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            <title type="main">Donnerstag, der 21. Jänner 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_01">Donnerstag, 21. Jänner 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_02">Der malaysische Botschafter wollte unbedingt vor dem Besuch seines<lb/>
Handelsministers bei mir einen Antrittsbesuch machen. Da ihm Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs><lb/>
erklärte, daß wir auf solche protokollarischen Gepflogenheiten keinen<lb/>
Wert legen, brachte er mir dann eine Note an das Außenministerium mit,<lb/>
wo Malaysia ersucht um Unterstützung für das von ihr besonders gewün<lb break="no"/>schte internationale Zinnabkommen. Er ersuchte mich, auch das Handels<lb break="no"/>ministerium sollte diesen Wunsch Malaysias unterstützen, ich habe ihm<lb/>
sofort zugesagt, daß wir diesbezüglich mit dem Außenministerium kontak<lb break="no"/>tieren werden. Prinzipiell stehe ich auf dem Standpunkt, daß alle diese<lb/>
Rohstoffabkommen für die Entwicklungsländer von größter Bedeutung sind<lb/>
und auch für ein kleines Land für Österreich sich positiv auswirkt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_03"><rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> war auch sehr überrascht und fast ein wenig ungehalten, als<lb/>
unsere Kollegin <rs type="person" ref="#per__125291">Martin</rs> nur sagte, der Botschafter hat sogar ein Antritts<lb break="no"/>besuchsgeschenk mit. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> sah schon eine neue Unsitte einreißen, daß<lb/>
man in Hinkunft auch noch bei Botschafterwechseln entsprechende Geschenke<lb/>
austauscht. Ich war dann um so positiver überrascht, als es sich nur um<lb/>
einen vom malaysischen Staat herausgegebenen Jahreskalender handelte,<lb/>
der allerdings sehr brauchbare Grundinformationen über diesen Staat ent<lb break="no"/>hielt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte versuch die Stellungnahme über das Zinn<lb break="no"/>abkommen bis zum Besuch des Handelsministers positiv zu erledigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_05">Der LAbg. <rs type="person" ref="#per__1137527">Kautz</rs> aus Neunkirchen, hat die Besitzer der Fa. <choice><choice><sic>Rupprecht</sic><corr>lt. Tagesprogramm "Ruprecht"</corr></choice></choice> und<lb/>
<choice><choice><sic>Matthuber</sic><corr>lt. Tagesprogramm "Mathuber"</corr></choice></choice> begleitet, die jetzt große Projekte in Trinidad abwickeln<lb/>
wollen. Sie ersuchten um entsprechende finanzielle Unterstützung ihrer<lb/>
Milliardenprojekte. Von Holzhäusern 1.800 Stück bis zu Bewässerungs- und<lb/>
Industrieprojekten stellten sich diese Firmen vor, könnten sie Millionen<lb break="no"/>provisionen einstreifen. Als Unterlieferanten für deutsche Häuser von<lb/>
der Fa. <choice><choice><sic>Pisun</sic><corr>?</corr></choice></choice> in Hannover könnte Aluminium Ranshofen 40 Mio., Semperit<lb/>
50 Mio. usw. Aufträge bekommen an die diese Firmen brennendst interessiert<lb/>
sind. Angeblich haben die Österreicher die Franzosen, Niederländer<lb/>
und Belgier, die sich ebenfalls z.B. für dieses Häuserprojekt beworben<lb/>
haben im Konkurrenzkampf aus dem Feld geschlagen. Zum Glück hatte ich<lb/>
gleich einleitend erklärt, daß das Handelsministerium keine wie immer ge<lb break="no"/>artete Subvention geben kann. Das einzige wozu wir sofort bereit waren,<lb/>
<pb n="63-0066" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-21_0066.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>war diese Firmen mit dem österreichischen Handelsdelegierten bekanntzu<lb break="no"/>machen. Dr. <rs type="person" ref="#per__121815">Fels</rs>, der zuständige Referent hat übernommen, über die De<lb break="no"/>tails mit ihnen zu verhandeln und dann den österreichischen Handelsdele<lb break="no"/>gierten im Mexiko, <rs type="person" ref="#per__1137528">Wagner</rs> zu verständigen. Ich habe gar kein Interesse<lb/>
daran, daß womöglich diese Firma dann bei mexikanischen Stellen oder<lb/>
