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            <title type="main">Donnerstag, der 10. Dezember 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band62_1981-12-10</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_01">Donnerstag, 10. Dezember 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_02">In der Bürges-Gewerbestrukturbeiratssitzung berichtete die Geschäfts<lb break="no"/>führung, daß die Antragseingänge um 16 % zurückgegangen sind und auch<lb/>
die Erledigungen um 6 %. Bei der Kleingewerbeaktion sind es sogar 20<lb/>
% <choice><choice><sic>die</sic><corr>der</corr></choice></choice> Eingänge und 30 % <choice><choice><sic>die</sic><corr>der</corr></choice></choice> Erledigungen, Fremdenverkehrssonderkredit<lb break="no"/>aktion 25 % weniger Eingänge und weniger Erledigungen. Nur bei der<lb/>
Prämienaktion sind es nur 10 % und bei der Existenzgründungsaktion ist<lb/>
der selbe Antragseingang und die Erledigung wie im Vorjahr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_03">Bezüglich der Verlängerung der Zinsenobergrenze konnte keine Einigung<lb/>
erzielt werden. Der Zuschlag dieses Jahres läuft ja mit Ende des Jahres<lb/>
ab. Die Handelskammer wäre bereit gewesen bis am 30. März zu verlängern,<lb/>
der AK-Vertreter hatte aber keinerlei Verhandlungspouvoir. Hier muß<lb/>
ich unbedingt mit dem Kammeramtsdirektor Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> sprechen. Ich<lb/>
halte es nicht für sehr zielführend, wenn ein Vertreter keinerlei Mög<lb break="no"/>lichkeit hat, selbst über provisorische Verlängerung von einem Monat<lb/>
zu entscheiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_05">Bezüglich der Handelsministeriumforderung, daß die Voraussetzung für<lb/>
eine Gewährung eines Bürgeskredites die Trennung der Wascheinheit vom<lb/>
WC notwendig ist, einigten wir uns darauf, daß dies nur für die Katego<lb break="no"/>rien A und B gilt. Bei C und D kann also auch ein Verbesserungskredit<lb/>
gewährt werden, wo diese Trennung nicht unbedingt verlangt wird. Weiters<lb/>
einigten wir uns darauf, daß die Normalfälle, die dem Schwerpunkt näher<lb/>
kommen, solange die Mittel vorhanden sind und insbesondere die Auftrags<lb break="no"/>eingänge so nachgelassen haben, ebenfalls von der Geschäftsführung er<lb break="no"/>ledigt werden können, dem Beirat ist darüber zu berichten. Die Investi<lb break="no"/>tionsunlust ist also aufgrund der jetzt vorliegenden Ergebnisse auch<lb/>
bei den Klein- und Mittelbetrieben deutlich zu sehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_06">MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs> berichteten mir, daß die ÖDK bis 400.000 to jugos<lb break="no"/>lawische Kohle um 185 S frei Grenze gegen 100.000 to Weizenkompensation<lb/>
beziehen werden. Darüber hinaus möchten die Jugoslawen 50.000 to Weizen<lb/>
Barzahlung für die Provinz Bosnien-Herzegowina. Insgesamt wurde festge<lb break="no"/>stellt, daß für 1982 ein Importbedarf für Haushaltskohle von 70.000 to<lb/>
besteht, 40.000 to sind Überhanglizenzen von diesem Jahr, sodaß noch<lb/>
30.000 to zusätzliche Einfuhrlizenzen gegeben werden müssen. Für die<lb/>
<pb n="62-1420" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-12-10_1420.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Industrie wird ein Bedarf von 110.000 to angenommen. Die Verteilung<lb/>
der Kohle hat die Handelskammer KR <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs> übernommen, bis jetzt ist es<lb/>
ihm allerdings noch nicht geglückt einen einvernehmlichen Vorschlag zu<lb/>
