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            <title type="main">Montag, der 21. September 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band61_1981-09-21</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_01">Montag, 21. September 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_02">Dem Vertreter der großen japanischen Firma Mitsui, aber auch dem dort be<lb break="no"/>schäftigen Österreicher <rs type="person" ref="#per__134042">Koller</rs> überreichte ich höchstpersönlich die vom<lb/>
Bundespräsidenten verliehenen Orden. Die Absicht von mir war, mit ihnen<lb/>
in Kontakt zu kommen, um mit ihnen den österreichischen Export nach<lb/>
Japan zu besprechen. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich, daß der Japaner<lb/>
jetzt in sein Mutterhaus nach Tokio zurückkehrt, um die Schwerindustrie<lb break="no"/>importabteilung zu übernehmen. <rs type="person" ref="#per__134042">Koller</rs> ersuchte uns, wir sollten ihm<lb/>
eine Liste der Automotiva-Produkte übergeben. Sie wickeln auch den Ex<lb break="no"/>port der Semperit-Reifen ab, der Fehler ist, daß man jetzt Alumi<lb break="no"/>niumbarren als automotiven Teil anerkennt, hier könnte man ruhig die<lb/>
nächste Verarbeitungsstufe, nämlich Aluminiumdruckgußteile, an dessen<lb/>
Stelle setzen. MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> wird mit der Firma Mitsui besseren Kontakt<lb/>
halten und die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung stellen. Neuer<lb break="no"/>dings ersuchte ich, daß <rs type="person" ref="#per__134042">Koller</rs> sich mit der Firma Payer Lux wegen einer<lb/>
ev. Kooperation in Verbindung setzt. Payer Lux braucht dringend ein<lb/>
Joint Venture, resp. eine japanische Beteiligung, nicht zuletzt, weil<lb/>
er die japanischen Kleinmotoren für seine Rasierapparate, die ansonsten<lb/>
gut ankommen, braucht, um in Zukunft konkurrenzfähig zu sein. Die Japaner<lb/>
haben mit den irländischen und belgischen Firmen sehr wohl schon mehrere<lb/>
Joint Ventures geschlossen und arbeiten in diesen beiden Ländern mit<lb/>
entsprechenden Firmen auf Kooperationsbasis.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll Dir berichten und verbinde mich<lb/>
dann mit dem Besitzer von Payer Lux.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_04"><rs type="person" ref="#per__134042">Koller</rs> ist auch davon überzeugt, daß die Vöest-Alpine jetzt mit ihrer<lb/>
amerikanischen Kooperation für Elektronik die Produktion gemeinsam nur<lb/>
bis zum Waiver macht, ein weiterer Produktionsaufbau mit Toshiba könnte<lb/>
bis zur integrierten Schaltung gehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte informiere das Sekretariat von <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_06">Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> von der ÖFVW informiere ich über die Aussprache<lb/>
mit dem Schweizer Fremdenverkehrsverbandsleiter. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> konnte sich<lb/>
unter der Hand dessen Werbekonzept und auch die Finanzierung verschaffen.<lb/>
Während es in Österreich möglich ist, die Fremdenverkehrswerbungszuschüs<lb break="no"/>se ständig zu erhöhen, hat der Schweizer im Zuge der Sparmaßnahmen eine<lb/>
Reduzierung von 20 Mio. sfr. auf 13 1/2 Mio. sfr. Bundeszuschuß ertragen<lb/>
müssen. Er versuchte deshalb, durch Firmenbeteiligung resp. Zuschüsse<lb/>
<pb n="61-1159" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-09-21_1159.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sein Budget aufzubessern. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> teilt mir mit, daß dies eine Idee ist,<lb/>
die er auch schon längere Zeit verfolgt. Derzeit nehmen wir aus Insera<lb break="no"/>ten ca. 1 Mio. S ein und die atb bringt uns 2 Mio. S. Unangenehm ist, daß<lb/>
die Länderfinanzreferenten besprochen und beschlossen haben, nur das Bud<lb break="no"/>get um 6 % aufzustocken. Alle Länderfremdenverkehrsverantwortlichen<lb/>
haben mir zugesichert, sie würden für 12 % plädieren. Selbst die Inter<lb break="no"/>vention bei LH <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> meinerseits erbrachte das Ergebnis, daß auch<lb/>
