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            <title type="main">Freitag, der 18. September 1981 bis Sonntag, der 20. September 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band61_1981-09-18</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_01">Freitag, 18. bis Sonntag, 20. September 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_02">Die Touristikorganisation der DB hat ihre Jahrespressekonferenz nach<lb/>
Salzburg verlegt, dadurch kamen über 100 Topjournalisten für den Frem<lb break="no"/>denverkehr aus der BRD zu dieser Veranstaltung. Der Präsident der Tou<lb break="no"/>ristikverkaufsorganisation, Dr. <rs type="person" ref="#per__134030">König</rs> von der DB erzählte mir, daß sie<lb/>
das letzte Mal in Brügge, <choice><choice><sic>Holland</sic><corr>Belgien</corr></choice></choice>, gewesen sind und dort dann im nächsten<lb/>
Jahr 500.000 Übernachtungen zusätzlich verzeichnen konnten. Dies, er<lb break="no"/>klärte er mir sofort, hat er natürlich nicht verlautbart, denn sonst würden<lb/>
ihm der deutsche Tourismus, aber auch vielleicht die Fremdenverkehrs<lb break="no"/>journalisten selbst, böse sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_03">Diese Verkaufszentrale der Deutschen Bahn hat für mich sehr beeindruckend<lb/>
viele Ideen entwickelt, wie z.B. Juniorkarten, welche eine ungeheure<lb/>
Aufwärtsentwicklung haben, und für die DB eine zukünftige Einkunftsmöglich<lb break="no"/>keit bedeuten. Die Seniorenkarte wird in Deutschland schon lange ge<lb break="no"/>handhabt, nimmt nicht mehr zu, allerdings gibt es dort auch eine Nah<lb break="no"/>bereichsmarke, dadurch soll der Senior einerseits auf die Bundesbahn<lb/>
oder Schnellbahn in den Städten gebunden werden. Andererseits aber doch<lb/>
einen größeren Beitrag leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_04">Die Städtetouren in der BRD, aber auch nach Österreich und andere Länder,<lb/>
werden ständig ausgebaut und entsprechende Pauschalreisen angeboten. Öster<lb break="no"/>reich hat einen Zuwachs, +6,8 %, Jugoslawien und Spanien haben nach<lb/>
einem schweren Rückschlag 79/80 ein bißchen aufgeholt, Großbritannien<lb/>
–12 %, Italien –8 %, Frankreich –5 %, Niederlande -2 %. Eine harte Aus<lb break="no"/>einandersetzung war, daß jetzt die DB einen Verkauf auch über die Post<lb/>
ihrer Fahrkarten und Arrangements organisiert, wodurch sich die Reise<lb break="no"/>büros natürlich unfair konkurrenziert sehen. Die Reisebüros aber werden,<lb/>
mit denen man schon 60 Jahre Kontakt und Verträge hat, weiter besonders<lb/>
berücksichtigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_05">Beeindruckend für mich aber war, daß die DB<add>[für]</add> gewisse Arrangements eine<lb/>
12-monatige Tarifgarantie gibt. Trotz 2 Tariferhöhungen im Jänner und<lb/>
im Juli des Vorjahres, insgesamt 14 %, wurden die, resp. werden die ver<lb break="no"/>einbarten Spezialtarife preisgleich gelassen. Interessant für mich war<lb/>
noch, daß der Präsident der zentralen Verkaufsleitung, Dr. <rs type="person" ref="#per__134030">König</rs>, frei<lb break="no"/>mütig zugab, daß sich das Defizit der DB um 1/3, 1,2 Mrd., erhöht hat<lb/>
und insgesamt schon 4,8 Mrd. DM beträgt. Eine Umfrage aber hat ergeben,<lb/>
daß die deutsche Bevölkerung, aber auch die Bahnfahrer liebere einen hö<lb break="no"/>heren Tarif bei der Bahn wollen, als daß weitere Staatssubventionen ge<lb break="no"/><pb n="61-1156" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-09-18_1981-09-20_1156.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>währt werden, um das Defizit abzudecken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie weit hält unser Haus mit <rs type="person" ref="#per__128482">Korherr</rs>, österr. Ver<lb break="no"/>kehrswerbung, über die Fremdenverkehrsaktivitäten auch der Bahn Kontakt?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_07">Die zentrale Verkaufsleitung hat auch ein großes Preisausschreiben ge<lb break="no"/>macht, an dem sich 61.000 beteiligten. 10 Auslandsreisen habe ich aus<lb/>
diesen 61.000 herausgezogen, zwei gingen nach Wien, ich ersuchte sofort<lb/>
vor den Journalisten, ich würde mich sehr freuen, wenn die beiden dann<lb/>
mich besuchen würden, 2 nach Salzburg, wo ich den Fremdenverkehrsdirektor<lb/>
