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            <title type="main">Donnerstag, der  7. Jänner 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_01">Donnerstag, 7. Jänner 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_02">Das Arbeitsgespräch mit dem jugoslawischen Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs><lb/>
wurde mit meiner Einleitung gleich auf die Detailprobleme resp. offe<lb break="no"/>nen Fragen hingeleitet. Ich halte gar nichts davon allgemeine Gesprä<lb break="no"/>che über die wirtschaftspolitische Situation eines Landes zu machen, wie<lb/>
dies früher vielleicht üblich gewesen ist. Ich versuchte auch sofort<lb/>
seinen größten Einwand, daß die Unbalanz im Außenhandel für die Jugos<lb break="no"/>lawen tatsächlich immer unerträglich wird, ihm zu überlassen sondern<lb/>
habe sie gleich selbst angeschnitten. Im vergangenen Jahr betrug das<lb/>
Handelsbilanzpassivum der Jugoslawen von ihrem Standpunkt 9,8 Mrd. S<lb/>
bei einem Export von 2 1/2 Mrd. S auch in diesem Jahr wurde der Export<lb/>
Österreichs um 9,4 % in den ersten 10 Monaten größer, während der öster<lb break="no"/>reichische Import um 7,4 % abgenommen hatte. Trotzdem gab es oder resp.<lb/>
gibt es für die Jugoslawen keine wirkliche Chance ihre Außenhandels<lb break="no"/>bilanz zu verbessern, weil sie eben kaum Produkte, die von Bedeutung<lb/>
sind, außer Braunkohle nach Österreich liefern können, sie selbst be<lb break="no"/>nötigen aber die österreichischen Importprodukte selbst ob es sich um<lb/>
Anlagen, Maschinen, ja sogar um Konsumgüter handelt, sehr dringend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_03"><rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> erwiderte, daß sie den <rs type="person" ref="#per__123209">Tito</rs>-Kurs fortsetzen wollen, jetzt aber<lb/>
ein Stabilisierungsprogramm und vor allem auch ein Programm, wie das<lb/>
Handelsbilanzdefizit auf die Hälfte reduziert werden sollte, entwickeln<lb/>
wollen. Dafür haben sie meiner Meinung nach keine Chance. Selbstver<lb break="no"/>ständlich erwähnte er, daß es richtig ist, daß sie auf dem österrei<lb break="no"/>chischen freien Markt alle Produkte verkaufen könnten, nur seien sie<lb/>
durch die Zollbelastung benachteiligt. Wir einigten uns darauf, daß<lb/>
obwohl sie im vergangenen Jahr 67 Mio. S Zollermäßigung bekommen haben,<lb/>
uns eine Liste übergeben werden, wo spezifisch jugoslawische Interessen<lb/>
vorliegen, die wir ähnlich bei der DDR, Ungarn usw. den Jugoslawen dann<lb/>
eine Zollfreistellung geben. Interessant war die Reaktion von <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs>,<lb/>
der sofort den Vergleich mit der DDR oder Ungarn ablehnte. Sie wollen<lb/>
unter gar keinen Umständen mit COMECON-Staaten verglichen werden. Dies<lb/>
ist aber in diesem Fall ausnahmsweise berechtigt, denn ich habe <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs><lb/>
einmal mehr klargemacht, daß jedwede Zollermäßigung die wir in bilate<lb break="no"/>ralen einem Staat zugestehen, infolge unseres GATT-Abkommens selbstver<lb break="no"/>ständlich allen anderen GATT-Mitgliedern gegeben werden muß. Meistens<lb/>
gilt diese Zollermäßigung sogar weltweit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_04"><rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> hat auch vorgeschlagen, man sollte eigene Körperschaften gründen,<lb/>
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scheinbar ähnlich wie der Handelskammer in Jugoslawien und Österreich<lb/>
die entsprechende Abkommen bereits haben, vor, daß auch Betriebe in<lb/>
gewisse Institutionen oder Körperschaften zusammengefaßt werden, die<lb/>
vielleicht in stärkerem Maße den Außenhandel beleben konnten. Da er<lb/>
am nächsten Tag Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und die Handelskammerleute trifft,<lb/>
schlug ich ihm vor dieses Problem mit der Handelskammer im Detail zu<lb/>
