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            <title type="main">Freitag, der  5. Februar 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band63_1982-02-05</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_01">Freitag, 5., und Samstag, 6. Februar 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_02">GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> teilt mir mit, daß die Verbund mit der sowjetischen Seite<lb/>
jetzt einen Austauschvertrag unterfertigt. Die endgültige Relation zwi<lb break="no"/>schen Bezügen und Rücklieferungen können noch nicht bereits jetzt ver<lb break="no"/>einbart werden. Z.B. soll für die Sommerlieferung nach österreichischer<lb/>
Meinung 1,2 : 1 fixiert werden, während die Sowjets 1,3 : 1 verlangen.<lb/>
Österreich würde also nach sowjetischen Vorschlag einen schlechteren<lb/>
Schlüssel bekommen. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> ist fest davon überzeugt, daß in der<lb/>
nächsten Verhandlungsrunde in Moskau auch dieses Problem beseitigt<lb/>
werden kann. Der Energievizeminister <rs type="person" ref="#per__129241">Lopatin</rs> muß sich erst in Moskau<lb/>
eine Ermächtigung zur Änderung dieses Schlüssels holen. Um diesen Aus<lb break="no"/>tausch vornehmen zu können, muß jetzt in Ungarn die Leitung verstärkt<lb/>
und in Österreich im Umspannwerk Süd der Verbundgesellschaft eine zweite<lb/>
Kurzkupplung gebaut werden. Dies bedingt wieder eine Mrd.-Investition<lb/>
ähnlich der in Dürnrohr. Von den Sowjets ist nur zu erwarten, daß wir den<lb/>
Strom tatsächlich bekommen. Die Polenlieferung, hat Vizeminister <rs type="person" ref="#per__129241">Lopatin</rs><lb/>
skeptisch bemerkt, sei sehr unsicher. Die Polen, meinte er zu mir, be<lb break="no"/>ziehen resp. verlangen noch weitere Strommengen für ihren Eigenbedarf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Hat es bei dem Besuch noch andere diesbezügliche<lb/>
Bemerkungen gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_04">Die Firma Colkoks hat eine Spezialgesellschaft Colpack, die sauber ver<lb break="no"/>packte Kohle zur Verfügung stellt. Für etlichen Jahren begonnen, hat es<lb/>
eine gewisse Durststrecke gegeben, jetzt aber rentiert sich dieses Werk.<lb/>
Dies Firma hat von mir das Dekret zur Führung des Staatswappens bekommen,<lb/>
Interessant für mich war nur, daß der Arbeiterbetriebsrat bei der Über<lb break="no"/>reichung meinte, ich sollte mich nicht so sehr einsetzen, daß die Fern<lb break="no"/>wärme in Wien ausgebaut wird. Seine Leute befürchten, daß sie dadurch<lb/>
ihren Arbeitsplatz verlieren würden. Dies dauert sicherlich noch minde<lb break="no"/>stens 1 Jahrzehnt, bis es so weit ist, wenn überhaupt jemals die Einzel<lb break="no"/>ofenheizung so weit eingeschränkt wird, daß die Wiener nicht mehr Kohle,<lb/>
eben jetzt hygienisch verpackt, kaufen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_05">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB gab es auch von der Gewerkschaftsseite eine<lb/>
gewisse Zurückhaltung meiner Idee der Zusammenlegung der Institute für<lb/>
Berufsbildungsforschung mit dem Institut für Bildung und Wirtschaft.<lb/>
SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat vorgeschlagen, man sollte wenigstens einen Teilzusammen<lb break="no"/>schluß erwägen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_06">Bezüglich der Entschließung des Nationalrates über Verhandlungen mit den<lb/>
Vereinigten Staaten über das Ölsaatenprojekt einigten wir uns, daß doch<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> versuchen soll, ein GATT-konformes Projekte auszuarbeiten.<lb/>
Da selbst die Vertreter der Landwirtschaft derzeit keine Verhandlungen<lb/>
