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            <title type="main">Donnerstag, der 22. Oktober 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band61_1981-10-22</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_01">Donnerstag, 22. Oktober 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_02">Bei der Gesamtvorstandssitzung der Lebensmittelarbeiter wurde das<lb/>
Gastarbeiterproblem besonders lang diskutiert. Wir haben zum Unter<lb break="no"/>schied von den anderen Gewerkschaften mit der Unternehmerseite kein<lb/>
Kontingent vereinbart. In unserer Branche gibt es nur Einzelgenehmi<lb break="no"/>gungen. Der Gewerkschaftsbund hat mit der HK für das Jahr 1982 eine<lb/>
Reduzierung des Gastarbeiterkontingentes auf 60 % gegenüber dem<lb/>
heurigen Jahr vereinbart. Bei uns ist die höchste zulässige Anzahl<lb/>
von Gastarbeitern mit 40 % Gastarbeitern in dem Betrieb festgelegt.<lb/>
Wir werden daher mit den Unternehmern verhandeln, ob diese Höchst<lb break="no"/>grenze von 40 % nicht auch entsprechend gesenkt werden müßte. In den<lb/>
Betrieben wurde uns von allen Diskussionsrednern mitgeteilt, verlangen<lb/>
die Arbeiter, man müsse eben bei einer kritischen Wirtschaftssituation<lb/>
und größeren Arbeitslosigkeit in Österreich die Gastarbeiter nach<lb/>
Hause schicken. Neue Vereinbarungen mit Gastarbeitern werden sowieso<lb/>
aber jetzt kaum mehr geschlossen. Immer mehr sind Kinder von Gast<lb break="no"/>arbeitern, die entweder schon in Österreich geboren wurden oder von<lb/>
den Gastarbeitern, insbesondere den Jugoslawen, aber auch den Türken<lb/>
nach Österreich mitgenommen werden, daran interessiert, hier arbeiten<lb/>
zu können respek. gegebenenfalls sogar einen Lehrberuf zu ergreifen.<lb/>
Immerhin gibt es jetzt 1.700 Gastarbeiterlehrlinge. Ich versuchte<lb/>
den Kollegen klarzumachen, daß im Verhältnis zu den 194.000 Lehr<lb break="no"/>lingen insgesamt dies eine verschwindend geringe Anzahl ist. Auch<lb/>
wenn man die 170.000 Gastarbeiter den 2,700.000 Beschäftigten in<lb/>
Österreich gegenüberstellt, sieht man, daß wir eine unbedeutende<lb/>
Gastarbeiterquote derzeit haben. Länderweise ist dies noch sehr ver<lb break="no"/>schieden und auch branchenweise kann man große Differenzen feststellen.<lb/>
In Vorarlberg beträgt die Gastarbeiterquote 17 %, in Wien 10 %, daher<lb/>
in den anderen Bundesländern eine ganz geringe Anzahl. Kritik wird<lb/>
auch immer wieder gegen die Kindergeldzahlung vorgebracht. Die Türken<lb/>
haben tatsächlich, oder es wird zumindestens von ihren Gemeinden be<lb break="no"/>stätigt, oft eine Riesenanzahl von Kindern. Wenn sie in der Türkei<lb/>
leben, bekommt der Gastarbeiter nur die Hälfte des Kindergeldes, bei<lb/>
10 Kindern und mehr, aber doch einen beträchtlichen Betrag. Auch hier<lb/>
spielt der Neidkomplex eine große Rolle. Das wirklich große Problem<lb/>
aber ist, daß in Vorarlberg es Schulen gibt, wo die Hälfte der Kinder<lb/>
schon <choice><choice><sic>Gastarbeiter</sic><corr>Kinder von Gastarbeitern</corr></choice></choice> sind. Nach acht Jahren Aufenthalt in Österreich<lb/>
kann keine Arbeitsgenehmigung mehr ausgesprochen werden, dann hat<lb/>
er den Befreiungsschein und kann auch nicht mehr zurückgeschickt<lb/>
werden. Der Hinweis, daß früher auch die großen Städte, insbesondere<lb/>