in Trinidad hausieren geht und erklärt sie hätten die besondere Pro<lb break="no"/>tektion und die Unterstützung des österreichischen Handelsministers. Mir<lb/>
erschienen die Anbote und die Abwicklung dieser ganz großen Projekte durch<lb/>
die verhältnismäßig kleinen, unbedeutenden Firmen, keineswegs als seriös.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__121815">Fels</rs> informieren, damit nicht ein falscher<lb/>
Eindruck bei <rs type="person" ref="#per__1137528">Wagner</rs> entsteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_07">Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat mir bei der Preisverleihung über den Plakatwettbe<lb break="no"/>werb Ja zu A mitgeteilt, daß jetzt GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> von Philips bei ihm war um<lb/>
sich wegen der zollfreien Japanimporte von Fernsehröhren zu beschweren.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte, er hätte bereits seine Leute zurechtgestaucht, da ja<lb/>
bekanntlich das Handelskammerpräsidium beschlossen hat, daß 300.000 Stück<lb/>
japanische Fernsehröhren für Grundig zollfrei eingeführt werden sollten<lb/>
und diesbezüglich sogar einen Präsidialbeschluß herbeigeführt haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ersuchte mich unter allen Umständen zu verhindern, daß diese<lb/>
jetzt auch im Handelsministerium resp. im Finanzministerium exekutiert<lb/>
wird. Er war sehr erfreut von mir zu hören, daß ich derzeit in Verhand<lb break="no"/>lungen bin, <choice><choice><sic>und</sic><corr>um?</corr></choice></choice> zwischen Philips und Grundig so wie für das Jahr 1981<lb/>
auch für 1982 für beide ein akzeptables Kompromiß zu finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Gibt es bezüglich des Präsidialbe<lb break="no"/>schlusses eine schriftliche Mitteilung an uns?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_09">Der Plakatwettbewerb hat mich sehr beeindruckt. 137 Schüler der graphi<lb break="no"/>schen Lehr- und Versuchsanstalten und ähnlicher Einrichtungen haben da<lb break="no"/>ran teilgenommen, die Jury hat glaube ich wirklich das beste Plakat ent<lb break="no"/>sprechend ausgewählt. Sehr einfach, ein gehendes Einkaufssackerl nur mit<lb/>
Umrissen dargestellt und darauf das rote A Austria. Der junge Schüler,<lb/>
mit dem ich mich unterhalten habe, hat aber an dieser Idee wochenlang<lb/>
gearbeitet und etliche dutzend Entwürfe ausgearbeitet. Ein weiter Preis<lb/>
war eine junge Schülerin, die auch strichartig angedeutet 3 Symbole hatte,<lb/>
als erstes den Eiffelturm, als zweites eine Pyramide in Gizeh und als<lb/>
drittes dann das A. Unwahrscheinlich wie kreativ diese jungen Leute heute<lb/>
sind. Auch diese Kollegin erklärte mir, sie hätte anfangs begonnen mit<lb/>
Einkaufswagerl usw. Überlegungen anzustellen, da aber die ganze Klasse<lb/>
auch in dieser Richtung hin arbeitete, hat sie dann diese einfache Idee<lb/>
<pb n="63-0067" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-21_0067.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>graphisch sehr gut gelöst zu Papier gebracht. Ähnlich war ein dritter<lb/>
Entwurf wo wieder Ja, Yes, Oui, dann japanisch und andere exotische<lb/>
Schriften ebenfalls auf ein Plakat geschrieben standen. Bis zu dem da<lb break="no"/>runterliegenden A.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_10">Ansprachen hielten nach meiner Einleitung Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs><lb/>
und Präs. <rs type="person" ref="#per__115655">Mautner Markhof</rs> Reden wurden also viele gehalten, wie ich zuge<lb break="no"/>ben muß sehr kurz, daß wir dann aber nicht einmal Fruchtsäfte und ev.<lb/>
Brötchen reichten war für mich beschämend. Wenn auch diese ganze Ver<lb break="no"/>anstaltung vom Verein Ja zu Österreich organisiert war, sie fand im<lb/>
Handelsministerium statt, und die jungen Leute haben sich sicher gedacht,<lb/>
