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            <title type="main">Dienstag, der 26. Jänner 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band63_1982-01-26</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_01">Dienstag, 26. Jänner 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_02">Beim Jour fixe mit der Handelskammer wird der ÖMV-Vorschlag bezüglich<lb/>
Benzinpreissenkung diskutiert, die Handelskammer möchte unbedingt, daß<lb/>
die Preisfreigabe bleibt. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hofft, daß es gelingt mit<lb/>
40 Groschen Superbenzinpreissenkung eine Zustimmung der Interessensver<lb break="no"/>tretung und der beteiligten Ministerien und der Preiskommission zu be<lb break="no"/>kommen, daß dieser Betrag genügt um die Preisfreigabe dann auch ein<lb break="no"/>stimmig zu beschließen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_03">Bezüglich der Aufhebung der Preisbescheide der RAG für Inlandsgas durch<lb/>
den Verwaltungsgerichtshof, ersucht <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> auch unbedingt einen Kompro<lb break="no"/>miß mit allen Beteiligten zu erzielen, damit die OÖ Ferngas nicht jetzt<lb/>
Beträge nachzahlen muß, die ihren Konkurs bedeuten könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_04">Bezüglich der Kohlebevorratung ersuche ich die Handelskammer ihren<lb/>
Sektionsobmann Handel, <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs> zu unterstützen, damit der ausgearbeitete<lb/>
Entwurf jetzt endlich konkret verhandelt werden kann. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat zwar<lb/>
Bedenken, daß man überhaupt eine Kohlenbevorratung einführt, da bisher<lb/>
die Versorgung bestens funktioniert hat. Da er überhaupt nichts von<lb/>
diesem Projekt gewußt hat, wird er sich mit dem Gremium für Brennstoff<lb break="no"/>handel dessen Obmann ebenfalls wieder <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs> ist, unverzüglich informie<lb break="no"/>ren lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_05">Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> bringt die Frage der zollfreien Einfuhr von Farbfernseh<lb break="no"/>bildröhren aus Japan für die Firma Grundig zur Sprache und stellt<lb/>
fest, daß die Handelskammer nicht beabsichtigt den Präsidialbeschluß<lb/>
300.000 Stück zollfrei für Grundig beim Handelsministerium zu beantra<lb break="no"/>gen reassümieren will. Gleichzeitig aber meint er, ich sollte unbedingt<lb/>
versuchen, so wie im vergangenen Jahr einen Kompromiß zwischen Philips<lb/>
und Grundig zu erzielen. Nach Information Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrers</rs> werden in<lb/>
Europa 10 Mio. Farbfernsehgeräte hergestellt davon 20 und 22 Zoll 3 1/2<lb/>
Mio. Von insgesamt 6,8 Mio. Röhren, die in Europa produziert werden,<lb/>
müssen daher viele importiert werden, die 300.000 20 bis 22 Zoll, die<lb/>
aus Japan zollfrei eingeführt werden, beträgt also 10 %. Diese Überle<lb break="no"/>gung, wenn die Zahlen stimmen ist unzulänglich, denn wen es zu keinem<lb/>
Kompromiß kommt, dann ist anzunehmen, daß Philips zwar sicherlich nicht<lb/>
die Produktion in Lebring einstellen wird, dafür haben sie zu viel<lb/>
investiert, wohl aber die Firma Grundig mit den zollfrei eingeführten<lb/>
Röhren die EG 15 % Zoll die für alle Farbfernsehröhrenimporte aus<lb/>
<pb n="63-0084" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-26_0084.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Japan eingehoben wird, unterlaufen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Ziffern prüfen, gleichzeitig für<lb/>
nächstes Jour fixe über die tatsächliche Produktions- und<lb/>
Importsituation in Europa und Österreich mir mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_07">Da der Parteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> bei seiner Reise nach Saudi-Arabien behauptet<lb/>
hat, die österreichischen Unternehmer nützen die Exportmöglichkeiten<lb/>
nicht und damit indirekt auch die Handelskammer hart kritisierte, habe<lb/>
ich eine Zusammenstellung der Saudi-Aufträge machen lassen, die ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> übergebe. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat ja bereits aufgrund des Kurierartikels<lb/>
