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            <title type="main">Dienstag, der  2. Februar 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_01">Dienstag, 2. Februar 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_02">Beim Jour fixe mit der Handelskammer, diesmal mit Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> allein, informiere ich ihn über das<lb/>
gestrige Pressegespräch mit den österr. Institut für Bildung und<lb/>
Wirtschaft, das ja die Handelskammer sponsert. Gewerkschaft und AK<lb/>
haben das österr. Institut für Berufsbildungsforschung, also zwei In<lb break="no"/>stitute mit dem selbem Zweck. Ich ersuche ihn, er soll nochmal über<lb break="no"/>legen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt beide Institute zusammen<lb break="no"/>zuführen. Auch ich werde dies beim nächsten Jour fixe mit AK und ÖGB<lb/>
zur Sprache bringen. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meint nur, wir sollen den Berufsausbil<lb break="no"/>dungsbeirat einschalten, wenn es darum geht, Aufträge den beiden Insti<lb break="no"/>tuten zu geben. Dies halte ich gerade nicht für sehr zweckmäßig, denn<lb/>
mir geht es nicht darum, wer die Aufträge bekommen soll, das macht<lb/>
SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> bestens, sondern ob nicht doch auf längere Sicht es zweck<lb break="no"/>mäßig ist, wenn beide Institute zusammenwachsen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte Jour fixe AK, ÖGB setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_04">Ich berichte <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> über die Aussprache mit den Fremdenverkehrslan<lb break="no"/>desräte in der ÖFVW bezüglich des dreijährigen Budgetrahmens und ins<lb break="no"/>besondere der Statutenänderung. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> bestätigt mir, daß jetzt die<lb/>
Vertreter der ÖVP geführten Landesfremdenverkehrslandesräte tatsäch<lb break="no"/>lich an den zwischen ihnen und der HK ausgearbeitetem Kompromiß nicht<lb/>
mehr interessiert sind. Danach sollten 3 Jahre ein Vertreter der HK,<lb/>
dann drei Jahre ein Vertreter der Länder Vorsitzenden-Stellvertreter<lb/>
im Direktorium sein. Auch die HK glaubt nicht mehr unbedingt diesen<lb/>
Kompromiß akzeptieren zu müssen, sie meint, es wäre zweckmäßig, wenn<lb/>
die derzeitigen Statuten mit dem geschäftsführenden Obmann Möglichkeit<lb/>
bleiben. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wird aber nochmals mit seinen Leuten reden, insbeson<lb break="no"/>dere auch mit den ÖVP-Landesräten und mir dann Bescheid geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Jour fixe <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_06"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> könnte sich ein Vergabegesetz sehr gut vorstellen, wenn gleich<lb break="no"/>zeitig auch die Nachfragestärke der öffentlichen Hand, wie sie derzeit<lb/>
besonders die Klein- und Mittelbetriebe betrifft, reduziert wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> bestätigt mir aber die Meinung, die auch schon Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs>, der dieses Gesetz ja ausgearbeitet hat, gegenüber mir geäußert<lb/>
hat, daß die Länder aber auch die Gemeinden bestimmt nicht bereit sind<lb/>
ihre Kompetenz in dieser Frage einem Bundesgesetz zu unterstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_07">Die Länder werden bestimmt sagen, sie regeln sich das im eigenen Wir<lb break="no"/>kungsbereich so, wie sie es wollen, damit kann die ÖVP einem Vergabe<lb break="no"/>gesetz, wie es jetzt vorgesehen ist, bestimmt nicht zustimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_08"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist sehr froh von mir zu hören, daß ich jetzt nach Nürnberg<lb/>