solche Schnorrer. Wenn ich mir noch dazu vorstelle, wie oft bei Veran<lb break="no"/>staltungen wo viel Bürokratie und viel Prominenz anwesend ist, die teuersten<lb/>
Buffets präsentiert werden, dann ärgerte ich mich um so mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte achte das nächste mal darauf, daß dies nicht<lb/>
mehr passiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_12">Der Direktor <rs type="person" ref="#per__134031">Jelinek</rs> vom Verlag Jugend und Volk hat vor längerer Zeit als<lb/>
er erfahren hatte, daß ich Tagebücher führe, darauf gedrängt, ich sollte<lb/>
unbedingt mir überlegen, wie dies für ein Buch aufgearbeitet werden<lb/>
könnte. Eine Aussprache mit ihm und dem jetzt besonders bekannten Autor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__125832">Andics</rs>, der die Ringstraßenserie im Fernsehen produziert hat ergab, daß<lb/>
dieser tatsächlich das Material für ein Buch das er schreiben möchte<lb/>
brauchen könnte. Der Verlag wird sich jetzt überlegen, wie er diese<lb/>
10.000 Seiten aufarbeitet. Mir erscheint es fast unmöglich und die Auf<lb break="no"/>zeichnungen auch für zu unbedeutend. Sicherlich ist es ungewöhnlich, daß<lb/>
jemand in einer solchen Position solche doch sehr umfangreiche Aufzeich<lb break="no"/>nungen macht, ich habe eigentlich primär die Absicht, damit meine Mit<lb break="no"/>arbeiter zu informieren, damit eine womöglich einheitliche Linie in<lb/>
all den aktuellen Fragen gefunden wird. Ich habe <rs type="person" ref="#per__125832">Andics</rs> sofort erklärt,<lb/>
daß ich sogar versuche die Situationen nicht besonders beschönigend dar<lb break="no"/>zustellen, aber mir vollkommen klar bin, daß niemand ein wirklich objek<lb break="no"/>tives Urteil abgeben kann. Da ich ja aber von vorne herein nicht weiß,<lb/>
wie sich am nächsten <choice><choice><sic>Tat</sic><corr>Tag</corr></choice></choice> ein Problem darstellt, <choice><choice><sic>ich</sic><corr>ist</corr></choice></choice> vielleicht der zeit<lb break="no"/>liche Ablauf meiner Aufzeichnungen die beste Gewähr dafür, daß sie doch<lb/>
so einigermaßen objektiv ausfällt. Überrascht war ich wieder als ich<lb/>
einen kleinen Teil der Aufzeichnungen gelesen habe, nicht nur unwahr<lb break="no"/>scheinlich, wie man Ereignisse vergißt, die ja letzten Endes mich betrof<lb break="no"/>fen haben, sondern auch wie es für mich eigentlich sehr interessant<lb/>
ist dies wieder nachzulesen. Ich bin sehr gespannt ob dieses Projekt<lb/>
<pb n="63-0068" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-21_0068.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wirklich zustande kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_13">Die Fa. Gaskoks, Dir. <rs type="person" ref="#per__131063">Dressler</rs> und <rs type="person" ref="#per__1137374">Kroneisl</rs> informierte mich, daß sie<lb/>
mit Polkarbon gemeinsam nicht nur 80 % des Kohlenmarktes beherrschen<lb/>
sondern mir auch neuerdings die Versicherung geben können, daß die Ver<lb break="no"/>sorgung absolut gesichert ist. Mit 1,4 Mio. to Gaskoks Kohleanlieferung<lb/>
und 800.000 to Öl sind sie ein bedeutendes Energielieferunternehmen.<lb/>
Ich fragte neuerdings, warum in der beabsichtigten Bevorratung auf ge<lb break="no"/>setzlicher Basis nichts weitergeht. <rs type="person" ref="#per__131063">Dressler</rs> meinte, der Obmann des<lb/>
Gremiums und gleichzeitig Sektionsobmann Handel, <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs>, hätte ihnen zu<lb break="no"/>gesagt, daß jetzt ein Entwurf dem Handelsministerium übermittelt wird.<lb/>
Im letzten Moment hätte wieder BP dagegen remonstriert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Jour fixe HK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_15"><rs type="person" ref="#per__131063">Dressler</rs> informierte mich auch, daß es unmöglich sei mit den Ungarn zu<lb/>
einer Eiformbrikettslieferung zu kommen. Alle Versuche, die Ungarn zu<lb/>
einigermaßen umweltverträglichen Braunkohlelieferungen zu veranlassen,<lb/>
