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            <title type="main">Montag, der 22. Februar 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band63_1982-02-22</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_01">Montag, 22. Februar 1982<lb/>
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Kreditgewährung für Kohlelieferung abgelehnt hat. Der Spatenstich für<lb/>
die Papierfabrik Pöls, meint er, muß verschoben werden, weil die FGG erst<lb/>
den Finanzierungsbeschluß gefaßt haben muß. Er hält einen Spatenstich,<lb/>
bevor diese Sitzung stattgefunden hat, für nicht zweckmäßig, obwohl er<lb/>
fest davon überzeugt ist, daß die FGG positiv entscheiden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte entsprechenden neuen Termin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_04">Für die Fernwärmeabgabe an Esso Linz hat die VÖEST 180 Mio. S im Werk<lb/>
investiert. Die Linzer Stadtwerke ESG möchten, daß die VÖEST auch 60<lb/>
Mio. S in ihr Leitungsnetz mit investiert, was <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> entschieden<lb/>
ablehnt. Während die Verhandlungen mit ESSO verhältnismäßig leicht<lb/>
waren, geht es mit den Stadtwerken nur sehr mühsam weiter. Da insbe<lb break="no"/>sondere der Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__114604">Hillinger</rs> glaubt, er kann die VÖEST dazu<lb/>
zwingen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Die Energiesektion soll sich über den<lb/>
weiteren Vorgang informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_06"><rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> ist fest davon überzeugt, daß er jetzt das Ministahlwerk um<lb/>
4 Mrd. S in die SU sicher bekommen wird, da jetzt auch die Gaslieferver<lb break="no"/>handlungen positiv laufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_07">Bei der Eröffnung der ägyptisch-österr. Gemischten Kommission hat der<lb/>
Staatssekretär die Frage der soft loans, also der verbilligten billigen<lb/>
Kredite angeschnitten. Auch im Rahmen der Entwicklungshilfe möchte<lb/>
Ägypten eine entsprechende weitere Unterstützung. Die Kooperationen<lb/>
scheitern meistens an der Finanzierungsfrage. Bezüglich dieser Wünsche<lb/>
habe ich mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> gesprochen, der bereit ist, den<lb/>
Mitte der Woche kommenden Vizeministerpräsidenten zu empfangen. Mit<lb/>
SC <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> Bundeskanzleramt Entwicklungshilfe hatte ich eine kleine<lb/>
Sitzung mit Unterstaatssekretär vor der offiziellen Entwicklungshilfe<lb break="no"/>sitzung vereinbart, die Ägypter rechnen fest damit, ähnlich wie bei<lb/>
dem großen Telefongeschäft auch für alle anderen Projekte besondere<lb/>
Kreditkonditionen zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_08">Beim Journalistenfrühstück berichtete MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> über die 7. polnisch.<lb/>
österr. Kommissionstagung diesmal hatte er mehr über die Kohlenliefe<lb break="no"/><pb n="63-0208" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-22_0208.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>rungen aus der Sitzung erfahren ebenso über die im polnischen Plan ge<lb break="no"/>strichenen 20 Investitionen und auch über die Drittländerkooperation.<lb/>
Weshalb er auch ausführlicher darüber berichtete. Über die Kohlenliefe<lb break="no"/>rungen ergab sich dann eine interessante Diskussion mit den Journali<lb break="no"/>sten, über die Wirtschaftsgespräche mit den Ägyptern überhaupt nichts.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_09">Dr. <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs> hat sehr geschickt eine Analyse der Exportwirtschaft durchge<lb break="no"/>führt. Natürlich hat er sie und damit war ich sehr einverstanden sehr<lb/>
