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            <title type="main">Dienstag, der 16. Februar 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band63_1982-02-16</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_01">Dienstag, 16. Februar 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_02">Beim Jour fixe in der Handelskammer entschuldigt zuerst <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> den<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, der mit seinem Kniegelenk zum Arzt gehen mußte.<lb/>
Überraschend ist er dann doch sehr bald erschienen, ständig vom Schmerz<lb/>
geplagt mußte er sich sein Knie wieder einmal Punktieren lassen, un<lb break="no"/>wahrscheinlich, was dieser Mann in dieser Beziehung leistet. Staats<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und mir ringt dies eine große Achtung ab. Er ersuchte<lb/>
uns, daß wir endlich einen gemeinsamen Termin für eine Zusammenkunft<lb/>
bei ihm festlegen sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte nur ein Wochenende vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_04">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wurde von mir persönlich zur Gemischten Kommission<lb/>
nach Tripolis vom 26.-28. März eingeladen, er hat akzeptiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_05"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> erkundigt sich über unsere Reaktion zum Rechnungshofbericht über<lb/>
die ÖFVW und insbesondere deren Echo in einzelnen Zeitungen. Er war<lb/>
auch überrascht zu erfahren, daß hier der Rohbericht ohne die einver<lb break="no"/>nehmlich mit den Vertretern der Handelskammer und Länder vereinbarte<lb/>
Stellungnahme gar nicht berücksichtigt wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie weit ist jetzt die Untersuchung über die<lb/>
Versendung des Rohberichtes an die Länder durch den Rechnungshof.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_07"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> war sehr froh von mir zu erfahren, daß bei der letzten Direkto<lb break="no"/>riumssitzung der Kompromißvorschlag bezüglich der Statutenänderung<lb/>
jetzt von mir vorgeschlagen und von allen akzeptiert wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_08">Ich versuchte <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> davon zu überzeugen, daß es zweck<lb break="no"/>mäßig ist, jetzt die Frage des kleinen Grenzverkehrs zwischen Ungarn<lb/>
und Burgenland, die alle Stellen im Burgenland wünschen durch flexible<lb break="no"/>res Verhandeln entgegenzukommen. Die Bundeshandelskammer ist nach<lb/>
wie vor der Meinung, daß es genügt, die in der Tokiorunde den Ungarn<lb/>
bilateral vorgeschlagenen Zollsenkungen jetzt neuerdings anzubieten<lb/>
die Ungarn und die Burgenländer würden dann zufrieden sein. Ich habe<lb/>
SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> diesen Vorschlag übermittelt, der allerdings nur meinte, dies<lb/>
gäbe keine Basis für eine einvernehmliche Kompromißlösung, er wird auf<lb/>
alle Fälle jetzt die diesbezüglichen Verhandlungen vorsichtigst mit<lb/>
seinem Vis a vis SC <rs type="person" ref="#per__124050">Antalpeter</rs> beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_09">Die Handelskammer hat auch große Bedenken die Vorschläge eine arabische<lb/>
Handelskammer in Österreich zu gründen, näher zu treten. Solche Kammern<lb/>
gibt es, wie <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mir berichtete, in New York, Paris, London und in<lb/>
der Schweiz. In Deutschland hat es dagegen gerichtliche Schritte ge<lb break="no"/>geben und angeblich wurde diese auch dort erfolgreich abgewehrt. Ich<lb/>
halte eine solche Politik für falsch. Natürlich wollen die Araber<lb/>
womöglich dann in Österreich entgegen dem Handelskammergesetz wo die<lb/>
Ursprungszeugnisregelung verankert ist, oder gar vielleicht Bestäti<lb break="no"/>gungen die jetzt das Handelsministerium resp. die Handelskammer den<lb/>
