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            <title type="main">Mittwoch, der 20. Jänner 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band63_1982-01-20</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_01">Mittwoch, 20. Jänner 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_02">Ein Herr <rs type="person" ref="#per__1137524">Pichler</rs> gibt eine Elektrozeitschrift heraus und wollte ein<lb/>
Interview über Ladenbau. Überrascht war ich, daß er so wenig über die<lb break="no"/>ses Spezialproblem wußte und noch mehr überrascht war ich, daß diese<lb/>
Zeitschrift in der ersten Nummer die er mitgebracht hat überhaupt keine<lb/>
spezifischen Aussagen enthielt. Er hat mir zwar nicht gesagt, wer ihn<lb/>
finanziert, im Impressum steht aber Elektrogroßhändler. Unglaublich<lb/>
wie viele Fachzeitschriften in Österreich entstehen, noch unglaublicher,<lb/>
daß sich immer wieder Finanziers finden. Dieser Fachzeitschrift gebe<lb/>
ich kein langes Leben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_03">Im SPÖ-Klub berichtete Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> über das Sonderwohnungs<lb break="no"/>finanzierungsgesetz, die berühmten in der Regierungsklausur beschlos<lb break="no"/>senen 5000 zusätzlichen Wohnungen und über das Altstadtsanierungsfinan<lb break="no"/>zierungsgesetz. Beides sind Initiativanträge, überraschend für mich<lb/>
war, daß sich <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> scheinbar um diese Materie wirklich überhaupt<lb/>
nicht kümmert, sondern vollständig der Staatssekretärin überläßt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_04">Innenminister <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtete dann so wie gestern in der Regierung über<lb/>
die arabischen Synagogenattentäter und er erörterte diesmal im Detail<lb/>
die Beschuldigungen eines Pamphlets, wonach er eine goldene Uhr und Geld<lb/>
genommen hätte. Diese Behauptungen wurden seinerzeit untersucht und<lb/>
im Gerichtsakt beigefügt und jetzt eben von einem Verteidiger der Araber<lb/>
entdeckt und in die Öffentlichkeit gezerrt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_05"><rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> berichtete dann über die nächste Informationskampagne, in<lb/>
100.000-en von Exemplaren wird jetzt auf Flugblättern über das Konferenz<lb break="no"/>zentrum und ganz besonders über das Regierungsklausurprogramm kurz<lb/>
berichtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_06">Diskussionen im Klub sind jetzt eigentlich sehr selten, der Minister<lb/>
oder der Klubobmann, meistens aber wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gesund ist er, berichtet<lb/>
ab und zu gibt es eine Anfrage. Wenn es in den Organisationen, wo ich<lb/>
die Verantwortung trage auch so still und ruhig zugehen würde, wäre<lb/>
ich sehr beunruhigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_07">Das österreichische Produktions und Wirtschaftlichkeitszentrum ÖPWZ<lb/>
hat 1980 6,2 Mio. Subvention bekommen. Im vergangenen Jahr wurde mit<lb/>
diesem Verein vereinbart, daß er 15 % seines Umsatzes bekommt, dies<lb/>
waren 4 Mio. S. Heuer würde dieser %-Satz nur 3 Mio. ausmachen, im vergan<lb break="no"/><pb n="63-0059" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-20_0059.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>genen Jahr ist er mit den 4 Mio. durchgekommen, bei einem Gesamtbudget<lb/>
von 36 Mio. S, weil er einen internationalen Kongreß hatte und dabei<lb/>
finanziell einigermaßen gut ausgestiegen ist. Heuer wird sein Budget<lb/>
auf 27 Mio. reduziert, mit 37 Beschäftigten reicht ihm aber die 3 Mio.<lb/>
Subvention nicht aus, denn er kann von den anderen Trägervereinen,<lb/>
