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            <title type="main">Montag, der 14. Dezember 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band62_1981-12-14</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_01">Montag, 14. Dezember 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_02">Der finnische Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__134212">Wahlroos</rs>, eingeladen von Frau Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, kam mit seinen Leuten, um die verstaatlichte Industrie in Öster<lb break="no"/>reich zu studieren. Für mich interessant war nur seine Äußerung bezüg<lb break="no"/>lich der Kernkraftwerkpolitik der finnischen Regierung. Finnland hat der<lb break="no"/>zeit 4 Kernkraftwerke, 2 <choice><choice><sic>Wornestüb</sic><corr>Woronesch-Typ</corr></choice></choice>, 440 MW, in der Nähe von Helsinki,<lb/>
in Westfinnland 2 x 660 MW von der Fa. Asea, bis zum Jahre 1990 wird noch<lb/>
ein fünftes mit 1000 MW dazukommen. Bezüglich der Lagerung von den abge<lb break="no"/>brannten Brennelementen resp. des Atommülls gibt es noch keine endgül<lb break="no"/>tige Entscheidung, doch rechnet Finnland auch mit einem internationalen<lb/>
Lager irgendwo anders, nur nicht in ihrem eigenen Land. Die Kernkraft<lb break="no"/>werkgesellschaften müssen an einen Fonds eine Abgabe entrichten, aus dem<lb/>
dann die Lagerung bezahlt werden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_03">Beim Mittagessen in der finnischen Botschaft habe ich dann den alten<lb/>
Wunsch der Agrarier, man möge sich für einen größeren Weinexport nach<lb/>
Finnland einsetzen, vorgebracht. Das finnische Alkoholmonopol gibt<lb/>
den österreichischen Weinexporteuren keine Chance eine echte Weinkampagne<lb/>
zu starten. Ich glaube, daß auch nach dieser Aussprache das Alkoholmono<lb break="no"/>pol ziemlich selbständig wirtschaften kann und daß unsere Exporteure<lb/>
es sehr schwer in Finnland haben werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Trotzdem bitte das Landwirtschaftsministerium ver<lb break="no"/>ständigen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_05">GD <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs> von Shell teilt mir strengst vertraulich telefonisch mit,<lb/>
daß jetzt <choice><choice><sic>die</sic><corr>bei</corr></choice></choice> Bohrungen in Ägypten an der libyschen Grenze 80 km südlich<lb/>
vom Mittelmeer Öl gefunden wurde. Niemand kann noch sagen, wie groß die<lb/>
Lagerstätte ist, weshalb auch noch keine wie immer geartete Information<lb/>
in die Öffentlichkeit dringen soll. Er wird mich auf dem laufenden hal<lb break="no"/>ten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_06">Bezüglich der Benzinpreisfreigabe nach dem 31. Jänner haben die Ölgesell<lb break="no"/>schaften mit den westlichen Bundesländern informelle Informationsanfra<lb break="no"/>gen gerichtet und festgestellt, daß die Landeshauptleute in diesen Bun<lb break="no"/>desländern prinzipiell für eine Verlängerung des jetzigen Systems sind.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs> wird wahrscheinlich an der 19.-Jänner-Sitzung mit den Landes<lb break="no"/>hauptleuten und den Ölfachverband daran teilnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_07">Im Journalistenfrühstück berichtet MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> über die Verhandlungen in<lb/>
<pb n="62-1431" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-12-14_1431.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der CSSR und über den Besuch der Golfstaaten. Fast wäre es zu keiner<lb/>
Diskussion gekommen, hätte nicht ein Journalist gefragt, wie es mit dem<lb/>
tschechischen Vertrag weitergehen wird im Verhältnis zu unseren sehr gu<lb break="no"/>ten Beziehungen zu Ungarn.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_08">MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> und auf meinen Vorschlag dann auch der Abteilungsleiter <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs><lb/>
