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            <title type="main">Montag, der 16. November 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band62_1981-11-16</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_01">Montag, 16. November 198l<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_02">GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> teilt mir mit, daß er jetzt mit den Italienern wegen der<lb/>
Pölser Sulfatfabrikfinanzierung verhandelt. Er erklärt ihnen, daß es<lb/>
nicht genügt, wenn sie anstelle der Finanzierung durch die Länderbank<lb/>
oder ein anderes österreichisches Kreditinstitut eine italienische Fi<lb break="no"/>nanzierung für die Fremdmittel aufbringen. Österreich muß darauf be<lb break="no"/>stehen, daß die in Pöls produzierte Sulfatzellstoffmenge nicht aus<lb break="no"/>schließlich nach Italien exportiert wird, sondern eben der österreich<lb break="no"/>ische Bedarf gedeckt wird. Dazu gehört, daß man sich auch mit den Hallei<lb break="no"/>nern einigt. <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> möchte, bevor die Besprechung bei mir mit den<lb/>
beiden Gruppen stattfindet, versuchen, schon einen Kompromiß zu erzielen.<lb/>
Damit bin ich natürlich sofort sehr einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_03">Die Steyr-Daimler-Puch, Vorstandsdirektor <rs type="person" ref="#per__131024">Dolenz</rs> und Hr. <rs type="person" ref="#per__134227">Roller</rs>, ersuchen<lb/>
mich, bei dem jugoslawischen Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> zu intervenie<lb break="no"/>ren, damit ihre Firma wieder mit den jugoslawischen Firmen in einen<lb/>
besseren Kontakt kommt, resp. daß zwischen den österreichischen Werken,<lb/>
großenteils auf der Gastarbeiterroute gelegen, und den griechischen<lb/>
in Saloniki, auch in Jugoslawien, Kooperationen bezüglich Verkauf und Ser<lb break="no"/>vice abgeschlossen werden sollen. Selbstverständlich bin ich dazu be<lb break="no"/>reit, doch wird auf Wunsch von Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> das Treffen<lb/>
in Wien abgesagt, Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> wird versuchen, einen neuen Termin in<lb/>
Kärnten zustande zu bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wenn <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> aber andere Minister treffen will,<lb/>
dann bitte auch für Wien einen Termin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_05">Die Steyr-Werke werden die Dieselmotorenproduktion mit BMW von derzeit<lb/>
40.000 auf 100.000 Stk. ausbauen. Auf 180.000 Stk. ist die erste Pla<lb break="no"/>nungsstufe festgelegt. In Zukunft, 87/88, denkt man allerdings, bis zu<lb/>
300.000 Stk. zu gehen. In die großen Luxusautos, Ford, Opel Senator,<lb/>
Cadillac, kann dieser eingebaut werden. In die kleineren Typen ist es<lb/>
deshalb schwierig, weil der Vierzylindermotor über 2-Liter-Maschinen<lb/>
braucht. Der kleinere Wagen muß daher nach wie vor mit Benzinmotor aus<lb break="no"/>gestattet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Die Abteilung soll mit Hrn. <rs type="person" ref="#per__131024">Dolenz</rs><lb/>
entsprechenden Kontakt halten, um die letzten Informationen zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_07">Zum Tag des Apfels, jedes landwirtschaftliche Produkt erhält jetzt schon<lb/>
bald einen eigenen Gedenktag, wird an die Politiker ein Apfelkorb ver<lb break="no"/>teilt. Die Qualität der österreichischen Äpfel ist wirklich phantastisch.<lb/>
Dies habe ich allerdings schon im Apfeldorf Puch lautstark verkündet.<lb/>
Heuer ist durch den Ausfall der niederösterreichischen Produktion, nor<lb break="no"/>mal 40.000 to, heuer höchstens 10.000 to, der steirische Apfel mit 70.000<lb/>
to sehr gefragt. In Europa dürfte es überhaupt zu einer geringeren<lb/>
