#per__117678">Tichy</rs> bezieht sich nur auf die Bau<lb break="no"/>arbeiten und nicht auf die Zulieferer. Das Fernsehen und die Massenmedien<lb/>
bringen die Pleite <add>[von]</add> Herlango mit 200 Beschäftigten, niemals aber wenn etwas<lb/>
Positives weiterschreitet wie z.B. General Motors. Er urgiert neuerdings,<lb/>
daß die Regierung dort einen Besuch abstatten sollte, damit man darüber<lb/>
dann auch berichten muß. Jetzt muß die notwendige Wahlwerbung unter Auf<lb break="no"/>klärung der Bevölkerung erfolgen, im nächsten Jahr ist es zu spät. Die<lb/>
VP hat jetzt auch durch den Wohnbauskandal ein weiteres Tief zu verzeich<lb break="no"/>nen. Notwendig erscheint ihm aber, daß auch in Österreich bei der SPÖ eine<lb/>
Remoralisierung eintritt. Derzeit entscheiden sich viele SPÖ-Wähler zur<lb/>
Wahlenthaltung. Überraschend für ihn ist, daß jetzt auch in Deutschland<lb/>
bei der dortigen gewerkschaftseigenen Wohnbaugesellschaft Neue Heimat<lb/>
sich ebenfalls Gewerkschaftsfunktionäre oder Manager bereichert haben.<lb/>
Fragt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>, ob er nicht jetzt schon den Bestechungsversuch an<lb/>
die SPÖ für einen schon abgewickelten Auftrag mit 20 Mio. S erwähnen soll<lb break="no"/>te. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> ist darüber nicht sehr glücklich und es wird daher über Details<lb/>
nichts gesagt, da sich <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> auch nicht äußert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_28"><rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs> erinnert daran, daß Austria Email an Elin verkauft wurde, ein Teil<lb/>
des Ottakringer Areals aber steht leer, dafür müssen sie angeblich 104 Mio.<lb/>
S Zinsen an die CA zahlen. 300 Beschäftigte in Breitensee wären gesichert,<lb/>
wenn endlich jetzt die CA einen Teilverkauf zuließe. Ein Unternehmer hätte<lb/>
für 10 Mio. einen Teil übernommen, die CA besteht aber darauf, daß das<lb/>
ganze Areal um 70 bis 80 Mio. verkauft wird. <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> ergänzt, daß die Gemein<lb break="no"/>de Wien nicht bereit ist, Unterstützung für Betriebsabsiedlungen zu geben.<lb/>
wie dies bei Austria Email der Fall war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_29"><rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> meint, daß das Konferenzzentrum besonders als Arbeitsbeschaffung<lb/>
stärker herausgestrichen gehört und daß aber nach seiner Information die<lb/>
Mitte Februar Arbeitslosenziffer nicht mehr gestiegen sind. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragt<lb/>
Sts. <rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs>, nachdem <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> nicht anwesend ist, diese weiß aber nichts<lb/>
und kann nur beantworten, daß 1981 um 8000 mehr weibliche Beschäftigte<lb/>
mehr gezählt werden konnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_30"><rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> berichtet, daß die Meinungsumfragen jetzt eindeutig zeigen, <choice><choice><sic>was</sic><corr>daß?</corr></choice></choice><lb/>
man in der Vergangenheit die Sozialisten als Problemleser mit 70 % positiv<lb/>
bewertet, jetzt sind wir auf 35 % gefallen. Die VP hat allerdings nur 19 %,<lb/>
trotzdem wir jetzt dieses Sonderbeschäftigungsprogramm im Jänner verkün<lb break="no"/>det haben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint dazu, die Leute sind ja recht deppert, sie sehen<lb/>
5,4 % Arbeitslosigkeit, weil die ganze Aktion zu wenig energisch durchge<lb break="no"/>zogen wird. Hier bezieht sich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, ohne daß er es sagt, immer wieder<lb/>
auf die unzulängliche Vorziehung der Bauaufträge, insbesondere im Bauten<lb break="no"/>ministerium.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_31"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bringt dann das Problem zur Sprache, daß der Bundesrat jetzt ent<lb break="no"/>sprechende Einsprüche machen kann und er jetzt z.B. auch Entschließungen an<lb/>