Interessensvertretungen und auch seinen Erlös aus Vorträgen, Seminar<lb break="no"/>organisationen usw. dieses Budget nicht decken. Ich habe dem leitenden<lb/>
Sekretär des ÖGB <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> der dort die Verantwortung trägt zugesagt,<lb/>
daß wir ihm auf alle Fälle die 4 Mio. geben, der Geschäftsführer Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__150651">Brantner</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> versuchen beim Wissenschaftsministerium oder<lb/>
anderen Stellen auch eine Subvention noch zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Sollte tatsächlich kein Geld woanders<lb/>
aufzutreiben sein, werden wir Ende des Jahres wahrscheinlich<lb/>
nachschießen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_09">Der Personalvertreter <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> hat als Zentralausschuß wegen Auflösung<lb/>
der Gruppe III/b vorgesprochen. SC <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> aber ganz besonders der<lb/>
für die Organisationsprüfung zuständige Dr. <rs type="person" ref="#per__113627">Kieslich</rs> haben die Be<lb break="no"/>hauptung von <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs>, es sei die Koordinationsgruppe unbedingt erforder<lb break="no"/>lich, widerlegt. Konsumentenschutz, Preisregelung, unlauteres Wettbe<lb break="no"/>werbsgesetz usw. meinte <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> wäre unbedingt über die Gruppe zu koordi<lb break="no"/>nieren. <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> hat allerdings zugegeben, daß seinerzeit die Gruppe auch<lb/>
mit Wissen der Personalvertretung nur geschaffen wurde um dem ÖGB<lb/>
seinen Personalwunsch zu erfüllen, jetzt meint <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs>, daß diese Gruppe<lb/>
für MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> eine große Aufstiegsmöglichkeit wäre. Ich erklärte ihm<lb/>
sofort, daß ich mit <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> bereits 1945 bei den Studenten die juristi<lb break="no"/>sche Fachgruppe interimistisch einmal einen Tag geführt hatte, ihn<lb/>
seit dieser Zeit kenne und sehr gut mit ihm zusammenarbeite. Wenn die<lb/>
Gruppe aufgelöst wird, so sicherlich nicht gegen <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs>, sondern weil<lb/>
ein Regierungsbeschluß vorliegt, entsprechende Organisationseinheiten<lb/>
und damit Kosten einzusparen, darüber hinaus aber werde ich gerade von<lb/>
Oppositionsparteien und der ÖVP besonders aber auch von der Handels<lb break="no"/>kammer wegen der angeblichen Konsumenten ausgerichteten Politik in der<lb/>
Vergangenheit attackiert. Als ich damit begonnen habe, hat man mir<lb/>
sogar vorgeworfen ich sei ein Konsumentenminister der die ursprüngli<lb break="no"/>che Funktion des Handelsministeriums in ein Konsumentenministerium um<lb break="no"/>wandeln möchte. Einigen konnten wir uns über den Weiterbestand der<lb/>
Gruppe nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_10"><rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> hat mir dann unter 4 Augen gesagt, daß er für seine Stellvertre<lb break="no"/>terin Dr. <rs type="person" ref="#per__123167">Steffek</rs> unbedingt ein Referat bei der Abteilung <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs><lb/>
<pb n="63-0060" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-20_0060.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>braucht. Die Stellvertretung, die für die Abteilung <rs type="person" ref="#per__97693">Lejolle</rs> von SC<lb/>
<rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> ihm angeboten wurde, sei unbefriedigt. Diese Einmannabteilung<lb/>
hätte ja sogar bei der Ernennung des MR <rs type="person" ref="#per__97693">Lejolle</rs> gezeigt, daß man genau<lb/>
