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            <title type="main">Dienstag, der  6. Oktober 1981 bis Mittwoch, der  7. Oktober 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_01">Dienstag, 6. u. Mittwoch, 7. Oktober 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_02">Die vom BKA für das Gesundheitsministerium vorgelegten Umweltschutzge<lb break="no"/>setze wurden, was im Handelsministerium sehr selten vorkommt, von 3<lb/>
Sektionen direkt an mich herangetragen, um die Besprechungslinie festzu<lb break="no"/>legen. Selbst der sonst sehr besonnene SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> regte sich über diese<lb/>
Umweltschutzentwürfe auf. Interessant für mich war, daß der Gesetzentwurf,<lb/>
der das Gewerberecht betrifft, und wo ich mit Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs><lb/>
vereinbart habe, die leitenden Beamten unserer Ressorts sollen vor Ge<lb break="no"/>setzwerdung den Entwurf abstimmen, allgemeine Zustimmung findet. Die<lb/>
anderen 4 Gesetzentwürfe können keine Verhandlungsgrundlage bilden.<lb/>
Im Umweltverträglichkeitsgesetz ist in der BRD der Bergbau ausgenommen.<lb/>
In Österreich müßte eine ähnliche Regelung platzgreifen, obwohl in der<lb/>
Anlage nur Erz und Kohle vorgesehen sind, müßte auch diese Bergbautätig<lb break="no"/>keit dem Bergrecht, und damit dem Handelsministerium und der Obersten<lb/>
Bergbehörde vorbehalten bleiben. Ein weiterer großer Nachteil wäre, wenn<lb/>
das vorgesehene Gutachten, welches nicht durch Bescheid statuiert wird,<lb/>
nicht eine Fallfrist bekäme. Das Gesundheitsministerium könnte dann<lb/>
durch Nichterstellung dieses Gutachtens das ganze Verfahren durch Monate,<lb/>
ja sogar durch Jahre hinaus verzögern. Die Abgrenzung der Vorhaben ist<lb/>
im Gesetz nicht definiert. Im Katalog wird dann nur die Branche aufge<lb break="no"/>zählt. Theoretisch wäre es möglich, daß z.B. die Stahlindustrie nicht<lb/>
Stahlwerke nur umfaßt, sondern auch, wenn im Stahlwerk eine Garage ge<lb break="no"/>baut wird, handelt es sich um ein Vorhaben, das also dann im Begutach<lb break="no"/>tungsverfahren vom Gesundheitsministerium mitzugenehmigen wäre. Das<lb/>
Immissionsgesetz wird nur zustandekommen, wenn die Länder auf ihre Kompe<lb break="no"/>tenz verzichten. Da dies selbst dem Gesundheitsministerium fraglich<lb/>
erscheint, hat es gleichzeitig auch eine Emissionsgesetzregelung in das<lb/>
Immissionsgesetz eingebaut. In diesem Fall aber wäre nicht das Gesund<lb break="no"/>heitsministerium, sondern eindeutig nach Ministeriengesetz das Handels<lb break="no"/>ministerium, resp. für Wasserrecht das Landwirtschaftsministerium usw.,<lb/>
d.h. auf alle Fälle andere Ministerien kompetent als das Gesundheits<lb break="no"/>ministerium. Am typischsten aber ist, daß nirgends Einvernehmen mit<add>[dem]</add><lb/>
Handelsministerium festgelegt ist, das Gesundheitsministerium möchte<lb/>
scheinbar alle Werte der Immission oder auch der Emission allein festle<lb break="no"/>gen. Während wir selbstverständlich bereit waren und noch immer sind,<lb/>
jedwede Mitkompetenz dem Gesundheitsministerium zuzugestehen, trifft<lb/>
dies fürs Handelsministerium in den Entwürfen überhaupt nicht zu.<lb/>
Der typischste Fall aber war, im Sonderabfallgesetz hat das Gesundheits<lb break="no"/><pb n="61-1231" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-10-06_1981-10-07_1231.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ministerium zwar in der Vorbegutachtung dem Handelsministerium einen<lb/>