fliege, um über das zollfreie 300.000-Japanimport-Farbfernsehröhren<lb break="no"/>kontingent mit <rs type="person" ref="#per__126281">Max Grundig</rs> persönlich zu verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_09"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wurde vom OÖ Landeskammerpräsident <rs type="person" ref="#per__114520">Trauner</rs> wegen der OÖ Fern<lb break="no"/>gas, Preisgestaltung für 82, dahingehend informiert, daß durch den Ab<lb break="no"/>bau des Lagergases, welches ja billiger eingelagert wurde, als die zu<lb break="no"/>künftigen Preise sein werden, für 1982 tatsächlich Preiserhöhungen der<lb/>
RAG ohne Weitergabe auf die OÖ-Ferngas-Abnehmer akzeptieren kann.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wäre glücklich, wenn es mir gelingen würde, einen Kompromiß mit<lb/>
der RAG und der OÖ Ferngas zu erzielen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_10">Die jetzt ausgesendete Berggesetznovelle, wo der Förderzins gesetzlich<lb/>
festgelegt wird, obwohl wir 1981 einen privatrechtlichen Vertrag auf<lb/>
2 Jahre gültig mit den Gesellschaften RAG und ÖMV abgeschlossen haben,<lb/>
wird von der Handelskammer zu einer heftigen Attacke gegen mich ver<lb break="no"/>wendet werden. Insbesondere aber die Festlegung eines Speicherzinsen<lb/>
wird ganz entschieden von der HK bekämpft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte für nächstes Jour fixe HK sofort eine<lb/>
kurz gefaßte Begründung von der OB ausarbeiten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_12">Bei dem Initiativantrag im Parlament über den Beteiligungsfonds wurde<lb/>
dieser nur für Industrie- und Gewerbebetriebe vorgesehen. Der Fremden<lb break="no"/>verkehr ist trotz der seinerzeitigen Vereinbarung mit der ÖVP und des<lb/>
Papiers des Finanzministeriums an der Regierungsklausur am 11. Jänner<lb/>
vergessen worden. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ersucht mich, beim Finanzminister zu inter<lb break="no"/>venieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_13">Ich bin selbst erstaunt, daß die Recherche dann ergibt, das BKA, Wirt<lb break="no"/>schaftssektion, möchte tatsächlich den Fremdenverkehr ausschließen.<lb/>
Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs>, den ich dann bei der Vorbesprechung über diese<lb/>
Frage sofort kontaktiere, meinte, selbstverständlich könne der Fremden<lb break="no"/>verkehr einbezogen werden und ersucht mich dies auch der Handelskammer<lb/>
und der Öffentlichkeit mitzuteilen. Ich informiere daher sofort Gen.<lb/>
Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> über diese Entscheidung, der darüber sehr froh ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_14">GD <rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs> von den VMW hat unterstützt durch Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, CA,<lb/>
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zu bekommen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat noch nicht entschieden, hat außerdem mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs> 3.800 to nur besprochen und verlangt, daß mit VW-Einkaufs<lb break="no"/>vorstandsdirektor <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> dieses Problem im Kompromißweg geklärt und<lb/>
besprochen werden sollte. Ich mache <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> darauf aufmerksam, daß<lb/>
außer Ranshofen auch die Schweizer Aluminium Lend einen entsprechen<lb break="no"/>den Anteil von Aluminiumexport, Kapazität wäre 88.000 zu 10.000,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs> sagt, mindestens 3:1 wäre gerechtfertigt, bekommen müßte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll weitere Gespräche darüber führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_16">GD <rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs> informiere ich über die Kooperationsmöglichkeit mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137601">Anton Schwarz</rs> im Ötztal, dieser verwechselt zuerst die jetzt schon be<lb break="no"/>sprochene Kooperation mit dem Bruder von <rs type="person" ref="#per__1137601">Schwarz</rs>, wo Alternativenergie<lb/>
mit einer neuen Gesellschaft, 1/3 <rs type="person" ref="#per__1137623">Schwarz</rs> 1/3 VMW, 1/3 der US Konzern<lb/>