die vorgesehenen 5 1/2 Jahre in der siebenten Dienstklasse abdienen<lb/>
muß, bevor man MR werden kann. Eine Laufbahnverkürzung um ein halbes<lb/>
Jahr hat nicht einmal <rs type="person" ref="#per__97693">Lejolle</rs> erreicht, geschweige denn dann einmal<lb/>
die Stellvertreterin. Ich habe <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> zugesagt dieses Problem noch<lb/>
einmal zu prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_11">Eine Aussprache mit SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs>, der davon betroffen ist, <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs>, <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs> und <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> ergab, daß dieses Problem mit einer Refe<lb break="no"/>ratslösung zwar für <rs type="person" ref="#per__123167">Steffek</rs> befriedigt gelöst werden könnte aber sach<lb break="no"/>lich überhaupt nicht gerechtfertigt ist. SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> meint, daß <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs><lb/>
damit gar nicht glücklich wäre. Er selbst hat mit <rs type="person" ref="#per__123167">Steffek</rs> ein gutes<lb/>
Einvernehmen, hat ihr auch bereits die Situation genau erklärt, da sie<lb/>
eine sehr junge Beamtin ist, kann sie wo immer sie hinkommt, nicht mit<lb/>
einer Bestlaufzeit rechnen, aus reinen optischen Gründen wäre es aber<lb/>
gut, wenn die Einmannabteilung <rs type="person" ref="#per__97693">Lejolle</rs> eine zweite Besetzung bekommen<lb/>
könnte. <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> und <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> werden freundschaftlich mit <rs type="person" ref="#per__123167">Steffek</rs> darüber<lb/>
verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Mir wäre es sehr recht, wenn eine Lösung mit<lb/>
der Personalvertretung gefunden werden könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_13">Dieselbe Gruppe hat dann mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> über das Problem<lb/>
der Überstundeneinsparung gesprochen. Derzeit betragen für alle Mini<lb break="no"/>sterien die Mehrdienstzulagen 6 Mrd. S. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> hat sofort zugegeben,<lb/>
daß nicht in allen Ministerien diese 10 %-ige Überstundeneinsparung<lb/>
möglich ist, die Lehrer, Bahn, Post, Bundesheer, die Exekutive im<lb/>
Innenministerium könnte dar nicht bei größter Anstrengung wirklich 10<lb/>
% radikal einsparen. Wichtig ist nur, daß in den Zentralverwaltungen<lb/>
eine solche Einsparung möglich ist, diese auch tatsächlich erfolgen.<lb/>
Die einzeln angeordneten Überstunden aber auch die pauschalierten Über<lb break="no"/>stunden müssen überprüft werden und Einsparungsmöglichkeiten sind<lb/>
vorhanden. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> hat sofort aber zugegeben, daß die berechtigte<lb/>
Kritik von SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs>, daß die §-30a-Zulagen, die 1972 mit der 24. Gehalts<lb break="no"/>novelle geschaffen wurden und wo mit halben Biennien, Leistungen aner<lb break="no"/>kannt werden sollten, keinesfalls eingespart werden können. Anders ist<lb/>
es mit den sogenannten Ministerialzulagen, wofür seinerzeit 7 Überstun<lb break="no"/>den gegeben wurden, hier kann sehr wohl diese 10 %-ige Einsparung<lb/>
gemacht werden. <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> berichtete auch, daß es in seiner Sektion bezüg<lb break="no"/>lich der Einsparung keinerlei Schwierigkeiten gegeben hat, und wahr<lb break="no"/><pb n="63-0061" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-20_0061.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>scheinlich gilt dies auch für alle anderen Sektionen im Handelsmini<lb break="no"/>sterium. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> selbst machte nur die Bemerkung, daß wir in diese<lb/>