Firmen ausstellt um den Boykottbestimmungen der Araber zu entgehen,<lb/>
vielleicht dann selbst machen. Nur durch entsprechende Verhandlungen<lb/>
bei der Entstehung dieser arabischen Handelskammer in Österreich kann<lb/>
dies verhindert werden, ist erst einmal der Verein gegründet, gegen<lb/>
den gar niemand Einspruch erheben kann und hat er sich diese Maßnahmen<lb/>
schon <choice><choice><sic>arogiert</sic><corr>arrangiert?</corr></choice></choice>, dann wird es sehr schwer sein, dagegen etwas zu unter<lb break="no"/>nehmen. Ich hoffe, daß die Handelskammer meine Ermahnung berücksichtigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Mag. <rs type="person" ref="#per__114601">Sachs</rs> soll mir bitte berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_11"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ersuchte, daß ich jetzt den Kompromiß zwischen Textilindustrie<lb/>
und Textilhandel, den Textileinfuhrscheingrenze auf 10.000 S zu erhöhen,<lb/>
inkraft setzen sollte. Ich verlangte, daß dafür die gewünschte Made in<lb/>
Austria Lösung von der Textilindustrie auch die Handelskammer akzep<lb break="no"/>tiert. Dagegen hat <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> die größten Einwände, da er meinte, dies müsse<lb/>
zuerst von der EG insbesondere von Deutschland beschlossen werden. Ich<lb/>
verlangte, daß aber gleichzeitig eine prinzipielle Einigung zwischen<lb/>
Textilhandel und Textilindustrie auf Inkrafttreten der Made-in-Austria-<lb/>
Lösung vereinbart wird, sobald die EG oder Deutschland den dort in<lb/>
Diskussion stehenden Verordnungsentwurf inkraft setzt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meinte,<lb/>
ich sollte nicht junktimieren, Genau dies aber möchte ich machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> soll eine diesbezügliche Sitzung ein<lb break="no"/>berufen und versuchen alle Interessensvertretungen auf diese Lösung zu<lb/>
bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_13">Neuerdings versuchte ich die Handelskammer zu überreden, daß wir über<lb/>
ein ganz neues Preisgesetz, Rute im Fenster-Konzeption, Gespräche führe<lb/>
sollten, <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> folgt dieser Idee nur sehr zögernd, wollte aber wissen,<lb/>
warum wir bezüglich der Preisauszeichnung der Messen zwar eine Be<lb break="no"/>stimmung in der jetzt vorgelegten Novelle haben aber nicht bereit sein,<lb/>
<pb n="63-0178" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-16_0178.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>z.B. der Klagenfurter Handelskammer bescheidmäßig eine Ausnahme zu<lb/>
genehmigen, wie dies auch für Wien geschehen ist. Da wir den wiener<lb/>
Bescheid ja nur in Abänderung eines bereits vom Innenministerium viel<lb/>
schlechteren und vor allem gesetzlich nicht einwandfreien Bescheid<lb/>
seinerzeit abgeändert haben, steht eben SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> mit Recht auf dem<lb/>
Standpunkt, daß wir hier eine saubere <sic>gesetzlichere</sic> Lösung brauchen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat am Telefon <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> dann sehr lang und sehr breit diese Stel<lb break="no"/>lungnahme dargelegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_14">Überrascht waren <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, als ich ihnen aufgrund der Tage<lb break="no"/>buchaufzeichnungen nachgewiesen habe, daß die Kohlebevorratungsfrage<lb/>
von mir bereits vor einem Jahr am 24. Februar 1981 zum erstenmal be<lb break="no"/>richtet wurde. Das letztemal hat nämlich <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> behauptet, daß sie da<lb break="no"/>von nichts wußten, daß der Obmann der Sektion Handel, <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs>, mit mir<lb/>