<choice><choice><sic>Gruman</sic><corr>Grumman?</corr></choice></choice>, <rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs> wird mit beiden weitersprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_17">Ich verständige Ing. <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> von der Fa. Bauer, derzeit in Davos Manager<lb break="no"/>seminar, daß die Kontrollbank bezüglich der Nigeriaexporte ihre<lb/>
Stellung noch nicht geändert hat, weil auch Hermes, die deutsche Export<lb break="no"/>garantiegesellschaft, ihre Meinung über die Bonität Nigerias nicht<lb/>
geändert hat. Österreich hat für 10 1/2 Mrd. ausständige Kredite nach<lb/>
Nigeria, die VÖEST-Alpine würde weitere 4 1/2 Mrd. auch noch brauchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_18">Die Ministerratsvorbesprechung wird wieder von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> geführt, der<lb/>
nicht besonders erholt ausschaut, aber doch wieder jetzt in das Geschäft<lb/>
einsteigt. Bei der anschließenden Pressekonferenz wird er dann, wie mir<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> berichtet, auch wegen seines Gesundheitszustandes immer wieder<lb/>
gefragt, was ihn zum Schluß sehr ärgert, weil er meint, niemand hätte<lb/>
so freimütig über seine Ärzte und auch er persönlich über seine Krank<lb break="no"/>heit geschildert. Im April wird er dann nach Rücksprache mit seinen<lb/>
Ärzten entscheiden, ob er weitermacht, und bis dahin soll jetzt endlich<lb/>
wegen seiner Gesundheit Ruhe sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_19">Der Außenamtsbeamte <rs type="person" ref="#per__1137624">Hennerbichler</rs> ersucht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der Außenminister<lb/>
müßte, da er sich um die 3 von den Kurden gefangenen Österreicher sehr<lb/>
bemüht hat, entsprechend ausgezeichnet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_20">Den Drohbrief der <rs type="person" ref="#per__131770">Abu-Nidal</rs>-Gruppe muß man sehr ernst nehmen, dies<lb/>
ist eine Agententruppe, die auch dem irakischen und syrischen Geheim<lb break="no"/><pb n="63-0113" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-02_0113.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dienst zur Verfügung steht und mit sowjetischen Waffen ausgestattet<lb/>
ist. Auch in Budapest und Prag in den Ausbildungslagern soll es <rs type="person" ref="#per__131770">Abu-<lb/>
Nidal</rs>-Leute geben. In Hinkunft wird man Visa von Arabern nur auf Emp<lb break="no"/>fehlung von offiziellen Stellen ausstellen. Auch die Araber in Öster<lb break="no"/>reich, die echte und treue Palästinenser sind, werden diesen Außen<lb break="no"/>seitern größte Aufmerksamkeit widmen müssen. Sonst kann es zu Massen<lb break="no"/>ausweisungen aus Österreich kommen. <rs type="person" ref="#per__131770">Abu-Nidal</rs>-Leute sollten am besten<lb/>
der PLO nach Beirut ausgeliefert werden, davor haben sie die größte<lb/>
Furcht, weil die meisten von ihnen dort entsprechend hart verurteilt<lb/>
werden. In der BRD ist es möglich mit der Opposition stillschweigend<lb/>
Übereinkunft über Maßnahmen gegen diese Terroristen zu machen, daß<lb/>
ist in Österreich vielleicht noch mit dem FPÖ-Sicherheitssprecher <rs type="person" ref="#per__122968">Ofner</rs><lb/>
möglich, sicherlich nicht mit dem ÖVP-Sprecher Dr. <rs type="person" ref="#per__131033">Lichal</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_21">Bezüglich der Innenpolitik kommt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf die <rs type="person" ref="#per__1137523">Rauchwarter</rs>-Affäre<lb/>
zu sprechen, hätte er von <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> den Ausspruch, daß die ÖVP Konsequenzen<lb/>
gezogen hat, die SPÖ aber den politisch involvierten und verantwort<lb break="no"/>lichen Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zum Generaldirektor der CA macht, früher<lb/>
gehört hätte, hätte er mit <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> keine Gespräche geführt. Diese Ge<lb break="no"/>spräche waren sehr inhaltslos, er selbst hat <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> deutlich gesagt,<lb/>