Problematik sehr tief eingestiegen sind. Ich stehe halt auf dem Stand<lb break="no"/>punkt, wenn man in der Regierung sich nach langen Diskussionen zu einem<lb/>
Schritt entschließt und gemeinsam einstimmig beschließt, dann muß man<lb/>
auch tatsächlich diesen Beschluß durchführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte versuch in den Ministerbüros zu erfahren,<lb/>
wie es bei den anderen geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_15">In der Paritätischen Kommission führte ich, da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ja erkrankt ist<lb/>
den Vorsitz. Die Tagesordnung, einige Beigaben, Bauarbeiterlöhne, kleine<lb/>
Novelle des Bäckergewerbekollektivvertrages wurden genehmigt. Die<lb/>
Änderung des Kollektivvertrages für die Grazer Verkehrsbetriebe zurück<lb break="no"/>gestellt. Bei den Preisen wurden für die Semperitfirma die Gummiwaren<lb/>
um 6,4 % erhöht, Phosphatdünger mit 5,8 % ebenfalls genehmigt und die<lb/>
Preiserhöhung für Maschinsemmeln von 10 Groschen auf 1,50 S zurückge<lb break="no"/>stellt. Die letzte Preiserhöhung für Maschinsemmeln erfolgte am 31.5.81<lb/>
und ich kann mir sehr gut vorstellen, daß die Präsidenten beschlossen<lb/>
haben, nicht innerhalb eines Jahres zweimal eine Semmelpreiserhöhung<lb/>
zu genehmigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_16">Ich berichtete der Paritätischen Kommission dann über die Benzinpreis<lb break="no"/>verhandlungen mit der Ölwirtschaft und ganz besonders mit den Landes<lb break="no"/>hauptleuten. Darüber gab es dann natürlich eine Debatte. Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs><lb/>
meinte es sei nie eine Preisanpassung im freien Spiel auf dem Markt er<lb break="no"/>folgt, er vermutet interne Absprachen bei der Preisfreigabe hätte man<lb/>
sofort auf den deutschen und Schweizer Preis nachgezogen jetzt aber<lb/>
keine Senkung mehr durchgeführt. AK und ÖGB verlangen deshalb die Preis<lb break="no"/>regelung. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> von der Handelskammer verwies darauf, daß<lb/>
es sich doch hier um eine Frage des Bündelerlöses handelt, wenn schon<lb/>
Ofenheizöl als Sozialpreis gleich bleibt, würde eben für die Mineralöl<lb break="no"/>wirtschaft eine Benzinpreissenkung sehr schwer sein. Er aber auch dann<lb/>
Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs> von der Landwirtschaftskammer verlangte, daß<lb/>
auch diesmal der Dieselpreis berücksichtigt werden muß. Er appellierte<lb/>
an mich, ich sollte unbedingt versuchen bis 31. Jänner die Zeit noch<lb/>
zu nützen um vielleicht doch zu einem Kompromiß zu gelangen. Dies konnte<lb/>
ich zusagen, obwohl ich mich keiner Illusion hingebe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_17">Der derzeitige Vorsitzende des Wirtschafts- und Sozialbeirates NR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> berichtete, daß jetzt eine Studie über Kapitalmarkt fertigge<lb break="no"/>stellt wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_18">Anschließend an die offizielle Sitzung besprach ich noch mit Vizeprä<lb break="no"/>sident <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs>, Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, Gewerkschaftssekretär <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs> und AK-<lb/>
Sekretär <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> die Fragen des Benzin- aber ganz besonders auch des Gas<lb break="no"/>preises. <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> möchte unbedingt, daß so schnell als möglich mit der<lb/>