Ernte gekommen sein, denn angeblich würden jetzt bis 14.-- S für das<lb/>
kg beim Erzeuger für Exportäpfel, beste ausgesuchte Ware, gezahlt werden.<lb/>
Zwischen der Landwirtschaftskammer und der AK gibt es aber seit Jahren<lb/>
schon ein Apfelübereinkommen. Jährlich werden die Höchstpreise festge<lb break="no"/>setzt, zu diesen liefern die Bauernorganisationen, sprich die Lagerhaus<lb break="no"/>genossenschaften, die Ware auf die Märkte. Dafür ist die AK bereit, bei<lb/>
Importanträgen entsprechend zurückhaltend zu sein, resp. bei Bedarfs<lb break="no"/>deckung in Österreich durch die heimische Produktion den Import mit der<lb/>
Landwirtschaftskammer gemeinsam zu verhindern. In diesem Jahr betrugen<lb/>
die Höchstpreise 8,-- S, jetzt verlangen die Bauern 9,--, die AK ist<lb/>
aber nur bereit, 8,50 S zuzugestehen. Ich habe nach dem Besuch mit Dkfm.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> von der AK gesprochen und ihn gefragt, ob es nicht möglich wäre,<lb/>
einen Kompromiß bei 8,80 S zu erzielen. Bei diesem Preis habe ich das<lb/>
Gefühl, könnte man sich einigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_09">Beim Journalistenfrühstück hat Prof. <rs type="person" ref="#per__97860">Rauter</rs> vom Konsumverband, aber ins<lb break="no"/>besondere Dr. <rs type="person" ref="#per__121789">Bock</rs> vom Institut für Handelsforschung über die Grundla<lb break="no"/>gen und Kriterien eines funktionsfähigen Nahversorgungsbetriebes des<lb/>
Lebensmitteleinzelhandels berichtet. Eine Modellstudie ergab, daß<add>[für?]</add> Nah<lb break="no"/>versorgungsbetriebe 150 m², ein Umsatz von 4 bis 6 Mio., Personaleinsatz<lb/>
von 3 bis 4 Beschäftigten notwendig sind. <choice><choice><sic>Der</sic><corr>Solche mit?</corr></choice></choice> Mindestumsatz von 2 Mio.<lb/>
bei 50 m² Verkaufsfläche sind kaum lebensfähig, nicht zuletzt, weil sie<lb/>
30 bis 50 % Umsatzanteil <choice><choice><sic>der</sic><corr>an</corr></choice></choice> preisgeregelten Waren haben und dadurch<lb/>
eine Ertragseinbuße von mindestens 50.000 S. Dr. <rs type="person" ref="#per__121789">Bock</rs> hat in mich sehr<lb/>
beeindruckender Weise geschildert, wie von den untersuchten 100 Betrie<lb break="no"/>ben die Erheber gar keine Möglichkeit gehabt haben, diesen Kleinstbetrie<lb break="no"/>ben Tipps zu geben, wie sie überleben können. Deprimiert haben sie dann<lb/>
immer wieder Dr. <rs type="person" ref="#per__121789">Bock</rs> ersucht, er möge sie zu einer anderen Arbeit ein<lb break="no"/>setzen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß eine Beratung, die keinen<lb/>
Ausweg für diese kleinen Greißler weiß, sehr deprimierend ist. Da die<lb/>
ARGE Strukturwandel im Handel vor einiger Zeit 10 Punkte, die notwendig<lb/>
sind, vorgeschlagen haben, die alle bei uns jetzt bereits entweder schon<lb/>
<pb n="62-1322" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-11-16_1322.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>durchgeführt oder in Angriff genommen wurden, mit Ausnahme der Steuer<lb break="no"/>pauschalierung, die im Finanzministerium resortiert, konnte ich darauf<lb/>
verweisen, daß das Handelsministerium sehr wohl für diese Kleinstbetrie<lb break="no"/>be und für die Nahversorgung bereit ist, Maßnahmen zu setzen. Darüber<lb/>
hinaus kündigte ich bereits an, daß im Parlament über das Gesetz der<lb/>
Klein- und Mittelbetriebe, von der ÖVP als Mittelstandsgesetz eingebracht,<lb/>