<pb n="61-1303" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-10-22_1303.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>aber Wien von Gastarbeitern ergänzt wurden, typischstes Beispiel in<lb/>
der Monarchie und teilweise auch in der Ersten Republik die Zuwanderung<lb/>
von Böhmen nach Wien, wird heute von den Arbeitern nicht mehr beachtet<lb/>
oder akzeptiert. Boshaft bemerkte ich, das katholisch-alemannische Land<lb/>
wird bald ein islamisches-türkisches Ländle sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_03">Ein weiteres Problem wurde bei den jugendlichen Arbeitern in den Ge<lb break="no"/>frierkellern vom Jugendsekretär und dem Jugendvertreter angeschnitten.<lb/>
Während bei der Schicht-, Schwerst- u. Nachtarbeitsregelung −21°-Arbeit<lb/>
als Grund der vorzeitigen Pensionierung gilt, wurde jetzt eine Ver<lb break="no"/>ordnung erlassen, an der auch ich mitgewirkt habe, wo die Jugendlichen<lb/>
bis −25° in den Eiskellern arbeiten können. Die älteren Sekretäre und<lb/>
Erwachsenen haben allerdings sofort erklärt, dort arbeitet man ja nicht,<lb/>
hier wird ja höchstens Fleisch rausgeholt und Fleisch reingegeben. Dies<lb/>
sind kurzzeitige Aufenthalte und keinesfalls die Arbeitssituation für<lb/>
Stunden. Beschwerde wurde weiters auch geführt, daß jetzt von den<lb/>
Hygienikern und Tierärzten verlangt wird, daß Fleisch bei +6° nur ver<lb break="no"/>kauft werden dürfe. In der Europäischen Gemeinschaft ist diese Tempera<lb break="no"/>turgrenze um 10° höher festgesetzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte dieses Problem mir für den Jugendkongreß<lb/>
des ÖGB zusammenstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_05">Erfreulich war, daß es der Müller-Gruppe in Vertrag<add>[?]</add> gelungen ist, für<lb/>
die Lehrlinge eine Dienstalterszulage durchzusetzen, zum Unterschied<lb/>
von den Chemiearbeitern, wo die Lehrlingsentschädigung im dritten<lb/>
Lehrjahr um 1.500 S gesenkt werden mußte. Dies für uns ein warnendes<lb/>
Beispiel sein, daß man nicht in einer besonders günstigen Situation<lb/>
besonders günstige Verträge für Lehrlinge festlegt, die, wenn die<lb/>
Situation sich dann nur leicht ändert, nicht mehr gehalten werden<lb/>
können. Die Chemiearbeitergewerkschaft hat nämlich dieser Reduktion<lb/>
zustimmen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_06">Die Gesamtvorstandssitzung beschäftigt sich dann mit allen Landes<lb break="no"/>berichten und Gruppen- und Frauen- u. Bildungsberichten. Sie verlief<lb/>
verhältnismäßig harmonisch, verhältnismäßig sage ist deshalb, weil<lb/>
die zwei, wenn ich so sagen darf, <choice><choice><sic>Kritischbetriebe</sic><corr>kritischen Betriebe?</corr></choice></choice>, Konsum und<lb/>
Schwechater Brauerei, durch Abwesenheit glänzten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_07">Bei der Eröffnung vom EKAZENT-Simmering habe ich den dortigen<lb/>
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Funktionäre waren anwesend. Weit hinten entdeckte ich auch den<lb/>
Betriebsrat <rs type="person" ref="#per__114449">Nowotny</rs>. Unter Hinweis, ich muß meine Betriebsräte<lb/>
besonders begrüßen, sagte ich ihm bei dieser Gelegenheit gleich,<lb/>
ich hätte doch erwartet, daß auch vom Konsum jemand an unserer<lb/>
Gesamtvorstandsitzung teilnimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_08">Die EKAZENT-Eröffnung war ein riesiger Volksauflauf. Die Tore wurden<lb/>
erst knapp vor 10.00 Uhr geöffnet, die Geschäfte durften überhaupt<lb/>