innerhalb der Bundesparteileitung wie er selbst zugab, diesbezüglich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> hart wegen dieser Aussage kritisiert. Trotzdem bereitet es mir ein<lb/>
gewisses Vergnügen neuerdings auf diese unzulängliche Behauptung hinzu<lb break="no"/>weisen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_08">Eine Fa. <choice><choice><sic>Austroexportservice</sic><corr>?</corr></choice></choice> hatte im Hotel Hilton ihren Sitz und<lb/>
offeriert sich dem Handelsministerium als Exportförderungsstelle. Die<lb/>
Handelskammer wird dazu Stellung nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_09">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> ersucht für den Arabia-Exporteur <rs type="person" ref="#per__1137608">Flach</rs> einen<lb/>
Komm.Rat-Titel der Handelskammer herauszureißen. Trotz ihres Charmes<lb/>
und der guten Beziehung zu Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, der ihr für den kommen<lb break="no"/>den Geburtstag ein herrliches Blumengesteck gegeben hat, stößt sie hier<lb/>
auf Granit. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat vorher auch nichts anderes erwartet, wie sie<lb/>
mir sagte, gegenüber <rs type="person" ref="#per__1137608">Flach</rs> hat sie sich hier ihres Auftrages entledigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_10">Gemeinderat <rs type="person" ref="#per__134168">Neumann</rs> hat <choice><choice><sic>mir</sic><corr>mit?</corr></choice></choice> dem saudi-arabischen Handelsrat <rs type="person" ref="#per__134170">Raui</rs> die<lb/>
Frage der Reitanlage für Saudi-Arabien Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> die Auskunft<lb/>
gegeben, daß man abwarten muß, bis sich ein saudi-arabischer Geldgeber<lb/>
findet. Dann wird die Handelskammer mich entsprechend informieren,<lb/>
welche Schritte österreichische Firmen in Saudi-Arabien zur Erlangung<lb/>
dieses Auftrags durchführen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Information deckt sich nicht mit den Aus<lb break="no"/>führungen <rs type="person" ref="#per__134168">Neumanns</rs> gegenüber MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_12">In der Ministerratsvorbesprechung, die wieder von Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs><lb/>
geführt wird, weil <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> noch immer erkrankt ist, ersucht dieser so<lb break="no"/>fort Parteiobmannstellvertreter <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> über den Streit zwischen Kardi<lb break="no"/><pb n="63-0085" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-26_0085.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nal <rs type="person" ref="#per__109820">König</rs> oder der Amtskirche und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wegen der Äußerung über die<lb/>
Polen-Kirche zu berichten. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>, der ja als ständiger Gesprächspart<lb break="no"/>ner und Verbindungsmann zur Amtskirche gilt, teilt mit, daß die Zei<lb break="no"/>tungen hier die Frage wesentlich stärker aufbauschen, als dies von der<lb/>
Amtskirche im gesamten gewünscht wird. <rs type="person" ref="#per__109820">König</rs> braucht nie um einen be<lb break="no"/>sonderen Termin ansuchen, denn jedes Monat gibt es ein Gespräch zwischen<lb/>
SPÖ und der Kirche. Einige Bischöfe betrachten diese Kontakte mit Miß<lb break="no"/>mut, wie z.B. <rs type="person" ref="#per__1137609">Žak</rs> und <rs type="person" ref="#per__134037">Stecher</rs>. Selbstverständlich wurde der Amtskirche<lb/>
die <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Rede zur Verfügung gestellt, Aufregung herrschte nur bezüg<lb break="no"/>lich der Bemerkungen über die österreichische Erfahrung der Sozialde<lb break="no"/>mokratie mit der Kirche in der ersten Republik. Fest steht, daß der<lb/>
katholische Laienrat in dieser Frage nicht Sprecher ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_13"><rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> berichtet dann über ihre Verhandlungen mit den Grazer Studen<lb break="no"/>tenbesetzergruppen. Diese seien eindeutig KP-organisiert und -orientiert.<lb/>