die Bundesregierung richtet, die man kontern müßte. Er stellt sich vor, daß<lb/>
eine entsprechende Antwort von der Regierung oder den betreffenden Mini<lb break="no"/>ster erfolgen sollte. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> meint, das sei deshalb unzweck<lb break="no"/>mäßig, weil dann entsteht im Bundesrat eine entsprechende Diskussion<lb/>
zwischen Regierung, Regierungsmitgliedern und dem Bundesrat. Dieser kann<lb/>
dann auch immer wieder, weil er die Mehrheit hat, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und andere<lb/>
Minister <choice><choice><sic>inzitieren</sic><corr>in den Bundesrat zitieren?</corr></choice></choice>. Er möchte, daß wir gegen diese Bundesratsentschließun<lb break="no"/>gen der Nationalrat dann entsprechende Entschließungen insbesondere bei<lb/>
Beharrungsbeschlüssen das Pendant zum Bundesrat soll der Nationalrat sein<lb/>
und nicht die Regierung. Damit ist <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_32"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> urgiert bei <rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs>, daß man ihrerseits vielmehr darauf verweisen<lb/>
muß, daß jetzt im Konferenzzentrum z.B. wenn es nicht gebaut wird, für die<lb/>
Elektroindustrie und damit auch für die Arbeiter und Angestellte 1 Mrd. S<lb/>
Aufträge verlorengehen. Für die Textilarbeiter die Teppichbespannung, für<lb/>
die Holzarbeiter die Möbel usw. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> erklärt, es wird jetzt eine<lb/>
Sekretärskonferenz der Metallarbeiter und nächste Woche der Zentralvorstand<lb/>
stattfinden, wo sich die Gewerkschaft für das Konferenzzentrum besonders<lb/>
engagieren wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_33"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> teilt mit, daß das Volksbegehren von der ÖVP im Mai aufliegen wird.<lb/>
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Bahn beabsichtigt eine beschränkte Ausschreibung zu machen. Die OÖ Genos<lb break="no"/>sen aber, Alpine, Waagner-Biro, Porr wünschen eine freihändige Vergabe.<lb/>
Diese würde 3–4 Wochen dauern, die beschränkte Ausschreibung nur 4–6<lb/>
Wochen, die 2 Wochen mehr maximal muß man aber akzeptieren. Die Steyr<lb break="no"/>talbahn wird mit 1. März auf alle Fälle eingestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_35">Sts. <rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs> berichtet, daß jetzt fast 35 Mrd. Polenhilfe Nationalfonds<lb/>
liegen, die Caritas aber weitere 35 Mrd. hat. Sie fragt, ob die Begrenzung<lb/>
der Verdoppelung nicht zeitlich oder vielleicht betragsmäßig festgelegt<lb/>
werden müßte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verweist sofort wieder auf Gespräche, die man mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> darüber führen muß. Er selbst steht auf dem Standpunkt, daß Öster<lb break="no"/>reich jetzt für die Entwicklungshilfe, die in seinem Ressort ist, nicht<lb/>
mehr viel leisten kann, weil Österreich 1,5 Mrd. S für Flüchtlinge zu<lb break="no"/>sätzlich ausgeben mußte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_36"><rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> berichtet, daß es jetzt Schwierigkeiten in Guatemala mit der dortigen<lb/>
österr. Schule, ein Entwicklungshilfeprojekt, sondern für wohlhabendere<lb/>
Leute errichtet, gibt. Die guatemaltekische Regierung wünscht, daß eben ein<lb/>
Kulturabkommen, das <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> bis jetzt abgelehnt hatte, unbedingt unterzeich<lb break="no"/>net wird, weshalb sie den Schulbetrieb behindern. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stimmt zu,<lb/>
daß trotzdem nicht das Kulturabkommen mit Guatemala unterschrieben wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_37">Sts. <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> hat mich vorher aufmerksam gemacht, daß jetzt auch im Aufsichts<lb break="no"/>rat der Verbundgesellschaft neben der Ablöse des Sekretärs <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> durch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs> auch das Finanzministerium anstelle des pensionierten SC<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126990">Neudörfer</rs> jetzt den SC <rs type="person" ref="#per__137296">Heller</rs> im Aufsichtsrat der Verbund wünscht. Da ja<lb/>