erst aufmachen, bis die Festreden zu Ende waren. Der Simmeringer<lb/>
Bezirksvorsteher begrüßte schon einmal zu lange und alle <choice><choice><sic>holorazoren</sic><corr>Honoratioren</corr></choice></choice><lb/>
vom Minister sozusagen bis zu den Bezirksräten. Der Direktor vom<lb/>
EKAZENT machte dann den Fehler, alle technischen Details und die<lb/>
Geschichte des EKAZENTs usw. ausführlich zu schildern. Erstmals<lb/>
wurden die Rufe "aufhören" deutlich. Der Vertreter der HK, Vizepräs.<lb/>
NR a.D. <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs>, entschuldigte langwierig den Präsidenten der WHK<lb/>
und liest dann eine aufgesetzte Rede herunter. Kein Mensch hörte ihm<lb/>
mehr zu, außer die unmittelbar neben dem Mikrofon Stehenden. Stadt<lb break="no"/>rat <rs type="person" ref="#per__127030">Veleta</rs> hat dann schon wesentlich kürzer gesprochen, ich startete<lb/>
einmal mehr dann den Gag und erklärte, die Simmeringer sind hergekommen,<lb/>
um zu kaufen, die Geschäftsleute wollen schon aufsperren, ich wünsche<lb/>
dem EKAZENT alles Gute und erklärte es für eröffnet. Zum Unterschied<lb/>
aller Redner hatte ich bereits, als ich aufs Rednerpult raufstieg,<lb/>
Riesenapplaus, sodaß ich kaum beginnen konnte. Durch die kurze Rede<lb/>
zum Schluß war der Applaus wirklich frenetisch. Ich gebe schon zu,<lb/>
daß ich mehr Gelegenheit habe, Reden zu halten, während andere viel<lb break="no"/>leicht wirklich nur bei solchen Anlässen dazu kommen. Trotzdem kann<lb/>
man in so einem Fall nur durch eine Kurzrede, wenn man so will, Wähler<lb/>
gewinnen oder zumindestens nicht Freunde verscheuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_09">Beim Durchgang durch das EKAZENT wurde ich von den meisten sehr freudig<lb/>
begrüßt: "Schau, der Happy Pepi", "jö, der Handelsminister", eine harte<lb/>
Kritik hörte ich. Das Ausstellungszentrum war noch nicht eröffnet,<lb/>
angeblich auch gar nicht betriebsgenehmigt, weshalb der Direktor vom<lb/>
EKAZENT mir sagte, es dürfe dort niemand rauf. Daß man dann oben für<lb/>
die Prominenz, wie ich bei einem flüchtigen Durchgang feststellte,<lb/>
trotzdem einen Empfang vorbereitete, ist und war ein Wahnsinn. Natür<lb break="no"/>lich kritisierten die Leute sofort, "aha für die Oberen ist da oben was<lb/>
Besonderes".<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_10">GD <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> informierte ich über die bulgarischen Kreditfinanzierungs<lb break="no"/>gespräche und insbesondere <choice><choice><sic>mit dem</sic><corr>über den</corr></choice></choice> Wunsch GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter's</rs>, doch für<lb/>
die Exporte eine besondere Kondition beim Finanzminister und der<lb/>
österr. Kontrollbank durchzusetzen. <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> meinte, er hätte vor<lb break="no"/>mittags mit dem Finanzminister festgelegt, daß die Kredite von 7,8<lb/>
jetzt auf 8,75 erhöht werden müßten. Die OECD hat mit den Ländern<lb/>
festgelegt, daß die Exportkredite 10 1/2 % bis 11 1/4 % durch die<lb/>
Hochzinspolitik in Westeuropa und in Amerika betragen sollten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> ist davon auch informiert, daß bei den konkreten Geschäften<lb/>
tatsächlich eine Anhebung der Zinsen auch in der BRD erfolgte. Das<lb/>
Röhrengeschäft wurde daher nicht, wie die Sowjets und alle anderen<lb/>