positiv dargestellt. Auch hier gab es diesmal eine Diskussion die posi<lb break="no"/>tive Darstellung entspricht ganz meiner Auffassung, ich halte einen<lb/>
Teil der Arbeitslosigkeit auf die Tatsache zurückführend, aus der pessi<lb break="no"/>mistischen Grundstimmung bedingt. Wenn ein Unternehmer ununterbrochen<lb/>
hört, die Krise ist jetzt noch nicht ganz da, es wird noch viel ärger,<lb/>
wenn man dann gleichzeitig von ihm verlangt, womöglich er soll die<lb/>
Arbeitskräfte nicht abbauen, so hat er dazu gar keine Veranlassung.<lb/>
Früher als er damit rechnen konnte, daß nach der Winterarbeitslosigkeit<lb/>
wieder eine leichte Konjunktur zumindestens einsetzen wird. war er<lb/>
bereit seine Arbeitskräfte über die 2 Monate manchmal hat es sogar<lb/>
länger gedauert, geringere Beschäftigung trotzdem zu halten.Jetzt<lb/>
steht er auf dem Standpunkt er bekommt seinen Facharbeiter wahrschein<lb break="no"/>lich sowieso wieder weshalb er eben durch das Gejammer mitbedingt frei<lb break="no"/>setzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_10">Überraschend für mich war eigentlich auch, daß Österreich mit der Export<lb break="no"/>zuwachsrate 6 % nach Finnland schon an zweiter Stelle vor allen OECD-<lb/>
Staaten fungiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_11">Ich habe <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs> ersucht, er soll einmal im Monat solche Analysen vorberei<lb break="no"/>ten und vor der Presse referieren. Wir einigten uns darauf, daß<lb/>
wahrscheinlich die Investitionsgüterindustrie der nächste zweckmäßige<lb/>
Vortrag wäre. Ich habe diesbezüglich auch seinen Abteilungsleiter <rs type="person" ref="#per__107953">Bu<lb break="no"/>chauer</rs> informiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte überlege ob dies von der Statistik<lb/>
her ein guter Vorschlag ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_13">Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> berichtet über die sehr erfolgreich abgelaufene ofm. 120<lb/>
000 Besucher, die sich insbesondere durch eine spezifische Nachfrage<lb/>
nach ihrem Urlaub auszeichneten. Ein Trend zu Ferienwohnungen und Urlaub<lb/>
am Bauernhof, die Hälfte der Besucher auch beim Filmfestival wo man<lb/>
gratis Filme ansehen konnte. Mich wundert eigentlich, daß es nicht mehr<lb/>
<pb n="63-0209" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-22_0209.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gewesen sind, erstmals konnten auch bei dieser Ferienmesse Buchungen<lb/>
vorgenommen werden. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> hat über diese Ergebnisse nicht im Detail<lb/>
berichtet, obwohl sie mich zumindestens sehr interessiert hätten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie sind die Buchungen gelaufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_15">Beim Mittagessen mit dem jugoslawischen Präsidenten <add>[?]</add> <rs type="person" ref="#per__1137536">Srbovan</rs> habe ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> gefragt, wie sie zum ÖVP-Beschluß, alle Politiker<lb/>
aus den Wohnbaugenossenschaften abzuziehen, stehen. Die nächste Folge<lb/>
wird sein, daß überhaupt alle Politiker aus allen Wirtschaftsunterneh<lb break="no"/>mungen entfernt werden weshalb auch die beiden diesen Beschluß als<lb/>
unüberlegt und viel zu schnell gefaßt und unzweckmäßig betrachten. Ein<lb break="no"/>mal mehr wurde mir bestätigt, daß das schlechteste ist, Beschlüsse ad<lb/>
hoc zu fassen, gar nicht zu überlegen, mein Prinzip so schwerwiegende<lb/>
Entscheidungen muß man mindestens einmal überschlafen, hätte sich hier<lb/>
wahrscheinlich auch besser ausgewirkt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_16">Die Gespräche mit dem Präsidenten und seiner Begleitung und insbeson<lb break="no"/>dere dann bei der offiziellen Sitzung im Handelsministerium brachten<lb/>
ähnlich wie mit den Ägyptern dasselbe Ergebnis. Auch die Jugoslawen<lb/>