Dir. Dr. <rs type="person" ref="#per__117627">Oppitz</rs> um die Betreuung ersuchte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte achte, daß dies auch tatsächlich dann ge<lb break="no"/>schieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_09">Überrascht war ich, dort den Münchner Fremdenverkehrsjournalisten <rs type="person" ref="#per__130466">Ganzer</rs><lb/>
zu treffen, der nach einer schweren Krankheit wieder berufstätig ist.<lb/>
Dieser erzählte mir, als letzte Arbeit vor seiner Erkrankung hat er<lb/>
schnell noch die Laudatio für mich bei der Verleihung des Verbandes der<lb/>
deutschen Reisebürojournalisten in Berlin geschrieben. Zum Glück hatte<lb/>
ich einen Maria-Theresien-Taler mit, den ich neben Dankesworten zur Er<lb break="no"/>innerung übergab. Schließlich waren es ja meistens die Journalisten, die<lb/>
auch in Salzburg anwesend waren, die nicht nur dem Verband der deutschen<lb/>
Reisebürojournalisten angehören, sondern die letztens auch auf solche<lb/>
Gags ansprechbar sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_10">Dr. <rs type="person" ref="#per__134030">König</rs> hat einleitend darauf verwiesen, er ist zu einem richtigen<lb/>
Zeitpunkt nach Österreich gekommen, weil jetzt gerade die Benzinpreise<lb/>
aus der amtlichen Preisregelung herausgekommen sind und daher entsprechend<lb/>
gestiegen. Für die DB können die Benzine gar nicht hoch genug sein.<lb/>
Ich erwiderte, daß dies auch für die österreichische Bundesbahn gilt.<lb/>
Umso mehr war ich dann überrascht, als ich dann in der Tiroler Zeitung, aber<lb/>
dann auch im Wiener Kurier die Behauptung las, daß <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> für höhere<lb/>
Benzinpreise eintritt. Unwahrscheinlich, wie Journalisten imstande sind,<lb/>
Behauptungen, die die Bahn aufstellt, ich bestätige, daß es für die Bahn<lb/>
von Bedeutung ist, dann mir sozusagen als Preispolitik in die Schuhe <choice><choice><sic>ge<lb break="no"/>schoben wird</sic><corr>zu schieben</corr></choice></choice>.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Presseabteilung muß sofort einen richtig<lb break="no"/>stellenden Brief schreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_12">Die Diskussion über den Bericht war eigentlich, vielleicht auch wegen<lb/>
Zeitmangel, für mich sehr enttäuschend. Von den vielen Journalisten haben<lb/>
sich höchstens 3 daran beteiligt, diese allerdings mit mehreren Fragen<lb/>
und Kritiken. Es zeigt sich also auch in der BRD, daß ein Großteil der<lb/>
Journalisten schreibt, aber kaum diskutiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_13">Die DB hat jetzt eine Austria-Roulette-Tour in ihr Programm aufgenommen.<lb/>
Selbstverständlich hat daher die österr. Casino AG zum Mittagessen ins<lb/>
Winkler eingeladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_14">Vor dem Extrazug, der die deutschen Gäste von Frankfurt nach Salzburg ge<lb break="no"/>bracht hat und dann wieder nach Frankfurt zurückgefahren ist, wurde<lb/>
dann noch ein Interview für die deutsche Eisenbahnfremdenverkehrszeitung<lb/>
mit mir gemacht und entsprechende Fotos.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_15">Überrascht waren diese deutschen Journalisten, als die Druckerei Peichär<lb/>
mir vor dem Salzburger Hauptbahnhof eine riesige, mannshohe Plexiglas-<lb/>
Postkarte übergab. Sie haben für sich selbst auch gleich entsprechende<lb/>
Aufnahmen gemacht. <rs type="person" ref="#per__123345">Peichär</rs> selbst hat immer wieder neue Werbeideen, diese<lb/>
dann auch im normalen Postkartenformat hergestellten durchsichtigen<lb/>
Ansichtskarten sollen den Absatz weiter vergrößern. Überrascht waren die<lb/>
deutschen Gäste auch zu erfahren, daß bis zu 140 Mio. Postkarten im Jahr<lb/>
in Österreich gedruckt, verkauft und auch versendet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was geschieht eigentlich jetzt mit dieser neuen<lb/>
Postkartenidee?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_17">Auf der Fahrt nach Salzburg habe ich die Möbelfabrik Schwaighofer &amp;<lb/>
Kirchtag mit dem Staatswappen ausgezeichnet. Von Salzburg dann nach<lb/>
Innsbruck die Adler-Werke Lackfabrik in Schwaz. Dort hat man die SPÖ-Ver<lb break="no"/>treter angeblich nicht eingeladen, weshalb der LAbg. <rs type="person" ref="#per__134034">Obermair</rs> ersuchte,<lb/>