Entwurf geschickt, im jetzt vorliegenden Entwurf aber ist überhaupt da<lb break="no"/>von nichts berücksichtigt, sondern der alte Entwurf mit 1 oder 2 unbe<lb break="no"/>deutenden Änderungen wieder ausgesendet worden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_03">Ich habe daher im Parlament den Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> auf diese<lb/>
Vorgangsweise aufmerksam gemacht und erklärt, so könne man zu keinem<lb/>
tragbaren Kompromiß kommen. <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> selbst hat dann mit Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> gesprochen und meinte, er erwartet, daß meine Beamten ganz ent<lb break="no"/>schieden gegen diese Vorgangsweise auftreten. Ihm schwebt eine ähnliche<lb/>
Lösung vor, wie wir sie auch bisher zwischen SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und <rs type="person" ref="#per__111378">Pindur</rs> er<lb break="no"/>zielt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mich ständig am laufenden halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_05">Die Zementindustrie, der ehem. GD <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs> und der jetzige Direktor <rs type="person" ref="#per__134122">Raffel</rs><lb/>
wollen, daß die Normen in Österreich genauso verbindlich erklärt wer<lb break="no"/>den, wie dies in der BRD geschehen ist. Dort wird außerdem ein so ko<lb break="no"/>stenaufwendiges Genehmigungsverfahren gehandhabt, daß bei einem Preis<lb/>
von ca. 1000.-- die Prüfung allein auf 300 S pro Tonne käme, damit<lb/>
wird jedweder Import nach Deutschland verhindert. In Österreich ist<lb/>
die Normenverbindlicherklärung Landessache. Nur das Land Oberösterreich<lb/>
hat eine solche statuiert. MR <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> schlug vor, wir sollten versuchen, mit<lb/>
der BRD durchzusetzen, daß auch unsere Normungszeugnisse anerkannt wer<lb break="no"/>den. Die Zementindustrie hat aber mit Recht darauf verwiesen, daß<lb/>
beim Betonsteinverband in Linz, Dir. <rs type="person" ref="#per__134123">Tschischan</rs>, die Verbindlicherklä<lb break="no"/>rung noch wichtiger sei als für die Zementindustrie. Beiden Organisationen<lb/>
werden wir jetzt einen Brief schreiben, den ich mit <rs type="person" ref="#per__111707">Graf Lambsdorff</rs><lb/>
bei unserem Dreiergespräch deponieren sollte. Die von der Zementindu<lb break="no"/>strie vorgeschlagene Verbindlicherklärung, nach GEWO § 69 1, sogenannter<lb/>
gefährlicher Produkte wird von <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> mit Recht abgelehnt. Dieser §<lb/>
soll wirklich nur für echt gefährliche Produkte in Anwendung gebracht<lb/>
werden. Natürlich könnte man indirekt sagen, daß bei Zement und Träger<lb break="no"/>teilen eine Einsturzgefahr besteht resp. bestehen könnte. Dies gilt vor<lb/>
allem, wenn das Bauwerk etliche 100 Jahre alt ist. Da man angeblich<lb/>
nicht weiß, wie sich der importierte Zement und die Bauteile dann ver<lb break="no"/>halten würden. Eine solche an den Haaren herangezogene Begründung hält<lb/>
aber sicherlich nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Entweder Brief oder AV für <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs> vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_07">Da das Parlament für die 2 Plenumstage fast keine Tagesordnung hatte,<lb/>
wurde zum erstenmal seit 11 Jahren der Integrationsbericht an die Spitze<lb/>
des ersten Tages gesetzt. Ein wenig allerdings hat dazu beigetragen, daß<lb/>
ich ja auf alle Fälle abends nach Straßburg fahren mußte, um dort als<lb/>
EFTA-Vorsitzender die 2 Jahre EFTA-Tätigkeit zu rapportieren. Dem Inte<lb break="no"/>grationsbericht wurde 7-mal von der ÖVP in einer Zeit zugestimmt, wo<lb/>
wir wirklich in der Integrationsfrage wesentlich <choice><choice><sic>wenig</sic><corr>weniger</corr></choice></choice> erreicht haben<lb/>
