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            <title type="main">Dienstag, der  9. Februar 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band63_1982-02-09</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_01">Dienstag, 9. Februar 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_02">Beim Jour fixe in der Handelskammer berichtete ich über die Aussprache<lb/>
mit dem Philipsvorstand aus Eindhoven und GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs>, Philips Wien. Philips<lb/>
ist nicht bereit eine zollfreie Einfuhr der Farbfernsehröhren aus Japan<lb/>
für die Firma Grundig zu akzeptieren. Das Präsidium der Handelskammer<lb/>
hat ja beschlossen 300.000 Stück zollfrei der Fa. Grundig zu gewähren.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hoffen, daß es mir gelingt, <rs type="person" ref="#per__126281">Max Grundig</rs> zu überzeu<lb break="no"/>gen, daß dies nicht möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_03"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> berichtet mit, daß in Italien jetzt zur Krisenbevorratung in<lb/>
Triest auch die Öltransportgesellschaft Tal statt 20 % 30 % ihrer Öl<lb break="no"/>mengen lagern müssen, bei 20 % hat die deutsche und auch die österrei<lb break="no"/>chische Seite keinen Einspruch erhoben, weil sich dies ungefähr mit<lb/>
ihrer Menge deckt, die sie aus betriebswirtschaftlichen Gründen sowieso<lb/>
dort lagernd haben. Jeder Prozent mehr belastet aber ihre Kalkulation<lb/>
weshalb sie ersuchen, daß wir dagegen bei der italienischen Seite Schritte<lb/>
unternehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Sektion V und II sollen sofort den Fall<lb/>
genau untersuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_05"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> regen sich furchtbar auf, daß die Kohlenbevorra<lb break="no"/>tung, die der Obmann der Sektion Handel, <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs>, dem Handelsministerium<lb/>
vorgeschlagen hat, sozusagen ihre Handelskammerorganisation sprengt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meint, wenn ich mit einzelnen Teilorganisationen, ohne daß<lb/>
die Bundeshandelskammer eingeschaltet wird Gespräche führe, müßte dies<lb/>
zu einer wesentlichen Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Han<lb break="no"/>delskammer und dem Handelsministerium kommen. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
war direkt erschrocken über diesen drohenden Unterton. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meinte,<lb/>
die VÖEST-Alpine hat berechnet, daß nach dem Entwurf von <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs> sie<lb/>
355.000 to Kohle lagern müßte, dies wäre eine Kapitalbindung von 1 Mrd.<lb/>
S. Ich erwiderte sofort, daß ich vor Monaten bereits über dies Not<lb break="no"/>wendigkeit der Kohlebevorratung und auch über die Absicht mit der HK<lb/>
einen gemeinsamen Entwurf auszuarbeiten gesprochen habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte in meinen Aufzeichnungen feststellen, wann<lb/>
ich dieses Problem das erstemal beim Jour fixe mit der Handelskammer er<lb break="no"/>wähnt habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_07">Mit <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> diskutierte ich die Preisgesetznovelle, während Staatssekre<lb break="no"/>tär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wie gewohnt beruhigte, der sich immer noch, da die<lb/>
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der Verhandlungen aufregte. Die Preisgesetznovelle wird von der HK eben<lb break="no"/>falls im großen und ganzen abgelehnt. Da <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> innerhalb seiner Or<lb break="no"/>ganisation auch große Schwierigkeiten hat, fürchte ich, wird sich jetzt<lb/>
das Klima im Zuge dieser Wirtschaftsgesetze und der Paketlösungen sicher<lb break="no"/>lich verschlechtern. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sagt jetzt desöfteren, er ist ein abge<lb break="no"/>hender Präsident, weshalb er z.B. auch jetzt die Konzentration aller<lb/>
Handelskammerdienststellen im Semperitgebäude durchziehen wird. Bis<lb/>
jetzt haben sich viele Beschäftigte bei ihm über die schlechte Unter<lb break="no"/>bringung beklagt, keiner will aber jetzt in das gemeinsame Gebäude im<lb/>
4. Bezirk umziehen. Dies kenne ich, denn jede Dienststelle, die von<lb/>
der Zentralstelle entfernt ist, entwickelt ein sehr schönes Eigenleben.<lb/>