500 Studenten wären im Hörsaal gewesen, angeblich hätte die Polizei ihr<lb/>
mitgeteilt, wenn sie keine Zusage macht, würde die Gefahr bestehen, daß<lb/>
sie im Saal festgehalten wird. Sie hat deshalb sofort mit den Organi<lb break="no"/>satoren dieser Aussprache Kontakt aufgenommen, die dies ganz entschie<lb break="no"/>den bestritten. Innenminister <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> erklärte sofort, daß die Studenten<lb/>
zwar sicherlich links sind, aber nicht von der KPÖ gesteuert werden.<lb/>
Diese hat auf ihre eigenen Studenten und schon gar nicht auf andere<lb/>
irgendwelchen Einfluß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_14"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtet dann, daß infolge der verhältnismäßig großen Zu<lb break="no"/>nahme der Arbeitslosen die Arbeitslosenverwaltung auch für 25. Jänner<lb/>
eine Erhebung durchgeführt hat. Danach hat sich die Arbeitslosigkeit<lb/>
vom 15. Jänner 147.000 auf 155.000 erhöht. Das sind um 50.000 mehr als<lb/>
im Jänner des Vorjahres. In der Steiermark nehmen die Bauarbeiter be<lb break="no"/>sonders stark zu und auch im Burgenland. In Wien und Niederösterreich<lb/>
ist eine ganz leichte Abnahme von ca. 170 zu verzeichnen. Typisch für<lb/>
mich war, daß <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> sich auch hier nach jedem Strohhalm greift der<lb/>
einen weiteren Zuwachs nicht mehr erwarten läßt. Betriebe wie Semperit,<lb/>
1.000 <choice><choice><sic>bis</sic><corr>?</corr></choice></choice> 2.000 Beschäftige zu viel, Felten &amp; Guilleaume in <choice><choice><sic>Dimbriach</sic><corr>Diemlach?</corr></choice></choice>,<lb/>
wo jetzt mit 35 Mio., Land und Bund je 10 Mio., 15 Mio. Kredit für kurze<lb/>
Zeit eine Überbrückung gefunden wurde, werden uns im Frühjahr noch<lb/>
hart beschäftigen. Unter dieser Arbeitslosigkeitsentwicklung soll man<lb/>
seinem Verlangen nach Freigabe des Konjunkturausgleichsbudgets betrach<lb break="no"/>ten. Die steigenden Arbeitslosenzahlen bedingen, daß er jetzt 80 Be<lb break="no"/>dienstete aufnehmen muß, damit die Arbeitslosengeldzahlungen schneller<lb/>
abgewickelt werden können. Er befürchtet, wenn die Arbeitslosen in immer<lb/>
größerem Maße anfallend nicht einmal ihr Arbeitslosengeld zeitgerecht<lb/>
<pb n="63-0086" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-26_0086.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bekommen können, beträchtliche Unruhen entstehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_15"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> nimmt in einem längeren Referat Stellung zu der Arbeitslosensi<lb break="no"/>tuation. Er spricht sich ganz entschieden gegen die Freigabe des Kon<lb break="no"/>junkturausgleichsbudgets aus. Er könnte die 5 Mrd. gar nicht aufbringen,<lb/>
darüber hinaus ist er auch fest überzeugt, daß dieses Konjunkturaus<lb break="no"/>gleichsprogramm viel zu wenig zielgerichtet ist. Ende Dezember wurde<lb/>
die neue Prognose des Wirtschaftsforschungsinstitutes bekannt und am<lb/>
11. Jänner hat er bereits ein Sonderprogramm mit der Regierung vorge<lb break="no"/>legt, mit den dort vorgesehenen 2,2 Mrd. S zusätzlicher Ausgaben hofft<lb/>
er, daß zielgerichtet die Arbeitslosigkeit entsprechend bekämpft wer<lb break="no"/>den kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_16">Eine Wiederholung der Staatsdefizit-Spending-Politik des Jahres 1975<lb/>
hält er für nicht möglich, dies würde Ausgaben von 30 Mrd. S bedeuten,<lb/>
die er nicht finanzieren kann. Außerdem wurde 75 mit dieser Politik<lb/>
nur die Strukturbereinigung der Bauindustrie verschoben. Die anderen<lb/>
europäischen Staaten haben die damalige Krise dazu benützt um die Bau<lb break="no"/>kapazität zu verkleinern. Maximal könnte sich <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> vorstellen, daß<lb/>
zielgerichtet zusätzliche öffentliche Bauten in Angriff genommen wer<lb break="no"/>den.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_17">Das Bundesbudgetdefizit 1981 konnte jetzt mit 51,7 Mrd. nur 2 Mrd. mehr<lb/>