ich soll ihn sozusagen mit meinem Auto hinbringen. Dies habe ich selbst<lb break="no"/>verständlich getan. Ing. <rs type="person" ref="#per__134035">Berghofer</rs>, der Besitzer der Adlerwerke, ein wirk<lb break="no"/>lich beeindruckend großer und vor allem für mich überraschend sauberer<lb/>
Lackerzeugungsbetrieb, ist gleichzeitig auch ÖVP-Gemeindevertreter, ich<lb/>
glaube sogar Vizebürgermeister. Noch mehr überrascht war ich dann, als<lb/>
ich dort einen Betriebsmann kennenlernte, der sich sofort als Genosse<lb/>
vorstellte, bei Adler gibt es eine gute Zusammenarbeit über die Fraktionen<lb/>
hinaus. LRat <rs type="person" ref="#per__112937">Huber</rs> hat dann für die Tiroler LReg., und, wenn man so will,<lb/>
für die ÖVP, ihm gratuliert, obwohl er dies nicht ausdrücklich sagte, für<lb/>
die SPÖ hat, ohne das es auch dort genau gesagt wurde, dann der AK-Vize<lb break="no"/><pb n="61-1157" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-09-18_1981-09-20_1157-01-D.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>präsident gratuliert und besonders darauf verwiesen, daß die Gewerk<lb break="no"/>schaft und die AK mit diesem Betrieb sehr zufrieden sind. Aus diesen An<lb break="no"/>sprachen habe ich entnommen, daß es hier scheinbar zwischen dem LAbg.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134034">Obermair</rs> und der Gewerkschaft und AK irgendwelche Probleme geben muß,<lb/>
diese beiden Institutionen haben nicht nur befürwortet, daß der Betrieb<lb/>
das Staatswappen bekommt, sondern auch bei dem Rundgang sich sehr aktiv<lb/>
beteiligt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Der Wunsch der Schwazer Genossen wurde erfüllt, in<lb/>
Hinkunft werden wir aber sehr vorsichtig sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_19">Der Bez.-Obmann von Schwaz machte mich darauf aufmerksam, daß es einen<lb/>
Erlaß der Landesverteidigung, aber auch des Innenministeriums gibt, wonach<lb/>
Hubschrauber tödlich Verunglückte nicht mehr abtransportieren dürfen.<lb/>
Dies hat dazu geführt, daß oft Hubschrauber im schwierigen gebirgigen<lb/>
Gelände landen, dann den Tod des Abgestürzten feststellen und leer zurück<lb break="no"/>fliegen. Nachher muß eine Alpingendarmerie mit Bergrettungsmännern oft<lb/>
furchtbar anstrengend und gefährlich den Toten bergen. Im Zillertal ist<lb/>
dies mit einem Verteidigungsministeriumshubschrauber und in Achensee mit<lb/>
einem Innenministeriumshubschrauber in letzter Zeit geschehen. Ich habe<lb/>
mich bereit erklärt, dieses Problem mit dem Bundesministern <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte nächsten Ministerrat mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_21">Vor der Messeeröffnung am Samstag gab es das übliche Frühstück mit <rs type="person" ref="#per__98048">Wall<lb break="no"/>nöfer</rs> und anderen Tiroler Politikern und Funktionären. <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> urgierte<lb/>
bei mir neuerdings, daß jetzt doch die Osttiroler Frage geklärt ist, und<lb/>
er eigentlich erwartet, daß jetzt sehr schnell die Verhandlungen zwischen<lb/>
Verbund und TIWAG bald abgeschlossen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte nächstes Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_23">Mit einer gewissen <rs type="person" ref="#per__134036">Bayer Ulrike</rs> hatte ich wegen einer, wie sie ankündigte,<lb/>
riesen Demonstration, zu der ich sprechen sollte, ein längeres Telefon<lb break="no"/>gespräch. Die Tiroler, LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> aber auch <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs>, sagten mir, daß<lb/>
es sich hier um eine Verrückte handelt. Sie hat angeblich mit Bischof<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134037">Stecher</rs> und mit dem deutschen Alpenverein, auch den österreichischen<lb/>
Stellen, Kontakt wegen Verhinderung des Ausbaus<add>[von]</add> Sommergletscherschigebie<lb break="no"/>ten. Ich habe alles, was sie von mir verlangt hat, dann tatsächlich LH<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> erzählt und ihr versprochen, sie rückzurufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Innsbruck, Tel. 34 23 13.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_25">Bei den Eröffnungsreden wurde selbstverständlich die Regierung resp.<lb/>