sei daran gescheitert, daß diese Produkte mehr als 3 % Schwefel enthal<lb break="no"/>ten. Gaskoks hat vor längere Zeit schon eine Selbstbeschränkung für Brenn<lb break="no"/>stoffe mit höchstens 1 % Schwefel gegenüber dem Gesundheitsministerium<lb/>
vereinbart. Dies ist also ein sehr berechtigter Einwand gegen das Ungarn<lb break="no"/>projekt obwohl ich auch, denn wenn ich das Gefühl habe, daß Gaskoks mit<lb/>
seiner Eigenproduktion von <choice><choice><sic>Kohlpack</sic><corr>Colpack</corr></choice></choice> von insgesamt 800 Beschäftigten<lb/>
sind doch 100 Beschäftigte bei Colpack tätig, bei 60.000 Jahrestonnen<lb/>
Erzeugung ein klein wenig auch diese Eigenproduktion gegenüber den Un<lb break="no"/>garn schützen will.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_16"><rs type="person" ref="#per__131063">Dressler</rs> informierte mich auch, daß wir gegenüber den Jugoslawen mit<lb/>
720.-- S die to einen höheren Kohlenpreis bezahlen als die Deutschen, die<lb/>
mit 650.-- S abgeschlossen haben. Er führt dies darauf zurück, daß BP<lb/>
überall jetzt höhere Preise jetzt anbietet um größere Kohlenmengen für<lb/>
sich zu bekommen. Dies war nicht nur in Jugoslawien so der Fall sondern<lb/>
auch in Italien und in Deutschland bei der Ruhr und Union Revier resp.<lb/>
Firma.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte laß dies genau prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_18">Die Fa. Gaskoks legt größten Wert darauf, wenn sie das Staatswappen<lb/>
bekommt, daß ich es doch bei ihr feierlichst überreiche. Dies habe ich<lb/>
selbstverständlich zugesagt. Bei dieser Gelegenheit konnte ich gleich<lb/>
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also Brennstoffe verkauft, sondern sehr diversifiziert arbeitet. <rs type="person" ref="#per__131063">Dressler</rs><lb/>
dürfte hier sehr tüchtig sein. Im Winter wird in seinen Geschäften die<lb/>
er unter der Firma Rumpold führt Kohle und Öl verkauft und im Sommer<lb/>
neben der Einlagerung auch andere Produkte bis zu Souvenirs. Am erfreu<lb break="no"/>lichsten war es für mich zu erfahren, daß jetzt Gaskoks von der VÖEST-<lb/>
Alpine die scheußliche Halde in Fohnsdorf um 2 Mio. S gekauft hat, dort<lb/>
wird jetzt die Halde zu rotem Tennisplatzbelag aufgearbeitet. Dieses<lb/>
Material ist so geeignet, daß es weltweit exportiert wird. Als Tenne<lb/>
rot, hat es den besten Namen und die größten Absatzchancen insbesondere<lb/>
in der BRD.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_19">Im Parlament stand der Staatsschuldenbericht zur Diskussion, daraus er<lb break="no"/>gab sich eine irrsinnig lange Sitzung über diesen Tagesordnungspunkt.<lb/>
Die anderen gingen verhältnismäßig schnell und auch die zweite Sitzung,<lb/>
die am selben Tag noch einberufen wurde, ging dann schnell zu Ende.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_20">Im Parlament habe ich dann mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> aber auch mit AK-<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs>, der neben ihm saß, die Frage des Ausschreibungsge<lb break="no"/>setzes neuerdings besprochen. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> teilte mir mit, daß die anderen<lb/>
Ministerien insbesondere das Bautenministerium aber auch Verkehrsmini<lb break="no"/>sterium seinen letzten Entwurf zugestimmt hat. Da wir vom Handelsmini<lb break="no"/>sterium gerade gegen diesen letzten Entwurf größte Bedenken hatten und<lb/>
dies auch in einem umfangreichen Brief schriftlich an <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> fest<lb break="no"/>hielten, hat dieser sofort zugesagt, daß wir eine Besprechung darüber<lb/>
abhalten. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> ist wirklich davon überzeugt, daß der von ihm jetzt<lb/>
vorgelegte letzte Entwurf der optimale auch für die Interessen der<lb/>
österreichischen Wirtschaft ist. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> ist außerdem fest davon über<lb break="no"/>zeugt, daß welcher Entwurf immer noch jetzt ins Parlament kommt, er im<lb/>