besprechen ich selbst erklärte sofort, daß ich mit jeder Lösung die<lb/>
von den Kammern kommt, einverstanden bin. Ich habe selbstverständlich<lb/>
beim Mittagessen dann Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sofort auf diese Vorschläge von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> aufmerksam gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_05"><rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> erwähnte dann auch, daß es notwendig wäre, die industrielle Koope<lb break="no"/>ration zu verbessern, Voraussetzung sei, daß jetzt endlich das Doppel<lb break="no"/>besteuerungsabkommen und Investitionsschutzabkommen so schnell als<lb/>
möglich finalisiert wird. Hier liegt es aber primär am Finanz- resp.<lb/>
am Außenministerium, die entsprechenden Verhandlungen können nur dort<lb/>
beschleunigt fortgeführt werden. Der Vertreter des Außenministeriums<lb/>
Ges. <rs type="person" ref="#per__133901">Bogen</rs> wußte nichts über diese Abkommen, denn der dafür zuständige<lb/>
Abteilungsleiter von ihm hatte ihn nicht informiert und war auf Urlaub.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_06">Bezüglich der Messebeteiligung und dem Messeabkommen konnte ich erwähnen,<lb/>
daß jetzt in den letzten Monaten eine Verbesserung eingetreten ist,<lb/>
was <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> auch sofort bestätigte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_07">Der kleine Grenzverkehr, auf den letzten Endes wir immer ausweichen wenn<lb/>
es darum geht, die jugoslawischen Vorschlag eine Accordino-ähnliche<lb/>
Lösung zwischen Slowenien und Kärnten zu finden, die ja von den Kärnt<lb break="no"/>nern ganz entschieden abgelehnt wird, aber auch von der Bundeshandels<lb break="no"/>kammer, entwickelt sich in der letzten Zeit sehr unbefriedigend. Die<lb/>
Jugoslawen haben die Zollfreiheit von 1.500 Dinar pro Einkauf auf 200<lb/>
Dinar, d.s. 80.-- S reduziert, ich erwiderte, dem gegenüber steht eine<lb/>
1.000 S Zollfreigrenze, also schon eine wirklich nicht einmal mehr in<lb/>
Ansätzen reziproker Betrag. <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> erklärte einmal mehr, daß es sich<lb/>
hier nur um eine vorübergehende Maßnahme handelt, bedingt durch die<lb/>
Zahlungsbilanzsituation.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_08">Bezüglich der EFTA-Gespräche hat <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> sich für meinen bisherigen Ein<lb break="no"/>satz vielmals bedankt, ich selbst konnte dann berichten, daß es äußerst<lb/>
schwierig ist, die anderen EFTA-Mitgliedsstaaten zu einem für die Jugos<lb break="no"/>lawen akzeptablen Vertrag zu bringen. Selbst die Finnen, wie ich <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs><lb/>
<pb n="63-0010" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-07_0010.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>vorher schon erklärt hatte, waren diesmal über meine positive Zusammen<lb break="no"/>fassung als Vorsitzender des EFTA-Ministerkomitees erschüttert und<lb/>
haben nachher diesbezüglich neben den Schweizern und Schweden bei mir<lb/>
interveniert. Diese Länder befürchteten, daß ich zu weit gehe. Die Ju<lb break="no"/>goslawen erwarten einen Vertrag oder ein Abkommen sui generis, mit<lb/>
der EFTA wie sie ihn auch letzten Endes jetzt schon mit der EG erzielt<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_09">Bezüglich der von mir aufgeworfenen immer stärkeren Importe der Hemden<lb/>
von 235.000 auf 337.000 in diesem Jahr von 2.000 Blusen auf 135.000<lb/>
Blusen, daß wir diese Exporte Jugoslawiens nicht behindern, insbeson<lb break="no"/>dere stört die österreichische Bekleidungsindustrie, daß die Hemden<lb/>
um 36.-- S und die Blusen um 51.-- S angeboten werden, wir einigten uns<lb/>
darauf, daß die Fachverbände resp. Firmenvertreter unverzüglich in bi<lb break="no"/>laterale Gespräche über diese Frage eintreten sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_10">Eine wichtige Frage war das Karawankentunnel, zu diesem Zweck war in<lb/>
