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            <title type="main">Montag, der 30. November 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band62_1981-11-30</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_01">Montag, 30. November 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_02">Beim Jour fixe mit GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> meinte dieser, die Preiserhöhung für<lb/>
elektrischen Strom sei in der Öffentlichkeit ausgestanden. Er hat ein<lb/>
Interview der Wochenpresse gegeben und damit glaubte er ernstlich, da<lb/>
der Journalist sehr zurückhaltend schrieb, daß tatsächlich die Bevölke<lb break="no"/>rung die Erhöhung des Elektrizitätspreises akzeptiert. Hier irrt <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
ganz gewaltig. Ich habe nach wie vor das Gefühl, nicht zuletzt be<lb break="no"/>stätigt durch die Diskussionen auf der Landstraße, daß die Energieprei<lb break="no"/>se jeder Art die Bevölkerung sehr beunruhigen. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> glaubt, da<lb/>
die Verbund im nächsten Jahr 9,6 Mrd. investieren wird, davon 50 % Bau<lb break="no"/>investitionen, sieht die Bevölkerung die Elektrizitätspreiserhöhung<lb/>
als begründet an. Die gesamte Elektrizitätswirtschaft wird 15 bis 17<lb/>
Mrd. S investieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_03">Die Verbund braucht im nächsten Jahr 15,5 Mrd. S zur Finanzierung, davon<lb/>
10 1/2 Mrd. Fremdfinanzierung, 5 Mrd. will er sich im Ausland holen, den<lb/>
Rest im Inland, nach der 20 Mrd. Yen, 300 Mio DM. Die inländische soll<lb/>
durch 1 Mrd. S im Jänner, wie er hofft, als erste aufgelegt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_04">Bei dem Essen der Handelskammer für das Committee on Invisible Exports,<lb/>
für Sir <rs type="person" ref="#per__134268">Francis</rs><add>[Sandilands]</add>, war die ganze Kreditwirtschaft, vom Präsident der<lb/>
Nationalbank bis zu den Generaldirektoren aller Kreditinstitute ver<lb break="no"/>treten. Ich unterhielt mich mit OeNB-Präsident <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> und dann ganz be<lb break="no"/>sonders mit dem GD der Länderbank, <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs>, und von der BAWAG <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs>.<lb/>
Wir sprachen insbesondere über die schlechten Beziehungen zwischen der<lb/>
Regierung und den Banken und ich fragte insbesondere, ob sie <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> die<lb/>
Chance geben, daß die Verbund tatsächlich die erste Anleihe im nächsten<lb/>
Jahr sein würde. Der Kapitalmarkt hat beschlossen, daß dies die Investi<lb break="no"/>tionskredit wäre. <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> und die Banker meinten, der Bund wird aber<lb/>
wahrscheinlich als erster am Markt gehen. Die Kreditinstitute sind sehr<lb/>
verärgert, daß <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> die für jetzt vorgesehene 1 Mrd. S Bundesanleihe<lb/>
nicht zeichnet. Auch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat mich deshalb angesprochen. Alle sind<lb/>
aber davon überzeugt, daß <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> sich als erster Anleihenzeichner durch<lb break="no"/>setzen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_06"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> überlegt auch eine 20 Jahre, 100 Mio. $ Anleihe jetzt aufzunehmen<lb/>
mit 10 % Bruttoverzinsung. Die Länderbank soll dies ihm organisieren,<lb/>
nach 10 Jahren würde eine Kündigungsmöglichkeit sein. Das Verzinsungs<lb break="no"/><pb n="62-1386" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-11-30_1386.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>risiko erscheint <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> erträglich, problematisch ist nur das Kurs<lb break="no"/>risiko. Hier kann und wollte ich ihm keinerlei Tips geben, aber auch<lb/>
keine Zustimmung, dafür bin ich am Kapitalmarkt viel zu wenig bewandt.<lb/>