als präliminiert abgeschlossen werden. Dies ist ein beträchtlicher Er<lb break="no"/>folg wenn man an die Mindereinnahmen denkt und an die zusätzliche Fi<lb break="no"/>nanzierung von zusätzlichen Ausgaben für 400 Mio. VEW, 350 Mio. Bank<lb break="no"/>finanzierung für Kredex im Zuge der Klimatechnikpleite, 700 Mio. für<lb/>
höhere Treibstoffpreise für die ÖBB und 1,2 Mrd. geringere Einnahmen von<lb/>
Post und Bahn als präliminiert durch den Wirtschaftsrückschlag.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_18">75 betrug die Finanzstaatsschuldenrückzahlung 12,2 Mrd., der Zinsendienst<lb/>
4,7 Mrd. Heuer werden es 52,5 Mrd. sein, der Zinsendienst allein 22,7<lb/>
Mrd. S. Für 1984 wenn gar nichts anderes mehr geschehen sollte, die<lb/>
Wirtschaftsentwicklung sich nicht wesentlich ändert, würden 65 Mrd. zu<lb break="no"/>rückzuzahlen sein und 28 Mrd. S Zinsendienst betragen. Die explosions<lb break="no"/>artige Entwicklung kann nach Meinung <rs type="person" ref="#per__97891">Salchers</rs> nicht durch weitere zu<lb break="no"/>sätzliche Ausgaben noch verstärkt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_19">Die Verhandlungen mit dem saudi-arabischen Finanzminister hätten ergeben,<lb/>
daß die Saudis über ihre Kreditorganisation SAMA für 82 550 Mio. $<lb/>
zur Verfügung stellen werden, davon 150 Mio. für die Österreichische<lb/>
<pb n="63-0087" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-26_0087.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Kontrollbank und 400 Mio. für Bundeskreditaufnahmen. Dadurch entgeht<lb/>
Österreich dem Zwang in der Schweiz sich, trotzdem es dort noch als<lb/>
guter Zahler gilt, sich anstellen zu müssen. Eine gemeinsame Investi<lb break="no"/>tionsgesellschaft in Form einer gemeinsamen Bank wird untersucht. Die<lb/>
Entwicklung ist bezüglich Arbeitslosigkeit und Staatsfinanzierung nicht<lb/>
einfach, doch sollte man nicht in Panik geraten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_20"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> stellte sofort fest, er will keine Panik erzeugen, aber die<lb/>
50 % Arbeitslosen mehr verlangen sofortige zusätzliche Maßnahmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_21"><rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> ergänzt, daß ihm für Hochbauten des Bundes nur 3 Mrd. zur Ver<lb break="no"/>fügung stehen, davon 360 Mio., nicht einmal 10 %, für Neubauten. Insgesamt<lb/>
hätte er für 15 Mrd. planungsfertige Projekte. Bei der Straße fehlt ihm<lb/>
auch 1 Mrd. S zu den <choice><choice><sic>16,3</sic><corr>?</corr></choice></choice> Mrd. S, die ihm zur Verfügung stehen. 75<lb/>
konnte er noch 72 % der Mineralölsteuern und des Straßenbudgets für<lb/>
Ausbauten verwenden, jetzt sind es nur mehr 41 % weil zwar ca. 22 % für<lb/>
die Erhaltung damals und heute dienen, die Rückzahlung aber für Sonder<lb break="no"/>gesellschaften von 6,6 % auf 27 % gestiegen ist. Da er jetzt die Mur-<lb/>
Mürztal-Straße dringlich ausbaut, mußte er Projekte in Vorarlberg und<lb/>
Salzburg usw. zurückstellen resp. die Bauvorhaben abbrechen. Dies löst<lb/>
dort Protest der zuständigen Landeshauptleute aus. Wieder einmal er<lb break="no"/>innerte<add>[er?]</add>, daß die Verkehrslawine aus der BRD wenn die Autobahn Nürnberg-<lb/>
Regensburg-Passau bis Suben, Grenzübergang fertiggestellt sein wird,<lb/>
dann eine chaotische Verkehrssituation im Innviertel auslöst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_22"><rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> berichtet, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über den <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs>-Bericht erschüttert<lb/>
ist, und eine Aussprache zwischen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> notwendig ist<lb/>
und abgewartet werden muß. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> meint, die Autobahnanschlußfrage<lb/>
hätte langfristig in der Vergangenheit gelöst werden müssen. Entweder<lb/>
Tauern- oder Pyhrnautobahn, beides zusammen ist nicht gegangen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs>, in aller Bescheidenheit wie immer, stellt fest, daß z.B.<lb/>
bezüglich des Vorziehens der Bundesgebäudeerhaltung er feststellt, daß<lb/>