eine weitestgehende Einigung zwischen den Spitzen Wirtschaftsbund, GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118736">Schüssel</rs> und Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, sowie Präs. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> vom Freien Wirt<lb break="no"/>schaftsverband und mir erzielt werden konnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_10">Dr. <rs type="person" ref="#per__121789">Bock</rs> ersuchte mich anschließend um eine weitere Unterstützung sei<lb break="no"/>nes Institutes. Er kennt die sachlichen Differenzen zwischen dem Ordi<lb break="no"/>narius Prof. <rs type="person" ref="#per__98014">Theuer</rs>, von dem er <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und mir bestätigte, daß er mit<lb/>
sehr vielen Leuten aneckt. Ich habe <rs type="person" ref="#per__121789">Bock</rs> sofort erklärt, daß wir sach<lb break="no"/>liche Arbeit, auch dann, wenn sie Kritik am Handelsministerium oder gar<lb/>
an mir übt, weiter unterstützen, was ich nur nicht gern habe, ist diese<lb/>
demagogische Art der emotionellen, romantischen angeblich wissenschaft<lb break="no"/>lich vorgetragenen Scheinangriffe für diese oft wirklich unterstützungs<lb break="no"/>bedürftige Handelsgruppe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte berichte mir, was wir für <rs type="person" ref="#per__121789">Bock</rs> tun können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_12">Arch. Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__134229">Langschwert</rs> hat eine Studie über das Wohnverhalten der<lb/>
Wiener vorgestellt. 750 Wiener wurden durch das IFES interviewt. Das<lb/>
Handelsministerium hat 90.000, die HK ebenfalls 90.000 S, und die ÖNB<lb/>
570.000 S dafür bezahlt. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat diese Studie mit<lb/>
Recht entsprechend herausgestrichen, da sich Gott sei Dank niemand um<lb/>
die Kosten interessierte, blieb ich der einzige, der sich natürlich<lb/>
ganz besonders interessiert hat. Frau <rs type="person" ref="#per__134229">Langschwert</rs> glaubte, mir dann unbe<lb break="no"/>dingt sagen zu müssen, daß sie dafür nicht einmal einen Stundensatz von<lb/>
60,-- S gehabt hat. Dies ist für mich ganz uninteressant, denn ich habe<lb/>
mich keinesfalls gegen die Studie ausgesprochen, für uns ist sie mehr als<lb/>
die 90.000 S wert, die wir bezahlt haben, sondern möchte nur immer wissen,<lb/>
was etwas kostet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte erklär dies <rs type="person" ref="#per__134229">Langschwert</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_14">Mag. <rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs> hat über die Leistungsbilanzentwicklung berichtet, diese<lb/>
hat sich wesentlich verbessert, nicht zuletzt, da in der Position<lb/>
Adjustierung ca. 1,8 Mrd. S Waffenexporte enthalten sind, die allerdings<lb/>
nicht aufscheinen. <rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs> sieht mit Recht eine große Gefahr, wenn<lb/>
<pb n="62-1323" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-11-16_1323.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>jetzt Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> in einem Profilinterview angeblich erklärt hat,<lb/>
er wird <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> um die Detailziffern befragen. Erstens bin ich<lb/>
dafür nicht zuständig und zweitens sehe ich aber darin dann eine große<lb/>
Diskussion über die Abgrenzung der Produkte, die darunterfallen sollen,<lb/>
und doch viel mehr über die von SDP und anderen Betrieben jetzt, auch<lb/>
in Zukunft Vöest-Alpine, unmögliche Umstellung auf zivile Produkte. Lei<lb break="no"/>der, und dies muß ich als Sozialist freimütig bekennen, ist mein Jugend<lb break="no"/>traum auch nicht so leicht durchführbar. Bei zivilen Produkten werden,<lb/>
wenn sie überhaupt verkauft werden können, nur Verluste gemacht, die durch<lb/>
die Rüstungsproduktion teilweise ausgeglichen werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs> soll die Zeitungsmeldungen sammeln<lb/>