diesbezügliche Gespräche geführt hat. Gelegentlich, leider viel zu sel<lb break="no"/>ten, bewähren sich ja doch die Tagebuchaufzeichnungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_15">Vor der Ministerratssitzung habe ich mit Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> über die<lb/>
Nachfolgefrage des <del>Generalsekretärs der OECD, <rs type="person" ref="#per__127901">van Lennep,</rs></del> <corr>Exekutivdir. der ECE, <rs type="person" ref="#per__114530">Stanovnik,</rs></corr> hart diskutiert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> beabsichtigt nicht, wie behauptet wird, einen Beamten seines<lb/>
Außenamtes weder <rs type="person" ref="#per__118679">Nettel</rs> noch <rs type="person" ref="#per__116049">Reisch</rs> dafür vorzuschlagen. Er hat mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> scheinbar vereinbart, daß es sich hier um eine beachtliche Per<lb break="no"/>sönlichkeit des österreichischen Kandidaten handeln soll, Univ.Prof.<lb/>
und resp. oder bedeutenden Politiker. Er glaubt ansonsten haben wir<lb/>
keine Chance dort zum Zuge zu kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107953">BUCHAUER</rs>: Versuche weiter rauszubekommen, wie und wer<lb/>
dafür vorgesehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_17">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> fragte mich und ersuchte dann ganz besonders<lb/>
darum, ob ich jetzt ohne Diskussion in der Vorbesprechung seinen Ent<lb break="no"/>wurf des Vergabegesetzes akzeptieren konnte. Ich berichtete ihm, daß<lb/>
auch die Bundeshandelskammer diesen Entwurf akzeptiert, SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> mir<lb/>
bestätigte, daß alle unsere Wünsche aufgenommen sind, daß aber im Prin<lb break="no"/>zip gar keine Chance besteht, daß das Parlament die Ermächtigung mit<lb/>
2/3-Mehrheit beschließen wird, Kompetenzen der Gemeinden, aber insbe<lb break="no"/>sondere der Länder an den Bund bezüglich der Zuschlagsmodalitäten<lb/>
abzutreten. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> ist sich vollkommen klar und erwartet gar nichts<lb/>
anderes, als daß eben daran im Parlament der ganze Entwurf scheitern<lb/>
wird. Ihm erscheint nur wichtig, daß damit die Forderung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky's</rs><lb/>
10 Punkte nach Aufdecken des AKH-Skandals einer davon davon erfüllt<lb/>
ist. Die Bundeshandelskammer hätte großes Interesse daran, vom rein<lb/>
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bei allen öffentlichen Stellen eingeführt werden könnte. Sie sieht aber<lb/>
allein aus den Kompetenzfragen keine Chance auf Realisierung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_18"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beginnt die Vorbesprechung indem er Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> für<lb/>
seine Intervention in Madrid bei der KSZE-Tagung gratuliert, weil<lb/>
auch in der Öffentlichkeit dieser Erfolg von ihm und Österreich beson<lb break="no"/>ders herausgestrichen wurde. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> flüstert mir zu, leider wird dies<lb/>
nur sehr kurz halten. Zwei amerikanische Administrationsleute <rs type="person" ref="#per__1137566">Wick</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__1137565">Gene Rostow</rs> berichtete<add>[-n?]</add> <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die Genfer Abrüstungsgespräche<lb/>
Die USA wollen mit der SU ins Geschäft kommen, für Österreich wäre<lb/>
dies ungeheuer wichtig, da dann vielleicht doch die Entspannungsperio<lb break="no"/>de kommen könnte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> spricht sich ganz entschieden gegen die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs>-Theorie des isolierten limitierten Atomschlages aus. Dies ist<lb/>
ein Unsinn, denn jeder Atomschlag geht ins Feindgebiet und löst sofort<lb/>
einen Gegenschlag aus. Sein Berater <rs type="person" ref="#per__140403">Victor Weisskopf</rs> hat ihm berichtet<lb/>
von einer Vorsprache unter Führung des Nuntius in Amerika bei <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs>,<lb/>