Die Handelskammer hat mit der Bundesländerversicherung sozusagen das<lb/>
Semperitgebäude gegen Aufzahlung gegen die anderen Gebäude getauscht,<lb/>
nur der Stubenring soll dem Bund verkauft werden. Angeblich hat man die<lb/>
Absicht das Landwirtschaftsministerium aus dem Regierungsgebäude in das<lb/>
Handelskammergebäude umzusiedeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was wissen wir davon?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_09"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat eine Aussprache mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> über das Vergabe<lb break="no"/>gesetz gehabt. Auch gegen den jetzt vorliegenden Gesetzesentwurf hat<lb/>
die Handelskammer noch Bedenken. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist allerdings fest davon über<lb break="no"/>zeugt, daß im Parlament kaum eine endgültige Fassung gefunden werden<lb/>
wird, weil die Voraussetzung dieses Vergabegesetzes wäre, daß die Länder<lb/>
und Gemeinden ebenfalls diesem Gesetz unterliegen, dazu ist eine Ver<lb break="no"/>fassungsbestimmung notwendig, Länder und Gemeinden lehnen aber eine Kompe<lb break="no"/>tenzabtretung an den Bund in dieser Frage ab. Sie wollen diesen Problem<lb/>
in ihrem eigenen Kompetenzbereich regeln. Über dieses Vergabegesetz<lb/>
wird man daher im Nationalrat sicherlich in dieser Legislaturperiode<lb/>
nicht mehr fertig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> <add><rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> + <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs></add>: Dies erleichtert unsere negative Einstellung<lb/>
wesentlich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_11">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wird mit KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> über die Formulierung des Kompro<lb break="no"/>mißvorschlages bezüglich der Statuten der ÖFVW neuerdings sprechen. Er<lb/>
versichert mir, bis zur nächsten Direktoriumssitzung am Freitag eine<lb/>
Formulierung zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> gemeinsam <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> davon infor<lb break="no"/>mieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_13"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat mit OeNB-Präsident <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> eine Aussprache über die Export<lb break="no"/>unterstützung für Klein- und Mittelbetriebe angeblich schon besprochen,<lb/>
die Sekretariat sollten nur einen gemeinsamen Termin vereinbaren. <add>Sallinger, Kehrer, Kienzl, BM erl. [Paraphe Martin]</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_15">Der neue sowjetische Handelsrat <rs type="person" ref="#per__1137602">Stesnow</rs> urgiert bei mir neuerdings, daß<lb/>
jetzt Mitte Februar eine hochrangige sowjetische Delegation wegen Ver<lb break="no"/>handlungen über die Finanzierung des Gasgeschäftes nach Wien kommt:<lb/>
der stellvertretende Minister des Außenhandels, der stellvertretende<lb/>
Präsident der sowj. Staatsbank und ich weiß nicht, wer noch alle. Noch<lb/>
immer nicht aber sei österreichischerseits entschieden, daß die beab<lb break="no"/>sichtigte Creditanstalt als Verhandlungspartner für diese Kompensations<lb break="no"/>geschäfte akkreditiert ist. Ich habe sofort mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs><lb/>
gesprochen der mir mitteilte, er hätte ein diesbezügliches Akkreditions<lb break="no"/>schreiben an das Außenhandelsministerium Minister <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> schon ge<lb break="no"/>schickt. Sein Haus hat vergessen, daß dann auch die sowjetische Botschaft<lb/>
in Österreich abschriftlich verständigt gehört. Er wird dies sofort nach<lb break="no"/>holen, ich habe Herrn <rs type="person" ref="#per__1137602">Stesnow</rs> dann darüber sofort berichtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll sich um die weitere Vorgangsweise<lb/>
kümmern und vorsorgen, daß wir entsprechend vertreten sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_17">Mit Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> besprach ich die Differenzen zwischen Staats<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> und der Elektrizitätswirtschaft betreffend die von<lb/>
ihr gewünschten Trockenemissionswertemessungen, <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> behauptet,<lb/>
daß man sich niemals auf die Naßwerte geeinigt hätte, da diese zwar<lb/>