als gerade jetzt. Trotzdem lehnte die ÖVP mit viel Tamtam den 8. Bericht<lb/>
jetzt ab. Die Begründung aller Redner war, daß der Bericht zwar in Ord<lb break="no"/>nung ist, die Beamten sich sehr bemühen, teils Erfolge auch in Brüssel<lb/>
erzielt werden konnten, daß aber die gesamte Regierungspolitik ein<lb/>
solches Verhalten erfordert. Ich habe sofort festgestellt und dies ja<lb/>
auch im Ausschuß schon bemerkt, daß hier eine neue Politik eingeleitet<lb/>
werden soll, zumindestens im Ausschuß war klar und deutlich, als die<lb/>
Abg. <rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs>, die sonst in dem Ausschuß überhaupt nichts redet und auch<lb/>
gar nicht die kompetente Sprecherin der ÖVP wäre, die Ablehnung dort<lb/>
vortrug und auch begründete. Abg. <rs type="person" ref="#per__114622">Riegler</rs>, der Bauernbund- und Agrarspre<lb break="no"/>cher, versuchte verzweifelt nachzuweisen, wie die Landwirtschaft auch<lb/>
bei der Integrationsentwicklung benachteiligt ist. <rs type="person" ref="#per__114622">Riegler</rs> weiß ganz ge<lb break="no"/>nau, daß es niemals möglich war, trotz intensivster Bemühungen aller,<lb/>
die Landwirtschaft in den EG-Österreich-Vertrag einzubeziehen. Daß die<lb/>
Landwirtschaft dies eingesehen hat, ergibt sich ja daraus, daß sie 72<lb/>
dem EG-Vertrag zustimmte. Auch die ÖVP hat damals diesem Vertrag <choice><choice><sic>seine</sic><corr>ihre</corr></choice></choice><lb/>
Zustimmung gegeben. Die Bauernvertreter haben damals nur gewisse flan<lb break="no"/>kierende Maßnahmen verlangt, die in einem Vertrag umfangreich festge<lb break="no"/>legt wurden. Ein Punkt davon war, daß die Regierung prüfen wird, ob die<lb/>
Erstattungsregelung der EG bei ähnlich vergleichbaren Ländern, also z.B.<lb/>
der Schweiz, zur Anwendung kommt, und ob wir eine solche EG-Erstattungs<lb break="no"/>regelung auch in Österreich einführen sollten. Im Vertrag steht ausdrück<lb break="no"/>lich nur, daß die Regierung prüfen wird. Schon bei den ersten Attacken,<lb/>
warum in Österreich eine solche Erstattungsregelung noch immer nicht<lb/>
eingeführt wurde, konnte ich darauf verweisen, daß auch dieser Punkt bis<lb/>
zum letzten Strich erfüllt ist. Geprüft haben wir nämlich. Dies hat<lb/>
den Abg. <rs type="person" ref="#per__117103">Zittmayr</rs>, Molkereileiter von Schärding und gleichzeitig großer<lb/>
Bauernbundfunktionär, zum Zwischenruf veranlaßt, diese Vereinbarung<lb/>
hätte eben die ÖVP nicht treffen sollen, er rief, einen solchen Vertrag<lb/>
hätte man nicht unterschreiben sollen. Natürlich habe ich auf diese<lb/>
Bemerkung wieder verwiesen und erklärt, dies ist eine ÖVP-interne Frage,<lb/>
für mich steht fest, daß wir alle Punkte erfüllt haben, als <rs type="person" ref="#per__114622">Riegler</rs><lb/>
dann neuerlich Zwischenrufe machte, habe ich sie ihm dann wortwörtlich<lb/>
aufgezählt, und damit keinesfalls vertragsbrüchig wurden, wie sie es so<lb/>
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anhängen wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_08">Da die ÖVP in vielen Fragen jetzt auf Konfrontationskurs geht, glaube<lb/>
ich, müßten wir uns mehr mit solchen Argumenten rüsten. Noch wichtiger<lb/>
aber ist es, daß die statistischen Unterlagen besser geprüft werden.<lb/>
Immer wieder muß ich leider feststellen, daß Unterlagen, auch dann, wenn<lb/>
es sich nur um sogenannte Böhmische Fehler, d.h. Verdrehen der Zahlen,<lb/>
handelt, scheinbar darauf nicht vom Büro resp. der Sektion kontrolliert<lb/>
wird. Wir haben jetzt vom Statistischen Zentralamt einen eigenen Fach<lb break="no"/>mann abgeworben, dieser muß wesentlich stärker eingesetzt werden. Die<lb/>
