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            <title type="main">Montag, der  4. Jänner 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band63_1982-01-04</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-04_01">Montag. 4. Jänner 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-04_02">Beim Journalistenfrühstück berichtete SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> über seinen Tätigkeits<lb break="no"/>bericht der Außenhandelssektion. Ein zusammengefaßtes Hefterl wurde<lb/>
an die Journalisten ausgeteilt, <choice><choice><sic>aus</sic><corr>in</corr></choice></choice> dem die bilateralen und multilate<lb break="no"/>ralen Aktivitäten verzeichnet waren. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> berichtete zusammenfassend<lb/>
über das Jahr 1981. Wenn jemand erwartet hatte, daß wenigstens eine Frage<lb/>
zu dieser Tätigkeit von den Journalisten gestellt wird, der irrte.<lb/>
Ich sah mich deshalb auch noch veranlaßt einige Bemerkungen zu machen<lb/>
um nicht dieses Problem total abschwimmen zu lassen. Unwahrscheinlich<lb/>
wie wenig der Außenhandel heute die Journalisten interessiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-04_03">Das Ehepaar <rs type="person" ref="#per__1137496">Mang</rs>, Architekten die sich für die Zusammenarbeit mit<lb/>
Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> stets zur Verfügung stellen haben ein neues Buch<lb/>
neue Läden herausgebracht und waren sehr froh, daß <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> ihnen das<lb/>
Angebot gemacht hatte, dieses im Pressefrühstück vorstellen zu können.<lb/>
Hier gab es wenigstens einige Frage, ich selbst bedankte mich dann bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140228">Mang</rs>, weil sie mit diesem Buch vielleicht ein wenig dazu beitragen,<lb/>
daß funktionsgerechte Laden errichtet werden die insbesondere nicht<lb/>
nur für Großmärkte sondern auch für kleine Geschäfte erschwinglich<lb/>
sind und wesentlich dazu beitragen können den Greißlersterben Einhalt<lb/>
zu gebieten. Auch Kleinläden müssen heute in der Aufmachung so sein,<lb/>
daß sie den Konsumenten anlocken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-04_04">Der Leiter der Magistratsabteilung 39 zum Energieeinsparen Senatsrat<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__1137497">Schütz</rs> referierte über seine Aktivität als Versuchs- und Forschungs<lb break="no"/>anstalt. Drei Punkte wurden besonders von ihm herausgestrichen, Energie<lb break="no"/>einsparung, Schallschutz und Brandschutz. Was mich bei <rs type="person" ref="#per__1137497">Schütz</rs> besonders<lb/>
beeindruckt war, daß er nicht nur allein vom technischen stoffmäßigen<lb/>
die Probleme betrachtete sondern viel wichtiger noch vom ökonomischen<lb/>
Standpunkt. Ihm schwebt vor, daß seine ca. 100 Beamten im stärkeren<lb/>
Maße nicht nur für die Versuchs- u. Forschungszwecke sondern auch für<lb/>
Empfehlungen an die Konsumenten herangezogen werden. Er hat zu diesem<lb/>
Zweck ein System entwickelt, wo watscheneinfach wie ich es bezeichnen<lb/>
würde der Konsument sich entsprechende Auskünfte holen kann. Für den<lb/>
Privaten kann um einen Betrag von ca. 300,-- S jederzeit ein Gutachten<lb/>
von der Anstalt angefordert werden wo zweckmäßige Energiesparmaß<lb break="no"/>nahmen wissenschaftlich einwandfrei und auf seine spezielle Wohnung<lb/>
berechnet ihn gegeben werden. Die größeren Projekte werden ja meistens<lb/>
ohne diese Anstalt zu befragen ausgeführt. Mein Hinweis, daß zum Bei<lb break="no"/>spiel die Verbauung der Franz-Josefs-Gründe mit Doppelverbund<lb break="no"/><pb n="63-0002" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-04_0002.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>verglasung vollkommen unzureichend vom Standpunkt des Energieeinsparens<lb/>
ist wurde von ihm nur bestätigt. Überhaupt hat mir dann im kleineren Kreis<lb/>
zugestanden, daß sich die Magistratsabteilungen der Gemeinde Wien sehr<lb/>
wenig um seine Arbeit respek. und seine Empfehlungen scheren. Staatssekr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat das Institut vor einiger Zeit besucht und war sehr begeistert,<lb/>
