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            <title type="main">Montag, der 11. Jänner 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_01">Montag, 11. Jänner 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_02">Aufsichtsratspräsident <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> von der Verbund erscheint, um mir streng<lb/>
vertraulich und ihn nicht zu nennen, die Spannungsverhältnisse zwischen<lb/>
Betriebsrat und dem GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> in der Verbund zu schildern. Er hat mir<lb/>
nichts neues erzählt, er teilt nur so wie ich die Meinung, daß sich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> durchsetzen muß, im Interesse des Unternehmens. Ich teile ihm<lb/>
dasselbe mit, was ich <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> auch schon immer sage, seinen berechtig<lb break="no"/>ten Forderungen werden die Betriebsräte akzeptieren müssen, <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
muß nur alles daran setzen, um mit den Gewerkschaften Privatangestellten<lb/>
und Metallarbeiter einigermaßen auszukommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_03">Bei der Regierungsklausur teilt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit, daß <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> und <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
entschuldigt sind, geht sofort auf die Weltwirtschaftskrise über und<lb/>
meinte, hier hätten die österreichischen Zeitungsherausgeber die die<lb/>
schlechtesten der Welt sind, da sie ihren Journalisten keine Bildungs<lb break="no"/>möglichkeit geben, ...... gerüttelten Maß an der falschen Information<lb/>
der Öffentlichkeit. Er wechselt dann sofort auf die Außenpolitik über<lb/>
und macht sich große Sorgen über die schlechte US Administration. <rs type="person" ref="#per__1137505">Clark</rs><lb/>
der neue Berater von Präs. <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs>, zeichnet sich durch Kenntnislosig<lb break="no"/>keit aus. Der Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__134239">Weinberger</rs> und Außenminister <rs type="person" ref="#per__128854">Haig</rs>,<lb/>
daß sie mit der partiellen Atompolitikstrategie spielen. Die Wirtschafts<lb break="no"/>lage in Amerika wird sich nicht ändern, die prime rate wird steigen,<lb/>
der Verbraucherpreisindex wird steigen, die Investitionen zurückgehen<lb/>
und die Arbeitslosigkeit groß sein, resp. vielleicht noch sogar größer<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kommt auf Polen zu sprechen und meint natürlich ist<lb/>
man gegen die Militärdiktatur, aber <rs type="person" ref="#per__1137506">Piłsudski</rs>, der in seiner Jugend auch<lb/>
der sozialistischen Partei Polens angehört hat, und jetzt <rs type="person" ref="#per__134205">Jaruzelski</rs><lb/>
könnten vielleicht doch eine Intervention der Russen verhindern. Be<lb break="no"/>züglich der Außenpolitik und nicht nur dies müsse man der Bevölkerung<lb/>
die Alternative sagen, <rs type="person" ref="#per__116706">Ettmayer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97991">Steiner</rs>, <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> und <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs>, unerfahrene<lb/>
Abenteurer oder eben die erfahrene Politik fortsetzen sei die Alterna<lb break="no"/>tive. Man könnte keine Politik machen, die <rs type="person" ref="#per__109961">Staberl</rs>, Kronenzeitung, oder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137507">Rauscher</rs>, Kurier, gefällt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_04">Zum Schluß eine einzige Bemerkung noch, daß Österreich jetzt mit der<lb/>
echten Arbeitslosigkeit konfrontiert ist, 75 konnte die Krise leichter<lb/>
überwunden werden, da großer Infrastrukturnachholbedarf bestand, jetzt<lb/>
würde man Milliarden für Arbeitslosenfinanzierung wie dies in Belgien,<lb/>
GB und USA notwendig ist, besser in Österreich dafür verwenden um vor<lb break="no"/>her schon die Finanzierung der notwendigen Projekte durchzuführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_05">GM in Wien, BMW, SDP-Motorfertigung in Steyr beweisen jetzt die rich<lb break="no"/>tige Entscheidung von damals. Wenn wir eine 5 %-ige Arbeitslosigkeit<lb/>