gleich hoch sind, in der Praxis aber natürlich wesentlich geringere<lb/>
Emissionswerte der Elektrizitätswirtschaft ergeben. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> hat sofort<lb/>
entschieden, daß sich solange nichts ändert und die Verordnung rausge<lb break="no"/>hen kann, bis, wie <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> versichert, einvernehmlich die zukünftige<lb/>
Lösung gefunden ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte entsprechendes Schreiben mit dem Nach<lb break="no"/>weis, daß man sich über die Naßwerte geeinigt hat, an <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> ausarbei<lb break="no"/>ten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_19">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> Bemerkungen zur Volkszäh<lb break="no"/>lung und Abwanderung aus Wien gemacht. Er kritisierte, daß der Wiener<lb/>
Stadtsenat eine restriktive Einbürgerungspraxis in der Vergangenheit<lb/>
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in Wien, die nicht Bürger sind und die sich um eine Staatsbürgerschaft<lb/>
beworben haben. Der ehemalige Senatsrat <rs type="person" ref="#per__1137603">Sokolovsky</rs>, der die Abteilung<lb/>
führte, hat aber besonders dann, wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> intervenierte, sich sehr<lb/>
negativ zu jedem Einwanderungsgesuch gestellt. Jetzt sind 125.000<lb/>
Wiener nach dem Westen abgewandert und Wien verliert 4 Mandate, 2 Manda<lb break="no"/>te hätte man ohne weiteres durch eine liberalere Einbürgerungspolitik<lb/>
erhalten können. Erst der Nachfolger <rs type="person" ref="#per__1137603">Sokolovskys</rs> hat hier sich ein<lb/>
wenig geändert, wodurch 3.000 Einbürgerungen erfolgten. Durch die beab<lb break="no"/>sichtigte Beeinspruchung der Volkszählung hat der Verfassungsdienst<lb/>
jetzt in einem Gutachten festgestellt, daß bei ev. Wahlen dann eine Ge<lb break="no"/>fahr für das Wahlergebnis besteht. Er übertragt diese ganze Frage dem<lb/>
Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, also dem Parlament weil, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich ausdrückt,<lb/>
keine Kompetenz dafür besitzt. Auch hier wieder die alte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Taktik,<lb/>
wenn ihm irgendetwas nicht behagt, dann sucht er eine andere Kompetenz,<lb/>
wenn er etwas machen will, dann erklärt er rundweg, das betrifft mehrere<lb/>
Leute und er hätte daher die koordinierende Kompetenz, mit Wien will<lb/>
er sich scheinbar hier nicht anlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_20">Bauunternehmen klagen, daß das Baugipfelergebnis wo man ihnen gewisse<lb/>
Versprechungen gemacht hat, nicht eingehalten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_21">Die Bundesingenieurkammer hat ihm ein Memorandum geschickt, wo sie eine<lb/>
Regelung für die freien Berufe anstrebt, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky's</rs> Theorie, es gibt<lb/>
keine österreichischen Kapitalisten, die freien Berufe haben aber einen<lb/>
ungeheuren Einfluß, weshalb man den Opinionträgern entgegenkommen soll.<lb/>
Der Verfassungsdienst wird die Wünsche der Bundesingenieurkammer prüfen,<lb/>
diese wünscht, daß Ziviltechniker bei öffentlichen Aufträgen eingeschal<lb break="no"/>tet werden. Insbesondere aber, meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, bei ausländischen Aktivitäten<lb/>
müsse man österreichische Zivilbüros stärker heranziehen. Er ersucht<lb/>
mich, ich soll mit der Bundesingenieurkammer entsprechende Gespräche<lb/>
führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> <add>Brief an I/5</add>: Bitte SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> und Präs. <rs type="person" ref="#per__117654">Werner</rs>, Bundes<lb break="no"/>ingenieurkammer, zu einem Gespräch zu mir einladen.<lb/>
<add>T. 2.3.82, 13h [Paraphe Martin]</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_23">Ein weiter Verwandter <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky's</rs>, der eine österreichische Firma betreibt,<lb/>
hat ihm mitgeteilt, daß der Untersuchungshäftling <rs type="person" ref="#per__123733">Winter</rs> Schmiergeld ver<lb break="no"/>langt hat, ansonsten die Ausschreibung so geformt wurde, daß diese<lb/>
österreichische Firma dann nicht mehr zum Zuge kommen konnte. Er hat die<lb break="no"/>sen Fall sofort Präsident <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> mitgeteilt, fürchtet aber, daß dies<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_24"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist zu Ohren gekommen, daß die OPEC jetzt Tendenz hat, ihren<lb/>