berichteten über die Änderung der Förderungsrichtlinien, die jetzt in die<lb/>
Begutachtung gehen. MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat, wie mir der Pressereferent Mag. <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs><lb/>
mitteilte, ihm gegenüber sich geweigert, daß <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> darüber berichten<lb/>
sollte. Mein Prinzip gilt aber nach wie vor, daß nicht der Sektions<lb break="no"/>chef oder Abteilungsleiter über Gesetzentwürfe, Richtlinienänderungen<lb/>
usw. ausschließlich allein referiert, sondern eben der Bearbeiter unbe<lb break="no"/>dingt das Wort bekommt. Bei diesem Punkt entspannte sich dann eine Dis<lb break="no"/>kussion, wie viel in unserem Budget für die Fremdenverkehrsaktivitäten<lb/>
im nächsten Jahr vorgesehen ist. Da das Grundbudget ohne das BUG auf<lb/>
10 % aufgestockt wurde, jetzt aber bereits feststeht, daß wir für eine<lb/>
weitere Mrd. Fremdenverkehrsförderungen gegebenenfalls im Herbst ein BÜG<lb/>
bekommen, müßte in dieser der Berichterstattung ein doch positives Er<lb break="no"/>gebnis zum Ausdruck kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_09">Dr. <rs type="person" ref="#per__116031">Liebl</rs> berichtete über die Prognose für die Wintersaison. Dort wird<lb/>
festgehalten, daß die Gemeindeämter einen Zuwachs bis 1,8 % erwarten,<lb/>
die befragten Hotels nur 0,1 %. Letztere Prognose dürfte eher stimmen.<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> gab dann einen Bericht über den Tourismus im Sommerhalbjahr. Hier<lb/>
hat bei einem Anteil von 72 % aus der BRD die Nächtigung aber um −1,6 %<lb/>
abgenommen. Nächste Gruppe sind dann noch die Niederländer mit 10,8 %, die<lb/>
um +2,3 % zugenommen haben. Alle anderen Staaten erreichen nicht ein<lb break="no"/>mal mehr 3 %. Obwohl bei Frankreich eine Steigerung um 22 % festgestellt<lb/>
wurde, ist der Anteil nur 2,3 %. Aus Amerika kamen um 24 % weniger, im<lb/>
Vorjahr haben die Oberammergau-Festspiele dazu beigetragen, daß der<lb/>
amerikanische Zuwachs sehr groß war. Der Anteil ist aber immer nur 1,3 %.<lb/>
Interessant sind aber die Gesamtergebnisse ja bei Ausländern, −0,1 %, bei<lb/>
Inländern +0,3 %, also insgesamt eine +/− 0 Zuwachsrate herausgekommen<lb/>
ist, daß doch in den Gewerbebetrieben die Abnahme −0,9 % ist, die bes<lb break="no"/>seren Qualitäten sind ungefähr gleichgeblieben, teilweise sogar noch Stei<lb break="no"/>gerung, die C- und D-Qualität hat aber einen weiteren Rückgang zu verzei<lb break="no"/>chnen. Privatquartiere haben wieder um −5,1 % abgenommen, da dürfte aber<lb/>
die 40.000-S-Umsatzsteuergrenze wesentlich zu diesem Rückgang beigetra<lb break="no"/>gen haben. Jeder Vermieter versucht, bevor er die 40.000-S-Grenze über<lb break="no"/>schreitet, seine tatsächlichen Übernachtungen nicht anzugeben. In Privat<lb break="no"/>quartieren kann dies ja kaum geprüft werden. Urlaub am Bauernhof hat ei<lb break="no"/>ne Steigerung um +3,4 % erfahren, ebenso die Ferienwohnungen, Kurheime,<lb/>
<pb n="62-1432" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-12-14_1432.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Schutzhütten usw. Hier gab es eine größere Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bei der Erstellung der Tagesordnung muß in Hin<lb break="no"/>kunft<add>[darauf,]</add> wer referieren soll, besonders geachtet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_11">Im Direktorium der ÖFVW konnten wir uns über die Abänderung des Budgets<lb/>
durch Verschiebung von 2,9 Mio. S Kürzung, Investition, Werbung in Frank<lb break="no"/>reich, USA, Japan und innerösterreichische Werbung und Erhöhung des Werbe<lb break="no"/>aufwandes für die BRD, GB, CH und Belgien einigen. Damit war die schwie<lb break="no"/>rige Diskussion und insbesondere der ganze Gegensatz zwischen Geschäfts<lb break="no"/>führung und den Ländervertretern beigelegt. Um in Hinkunft diese Ausei<lb break="no"/>nandersetzung zu vermeiden, wird ein Budgetausschuß vorgeschlagen, der<lb/>