und die richtigen Ziffern der Jahresexporte gegenüberstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_16">Die Vereinigten Eisfabriken bekamen von mir das Dekret zur Führung des<lb/>
Staatswappens, die äußerst günstig gelegenen Kühlhallen sind, nachdem<lb/>
die Eisfabrikation infolge gestiegener Energiepreise eingestellt wer<lb break="no"/>den mußte, die einzige Einnahmequelle. Derzeit lagert dort fast kein<lb/>
Fleisch, was ich darauf zurückführe, daß die Bauern einen Schweineberg<lb/>
erwarten und deshalb alle Lagerhäuser frei haben wollen. Die Genossen<lb break="no"/>schafter, vom Almdudlerproduzenten <rs type="person" ref="#per__117119">Klein</rs> bis zu den Fleischhauern, beklagen<lb/>
natürlich diesen Geschäftsausfall. Die Gefrierhallen, die wir besich<lb break="no"/>tigten und wo<add>[bei]</add> −30° Waren haushoch aufgestapelt werden, waren für mich<lb/>
sehr beeindruckend. Die Kollegen, die dort arbeiten, hätten wirklich ein<lb/>
Recht, mit 57 Jahren so wie die Hitzearbeiter in Pension gehen zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_17">Die Großhandelsfirma und Importhandel tätigende Firma Ignaz Rösler hat<lb/>
ebenfalls das Staatswappen bekommen. Dort war sogar Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> über<lb break="no"/>rascht, daß Handelskammer und AK dem zugestimmt haben. Gleichzeitig<lb/>
wurde von der Handelskammer ein Kassier gefeiert, der 35 Jahre bereits<lb/>
bei der Firma beschäftigt ist, und eine Schweizer Abordnung ist gekommen,<lb/>
für die Schweizer Militärmesserimporte, die Rösler als Generalvertreter<lb/>
25 Jahre jetzt bestens betreut. Interessant wurde von den Schweizern<lb/>
ein Brief verlesen, wo noch 1956 um 1.000 sfr Devisenzuteilung vom Han<lb break="no"/>delsministerium von der Fa. Rösler angesucht wurde. Die Antwort konnte<lb/>
nicht gesagt werden, doch bin ich überzeugt, daß es sich Rösler damals<lb/>
auch gerichtet hat. Überrascht war ich nur, daß auch die Firma Kaindl,<lb/>
wesentlich bedeutender, größer, aber doch ein Konkurrenzunternehmen, ver<lb break="no"/>treten war. <rs type="person" ref="#per__134230">Rösler</rs> und <rs type="person" ref="#per__134232">Kaindl</rs> sind junge strebsame Unternehmertypen, die<lb/>
gemeinsam die Hochschule besucht haben und daher über den Konkurrenz<lb break="no"/><pb n="62-1324" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-11-16_1324.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bereich hinaus sich sehr gut verstehen. Der Zufall will es, daß ich<lb/>
seit Jahren ein solches Militärtaschenmesser immer bei mir trage, der<lb/>
Typ hat aber zwei Klingen zum Schneiden und keinen Flaschenverschluß<lb break="no"/>heber. Natürlich habe ich<add>[das]</add> humorvoll kritisiert, und man hat mir sofort<lb/>
einen Tausch angeboten. Die Firma ist nämlich selbst schon darauf ge<lb break="no"/>kommen und hat dies jetzt schon geändert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_18">Vor dem Baugipfel mit der Unternehmerseite haben der Obmann der Bauge<lb break="no"/>werkschaft, <rs type="person" ref="#per__115024">Rautner</rs>, und der Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97741">Millendorfer</rs> eine Vorbespre<lb break="no"/>chung bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und den Ministern abgehalten. Dort wurde vollkommen<lb/>
richtig festgelegt, daß jeder einzelne Minister jetzt bei dieser Sitzung<lb/>
schon die entsprechenden Maßnahmen ankündigen soll, die er unverzüglich<lb/>
in Angriff nehmen kann. Ich hatte mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> vorher<lb/>
schon vereinbart, und <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat dem zugestimmt, daß wir außer der heu<lb break="no"/>rigen BÜG-ERP-Ersatzaktion mit 102 Mio. 1982 jetzt sofort eine starten<lb/>