RAG ein Inlandspreis vereinbart wird, damit vielleicht doch die drohen<lb break="no"/>de Gefahr beim Verwaltungsgerichtshof die schon angefochtenen Beschei<lb break="no"/>de saniert werden könnten, daß die RAG sie zurückzieht. Ich versprach<lb/>
nur, so schnell als möglich den Inlandsgaspreis für die RAG zu regeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_19">Eine Delegation von Oberösterreich, geführt von LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__114936">Hartl</rs> die Bgm.<lb/>
von Wels und Steyr und der Direktor der Stadtwerke von Linz mit Indu<lb break="no"/>strievertretern GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs>, Chemie Linz, verhandelten mit mir über die<lb/>
unbedingt notwendige Preiserhöhung für den Inlandsgaspreis der RAG.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113014">Zeitlhofer</rs> von den Linzer Stadtwerken hat mit HK-Präsident <rs type="person" ref="#per__114520">Trauner</rs> eine<lb/>
Aussprache gehabt, wo dieser ihm erklärte, er sei damit einverstanden,<lb/>
daß ein solch hoher Gaspreis für die RAG nur genehmigt werden sollte,<lb/>
damit nicht auch 1982 eine weitere Verbrauchergaspreiserhöhung notwen<lb break="no"/>dig ist. Im Oktober 81 mußten sie um 39 % für die 65.000 Haushalte,<lb/>
6.000 Gewerbe und 100 Industriebetriebe den Gaspreis erhöhen. Für 1982<lb/>
sollte es für die Verbraucher keine weiteren Gaspreiserhöhungen geben.<lb/>
Nach langer Diskussion einigten wir uns darauf, daß dieser RAG-Inlands<lb break="no"/>gaspreis sofort jetzt erhöht werden soll, als höchste Grenze wurde 1,45<lb/>
S gegenüber derzeit 1,05 S festgelegt. Es wird einen differenzierten<lb/>
Gaspreis zwischen RAG und ÖMV auch in Zukunft geben. Um diese Gaspreis<lb break="no"/>erhöhung nicht weiterzuverrechnen, ersucht die Delegation, daß ich die<lb/>
Gaspreisbildung für die OÖ Ferngas an den Landeshauptmann von OÖ dele<lb break="no"/>giere. Nichts mache ich lieber.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: In welchen Bundesländer haben wir bereits diese<lb/>
Gaspreisdelegierung ausgesprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_21">Im Präsidium der Landstraße wurden Personalfragen, Sekretärin <rs type="person" ref="#per__112037">Tischler</rs><lb/>
geht in Pension und als Nachfolger wurde einstimmig <rs type="person" ref="#per__1137525">Schicker</rs> in Aus<lb break="no"/>sicht genommen, alle waren über diese glückliche Fügung, daß <rs type="person" ref="#per__1137525">Schicker</rs><lb/>
akzeptiert hat, sehr einverstanden. Bis zum Landstraßer Kirtag, der in<lb/>
Verbindung mit dem Circus Royal abgewickelt werden soll, alle mögli<lb break="no"/>chen anderen Fragen auch diskutiert und besprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_22">Mit dem Obmann der Gemeindebediensteten <rs type="person" ref="#per__114543">Pöder</rs> und seinem Spitalsbe<lb break="no"/>dienstetenvertreter <rs type="person" ref="#per__1137526">Schröpfer</rs> wurde die Frage des Rudolfspitals einge<lb break="no"/>hend erörtert. Personalprobleme beschäftigen nicht nur Bezirksorganisa<lb break="no"/><pb n="63-0063" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-20_0063.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>tionen sondern eben auch in noch viel stärkerem Maße dafür zuständige<lb/>
Gewerkschaft. Mit <rs type="person" ref="#per__114543">Pöder</rs>, einem alten Gewerkschafter mit riesiger Er<lb break="no"/>fahrung, mit dem ich freundschaftlich, nicht allein aus parteipoli<lb break="no"/>tischer Sicht, er ist Obmann von Alsergrund, ich von der Landstraße<lb/>
sondern auch Gewerkschaftstätigkeit verbindet, ist leicht zu reden,<lb/>
hätten wir nur viele solcher Funktionäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_23">Bei der gestrigen Sektionsleitersitzung wurde von einem sehr treuen und<lb/>