Budgetänderungen der Geschäftsführung besprechen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_12">Der erste Bericht des KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> über die Hauskaufsverhandlungen unseres<lb/>
Mietobjektes in der Margaretenstraße zeigt, daß mit ca. 80 Mio. S gerech<lb break="no"/>net werden müßte. Darüber wird insbesondere mit den Ländern bezüglich<lb/>
eines außerordentlichen Beitrages noch im Detail zu verhandeln sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_13">In der Generalversammlung berichte ich über die allgemeine Situation<lb/>
des Fremdenverkehrs und ganz besonders über die wichtigen Beschlüsse<lb/>
des Direktoriums. Hier entspannt sich dann eine sehr intensive und<lb/>
langwierige Diskussion. Die Kritik der Länder über die Budgeterstellung<lb/>
und dann auch über, wie gewisse Ländervertreter sagen, Eigenmächtigkeit<lb/>
der Geschäftsführung, wird hart diskutiert. Jetzt bewährt sich zum ersten<lb/>
Mal, daß der zweite Geschäftsführer Dkfm. <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> der ÖVP angehört, denn<lb/>
trotz seiner sachlichen Ausführungen, daß keinesfalls nur der Zuwachs<lb/>
der Kosten bei der Zentrale besonders abgegolten wird, sondern eben tat<lb break="no"/>sächlich auch die Außenstellen reichlich dotiert werden, sowohl was das<lb/>
Personal betrifft, als auch die Sachaufwendungen, diese Argumentation von<lb/>
den Landesräten kritisiert und nicht anerkannt<add>[wird]</add>. <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> spricht sogar<lb/>
von einem Racheakt der Geschäftsführung gegen die Länder. Hier konnte<lb/>
ich dann zum Schluß nur sagen mit <rs type="person" ref="#per__88902">Beethovens</rs> Neunter, Freunde, nicht<lb/>
diese Töne.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_14">Positiv zu vermerken war, daß alle Ländervertreter, die sich zu Wort mel<lb break="no"/>deten, sich sich im Prinzip einverstanden erklärten, die 35 % Budgetanteil<lb/>
im Jänner noch zu bezahlen. Da die Handelskammer sich prinzipiell dazu<lb/>
einverstanden erklärt hat und auch der Vertreter des Finanzministeriums<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> eine solche Zustimmung gab, kann die Geschäftsführung im ersten<lb/>
Monat mit entsprechenden Mitteln rechnen und wird nicht auf sündteure Kre<lb break="no"/><pb n="62-1433" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-12-14_1433.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dite zurückgreifen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_15">Die notwendigen geschäftsordnungsmäßigen Beschlüsse, Genehmigung des<lb/>
Rechnungshofberichtes und Erteilung der Entlastung für das Geschäftsjahr<lb/>
80, formeller Beschluß über die Höhe des Mitgliedsbeitrages von 82 von<lb/>
6 %, Genehmigung des Budgets, wurde dann einstimmig beschlossen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_16">LRat <rs type="person" ref="#per__111733">Ferrari</rs> machte dann<add>[einen]</add>, wie ich glaube, unmöglichen Vorschlag. Allen<lb/>
Ernstes sagte er, man sollte für die Länder, die einen höheren Beitrag<lb/>
zur ÖFVW durch Anerkennung eines 12 %-igen Budgeterhöhungsrahmens zu<lb break="no"/>stimmen und auch einzahlen, eine Sonderaktivität der ÖFVW entfalten.<lb/>
Dies würde zu einem hoffnungslosen Streit der Länder untereinander und<lb/>
vor allem vorher aber schon zu einem Debakel bei der Aufteilung dieser<lb/>
Mittel durch die Geschäftsführung führen. Eine Abgrenzung wäre unmöglich,<lb/>
die Länder würden auf alle Fälle gegen jedwede Sonderaktivität Stel<lb break="no"/>lung nehmen, soweit sie nicht davon selbst betroffen sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_17">Bezüglich des Hausankaufes hat MR <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> vorgeschlagen, daß man sich der<lb/>
Gebäudesachverständigen im Finanzministerium bedient, was sicherlich dann<lb/>