können, deren Kreditvolumen von ca. 1 Mrd. S ermöglichen wird. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> er<lb break="no"/>suchte mich, ich sollte nicht deutlich von den 170 Mio. S reden, denn<lb/>
er hat aufgrund meiner falschen Information, die mir MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> gegeben<lb/>
hat, im Finanzministerium nur von 140 Mio. gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ist aber<lb/>
bereit, auch die 170 Mio. dann im nächsten Jahr zu bezahlen, wenn es<lb/>
für die 1 Mrd. Kreditvolumen notwendig ist und die entsprechenden Anträge<lb/>
kommen. Es war sehr gut, daß ich die konkrete Information von MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
schriftlich gehabt habe, denn ich konnte sie <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> sofort geben, und<lb/>
er kann dann aufgrund der angeführten Projektliste sehen, daß es sich<lb/>
wirklich um eine weitverstreute Bautätigkeit handeln wird.<lb/>
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darauf verwiesen, daß die Unternehmerseite sich schon mehr für ihre<lb/>
Interessen einsetzen sollte. Insbesondere Gewerkschaftsobmann <rs type="person" ref="#per__115024">Rautner</rs><lb/>
hat behauptet, es gibt 15 bis 20 Mio. S baureife Projekte, <choice><choice><sic>die</sic><corr>zu denen es?</corr></choice></choice>, von den<lb/>
Steinhofgemeindebauten, 1 Mrd., bis zum Flötzersteigstraßenproduktion<add>[?]</add>,<lb/>
Kraftwerksbauten, die Inbetriebnahme des KW Zwentendorf usw., keine<lb/>
klaren Aussagen der Industrie und des Gewerbes gibt. Die Betriebsräte<lb/>
der Unternehmen werden zur Gewerkschaft und zur Regierung geschickt, in<lb/>
Zwiegesprächen sagt jeder Unternehmer, die Regierung hat schon recht,<lb/>
aber niemand setzt sich dafür ein.<lb/>
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Initiative von <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> bis jetzt einen sehr schlechten Erfolg hat. Sonntag<lb/>
haben sich 4 % beteiligt, Montag erst 7 %. Wahrscheinlich wird er<lb/>
maximal auf 100.000 Beteiligte kommen, ein überraschend schlechtes Er<lb break="no"/><pb n="62-1325" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band62/62_1981-11-16_1325.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gebnis. Die ÖVP-Alleinregierung hat das Kernkraftwerk beschlossen, das<lb/>
UNO-Zentrum mit dem Konferenzzentrum, jetzt leugnet die ÖVP alles ab.<lb/>
Der Industriesprecher GD <rs type="person" ref="#per__114715">Herbeck</rs> von der Porr meinte, das beim letzten<lb/>
Gipfel, wo, im Frühjahr 81, die westlichen Bundesländer eine geringe Auf<lb break="no"/>tragslage gehabt haben, entsprechende damals in Aussicht genommene Auf<lb break="no"/>träge die Lage dort wesentlich verbessert haben. Dasselbe erhofft man<lb/>
jetzt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dann die einzelnen Minister aufgefordert, ihre Vor<lb break="no"/>schläge zu erstatten. Dies ist auch von <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ein schöner neuer Zug,<lb/>
daß er nicht, wie dies <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> immer scheinbar verlangte und von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
dann auch so gespielt wurde, er ausschließlich berichtet hat, was jetzt<lb/>
geschehen wird. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> wird entsprechende Baulose vorziehen, zu der<lb/>
1 Mrd. Straßenbaumittel aufgrund des Art. 8 a Finanzgesetz werden noch<lb/>
500 Mio. dazukommen. Im nächsten Jahr werden es wieder 1 1/2 Mrd. sein,<lb/>
wobei bereits 1 Mrd. im Jänner und im Februar flüssig gemacht wird. Der<lb/>
Bund wird jetzt abgerechnete Baue sofort ausbezahlen, <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> teilte<lb/>
mit, daß die Verzugszinsen von 4 % auf 3 % über die Bankrate, d. sind<lb/>
jetzt 9 3/4 %, erhöht werden. Der Deckungsrücklaß wird von 10 % auf<lb/>