erstatten. Ebenso gibt es noch Schwierigkeiten mit den Kohlenvorrats<lb break="no"/>übereinkommen, das die Handelskammer mir vorlegen will. Auch hier hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs> viel größere Widerstände zu überwinden, als er ursprünglich ge<lb break="no"/>glaubt hat. Trotzdem ist er überzeugt, daß es zu einem positiven Ergeb<lb break="no"/>nis kommen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte ständig berichten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_08">Alle Beteiligten sprechen sich dafür aus, daß der Frachtkostenausgleich<lb/>
für Heizöl extraleicht aufrechterhalten werden soll. Die 6 Mio. Defizit,<lb/>
die zu erwarten sind, können durch Einstellung des Zuschusses von 1,10<lb/>
S auf 0 für die Zone 3, das ist Oberösterreich und Niederösterreich und<lb/>
hat einen Anteil von ca. 35 %, ausgeglichen werden. Da leider keine Ein<lb break="no"/>stellung dieser Frachtausgleichregelung möglich war, nicht nur, daß sich<lb/>
die Mineralölwirtschaft dagegen ausspricht, sondern auch Interessensver<lb break="no"/>tretungen und vor allem alle meine Beamten, muß ich in dieser Frage nach<lb break="no"/>geben. Wichtig erschien mir allerdings, daß nicht aus der Frachtkosten<lb break="no"/>defizitrechnung eine Erhöhung des Verbraucherpreises kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_09">Bezüglich der Inlandsgaspreisbildung berichten SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs>,<lb/>
daß jetzt die Oberösterreicher mit Angleichung des Inlandspreises für<lb/>
die RAG an die ÖMV einverstanden sind. Allerdings verlangen sie eine<lb/>
Zweietappenlösung. Die ÖMV wollte durch ihren Rechtsvertreter <rs type="person" ref="#per__121788">Rosen<lb break="no"/>zweig</rs> zuerst Einsicht in die RAG-Unterlagen. Dies mußte verwehrt werden,<lb/>
denn sowohl die RAG als die ÖMV haben ja nur bescheidmäßig ihre Inlands<lb break="no"/>preise festgesetzt bekommen. Da die Bescheide ausschließlich mit jeder<lb/>
einzelnen Firma verhandelt werden, besteht keine Möglichkeit Entschei<lb break="no"/>dungsunterlagen der anderen Partei zu zeigen, dies umso mehr, als RAG<lb/>
und die ÖMV ja in einem gewissen Konkurrenzverhältnis stehen. Wir be<lb break="no"/>schließen, da in Hinkunft nur mehr über die Verordnung der Inlandspreise<lb/>
geredet werden soll, daß in diesem Fall eben nicht mehr mit den Firmen,<lb/>
sondern nur mehr mit dem Fachverband verhandelt wird. Die Firmenvertre<lb break="no"/>ter können dann über den Fachverband die notwendigen Unterlagen einrei<lb break="no"/>chen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_11">Der Geschäftsführer des Fachverbandes Elektroindustrie spricht mit den<lb/>
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auch jetzt die KELAG von den Franzosen Transformatoren kaufen will.<lb/>
Die Franzosen sind um 20 bis 30 % billiger, Trafo France hat ein ent<lb break="no"/>sprechendes Angebot an die Kelag gerichtet. Ich habe sofort mich mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115646">Hofstätter</rs>, Kelag-Vorstand, verbinden lassen und ihn ersucht, er möge<lb/>
neuerdings mit der EBG, Dir. <rs type="person" ref="#per__134216">Ortner</rs>, die Gespräche aufnehmen. <rs type="person" ref="#per__115646">Hofstätter</rs><lb/>
erklärte mir, daß für ihn nur eine Teilung des Auftrage infrage käme,<lb/>
denn die österreichischen Firmen seien zu teuer und er als Vorstand könne<lb/>
es nicht verantworten, daß mehr Geld für Investitionen ausgegeben wird,<lb/>
als unbedingt notwendig ist. Dagegen habe ich ganz entschieden Stellung<lb/>
genommen, denn die E-Wirtschaft hat einen Monopolcharakter und muß<lb/>
selbstverständlich auf die österreichischen Unternehmungen Rücksicht<lb/>
nehmen. Sollte dies nämlich nicht der Fall sein, werde ich mich im<lb/>
Preisregelungsverfahren in Hinkunft wesentlich anders verhalten, als dies<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_12">bis jetzt der Fall war. Daß die EVUs Deckungsofferte holen, d.h. ge<lb break="no"/>legentlich ein oder das andere ausländische Produkt einführen, um die<lb/>