Sitz nach Genf zu verlegen. Für den Generalsekretär wurde eine Villa<lb/>
besichtigt und ein Verkauf beabsichtigt und im letzten Moment wurde<lb/>
davon Abstand genommen, weil man angeblich.weggeht. Die Gemeinde Wien<lb/>
hat OPEC kein entsprechendes Grundstück für einen Bau angeboten, die<lb/>
Nordwestbahnüberbauung ist der teuerste Grund und kommt nach OPEC-Meinung<lb/>
nicht infrage. Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> meinte, er hätte seinerzeit durch ent<lb break="no"/>sprechenden Grundtausch General Motors die Asperngründe für Wien er<lb break="no"/>möglicht, er könne sich sehr gut vorstellen, daß ebenfalls er durch<lb/>
Grundanbieten der Gemeinde Wien entgegenkommen könnte, daß bei der UNO-<lb/>
City OPEC-Gründe im Tauschweg dann zur Verfügung gestellt werden könnten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwähnt, daß der neue Generalsekretär der UNO Wien als dritte<lb/>
UNO-Stadt aufwerten möchte und einen permanenten Untersekretär nach Wien<lb/>
schicken wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_25"><rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> verweist darauf, daß er im Dezember einer Vorstandssitzung der<lb/>
Bundesingenieurkammer beigewohnt hat, diese wünschen einen verstärkten<lb/>
Einsatz bei der Bundesgebäudeverwaltung, soweit keine Kostenverteuerungen<lb/>
entstehen, ist er dazu bereit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_26">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> berichtet, daß durch die Volkszählung auch 1 Mandat<lb/>
mindestens im Bundesrat verlorengeht, damit die Mehrheit im Bundesrat<lb/>
endgültig weg ist. Dies bedeutet, daß alle Gesetze vom Bundesrat beein<lb break="no"/>sprucht werden können und sicherlich auch werden, für die Budgetver<lb break="no"/>handlungen wird dies deshalb schwer sein, weil zwar das Finanzgesetz<lb/>
nicht in den Bundesrat kommt, wohl aber die ganzen Budgetbegleitgesetze<lb/>
die Regierung wird sich daher auf eine neue Zeitabfolge der Gesetzwer<lb break="no"/>dung einstellen müssen. Ständiger Einspruch, daher auch dann Beharrungs<lb break="no"/>beschluß im Plenum, monatelange Zeitverzögerung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_27"><rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> fragt, ob <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht doch vielleicht den AKH-Bericht für die<lb/>
nächste Parlamentssitzung am Mittwoch nächster Woche als Bundeskanzler<lb/>
geben möchte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stellt sofort wieder fest, er hätte keine Kompe<lb break="no"/>tenz als Bundeskanzler, weshalb es nötig ist, daß er als Bundesregierung<lb/>
diesen Bericht gibt, wobei allerdings beschlossen wird, daß keinesfalls<lb/>
alle Regierungsmitglieder auf der Regierungsbank sitzen sollen. In der<lb/>
Donnerstag Parlamentssitzung wird er dann den verstaatlichten Bericht<lb/>
geben, dort wird dann auch ein Unterausschuß für die Untersuchung<lb/>
Burgenlands eingesetzt. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> fragt auch an, ob es nicht doch noch mög<lb break="no"/><pb n="63-0147" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-09_0147.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>lich ist für einen gewissen <rs type="person" ref="#per__1137604">Jany</rs> aus der CSSR, der beim Bundespresse<lb break="no"/>dienst angestellt ist und vom Wissenschaftsministerium entsprechende<lb/>
Budgetmittel bekommen hat, ein alter Tschechenflüchtling, für seine Akti<lb break="no"/>vitäten weitere Mittel zur Verfügung gestellt werden können, <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs><lb/>
ist nicht anwesend und sonst gibt es darüber keine Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_28"><rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> verweist darauf, daß sich <choice><choice><sic>der Verband der</sic><corr>die Vereinigung Industrieller</corr></choice></choice> Bauunternehmungen<lb/>
Österreichs <choice><choice><sic>Fipl</sic><corr>VIBÖ</corr></choice></choice> bei ihm und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beschwert hat wegen Rechnungsrück<lb break="no"/>ständen, die ja beim Baugipfel erklärt wurden, daß sie sofort bereinigt<lb/>
werden. Mit sehr kompliziertem Ziffernnachweis rekapituliert alles was<lb/>