der <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs>-Delegation der slowenische Verkehrsminister <rs type="person" ref="#per__1137501">Grahor</rs>, dieser<lb/>
teilte mit, daß die Jugoslawen jetzt beschlossen haben, nachdem Öster<lb break="no"/>reich die Promesse mit 1,1 Mrd. S verlängert hat, 800 Mio. Dinar, d.s.<lb/>
ca. 350 Mio. S sofort aufbringen zu können. Damit ist allerdings erst<lb/>
eine Gesamtsumme von 1 Mrd. 450 Mio. S abgedeckt, da die Tunnelröhre al<lb break="no"/>lein 2 Mrd. S beträgt, ergibt es große Schwierigkeiten mit dem Bau zu<lb/>
beginnen. Angeblich hat die ARGE Stuag, Rella, Porr und Universale er<lb break="no"/>klärt, die könnten die internationale Finanzierung sichern. Diese Er<lb break="no"/>klärung stimmt natürlich überhaupt nicht, wie <rs type="person" ref="#per__1137501">Grahor</rs> dann auch mehr oder<lb/>
minder zugestehen mußte. <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> meinte, man könnte vielleicht die<lb/>
Europäische Investitionsbank einschalten. Da <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> selbst vom Bankwesen<lb/>
kommt, außerdem in den nächsten Tagen Aussprachen mit verschiedenen<lb/>
Bankern hat, insbesondere mit seinem Freund Zentralsparkasse wird er<lb/>
dort dieses Problem besonders besprechen. Ich selbst habe, als meinen<lb/>
rein persönlichen Vorschlag gemeint, vielleicht müßte man das ganze<lb/>
Karawankentunnelprojekt entsprechend im Aufwand reduzieren um eine ver<lb break="no"/>einfachte Ausführung soweit dies technisch möglich ist, zu machen.<lb/>
Tatsache ist, daß die gesamte Aufwendung 2,8 Mrd. bis 3,5 Mrd. ausmachen<lb/>
soll. Ein solcher Betrag ist derzeit unmöglich zu finanzieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_11">Bezüglich der Häfen und Bahnausbau wird Jugoslawien entsprechende Ent<lb break="no"/>wicklungspläne für Koper und Rijeka beschließen und er hofft, daß<lb/>
sich Österreich daran beteiligt. Auch hier habe ich ihm sofort erklärt<lb/>
wir nehmen keinen wie immer gearteten Einfluß welche Häfen von den<lb/>
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sich an diesen Hafenausbauten beteiligen. Die österreichische Bundes<lb break="no"/>regierung wird dafür keinerlei Finanzmittel zur Verfügung stellen<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_12"><rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> war, wie er mir nachher sagte, über meine neutrale Haltung sehr<lb/>
überrascht. Ich habe mit aller Deutlichkeit dann unter 4 Augen ganz<lb/>
besonders gesagt, daß die Italiener eine wesentlich größere Chance<lb/>
haben von den österreichischen Firmen bevorzugt zu werden. Letzten<lb/>
Endes entscheiden aber natürlich die Konditionen die die Häfen bieten,<lb/>
wo die Kohle gelöscht wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_13">Bezüglich der Gastarbeiter aus Jugoslawien rechnet <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs>, daß sie zwar<lb/>
real aber nicht drastisch verringert werden. Darin sieht <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> einen<lb/>
der wesentlichen Schwerpunkte in der nächsten Zeit. Ich konnte ihm nur<lb/>
erklären, daß wir bei den LUGA erst jetzt wieder ein Abkommen mit der<lb/>
Unternehmerseite abgeschlossen haben, wo wir an unserem System fest<lb break="no"/>halten. Danach können die Unternehmer bis zu 30 % und wenn sie sich ent<lb break="no"/>sprechend anständig benehmen, sogar darüber hinaus Gastarbeiter be<lb break="no"/>schäftigen. Die wirkliche Problematik liegt aber bei den Bauarbeitern,<lb/>
dort ist mit größeren Reduktionen zu rechnen. <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> erwartet nur, daß<lb/>