in Österreich haben, dann haben wir die 83er-Wahlen garantiert ver<lb break="no"/>loren. Zum Schluß noch einmal die Bemerkung, daß die Dänen und die<lb/>
Norweger die Wahlen verloren haben, weil zwischen der Partei und der<lb/>
Gewerkschaft keine Zusammenarbeit besteht, in Deutschland ist die Koali<lb break="no"/>tion wegen der Forderung des deutschen Gewerkschaftsbundes sehr belastet,<lb/>
in Österreich funktioniert die Zusammenarbeit mit dem ÖGB hervorragend<lb/>
daran darf sich nichts ändern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_06">Er fordert dann <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> auf, sein Konzept vorzutragen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat ein<lb/>
umfangreiches Papier vorgelegt und hat drei Punkte noch besonders he<lb break="no"/>rausgestrichen. Erstens Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> hat in Amerika Gespräche<lb/>
geführt und erwartet eher einen Mißerfolg der amerikanischen Wirtschafts<lb break="no"/>politik. Die OPEC-Staaten haben 1980 für 110 Mrd. $ Handelsbilanzüber<lb break="no"/>schüsse gehabt, die heuer auf 35 Mrd. $ zurückgehen werden, drittens<lb/>
die Zinsen des Kapitalmarkts konnte er jetzt auf 10 1/2 % für die<lb/>
82er-Anleihen senken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_07">Er erörtert dann seine Investitionsmaßnahmen, die eigentlich auch<lb/>
schon alle in den Zeitungen gestanden haben, 5 Mrd. Wohnbauprogramm,<lb/>
zusätzliche Budgetbelastung 90 Mio., 1 Mrd. Althaussanierung, 120 Mio.<lb/>
Budgetbelastung, zusätzliche Fremdenverkehrs-Mrd., 95 Mio. Budgetbelastung,<lb/>
1 1/2 Mrd. S Top-Investitionsaktion, davon die ÖNB 500 Mio. schon zuge<lb break="no"/>sagt, 30 Mio. Budgetbelastung, 6 % Investitionsprämie für 1 1/2 bis<lb/>
1,8 Mrd. S, Kapitalbeteiligung 35 Mio. S, 1 % höhere Gewerbeförderungs<lb break="no"/>zinsen, 80 Mio., 2 % Agrarinvestitionskreditzinsen, 50 Mio., 3 Mrd. für<lb/>
die Eisen- und Stahlindustriesanierung, 250 Mio. Für den Straßenbau,<lb/>
Art. 8 des Finanzgesetzes hat er 1 1/2 Mrd. S eingesetzt, die er aller<lb break="no"/>dings schon bei der Budgetberatung <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> zugesagt hat. Trotzdem er<lb break="no"/>gibt sich für das Vorziehen der Bauaufträge, Investitionsprämie und<lb/>
Forschungsförderung keine Budgetbelastung, so daß er mit 2,2 Mrd. S un<lb break="no"/>gefähr durchkommen wird. Insgesamt aber würde er damit eine Investiti<lb break="no"/>onssumme über 10 Mrd. S initiieren und den Arbeitsmarkt um 19 bis 22.000<lb/>
Beschäftigte, das sind, weil es verhältnismäßig spät anläuft, ein halbes<lb/>
Prozent der Arbeitslosenrate zu verbessern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_08"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fordert dann noch <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> auf über die Arbeitsmarktsituation<lb/>
zu sprechen, dieser verweist darauf, daß wir Ende Dezember 119.000 Ar<lb break="no"/>beitslose hatten um 38.000 mehr als im Vorjahr. Im heurigen Frühjahr<lb/>
erwartet er 140.000. Bis 2,9 % Jahresdurchschnitt könnte er noch aus<lb/>
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Mittel. Da nicht für Arbeitslosengeld im Budget 1,6 Mrd. S Arbeitsmarkt<lb break="no"/>förderung eingesetzt sind, meint er, daß auch daher nicht nur die Ar<lb break="no"/>beiter und Angestellten, sondern auch die Beamten und Freiberufler,<lb/>
die jetzt keine Arbeitslosen bezahlen, heranzuziehen sind. Diese könnten<lb/>
dann 800 bis 1 Mrd. S bringen. Ebenso meint er, müsse man überlegen,<lb/>
ob man die Überstunden, die kontinuierlich geleistet werden, weiter<lb/>
steuerbegünstigen soll. Im Finanzministerium gilt es zu überlegen, ob<lb/>
nicht doch das Konjunkturausgleichsbudget aktiviert werden sollte. Über<lb/>
all diese Maßnahmen wird dann weiter nicht mehr gesprochen, auch<lb/>
kein Beschluß gefaßt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_09">In der Diskussion schneidet nur als erster gleich LH <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> das Problem<lb/>
des Konferenzzentrums an, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet dann kurz seine Meinung<lb/>