Über diese Anleihe verhandelt er mit der Länderbank.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_07">Bei dem Essen hat mir Länderbank-GD <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> mitgeteilt, daß die<lb/>
Länderbank große Schwierigkeiten hat, die Fremdfinanzierung für das<lb/>
Pölser Sulfatzelluloseprojekt aufzubringen. Zu den 950 Mio, die benö<lb break="no"/>tigt werden, werden daher die Italiener auch entsprechende Garantien<lb/>
für ihr Bankkonsortium in Italien bringen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sich auf dem laufenden halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_09"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> sieht gewisse Schwierigkeiten mit der Lösung des Personalpro<lb break="no"/>blems in der GKT. Dies gilt weniger für die Angestellten als für die<lb/>
beiden Geschäftsführer. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> will Dir. <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> in die Verbund<lb/>
zurücknehmen, ihn von der Fünfer, die 5a überspringend, in die Sechser<lb/>
einstufen und als Nebenbeschäftigung die GKT-Geschäftsführung belassen.<lb/>
Bei Vorbesprechungen haben sowohl Dir. <rs type="person" ref="#per__125380">Fridl</rs> von der OKA als auch <rs type="person" ref="#per__115646">Hof<lb break="no"/>stätter</rs> von der KELAG gegen diese Vorgangsweise Bedenken. Die General<lb break="no"/>versammlung wird endgültig beschließen, ich stimme aber <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> bei,<lb/>
daß dieses Problem jetzt gelöst werden muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_10">Ich berichte <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> über die Aussprache mit den ungarischen Ministern<lb/>
bezüglich der Energietransitsituation. Die Ungarn müssen ihre 380-KV-<lb/>
Leitung auf alle Fälle erneuern und dafür 1 Mrd. S aufwenden. Österreich<lb/>
muß auf alle Fälle eine HGÜ um 1 Mrd. S in Österreich für diese Tran<lb break="no"/>sitleitung zusätzlich errichten. Ob sich die Schweizer wieder mit 25 %<lb/>
wie bei der tschechischen Transitleitung beteiligen, ist ungewiß, eher<lb/>
fraglich. Ich ersuche <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, mir die Unterlagen für die Prager Reise<lb/>
bis Donnerstag zur Verfügung zu stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte sieh, daß dieser Termin eingehalten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_12">Zur Innovationspreisverleihung haben wir die Presse eingeladen, gekommen<lb/>
sind allerdings nur 3 Journalisten von Fachzeitschriften. Insgesamt 20<lb/>
Firmen haben sich an diesem Innovationspreis beteiligt. Die Jury wählte<lb/>
die Industriegeräte und Maschinenfabriks GesmbH IGM mit einem mikropro<lb break="no"/>zessorgesteuerten Präzisionsschweißroboter. Diese kleine Firma mit 50 Mit<lb break="no"/>arbeiter hat, wie mir nachher der Firmenchef selbst schilderte, diese<lb/>
Spezialroboter entwickelt und kann heute dieses Gerät auch nach Ame<lb break="no"/><pb n="62-1387" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-11-30_1387.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>rika, dem Mutterland der Roboter, exportieren. Der Innovationspreis<lb/>
ist 100.000 S, davon allerdings geht die Hälfte auf Steuern. Derzeit<lb/>
verhandeln wir mit dem Finanzministerium, ob doch diese 100.000,–– S<lb/>
nicht als Aufwandsentschädigung für Betriebsausgaben angerechnet wer<lb break="no"/>den könnten. Sollte dies gelingen, wäre es ein beachtlicher Durchbruch<lb/>
für viele Preise.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Versuche über das Büro des Finanzministers zu<lb/>
erfahren, ob so etwas überhaupt möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_14">Anerkennungspreise erhielten die Engel-Spritzgußfabrik für eine Mikropro<lb break="no"/>zessorsteuerung für Spritzgußautomaten, die Firma Dubrava<add>[?]</add> für ein Stahl<lb break="no"/>bauverfahren und die Firma Miba für ein Rillenlager resp. Präzisions<lb break="no"/>drehmaschine. Die Firma Miba könnte den japanischen Spikesbedarf, 300<lb/>