alle Wünsche müßte er mit dem Finanzminister resp. mit dem Landwirt<lb break="no"/>schaftsminister bezüglich der ÖVP-Vorschläge besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_22">In der Personalpolitik will <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> natürlich in der Verstaatlichten ihre<lb/>
Positionen halten, führt aber einen richtigen Eiertanz auf. Bei der<lb/>
ÖMV soll GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, der immer wieder verlängert wurde, jetzt abge<lb break="no"/>löst werden. Die ÖMV-Leute haben gut verdient, aber schlecht gestio<lb break="no"/>niert. In Personalfragen darf es in Hinkunft keine Gefälligkeitslösung<lb/>
mehr geben. Bei der ÖMV müßte der gesamte Vorstand ausgewechselt wer<lb break="no"/>den. Dieser hat sich in der Vergangenheit gegen den ÖAAB nicht durchge<lb break="no"/>setzt. Die Betriebsräte und auch ein Teil der drei in der ÖMV tätigen<lb/>
Gewerkschaften verteilen schon die Posten. Wo dies hinführt, haben ja<lb/>
die Vereinigten Edelstahlwerke gezeigt, wo dort auch die Betriebsräte<lb/>
gegen die Vorstand regiert. Für VEW besteht die Gefahr, daß die Mutter<lb/>
VÖEST-Alpine stärker in die Geschäftsführung sich einschaltet und,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, die Betriebe <choice><choice><sic>auspadelt</sic><corr>ausbanlt</corr></choice></choice>. Bei VEW andererseits hat<lb/>
bisher immer Kapfenberg dominiert und die anderen Betriebe wurden be<lb break="no"/>nachteiligt. Auch die VMW, wo GD <rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs> in Berndorf versagt hat,<lb/>
müsse man eine andere Politik einleiten. Eisen und Aluminium zuzukau<lb break="no"/>fen würde bedeuten, daß die Beschäftigung noch weiter heruntergeht.<lb/>
Die Abwanderung der Industriebetriebe vom Osten nach Westen hat sich<lb/>
jetzt auch in der Volkszählung niedergeschlagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_23">Bezüglich der Diskussion mit der Kirche wird <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kein einziges<lb/>
Wort zurücknehmen. Er hat von Kardinal <rs type="person" ref="#per__109820">König</rs> einen Brief erhalten<lb/>
und ihn auch beantwortet. Wer den Briefwechsel lesen will, könne ihn<lb/>
im Büro sehen, doch möchte er nicht, daß mehrere Kopien angefertigt<lb/>
werden. Diesen Briefwechsel hat er ohne Kommentar den Ministerratsbe<lb break="no"/>schlüssen nach dem Februar 34 beigelegt, daraus sieht man, daß auf<lb/>
Intervention verschiedener Länder für entsprechende Milde über den<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__1137625">Pacelli</rs> vom Heiligen Stuhl in Rom der Nuntius angehal<lb break="no"/>ten wurde, etwas zu unternehmen. Dieser hat aber nur erklärt, <rs type="person" ref="#per__85755">Dollfuß</rs><lb/>
sei ein treuer Sohn der Kirche und es bestehe kein Interventions<lb break="no"/>grund. Damals hätte die Kirche also falsch gehandelt und nur dies<lb/>
hätte er gesagt.<lb/>
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anderer Staaten und deren Parteien Kontakt aufnimmt. Österreich wird<lb/>
die Eiertänze der NATO, um US-Präsident <rs type="person" ref="#per__126232">Reagans</rs> Politik doch zu ver<lb break="no"/>treten, nicht mitmachen. Auch in Westeuropa hat man sich abgefunden,<lb/>
daß auf der einen Seite die Gasverträge mit der SU gemacht werden,<lb/>
auf der anderen Seite sich an der Show Polen den Polen mitmacht.<lb/>
Die österreichische Regierung wird nur sachliche Überlegungen und<lb/>
keine <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs>-Politik-Gefälligkeiten machen. Auch der Boykottaufruf,<lb/>
den Boykottaufrufe nicht befolgt hat, gegen Iran, gegen die Olympiade in<lb/>
Moskau usw. hätte uns in der Weltöffentlichkeit nicht geschadet. Die<lb/>
ÖVP möchte jetzt eine entsprechende amerikafreundliche Politik beson<lb break="no"/>ders dokumentieren, der außenpolitische Sprecher <rs type="person" ref="#per__97991">Steiner</rs> begeht den<lb/>