und meint, hier hätten wir ja nichts zu beschließen, denn alles sei<lb/>
im Parlament bereits erledigt und man könnte im Hinblick auf die jetzige<lb/>
Wirtschaftslage eben ein Konferenzzentrum nicht weiter zurückstellen.<lb/>
Österreich könne sich nicht erlauben neben dem Kernkraftwerk, dem AKH<lb/>
jetzt womöglich noch auch das Konferenzzentrum als dritte Ruine stehen<lb/>
zu lassen. Einstimmig wird dann auch bestätigt, daß unbedingt das<lb/>
Konferenzzentrum weitergebaut werden soll, obwohl einige Landespolitiker<lb/>
darauf verweisen, daß z.B. in Kärnten oder in Linz, Brucknerhalle mit<lb/>
nur 45 Mio. Bundeszuschuß gebaut wurden. Ein leichter Unwille der Länder<lb break="no"/>vertreter, weil man immer wieder sagt, dort ist zu viel für sie ge<lb break="no"/>schehen und jetzt müßte eben in Wien das große Konferenzzentrum ge<lb break="no"/>baut werden, klingt aus den Zwischenbemerkungen schon durch. Prinzipiell<lb/>
stimmen alle der Weiterführung des Baus zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_10">Eine längere Diskussion ergibt sich dann über die Biospriterzeugung,<lb/>
die <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> vorschlägt. AK und ÖGB deponieren dort ihre großen Bedenken,<lb/>
ich selbst muß mich dann auch zu Wort melden und erkläre gleich, daß<lb/>
es jetzt notwendig ist, neben diesem Problem vor allem auch die Benzin<lb break="no"/>preisfrage zu regeln. Wenn die Ölwirtschaft nicht bereit ist bis 31.<lb/>
Jänner eine Senkung durchzuführen, dann wird eine Preisregelung unum<lb break="no"/>gänglich sein. Die 3 sozialistischen Landeshauptleute, <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>, <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> ersuchen mich auch, ich sollte ihnen vorher schon sagen, wie<lb/>
es weitergehen wird. Anschließend habe ich ihnen vorgeschlagen, daß<lb/>
ich versuchen werde vor der Landeshauptleutekonferenz mit der Ölwirt<lb break="no"/>schaft zu einer Einigung zu kommen, sollte dies nicht gelingen und<lb/>
der ÖGB und die AK über die noch auszuhandelnde Vereinbarung nicht ein<lb break="no"/>verstanden sein, dann bliebe mir sowieso nichts anderes übrig als die<lb/>
<pb n="63-0025" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-11_0025.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>amtliche Preisregelung wieder einzuführen. Damit waren die 3 einverstan<lb break="no"/>den, meinten nur, es wäre gar nicht notwendig, die Landeshauptleute<lb/>
überhaupt immer wieder zusammenzurufen. So viel stehe ihnen gar nicht<lb/>
zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Nach der Aussprache mit ÖMV noch einmal eine<lb/>
Sitzung AK, ÖGB und ÖMV bei mir einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_12">AK-Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> beschwerte sich, daß jetzt über das Vergabegesetz, be<lb break="no"/>vor es noch in Kraft getreten ist, die E-Wirtschaft schon ausländische<lb/>
Lieferanten heranzieht, die TKW einen Auftrag 35 Mio. an Deutschland<lb/>
vergeben, der in Italien gefertigt und von ungarischen Monteuren hier<lb/>
montiert wird. Die DoKW 15 Mio. Auftrag. Eine Rückfrage bei unserer<lb/>
Energiesektion, die übrigens vollkommen verwaist war, bracht für mich<lb/>
keine zeitgerechte Information nur <rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs> war imstande zu klären,<lb/>
daß es sich bei der TKW um einen 3-Mrd.-Auftrag daher um 1 % Vergabe an<lb/>
Deutschland und bei der DoKW um eben stark überhöhte VÖEST-Alpine- und<lb/>
Waagner-Biro-Offerte gehandelt hat, die Deutschen waren für das Ver<lb break="no"/>schlußstück der Schleuse um die Hälfte billiger.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_14">Bei der Deutschen Handelskammer ist eine Wachablöse erfolgt, nach 25<lb/>
Jahren hat Präs. <rs type="person" ref="#per__97553">Hinteregger</rs> sein Amt zurückgelegt und auch der Ge<lb break="no"/>schäftsführer <rs type="person" ref="#per__97382">Conrad</rs> wurde durch Dr. <rs type="person" ref="#per__1137508">Schäfer</rs> abgelöst. Bei dieser Ge<lb break="no"/>legenheit hat der neue Präsident <rs type="person" ref="#per__1137509">Backsmann</rs> darauf verwiesen, daß die<lb/>
Deutsche Handelskammer ihre Tätigkeit unter seiner Präsidialführung so<lb/>