Prüfung des Sektionsmaterials muß auch durch die Grundsatzabteilung er<lb break="no"/>folgen. Ich muß mich auf die Unterlagen verlassen können. Die notwendige<lb/>
Überprüfung muß zeitgerecht erfolgen, müssen daher noch früher erstellt<lb/>
werden, als dies jetzt der Fall ist. Meistens bekomme ich die Unterlagen<lb/>
sowieso erst knapp vor der Sitzung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_09">ANMERKUNG AN <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte SL setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_10">Die neue Konfrontationswelle wird sicherlich auch die Verhandlungen über<lb/>
das Energiesicherungsgesetz und das Kernkraftverbotsgesetz umfassen. Im<lb/>
Energiesicherungsgesetz wird jetzt bereits vom Energiesprecher Dr. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs><lb/>
darauf verwiesen, daß sie nur bereit wären, das Gasröhrenkompetenzgesetz<lb/>
dann zu beschließen, wenn es, wie der Wunsch der Landeshauptleute jetzt<lb/>
neuerdings vorgetragen wurde, in die Verhandlungen <choice><choice><sic>zwischen der</sic><corr>über die</corr></choice></choice> Kompetenz<lb break="no"/>abgrenzung Länder und Bund einbezogen <choice><choice><sic>werden</sic><corr>wird</corr></choice></choice>. Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> verweist mit<lb/>
Recht darauf, daß wir durch unseren Gesetzentwurf über die Gasleitung,<lb/>
eine eindeutige Bundeskompetenz, den Ländern einen Teil dieser Kompetenz<lb/>
abgetreten haben. Dafür verlangen die Länder jetzt, daß diese ganze<lb/>
Materie mit den Landeshauptleuten im großen Verfahren über die Abgrenzung<lb/>
zwischen Bund und Ländern einbezogen wird, und<add>[sie?]</add> dafür womöglich noch eine<lb/>
weitere Kompetenz bekommen sollen. Ich gebe, wie ich auch unserem Ener<lb break="no"/>giesprecher Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> klar und deutlich gesagt habe, den Energiesiche<lb break="no"/>rungsverhandlungen, aber auch der Kernkraftfrage keine positive Chance<lb/>
mehr. Die ÖVP will den Konfrontationskurs, nur dort will sie nachgeben,<lb/>
wo sie einen Vorteil hat, alles andere lehnt sie ununterbrochen ab und<lb/>
wird diese Politik noch verstärken. Ich sehe ja gar keine andere Möglich<lb break="no"/>keit, als eben auf einfach-gesetzliche Regelung, Gewerbeordnung, auszu<lb break="no"/>weichen. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> teilt diese Meinung vollkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wie geht es jetzt weiter?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_12">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hat eine Diskussion über den Nationalpark wegen<lb/>
Ausgleichsbemühungen der einzelnen Fremdenverkehrsgemeinden. Ihm schwebt<lb/>
daher vor, Fremdenverkehrsgemeinden mit mangelnder Infrastruktur, d.h.<lb/>
ohne Aufstiegshilfen, womöglich in der Kernzone des Nationalparkes, ohne<lb/>
Sommergletscher usw., von anderen Fremdenverkehrsgemeinden, die diese<lb/>
Einnahmemöglichkeit haben, durch Umlage entsprechende Hilfe gewähren.<lb/>
Ich halte eine solche Vorgangsweise für kaum durchführbar. Keine Gemeinde<lb/>
wird sich was wegnehmen lassen, um einer anderen Gemeinde etwas zu geben.<lb/>
Eher könnte ich mir noch vorstellen, daß das Land oder der Bund einer<lb/>
solchen benachteiligten Gemeinde einen gewissen Zuschuß gibt. Da in<lb/>
Vorarlberg ein solches Experiment gemacht wurde, habe ich <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> bis<lb/>
20. Oktober spätestens versprochen, diese Ergebnisse mitzuteilen.<lb/>
Vielleicht war ich mit diesem Versprechen ein wenig voreilig, ich selbst<lb/>
bemühe mich nämlich seit Wochen, über das Ergebnis dieses Experimentes<lb/>