dieser hat sie nicht einmal niedersetzen lassen, sondern stehend ihr<lb/>
Petit angehört. Die jetzt von <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> vorgeschlagene Nulloption sei<lb/>
nichts als ein übles Spiel, mit dem man gar nichts erreichen kann.<lb/>
Gespräche werden dringend notwendig dem stehen aber die Gerede von<lb/>
Außenminister <rs type="person" ref="#per__128854">Haig</rs> und Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__134239">Weinberger</rs> entgegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_19">Der Tod <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__116351">Suslow</rs> ist für die SU ein schwerer Verlust. <rs type="person" ref="#per__116351">Suslow</rs> war das<lb/>
Gehirn von <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew</rs> auch dann wenn er ideologisch gar nicht eine so<lb/>
potente Figur gewesen ist. Die SU befindet sich dadurch in einer Perso<lb break="no"/>nalkrise. <choice><choice><sic>Maleur</sic><corr>?</corr></choice></choice> sei aber die amerikanische Administration.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_20">Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> in Deutschland hat jetzt durch die Vertrauens<lb break="no"/>frage die Koalition gerettet, alle haben ja fast für ihn gestimmt,<lb/>
der alte Streit aber in der SPD ist sofort wieder aufgebrochen. Nur ein<lb/>
Beschluß <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs>, die Raketenstationierung solle erst dann erfolgen,<lb/>
wenn aus den Verhandlungen kein Ergebnis rauskommt, also das sogenannte<lb/>
Moratorium wird wieder durch den Zusatzbeschluß, niemand soll aus dem<lb/>
Beschluß einen Vorteil erwarten, defacto aufgehoben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_21"><rs type="person" ref="#per__112985">Begin</rs> bereitet einen militärischen Schlag gegen Syrien vor, er möchte<lb/>
im Libanon, um die PLO militärisch zu zerschlagen, gegebenenfalls bis<lb/>
Beirut vordringen. Dies ist insbesondere eine israelische Rettungs<lb break="no"/>aktion des Regimes. In dieser Phase dann eine Parlamentswahl bringt<lb/>
ihm einen überragenden Sieg. Vier Männer sinds, die in Israel diese<lb/>
Politik machen, <rs type="person" ref="#per__112985">Begin</rs>, <rs type="person" ref="#per__1137564">Shamir</rs>, <rs type="person" ref="#per__149489">Sharon</rs> und <rs type="person" ref="#per__1137567">Eitan</rs>. Weder die Amerikaner<lb/>
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Irgendwo muß er mit Irakern verhandelt haben, denn diese zweifeln an<lb/>
seiner Theorie. <add>[Dem]</add> Irak hat aber <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gleich mitgeteilt, daß wir in<lb/>
Österreich Angst vor dem arabischen Terror von Splittergruppen haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_22">Die französische Politik erscheint ihm undurchsichtig. Auf der einen<lb/>
Seite liefern sie Waffen an Nicaragua und stellen sich damit gegen<lb/>
die USA, andererseits machen sie, obwohl sie nicht NATO-Mitglied sind,<lb/>
die amerikanische Politik mit. Deutschland sollte in der Polenfrage<lb/>
nicht die Fahne tragen, weil sonst der Deutschenhaß, der wegen des<lb/>
zweiten Weltkrieges in Polen herrscht, nur <rs type="person" ref="#per__134205">Jaruzelski</rs> zugute kommt. Die<lb/>
österreichische Polenpolitik wird von Europa akzeptiert nur die USA<lb/>
haben wieder einmal Bedenken. Dort will man den US Banken die Zinsen<lb/>
für die Polenkredite abgelten, und gleichzeitig Polen durch Fällig<lb break="no"/>stellung der Kredite in den Bankrott treiben. Diese Politik wird Öster<lb break="no"/>reich nicht mitmachen, er meinte, sowohl er als auch der Finanzminister<lb/>
und ich werden ja jetzt mit der polnischen Vertretung bei der Gemisch<lb break="no"/>ten Kommission Gespräche führen müssen. Er wird sehr kurz und bündig<lb/>