fortsetzen wird, wie bis her. Alle dankten jedem und wurden bedankt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__125560">Wolff von Amerongen</rs>, Präs. des deutschen Industrie und Handelstages, das<lb/>
Gewerbe ist ja extra organisiert, hat dann in seiner Ansprache darauf<lb/>
verwiesen, daß in Österreich die Uhren ein bißchen anders gehen und daß<lb/>
er sehr interessiert wäre von mir zu erfahren, wie es jetzt mit dem<lb/>
Konferenzzentrum weitergeht. Natürlich bin ich darauf in meiner kurzen<lb/>
Ansprache eingegangen, wie überhaupt auch auf die Regierungsklausur, da<lb/>
in Deutschland jetzt auch ein beschäftigungspolitisches Konzept ent<lb break="no"/>wickelt werden soll, die Gewerkschaften fordern es, die Unternehmer<lb/>
wollen es nicht zugestehen habe ich auch auf das Signet der deutschen<lb/>
Handelskammer verwiesen, der Halbring rot-weiß-rot hat einen roten<lb/>
Pfeil nach Deutschland und schwarz-rot-gold hat einen schwarzen Pfeil<lb/>
nach Österreich. Wirtschaftspolitisch meinte ich halt ein bißchen kon<lb break="no"/>servative Politik von Deutschland kommt sicherlich nach Österreich,<lb/>
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die Konfrontation mit dem deutschen Gewerkschaftsbund gar nicht als<lb/>
so verheerend betrachten, früher sagte man war 1 Mio. Arbeitslose die<lb/>
Schallmauer, jetzt hätten sie schon 1,7 Mio. und es geschieht noch<lb/>
immer nichts. Die Radikalisierung, die man befürchtet hat, tritt nicht<lb/>
ein. Ob sie sich da nur nicht täuschen war meine Argumentation.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_15">Anschließend hatte ich Gelegenheit noch 5 Leute der Deutschen Handels<lb break="no"/>kammer auszuzeichnen u.a. auch Industriekaufmann <rs type="person" ref="#per__1137510">Buresch</rs>, Verkaufsleiter<lb/>
der Mitsubishi Organisation bei der <rs type="person" ref="#per__116110">Denzel</rs> Kfz-AG. Ich habe mich lang<lb/>
und breit mit ihm unterhalten, weil er am Samstag nach Japan fliegt, bei<lb/>
dieser Gelegenheit sagte ich ihm dasselbe, das ich schon dem Importeur<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114100">Weiner</rs> gesagt habe, die Japaner müssen sich in Österreich mehr anstren<lb break="no"/>gen, um Joint ventures oder sonstige Formen zu finden, wie sie mehr Waren<lb/>
von Österreich nach Japan exportieren. <rs type="person" ref="#per__1137510">Buresch</rs> hat dann noch mit Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> länger gesprochen und wird uns entsprechend bei seiner Rückkehr<lb/>
informieren, ob es ihm gelingt, die Japaner von mehr Aktivitäten in<lb/>
Österreich zu überzeugen. Angeblich haben die Japaner jetzt erkannt,<lb/>
daß sie auch in Österreich irgendetwas machen müssen, nicht zuletzt<lb/>
durch die Maßnahmen, die im Handelsministerium gesetzt und vor allem<lb/>
teilweise erwogen wurden resp. werden. Ich lasse niemanden im Zweifel,<lb/>
daß weitere Maßnahmen im Handelsministerium folgen werden, wenn das<lb/>
Handelsbilanzungleichgewicht sich so weiterentwickelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-11_16">GD <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> von Siemens sagte mir, daß die Sowjets ihm immer wieder<lb/>
erklären bezüglich der Finanzierung von Gaskompensationsgeschäft gehe<lb/>
nichts weiter. Die Creditanstalt müsse nach Meinung der Sowjets und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> war sozusagen ihr Sprecher mir gegenüber, von der Re<lb break="no"/>gierung beauftragt werden, die Abwicklung zu organisieren und zu finan<lb break="no"/>zieren. GD <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, der anwesend war, wurde dann von <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> und<lb/>
mir diesbezüglich angesprochen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> teilte mir mit, er hätte vor<lb/>
einiger Zeit versucht, mit GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> und <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> dieses Problem<lb/>
zu klären, die drei hätten aber zu erkennen gegeben, es sei alles in<lb/>
bester Ordnung und laufe gut. Ich versprach mit den beteiligten darüber<lb/>
zu reden und dann zu klären ob ein solcher Brief an die Creditanstalt<lb/>