im BKA solche Arbeiten immer unterbrochen und keinesfalls vorangetrieben<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> gibt unumwunden zu, daß die Bundesgebäudeverwaltung<lb/>
altvaterisch unmöglich überzogen mit einem Wort eine katastrophale<lb/>
ist. Eigentlich ein trauriges Ergebnis einer 12-jährigen sozialistischen<lb/>
Ressortführung. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> verweist darauf, daß die 100. Sendung Volks<lb break="no"/>anwaltschaft durch Ressortvertreter als Zuhörer aufgeputzt werden<lb/>
sollte. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> meint, er wird in Hinkunft niemanden mehr zu diesen<lb/>
Sendungen schicken, weil der Volksanwalt <rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs> seine Mitarbeiter<lb/>
skandalös behandelt hat.<lb/>
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hier geschehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_24"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> erinnert daran, daß die Parlamentsanfrage wegen Überstunden<lb/>
von ihm koordiniert wird. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> teilt mit, er hätte schon ohne Koordi<lb break="no"/>nation direkt geantwortet. Dies ist mir eigentlich unerklärlich weil<lb/>
eine solche Koordinierung von der Regierung beschlossen wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte entsprechendes bei uns veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_26"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet dann noch über die Verhandlungen mit den Kanadiern wegen<lb/>
Vergrößerung der Einwanderungsquote von Polen. Voriges Jahr um 1000<lb/>
mehr heuer um 1.100 mehr Polenflüchtlingsübernahme wurde zugesagt.<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs> berichtet über die italienischen Erdbebenopferak<lb break="no"/>tionen, die jetzt zügigst abgewickelt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_27">In der Ministerratssitzung teilt <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> mit, daß das internationale<lb/>
Rote Kreuz die Bundesregierung für diese Tätigkeit ausgezeichnet hat.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> berichtet über eine neue Gedenkmünze zum 1.500 Todestag von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137768">Severin</rs>. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>, daß sie nach Ägypten fährt und das Grab <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__1137769">Anchhor</rs>, das<lb/>
österreichische Archäologen ausgehoben haben zu übergeben. <rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs> be<lb break="no"/>richtet über die Polenhilfe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_28">Außerhalb der Tagesordnung ersucht mich Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs><lb/>
jetzt endlich die Verordnung über Schwefelbegrenzung im Heizöl zu er<lb break="no"/>lassen. Er hätte mit der ÖMV sogar 2 1/2 % maximal Schwefel mit 1. Juli<lb/>
82 vereinbart.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Mit ÖMV klären und <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_30">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ersucht mich, ich sollte dafür eintreten,<lb/>
daß sein Sekretär <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> jetzt im Getreidefonds als Geschäfts<lb break="no"/>führer nach dem LUGA-Arbeiter <rs type="person" ref="#per__140390">Gludovatz</rs>, der in Pension geht, einge<lb break="no"/>setzt werden kann. Diese Frage werden wir in der LUGA besprechen und<lb/>
sicherlich positiv erledigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_31"><rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> fragt mich, ob ich eine Möglichkeit sehe, daß er für Kochkisten,<lb/>
Eßbesteck usw. für das Bundesheer doch einer österreichischen Firma<lb/>
in <choice><choice><sic>Libloch</sic><corr>?</corr></choice></choice> den Zuschlag geben kann. Da der Gesamtbetrag über 10 Mio.<lb/>
ausgemacht hat, mußte er ihn GATT-weit ausschreiben, eine Firma in<lb/>
Lübeck hat anstelle der 2,8 Mio. S Anbot eines um 1,4 Mio. gemacht. Eine<lb/>