nicht nur die Jugoslawen dabei ausschließlich nicht mehr genommen wer<lb break="no"/>den.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte Regierungsklausur erinnern, damit ich mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> spreche.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_15">Bezüglich des Tourismus wurde von mir die Idee Jugoslawiens 1.500 Dinar<lb/>
für jede Ausreise ins Ausland zu verlangen, angeschnitten, <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> ver<lb break="no"/>wies darauf, daß diese Maßnahme nicht kommen wird, obwohl nach ihren<lb/>
Begriffen mit 415.000 Übernachtungen sie sich wesentlich am österrei<lb break="no"/>chischen Tourismus beteiligen. Ich erwiderte sofort, daß die Österrei<lb break="no"/>cher 3.975.000 Übernachtungen in Jugoslawien verbrachten, das bedeutet,<lb/>
daß sie 10 % ca. unseres Tourismus nach Jugoslawien abdecken und dies<lb/>
bei einer wesentlich größeren Bevölkerungszahl.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_16">Das wirkliche Problem aber ist, daß <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> und deshalb ist er gekommen<lb/>
hofft, eine Bankenunterstützung zu ihren Sanierungsprogramm zu bekom<lb break="no"/>men. Er verwies darauf, daß 1980 Österreich sofort bereit war, ein<lb/>
großzügiges Arrangement zu machen, jetzt würden sie dasselbe mit 82er-<lb/>
Bedingungen dringendst brauchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_17">Ich habe bei dem Arbeitsessen dann mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> darüber gesprochen<lb/>
dieser meinte, es wird furchtbar schwer sein im Rahmen der Bank für<lb/>
Internationalen Zahlungsausgleich, BIZ, in Basel irgendetwas für die<lb/>
Jugoslawen freizumachen oder sich international abzudecken oder andere<lb/>
Banken zur Beteiligung für jugoslawische Unterstützung zu gewinnen. Er<lb/>
wird sich sehr bemühen. 1980 hat Österreich ihnen frei konvertierbar<lb/>
100 Mio. $ gegeben, den selben Betrag hat dann Deutschland gegeben ob<lb break="no"/>wohl es wesentlich kapitalpotenter ist, und die Schweizer haben sogar<lb/>
überhaupt nur 50 Mio. $ bereitgestellt. <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> verweist zwar mit recht<lb/>
darauf, daß Österreich damals erstens sehr schnell und sehr großzügig<lb/>
gehandelt hat. Eine solche Möglichkeit sieht <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> jetzt nicht mehr.<lb/>
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auch bei der CA liegt. Auch von der CA insbesondere aber von der Z<lb/>
erwartet sich <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> eine großzügige Unterstützung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_19">Da <choice><choice><sic>S-D-P</sic><corr>Steyr-Daimler-Puch</corr></choice></choice> bezüglich der Waffenexporte mit Jugoslawien in eine Kooperation<lb/>
insbesondere für Panzer eintreten möchte, <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> mir auch strengst ver<lb break="no"/>traulich mitteilte, sie hätten großes Interesse daran von der SU Lizenz<lb/>
der Panzererzeugung und Lieferung wegzukommen, vereinbarte ich eine Aus<lb break="no"/>sprache mit <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> und <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs>. Dieser war sehr erfreut und wird na<lb break="no"/>türlich neben den Waffenkooperationen auch andere wie zivile insbesondere<lb/>
Moped- und Motorenerzeugung Gespräche führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Erkundige dich dann beim Sekretariat, wie es<lb/>
gelaufen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_21">Die von Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> einberufene Biospritsitzung verlief eigentlich<lb/>
für mich gesehen programmgemäß. Das Verkehrsministerium, <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs>,<lb/>
hat jetzt die notwendigen gesetzlichen Begutachtungen durchgeführt, dem<lb/>
Beimischungszwang wird nach Gesetzwerdung nichts mehr entgegenstehen.<lb/>