wünschen bessere Kreditkonditionen die langfristigen Verträge können<lb/>
nur dann realisiert werden, wenn Kapitaleinlagen oder wie jetzt der<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__132669">Djuranovic</rs> an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> geschrieben hat entsprechende Kredite<lb/>
zur Verbesserung der Strukturen insbesondere aber zur Modernisierung<lb/>
der Unternehmungen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus möchten<lb/>
die Jugoslawen die weltweiten Beziehungen der österreichischen Wirt<lb break="no"/>schaft nützen und gemeinsame Verkaufsorganisationen oder Marktbearbei<lb break="no"/>tung in Dritten Ländern mit österreichischen Firmen. Die Messekoopera<lb break="no"/>tion könnte durch Erweiterung der Kompensationsquote verbessert werden.<lb/>
Hier stimme ich mit den Jugoslawen vollkommen überein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte entsprechende Schritte sofort veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_18">Jugoslawien fürchtet noch immer daß man ihre Gastarbeiter nach Hause<lb/>
schickt. In Jugoslawien selbst werden sie in den Betrieben zweite<lb/>
und dritte Schichten einführen um die Arbeitslosigkeit teilweise aufzu<lb break="no"/>saugen. <rs type="person" ref="#per__1137536">Srbovan</rs> war sehr beruhigt von mir zu hören, daß der Sozialmini<lb break="no"/>ster schon nach dem letzten Besuch von Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> mir<lb/>
versichert hat, diesbezüglich bräuchten sich die Jugoslawen nicht äng<lb break="no"/>stigen. Ein radikales Nachhauseschicken wird er nicht veranlassen. Die<lb/>
Jugoslawen überreichten mir eine Liste von 35 Zollpositionen, die auf<lb break="no"/>grund des Art. 6 Zollgesetzes, Zollermäßigung bekommen sollten. Mit<lb/>
Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> hatte ich vereinbart, daß man höchstens in<lb/>
paar Positionen machen könnte. Verständlicherweise haben sie die Jugo<lb break="no"/><pb n="63-0210" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-22_0210.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>slawen zu einer wirklichen kleinen Liste nicht durchringen können. Wir<lb/>
haben daher dieselbe Situation wie 1980 da haben sie 50 Positionen<lb/>
eingereicht und 2 bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_19">Die Aussprache des Präsidenten der jugosl. Wirtschaftskammer mit dem<lb/>
Handelskammerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und seinen Leuten verlief wie man mir<lb/>
mitteilte sehr freundschaftlich aber nichtssagend. Die Handelskammer<lb/>
hat sich alles angehört und dann immer erklärt, das wird das Handels<lb break="no"/>ministerium entscheiden. Da ich überzeugt bin, wir müssen den Jugosla<lb break="no"/>wen hier entgegenkommen, bin ich sehr gespannt, wie viel von den 35<lb/>
Positionen die Handelskammer tatsächlich bereit ist zuzustimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die 2 Positionen, die wir genehmigt haben,<lb/>
und max. 1/2 Dutzend der neuen Liste mit der Handelskammer so schnell<lb/>
als möglich vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_21">In der Sektionsleitersitzung wurde mitgeteilt, daß die Dienstreisen,<lb/>
die lt. Tangente 8,33 im Jänner ausmachen könnten, für Inland 5,09<lb/>
und für Ausland 4,07 betragen. Auch die Repräsentationskosten mit 3,7<lb/>
liegen unter der Tangente. Anders ist das Problem bei den Überstunden.<lb/>
Hier hätte die Zentralverwaltung 8 Mio. S fürs ganze Jahr, bis 22. Februar<lb/>
wurden bereits über 2 Mio. ausgegeben, Patentamt 3,7, 764.000, Bergbe<lb break="no"/>hörde 1,6 Mio., 212.000 ausgegeben. Das ganze Ressort hat also 13,4 Mio.<lb/>
und hat über 3 Mio. das sind 23 % schon ausgegeben. SC <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> wird<lb/>
jetzt mit den einzelnen Sektionen nicht nur Gespräche führen, sondern<lb/>