guten aber stets kritisierenden Sektionsleiter die Funktionäre der<lb/>
Landstraße hart kritisiert, daß sie die Sektionen zu wenig besuchen.<lb/>
Wenn eine Sektion an mich oder einen anderen Gemeinderat herantritt,<lb/>
ist es selbstverständlich, daß man diese Sektion dann auch besucht um<lb/>
dort Referate zu halten und sich der Diskussion zu stellen. Was<lb/>
<rs type="person" ref="#per__139729">Wolfik</rs> aber wollte war, daß man unangemeldet sozusagen überraschend<lb/>
und ohne daß man eben aufgefordert wird, bei einer Sektion erscheint.<lb/>
Tatsächlich haben wir vor etlichen Jahren solche Überfallsaktionen<lb/>
wie ich sie bezeichne beschlossen. Das sie von den Sektionen aber wirk<lb break="no"/>lich gewünscht werden, mußte ich gestern zur Kenntnis nehmen. Um so mehr<lb/>
war <rs type="person" ref="#per__139729">Wolfik</rs> dann überrascht, als ich heute also am nächsten Tag bereits<lb/>
in seiner Sektion erschienen bin. Dort gab es dann eine sehr harte<lb/>
Diskussion, sehr freundschaftliche allerdings geführt, über die Mieten<lb break="no"/>regelung. Die Leute haben das Gefühl, daß hier jetzt eine schwere Be<lb break="no"/>lastung auf sie zukommt und dies stimmt leider auch. Da mit 1. Jänner<lb/>
viele Betriebskosten wie Kanalgebühren, Wasser, Strom usw. erhöht wur<lb break="no"/>den, glauben sie, daß dies bereits die Zinserhöhung sei. Ich versuchte<lb/>
ihnen die Idee dieser neuen Mietzinsregelung klarzumachen. Selbstver<lb break="no"/>ständlich wurde dann auch über die Benzinpreisfrage als zweites Thema<lb/>
diskutiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_24"><rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, dem ich von unserer gestrigen harten Auseinandersetzung mit den<lb/>
Sektionsleitern berichtete, entschloß sich genauso spontan eine Mittwoch<lb break="no"/>sektion zu besuchen. Er hatte es noch viel schlimmer, denn bei der<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114118">Woller</rs>-Sektion sind die Hälfte Ältere und die Hälfte ganz junge Funkti<lb break="no"/>onäre. Die jüngeren sind aber geschlossen Atomgegner weshalb es sofort<lb/>
wegen Zwentendorf zu einer langwierigen Diskussion gekommen ist, <choice><choice><sic>die</sic><corr>wie?</corr></choice></choice><lb/>
ich dann am Schluß selbst mich noch überzeugen konnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-20_25">Im Parlament wurde über den Sozialbericht sehr lange und dann noch<lb/>
viel länger bis in die Nachtstunden über das Konferenzzentrum disku<lb break="no"/>tiert. Der letzte Redner der ÖVP-Abg. und gleichzeitige politische Di<lb break="no"/>rektor des Klubs <rs type="person" ref="#per__111712">Bergmann</rs>, hatte zum Schluß natürlich volles Haus, weil<lb/>
der Präsident zur Abstimmung einläutet. Der Fehler ist, daß ihm dann<lb/>
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noch verlängert. Unfair habe ich empfunden, daß er eine außerhalb des<lb/>
Plenums geführte Aussprache mit dem Wiener Bildungsreferenten NR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__144585">Nedwed</rs> geführt hat und dort dann sofort ihn sicherlich entstellend<lb/>
zitierte. Da <rs type="person" ref="#per__144585">Nedwed</rs> ja nicht mehr antworten kann, mit Zwischenrufen<lb/>
ja kaum dieses Problem bereinigt wird, entsteht der Eindruck, als wie<lb/>
wenn er aus der Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__144585">Nedwed</rs> jetzt zeigen kann, wie dessen<lb/>
Auffassung falsch ist. Ich hoffe, daß viele Genossen daraus gelernt<lb/>
haben, daß man eben mit gewissen Leuten freundschaftlich und offen<lb/>
kaum diskutieren kann. Dazu gehört sicherlich <rs type="person" ref="#per__111712">Bergmann</rs>.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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