Oststaaten behaupten, mit 7,8 % festgelegt, sondern mit 9 %. Die<lb/>
darüber hinausgehenden Zinsmehrzahlungen werden dann letzten Endes<lb/>
im Röhrenpreis ihren Niederschlag finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_11">Der Betriebsratsobmann vom KKW Tullnerfeld, <rs type="person" ref="#per__132650">Kamminger</rs>, möchte, daß<lb/>
ein Teil der Belegschaft, derzeit noch 126 Beschäftigte, auch nach<lb/>
Errichtung der Kohlekraftwerke in Dürnrohr im Kernkraftwerk weiter<lb break="no"/>verbleiben. Diese hochqualifiziert ausgebildeten Arbeiter und Ange<lb break="no"/>stellten sollten seiner Meinung nach solange zusammenbleiben, bis<lb/>
das Kernkraftwerk entweder in Betrieb geht oder eben dann endgültig<lb/>
stillgelegt wird. Eine solche Personalpolitik, erklärte ich ihm rund<lb break="no"/>weg, könnte ich der Elektrizitätswirtschaft nicht aufzwingen. Es<lb/>
war schon sehr schwer, die Beschäftigten solange im KKW Zwentendorf<lb/>
zu halten, bis eine Transferierung in die Kohlenkraftwerke erfolgt.<lb/>
Die leitenden Positionen werden von der NEWAG und von der Verbund<lb break="no"/>gesellschaft jetzt bei den Kohlenkraftwerken besetzt. Selbstver<lb break="no"/>ständlich greift man auf die Techniker des KKW zurück und erwartet,<lb/>
daß diese dann auch, sollte das KKW doch in Betrieb gehen, bei der<lb/>
NEWAG resp. Verbund, Kohlekraftwerk, verbleiben. Da die Lohnsumme<lb/>
immerhin 2,6 Mio. pro Monat ausmacht, die Leute bei den Kohlekraft<lb break="no"/>werken gebraucht werden, kann es gar keine andere Lösung geben, als<lb/>
dem Transfer zuzustimmen. Natürlich geht es insbesondere dem Betriebs<lb break="no"/>ratsobmann <rs type="person" ref="#per__132650">Kamminger</rs> darum, seine Position dort einigermaßen noch auf<lb break="no"/>recht zu erhalten, denn früher oder später wird nur mehr eine ganz<lb/>
kleine Bewachungs- u. Überprüfungsmannschaft in Zwentendorf beschäftigt<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_13">Die Fa. Felsinger hat ein neues Verfahren, Novofalt Straßenbelag, ein<lb break="no"/>geführt und eine transportable Bitumenmaschine angeschafft. Auf der<lb/>
Prater-Hochstraße wurde dieser Asphalt ausprobiert und<add>[hat]</add> sich jetzt<lb/>
vier Jahre bestens bewährt. <rs type="person" ref="#per__123208">Felsinger</rs> und insbesondere sein Direktor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134029">Kunze</rs> erwarteten, daß jetzt Bundesstellen auch aus Preisgründen, der<lb/>
Tonnenpreis um 20 % teurer, durch die Langzeitwirkung aber die Straße<lb/>
wesentlich billiger, dieser neue Straßenbelag von den Bautenministerium-<lb/>
Vertretern jetzt auch auf andere Straßen angewendet wird. Nach Meinung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123208">Felsinger's</rs> arbeitet die Bürokratie im Bautenministerium aber zu lang<lb break="no"/>sam. Ich befürchte, daß aber die Beamten im Bautenministerium die<lb/>
knappen Geldmittel eben für die billigeren Asphaltdecken ausgeben,<lb/>
weil sie damit mehr Quadratmeter produzieren können, auch dann, wenn<lb/>
diese nicht so lange hält, als die Novofalt-Asphaltdecken. Auf alle<lb/>
Fälle empfahl ich der Firma einen Briefentwurf uns zu schicken, den<lb/>
ich, im Hinblick auf meine Korrespondenz in all diesen Asphalt- oder<lb/>
Betonstraßen, Diskussionen mit Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> seit längerer<lb/>