dieser für 12 % eintreten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wieso ist es nur zu den 6 % gekommen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_08"><rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> deutete auch an, daß der Leiter der österreichischen Verkehrs<lb break="no"/>werbung, <rs type="person" ref="#per__128482">Korherr</rs>, ihm strengst vertraulich mitgeteilt hat, daß ein Zusam<lb break="no"/>menschluß der Österr. Verkehrswerbung und der ÖFVW zweckmäßig wäre.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__128482">Korherr</rs> ist jetzt mit seiner österreichischen Verkehrswerbung ganz vom<lb/>
österreichischen Verkehrsbüro abhängig. Ich habe <rs type="person" ref="#per__128482">Korherr</rs> sofort angerufen<lb/>
und gefragt, wie der Verkehrsminister zu dieser Idee steht. Er hat außer<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> noch mit niemandem darüber gesprochen, wird aber auf mein<lb/>
Ersuchen jetzt entsprechend recherchieren. Ich selbst hätte gegen einen<lb/>
Zusammenschluß gar nichts einzuwenden. Da der Finanzminister mir ja<lb/>
immer das österreichische Verkehrsbüro andrehen will, was ich schon aus<lb/>
objektiven Gründen gegenüber den anderen Reisebüros nicht akzeptieren<lb/>
kann, könnte ich mir aber sehr gut vorstellen, daß es zu einem Zusammen<lb break="no"/>schluß zwischen den beiden Vereinigungen ÖFVW und österr. Verkehrswer<lb break="no"/>bung kommen könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_09">Die ÖFVW wird nach dem Slogan "Wanderbares Österreich" jetzt ihr neues<lb/>
Fremdenverkehrskonzept insbesondere auf die Profilierung Österreichs ge<lb break="no"/>genüber der Schweiz und gegenüber Bayern ausrichten. Ein erster Schritt<lb/>
dazu wäre, einen Preis für die beste österreichische Identifikation des<lb/>
von der Firma erzeugten Produktes mit Österreich zu kreieren. Im Prin<lb break="no"/>zip stimme ich dieser guten Idee zu. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> und <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> werden alle Vor<lb break="no"/>bereitungen treffen, damit bei der nächsten werbewirtschaftlichen Tagung<lb/>
im Juli 82 ich dann diesen Preis entsprechend offiziell verleihen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_10">Das Kongreßinstitut in Innsbruck, der Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__127781">Zwicker</rs>, hat jetzt<lb/>
eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> gehabt, dieses Institut erwartet jetzt, daß<lb/>
das Handelsministerium eine Studie mitfinanziert. Da wir heuer noch<lb/>
entsprechende Mittel zur Verfügung haben, im nächsten Jahr wesentlich<lb/>
mehr sparen müssen, bin ich im Prinzip damit einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__127781">Zwicker</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_12">Konsul <rs type="person" ref="#per__134044">Hirsch</rs> hat sich mit Herrn <rs type="person" ref="#per__126228">Böhm</rs> von der Fa. Schöps wegen des<lb/>
Konkurses der Rohstoffrückgewinnungsgesellschaft vollkommen zerstritten.<lb/>
Seinerzeit hatte er für 25 Mio. S die Haftung übernommen, <rs type="person" ref="#per__126228">Böhm</rs> angeblich<lb/>
nur für 16 1/2 Mio. Ursprünglich war die Firma Siegmund Lehr, die <rs type="person" ref="#per__134044">Hirsch</rs><lb/>
gehört, mit 50 % an der Rohstoffrückgewinnungsgesellschaft beteiligt.<lb/>
Dann wurde von <rs type="person" ref="#per__126228">Böhm</rs> vorgeschlagen, eine Fa. Hannbett<add>[?]</add> mit 20 % zu betei<lb break="no"/>ligen. Dadurch steht <rs type="person" ref="#per__134044">Hirsch</rs> auf dem Standpunkt, daß er nur für 40 % mehr<lb/>
die Haftung zu übernehmen hat. Die 9 Mio. S hat er daher bezahlt. Die Bank<lb/>
entläßt ihn aber nicht aus den weiteren 16 Mio. Haftungen. Seine jetzigen<lb/>
Besitzer der Vegetabilen Ölfabrik, Liechtensteiner Eigentümer, vielleicht<lb/>
auch nur Briefkastenfirmeneigentümer, was ich nicht weiß, verlangen nun,<lb/>
daß, wenn die Vegetabile diesen Prozeß verliert, sie an die Innsbrucker<lb/>
Olea verkauft wird. In diesem Fall würde <rs type="person" ref="#per__134044">Hirsch</rs> seinen Geschäftsführer<lb break="no"/>posten bei der Vegetabilen verlieren, gleichzeitig auch der Wiener Be<lb break="no"/>trieb mit 50 Beschäftigten von Olea gesperrt werden. In Wels würde Olea<lb/>
eine zentrale Raffinerie errichten. In Wien aber wurden in den letzten<lb/>
2 Jahren für 12 Mio. S Investitionen vorgenommen, die sich eben dann als<lb/>
Fehlinvestitionen entpuppen würden. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__134044">Hirsch</rs> in Anwesenheit<lb/>
von MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> sofort, daß wir uns in den Rechtsstreit nicht einmischen<lb/>
werden. Über die Konkursabwicklung entscheidet der Konkursrichter resp.<lb/>
der Masseverwalter. <rs type="person" ref="#per__134044">Hirsch</rs> beschuldigt <rs type="person" ref="#per__126228">Böhm</rs> z.B., er hat für Maschinen<lb/>
und Einrichtungen der Rohstoffrückgewinnungsgesellschaft, die 8 Mio. ge<lb break="no"/>kostet haben, nur 300.000 S der Konkursmasse bezahlen müssen. Für das<lb/>
Handelsministerium ist ausschließlich interessant, was mit den 50 Be<lb break="no"/>schäftigten bei der Vegetabilen in Wien geschehen soll. <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> wird daher<lb/>
mit ihm über die Einzelheiten Kontakt halten und gegebenenfalls entspre<lb break="no"/>chende Schritte beim Sozialministerium unternehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mich weiter am Laufenden zu<lb/>
halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_14">Beim Journalistenfrühstück hat MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> über die Rußlandverhandlungen<lb/>
berichtet. Zuerst wollte sich dazu überhaupt niemand in der Diskussion<lb/>
melden, nicht einmal eine Anfrage wurde gestellt, bis <choice><choice><sic>sich</sic><corr>ich</corr></choice></choice> dann das<lb/>
Interesse vieler Journalisten wegen der Energieversorgung wecken konnte.<lb/>
Dann ergab sich eine lebhaftere Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_15">Ähnlich war es dann auch bei dem Bericht über den Energieverbrauch von<lb/>
Juli. Erstmals lernte ich zwei junge Mitarbeiter der Energiesektion<lb/>
kennen, die wahrscheinlich auch die entsprechenden Ziffern immer zusam<lb break="no"/>menstellen. Ich habe sowohl MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs>, der neben mir saß, aber auch Frau<lb/>
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für die Journalisten veranlassen. Die bisherige ist eigentlich unzuläng<lb break="no"/>lich. Sie hat sich aus einer Benzinverbrauchsstatistik mehr oder minder<lb/>
herausentwickelt, ist bunt zusammengewürfelt, die Kohle wurde bis jetzt<lb/>
überhaupt vernachlässigt, für mich erschütternd ist, daß niemand vorher<lb/>
auf die Idee gekommen ist, eine für Journalisten brauchbare und damit<lb/>
dann auch für mich sehr interessante Tabelle über den gesamten Energie<lb break="no"/>verbrauch Monat für Monat zusammenzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte achte in Hinkunft auf diese Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_17">Mit SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> besprach ich die äußerst schwierige Frage der Joghurtein<lb break="no"/>fuhr aus der Schweiz, die er jetzt auf Beamtenebene verhandeln muß. Die<lb/>
Zusage von Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> bringt ihn in eine schwierige<lb/>
Verhandlungsposition. Die Schweizer Beamten erwarten beim nächsten Ge<lb break="no"/>spräch auf Beamtenebene, daß Österreich eine der Vereinbarung zwischen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111708">Honegger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> entsprechende Formulierung vorlegt. Der jetzt vorlie<lb break="no"/>gende erste Entwurf trägt dem 100 %-ig Rechnung, wäre aber für die öster<lb break="no"/>reichische Produktion in meinen Augen verheerend. Dort steht klipp und<lb/>
klar drinnen, daß 3 % der Joghurtproduktion präferenziert von der Schweiz<lb/>
nach Österreich um 2,50 S ermäßigt eingeführt werden können. Wenn man<lb/>
bedenkt, daß Vorarlberg damit zu über 60 % aus der Schweiz versorgt<lb/>
wäre, kann man schon ermessen, was dies dann für einen Aufstand in Öster<lb break="no"/>reich auslösen wird. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat dies sicherlich nicht bedacht. Da seine<lb/>
Aussprache mit dem Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> der Bundeshandelskammer zu keinem<lb/>
positiven Ergebnis bis jetzt gekommen ist, möchte er dieses Gespräch auch<lb/>
gar nicht fortsetzen, sondern erwartet, daß das Handelsministerium jetzt<lb/>
seine Vereinbarung mit <rs type="person" ref="#per__111708">Honegger</rs> exekutiert. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> wird sich bemühen,<lb/>
vielleicht eine Formulierung bis zu 3 % in die Vereinbarung und in den Ge<lb break="no"/>setzestext zu bringen, sollte dies, was wahrscheinlich ist, nicht gelingen,<lb/>