Das wirkliche Problem ist nach wie vor, daß nach Absenkung des Blei<lb break="no"/>gehaltes für Super Mitte 1983 also man kann eigentlich sagen schon nach<lb/>
den nächsten Wahlen, die Frage der Verwendung der Aromate zur Erzeugung<lb/>
der Klopffestigkeit problematisch ist. Die ÖMV kann erst ab 85 mit dem<lb/>
neuen Platformer einigermaßen klopffestes Benzin ohne Aromatebeisatz<lb/>
erzeugen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> möchte nun am liebsten, daß die Biospritanlagen be<lb break="no"/>reits so weit fertig sind, daß sie 83 mit der Beimischung beginnen<lb/>
könnten. Dies wird deshalb äußerst schwierig sein, weil wenn auch tech<lb break="no"/>nisch 5 % beigemischt werden können, die finanzielle Frage d.h. der<lb/>
teure Biosprit noch immer nicht leicht untergebracht werden kann. Ich<lb/>
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des Gesundheits- und das Landwirtschaftsministerium nichts wußten, daß<lb/>
Mercedes bis jetzt noch nicht wie VW zugestimmt hat, daß sie eine 5<lb/>
%-ige Biospritbeimischung als ungefährlich für ihre Motoren betrachten.<lb/>
Ich habe neuerdings darauf verwiesen, daß wenn die offizielle Genehmi<lb break="no"/>gung nicht vorliegt, dann die große Gefahr besteht, daß irgendwelche<lb/>
Schäden bei Autofahrern sofort auf die Biospritbeimischung zurückgeführt<lb/>
werden. Das Wissenschaftsministerium, <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> war anwesend, wird dies<lb break="no"/>bezüglich jetzt mit den Mercedeswerken Gespräche aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_22">Der technische zuständige Ministerialrat im Verkehrsministerium <rs type="person" ref="#per__134819">Hasel<lb break="no"/>berger</rs>, der auch früher im Handelsministerium war, hat neuerdings allen<lb/>
an der Sitzung teilnehmenden klar gemacht, daß die Biospritbeimischung<lb/>
den Kraftstoff verschlechtert. Trotzdem werden wir alle für diese<lb/>
Biospritbeimischung bis 5 % eintreten. Da <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> befürchtet, daß er<lb/>
sicherlich nicht bis 83 mit der Biospritanlage in Betrieb gehen könnte,<lb/>
wenn überhaupt eine gebaut wird, ersuchte er ob man nicht den Termin<lb/>
Herabsetzung des Bleigehaltes mit Juli 83 für Superbenzin noch weiter<lb/>
zuwarten könnte, d.h. den schon vereinbarten Termin hinauszuschieben.<lb/>
Dagegen haben wir uns alle ausgesprochen, denn dies würde bedeuten,<lb/>
daß erstens der Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> seine Zusagen rückgängig<lb/>
machen würde und gleichzeitig die ÖMV eine weitere Zeit wieder nichts<lb/>
tun würde. Wenn <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> im Stande ist, eine Biospritproduktion tatsäch<lb break="no"/>lich auf die Beine zu bringen so muß ihm dies jetzt innerhalb dieses<lb/>
Jahres gelingen oder es gelingt dann sowieso überhaupt nicht. Das<lb/>
letztere befürchte ich, denn niemand wird die Preisdifferenz überbrücken.<lb/>
Einigkeit herrscht, daß letzten Endes die ÖMV bereit sein müßte die<lb/>
erzeugten Biospritmengen zur Beimischung zu übernehmen, der Wunsch von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ich sollte ein GATT-Kontingent vereinbaren, wonach sozusagen<lb/>
nur Biosprit von Österreich dem Benzin beigemischt werden darf, halte<lb/>
ich und alle anderen für vollkommen unmöglich. Um den Biosprit bei<lb break="no"/>mischen zu können, wird es zu einer Erhöhung des Benzinpreises kommen<lb/>
müssen, Einstimmigkeit besteht daher bei allen Ministerien, daß die<lb/>
freie Benzinpreisbildung bleiben muß, nur so ist es möglich, daß die<lb/>
Ölfirmen den Biosprit übernehmen und was immer dann dabei herauskommt<lb/>
eben erklären, das werden sie auf den Benzinpreis überwälzen ob sie<lb/>
dies dann allerdings in der Konkurrenz tun können oder nicht ist frag<lb break="no"/>lich. Sollte dagegen ein amtlicher Preis festgesetzt sein, sind wir<lb/>
alle fest davon überzeugt, würde dies eine Kalkulationspost sein die<lb/>