großen Fehler, zwar auf die amerikanische Politik bezüglich der Verur<lb break="no"/>teilung der polnischen Militärregierung einzuschwenken, aber gleichzei<lb break="no"/>tig als Vorsitzender des Europarates und Berichterstatter über die<lb/>
Türkei deren volle Rehabilitierung zu verlangen, dies hat aber der<lb/>
Europarat dann letzten Endes doch abgelehnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_25">Die im Herbst 81 begonnen Verständigungspolitik mit der ÖVP ist jetzt<lb/>
vorüber, 82 wird in Wirklichkeit das Wahljahr für die Wahl 1983 werden<lb/>
und deshalb sollte man diese streitbare Zeit die jetzt angebrochen ist<lb/>
nützen. Die <rs type="person" ref="#per__1137523">Rauchwarter</rs>-Affäre soll vertuscht werden, in den Massenme<lb break="no"/>dien der ÖVP werden SPÖ Vertreter verleumdet und die sollen klagen<lb/>
wo immer es geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_26"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtet dann über die Arbeitsmarktsituation insbesondere<lb/>
verweist er darauf, daß Semperit bei der CA mit 4 Mrd. Kredit hat und<lb/>
wenn er jetzt nicht Semperit unterstützt, es dort zu einer Entwicklung<lb/>
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in dieser Frage sollten die zuständigen Finanzminister, Sozialminister<lb/>
und Handelsminister besprechen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> einen Brief<lb/>
bekommen über die Konzernbetriebesituation, danach würde ein Debakel<lb/>
mit Semperit für die CA schlimmer sich auswirken als die Eumig und ÖKG<lb/>
für die Länderbank. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkt noch, die Banken haben uns derzeit<lb/>
in eine ähnliche Situation gebracht wie in den 30-er Jahren der<lb/>
damalige Bankenkrach die damalige Bundesregierung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit Büro <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> besprechen, wann die<lb/>
entsprechenden Sitzungen stattfinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_28"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtet über die Arbeitsmarktsituation. Entgegen der<lb/>
Annahme beim Baugipfel und bei der Regierungsklausur wurden jetzt 155.<lb/>
000 Arbeitslose davon 53.000 Bauarbeiter Ende Jänner gezählt, die<lb/>
Arbeitslosenrat ist 5,4 % gegenüber 3,7 im Jänner des Vorjahres. <rs type="person" ref="#per__97668">Krei<lb break="no"/>sky</rs> beschwert sich bitter, daß beim Baugipfel beschlossen wurde, die<lb/>
Aufträge vorzuziehen, das Verkehrsministerium hätte dies mustergültig<lb/>
gemacht, das Bautenministerium dagegen nicht. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> ist nicht anwe<lb break="no"/>send und <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> erklärt, daß man große Bedenken hat, diese Poli<lb break="no"/>tik zu verfolgen, denn jetzt begonnen Bauten müßten dann infolge man<lb break="no"/>gelnder Budgetmittel im Sommer wieder eingestellt werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> kritisieren, daß der Bautenminister nur immer mehr Geld ver<lb break="no"/>langt, hätte er die Vorziehung durchgeführt, dann hätte man im Sommer<lb/>
oder Herbst ja reden können, ob die Mittel da ausreichen oder nicht.<lb/>
Ein Baugespräch an dem auch <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> mit der Bauindustrie und Ge<lb break="no"/>werkschaft stattgefunden hat, hätte einige Mißverständnisse aufgeklärt<lb/>
die Bauunternehmern haben geglaubt die Haftungsrücklage wird auch für<lb/>
die Vergangenheit entsprechend reduziert, der Bautenminister möchte<lb/>
dies aber nur für die Zukunft. 400 bis 600 Mio sind noch aushaftende<lb/>
nicht bezahlte Rechnungen, die der Finanzminister begleichen müßte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> stellt wieder fest, daß man ihm vor der Regierungsklausur gesagt<lb/>
hat, 1 bis maximal 1,2 Mrd. seien noch nicht ausbezahlt, jetzt seien<lb/>
es wieder um 400 Mio. eine 1,6 Mrd. in Summe geworden. Er braucht vom<lb/>
Bautenministerium eben genauere Ziffern. Bei diesem Baugespräch hat<lb/>