Mio. Stück, leicht decken. Derzeit exportiert sie nur 10 Mio. um 2 Mio.<lb/>
S. Das Vormaterial kommt von den VEW, Spikes sollten daher als <choice><choice><sic>autotive</sic><corr>automotive?</corr></choice></choice><lb/>
Teile anerkannt werden. Dies wäre auch ohne weiteres möglich, wenn die<lb/>
Firma Miba nicht über einen Händler, sondern direkt exportieren könnte.<lb/>
Dann würde MR <rs type="person" ref="#per__131025">Egger</rs> vom Finanzministerium diese Lieferung sofort für<lb/>
<choice><choice><sic>autotive</sic><corr>automotive?</corr></choice></choice> Teile anerkennen. Ob dieser formelle Weg in diesem Fall wirk<lb break="no"/>lich notwendig sein sollte, müßte man genau untersuchen. Mir erscheinen<lb/>
Spikes <choice><choice><sic>autotiver</sic><corr>automotiver?</corr></choice></choice> als Aluminiumbarren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort prüfen und dann die Firma verstän<lb break="no"/>digen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_16">Beim Pressefrühstück berichtete MR <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> über die EFTA-Tagung. Obwohl<lb/>
er das jugoslawische Problem und insbesondere auch die ungarische AFP,<lb/>
Agence France-Presse, besonders erwähnte, gab es keinerlei Anfragen oder<lb/>
Diskussionen. Ich erörterte nur den ungarischen Standpunkt, den ich<lb/>
Samstag, Sonntag von dem zuständigen Vizeministerpräsidenten und ganz<lb/>
besonders von den beiden Ministern hörte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_17"><rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs> berichtete über den Innovationspreis. Er meinte zu Recht, die<lb/>
Industrie würde in der öffentlichen Meinung viel zu schlecht beschrie<lb break="no"/>ben und die positiven Leistungen von der Presse viel zu wenig gewürdigt.<lb/>
Plasser &amp; Theurer ist auch mehr durch die <rs type="person" ref="#per__134269">Sissy Theurer</rs> als Reiterin<lb/>
bekannt, als heute eine der führendsten und besten Gleisbaumaschinen<lb break="no"/>fabrik.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_18">Vizepräsident Dr. <rs type="person" ref="#per__113625">Fichte</rs> vom Patentamt berichtet dann über<add>[das]</add> Service für<lb/>
<pb n="62-1388" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-11-30_1388.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Innovatoren, die das Patentamt leistet. Auch hier gab es nur wenig<lb/>
Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_19">Große Diskussion dagegen löste dann der Bericht des Dir. <rs type="person" ref="#per__134272">Hausermann</rs> von<lb/>
der Firma Flaga über die Chancen für Flüssiggas aus. In Europa werden<lb/>
derzeit 10 Mio. to verbraucht. Bei den Bohrungen insbesondere in Über<lb break="no"/>see fällt aber wesentlich mehr Begleitgas an, das aber größtenteils<lb/>
noch abgefackelt wird. Österreich verbraucht ca. 160.000 to, davon<lb/>
25.000 für Autogasantrieb. 60 % dieses Flüssiggases werden in der<lb/>
Schwechater produziert, 40 % importiert. Derzeit gibt es 200 Tankstel<lb break="no"/>len, in Hinkunft werden es 240 sein. Der Umbau für ein Auto kostet nach<lb/>
dem italienischen System 10.000 und nach amerikanischem 15.000 S. Der<lb break="no"/>zeit gibt es 25.000 gasgetriebene Autos.<add>[Die]</add> Niederlande haben dies am mei<lb break="no"/>sten entwickelt, dort beträgt bereits der gasbetriebene Autoanteil<lb/>
15 %. Der Finanzminister wird 1983 3.000 S pro Tonne Steuer einheben,<lb/>
dadurch wird sich der Treibgaspreis von 6.20 S auf 8,20 S erhöhen, ge<lb break="no"/>genüber dem Superpreis von 11,40 S noch immer preisgünstig. Wer sich<lb/>
1982 jetzt schnell umstellt, kann daher das ganze Jahr noch durch die<lb/>
verbilligte steuerfreie Gaspreissituation den Umbau leicht finanzieren.<lb/>
Hier gab es, wie könnte es anders sein, eine umfangreiche Diskussion,<lb/>
die letzten Endes dann in der Frage endete, was mit dem Benzinpreis im<lb/>
nächsten Jahr geschehen wird. Mein Hinweis, ich werde vorerst mit den<lb/>