unbedingt von der Ölwirtschaft verlangt wird. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat gemeint, der<lb/>
Benzinpreis müßte sich eben dann um 40 Groschen bei 5 % Beimischung<lb/>
erhöhen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte durchrechnen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_24">Überrascht war ich nur, daß in einer kleinen ARGE die jetzt zur Formu<lb break="no"/>lierung für die Regierungsklausur der Vertreter des Finanzministeriums<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134162">Ferchenbauer</rs> erklärte, daran sei das Finanzministerium nicht interessiert.<lb/>
Ich habe ihm sofort erwidert, dies könnte sich wesentlich ändern, wenn<lb/>
letzten Endes dann sich herausstellt, daß das Finanzministerium sehr wohl,<lb/>
sei es durch Steuerverzicht oder durch sonstige Maßnahmen finanzielle<lb/>
Mittel aufbringen müßte. Mein Hinweis, ich würde diesbezüglich mit<lb/>
Minister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> reden, hat ihn dann doch veranlaßt ein gewisses Inter<lb break="no"/>esse an dieser Arbeit auch zu zeigen. Unwahrscheinlich wie manchmal<lb/>
da <rs type="person" ref="#per__134162">Ferchenbauer</rs> nur für die Preisfrage zuständig ist, ein Beamter<lb/>
Ressortinteressen im gesamten nur sehr unwillig wahrnehmen will.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_25">Mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> besprach ich meinen Wunsch, daß die Sekre<lb break="no"/>tariate doch mehr kooperieren, als dies im vergangenen Jahr der Fall<lb/>
war. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> sieht ein, daß dies dringendst notwendig ist und wir<lb/>
diesbezüglich mit <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> engeren Kontakt halten. Ich per<lb break="no"/>sönlich bedauere, daß es nicht von allen Anfang an, eindeutig klar war<lb/>
und die Entwicklung nicht so gelaufen ist, daß wir eine geschlossene<lb/>
Einheit in jeder Beziehung bilden. Nicht zuletzt war es mein erklärtes<lb/>
Ziel, als <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> als Staatssekretär endlich akzeptiert hat, daß sie<lb/>
nicht nur sofort neben mir ihr Zimmer hat, sondern daß eben auch die<lb/>
Sekretariate in jeder Beziehung integriert sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-07_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte nimm dich dieser Sache besonders an.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 7.1.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <occupation>SPÖ-NR-Abg., ab 1981 Gesundheitsmin.</occupation>
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               <occupation>Wissenschaftsministerin</occupation>
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               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Dallinger, Alfred</persName>
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               <occupation>ZS GPA, ab 1980 Sozialminister</occupation>
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               <occupation>Sekr. Büro Staribacher</occupation>
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               <occupation>Staatschef Jugoslawien</occupation>
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               <occupation>Finanzminister, ÖVP-NR-Abg., OeNB-Präs.</occupation>
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               <occupation>Beamter FM</occupation>
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               <occupation>Dir. ÖCI/CA</occupation>
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               <occupation>Beamter HM/VM (Ministerienneuorganisation 1974)</occupation>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <occupation>Gesandter, Außenministerium [Zusammenhang Karawankentunnel,
                  Jugoslawien]</occupation>
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