noch am Baugipfel und nach dem Baugipfel an Wünschen ziffernmäßig vorge<lb break="no"/>bracht, erfüllt, nicht erfüllt usw. ist. Tatsächlich erwarteten die<lb/>
Bauunternehmungen, daß der Deckungsrücklaß nicht nur für die Zukunft<lb/>
sondern auch für die in der Vergangenheit des laufenden Deckungsrück<lb break="no"/>lasses beschlossen wurde. Dies trifft aber nach Meinung <rs type="person" ref="#per__111741">Sekaninas</rs> nicht<lb/>
zu. Rückwirkend könnte man höchstens bei einzelnen Härtefällen davon<lb/>
Abstand nehmen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> stellt einmal mehr fest, daß außerhalb der<lb/>
gesetzlichen Zahlungsfrist kein Zahlungsrückstand im Bundesbereich be<lb break="no"/>steht. Er vermutet, daß Rückstände bei den Ländern existieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_29"><rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> berichtet dann von seinem Besuch in den Emiraten und in Saudi<lb/>
Arabien, dort hat er und er ersucht nachträglich um Genehmigung immer<lb/>
die <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Grüße vorgebracht, wodurch sich ihm alle Türen öffneten, wie<lb/>
er sagt, hatte vorher aber keine Gelegenheit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> darum zu ersuchen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dieses Vorgehen weder goutiert, noch besonders kritisiert.<lb/>
Ich glaube es tut ihm wohl dies immer wieder zu hören, wie er bei den<lb/>
Arabern gut liegt, andererseits aber möchte er alles vorher wissen, auch<lb/>
dann, wenn man Grüße von ihm bestellt. Ich glaube, auch hier hat sich mein<lb/>
Prinzip wieder bewahrheitet, ich mache, was ich für gut halte, frage<lb/>
nicht, berichte nicht, das letztere überhaupt nur schriftlich, wie es<lb/>
jahrzehntelange Gepflogenheit in der Regierung ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_30"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dann über den Besuch <rs type="person" ref="#per__134051">Mubaraks</rs> ganz kurz berichtet. <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs><lb/>
war überemotionell, sprach nur von seinem Freund <rs type="person" ref="#per__112985">Menachem</rs>, <rs type="person" ref="#per__134051">Mubarak</rs><lb/>
spricht nur vom israelischen Ministerpräsident <rs type="person" ref="#per__112985">Begin</rs>. Er hat bessere Be<lb break="no"/>ziehungen auch zu den anderen arabischen Staaten. Innenpolitisch hat<lb/>
er sich mit seinen Gegnern versöhnt unter anderem hat er auch den echten<lb/>
Sozialdemokraten <rs type="person" ref="#per__1137605">Schuberi</rs> aus der Haft entlassen. <rs type="person" ref="#per__134051">Mubarak</rs> ist natürlich<lb/>
daran interessiert, daß im April die Rückgabe Sinais erfolgt, das heißt,<lb/>
das Camp-David-Abkommen erfüllt wird. In diesem hat man als großen<lb/>
Fehler keine Konzession an die Palästinenser gemacht. <rs type="person" ref="#per__134051">Mubarak</rs> stellte<lb/>
<pb n="63-0148" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-09_0148.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>fest, daß Österreich bessere Kontakte zu arabischen Staaten hat und auch<lb/>
zur SU, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, letztere möchte unbedingt in dieser Gegend einen<lb/>
Krieg vermeiden, <rs type="person" ref="#per__112985">Begin</rs> aber, als innenpolitischen Gründen, riskiert dort<lb/>
sehr viel.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_31"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> berichtet dann, daß wir im Ministerrat gegen zwei Gehaltsge<lb break="no"/>setze in Salzburg Einspruch erheben, sicherlich wird der Salzburger<lb/>
Landtag darauf beharren. Für <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> ist es unerklärlich, daß man die<lb/>
Besoldungsreform Bund und Länder mitbeschlossen hat aber jetzt einzelne<lb/>
Länder immer wieder die Benefizien die die Beamten gehabt haben, weiter<lb/>
beibehalten wollen. In Kärnten wurde eine Überstundenzeitausgleichre<lb break="no"/>gelung auch mit einem gefährlichen Präjudiz beschlossen, wogegen die<lb/>
Bundesregierung Einspruch beschließen wird. In NÖ wurde das Abgabenge<lb break="no"/>setz derart geändert, daß in Hinkunft Abstellen auf öffentlichem Grund<lb/>
in den Gemeinden besteuert werden kann, Verkehrsminister <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> meint,<lb/>
obwohl die Post und Bahn ausgenommen ist, bei hoheitsrechtlichen Auf<lb break="no"/>gaben, ist eine solche Ausnahme vorgesehen, ist dies ein gefährliches<lb/>