Zeit führe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_14">Dir. <rs type="person" ref="#per__134031">Jelinek</rs>, Verlag Jugend &amp; Volk, möchte eine Informationsbroschüre<lb/>
für Schulen über Energiefragen herausbringen. GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, Verbund,<lb/>
hat seine Mitwirkung zugesagt, wenn auch die anderen Energieträger,<lb/>
insbesondere Erdöl, Gas und Kohle, mittun. Es gibt zwei Variationen,<lb/>
100.000 Exemplare für die 4. Klasse Volksschule mit 4.000 Lehrbehelfen<lb/>
oder 300.000 für die 4. Klasse Hauptschule, Polytechnischer Lehrgang,<lb/>
Berufsschule mit 10.000 Lehrbehelfen. Die Druckkosten wären über 2 Mio. S.<lb/>
Vom Handelsministerium erwartet man eigentlich keinen finanziellen<lb/>
Beitrag, sondern nur, daß ich die anderen Energieträger dafür gewinne<lb/>
und die E-Wirtschaft nicht alles bezahlen muß, denn kann und will sie<lb/>
wieder nicht.<lb/>
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mir herauszugeben. Ich halte davon gar nichts, doch habe ich prinzipiell<lb/>
auch keinen Einwand und erklärte sofort, mich interessiert es eigent<lb break="no"/>lich nicht besonders. Würde <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> <rs type="person" ref="#per__134031">Jelinek</rs> nicht gut kennen, ich selbst<lb/>
bin draufgekommen, er war einmal bei mir in der Sozialakademie der AK<lb/>
Schüler, so würde ich annehmen, er hat Interesse über dieses Anekdoten<lb break="no"/>buch mich für die Verlagsaktivitäten resp. Aufreißen von Subventions<lb break="no"/>trägern einzuspannen. Dies trifft aber sicherlich nicht zu, das Energie<lb break="no"/>buch dürfte nämlich wirklich entweder ein Bedürfnis sein oder zu<lb break="no"/>mindestens vom Verlag als Geschäft verstanden sein, denn auch <rs type="person" ref="#per__126929">Molden</rs><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_16">Dir. <rs type="person" ref="#per__133866">Schrack</rs> und insbesondere sein für die Wehrwirtschaft zuständiger<lb/>
Direktor beschwerten sich bitter bei mir, daß jetzt die Funkgeräte,<lb/>
immerhin ein Auftrag von 550 Mio. S, in den nächsten Jahren an die<lb/>
Fa. Kapsch vergeben wurde. <rs type="person" ref="#per__133866">Schrack</rs> war nach fester Überzeugung und<lb/>
auch aufgrund der Aktenlage zuerst Bestbieter, Kapsch hat sich dann<lb/>
durch Reduzierung des Preises und angeblich auch sonstiger unfairer<lb/>
Gangart, nicht zuletzt durch den Hinweis, in Fürstenfeld 60 Arbeits<lb break="no"/>plätze zu schaffen, sozusagen aus volkswirtschaftlichen Überlegungen<lb/>
diesen Auftrag gesichert. Das zweite Argument, daß auf österr. Panzern<lb/>
nicht israelische Funkgeräte montiert sein können, ließ <rs type="person" ref="#per__133866">Schrack</rs> nicht<lb/>
gelten. Sie sind fest davon überzeugt, daß jedes Land sein eigenes<lb/>
Informationssystem in den Panzer einbauen läßt, daher bei den Export<lb break="no"/>panzern überhaupt keine spezifischen Sprechfunkgeräte Voraussetzung<lb/>
des Panzerkaufes sind. Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> hat der Firma de<lb break="no"/>zidiert erklärt, daß es auch die Entscheidung des Handelsministers<lb/>
bezüglich der Fürstenfelder Beschäftigung war, die den Ausschlag für<lb/>
Kapsch gegeben hat. <rs type="person" ref="#per__133866">Schrack</rs> ist fest davon überzeugt, daß Kapsch keine<lb/>
Betriebsstätte in Fürstenfeld errichten wird. Sie selbst hätten aber<lb/>