noch mehr begeistert war, wie <rs type="person" ref="#per__1137497">Schütz</rs> mir dann unter vier Augen versicher<lb break="no"/>te, er vom Interesse von Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>. Er hofft, daß sie auch<lb/>
in Hinkunft mit ihm sehr gut zusammen arbeiten wird und daß es vielleicht<lb/>
doch gelingen möge, hier unter Einsatz unter seines Institutes wirkliche<lb/>
Energiesparmaßnahmen dem Konsumenten empfehlen zu können. Diese Tätigkeit<lb/>
erscheint mir interessanter und wichtiger als die von der EVA, da sie<lb/>
vielleicht wirklicher weniger publizistischer in Erscheinung tritt dafür<lb/>
aber mehr praktische Arbeit leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-04_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Überleg Dir bitte mit der Energiesektion wie wir<lb/>
ihn stärker einschalten können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-04_06">Die Papierindustriellen hatten während der Feiertage ein endlos langes<lb/>
FS an die verschiedensten Stellen geschickt und verlangt, daß wegen<lb/>
der Errichtung einer Sulfatzellstoffabrik in Pöls neuerdings Gespräche<lb/>
mit ihnen geführt werden sollen. Ich habe sofort den erstmöglichen<lb/>
Termin vorgeschlagen und die Sitzung war wirklich furchtbar lang und<lb/>
auch von fast 50 Teilnehmern besucht. Die größte Beschuldigung die gegen<lb/>
das Handelsministerium vorgebracht wurde, war, daß wir uns über das<lb/>
Problem der Holzversorgung zu wenig Gedanken gemacht haben. Es hat bei<lb/>
Beginn der Diskussion überhaupt den Anschein gehabt, als wollte<lb/>
man dem Handelsministerium vorwerfen, respek. natürlich der ganzen Re<lb break="no"/>gierung, daß sie ein Projekt genehmigt ohne daß sie alle Für und Wider<lb/>
erlegt hätte. Genau das Gegenteil trifft aber für Pöls zu. All die<lb/>
Einwände die jetzt neuerdings gekommen sind wurden schon vor Jahren ge<lb break="no"/>bracht und durch entsprechende Gutachten klargestellt ob sie berechtigt<lb/>
sind oder nicht. Sowohl der anwesende Ing. <rs type="person" ref="#per__136377">Wurz</rs> als Vertreter der<lb/>
Präsidentenkonferenz der LWK diesmal geladen hat ein Gutachten über die<lb/>
Holzversorgung seinerzeit dem Landwirtschaftsministerium und dem Handels<lb break="no"/>ministerium abgeliefert. Wesentlich stärker allerdings wurde in der<lb/>
Sitzung das Gutachten von der Bodenkultur und zwar vom Leiter der forst<lb break="no"/>lichen Bundesversuchsanstalt <rs type="person" ref="#per__1137498">Polanschütz</rs> immer wieder zitiert. Beide<lb/>
Gutachten haben aber unter gewissen Voraussetzungen erklärt, daß es<lb/>
ohne weiteres möglich ist, die Holzversorgung sicher zustellen. Die Forst<lb break="no"/>wirtschaft behauptet und der GD-Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__1137499">Braumandl</rs> von den Österr.<lb/>
Bundesforsten bestätigte dies, daß 15<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> Mio. Festmeter durch Forstungsrück<lb break="no"/><pb n="63-0003" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-04_0003.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stände existiert. Derzeit ist überhaupt ein starker Rückgang festzu<lb break="no"/>stellen. Die Bauern aber auch der Großwald kann die vereinbarten Men<lb break="no"/>gen gar nicht anliefern weil die Papierfabriken sie nicht übernehmen.<lb/>
Andererseits ist es richtig, daß wir derzeit 1,5 Mio. Festmeter im<lb break="no"/>portieren, hier handelt es sich aber größtenteils um Buchen respek.<lb/>
Föhren und sonstiges Schleifholz. Die anfallenden Fichten- und Tannen<lb break="no"/>schleifholzmengen sind verhältnismäßig sehr gering und könnten noch<lb/>
wesentlich vergrößert werden. Interessant war, daß die Papier- und<lb/>
Zellstoffproduzenten auch den Plattenerzeuger <rs type="person" ref="#per__115363">Egger</rs>, der übrigens auch<lb/>
eine Brauerei in der Nähe v. St. Pölten sehr erfolgreich führt, ge<lb break="no"/>laden hatte. Während die Papier- u. Zellstoffproduzenten bezüglich der<lb/>
Kritik an dem Pölser Projekt sehr zurückhaltend agierten sie haben sich<lb/>
mehr oder minder schon damit abgefunden, daß diese Fabrik in Hinkunft<lb/>