laufe dieser Legislaturperiode nicht mehr beschlossen wird. Scheinbar<lb/>
spekuliert er damit, daß mit der Verabschiedung eines Entwurfes durch die<lb/>
Regierung dieser eine Punkt aus dem 10-Punkte-<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Antikorruptions<lb break="no"/>programm erfüllt sei, auch dann wenn im Parlament darüber so lange<lb/>
debattiert resp. verhandelt wird, bis die Legislaturperiode ausgelaufen<lb/>
ist. Da ich darüber nicht so sicher bin, möchte ich wie ich dies auch<lb/>
durch etliche Einsprüche in der Regierung schon getan habe, verhindern,<lb/>
daß ein für die österreichische Wirtschaft sich verheerend auswirkender<lb/>
Entwurf überhaupt nur das BKA verläßt. Bei der Begutachtung all dieser<lb/>
Entwürfe hat sich auch in der AK gezeigt, daß die jungen Linken aus ehr<lb break="no"/>baren Gründen, nämlich die Durchstechereien zu verhindern, ohne weiteres<lb/>
bereit wären, die schärfste Formulierung zu akzeptieren, daß dies dann<lb/>
<pb n="63-0070" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-21_0070.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>allerdings dann für die österreichische Industrie katastrophale Folgen<lb/>
haben kann, wird wenig beachtet. In andern Staaten insbesondere in Frank<lb break="no"/>reich nimmt man den genauen gegenteiligen Standpunkt ein. Dort wird auch<lb/>
dann wenn ausgeschrieben wird, überhaupt nur die französischen Firmen<lb/>
z.B. auf dem Energiesektor berücksichtigt. Derzeit versuchen wir im<lb/>
Handelsministerium bei öffentlichen Ausschreibungen durchzusetzen, daß<lb/>
auf alle Fälle österreichische Firmen zum Zuge kommen. Wenn der Beamte<lb/>
dann durch ein solches Ausschreibungsgesetz aber verpflichtet ist, auf<lb/>
das preiswerteste Offert ganz egal ob es von einer österreichischen Firma<lb/>
oder einer ausländischen stammt zu achten, dann wird es sehr schwer sein<lb/>
die österreichischen Firmen zum Zuge kommen zu lassen. Was wir in ein<lb/>
solches Ausschreibegesetz oder Vergabegesetz reinbringen müssen, sind<lb/>
Maßnahmen zu setzen, die Durchstechereien verhindern. Dies, aber nur dies<lb/>
kann unser Ziel sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-21_21">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> erzählte mir, daß er bei Diskussionen gefragt wird,<lb/>
warum nicht der Staat die Mineralölsteuer erhöht um mehr Geld für den<lb/>
Straßenbau zu bekommen, wenn schon die Ölgesellschaften nicht bereit<lb/>
sind, ihren Benzinreis zu senken. Das frage ich mich auch.<lb/>
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               <persName type="label">Jelinek, Alfred</persName>
               <persName><surname>Jelinek</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>Dir. Verlag Jugend &amp; Volk</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Klubsekr./-obmann</occupation>
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               <persName type="label">Dreßler, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Dreßler</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>Dir. Fa. Gaskoks</occupation>
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               <persName type="label">Martin, A</persName>
               <persName><surname>Martin</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Sekr. Büro Staribacher</occupation>
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               <persName><surname>Andics</surname><forename>Hellmut</forename></persName>
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               <persName type="label">Lap, Bernhard M.</persName>
               <persName><surname>Lap</surname><forename>Bernhard M.</forename></persName>
               <occupation>GD Philips Österreich</occupation>
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               <occupation>Sektionsobmann Handel, Obmann Kohlenhandel</occupation>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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