etwas zu erfahren, ohne daß ich auch bis jetzt einen Erstbericht bekommen<lb/>
hätte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Abteilung soll unverzüglich recherchie<lb break="no"/>ren und vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_14">Zum Glück bin ich, obwohl mein Flugzeug um 8.00 Uhr nach Basel geflogen<lb/>
ist, noch vorher im Bezirk zur Bezirksausschußsitzung gegangen. Ich<lb/>
habe den Genossen kurz über die politische Situation, insbesondere nach<lb/>
den steirischen Wahlen, und<add>[von]</add> den guten Erfolgen der Vöest-Alpine-Betriebs<lb break="no"/>ratswahlen berichtet. Vorher hatte ich die traurige Pflicht, zweier Ge<lb break="no"/>nossen, die wir alle noch wirklich lebend vor uns hatten, und die über<lb break="no"/>raschend verstorben sind, zu gedenken. Vielleicht fällt es bei Politikern<lb/>
nur mehr auf, aber sei es die Terrorszene, natürlich wurde auch über<lb/>
den ägyptischen Anschlag auf <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs> gesprochen, sei es die doch aufrei<lb break="no"/>bende Tätigkeit des Politikers ansonsten, daß Todesfälle auf alle Fälle<lb/>
spektakulärer sind. Ein Mittel dagegen gibt es aber sicherlich nicht,<lb/>
alle Ratschläge mögen gut sein, aber wer hält sich schon daran, ja wer<lb/>
kann sich daran halten, die einzige Alternative wäre, man müßte sich<lb/>
aus der Politik zurückziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_15">Der Rapport vor der parlamentarischen Versammlung in Straßburg, den ich,<lb/>
wie der Präsident dann auch erklärte, zum zweitenmal schon gehalten<lb/>
habe, das erstemal 1972, ist ähnlich verlaufen wie beim erstenmal. Der<lb/>
große Unterschied war nur, daß damals ein altes Haus zur Verfügung stand,<lb/>
welches man jetzt weggerissen hat, und eine Grünfläche vor dem neuer<lb break="no"/>richteten 200-Mio.-$-Haus. Der Europarat ist wirklich jetzt modernst,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-10-06_16">An der Versammlung nahmen von fast 200 Abgeordneten ca. 10 % teil. Der<lb/>
neue Generalsekretär, der Österreicher <rs type="person" ref="#per__97613">Karasek</rs>, meinte allerdings mir<lb/>
gegenüber, daß sogar der Sitzungssaal fürs europäische EG-Parlament<lb/>
dient und dort 500 Abgeordnete untergebracht werden müssen, sei eben<lb/>
optisch äußerst günstig, selbst wenn alle Abgeordneten zur Europaver<lb break="no"/>sammlung <choice><choice><sic>awesend</sic><corr>anwesend/abwesend?</corr></choice></choice> wären. Selbst die österreichische Delegation war nur<lb/>
mit 3 Leuten vertreten, also, wenn man so will, nicht einmal die Hälfte.<lb/>
Mich persönlich stört es überhaupt nicht, weil ich mir auch gar nichts<lb/>
davon verspreche. Die Diskussion war dann entweder sehr ins Detail<lb/>
gehend, u.a. wurde ich wegen der Ursprungszeugnisregelungen gefragt,<lb/>
oder ein anderer Abgeordneter erkundigte sich, ob die Volksbefragung<lb/>
zur Kernenergie ein brauchbares Element der Politik in Österreich sei.<lb/>
Hier konnte ich ihm die ganze Frage der Volksabstimmung und des jetzig<lb break="no"/>en neuen Volksbegehrens erklären. Die Debattenredner, und dies war der<lb/>
große Vorteil, man konnte sich immer wieder melden, es war also eine<lb/>
echte Debatte, waren mit den Ausführungen sehr einverstanden. Mein ehe<lb break="no"/>maliger Sekretär, jetzt Botschafter Dr. <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> in Straßburg, hat sich<lb/>
rührend um mich gekümmert, am liebsten hätte er mir in den paar Stun<lb break="no"/>den alles gezeigt und womöglich noch Wanderungen in den ????? resp.<lb/>
auf der gegenüberliegenden Rheinseite im Schwarzwald mit mir durchge<lb break="no"/>führt. Sein Angebot war sogar, ich sollte unbedingt im Sommer kommen,<lb/>