<pb n="63-0089" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-26_0089.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Rücksprache bei der österreichischen Firma ergab, daß diese maximal<lb/>
eine 5 %-ige Preissenkung anbieten könnte. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> zeigte mit Recht<lb/>
auf, daß, obwohl das Vergabegesetz noch gar nicht Gesetz ist, schon<lb/>
jetzt die Bevorzugung der österreichischen Firmen nur sehr beschränkt<lb/>
funktioniere.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_32">Eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> und AK und Ministeriumsvertretern ergab, daß<lb/>
nur mehr das Handelsministerium Bedenken gegen die jetzige Formulie<lb break="no"/>rung des Vergabegesetzentwurfes hat. Die am meisten davon betroffenen<lb/>
Ministerien wie Verkehr, Bauten usw. sind mit der jetzigen Formulie<lb break="no"/>rung vollkommen einverstanden. Wir haben dann doch einige Verbesserun<lb break="no"/>gen gesprochen und was das wichtigste ist, in den erläuternden Bemer<lb break="no"/>kungen sollen jeweils besondere Hinweise aufgenommen werden, daß neben<lb/>
dem Grundsatz der Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit usw. viel stärker noch<lb/>
die volkswirtschaftliche Notwendigkeit herausgestrichen werden. Die<lb/>
AK ist einverstanden, daß die EVUs sowie die verstaatlichten Betriebe<lb/>
aus diesem Ausschreibungsgesetz heraus bleiben, wenn die EVUs Erklä<lb break="no"/>rungen abgeben, so wie bisher vielleicht sogar noch verstärkt nur öster<lb break="no"/>reichische Firmen für ihre Investitionen heranzuziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_33">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_34">Mit dem ungarischen Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__133014">Kapolyi</rs>, dem Botschafter, Handels<lb break="no"/>rat und seiner Begleitung gab es ein Arbeitsessen. Die Ungarn stellen<lb/>
sich vor, daß wir die 660 km Gasleitung durch Ungarn und vom ungarisch-<lb/>
österreichischen Grenzübertritt bis Baumgarten also auf die tschechi<lb break="no"/>sche Grenze hin unseren derzeitigen Übergangspunkt hinaus gemeinsam<lb/>
bauen. Paradox ist, daß wir über die österreichische Kontrollbank 600<lb/>
km finanzieren sollen während die Ungarn bereit wären die 60 km auf<lb/>
österreichischem Gebiet zu finanzieren. Dies ist darauf zurückzuführen,<lb/>
weil die ÖMV für dieses Teilstück 1,7 Mrd. S Baukosten veranschlagt,<lb/>
während die ungarische Kalkulation nur 700 Mio. ergibt. Die Ungarn<lb/>
möchten unter allen Umständen eine gemeinsame ungarisch-österreichische<lb/>
Firma gründen, die dieses Pipelineprojekt verwirklicht. Voraussetzung<lb/>
dafür ist und dies habe ich neuerdings festgestellt, daß die SU über<lb break="no"/>haupt bereit ist, außer der CSSR noch eine zweite Erdgasleitung über<lb/>
Ungarn für die 40 Mrd. m³ westeuropäischer zusätzlicher Lieferung zu<lb/>
bauen. Österreich wäre natürlich an einer zweitseitigen Anspeisung mehr<lb/>
interessiert, als alles nur einseitig über die CSSR. Scheinbar können<lb/>
sich die Sowjets aber nicht entscheiden, denn <rs type="person" ref="#per__133014">Kapolyi</rs> hat zugegeben, daß<lb/>
dies nur in Moskau erfolgen kann. Die Situation hat sich für die Ungarn<lb/>
jetzt insoferne verbessert, daß wenn es gelingt eine solche Kooperation<lb/>
zwischen Ungarn und Österreich zu erreichen, dann die Sowjets für die<lb/>
<pb n="63-0090" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-26_0090.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>notwendigen Investitionen sich nicht sorgen müßten. Die Amerikaner<lb/>
bekämpfen ja diese Pipeline mit allen ihr zur Verfügung stehenden<lb/>
Mitteln. Kompressorenstationen, die bis jetzt die Amerikaner hätten<lb/>
zuliefern sollen, werden womöglich nicht geliefert werden können. VEW,<lb/>
Voith, Waagner-Biro sehen jetzt eine Chance, daß sie für diesen Bau<lb/>
herangezogen werden. Hauptproblem ist, wie ich auch freimütig <rs type="person" ref="#per__133014">Kapolyi</rs><lb/>
und allen Anwesenden sagte, ob die ÖMV bereit ist, auf diesen Vorschlag<lb/>
einzugehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte mit ÖMV Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_36">Die vorgesehene Braunkohlenbrikettslieferung aus Ungarn kann nicht<lb/>