mit den USA wünschen, genügt es, wenn dilatorisch diese Entschließung<lb/>
des Nationalrates eben durch die Absicht ein GATT-konformes Projekt vor<lb break="no"/>erst zu erstellen, behandelt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_07">Die AK schlägt vor, daß bezüglich der Hemden und Bluseneinfuhren aus<lb/>
Jugoslawien im Interesse der Textilarbeiter eine gewisse Mengenbeschrän<lb break="no"/>kung auf alle Fälle gefunden werden muß. Von ca. 9 Mio. Hemden, die wir<lb/>
jährlich in Österreich konsumieren, werden nur 3 Mio. im Inland produziert<lb/>
die billigeren werden alle eingeführt. Jugoslawien aber hat einen unge<lb break="no"/>heuren großen Anteil davon in der letzten Zeit erobert. Ähnlich ist es<lb/>
bei den Philippinen, wo bereits ein Zuwachs um 220 % zu verzeichnen ist.<lb/>
Die Philippinenverhandlungen sollen meiner Meinung nach in Genf stattfin<lb break="no"/>den, die AK, Mag. <rs type="person" ref="#per__127009">Zurek</rs>, plädiert aber, daß man doch den Wunsch der Philip<lb break="no"/>pinen erfüllt und die nächste Verhandlungsrunde in Manila abwickelt. Bei<lb/>
dieser Gelegenheit müßte dann <choice><choice><sic>aich</sic><corr>auch in?</corr></choice></choice> Korea und in Indien die Einfuhrbeschrän<lb break="no"/>kungen verhandelt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte erkundige Dich im Außenamt, wie weit <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs><lb/>
erreicht hat, daß man sie doch in Genf abwickelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_09">Die Bekleidungsförderungsrichtlinien sollen jetzt dahingehend geändert<lb/>
werden, daß die Bauinvestitionen, die in unmittelbaren sinnvollen Zusam<lb break="no"/>menhang mit der Anschaffung von Maschinen notwendig sind, auch die<lb/>
10 %-ige Subvention bekommen sollen. Gleichzeitig soll auch die Unter<lb break="no"/>grenze von 1 Mio. S auf 750.000 runtergesetzt werden. Andererseits könnte<lb/>
man durch in Zukunft notwendigen Mittel die dafür aufgewendet werden<lb/>
müssen, durch Einsparung hereingebracht werden, indem man die Wäschereien,<lb/>
die bis jetzt ebenfalls gefördert wurden, ausschließt. Dagegen hat sich<lb/>
der Fachverband Dr. <rs type="person" ref="#per__115012">Catharin</rs> ganz entschieden ausgesprochen. Eher würde<lb/>
er auf die Einbeziehung der Bauinvestitionen verzichten, als daß die<lb/>
Wäschereien herauskommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_10">Der Anlaßfall ist MEWA-Habsburg, dort geht es auch noch darum, daß ein<lb/>
Leasingvertrag vorliegt, der ebenfalls nicht mehr subventioniert werden<lb/>
soll. Die AK wird noch feststellen, wie weit tatsächlich jetzt der Be<lb break="no"/>triebsrat bei MEWA-Habsburg mit der neuen Direktion jetzt tatsächlich das<lb/>
behauptete gute Verhältnis hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte das Problem so schnell als möglich erle<lb break="no"/>digen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_12">Aufgrund der Ausverkaufsordnung 1933 also eines sehr alten Gesetzes<lb/>
soll jetzt 4 Wochen vor Einführung des Saisonschlußverkaufes verboten<lb/>
werden, durch Werbung auf diesen Saisonschlußverkauf hinzuweisen. Mit<lb/>
recht meinen die Konsumentenvertreter könnte man doch einer Firma wirk<lb break="no"/>lich nicht verbieten, eine solche Werbekampagne einzuleiten. Da die<lb/>
Handelskammer aber darauf besteht, wird SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> bei einer Aussprache<lb/>
den Vorschlag machen, ob es nicht zweckmäßig ist ein neues Ausverkaufs<lb break="no"/>gesetz zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_13">Die Biospritfrage ist jetzt bei den Sozialpartnern gelandet. Die AK und<lb/>