7 % reduziert. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> verwies darauf, daß die Postautogarage im<lb/>
dritten Bezirk, MIAG-Gründe, beschleunigt gebaut wird. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> kündigte<lb/>
an, daß für die Stadterneuerung eine neue Finanzierung gesucht wird,<lb/>
wonach 1 Mrd. S in Hinkunft dafür zur Verfügung gestellt wird. Die<lb/>
von der Bauunternehmung geforderte Beibehaltung der vorzeitigen AFA<lb/>
mit 20 % wird noch im Parlament verhandelt, wahrscheinlich aber zuge<lb break="no"/>standen. Eine neuerliche Sitzung soll dann mit den Ländern und Gemeinden<lb/>
stattfinden, wo diese auch zu einem ähnlichen Verhalten aufgefordert<lb/>
werden. Sowohl die Gewerkschaft als auch die Bauunternehmen und insbe<lb break="no"/>sondere der Gewerbevertreter, Ex-NR der ÖVP <rs type="person" ref="#per__134234">Letmaier</rs>, bedankten sich bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> für diese Aussprache und auch für das Verständnis, das jetzt<lb/>
durch Regierungsbeschlüsse, die morgen zu fassen sind, der Bauwirtschaft<lb/>
entgegengebracht wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_21">Mir ist nur besonders aufgefallen, daß in der Vorbesprechung <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
darauf verwies, daß sein SC <rs type="person" ref="#per__113076">Schmelz</rs> Unterlagen, sei es der Gewerkschaft<lb/>
oder auch den anderen <choice><choice><sic>Ministerium</sic><corr>Ministerien</corr></choice></choice>, zur Verfügung gestellt hat, ohne daß<lb/>
er etwas davon weiß. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> hat auch neuerdings von <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> weitere<lb/>
finanzielle Mittel verlangt, obwohl dieser einmal mehr erklärte, er kön<lb break="no"/>ne diesem Verlangen nicht Rechnung tragen. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> hofft, mit der Methode,<lb/>
mit der er auch den Fußball saniert hat, dort hat er sehr brutal, aber<lb/>
doch sehr erfolgreich größere Mittel aufgetrieben, daß dies auch beim<lb/>
Bauen möglich sein müßte. Ich bin sehr gespannt, wie diese Auseinander<lb break="no"/>setzung ausgehen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band62_1981-11-16_22">Auf der Landstraße hat es einen Begrüßungsabend für die neuen Mitglieder<lb/>
gegeben, ich bin zwar sehr spät gekommen, konnte aber umso aktueller<lb/>
gleich über den Baugipfel berichten. Am interessantesten für diese ver<lb break="no"/>hältnismäßig vielen jungen Mitglieder war natürlich die Frage, was jetzt<lb/>
mit dem Volksbegehren geschehen wird. Mein Appell war natürlich, daß, wenn<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> jetzt schon mit seinem so verhältnismäßig schlecht abschneidet,<lb/>
umso erfolgreicher das Dezembervolksbegehren der SPÖ sein müßte. Für<lb/>
die Wiener Stimmung könnte dies von ausschlaggebender Bedeutung sein,<lb/>
wenn nämlich tatsächlich <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> mit seiner Aktion die Wiener nicht mobi<lb break="no"/>lisieren kann, es aber den Sozialisten gelingt, dann würde dies einen<lb/>
Stimmungsumschwung in Wien bedeuten und <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> wieder Oberwasser bekom<lb break="no"/>men.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 16.11.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <occupation>Fa. Kaindl, Großhandel [als Konkurrent der Fa. Ignaz Röslers Nachf.
                  genannt; besucht deren Staatswappenverleihung; die beiden Inhaber Rösler und
                  Kaindl hätten zusammen studiert]</occupation>
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               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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