wird er eine escape clause versuchen einzubauen. Derzeit ist überhaupt<lb/>
nur vorgesehen, daß Konsultationen bei entsprechender Marktstörung aufge<lb break="no"/>nommen werden können. Angeblich hat SC <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> vom Landwirtschaftsmini<lb break="no"/>sterium <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> gesagt, daß vorerst beabsichtigt war, mit der Handelskam<lb break="no"/>mer noch einmal über dieses Problem von der Landwirtschaftsministeriums<lb break="no"/>seite zu verhandeln, da <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> überzeugt ist, daß er dort überhaupt<lb/>
nicht weiterkommt, hat er jetzt das Handelsministerium resp. mich ersucht,<lb/>
ich sollte alles erledigen. Da mit dem <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>-Vorschlag auch das seiner<lb break="no"/>zeitige Milchpreisdeckungsverfahren etlicher Millionen verlustig wird,<lb/>
ist mit entsprechendem Widerstand resp. Ablehnung auch von seiten der<lb/>
AK<add>[und des]</add> ÖGB zu rechnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_19">Einmal mehr mußte ich wieder miterleben, wie sogenannte Berater, in dem<lb/>
Fall war es eine Frau, einer Firma nur Kosten verursachen. Auf Interven<lb break="no"/>tion des Finanzministers <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ist ein Fremdenverkehrsbetrieb aus Ober<lb break="no"/>tilliach extra nach Wien gereist, um einen entsprechenden Investitionskre<lb break="no"/>dit zu bekommen. Kurz und bündig mußten sowohl ich als auch Dr. <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs><lb/>
ihnen erklären, sie würden sofort einen Bürgeskreditzinsenzuschuß von<lb/>
3 % bekommen. Dazu hätten sie aber gar nicht nach Wien fahren müssen<lb/>
und bräuchten eigentlich gar nicht eine solche Beraterin. Für sie ist<lb/>
aber der heutige Zinssatz zu hoch, wahrscheinlich bekommen sie von ihrer<lb/>
Bank auch gar nicht die entsprechenden Kreditmittel, weshalb sie erwar<lb break="no"/>tet haben, auf eine lose Information oder vom Hören bei mir einen x-Mio.-<lb/>
Kredit direkt zu bekommen. Sie hatten erfahren, daß die Bürges jemandem<lb/>
60 Mio. S gegeben hat. In Wirklichkeit bekommt die Bürges sogar 72 Mio.<lb/>
S aus dem Budget, aber eben als Zinsenzuschuß für alle Ansuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Weiß man wer die Beraterin war?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_21">Die Außenhandelstagung mit Afrika ohne arabische Länder brachte für mich<lb/>
nur eine einzige Erkenntnis. Die größten Exporte gehen in das unbedeutende<lb/>
Land Benin und betragen über 1 Mrd. S. Hier handelt es sich um die<lb/>
Schmuggelware österreichischer Stickereien, die dann nach Nigeria angeb<lb break="no"/>lich mit Flugzeug und Abwurf der Ware, resp. mit Militärfahrzeugen oder<lb/>
mit entsprechenden Schiffen nach Nigeria eingeschmuggelt werden. Diese<lb/>
afrikanischen Staaten haben alle die verschiedensten Entwicklungen auch<lb/>
im Außenhandel mitgemacht, oft werden, wie in Accra, Außenhandelsstellen<lb/>
unterhalten, obwohl dort durch die korrupte Militärregierung alles zusam<lb break="no"/>mengebrochen ist, die Handelskammer will deshalb, wie Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs> dabei<lb/>
berichtete, diese Außenhandelsstelle auflassen und dafür eine in Kamerun<lb/>
errichten. Meine Idee, man sollte eine zentrale Außenhandelsstelle für<lb/>
ganz Afrika mit entsprechender personeller Besetzung in Wien unterhal<lb break="no"/>ten und dann die entsprechenden Handelsdelegierten auf längere Dienstrei<lb break="no"/>sen von einem Land in das andere schicken, fand nicht die Zustimmung von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs>. Ähnliche Überlegungen hat Schweden mit seinen Botschaftern ge<lb break="no"/>macht. Die Erfahrung war, daß alle Staaten dann damit unzufrieden gewe<lb break="no"/>sen sind. Scheinbar ist es doch leichter, wenn in einem bedeutenderen<lb/>
Land eine Außenhandelsstelle errichtet wird und diese dann gleich meh<lb break="no"/>rere umliegende Länder, manche gehen fast bis zu einem Dutzend, betreut.<lb/>
Außer mit Südafrika gibt es eigentlich keinen geregelten oder befriedi<lb break="no"/>genden Außenhandel. Südafrika wieder ist durch die UNO mit Embargo be<lb break="no"/>legt, doch niemand hält sich daran. Ich persönlich glaube, daß wir für<lb/>