der Sprecher der Gewerkschaft, Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97741">Millendorfer</rs>, massive An<lb break="no"/>griffe gegen das Bautenministerium gestartet, <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> ist deshalb jetzt<lb/>
bei einem Präsidiumsgespräch mit der Bauarbeitergewerkschaft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_29">Wissenschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> berichtet, daß zur Bekämpfung des Zahn<lb break="no"/>ärztemangels jetzt eine Wiener Ausbildungsstelle adaptiert wird und<lb/>
weitere Zahnärzte dadurch ausgebildet werden könnten, die bisherigen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_30"><rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> berichtet in Abwesenheit von Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
über die Gespräche der Regierungsdelegation mit den Ländervertretern<lb/>
über Biosprit. Die Bleisenkung im Benzin wird programmgemäß durchge<lb break="no"/>führt, <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> hat die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen ge<lb break="no"/>schaffen. Über die Novelle zum Kraftfahrgesetz, wonach auch dann Bio<lb break="no"/>sprit beigemischt werden kann berichtet <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs>, daß es sich um eine<lb/>
wertfreie Entscheidung handelt, erst wenn das Gesetz die Verordnungs<lb break="no"/>ermächtigung enthält, wird man die Einzelheiten besprechen müssen.<lb/>
Die Sozialpartner sollen jetzt den Umfang der Biospritbeimischung und<lb/>
die Preise besprechen. <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> verweist darauf, daß ich immer gegen<lb/>
die hohen Preise größte Bedenken gehabt habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_31"><rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> berichtet, daß jetzt die Frächter wegen der bilateralen Ver<lb break="no"/>träge über die Kontingente für Ausländer in Österreich und andererseits<lb/>
die österreichischen Möglichkeiten ins Ausland zu fahren insbesondere<lb/>
BRD, heftig protestieren. Die Außenseitergruppe des auch seinerzeit<lb/>
inszenierten Frächterstreiks, <rs type="person" ref="#per__116680">Bosch</rs>, hat beim Verkehrsministerium<lb/>
eine Protestfahrt mit LKW durchgeführt, die Polizei hat sofort diese<lb/>
Demonstration aufgelöst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_32">Der Rechnungshofbericht über die ÖBB, wo auch die Stellungnahme bezü<lb break="no"/>glich der Kritik der Gehaltsabschlüsse enthalten ist, wurde jetzt be<lb break="no"/>antwortet, die ÖBB-Direktion aber auch die Gewerkschaft steht auf dem<lb/>
Standpunkt, Gehaltsabschlüsse sind autonome Entscheidungen der Sozi<lb break="no"/>alvertragspartner und unterliegen nicht der Kritik des Rechnungshofes<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> bittet auch, daß jetzt endlich die Nebenbahnfrage geklärt<lb/>
werden muß. Bezüglich der Bregenzer Waldbahn ersucht er mich dann nach<lb/>
der Sitzung, daß ich den Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> in Bregenz die Unterla<lb break="no"/>gen der Bauabsichten der Vorarlberger Kraftwerke, die er mir ja ge<lb break="no"/>geben hat, weiterleite.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_33">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Was hat die Sektion V dazu bis jetzt unter<lb break="no"/>nommen?</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_34">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs> berichtet, daß sich im Polenkomitee die Gastwirte<lb/>
beschwert haben, daß sie oft 2 Monate warten müssen, bis die Pen<lb break="no"/>sionsgelder für die Polenflüchtlinge bezahlt werden. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> meint, für<lb/>
November seien sie jetzt schon ausbezahlt und er könne nur so viel<lb/>
bezahlen, als das Finanzministerium anweist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_35"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> berichtet, daß ein Gutachten jetzt eindeutig feststellt, daß<lb/>
beim Österreichischen Verkehrsbüro der Vorstand Gelder ausgegeben hat<lb/>