dann könnten wir von Straßburg auch noch die Schweiz, das Berner Ober<lb break="no"/>land, aber insbesondere die hohen Alpen besuchen. Ich habe ihm spaßhal<lb break="no"/>ber gesagt, daß ich jetzt 21 Jahre im Parlament bin, als Abgeordneter<lb/>
noch niemals irgendwohin delegiert wurde oder auf eine Auslandsreise<lb/>
geschickt wurde, werde ich später einmal versuchen, Europaparlamentsdele<lb break="no"/>gierter zu werden. Dann habe ich Zeit und Muße genug, um mit ihm alles<lb/>
dies zu absolvieren, was er mir gerne zeigen möchte. Träumen wird man<lb/>
doch noch dürfen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Löschnak, Franz</persName>
               <persName><surname>Löschnak</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Sts. BKA</occupation>
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               <persName type="label">Bukowski, Dietrich</persName>
               <persName><surname>Bukowski</surname><forename>Dietrich</forename></persName>
               <occupation>Büro Staribacher, Botschafter in Sofia/Straßburg</occupation>
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               <persName type="label">Hubinek, Marga</persName>
               <persName><surname>Hubinek</surname><forename>Marga</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Karasek, Franz</persName>
               <persName><surname>Karasek</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., ab 1979 GS Europarat</occupation>
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               <persName type="label">Steyrer, Kurt</persName>
               <persName><surname>Steyrer</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg., ab 1981 Gesundheitsmin.</occupation>
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               <persName type="label">Riegler, Josef</persName>
               <persName><surname>Riegler</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Klubsekr./-obmann</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
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               <persName type="label">As-Sadat, Anwar</persName>
               <persName><surname>As-Sadat</surname><forename>Anwar</forename></persName>
               <occupation>Staatspräsident Ägypten</occupation>
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               <persName type="label">König, Friedrich</persName>
               <persName><surname>König</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Personalchef Unilever</occupation>
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               <persName type="label">Mock, Kurt</persName>
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               <occupation>MR HM/OB</occupation>
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               <persName type="label">Zluwa, Bruno</persName>
               <persName><surname>Zluwa</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Gehart, Raimund</persName>
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               <occupation>Staatssekr. a.D., Vorstandsvors. Perlmooser Zementwerke AG</occupation>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <occupation>[vmtl. Falschschreibung?; Betonsteinverband Linz]</occupation>
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               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Raffel, Gerhard</persName>
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               <occupation>Dir. Perlmooser Zementwerke AG</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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