Präjudiz für die Zukunft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_32"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat, wie ich später dann erfahre einen Brief von seinem Indu<lb break="no"/>strieberater <rs type="person" ref="#per__114658">Kahane</rs> bekommen, der sich ganz entschieden gegen die Bio<lb break="no"/>spritproduktion ausspricht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint daher gegenüber <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, der<lb/>
Biosprit sei ein Unsinn, AK und ÖGB hätten hier vollkommen recht, man<lb/>
müsse sich alles noch überleben. Übrigens ein kleiner Seitenhieb, die<lb/>
Landwirtschaftskammer hat in der Kernkraftfrage die Regierung auch im<lb/>
Stich gelassen. Ihre Energiewünsche, die sehr viel kosten, soll man er<lb break="no"/>füllen und vernünftige Energievorschläge lehnen sie sozusagen ab. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
verweist darauf, daß er jetzt die Wirtschaftspartner die Entscheidung<lb/>
treffen sollen und daß jetzt übrigens im Parlament eine Enquete darüber<lb/>
abgehalten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_33"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> fragt an, ob gegen einen Pamphletschreiber <rs type="person" ref="#per__1137606">Honsik</rs> die Re<lb break="no"/>gierung der Staatsanwaltschaft Wien Rechnung trägt, die Strafverfolgung<lb/>
§ 117 Strafgesetz aufzunehmen. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> meint, die sollte man tun, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
stimmt dann zögernd zu und meint, da die Abg. auch beleidigt würden,<lb/>
müßte auch der Nationalrat diesbezüglich Stellung nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_34">Der Botschafter der VAE bringt mir ein versprochenes Buch, das wie ich<lb/>
übrigens dann feststelle sowieso schon zu Hause habe und berichtet mir<lb/>
über eine Delegation die jetzt von Abu Dhabi unter Kammerpräsidentenfüh<lb break="no"/>rung nach Wien kommt. Überhaupt möchte der Botschafter, daß eine ara<lb break="no"/><pb n="63-0149" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-09_0149.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bische Staaten mit einer österreichischen Handelskammer ähnlich der<lb/>
deutsch-österr., Schweizer-österr. Handelskammer usw. gegründet werden<lb/>
sollte. Eine diesbezügliche Aussprache die er mit Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
gehabt hat, verlief negativ. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat natürlich mit diesen gemischten<lb/>
Handelskammern überhaupt keine Freude, kann sie aber nicht verhindern.<lb/>
Ich habe den Handelskammervertreter der bei dieser Aussprache anwesend<lb/>
war gesagt, es ist besser wir beraten hier, als es kommt dann zu einer<lb/>
solchen Entwicklung die weder das Handelsministerium noch die Handels<lb break="no"/>kammer dann beeinflussen kann. Ich habe daher dem Botschafter zugesagt,<lb/>
daß Mag. <rs type="person" ref="#per__114601">Sachs</rs> ihm die notwendigen Unterlagen der gemischten österrei<lb break="no"/>chisch und ausländischen Handelskammern, die ja auf Privatbasis organi<lb break="no"/>siert sind, zur Verfügung stellen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_36">Mit Personalvertreter <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> und Frau <rs type="person" ref="#per__123167">Steffek</rs>, SC <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs>, MR <rs type="person" ref="#per__113627">Kieslich</rs><lb/>
und MR <rs type="person" ref="#per__117025">Markwitz</rs> wurden die offenen Personalfragen durchdiskutiert. Die<lb/>
Personalvertretung spricht sich gegen die Kürzung der Überstunden aus,<lb/>
sieht aber ein, daß der Regierungsbeschluß durchgeführt werden muß,<lb/>
wünscht aber eine individuelle und generelle Kombination bei dieser<lb/>
10 %-igen Einsparung. Die Überprüfung der Verwendungszulagen wird<lb/>
durchgeführt, man erwartet aber keinerlei Rückwirkung auf die einzelnen<lb/>
Angestellten. Bezüglich der Auflösung der Gruppe III b wird die Per<lb break="no"/>sonalvertretung nicht die Personalvertretungsaufsichtskommission anru<lb break="no"/>fen. Damit hat sie mehr oder minder akzeptiert. Das Referat V/A/12/a,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134020">Blass</rs>, wird jetzt einvernehmlich errichtet, die Personalvertretung<lb/>