ohne dem Aufsichtsrat zu berichten. Insgesamt braucht das Österreichi<lb break="no"/>sche Verkehrsbüro 52 Mio. S für die Sanierung. Aufgrund der Gutachten<lb/>
wird, obwohl <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ihm gedroht hat, daß dies den Krieg bedeutet,<lb/>
er den Generaldirektor <rs type="person" ref="#per__112998">Sokol</rs> entlassen. Die Zeitungen, aus welchem Grund<lb/>
immer, schreiben genau das Gegenteil. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat dies <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mitge<lb break="no"/>teilt und wird am 5. Februar die Öffentlichkeit informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_36">Die Umschuldung der Polenkredite wird fortgeführt, die Polen zahlen<lb/>
wie vereinbart, eine Fälligstellung der Polenkredite würde die öster<lb break="no"/>reichischen Bankbilanzen katastrophal beeinflussen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_37">Die in der Regierungsklausur vorgesehenen Maßnahmen Kapitalbeteili<lb break="no"/>gungsgesellschaft, insbesondere Investitionsprämie 6 %, wurde mit der<lb/>
ÖVP vereinbart, bezüglich des Sonderwohnbauprogramms und Versicherun<lb break="no"/>gen wird die ÖVP im Parlament nicht zustimmen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> meint, aber<lb/>
man sollte unbedingt bei diesem Wohnungssonderprogramm bleiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_38">Im Ministerrat berichtet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> den Dank an <rs type="person" ref="#per__1137624">Hennerbichler</rs> wegen der<lb/>
Befreiung der 3 Österreicher von den Kurden, <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> über den Ar<lb break="no"/>beitslosenstand, <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>, der kanadische <choice><choice><sic>Stellvertreter</sic><corr>stellvertretende</corr></choice></choice> Einwanderungsmi<lb break="no"/>nister hat jetzt die Ostflüchtlingsquote von 2.500 auf 3.500 erhöht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> hat eine Verkehrsministertagung der Deutschen, Schweizer<lb/>
und österreichischen Verkehrsminister in Zürich, bei dieser Gelegen<lb break="no"/>heit soll auch gleich über den Rhein-Main-Donau-Kanal gesprochen wer<lb break="no"/>den. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwähnt, daß Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> ihm dies zugesagt<lb/>
hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_39">Nach der Ministerratsbesprechung ersucht mich <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> ich sollte die<lb/>
Verhandlungen mit den Philippinen über das Multifaserabkommen aufneh<lb break="no"/>men, dazu bin ich sehr gerne bereit, ich glaube nur nicht, daß es<lb/>
zweckmäßig ist, dies in Manila abzuhalten. Die bisherigen Verhandlun<lb break="no"/>gen wurden stets in Genf geführt. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> sieht dies auch ein und wird<lb/>
dies mit der philippinischen Seite besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_40">Der Unterausschuß Energetik der gemischten sowj.-österr. Kommission<lb/>
wird jetzt in Österreich konstituiert. Zu diesem Zweck ist Vizemini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__129241">Lopatin</rs> mit einer größeren Delegation zur Verbund gekommen. Die<lb/>
Aussprache ergibt, daß tatsächlich jetzt der 500-MW-Stromaustausch,<lb/>
wir liefern im Sommer und in der Nacht und beziehen im Winter und bei<lb/>
Tag, zustandekommt. Über weitere Kooperationen wird verhandelt. Ich<lb/>
<pb n="63-0118" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-02-02_0118.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>erwähne gegenüber <rs type="person" ref="#per__129241">Lopatin</rs> neuerdings den Wunsch ev. Atommüll in der<lb/>
SU lagern zu können. Außerdem ersuche ich <rs type="person" ref="#per__129241">Lopatin</rs>, obwohl er nur<lb/>
für Strom zuständig ist, bei seiner Rückkunft mit den Außenhandels<lb break="no"/>ministeriumsleuten die Frage der Gaslieferung neuerdings zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_41">Auch bei der Verabschiedung des russischen Handelsrates <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs><lb/>