und kühl ein Gespräch mit dem Delegationsleiter führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_23">LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> hat ihm jetzt bezüglich des Konferenzzentrums ein Gutachten<lb/>
des Prof. <rs type="person" ref="#per__117678">Tichy</rs> geschickt. Dieser war auch in der Vergangenheit vom<lb/>
Finanzministerium unter der <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>-Aera als Gutachter herangezogen<lb/>
worden, sehr teuer <del>ist</del> und dessen Gutachten, insbesondere das über das<lb/>
UNO-Konferenzzentrum, ein Skandal sei. Dort wird behauptet, es könnten<lb/>
höchstens 1.711 Beschäftigte mit dem ungeheuer großen Finanzaufwand<lb/>
Arbeit finden, nach Berechnung von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sind es aber 3.998. Es<lb/>
soll ein Gegengutachten des Prof. <rs type="person" ref="#per__117679">Frisch</rs> von der Technischen Universi<lb break="no"/>tät und eines gewissen <rs type="person" ref="#per__1137568">Nevental</rs> geben. Insgesamt in den Jahren derzeit<lb/>
nur 287, 85 aber dann 2.392 Beschäftigte würden in der Summe 12.000<lb/>
Beschäftigte beim Konferenzzentrum arbeiten können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_24">Die ÖVP regt sich für diesen Finanzaufwand ca. 8 Mrd. S sehr auf. Für<lb/>
die Überbauung der Franz-Josefs-Bahn durch die Fa. Konstruktiva, GD <rs type="person" ref="#per__146350">Haas</rs>,<lb/>
wo die Baugesellschaft von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, Neue Reformbau, beteiligt ist, wird<lb/>
kein Wort verloren. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat nichts dagegen, daß dort die CA, Welt<lb break="no"/>handelshochschule, Zoologisches Institut aber auch die Polizei und<lb/>
die Post sich durch Kaufmiete einquartieren werden. Der Bau dort aber<lb/>
macht 10 Mrd. S, mit der Finanzierung 20 Mrd.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_25">Neben dem Konferenzzentrum wird jetzt mindestens 1, vielleicht sogar<lb/>
2 Hotels errichtet. Dies ist für Wien ungeheuer wichtig, dagegen wird<lb/>
<pb n="63-0181" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-16_0181.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sich natürlich wieder die Fremdenverkehrswirtschaft sowie seinerzeit<lb/>
auch bei den Ungarnhotelbauten aussprechen. Landeshauptleute lassen<lb/>
sich jetzt kostspielige Annoncen gegen das Konferenzzentrum viel Geld<lb/>
kosten, dort tritt aber sofort die gewerkschaftliche Landesexekutive<lb/>
dagegen auf, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr lobend bemerkte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_26">Über die nächsten Parlamentstage meinte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, er wird jetzt den AKH-<lb/>
Bericht geben und zwar als Bundeskanzler weil ihn der Nationalrat in<lb/>
der Entschließung dazu aufgefordert hat obwohl er gar keine Kompetenz<lb/>
dafür besitzt. Die ÖVP wird eine harte Diskussion führen um ihre Affäre<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137523">Rauchwarter</rs> zu überdecken. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> meint, der Wirtschafts<lb break="no"/>sprecher der ÖVP und gleichzeitige Handelskammerpräsident vom Burgen<lb break="no"/>land <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs> möchte versuchen, daß dies nicht wieder so wie im Sommer 80<lb/>
zu der harten Konfrontation mit damals ÖAAB Obmann <rs type="person" ref="#per__97641">Kohlmaier</rs> kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_27"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kommt dann auch auf den Beschwerdebrief der EVA, Prof. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs>,<lb/>
wegen der notwendigen Fortsetzung des Maßnahmenkatalogs zu sprechen.<lb/>
Ich erkläre ihm sehr energisch, <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> ist fast ein wenig schockiert,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> jetzt endlich Ruh geben soll. Es ist dem Handelsministerium<lb/>
geglückt, alle diese zeitlichen Terminisierungen, die uns ja nur größte<lb/>