deren Vorschläge jetzt sofort durchführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_22">Bezüglich unserer Personalfragen sind wir mit 6 1/2 über dem Stand. Die<lb/>
Zentralverwaltung hat 608 und 4 Jugendliche die Bergbehörde 53, das<lb/>
Patentamt 260, insgesamt also 921 und 4 Jugendliche, also 925 lt. Dienst<lb break="no"/>plan tatsächlich haben wir 931 1/2. Mit recht hat sich SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> be<lb break="no"/>schwert, daß er die meisten Einsparungen vornehmen mußte und jetzt für<lb/>
den nach Genf zur EFTA-Mission kommenden <rs type="person" ref="#per__131469">Komaz</rs> Schwierigkeiten hat<lb/>
Ersatz zu bekommen. Der Präsidialist <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> hat vorgeschlagen den<lb/>
Univ.-Ass. <rs type="person" ref="#per__1137537">Herzog</rs> mit 90 Tagen Dienstzustellung sofort zu übernehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_23">Auch für die OB wird jetzt <rs type="person" ref="#per__1137539">Stineder</rs> zur Berghauptmannschaft Wien ver<lb break="no"/>setzt, <rs type="person" ref="#per__1137538">Ujvari</rs> ? wird in die Abteilung 9 aufgenommen, Dr. <rs type="person" ref="#per__1137540">Klein</rs> von der<lb/>
Berghauptmannschaft Wien bleibt bis September dort und kommt erst dann<lb/>
zu MR <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_24">Im Begutachtungsverfahren für fremdlegislative Stellungnahmen werden<lb/>
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Äußerungen zeitgerecht mitteilen, damit den anderen Ministerien Ge<lb break="no"/>spräche angeboten werden können. Ich halte eine Gesprächsführung mit<lb/>
den zuständigen Referenten in einem anderen Ministerium für wichtiger<lb/>
als eine lange gegenteilige negative Stellungnahme zu dessen Vorschlag.<lb/>
In den vergangenen Jahrzehnten haben meine Amtsvorgänger den anderen<lb/>
Weg beschritten, das Handelsministerium hat dutzende Seiten von nega<lb break="no"/>tiven Stellungnahmen insbesondere gegenüber dem Sozialministerium abge<lb break="no"/>geben und dort wurden diese nicht einmal gelesen, sondern nur schubla<lb break="no"/>diert.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte das genau beobachten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_26">Der Wunsch von Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>, daß zum Abschluß des Multifaserab<lb break="no"/>kommens eine österreichische Delegation nach Manila reisen soll, bein<lb break="no"/>haltete, wie SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> mitteilte, eine große Gefahr. Abgesehen davon, daß<lb/>
die Reise 40.000 S für den Handelsministervertreter kostet, hat der<lb/>
Fachverbandssekretär vom Textilverband Dr. <rs type="person" ref="#per__140608">Huber</rs> mitgeteilt, es besteht<lb/>
die größte Wahrscheinlichkeit, daß es zu gar keinem Abschluß eines<lb/>
Abkommens kommt. Dies wäre dann ein ungeheures Präjudiz, die anderen<lb/>
Entwicklungsländer würden ebenfalls verlangen, daß stets die Delegation<lb/>
zu ihnen fährt, dies würde Zeit und Geld kosten und die Abschlußmöglich<lb break="no"/>keit würde dadurch nicht steigen, sondern im Gegenteil sinken. Bis jetzt<lb/>
war es so, daß in Genf die entsprechenden Gespräche geführt wurden. Ich<lb/>
werde neuerdings mit <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> darüber verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Nächsten Ministerrat erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_28">Die Zollprobleme mit Ungarn, ähnlich der mit Jugoslawien sollten nach<lb/>
Meinung <rs type="person" ref="#per__108322">Meisls</rs> auf der politischen Ebene weitergeführt werden. Dies<lb/>
habe ich entschieden abgelehnt, einen diesbezüglichen Briefentwurf von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> auch dahingehend abgeändert. Wenn auf der politischen Ebene eine<lb/>