erfolgen könne. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> schlug vor, darüber mit den sowjetischen Bo<lb break="no"/>tschafter in Österreich und Handelsrat <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> im Handelsministerium<lb/>
zu verhandeln.<lb/>
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Vergabegesetz diskutierten, AK-Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> sagte, er erwartet, daß<lb/>
wir in die im Handelsministerium installierte Kommission die Interes<lb break="no"/>sensvertreter aufnehmen, was ich ihm zusagte und daß in Hinkunft auch<lb/>
die E-Wirtschaft, die ja jetzt noch im Vergabegesetz drinnen ist, wenn<lb/>
sie durch meine Intervention herauskommen sollte, dann ein Modus vi<lb break="no"/>vendi gefunden wird, daß die EVUs eben dieser Kommission berichten,<lb/>
wenn sie ausländische Offerte heranziehen wollen. Typisch war, daß<lb/>
ich bei dieser Gelegenheit <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> gegenüber meinte, ich bin neugierig<lb/>
wie es einmal mein Nachfolger im Handelsministerium machen wird, wo<lb/>
ich jetzt für sie alle Fragen mit AK und ÖGB bespreche und ihre Forde<lb break="no"/>rungen weitestgehend bei auch anderen Ministern durchsetze. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs><lb/>
meinte dann nur ganz schlicht und einfach, wenn ich einmal nicht mehr<lb/>
Handelsminister sein sollte, werden sie wirklich darüber sehr traurig<lb/>
sein, er sagte sogar weinen. Nicht, daß ich eine Demissionsabsicht<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> habe,<lb/>
aber irgendeinmal, sicherlich nach der nächsten Wahl geht es einmal<lb/>
zu Ende, einen besseren Nachruf kann ich mir wirklich nicht erwarten.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 11.1.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Grossendorfer</surname><forename>Enno</forename></persName>
               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <persName type="label">Amerongen, Otto Wolff von</persName>
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               <persName type="label">Apfalter, Heribert</persName>
               <persName><surname>Apfalter</surname><forename>Heribert</forename></persName>
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               <persName type="label">Reagan, Ronald</persName>
               <persName><surname>Reagan</surname><forename>Ronald</forename></persName>
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               <persName type="label">Ettmayer, Wendelin</persName>
               <persName><surname>Ettmayer</surname><forename>Wendelin</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., ÖAAB</occupation>
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               <persName type="label">Steiner, Ludwig</persName>
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               <persName type="label">Kery, Theodor</persName>
               <persName><surname>Kery</surname><forename>Theodor</forename></persName>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
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               <persName><surname>Haiden</surname><forename>Günter</forename></persName>
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               <persName type="label">Dallinger, Alfred</persName>
               <persName><surname>Dallinger</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>ZS GPA, ab 1980 Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Mock, Alois</persName>
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               <occupation>Abg. z. NR, Klubobmann, ÖVP</occupation>
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               <persName type="label">Wagner, Leopold</persName>
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               <persName><surname>Sinowatz</surname><forename>Fred</forename></persName>
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               <persName type="label">Seidel, Hans</persName>
               <persName><surname>Seidel</surname><forename>Hans</forename></persName>
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               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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