österreichische Industrie zu vernünftigen Preisangeboten zu zwingen,<lb/>
akzeptiere ich noch. Kein Verständnis habe ich aber dafür, daß man die<lb/>
österreichische Produktion links liegen läßt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte diesen Standpunkt der Energiesektion<lb/>
auch klarmachen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_14">Der kubanische Botschafter hat MR <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> und mir die Tagesordnungs<lb break="no"/>wünsche für die Gemischte Kommission mitgeteilt. Ich war selbstverständ<lb break="no"/>lich mit allem einverstanden, da sie in Wirklichkeit dieselben Punkte<lb/>
umfaßte, die auch wir besprochen hätten. Einen einzigen Punkt, nämlich<lb/>
billige Kredite, erklärte ich ihm sofort, könne man nur mit dem Finanz<lb break="no"/>minister besprechen. Er sollte sich beim Finanzminister diesbezüglich<lb/>
einen Termin für eine Aussprache des Delegationsleiters und Ministers,<lb/>
der kommt, sichern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_15">Im Parlament habe ich Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> getroffen, dieser war mit<lb/>
einer Aussprache einverstanden, ersuchte nur, daß diese Besprechung bei<lb/>
mir stattfindet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Termin fixieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_17">Die Wirtschaftsgespräche mit der ÖVP verliefen überraschend glatt und<lb/>
kurz. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eröffnete, indem er sich bei den Experten bedankte, die<lb/>
ja aufgrund der beiden Programme, SPÖ-Wirtschaftsprogramm und ÖVP-<lb/>
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die Finanzierung der verstaatlichten Industrie, ca. 2 Mrd. Voest-Alpine<lb/>
und 2 Mrd. andere verstaatlichte Betriebe, als auch für die Kleinbetriebe,<lb/>
Kosten ca. 80 Mio., Steuerermäßigungen sowie für die Schaffung einer Ka<lb break="no"/>pitalbeteiligungsgesellschaft resp., wenn es nach den Ländern geht, von<lb/>
ca. 4 Kapitalbeteiligungsgesellschaften, als auch für einen Zinsenzuschuß<lb/>
von 2 % für die AIK-Kredite und von der Bürges von 1 % für die gewerb<lb break="no"/>lichen Kredite, dies machte ca. 80 Mio. S aus, Einvernehmen erzielt. Bun<lb break="no"/>desparteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> verlangte von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, daß dieses Abkommen, jede<lb/>
Seite paraphiert wird, bevor dann in einem Briefwechsel sozusagen die<lb/>
Unterschrift erfolgt. Diese Vorgangsweise ist eigentlich neu, den bis<lb/>
jetzt war es selbstverständlich, daß was beide Parteien vereinbart haben,<lb/>
dann auch mit einem Briefwechsel bestätigt wurde. Darin sah ich ein<lb/>
gewisses Mißtrauen, doch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ging darauf überhaupt nicht ein. Er<lb/>
war sichtlich erfreut, daß es möglich war, die ÖVP jetzt zu einer Zu<lb break="no"/>stimmung zur Sanierung der verstaatlichten Industrie, ähnlich wie dies<lb/>
auch bei der Länderbank seinerzeit geglückt ist, zu gewinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_18">Anschließend an die Sitzung berichtete er dann dem Finanzminister und<lb/>
einigen Experten der sozialistischen Seite über seine Golfstaatenreise.<lb/>
Er meinte, in Hinkunft wird es keinerlei Schwierigkeiten mehr mit der<lb/>
Finanzierung von österreichischen Anleihen auch des Bundes geben. Die<lb/>
Kuwaiter hätten ihm versprochen, daß es leicht möglich sei 3 bis 4 Mrd.<lb/>
in Schilling ohne weiteres zu finanzieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_19">Auch für eine Finanzierung des Konferenzzentrums glaubt er eine Lösung<lb/>
gefunden zu haben. Die Gesellschaft wird durch Teilnahme von Abu Dhabi,<lb/>