<pb n="61-1163" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-09-21_1163.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Afrika eine andere Konzeption entwickeln sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte machen wir darüber eine Ausspra<lb break="no"/>che.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_23">Die Vertreter der Süßwarenindustrie kamen mit den Betriebsräten,<add>[um]</add> über ihre<lb/>
Probleme der Grundpreisauszeichnung mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und mir<lb/>
zu verhandeln. In Deutschland wurde eine sogenannte Fertigverpackungs<lb break="no"/>verordnung festgelegt. Darin sind für die Süßwarenindustrie größtenteils<lb/>
für alle wichtigen Produkte Ausnahmen statuiert. Eine ähnliche Regelung<lb/>
können wir in Österreich von der AK und<add>[dem]</add> ÖGB sicherlich nicht erreichen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und ganz besonders Dr. <rs type="person" ref="#per__114579">Ladstädter</rs> werden sich aber mit dem<lb/>
Fachverband gemeinsam bemühen, ein österreichisches Kompromiß zu erzielen,<lb/>
es kann in niemandes Interesse liegen, der Süßwarenindustrie größere<lb/>
Kosten zu verursachen, oder gar vielleicht eine Produkteinstellung da<lb break="no"/>durch indirekt zu erzwingen. Z.B. ist in der Füllschokolade, bedingt<lb/>
durch die einheitliche Stahlgußform, das Füllgewicht je nach Inhalt ganz<lb/>
verschieden. Deshalb wird derzeit auf die Schokoladenriegel jedes einzel<lb break="no"/>ne Füllgewicht aufgetragen. Wenn nun ein einheitlicher Grundpreis auch<lb/>
noch draufgedruckt werden soll, besteht nicht nur kein Platz dafür, son<lb break="no"/>dern<add>[er]</add> ist überhaupt vollkommen nichtssagend. Als zweites Beispiel wurde<lb/>
zu Recht darauf verwiesen, daß der Zwieback einheitlich in ganz Westeu<lb break="no"/>ropa mit 225 gr abgepackt wird. Jede Kilopreisangabe ist deshalb sinn<lb break="no"/>los, der Konsument weiß, daß in jedem Paket 225 gr drinnen sind und<lb/>
kann daher diese Paketpreise viel besser miteinander vergleichen. Be<lb break="no"/>züglich der Geschenkpackung wird der Fachverband, insbesondere die Fir<lb break="no"/>ma Hofbauer, deren Besitzer neben dem Ing. <rs type="person" ref="#per__126981">Riedl</rs>, Manner-Besitzer, auch<lb/>
dabei war, entsprechende Vorschläge uns übermitteln. Ich muß bei diesen<lb/>
Verhandlungen immer äußerst vorsichtig sein, damit ja nicht auch nur der<lb/>
Verdacht entsteht, ich hätte im Interesse der LUGA die Interessen der<lb/>
Konsumenten verraten. Ich bin daher sehr froh, daß <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> als Staats<lb break="no"/>sekretärin für den Konsumentenschutz die entsprechenden Verhandlungen mit<lb/>
AK, ÖGB, VKI führt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-21_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte versuch, ein vernünftiges Kompromiß zu<lb/>
erzielen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
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               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Haslauer, Wilfried</persName>
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               <persName type="label">Albrecht, Anneliese</persName>
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               <occupation>Sts. HM</occupation>
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               <occupation>Beamtin HM, Fraktion soz. Beamter im HM</occupation>
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               <occupation>Schweizer BR</occupation>
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               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <occupation>Leiter Abt. Handelspol./Außenhandel BWK</occupation>
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               <occupation>GD VÖEST</occupation>
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               <occupation>Konsul [ev. ident mit Hirsch, A, Vereinigte Fettindustrie; Zusammenhang
                  ist Konflikt mit Fa. Schöps wegen Konkurs der Rohstoffrückgewinnungsgesellschaft,
                  aber auch die Vegetabile Ölfrabrik]</occupation>
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               <occupation>Direktor ÖFVW</occupation>
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               <occupation>Leiter Kongresshaus Innsbruck</occupation>
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