nimmt auch zur Kenntnis, daß jetzt der Präsidialist ein Dienstposten des<lb/>
Bautenministeriums ist. SC <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> und auch jetzt <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> kommen ja<lb/>
schon aus dem Bautenministerium wir bekommen dadurch einen Dienstposten<lb/>
von Bautenministerium Die Ausschreibung der Abteilung V/5 wird zur<lb/>
Kenntnis genommen, die Personalvertretung hat Abänderungswünsche ge<lb break="no"/>stellt, SC <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> wird sie soweit wie möglich berücksichtigen, obwohl<lb/>
festgestellt wird, daß die Personalvertretung darauf keinen Rechtsan<lb break="no"/>spruch hat bei diesen Verhandlungen eingeschaltet zu werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_37">Die Personalvertretung wünscht, daß wir 3 Bibliothekarinnen in unseren<lb/>
Handelsministerienstand übernehmen, dies widerspricht den Prinzipien,<lb/>
daß das Wissenschaftsministerium sehr wohl alle Bibliotheken betreuen<lb/>
möchte und daher die Personalhoheit darüber hat. Angeblich wurde im Fi<lb break="no"/>nanzministerium und im Bautenministerium und im BKA aber eine Absplitte<lb break="no"/>rung durchgeführt. Da diese Übernahme die Dienstposten bei uns vermehrt<lb/>
gleichzeitig Überstunden und andere Probleme aufwirft, bin ich sehr<lb/>
<pb n="63-0150" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-09_0150.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>skeptisch gegenüber. Verspreche nur mit <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> und <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> darüber<lb/>
zu reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_38">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte entsprechende Unterlagen, insbesondere die<lb/>
Behauptung der Übernahme mir in den nächsten Ministerrat mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_39">Botschafter <rs type="person" ref="#per__97802">Otto</rs> geht in einen südafrikanischen Staat und verabschiedet<lb/>
sich bei mir, Er beschwert sich indirekt, ohne es zu sagen, daß im<lb/>
Außenamt die anders politisch Gesinnten wesentlich größere Chancen haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114093">Waldheim</rs> wurde jetzt sofort ein Neuner-Posten verschafft, während er,<lb/>
wie er sich ausdrückt, unsere Leute scheinbar sehr frustriert sind.<lb/>
Die Crux ist, es gibt zuviele Achter-Posten, sprich Gesandte und<lb/>
Botschafter, und zuwenig <choice><choice><sic>Botschaften</sic><corr>Botschafter?</corr></choice></choice>, eine unerträgliche Überbesetzung im<lb/>
Außenamt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_40">In der ÖGB Fraktion berichtet <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> über die Bautensituation, da<lb break="no"/>rüber gibt es dann natürlich eine harte Diskussion mit den Bauarbeitern.<lb/>
Ich berichte über die Wirtschaftsgesetze und Außenhandelsergebnissen<lb/>
und Energiefragen, hier gibt es dann eine harte Diskussion zwischen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, ÖGB-Kontrollobmann und gleichzeitig GD der OeNB, der erklärt die<lb/>
ganzen Energieeinsparungen sind nur auf den Konjunkturrückgang zurück<lb break="no"/>zuführen und den Metallarbeiten <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs>, <rs type="person" ref="#per__128858">Ruhaltinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs>, die<lb/>
erklären, mengenmäßig hat es keinen Konjunkturrückgang gegeben, sondern<lb/>
nur die Preissituation sei z.B. bei der VÖEST-Alpine eben das unbefrie<lb break="no"/>digende.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_41">Die beiden Sekretäre <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> berichten dann, daß der ÖGB-Bundes<lb break="no"/>vorstand in Hinkunft sich mehr mit den sozialpolitischen Fragen be<lb break="no"/>schäftigen soll, bevor darüber in der Öffentlichkeit diskutiert wird,<lb/>
dies richtet sich eindeutig gegen die Ankündigungspolitik von <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs>,<lb/>
der allerdings in der Sitzung nicht ist, uns <rs type="person" ref="#per__113840">Ströer</rs> berichtet dann über<lb/>
die beabsichtigte Polenhilfe für Solidarnosc, wir müssen zuerst mit den<lb/>
Leuten Kontakt aufnehmen, bevor wir irgendetwas für sie tun können.<lb/>
Dir christlichen Gewerkschafter machen viel Gsumms, eine Pressekonferenz,<lb/>