der ÖGB stehen auf dem Standpunkt, wenn es sich nicht bei irgendeinem<lb/>
Projekt wie seinerzeit beim Entsorgungsbetrieb Simmering um eine kosten<lb break="no"/>lose Abwärme handelt, die theoretisch zur Verfügung steht, dann kann<lb/>
sich ein Biospritprojekt niemals rechnen. Die Erzeugungskosten sind viel<lb/>
zu hoch. Der Wunsch der Oppositionspartei, Parteiführer <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> hat ihn an<lb/>
den Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> herangetragen, eine Enquete über die Biosprit<lb break="no"/>frage im Parlament zu veranstalten, wird gegebenenfalls akzeptiert, wenn<lb/>
diese Enquete so schnell als möglich abgewickelt wird, der beste Monat<lb/>
dafür wäre der März. Die vortragenden bei dieser Enquete müßten aber<lb/>
noch ergänzt werden, vom Wissenschaftsministerium hat der FPÖ-Mann<lb/>
Hofrat <rs type="person" ref="#per__1137613">Walter</rs> sich sehr negativ zu diesem Projekt geäußert, er sollte<lb/>
unbedingt eingeladen werden, weiters wäre es sehr wichtig einen unab<lb break="no"/>hängigen Fachmann zu finden, der die Kostensituation objektiv beleuchtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_15">SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> erörtert die Novelle zum Preisgesetz, alle sind sich einig,<lb/>
daß die jetzt schon x-mal vorgetragenen Wünsch der AK und ÖGB zu dieser<lb/>
Novelle im Preisgesetz ob sie von uns für den Begutachtungsentwurf auf<lb break="no"/>genommen wurden, keine Chance haben durchzukommen. Der einzige Punkt, der<lb/>
möglich wäre, daß die Auszeichnungspflicht von Regal auf das Sachgut<lb/>
mit entsprechenden Ausnahmen, Tiefkühlprodukte, Kistenverkauf usw., von<lb/>
der Handelskammer akzeptiert wird, wenn gleichzeitig auch die Grundpreis<lb break="no"/>auszeichnung damit praktikabel erledigt wird. Wichtig erscheint mir per<lb break="no"/>sönlich nur, daß ein Punkt über den kalkulatorischen Ausgleich aufgenommen<lb/>
wird, da ansonsten aufgrund des RAG-Verwaltungsgerichtshofurteils eine<lb/>
Preisregelung faktisch unmöglich wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Nächstes Jour fixe HK Entwurf mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_17"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> berichtet, daß die Nationalbank jetzt für die Forschung weitere<lb/>
100 Mio. S zur Verfügung stellt, dieser Betrag soll aber ausschließlich<lb/>
für wirtschaftsnahe Forschungsförderung gegeben werden, insbesondere<lb/>
um unsere exportorientierte Forschung und Wirtschaft damit zu stärken.<lb/>
Ganz entschieden wird von der OeNB abgelehnt, daß jetzt der Wunsch des<lb/>
Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> für Straßen und Bauten noch weitere Forschungs<lb break="no"/>mittel zur Verfügung gestellt werden sollten. Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
hat jetzt eine Kampagne um mehr Geld für sein Ressort gestartet und ver<lb break="no"/>sucht auch entsprechende Forschungsmittel zubekommen. Einhellig wird<lb/>
aber festgestellt, daß gerade die Bauforschung mit 1 % der Bausumme ver<lb break="no"/>hältnismäßig sehr gut dotiert, kaum wirklich entsprechende Ergebnisse<lb/>
gebracht hat.<lb/>
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OeNB für eine Exportunterstützung der Klein- und Mittelbetriebe, die im<lb/>
seinerzeit vorgeschwebt ist, bekommen könnte. Ich habe den Eindruck, daß<lb/>
es ihm gar nicht viel ausmachen würde, wenn die Aussprache <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs>, <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> und mir über dieses Problem nicht mehr stattfindet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Nächstes Jour fixe HK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_20">NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> stellt mit recht fest, daß jetzt die Gewerkschaftsseite und<lb/>