Saudi-Arabien, Kuwait vergrößert, Wien und der Bund behalten einen ge<lb break="no"/>wissen Anteil in dieser Gesellschaft von wahrscheinlich 25 %, die Ge<lb break="no"/>sellschaft baut so schnell als möglich das Konferenzzentrum und macht<lb/>
einen Leasingvertrag mit der Gemeinde und mit dem Bund. Nach 20 Jahren<lb/>
können dann Bund und Gemeinde dieses Konferenzzentrum erwerben, wenn sie<lb/>
es wollen resp. die Gesellschaft es nicht selbst weiterbehalten möchte.<lb/>
Der Finanzminister war mit dieser Lösung natürlich sofort einverstanden,<lb/>
da er jetzt dafür im Budget keinerlei Mittel vorsorgen muß und trotz<lb break="no"/>dem das Konferenzzentrum weitergebaut werden könnte. Sollte es nämlich<lb/>
nicht bald zu einem Beschluß kommen, dann müßten 200 Mio. S Abstands<lb break="no"/>zahlung geleistet werden und natürlich entsprechende Entlassungen bei<lb/>
der IAKW erfolgen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, er soll ruhig die Bauverhandlungen<lb/>
jetzt abführen, damit im Herbst 82 mit dem Bau begonnen werden kann.<lb/>
Aus baukonjunkturpolitischen Gründen ist dieses Zentrum ungeheuer wich<lb break="no"/>tig und dürfte nicht aus <rs type="person" ref="#per__109293">Buseks</rs> Propagandagründen jetzt sozusagen ver<lb break="no"/><pb n="62-1423" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-12-10_1423.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>verschwinden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat diese Informationen vertraulich gegeben, denn<lb/>
er möchte selbst erst in einigen Tagen mit dieser Idee an die Öffent<lb break="no"/>lichkeit treten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_20">Der Finanzminister teilte weiterhin mit, daß er jetzt für das Frühjahr<lb/>
ein 500-Wohnungen-Projekt, das ca. 5 Mrd. S kosten wird, vorlegen wird.<lb/>
Durch 4 % Verzinsung sollen die Mieten erträglich gehalten werden,<lb/>
gleichzeitig aber auch eine gewisse Bindung an den Verbraucherpreisin<lb break="no"/>dex erfolgen. Fraglich ist noch, ob die Finanzierung über Bausparkassen<lb/>
oder über Wohnungsverbesserungsgesetz erfolgen soll. Für die Altbauten<lb/>
wird, für 1 Mrd. S vorfinanziert über die Versicherungen durch entspre<lb break="no"/>chende Prämien des Bundes, eine weitere große Bauaktivität im Jänner bei<add>[der]</add><lb/>
Regierungsklausur zu beschließen sein. Die Ankündigung vom WIFO, Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__131086">Kramer</rs>, daß im Frühjahr 150.000 Arbeitslose in Österreich zu verzeich<lb break="no"/>nen sein werden, hat schockartig auf alle gewirkt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_21">Bei der LUGA-Vorstandssitzung gratulierte ich zuerst in einer sehr<lb/>
launigen Rede, da ich ihn ja wirklich sehr lange kenne und sehr gut mit<lb/>
ihm zusammenarbeite, unserem Zentralsekretär zu seinem 60. Geburtstag.<lb/>
Mein Wirtschaftsbericht wurde dann eingehend diskutiert. Wieder tauchte<lb/>
die Frage auf, wieso die österreichischen Verkehrsgesetze neue Warn<lb break="no"/>dreiecke ab 1. Jänner 82 vorschreiben und keine österreichische Firma<lb/>
diese erzeugt, daher alles importiert werden muß. Dasselbe befürchtet<lb/>
man, wenn dann die Bremslichter, die jetzt zusätzlich freiwillig bei<lb/>
manchen Autos auf den Heckscheiben angebracht werden, vielleicht ein<lb break="no"/>mal gesetzlich verlangt werden könnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wieso wird wirklich dies bei uns nicht mehr<lb/>
beachtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_23">Ein Bericht des Obmann-Stellvertreters <rs type="person" ref="#per__116992">Simperl</rs> über die AK-Tagung,<lb/>
Computerüberwachung der Beschäftigten, fand fast eine empörende Auf<lb break="no"/>nahme. Die Gewerkschaften müssen sich mit dem Problem der Computeri<lb break="no"/>sierung nicht nur der Abrechnungen und Rechnungswesen der Unternehmun<lb break="no"/>gen, sondern eben auch der Kontrolle der Arbeiter viel eingehender be<lb break="no"/>schäftigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Jour fixe HK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_25">Im Parlament gab es die Debatten Soziale Verwaltung und Gesundheit und<lb/>