solche Entscheidung fällt, dann richtet sie sich ganz automatisch gegen<lb/>
die Intentionen der Bundeshandelskammer, dies würde zu einer schweren<lb/>
Auseinandersetzung führen, die letzten Endes äußerst gefährlich wäre.<lb/>
Ich halte daher den anderen Weg für zweckmäßiger, SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> soll mit den<lb/>
anderen Ministerien entsprechende Verhandlungen führen und das Kompromiß,<lb/>
der dort herauskommt mit den Interessensvertretungen gemeinsam gegenüber<lb/>
den Burgenländern vertreten. Ich hoffe, daß LH <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> dann auch diesem<lb/>
Kompromiß zustimmen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dränge auf diese Lösung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_30">Bezüglich der Vereinbarung zwischen dem Handelsgremium und der Industrie<lb break="no"/>sektion, Fachverband Textil, auf Erhöhung der Einfuhrscheingrenze von<lb/>
4000 auf 10.000 S verlangte ich, daß gleichzeitig im Prinzip der Textil<lb break="no"/>industriewunsch, Einführung des Zeichens Made in Austria, dahingehend<lb/>
vereinbart wird, daß wenn die EG ihren Entwurf inkraft setzt automatisch<lb/>
der österreichische auch inkraft tritt. SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> teilt mit, daß die<lb/>
Industriesektion der Handelskammer nicht einer Erhöhung der Einfuhr<lb break="no"/>scheingrenze zugestimmt hat sondern ein Präsidialbeschluß der Bundes<lb break="no"/>handelskammer gegen die Industrie vorliegt. Für mich ist überraschend,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__113096">Placek</rs> über den letzten Stand gar nicht informiert wurde Dort<lb/>
hat nämlich angeblich die Handelssektion in einer eigenen Vereinbarung<lb/>
mit dem Textilfachverband sehr wohl die 10.000 S Kompromiß genau be<lb break="no"/>schlossen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Beschluß genau feststellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_32">SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> teilt mit, daß bei der Bürges auch im Jänner die Ansuchen<lb/>
stark zurückgegangen sind Stammaktion -27 %, Fremdenverkehrssonder<lb break="no"/>kreditaktion, Gewerbestrukturverbesserung -40 %, Existenzgründung von<lb/>
61 Mio. auf 38 Mio., Komfortzimmeraktion von 4,8 auf 1,9 Mio., nur die<lb/>
jederzeit warme Küche hat um 25 % zugenommen ist aber vollkommen unin<lb break="no"/>teressant.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_33">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> ersuchen, daß jetzt die Frage des<lb/>
Gesetzes gegen die gefährlichen Produkte, nicht wie Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> vom VKI<lb/>
vorschlägt nach einer Husch-Pfusch-Regelung noch in dieser Legislatur<lb break="no"/>periode geschaffen wird, sondern daß eben ein seriöser Entwurf mit den<lb/>
Sozialpartnern in den Hauptpunkten vereinbart von uns ausgearbeitet<lb/>
wird. Ebenso muß es zu der Messepreisgesetzauszeichnungsregelung kom<lb break="no"/>men. Die vom Justizministerium vorgesehene Gastwirtehaftung auf das<lb/>
50-fache der Pension oder Übernachtung wird als zu hoch von <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> abge<lb break="no"/>lehnt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_34">Die WTBO, Wirtschaftstreuhänderberufsordnung, wird jetzt im Unterausschuß<lb/>
des Handelsausschusses verhandelt. Das Finanzministerium hat vorgesehen,<lb/>
daß bei Steuervergehen eines Wirtschaftsprüfers oder Steuerprüfers die<lb/>
Konzession entzogen werden soll. Die Wirtschaftstreuhänder, insbesondere<lb/>
auch der Sozialist <rs type="person" ref="#per__116393">Bechinie</rs>, meinen, bei den Anwälten wird dies in Dis<lb break="no"/>ziplinarverfahren geregelt und dies möchte er auch für die Treuhänder<lb/>