noch viel weniger die Parteiseite ihren Einfluß beim Wirtschaftsforschungs<lb break="no"/>institut und beim Institut für Höhere Studien immer mehr verliert. Der<lb/>
studentische Nachwuchs dort kommt immer mehr von anderen Gruppen. Im<lb/>
Wirtschaftsforschungsinstitut hat durch den Leitungswechsel, <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> wurde<lb/>
Staatssekretär im Finanzministerium, <rs type="person" ref="#per__131086">Kramer</rs> macht eine andere Politik,<lb/>
im Institut für Höhere Studien wurde von den eigenen Leuten der Leiter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111990">Schwödiauer</rs> verjagt und durch einen Mathematiker <rs type="person" ref="#per__1137614">Rapoport</rs> ersetzt,<lb/>
ebenfalls eine andere Politik eingleitet. Im Institut für Höhere Stu<lb break="no"/>dien wurde die betriebswirtschaftliche Abteilung von GD <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> für den<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs>-Konzern als Ganzes übernommen. Die Arbeitsgruppe des Dr. <choice><choice><sic><rs type="person" ref="#per__111990">Adenauer</rs></sic><corr>Schwödiauer</corr></choice></choice> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add><lb/>
ist daher aus dem IHS ausgeschieden und wurde bis jetzt nicht mehr er<lb break="no"/>gänzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_21">Über das Personalproblem habe ich mich dann Samstag mit <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> lang und<lb/>
breit bei einem zweiten Langlaufversuch unterhalten. Beim Langlaufen ging<lb/>
es mir verhältnismäßig schlecht, bei der Personaldiskussion nicht viel<lb/>
besser. Im nationalen Bereich, aber auch im internationalen Bereich gäbe<lb/>
es verschiedenste Möglichkeiten, die wir personalmäßig nicht entsprechend<lb/>
nützen. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> ist überzeugt, daß es sehr schwer sein wird, den General<lb break="no"/><pb n="63-0133" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-05_1982-02-06_0133.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sekretär der OECD für <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> zu bekommen. Hier wird sicherlich wieder<lb/>
ein anderes Land, womöglich NATO-Mitglied eine größere Chance haben als<lb/>
Österreich. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> sieht dagegen eine Möglichkeit bei der ECE, wo jetzt<lb/>
nach 14 Jahren der jugoslawische Generalsekretär unbedingt nach Jugosla<lb break="no"/>wien zurückkehren möchte, diesen Posten für Österreich zu bekommen.<lb/>
Hier wäre es aber höchste Zeit, wenn eine innerösterreichische Entschei<lb break="no"/>dung fallen würde. Da dies nicht meine Kompetenz ist, erklärte ich <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs><lb/>
mich zwar zu jeder Unterstützung bereit, aber dieses Problem muß er<lb/>
selbst an die zuständigen Stellen, letzten Endes an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> herantragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107953">BUCHAUER</rs>: Wie beurteilst Du die Situation.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_23">Die Aussprache mit Philipsvorstandsmitglied aus Eindhoven <rs type="person" ref="#per__134260">Jellov</rs> und<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> war eine richtige tour d'horizon, <rs type="person" ref="#per__134260">Jellov</rs> ist insbesondere immer<lb/>