bei der Vorbesprechung auch die Zentralsekretäre anwesend sind, diesmal<lb/>
allerdings nur <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>, berichte ich darüber in der Vorbesprechung, damit<lb/>
die Partei nicht sagen kann, sie hat davon gar nichts gewußt. Darüber gibt<lb/>
es keinerlei Diskussion. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs>, der den Finanzminister vertritt, kommt<lb/>
nur nachher mit dem Finanzministeriumsakt zu mir, wo dieselbe auch vorge<lb break="no"/>schlagen wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_38">Im Ministerrat wird dies dann auch sofort beschlossen und nur die Gebarung<lb/>
des Wasserverbandes Mürzverband, Rechnungshofüberprüfung, auf Antrag <rs type="person" ref="#per__97511">Haidens</rs><lb/>
zurückgestellt, weil er und andere Ministerien sich noch prinzipiell dazu<lb/>
äußern wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_39">Nach dem Ministerrat kann ich der Fotografin <rs type="person" ref="#per__1137547">Jelinek</rs>, die <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> sehr<lb/>
genau kennt und als gute Fotografin bezeichnet, nicht entgehen. Sie muß<lb/>
für den ORF einige modernere Bilder von mir bringen, angeblich sind alle<lb/>
sonst schon sehr überaltert. Vor 10 Jahren aufgenommen und sie selbst, aber<lb/>
scheinbar auch der ORF wollen nicht neue Fotos, wie sie ganz besonders<lb/>
seinerzeit die Pressefotografin <rs type="person" ref="#per__1137548">Pflaum</rs> praktizierte, macht. Da sie mich<lb/>
auch noch während der Arbeit fotografieren möchte, habe ich ihr zugesagt,<lb/>
dann einmal, wenn sie mich nicht stört, natürlich auch ins Ministerium<lb/>
kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_40">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte Termin mit ihr dann vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_41">Die AMC, teuerste Geschirrproduktion Europas, hat, weil bis jetzt nur<lb/>
Handelsware nach Österreich geliefert wurde. Ihr Kochbuch "Bon Appetit"<lb/>
dem Wiener Verlag in Himberg übertragen. Man ersuchte mich zur Präsentation<lb/>
zu kommen, was ich deshalb gerne getan habe, weil mich die Druckanstalt<lb/>
schon lange sehr interessiert. Ursprünglich sollte auch in dieses Gelände<lb/>
nach Himberg die Donauland-Bücherei gehen. Der Grund ist schon gekauft,<lb/>
die Investitionen wurden aber dann nicht mehr getätigt. AMC beschäftigt<lb/>
jetzt 550 Mitarbeiter und KR <rs type="person" ref="#per__149780">Ellend</rs> hat mir 1971 schon versprochen, er<lb/>
wird sich bemühen, auch in Österreich eine Produktion aufzuziehen. Der<lb/>
deutsche Produktionsmanager <rs type="person" ref="#per__1137549">Wildwei</rs> war ebenfalls anwesend und ich habe<lb/>
ihn selbstverständlich auf dieses Versprechen erinnert. Der Generalmanager<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137550">von der Tecke</rs> wird von meinem Wunsch unverzüglich verständigt. Dankens<lb break="no"/>werterweise habe ich darauf hingewiesen, daß eine Zusage schon mit dem<lb/>
Holztranchierblöcken, die ihm jetzt ein Auftragsvolumen von 4,5 Mio. S<lb/>
gebracht haben, die 1. Produktion nach Österreich gekommen ist, jetzt<lb/>
mit der Bucherzeugung die 2. Ich hoffe, daß noch weitere folgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Abteilung soll dies weiter ständig urgieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_43">Wenn AMC Produkte herstellt, dann geht es gleich in die 100.000. Von den<lb/>
Holztellern werden es 220.000 sein, wovon 190.000 exportiert werden. Bei<lb/>
den Büchern ist die Erstauflage 100.000, die auch im größten Teil in <add>[den]</add> Export<lb/>
geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_44">Der Teppichfabrik Eybl in Ebergassing überreichte ich das Staatswappen.<lb/>
Der zugrundegegangene ehemalige Besitzer <rs type="person" ref="#per__140321">Wilhelm</rs> hatte dies bereits<lb/>