der Fall sein wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_18">Dr. <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> als fast Ländersprecher, aber auch die anderen Ländervertre<lb break="no"/>ter wie <rs type="person" ref="#per__117626">Baumgartner</rs>, Salzburg, <rs type="person" ref="#per__111733">Ferrari-Brunnenfeld</rs>, Kärnten, wendeten sich<lb/>
dagegen, daß <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> berichtet, das Wanderbare Österreich soll in Hin<lb break="no"/>kunft selbsttragend nicht mehr wesentlich propagiert werden. Die Länder<lb/>
haben diesen Slogan als so wunderbar gefunden, daß sie glauben, man<lb/>
müßte für alle ewigen Zeiten dabei bleiben. Hier, glaube ich, irren sie<lb/>
sehr gewaltig, denn eine weitblickende Fremdenverkehrswerbung kann nicht<lb/>
einen Slogan zu Tode propagieren; ob allerdings diese Marke Wander<lb break="no"/>bares Österreich wirklich selbsttragend ist, wie Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> meint, be<lb break="no"/>zweifle ich auch. Auch wenn wir einen neuen Werbeslogan finden und dann<lb/>
entsprechend ab 83 propagieren, Wanderbares Osterreich wird nicht aufge<lb break="no"/>geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_19">Harte Kritik mußte sich die Geschäftsführung gefallen lassen, nicht nur<lb/>
was die einzelnen Posten des Budgets betrifft, sondern daß auch nach Mei<lb break="no"/>nung der Länder viel zu viel für die fernen Staaten USA und Japan aufge<lb break="no"/>wendet wird. Hier ist meine Meinung, und ich habe dies auch deutlich<lb/>
kundgemacht, daß man weitblickender die zukünftigen Tourismusreserven,<lb/>
und das sind die Japaner, zeitgerecht erschließen muß. Beeindruckend<lb/>
für mich war, daß KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> berichtete, daß die Reisebüros und andere<lb/>
Unternehmungen antizyklisch werben. Je schlechter die Saison erwartet<lb/>
<pb n="62-1434" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-12-14_1434.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wird, umso mehr Werbeaufwand muß man betreiben. Kleine Reisebüros beteili<lb break="no"/>gen sich an großen Werbeaktionen, die die Handelskammer jetzt organisiert,<lb/>
die doch verhältnismäßig reicheren Länder aber sehen keine Notwendigkeit<lb/>
diese antizyklische Werbung, ganz besonders die Werbung in ferneren Län<lb break="no"/>dern zu akzeptieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_20">Die Stimmung der Länder gegen die Geschäftsführung ist nicht sehr gut,<lb/>
ich hoffe aber, daß ich durch meine konziliante Leitung der Generalver<lb break="no"/>sammlung letzten Endes ein wenig dazu beigetragen habe, daß dieses Ressen<lb break="no"/>timent zumindestens nicht vergrößert wurde, vielleicht ein wenig abge<lb break="no"/>baut wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_21">Bezüglich des Hauskaufs wurde von den Ländern erklärt, da müsse man<lb/>
vorerst mit den Landesfinanzreferenten Gespräche führen. Prinzipiell er<lb break="no"/>klärte ich, daß, wenn wir dieses Haus nicht erwerben, dann noch immer die<lb/>
Möglichkeit besteht, in die Hohenstaufengasse des Bundesgebäudes, ehem.<lb/>
Wagnerbank, zurückzukehren. Allerdings wird dort ein wesentlich höherer<lb/>
Zins zu zahlen sein. Die Länder würden dadurch dem Bund doch entsprechen<lb break="no"/>de Mittel aus der Miete zukommen lassen. In einem sind sie nämlich alle<lb/>
Länder immer einig, daß sie vom Bund was wollen und nicht, daß dem Bund<lb/>
etwas gegeben wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_22">Ich habe den Landesräten mitgeteilt, daß wir im Rahmen der atb ein Ge<lb break="no"/>spräch in der ÖFVW mit allen Landesräten und den Landesfremdenverkehrs<lb break="no"/>direktoren führen möchten. Dort soll man über die prinzipielle Politik<lb/>