und Wirtschaftsprüfer. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> unterscheidet hier ob es such um kleine<lb/>
Zollvergehen, Vergessen von Wein zu deklarieren oder um wirkliche Steu<lb break="no"/>erhinterziehung oder Abgabenhinterziehung handelt. Dieses Problem wird<lb/>
<pb n="63-0213" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-22_0213.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>im Rahmen des Parlaments zu verhandeln und letzten Endes zu beschließen<lb/>
sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_35">Die Energiesektion kann vor der nächsten Unterausschußsitzung über die<lb/>
Fernwärme nicht mehr eine Länderbesprechung abhalten. Mit den einzelnen<lb/>
Ländern wurde aber vereinbart, daß der Entwurf noch in die Begutachtung<lb/>
geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_36">Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> berichtet vom Patentamt, daß jetzt die Novelle des Patent<lb break="no"/>gesetzes aufgrund der Entschließung des NR beim Inkrafttreten des EPÜ<lb/>
erfüllt wird. Die Wünsche der Patentanwälte wurden berücksichtigt<lb/>
die Service und Dokumentationsleistung für die Unternehmer wesentlich<lb/>
erweitert. Als Handelsminister soll ich in Hinkunft eine Verordnungs<lb break="no"/>ermächtigung bekommen, wonach bilaterale Vereinbarungen, jetzt läuft<lb/>
eine mit der DDR nicht mehr gesetzesändernd, sondern durch die Verord<lb break="no"/>nungsermächtigung eben ich gleich ohne Ministerratsbeschluß genehmigen<lb/>
kann. Bezüglich der Einreichung von Erfindungen wird festgehalten, daß<lb/>
nicht nur die englische oder französische Sprache sondern auch aufgrund<lb/>
des bilateralen Vertrages mit der SU russisch in Hinkunft gelten kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_37">Bezüglich der Beziehungen INPADOC – EPÜ hat es in München eine Aussprache<lb/>
gegeben, wenn die INPADOC, Dr. <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs>, weiterhin existieren will, müßte<lb/>
sie 20 bis 200 Mio. S in eine neue EDV investieren. Die Franzosen haben<lb/>
z.B. sofort 60 Mio. fr für ihr Institut zur Verfügung gestellt. Ich kann<lb/>
mir nicht vorstellen, daß der Finanzminister diese großen Mittel auf<lb break="no"/>bringt, eher erwarte ich, daß er doch den Vorschlag von Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs><lb/>
akzeptiert, dieser meint, er könnte notfalls die Arbeit der INPADOC ohne<lb/>
Investitionen übernehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_38">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte vorsichtig im Büro vom Finanzminister vor<lb break="no"/>fühlen, wie dieser sich die Endlösung ohne entsprechende Einmischung<lb/>
unsererseits vorstellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_39"><rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> ist fest davon überzeugt, daß die Grundpreisauszeichnung jetzt<lb/>
ohne Koppelung mit dem Preisgesetz möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_40">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte nimm dich dieser Sache besonders an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_41">In die ERP-Fremdenverkehrsfachkommission soll anstelle des entlassenen<lb/>
Direktors des Verkehrsbüros Dr. <rs type="person" ref="#per__112998">Sokol</rs> nach Vorschlag <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs><lb/>
von der ÖFVW kommen. Überraschend hat nur SC <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> mitge<lb break="no"/>teilt, daß bereits die Entscheidung gefallen sei und ein anderer dafür<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-22_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> verbinden.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 22.2.1982</head>
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               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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