1971 erhalten. Jetzt ist Eybl unter neuer Führung, neuer Gesellschaftsform,<lb/>
weshalb es notwendig war, neuerdings das Staatswappen zu überreichen.<lb/>
Die neue Leitung hat auch mit Unterstützung des Handelsministeriums erreicht,<lb/>
daß die Autoteppiche, sprich in Wirklichkeit vorgeformte dem Auto genau<lb/>
angepaßte Innenausstattungsteppiche eine große Zukunftschance für Eybl gibt<lb/>
Nach ihren vorgelegten Unterlagen müssen sie noch fast an 100 Mio. S in<lb break="no"/>vestieren und Betriebsmittel erhalten. Die FGG prüft derzeit, mit dieser<lb/>
neuen Produktion können sie aus den roten Ziffern kommen. Große Schwierig<lb break="no"/>keiten gibt es jetzt mit den Japanern. Diese sind wegen der Aluminiumliefe<lb break="no"/>rungen unter Anrechnung an <choice><choice><sic>Autotiefeteile</sic><corr>?</corr></choice></choice> sehr verärgert. Ich erkläre der<lb/>
Geschäftsleitung und vor allem auch dem Gewerkschaftsobmann BR <rs type="person" ref="#per__115611">Steinle</rs> so<lb break="no"/>wie dem Betriebsräten dezidiert, daß diese Aluminiumbarren, wenn überhaupt<lb/>
nur in diesem Jahr in beschränkten Umfang angerechnet werden. Das Finanz<lb break="no"/>ministerium hat noch immer nicht endgültig unterschrieben und für 1983<lb/>
gibt es kein Kontingent mehr. Über diese Äußerung ist die Firma sehr zu<lb break="no"/>frieden. Eybl hofft, daß auch in Libyen ein größeres Geschäft zustande<lb break="no"/><pb n="63-0224" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-23_0224.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>kommt und ersucht mich in die Delegation nach Tripolis aufgenommen zu wer<lb break="no"/>den. Dies sage ich sofort zu. Ich weiß, daß MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> große Bedenken hat,<lb/>
wenn wir sozusagen die reine Beamtendelegation durch entsprechende Unter<lb break="no"/>nehmervertreter wie er glaubt abwerten. In meinen Augen ist es dagegen eine<lb/>
Aufwertung. Schlimmsten Falles bin ich bereit, MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> die Konzession zu<lb/>
machen, daß man die Firmenvertreter als Spezialexperten in die Delegation<lb/>
zwar aufnimmt, aber gesondert ausweist. Auch bei der ägypt. Delegation hat<lb/>
mir gefallen, daß auch dort ein Großbäckereivertreter offizielles Mitglied<lb/>
ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_45">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-23_46">Die Loba Chemie in Schwechat und in Heiligenstadt hat auch durch Gesell<lb break="no"/>schaftsvertragsänderung eine Wiederholung der Staatswappenauszeichnung<lb/>
bedurft. Der Besitzer Dr. <rs type="person" ref="#per__111716">Löw-Beer</rs> hat mir freudig seinen Betrieb gezeigt.<lb/>
Er kann mit den großen Chemiekonzernen, überhaupt nur existieren, in dem<lb/>
er sogenannte Entwicklungschemikalien erzeugt. Dies sind ganz kleine<lb/>
Tranchen von sehr teuren Spezialchemikalien, die man für die Forschung und<lb/>
Entwicklung braucht, die in der Produktion für die großen Chemiebetriebe<lb/>
höchst <choice><choice><sic>patische</sic><corr>?</corr></choice></choice> usw. uninteressant sind. Der Betrieb ist außen in einem<lb/>
furchtbaren Zustand, anlagenmäßig aber, soweit ich es als Laie feststellen<lb/>
kann, ganz gut ausgerüstet. Interessant für mich war nur, daß man jetzt<lb/>
aufgrund des Wasserrechtes eine entsprechende Kläranlage um etliche Millionen<lb/>
einbauen mußte. Früher ist dies alles gleich von den einzelnen Produktions<lb break="no"/>stätten, der Betrieb liegt auf einer Insel, in den Vorfluter gelassen wor<lb break="no"/>den. Angeblich haben die Fische das alles überstanden. Ich wundere mich<lb/>
immer wieder, wie man früher umweltschutzmäßig sehr leichtfertig Genehmi<lb break="no"/>gungen gegeben hat. Dies hat sich Gott sei Dank jetzt geändert, obwohl es<lb/>
hohe Kosten verursacht und von den Betrieben sicherlich nur sehr schwer<lb/>
zu tragen ist.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 23.2.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 122. Ministerratssitzung, 23.2.1982</head>
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