Schwierigkeiten mit der Opposition bringen, können durch Einbau des<lb/>
gesamten Maßnahmenkatalogs in dem Energiebericht abgestimmt mit den<lb/>
Interessensvertretungen sogar eine einstimmige Zustimmung im Plenum des<lb/>
Nationalrates erreichen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkt zwar, wir hätten versprochen,<lb/>
daß wir diese terminlichen Maßnahmen immer wieder korrigieren werden.<lb/>
Ich hoffe, daß es mir geglückt ist durch ganz energischen Widerspruch<lb/>
einer solchen Politik ihn davon zu überzeugen, daß es besser ist, die<lb/>
von mir eingeleitete Energiesparpolitik des Jahres 74, die jetzt erste<lb/>
Erfolge zeigt, fortzusetzen. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dezidiert, daß es<lb/>
sehr schwer ist die Interessensvertretungen, Handelskammer, Gewerk<lb break="no"/>schaftsbund, aber vor allem auch jetzt dann sehr bald die Länder davon<lb/>
zu überzeugen, daß sie an die EVA Mitgliedsbeiträge zahlen sollen und<lb/>
von dort nichts als wie Schwierigkeiten zu erwarten haben und keiner<lb break="no"/>lei Unterstützung in diesem Verein sehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_28">NR <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> hat vorgeschlagen, jetzt ein Jahr der älteren Generation<lb/>
in Österreich zu starten, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, er sollte diese Idee einmal<lb/>
in der Ministerratsvorbesprechung vortragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_29"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet über die Polenflüchtlinge. Jetzt beginnen andere Staate<lb/>
doch ein größeres Kontingent zu nehmen und die Überprüfung ist ange<lb break="no"/>laufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_30"><choice><choice><sic>Das</sic><corr>Beim?</corr></choice></choice> Volkszählungsergebnis 81 muß<add>[man?]</add> sich <choice><choice><sic>wie</sic><corr>es?</corr></choice></choice> genau überlegen, wenn<add>[man?]</add> es<lb/>
es anfechtet. Die politischen Konsequenzen bei einer eventuellen<lb/>
Aufhebung seien unübersehbar. Wenn die Volkszählung wiederholt werden<lb/>
muß, kostet dies nicht nur viel Geld, sondern würde dann bezüglich des<lb/>
Finanzausgleiches, wo die Bevölkerungszahlen normal 10 Jahre halten<lb/>
und dadurch die weiteren Abwanderungen erst sehr spät in Wien berück<lb break="no"/>sichtigt werden, dann eben 83 oder 84, wenn man sie wiederholen muß,<lb/>
neuerlich für Wien ein schlechteres Ergebnis bringt. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> hat auch<lb/>
als stellvertretender Wiener Parteiobmann diesbezüglich mit Bürgermei<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> gesprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_31"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, man muß auch die Städteinteressen bei den Volkszählungs<lb break="no"/>ergebnissen verstehen, <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> und <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> berichten, daß alles ge<lb break="no"/>schehen ist, um Städteinteressen bei Interventionen schnell zu erledi<lb break="no"/>gen. Bezüglich der Polenflüchtlinge meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, es herrscht eine<lb/>
furchtbare Stimmung dagegen in der Bevölkerung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_32"><rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> verweist darauf, daß jetzt bezüglich der Rückziehung von Poli<lb break="no"/>tikern aus den Genossenschaften General <choice><choice><sic><rs type="person" ref="#per__127907">Norbert Klaus</rs></sic><corr>Hellmuth Klauhs</corr></choice></choice> für die Raiffei<lb break="no"/>senorganisation dies ablehnt und meint, diese bekämen keine öffentli<lb break="no"/>chen Mittel. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> meint von seinen 3 1/2 Mrd. Subvention der Agrarier<lb/>
im Budget gehen 80 % über die ländlichen Genossenschaften, nur 20 %<lb/>