60 Beschäftigte in ihrem Kindberger Werk in der Obersteiermark zu<lb break="no"/>sätzlich mit Exportaufträgen von ihrem System machen können, da sie<lb/>
jetzt bereits feste Zusagen von über 100 Mio. S hatten. Ich bin sehr<lb/>
froh, daß ich nicht größere Anschaffungen im Handelsministerium wie<lb/>
z.B. Bautenministerium, Verteidigungsministerium, Verkehrsministerium<lb/>
tätigen muß oder zumindestens ständig damit konfrontiert bin. In<lb/>
konkreten Fällen sieht man, wie der harte Konkurrenzkampf zwischen den<lb/>
Firmen bei Entscheidungen, die ihnen nicht gerecht erscheinen, dann<lb/>
noch zu härteren Anklagen gegenüber den Ministern kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Abteilung soll die 60 Beschäftigten Fürsten<lb break="no"/>feld sich eindeutig bestätigen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_18">Der Betriebsrat des Verbandes d. E-Werke, <rs type="person" ref="#per__134032">Kerkouschek</rs>, informierte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs>, daß jetzt der Präs. d. Verbandes, <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs>, den Klubsekretär<lb/>
der ÖVP, <rs type="person" ref="#per__134033">Marckhgott</rs>, als Pressereferent in den Verband der E-Werke<lb/>
übernehmen möchte. <rs type="person" ref="#per__134032">Kerkouschek</rs> kann nicht glauben, daß er beim ÖVP-<lb/>
Klub 35.000 S netto bekommt, eine solche Bezahlung würde im Verband<lb/>
mehr sein, als derzeit im Verhältnis dazu der Geschäftsführer des<lb/>
Verbandes, Dr. <rs type="person" ref="#per__116121">Orglmeister</rs>, bezieht. Angeblich haben die anderen Vor<lb break="no"/><pb n="61-1308" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-10-22_1308.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>standsmitglieder bereits dieser Bestellung telefonisch zugestimmt.<lb/>
Ich versprach <rs type="person" ref="#per__134032">Kerkouschek</rs>, diese Frage mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> sofort zu be<lb break="no"/>sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Jour fixe setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_20">Auf der Landstraße wurde in drei Gebieten, d.h. mehrere Sektionen<lb/>
zusammen Wahlmitarbeiterveranstaltungen durchgeführt. In allen drei<lb/>
habe ich über die politische Situation berichtet und insbesondere<lb/>
diese Treuesten der Treuen wieder aufgefordert, am Beispiel der<lb/>
Steiermark zeigend, daß Zusammenhalten und festes Arbeiten auch dann<lb/>
zu einem Erfolg führt, wenn die Stimmung oder gar die Meinungsumfragen<lb/>
schlecht sind. Bei uns auf der Landstraße geht es darum, die Position,<lb/>
die wir 70 errungen haben, zu halten. Die ÖVP setzt die ganze Wiener<lb/>
Organisationskraft auf der Landstraße als für sie günstigen Wahlbezirk<lb/>
ein, um dort diesen <rs type="person" ref="#per__97704">Lueger</rs>-Bezirk wieder zurückzugewinnen. Die Chancen<lb/>
stehen für die ÖVP, wie ich auch zugeben muß, sehr gut. Die Diskussion<lb/>
war sehr freimütig und, wie könnte es bei mir anders sein, auch humor<lb break="no"/>voll. Zum Lachen ist mir aber, ehrlich gestanden, bei der Wiener<lb/>
Situation gar nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_21">Seminar – Öffentlichkeitsarbeit mit Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs><add>17./18.10.81</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_22">Wahltermin – wahrscheinlich sehr früh, 1983<lb/>