kommt diese Frage sofort aufs Tablett. <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> beschuldigt mit<lb/>
Recht sogar die österreichische Seite, daß sie die Verhandlungen nicht<lb/>
weitertreiben. Angeblich sollte jetzt eine Note seit Monaten der rus<lb break="no"/>sischen Seite versprochen, feststellen, daß die CA das Bankenkonsor<lb break="no"/>tium führt und wegen der Kompensationsgeschäfte verhandlungsfähig<lb/>
ist. Wirklich entscheidend ist aber, daß die ÖMV nicht bereit ist<lb/>
zu sagen, ob sie 1 Mrd. m³ oder 5 Mrd. m³ beziehen will. Ich versuche<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> klarzumachen, daß die Menge vom Preis abhängig ist, er<lb/>
sagt mit Recht, die sowjetische Seite kann Österreich keinen besonde<lb break="no"/>ren Preis machen, daher soll Österreich jetzt sagen, von mir aus nur<lb/>
1 Mrd. will es beziehen. Ich verspreche, wegen der Note und wegen der<lb/>
Menge mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> zu reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit beiden verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_43">Die Fa. Biologische Verfahrenstechnik, Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__1137626">Rokita</rs>, hat ein neues<lb/>
Bioverfahren. Ich schlage ihm vor, er soll es in einem Pressefrüh<lb break="no"/>stück bei uns vorstellen, niemand soll sagen, daß wir vom Handels<lb break="no"/>ministerium nicht jedem Verfahren entsprechendes Augenmerk zuwenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_44">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_45">Nach einer Aussprache mit Genossen <rs type="person" ref="#per__1137525">Schicker</rs>, der Neffe des eh. Jugend<lb break="no"/>falkenführers und in der illegalen Zeit auch mein Jugendführer, <rs type="person" ref="#per__1137525">Schicker</rs><lb/>
soll jetzt bei uns Bezirkssekretär werden, bringe ich diesen Vor<lb break="no"/>schlag im Vorstand zur Sprache, der einstimmig zustimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-02-02_46">In der Bezirksausschußsitzung berichtet die JG über ihre Jahresver<lb break="no"/>sammlung und über eine Resolution über das Kernkraftwerk, darüber gibt<lb/>
es eine harte Diskussion, die Fronten zwischen Jung und Alt verhärten<lb/>
sich immer mehr, anschließend nach meinem Bericht, gibt es dann von<lb/>
Landessekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> den Bericht über die Mietenerhöhungen, da<lb/>
gibt es dann natürlich eine noch längere und noch härte Diskussion.<lb/>
Ungeschickterweise sind die jungen dann von der Bezirksausschußsitzung<lb/>
weggegangen, die Alten konnten daher mit Recht kritisieren, die inte<lb break="no"/>ressieren sich nur für gewisse Probleme die sie interessieren, die<lb/>
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Jungen machen wirklich manchmal eine komische Politik, die mir auch<lb/>
schwer fällt sie zu beschützen, was ich aber als meine Aufgabe be<lb break="no"/>trachte.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 2.2.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 118. Ministerratssitzung, 2.2.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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            <head>Nachtrag TO 118. Ministerratssitzung, 2.2.1982</head>
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               <persName type="label">Cifer, Emil</persName>
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               <persName type="label">Streicher, Rudolf</persName>
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               <occupation>Wiener Metallwerke, Vereinigte Metallwerke Ranshofen, GD Austria Metall
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               <persName type="label">Sokol, Alfred</persName>
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               <persName type="label">Grundig, Max</persName>
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