über Gewerbebetriebe. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagt sofort, das muß <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> auch im Presse<lb break="no"/>foyer mitteilen, sowie auch <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> über die Flüchtlingsfragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_33"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schlägt vor, die Regierung soll jetzt bei General Motors in<lb/>
Aspern einen Besuch machen, bei derzeit 15.000 arbeitslosen Metall<lb break="no"/>arbeitern sei gerade dieser Betrieb mit 3.000 Beschäftigten sehr<lb/>
wichtig und richtig entschieden worden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_34"><rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>, der jetzt den Vorsitz im Europarat führt, fragt an, ob man 500.000<lb/>
S Repräsentationsausgaben aufwenden sollte, um das Ministerkomitee im<lb/>
November, das letztemal 1977 in Lissabon, jetzt doch auch von Straß<lb break="no"/>burg nach Wien bringen sollte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist sofort dafür.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_35">Im Ministerrat gibt es wieder einmal bei der Tagesordnung keine einzige<lb/>
Wortmeldung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_36">Das Arbeitsessen mit der iranischen Wirtschaftsdelegation verläuft<lb/>
eigentlich nichtssagend, in der Frage der beabsichtigten Exporte aber<lb/>
positiv. Der Vizeminister <rs type="person" ref="#per__1137569">Jakhut Fam</rs> hat in Deutschland studiert und<lb/>
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Mrd. erhöht durch Zukauf von 300.000 to Rohöl, durch die Multis BP und<lb/>
Shell ist unsere Einfuhr auch auf 1,5 Mrd. gestiegen, davon 1,2 Mrd. das<lb/>
Erdölgeschäft. Dies kam mir bei dem 4-Augen-Gespräch mit dem Vizemini<lb break="no"/>ster sehr zustatten. Er meinte allerdings, wir sollten auch andere<lb/>
Waren aus dem Iran beziehen, außer ein paar Nüsse und Teppiche gibt es<lb/>
aber defacto nichts zu kaufen. Die Iraner setzten ihre allgemeine Poli<lb break="no"/>tik, Fortführung der Revolution aber insbesondere Wirtschaftspolitik<lb/>
Erfüllung ihrer Pläne, die ihr Parlament beschlossen hat unbeachtet<lb/>
aller wirtschaftlichen oder politischen Entwicklung fort. Da sie noch<lb/>
immer mit größeren Repressalien der Amerikaner rechnen, wollen sie sich<lb/>
nur wenig wie möglich mit Großmächten einlassen. Dies gilt auch für die<lb/>
SU. Nichts desto weniger finden scheinbar jetzt Gespräche über Gaslie<lb break="no"/>ferungen an die SU statt. Details wußte er allerdings keine.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_37">Die Firma Vesely hat wegen nicht zeitgerechter Lieferung von iraki<lb break="no"/>schen Holzlieferungen einen Prozeß mit der DDSG, die sowjetische Seite<lb/>
lehnt, obwohl angekündigt, eine amikale Lösung ab. Die DDSG ist aber<lb/>
hier nur imstande mit der sowjetischen Schiffahrtslinie gemeinsam vor<lb break="no"/>zugehen. Ich verspreche <rs type="person" ref="#per__1137570">Vesely</rs> und erfülle es dann sofort dem russi<lb break="no"/>schen Vizeminister <rs type="person" ref="#per__123355">Iwanow</rs> vom Handelsministerium eine diesbezügliche<lb/>
Information zu übergeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_38"><rs type="person" ref="#per__123355">Iwanow</rs> spricht mit dem Handelsrat bei mir vor, vorher hat Dir. <rs type="person" ref="#per__116951">Schnei<lb break="no"/>der</rs> von der CA befürchtet, daß sie bei mir verlangen, der ehemalige 10-<lb/>
Mrd.-S-Kredit, 2 1/2 Mrd. noch offen, 7 % Verzinsung, sollte aufgestockt<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__123355">Iwanow</rs> ist mit meinem Vorschlag, wir müßten so wie in der Ver<lb break="no"/>gangenheit ein neues Finanzkreditabkommen schließen sofort einverstan<lb break="no"/>den. Mehr oder minder zeichnet sich auch ab, daß wir die 7,8 % Verzin<lb break="no"/>sung, die auch die Italiener, Franzosen und Deutschen akzeptiert haben,<lb/>