ab 1982 daher permanenter Wahlkampf. Wesentlich um den Wähler, insbe<lb break="no"/>sondere den liberalen Wähler anzusprechen, daher heuriger Herbst und<lb/>
kommendes Frühjahr, da jetzt noch argumentiert werden kann, ab Herbst<lb/>
werden 82 nicht mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_23">Derzeitige Situation<lb/>
Laut Meinungsforschung – Vergleich Mitte der letzten Legislaturperiode<lb/>
hat die SPÖ 2 % weniger entschiedene Wähler. Anteil der Unentschlosse<lb break="no"/>nen steigt.<lb/>
Gegenüber früher Verbesserung der SPÖ-Position, ÖVP verlor gegenüber<lb/>
früher 4 %.<lb/>
Ergebnis der steiermärkischen Wahlen. Die Betriebsratswahl zeigt SPÖ-<lb/>
Trend in einer Krisensituation.<lb/>
SPÖ wird gewählt <choice><choice><sic>durch um</sic><corr>aus</corr></choice></choice> Angst vor Arbeitsplatz, nicht aus voller<lb/>
Überzeugung.<lb/>
Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit<lb/>
Im Sommer konnte der Grund der Aufhebung der Preisregelung für Benzin<add>nicht</add><lb/>
deutlich gemacht werden. Weiters ist es bisher nicht ganz gelungen, die<lb/>
Ölmultis für die Preisentwicklung verantwortlich zu machen.<lb/>
Das Steuerplakat der BP (<rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs>) wurde zu spät erwidert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_24">Situation der VP – Strategie ÖVP im Sommer<lb/>
1. Belastungswelle, Budgetdefizit – durch das Budget ohne Steuererhöhun<lb break="no"/>gen ist diese Argumentation zusammengebrochen<lb/>
Am AKH-Plakat der VP ist <rs type="person" ref="#per__126906">Rabelbauer</rs>, Anwalt aus Vorarlberg, zu sehen, daher<lb/>
dies ausnützen.<lb/>
Argumentation der VP, weniger Staatsschuld an Großinsolvenzen – wird durch<lb/>
die Wirtschaft selbst widerlegt, vom Staat ermitteln wollen bzw. er<lb break="no"/>wartet die Bevölkerung, daß Staat hier eingreift.<lb/>
Programme der ÖVP (7-Punkte-Programm, <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>-Plan, 7-Punkte-Forderungen im<lb/>
Herbst) teilweise widersprechend, teilweise bereits erfüllt.<lb/>
Innerhalb der ÖVP Streit zwischen der "Kooperationspartei" und der Par<lb break="no"/>tei, die hier Angriffe und Angstparolen vorzieht. Ein Ergebnis daraus,<lb/>
Flucht in Randbereiche wie z.B. Angriffe auf <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> über zu späte Informa<lb break="no"/>tion des Parlamentes.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_25">Strategie der SPÖ – Entscheidend im nächsten halben Jahr ist die Wirt<lb break="no"/>schaftsdebatte. Der SPÖ muß es gelingen, deutlich aufzuzeigen, was ein Kurswechsel be<lb break="no"/><pb n="61-1310" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-10-22_1310.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>deuten würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_26">Schwerpunkte der Wirtschaftsdebatte<lb/>
1. Arbeitslosigkeit – einheitliche Terminologie – 30 Mio. Arbeitslose in<lb/>
der westlichen Welt<lb/>
Dies ist eine Aussage, die im November in ganz Österreich plakatiert<lb/>
wird.<lb/>
2. Frage der Handels- und Leistungsbilanz<lb/>
3. Investitionsförderung, Investitionsquote<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_27">Bei allen Fragen folgende Vorgangsweise: Darstellung der negativen VP-<lb/>
Propaganda bzw. negativen internationalen Entwicklung – Hervorhebung<add>[der]</add><lb/>
positiven Werte. 4 Plakate, die für uns wichtig sind und vom 27. Oktober<lb/>