eine Sulfatzellstoffanlage haben wird und sie sogar von ihr Sulfatzell<lb break="no"/>stoff kaufen werden, brauchte sich <rs type="person" ref="#per__115363">Egger</rs> als Plattler wie er sich be<lb break="no"/>zeichnet also als Plattenerzeuger nicht so zurückhalten. Den einzigen<lb/>
neuen Gesichtspunkt den er allerdings in die Diskussion brachte ist,<lb/>
daß jetzt immer mehr Profilzerspaner die die Sägeindustrie jetzt immer<lb/>
mehr zur Anwendung bringt besonders herausstrich. Seiner Meinung nach<lb/>
gibt es jetzt 15 dieser Anlagen und weitere werden folgen. Da es sich<lb/>
dabei um eine wesentlich bessere Nutzung auch von Schwachholz handelt<lb/>
kommen die Sägen zu einer besseren Ausnützung und zu einer kostengün<lb break="no"/>stigeren Verwertung des Holzes. Die Fachleute die sich diese Profilzer<lb break="no"/>spaner angesehen haben sind der Meinung, daß hier keine zukünftige<lb/>
neue Sägepolitik eingeleitet wurde. Trotzdem aber glauben alle, daß die<lb/>
notwendigen Schleifholzmengen bei entsprechenden Investitionen man<lb/>
spricht von 10 Mrd. S in den 90er-Jahren ohneweiters den Bedarf<lb/>
der Sulfat- u. <choice><choice><sic>Sulfitzellstoffrubriken</sic><corr>?</corr></choice></choice> decken kann. Die Oststaaten ins<lb break="no"/>besondere die CSSR und Polen aber auch Ungarn und Rumänien werden in<lb/>
immer größer werdendem Maße eigene Zellstoffabriken errichten und da<lb break="no"/>durch immer weniger an Schleifholzexporten interessiert sein. Trotzdem<lb/>
glaube ich hängt es nicht allein von der Verarbeitungsmöglichkeit in<lb/>
den Oststaaten ab sondern auch damit, daß sie zusätzliche Devisen brau<lb break="no"/>chen werden und wenn sie nicht über die Zellstoffproduktion diese<lb/>
Devisen hereinbringen können auch noch zusätzliche Schleifholzexporte<lb/>
tätigen werden. Für mich am wichtigsten war aber die Aussage von der<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140745">Oberrauner</rs>, dem techn. Direktor von Pöls. Dieser erklärte ganz offiziell,<lb/>
daß der derzeitige Beschäftigtenstand von 510 auch wenn die neue An<lb break="no"/>lage dann nur mehr 300 Beschäftigte benötigt, der jetzige Beschäftigten<lb break="no"/>stand gehalten wird ja sogar noch bis auf 600 aufgestockt wird, weil<lb/>
der italienische Burgo-Konzern der Eigentümer von Pöls weiter <choice><choice><sic>verarbeitende</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
Tätigkeiten nach Pöls verlegen wird. Verpackungsmaterial wird vorbe<lb break="no"/><pb n="63-0004" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band63/63_1982-01-04_0004.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>reitet oder sogar bis zur endgültigen Verpackung in Pöls erzeugt wer<lb break="no"/>den. Da immer wieder auf das Gutachten von <rs type="person" ref="#per__1137498">Polanschütz</rs> verwiesen wurde<lb/>
und die Papierindustrie etliche Male den Wunsch geäußert hat mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137498">Polanschütz</rs> selbst in kleinstem Kreis noch einmal darüber debattieren<lb/>
zu können habe ich das Landwirtschaftsministerium ersucht eine solche<lb/>
Besprechung so schnell als möglich durchzuführen. Ich wollte mit dieser<lb/>
Frage Aufbringung des Holzes unbedingt vom Handelsministerium wegkommen,<lb/>
die Kompetenz und die Verantwortung, daß die notwendigen Holzmengen<lb/>
zur Verfügung gestellt werden, liegt ja ausschließlich beim Landwirt<lb break="no"/>schaftsministerium. Die Vertreter der Wasserwirtschaft haben keinen<lb/>
Zweifel gelassen, daß weitere Verlängerung der Ausnahmegenehmigung<lb/>
für die Flußverschmutzung, sei es der Mur oder sei es der Salzach nicht<lb/>
mehr zu rechnen ist. Alte Papierfabriken müssen zur Kenntnis nehmen,<lb/>
daß sie entweder umweltfreundliche Produktionsmethoden einführen oder<lb/>
eben ihren Betrieb dann bezüglich der Zelluloseproduktion schließen<lb/>
müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band63_1982-01-04_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte dränge darauf, daß im Landwirtschafts<lb break="no"/>ministerium die Aussprache so schnell als möglich stattfinden wird<lb/>
und daß du daran teilnimmst.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 4.1.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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