Landeshauptleuten und den Interessensvertretungen verhandeln, bevor<lb/>
ich meine Stellung dazu sage, wurde von den Journalisten nur widerwillig<lb/>
akzeptiert. Insbesondere insistierte immer wieder die Redakteurin<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116032">Freisinger</rs>, die mich stets zu vorzeitigen Festlegungen der Meinung ver<lb break="no"/>anlassen möchte. Ebenso wurde ich natürlich über die Elektrizitätspreis<lb break="no"/>verhandlungen gefragt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_20">Dr. <rs type="person" ref="#per__134270">Schenz</rs> von der ÖMV berichtete dann über die Reduktion des Schwe<lb break="no"/>felgehaltes im Heizöl um 3 1/2 % auf 3 %, die ÖMV sei jetzt durch die<lb/>
Umstellung ihrer Raffinerie dazu imstande. Da in Deutschland für Heizöl<lb/>
schwer bereits 2 % nur zugelassen werden und die ÖMV dies maximal mit<lb/>
1. Jänner 85 erfüllen kann, erklärte ich sofort, damit wird das Gesund<lb break="no"/>heitsministerium nicht sehr zufrieden sein. Wir müssen jetzt im Han<lb break="no"/>delsministerium die notwendige Verordnung sofort erlassen. Ich habe<lb/>
bereits angekündigt, daß es eine sehr kurze Übergangsperiode geben<lb/>
wird. Die ÖMV hat insgesamt 1,8 Mrd. S für diese Schwefelgehaltherab<lb break="no"/>setzung investiert. Unerklärlich erscheint mir, daß Dr. <rs type="person" ref="#per__134270">Schenz</rs> dort wie<lb break="no"/>der erklärte, wenn die ÖMV schwefelärmere Rohöle zukauft, die wesent<lb break="no"/>lich teurer allerdings sind, kann sie früher auch den Heizöl-schwer-<lb/>
<pb n="62-1389" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-11-30_1389.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Schwefelgehalt entsprechend senken. In Deutschland werden 55 % dieser<lb/>
schwefelarmen Rohöle schon verwendet. Wenn die Öffentlichkeit dies<lb/>
erfährt, wird sie glattweg sagen, da muß eben auch die ÖMV diese teu<lb break="no"/>reren schwefelarmen Rohöle kaufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte sofort den Verordnungsentwurf fertig<lb break="no"/>stellen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_22">Beim Mittagessen<add>[der Bundeshandelskammer]</add> für Sir <rs type="person" ref="#per__134268">Francis</rs><add>[Sandilands]</add> <del>der Bundeshandelskammer</del> und sein<lb/>
Komitee, an dem mindestens 50 Personen teilnehmen, konnte ich nur die<lb/>
Reden abwarten und die Suppe schlürfen. Dann bin ich bereits in den<lb/>
Wiener Vorstand geeilt. Dort habe ich auch nichts versäumt, denn Lan<lb break="no"/>desparteisekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> berichtete über die Vorbereitungen zur<lb/>
Volksbefragung, dann gab es eine Diskussion über den Stadtentwicklungs<lb break="no"/>plan. Hier hat eine aus 210 Teilnehmern bestehende, auch von Oppositio<lb break="no"/>nellen wie z.B. Dozent <rs type="person" ref="#per__122962">Lötsch</rs>, den Umweltschützer, sehr sachlich dis<lb break="no"/>kutiert und in 6 Unterausschüssen soll jetzt weiterverhandelt werden.<lb/>
Übereinstimmung herrschte von den Diskutanten im Wiener Vorstand, daß<lb/>
es sich hier nur um ein Empfehlungsorgan und um kein Beschlußorgan han<lb break="no"/>deln dürfe. Die Diskussion war insbesondere ausgelöst, weil der Ge<lb break="no"/>meinderat ja ein Verkehrskonzept vor ganz kurzer Zeit beschlossen hat<lb/>
und jetzt in der Stadtentwicklungsdiskussion dieses wieder anders ge<lb break="no"/>staltet werden sollte. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> meinte, auch der Fluchtlinienplan von 1895<lb/>
hat nicht dazu geführt, daß sofort alle Häuser, die außerhalb der<lb/>
Fluchtlinien gestanden sind, niedergerissen wurden, auch der Stadtent<lb break="no"/>wicklungsplan zeigt nur auf, wie entsprechende zukünftige Beschlüsse<lb/>
gefaßt werden sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_23">Mit der JG gab es zwischen <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>, <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> und dem Klubobmann <rs type="person" ref="#per__109818">Edlin<lb break="no"/>ger</rs> eine sehr offene Aussprache, die von allen Beteiligten als posi<lb break="no"/>tiv empfunden wurde. Bei diesem Bericht bemerkte dann der Obmann der<lb/>