als zweite Gruppe dann Verkehr. Selbstverständlich kam die Verkehrsdis<lb break="no"/><pb n="62-1424" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-12-10_1424.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>kussion dann erst spät abends dran und dauerte bis Mitternacht. Nur<lb/>
die unmittelbar mit diesem Budgetkapitel befaßten Redner interessieren<lb/>
sich für diese Debatte. Spätnachts hört dann überhaupt keiner zu.<lb/>
Trotzdem ist es jetzt schon wesentlich besser als früher, weil größten<lb break="no"/>teils doch die Beschränkungen, Hauptredner je 40 Minuten, dann jeder<lb/>
weitere Redner nur 20 Minuten, eingehalten werden. Früher haben solche<lb/>
Debatten dann weit über Mitternacht hinaus gedauert. Bringen tun sie,<lb/>
glaube ich, niemandem etwas, weder der Opposition, geschweige denn der<lb/>
Regierungspartei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_26">Der Geschäftsführende Obmann der Metallarbeiter, NR <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs>, hat sich sehr<lb/>
empört wegen des Verhaltens von GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> der Gewerkschaft gegenüber<lb/>
und auch der Betriebsräte bezüglich der Überprüfung der Organisations<lb break="no"/>einheit und der Auskunftserteilung sowohl <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> als auch mir gegenüber<lb/>
geäußert. Auch Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs> von den Privatangestellten, der<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und mir in der selben Reihe sitzt, schaltete sich sofort<lb/>
ein und meinte, das wird schief gehen. Ich hatte <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> schon vor län<lb break="no"/>gerer Zeit darauf aufmerksam gemacht, hier besonders vorsichtig zu agie<lb break="no"/>ren und sogar ersucht, er soll unbedingt einmal ins Parlament zu einer<lb/>
Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> und mir kommen. Wieso dies nicht zustande gekommen<lb/>
ist, weiß ich nicht. <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> sieht darin eine Mißachtung seiner Person<lb/>
und seiner Gewerkschaft. Er hat zwar schon vor längerer Zeit eine dies<lb break="no"/>bezügliche Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> gehabt, die nach Meinung <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuths</rs><lb/>
alles bereinigte, nach Meinung <rs type="person" ref="#per__112988">Willes</rs> aber überhaupt kein positives Er<lb break="no"/>gebnis zeigte. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> hat sofort <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> angerufen, der leider noch immer<lb/>
in Paris ist und daher an diesem Abend nicht ins Parlament kommen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-12-10_27">ANMERKUNG PUR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wieso ist es zu keiner Terminvereinbarung ge<lb break="no"/>kommen?<add>T: Mi, 16.12.1981 im (P) Uhrzeit ca. 20h?</add></p>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Rosenzweig</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>ÖMV-Rechtsvertreter, AR Alpine und VÖEST, Verfassungsrichter</occupation>
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               <persName type="label">Ortner, A</persName>
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               <occupation>BRO Coca Cola, stv. LUGA-Obmann</occupation>
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               <persName><surname>Hofstätter</surname><forename>Anton</forename></persName>
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