der ÖFVW diskutieren. Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_23">Überrascht war ich, daß LRat <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> zum Pkt. Satzung keinerlei Erklä<lb break="no"/>rungen abgab. Ich sagte, ich erwarte von ihm eigentlich jetzt den Kompro<lb break="no"/>mißvorschlag. Über meine Stellvertretung im Direktorium soll nämlich<lb/>
jetzt nach dreijährigem Rhythmus einmal ein Vertreter der Handelskammer,<lb/>
dann ein Ländervertreter gewählt werden. Daß die Handelskammer mit die<lb break="no"/>sem Vorschlag nicht sehr glücklich ist, zeigte sich, daß der Vertreter<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__118737">Schimka</rs> jetzt nicht mehr bereit ist zu den Ländersitzungen zu gehen,<lb/>
nur dann, wenn er speziell eingeladen wird. Die Handelskammer ist über das<lb/>
Verhalten der Länder noch immer sehr verärgert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_24">Anschließend an die Generalversammlung besprachen SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
bei mir mit MR <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> die Erhöhung der Budgetansätze, wenn die neue Ak<lb break="no"/>tion statt 3 % Zinsenzuschuß 4 % Zinsenzuschuß kommt. Approximative Be<lb break="no"/>rechnungen ergaben, daß der Einschluß der Prämienaktion 56 Mio. S bei<lb/>
<pb n="62-1435" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-12-14_1435.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der BÜRGES und unter Einschluß der ERP-Ersatzaktion 62 Mio. S für das<lb/>
Jahr 1982 notwendig sind. In der Regierungsklausur im Jänner wird dies<lb break="no"/>bezüglich der Vorschlag von <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> vorgesehen, daß neue Anträge im Jahre<lb/>
1982 für 1 Jahr inkl. Prämienaktion und ERP-Ersatzaktion eine 1 %-ige<lb/>
Erhöhung des Zinsenzuschusses vorgesehen werden. Die Formulierung für das<lb/>
Budget soll dann lauten,<add>[daß]</add> es beträchtlich unter 100 Mio. S liegen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte die endgültigen Ziffern für die Regierungs<lb break="no"/>klausur vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_26">Im Parlament standen die Kapitel Unterricht und Wissenschaft bei der<lb/>
Budgetdebatte zur Diskussion. Spät abends kam es dann zur Abstimmung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_27">Alitalia hat zu einem extravaganten Abend eingeladen. Leider konnte ich<lb/>
durch die Parlamentsabstimmung nur teilweise daran teilnehmen. Beein<lb break="no"/>druckend für mich war eine italienische Volkstanzgruppe, wo ein 13-jäh<lb break="no"/>riger <choice><choice><sic>kleine Hirtenflöte</sic><corr>kleiner Hirte eine Flöte? eine kleine Hirtenflöte?</corr></choice></choice> mit einer Virtuosität spielte. Ich konnte<lb/>
mich nicht zurückhalten und für diesen aufwendigen Abend im Intercon<lb break="no"/>tinental die Bemerkung zu machen, allerdings nur zu Österreichern, die<lb/>
ich gut kannte. Die Fluggesellschaft Alitalia hat so ein Riesendefizit,<lb/>
daß es auch auf diese Aufwendungen nicht ankommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_28">Der Sozialminister hat den liberianischen Minister of labour eingeladen.<lb/>
Der Honorarkonsul in Österreich von Liberia hat unbedingt das Gefühl<lb/>
gehabt, dieser sollte auch mir zumindestens die Hand schütteln. Wir<lb/>
unterhielten uns dann über die Möglichkeiten, wie Liberia durch Vermitt<lb break="no"/>lung von technischem know-how, von, wie er sich ausdrückte, participation<lb/>
österreichischer Unternehmungen seine Handelsbeziehungen mit Österreich<lb/>
verstärken könnte. Insbesondere erwartet die liberianische Regierung<lb/>
eine Handelsdelegation, um Einkaufsmöglichkeiten bei ihnen zu studieren.<lb/>
Ich habe ihm die österreichische Situation im besonderen erklärt und<lb/>
nur zugesagt, dies mit der Handelskammer, die ja die Auslandsaktivitäten<lb/>
bei uns letzten Endes auch bezahlt, zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-14_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Nächstes Jour fixe HK setzen.<lb/>
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