durchgeführt werden, weil der Schwefelgehalt über 3 % beträgt. <rs type="person" ref="#per__133014">Kapolyi</rs><lb/>
hat dies sofort eingesehen. Die Ungarn arbeiten jetzt an einem neuen<lb/>
System um schwefelhaltige Kohle ohne Umweltbelastung verheizen zu<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_37">In der Bundesfraktionssitzung wird über die Resolution gegen das Kriegs<lb break="no"/>recht in Polen gesprochen. Der internationale Bund freier Gewerkschaf<lb break="no"/>ten hat alle seine Mitgliedsorganisationen dazu aufgefordert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_38">Um die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, wird jetzt vorgeschlagen<lb/>
zur Überbrückung <choice><choice><sic>3-monatlich</sic><corr>?</corr></choice></choice> Jugendliche zusammenzufassen und über die<lb/>
Arbeitsmarktverwaltung zu betreuen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_39">Ich werde aufgefordert über die Benzinpreisentwicklung zu referieren<lb/>
und schlage dort vor, man sollte 40 Groschen Superpreissenkung als<lb/>
Kompromiß akzeptieren. Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> meint nur, die amtliche Preisfest<lb break="no"/>setzung dürfte aber nur befristet wieder ausgesetzt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_40">Gewerkschaftsobmann <rs type="person" ref="#per__121123">Mück</rs> berichtet als Krankenkassenobmann über die<lb/>
Vereinbarung mit den Ärzten wegen der Regelung der Krankenscheine für<lb/>
Pensionisten. Die Ärzte haben das Kompromiß akzeptiert, die Pensionisten<lb/>
werden aber darüber trotzdem sehr verärgert sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_41">Mit GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, ÖMV bespreche ich auf seinen Wunsch unter 4 Augen die<lb/>
weitere Vorgangsweise bezüglich der Benzinpreissenkung. Er macht mir<lb/>
das Angebot, Super um 40 und Normal um 30 Groschen d.h. um weitere 10<lb/>
Groschen die Preisverbilligung mit 1.2. zu erhöhen. Ich glaube, daß dies<lb/>
ein vernünftiger Kompromiß ist, da ich vorher in der Fraktion und dann<lb/>
auch mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> von der AK darüber gesprochen habe, werden diese<lb/>
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dem ja schon zugestimmt. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> erwartet dafür eine Preisfreigabe bis<lb/>
Ende des Jahres. dies ist allein aus formalen Gründen nicht möglich,<lb/>
da das Preisgesetz mit 30 Juni ausläuft. Sicher ist mit einer Verlän<lb break="no"/>gerung zu rechnen doch kann niemand vorher eine Erklärung für einen<lb/>
späteren Zeitraum abgeben. Das ganze wird in der Preiskommission am<lb/>
Freitag endgültig zu beschließen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_42">Beim Klub der Bezirksräte auf der Landstraße berichte ich über die Re<lb break="no"/>gierungsaktivitäten und insbesondere die Arbeitsmarktsituation. Auch<lb/>
dort gibt es eine entsprechende lebhafte Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-26_43">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> hat im Namen des Bürgermeisters die ATB zu einem Empfang<lb/>
ins Rathaus eingeladen, er war sehr erstaunt, daß eine so große Anzahl<lb/>
gekommen ist, alle haben sich gut amüsiert. Getanzt wurde interessan<lb break="no"/>terweise sehr wenig. Die ATB dient wirklich dazu um Geschäfte zu machen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> hat bei seiner Ansprache darauf verwiesen, daß die Kontakte, die<lb/>
in Wien angeknüpft werden, auch für die Ausländer aber auch für die<lb/>
Nichtwiener sehr wichtig sind. Ich ergänzte aber, das wichtige sind<lb/>
nicht die Kontakte sondern die Kontrakte die auf der ATB abgeschlossen<lb/>
werden sollen. So viel ich bis jetzt heraushören konnte, waren alle<lb/>
mit der Organisation der 7. ATB sehr einverstanden. Für die ÖFVW sicher<lb break="no"/>lich ein voller Erfolg.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 26.1.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 117. Ministerratssitzung, 26.1.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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