wo nur drei Redakteure kommen, eine Demonstration, an der nur 500 Demon<lb break="no"/>stranten teilnehmen, so kann der mächtige ÖGB nicht agieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_42">Nach der Sitzung ersuche ich <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, <rs type="person" ref="#per__113840">Ströer</rs>, aber auch <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> mir<lb/>
mitzuteilen, was ich bei der nächsten Gemischten Kommission mit den<lb/>
Polen gegebenenfalls den zu erwartenden polnischen Außenhandelsminister<lb/>
auf die Post für die polnische Regierung mitgeben soll, dar ÖGB sucht<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_43">Die Metallarbeiter beschweren sich nach de Sitzung bei mir, daß sie<lb/>
mit GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> von der Verbund nicht weiterkommen. Dieser hat Dienstnor<lb break="no"/>men und eine Betriebsordnung vorgesehen, die sich eindeutig gegen die<lb/>
Mitbestimmungspolitik der Gewerkschaften richtet. Ich versichere den<lb/>
Metallarbeitern, daß ich bereit bin, neuerdings eine Aussprache mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und ihnen und der Angestelltengewerkschaft herbeizuführen, wenn<lb/>
es tatsächlich am 15. Februar nicht möglich sein sollte zu einer befrie<lb break="no"/>digenden Lösung zu kommen. Ich rufe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> dann sofort an, erkläre ihm,<lb/>
daß ich gegen die Gewerkschaften nichts unternehmen werde und daß er<lb/>
sich daher mit den Gewerkschaften arrangieren muß. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> sagt, er hat<lb/>
sein Maximum schon gemacht, ich empfehle ihm noch einmal mit den Gewerk<lb break="no"/>schaftern vorher zu reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_44">Bei meinem Bericht im Klub der Bezirksräte auf der Landstraße gibt es<lb/>
eine entsprechende Diskussion, insbesondere wird das Verhalten von<lb/>
Hofrat <rs type="person" ref="#per__1137607">Burgmüller</rs>, Landesarbeitsamt Wien, kritisiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-09_45">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs> verbinden.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 119. Ministerratssitzung, 9.2.1982</head>
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            <head>Nachtrag TO 119. Ministerratssitzung, 9.2.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Nachtrag TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Eypeltauer, Beatrix</persName>
               <persName><surname>Eypeltauer</surname><forename>Beatrix</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg., Staatssekretärin</occupation>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
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               <persName type="label">Dallinger, Alfred</persName>
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               <occupation>ZS GPA, ab 1980 Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Martin, A</persName>
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               <persName type="label">Werner, Helmut</persName>
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               <occupation>Zivil-Ingenieur</occupation>
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               <persName type="label">Patolitschew, Nikolaj S.</persName>
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               <occupation>sowj. Außenhandelsminister</occupation>
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               <persName type="label">Winter, Adolf</persName>
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               <persName type="label">Markwitz, Herbert</persName>
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               <persName type="label">As-Sadat, Anwar</persName>
               <persName><surname>As-Sadat</surname><forename>Anwar</forename></persName>
               <occupation>Staatspräsident Ägypten</occupation>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Koren, Stephan</persName>
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               <occupation>Finanzminister, ÖVP-NR-Abg., OeNB-Präs.</occupation>
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               <occupation>Beamter HM [??, uklar; Bewerber um ein Referat in der Abteilung Artner;
                  Techniker; 4.11.1981, S. 1271 erneut erwähnt, Schreibung dort hs. auf Blass
                  korrigiert]</occupation>
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