daran interessiert, wie er mir bereits in Eindhoven damals sagte, unsere<lb/>
Erfahrungen auch mit den Oststaaten zu besprechen. Für abends hatten sie<lb/>
eine Aussprache mit dem Präsidenten des Staatskomitees für Technik<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97500">Gwischiani</rs>, der sich für die Philips-Videorecorderproduktion sehr interes<lb break="no"/>siert. <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> hat mir versprochen mich sofort dann zu verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_24">Die wichtigste Frage aber war die zollfreie Einfuhr von Farbfernsehröhren<lb/>
aus Japan für die Firma Grundig. Philips hat im Vorjahr noch einer Über<lb break="no"/>gangsregelung zugestimmt, heuer sind sie nicht mehr bereit ein Kompromiß<lb/>
von mir zu akzeptieren. Ich habe den Herren klargemacht, daß ich jetzt<lb/>
zu Grundig nach Nürnberg fliege, da ich dies gleichzeitig mit einem Vor<lb break="no"/>trag bei der Nürnberger Handelskammer verbinde, erscheint dieser Besuch<lb/>
nicht so spezifisch auf Grundig ausgerichtet, ist es aber. <rs type="person" ref="#per__134260">Jellov</rs> meinte,<lb/>
der Wunsch Grundigs, eine zollfreie Japanröhrenimportforderung, stößt<lb/>
auch bei den anderen EG-Staaten, wenn es dort bekannt wird, auf schärfsten<lb/>
Widerstand. <rs type="person" ref="#per__126281">Grundig</rs> muß einsehen, daß er damit seine Exportmöglichkeiten<lb/>
in die europäischen Staaten gefährdet. Wenn nämlich in Italien, Frank<lb break="no"/>reich, Großbritannien, aber auch in Deutschland bekannt wird, daß jetzt<lb/>
Farbfernsehgeräte zollfrei aus Österreich importiert werden, die den<lb/>
dortigen Fernsehproduzenten Konkurrenz machen durch eingebaute zollfreie<lb/>
Röhren aus Japan, dann werden diese Staaten bei der EG schärfste Maßnahmen<lb/>
gegen österreichische Importe verlangen. In Italien z.B. hat Grundig ein<lb/>
Farbfernsehwerk geschlossen, die Fa. Zanussi, GD <rs type="person" ref="#per__1137615">Mazer</rs> aber würde, wenn<lb/>
er jetzt erfährt, daß auch <add>[von]</add> Österreich zollfrei Farbfernseher importiert<lb/>
werden, die auch zollfrei japanische Farbfernsehröhren beinhalten, dage<lb break="no"/>gen heftigst protestieren. Die italienische Regierung würde sofort ent<lb break="no"/>sprechende Maßnahmen gegen österreichische Farbfernsehgeräte ergreifen, da<lb/>
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werden müssen. Auch Philips muß in seinem Videorecorderwerk in Wien<lb/>
jetzt für Unterteile, die sie einführen, ebenfalls Zoll bezahlen. sofern<lb/>
diese aus Übersee kommen. Ich versprach die Frage noch gründlichst bei<lb/>
uns im Hause untersuchen zu lassen und dann mit Herrn <rs type="person" ref="#per__126281">Max Grundig</rs> darüber<lb/>
sehr offen zu verhandeln. Trotzdem deutete ich an, daß mir ev. eine kurz<lb break="no"/>fristige Übergangslösung am zweckmäßigsten erschiene, ob dies Grundig<lb/>
akzeptiert, weiß ich nicht, Philips lehnt es aber ganz entschieden zumin<lb break="no"/>destens bis jetzt ab. Wichtig erscheint mir nur, daß jetzt vom Handels<lb break="no"/>ministerium genau geprüft wird, welche Möglichkeiten die EG, sprich Kommis<lb break="no"/>sion, in Brüssel hat, wenn tatsächlich bekannt wird, daß in österreichi<lb break="no"/>schen Fernsehapparaten, die in die EG exportiert werden, zollfreie oder<lb/>
zollermäßigte Farbfernsehröhren aus Japan eingebaut sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-05_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dies sofort von <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> genau untersuchen<lb/>
lassen und entsprechende Informationen vorbereiten.<lb/>
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