Jugendzentren <rs type="person" ref="#per__126513">Hanke</rs>, daß jetzt die Jugendzentren sich schön langsam<lb/>
durchsetzen und von den Jugendlichen auch anerkannt werden. Da mein<lb/>
Sohn <rs type="person" ref="#per__113834">Wolfgang</rs> in einem solchen Jugendzentrum arbeitet und das Gefühl<lb/>
hat, daß für einzelne Teile zu viel Geld ausgegeben wird, Frau Stadt<lb break="no"/>rat <rs type="person" ref="#per__97899">Fröhlich-Sandner</rs> erklärte, sie hat mit 52 Mio. S ein zu kleines Bud<lb break="no"/>get, habe ich mich ausnahmsweise auch zu einem Problem mit einer In<lb break="no"/>formation gemeldet, wo ich ansonsten kaum irgendwelche Bemerkungen ma<lb break="no"/>che.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__126513">Hanke</rs> verbinden.<lb/>
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            <pb n="62-1390" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-11-30_1390.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_25"><rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> sollte im Wiener Vorstand einen politischen Bericht geben, meint<lb/>
aber, dieser Tagesordnungspunkt steht auch auf der Tagesordnung des<lb/>
Wiener Ausschusses.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_26">Im Wiener Ausschuß hat dann <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> wiederholt, was zu der Volks<lb break="no"/>befragung zu geschehen hätte. Außerdem berichtete er dann über die<lb/>
Werbeaktion der Wiener. Derzeit sind 17 1/2 % der Wähler organisiert,<lb/>
1951 war es genauso. Die Wiener Organisation ist daher, wie <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs><lb/>
meint, nicht schlechter geworden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-30_27">Den politischen Bericht hat dann <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> erklärt, sollte doch lieber <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs><lb/>
halten. Dieser berichtete insbesondere über die 30.000 Asylwerber,<lb/>
von denen nur 7.500 in Drittländer dieses Jahr, insbesondere Amerika<lb/>
Kanada, Australien, weggebracht werden können. Derzeit kommen 1.000 Polen<lb/>
pro Woche, 82 müßte man daher mit 10.000 weiteren Zuwächsen rechnen.<lb/>
Der UN-Hochkommissar, der letzten Endes die Flüchtlinge anerkennen muß,<lb/>
ist sehr zurückhaltend. Er hat sich insbesondere jetzt auf Vietnam-<lb/>
Flüchtlinge festgelegt und möchte dort die größeren Kontingente der<lb/>
Einwanderstaaten abdecken. Daher bleibt für die Ostflüchtlinge, insbe<lb break="no"/>sondere für die Polen kaum ein Raum. Über diese Probleme und viele<lb/>
andere wurde dann lange debattiert. Interessant für mich war nur noch,<lb/>
daß der<add>stellv.</add> Bezirksvorsteher von Döbling darauf verwies, daß jetzt endlich<lb/>
der Einheitstarif auch auf den Kahlenbergautobus ausgedehnt wird. Gleich<lb break="no"/>zeitig wird aber jetzt der Pächter gekündigt, sodaß mit nächstem Jahr<lb/>
März das Kahlenbergrestaurant geschlossen wird. In der Vergangenheit<lb/>
hat die Wigast damit 3 Mio. S Defizit erwirtschaftet, der Pächter hat<lb/>
jetzt auch schon wieder 1 Mio. Schulden, obwohl der 2 Mio. Pachtzins be<lb break="no"/>reits gezahlt hat. Die Döblinger sind ganz entschieden gegen die Schlie<lb break="no"/>ßung. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> erklärt, wenn jetzt nicht bald für Cobenzl eine Lösung<lb/>
gefunden wird, wird er diese Ruine dort wegreißen lassen und auf Grün<lb break="no"/>land umwidmen. Kahlenberg soll bestehen bleiben, aber man will einen<lb/>
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wenn es nicht jetzt bald zu einer Einigung mit den Unternehmern kommt,<lb/>
dann Freitag, Samstag die Handelsangestellten tatsächlich streiken<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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