bis 5. November in ganz Österreich hängen werden.<lb/>
1. 30 Mio. Arbeitslose in der westlichen Welt – heute haben in Österreich<lb/>
mehr Menschen Arbeit als je zuvor.<lb/>
2. 2-stellige Inflationsraten in den meisten Ländern – Österreich bei<lb break="no"/>spielgebend im Kampf gegen die Teuerung<lb/>
3. Neue Märkte für unsere Wirtschaft – heute Österreich weltweit aner<lb break="no"/>kannt und respektiert<lb/>
4. 30 Mio. Arbeitslose in der westlichen Welt – heute hat Österreich<lb/>
30.000 Arbeitsplätze mehr im Jahr<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_28">Konflikte in der österr. Regierung<lb/>
Zielkonflikte z.B. zwischen Umweltschutz und der Wirtschaft können nicht<lb/>
verdeckt und auch nicht ver- oder behindert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_29">Notwendig ist allerdings ein planvolles Ablaufen der Konflikte. D.h.<lb/>
Lösungsmöglichkeiten müssen bereits vor dem Aufbrechen der Konflikte<lb/>
im großen und ganzen abgehandelt werden. Es soll nicht passieren, daß<lb/>
sich z.B. einzelne Minister festlegen und dann ein Kompromiß eine<lb/>
Niederlage bedeutet.<lb/>
Zentrale Aussage: SPÖ-Regierung – in der Lage die bis jetzt<add>del </add> Aussöhnung<lb/>
von Ökologie mit der Ökonomie herbeizuführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_30">Konsequenzen für das Handelsministerium<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_31">Pressearbeit – wurde bereits mit <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> und <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> besprochen<lb/>
verstärkt Ansprechen der <choice><choice><sic>Opinionlieder</sic><corr>Opinion leader</corr></choice></choice> über mehr PR in Zielgruppenmedien.<lb/>
Zu den Pressekonferenzen sollen im verstärkten Ausmaß fachspezifische<lb/>
Zeitungen eingeladen werden und Artikel in diesen finanziert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_32">– Pressekonferenzen in den Bundesländern mit Bundesländerzeitungen sollen<lb/>
fortgesetzt werden.<lb/>
– Themen der Pressegespräche in den nächsten Monaten sollen verstärkte<lb/>
Schwerpunkte auf wirtschaftspolitischer Ebene, Handelsbilanz etc.<lb/>
enthalten. Die Grundsatzabteilung wird dementsprechende Materialien<lb/>
und Analysen (internationale Vergleiche etc.) verstärkt aufbereiten.<lb/>
– Ab Frühjahr nächsten Jahres sollen verstärkt legislaturübergreifende<lb/>
Vorhaben, Pläne dargestellt werden, um den Eindruck zu wecken, die<lb/>
Regierung plant schon für die nächsten Jahre voraus, 10 Jahre Fremden<lb break="no"/>verkehrsprogramm, Klein- und Mittelbetriebe, Energie, Rohstoffe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-22_33">Versöhnung Ökologie – Ökonomie<lb/>
Die vorhandenen Zielkonflikte sollten versucht werden, auf Kompromißweg<lb/>
eine Einigung zu erzielen. Um dies zu fördern, wäre eine möglichst früh<lb break="no"/>zeitige Kontaktnahme notwendig, – siehe z.B. die diversen Umweltschutzge<lb break="no"/>setze des Gesundheitsministeriums.<lb/>
Vorschlag Jour fixe auf Büroebene, ev. unter Beiziehung einzelner Sek<lb break="no"/>tionschefs, wenn möglich auch mit zuständigen Ressortministern. Dabei<lb/>
soll die Strategie bei den einzelnen kontroversiellen Themenbereichen<lb/>
abgesprochen werden und versucht werden Kompromisse vorzubereiten.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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