ebenfalls akzeptieren müssen. Die Behauptung, die Schweiz hat 8 % er<lb break="no"/>reicht, stimmt nicht. Ich verständige über diese Aussprache sofort Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116951">Schneider</rs> von der CA.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_39">Ing. <rs type="person" ref="#per__97787">Nouza</rs>, Fa. Avanti, möchte eine Zollermäßigung. Da er jetzt schon<lb/>
einen Anteil von 10 % hat aber keinerlei aggressive Politik mehr macht,<lb/>
sondern eben um 20 bis 30 Groschen automatisch billiger ist als die teu<lb break="no"/>ren Multipreise resp. ÖMV-Preise, sehe ich dazu gar keine Veranlassung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_40">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Besprich dies bitte mit dem Finanzminister<lb break="no"/>büro.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_41">Dir. <rs type="person" ref="#per__1137571">Wagner</rs>, Fa. Rosenbauer, hätte ein großes Ägyptengeschäft von 700<lb/>
Mio. S, fraglich ist nur die Finanzierung. MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> wird dies bei der<lb/>
nächsten Gemischten Kommission zur Sprache bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Man soll mit der Kontrollbank die Finanzierungs<lb break="no"/>möglichkeit klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_43">Auf der Landstraße hat der Direktor der Krankenkasse <rs type="person" ref="#per__115613">Dragaschnig</rs><lb/>
bei unseren Sektionsleitern referiert und dann eine harte Diskussion<lb/>
zu bestehen gehabt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-16_44">Gott sei Dank mußte ich zu den Spaniern. Dort begann so wie üblich<lb/>
das Abendessen nach 9 Uhr. Der spanische Botschafter hatte die gute<lb/>
Ausrede, er hat auf mich gewartet. Eine größere Delegation von Fremden<lb break="no"/>verkehrsleuten ist nach Wien gekommen, weil jetzt eine Ausstellung über<lb/>
Mallorca eröffnet wird und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann sogar die Auszeichnung der<lb/>
Insel Mallorca persönlich vom Bürgermeister und der Delegation überreicht<lb/>
bekommt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, und dies habe ich bei meiner Ansprache auch gesagt,<lb/>
ist für Mallorca wirklich der beste Propagandist. Die Spanier, und dies<lb/>
konnte ich dann beim Essen und insbesondere nachher beim Kaffee ein<lb break="no"/>deutig feststellen, sind von der ÖFVW und der Art unserer Fremdenver<lb break="no"/>kehrspolitik begeistert. Sie wünschten sich für Spanien dieselben Er<lb break="no"/>folge.<lb/>
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            <head>Nachtrag TO 120. Ministerratssitzung, 16.2.1982</head>
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               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
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               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
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               <persName><surname>Frisch</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Ökonom</occupation>
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               <persName><surname>Sachs</surname><forename>Johann</forename></persName>
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               <persName><surname>Graf</surname><forename>Robert</forename></persName>
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               <persName><surname>Pahr</surname><forename>Willibald</forename></persName>
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               <occupation>Sts. BKA</occupation>
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               <occupation>Mitglied d. ZK d. KPdSU</occupation>
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               <occupation>ÖVP-NR-Abg., ÖVP-GS</occupation>
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