die Politik von allen Vorrednern kritisiert. Da es mir genauso in der<lb/>
Wiener Messeeröffnung gegangen ist, habe ich mit ähnlichen Argumenten,<lb/>
aber auf jede einzelne Kritik eingehend, natürlich auch dort entsprechend<lb/>
reagiert. Überrascht war ich nur, daß LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> bezügliche der Öllager<lb break="no"/>errichtung in Tirol meint, dazu sei das Ölmelde- und Bevorratungsgesetz<lb/>
vollkommen ausreichend, um die Ölgesellschaften dazu zu zwingen, daß sie<lb/>
in Kramsach jetzt das Lager bauen. Beim Rundgang hat mir dann Landes<lb break="no"/>amtsdirektor <rs type="person" ref="#per__116100">Kathrein</rs> gesagt, daß dies seine Rechtsauffassung ist, die im<lb/>
krassen Gegensatz zu der Auffassung unserer Energiesektion steht. Ich<lb/>
versprach <rs type="person" ref="#per__116100">Kathrein</rs>, daß ich ihm ein diesbezügliches Schreiben mit unserer<lb/>
Rechtsauffassung senden werde.<lb/>
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sofort an <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> für mich entwerfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_27">Der Innsbrucker Polarhundrennen-Organisator <rs type="person" ref="#per__120394">Scheiber</rs> ersuchte neuerdings<lb/>
um eine Subvention für seine Veranstaltung. Ich habe ihm das letztemal<lb/>
schon gesagt, wo ich ihn sogar besuchte, daß wir infolge Einsparung<lb/>
keine größeren Beträge mehr geben können. Auch jetzt habe ich ihm nichts<lb/>
zugesagt, sondern nur mich bereiterklärt, noch einmal die Budgetpost<lb/>
sozusagen genauer anzusehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Laß prüfen, ob wir ihm einen ganz kleinen Betrag<lb/>
allerletztmalig noch geben können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_29">Der Obmann der Sektion Fremdenverkehr, KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs>, hat sich bei mir bitter<lb/>
beschwert, daß<add>[bei der]</add> immer vor der Innsbrucker Messe durchgeführten Fremden<lb break="no"/>verkehrstagung jetzt zum zweiten Mal kein Vertreter der Bürges anwesend<lb/>
war. Dort geht es natürlich um die Fragen der Bürgeskredite, und ich habe<lb/>
ich selbstverständlich zugesagt, darüber mit den Bürgesvertretern zu<lb/>
sprechen. Dir. <rs type="person" ref="#per__113825">Steyrer</rs> war angeblich bei der Innsbrucker Messe dann sehr<lb/>
wohl anwesend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__113825">Steyrer</rs> sofort verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_31">Der Hubschrauberflug von Innsbruck nach Kaunertal in die Gletscherregion<lb/>
war zwar wegen Schlechtwetter nicht weitsichtig, doch trotzdem sehr<lb/>
interessant. In dem sehr eleganten und gut gelungenen Restaurantbetrieb<lb/>
<pb n="61-1157" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-09-18_1981-09-20_1157-03-D.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>am Fuße des Gletschers, sozusagen bei der Talstation der Schlepplifte<lb/>
und Sessellifte, hatte die Gemeinde, die ja gleichzeitig auch diese Frem<lb break="no"/>denverkehrsattraktion betreibt, zu einer Pressekonferenz eingeladen. Vor<lb break="no"/>her wurde ich sogar noch ersucht, mit einer mir zur Verfügung gestellten<lb/>
Mundharmonika sowohl mit der Gemeindekapelle als auch mit einer 5-Mann-<lb/>
Jazzgruppe zu musizieren, was ich gerne getan habe. Die Tritsch-Tratsch-<lb/>
Sendung wird scheinbar so oft gesehen, daß mich fast alle jetzt nicht<lb/>
nur als wanderbarer Österreicher, sondern sogar als harmonikaspielender<lb/>
Österreicher ansprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_32">Bei der Pressekonferenz konnte diese Gesellschaft, die sich aus 5 Gemein<lb break="no"/>den und 4 Agrargemeinden, also 8 politischen Gemeinden zusammensetzt, große<lb/>
Erfolge wirklich melden. Die Investitionen für dieses Sommerskigebiet<lb/>
haben 135 Mio. S ausgemacht, bei 17 Mio. S Umsatz wäre eine Rentabilität<lb/>
gegeben, durch Kostenüberschreitungen aber brauchen sie 18 bis 20 Mio.,<lb/>
die sie auch tatsächlich erreichen werden. Die Kapazität ist gut ausge<lb break="no"/>lastet. Nach ihren Berechnungen gibt es 1 1/2 Mio. Skifahrer, 30.000 bis<lb/>
35.000 Gletscherfahrer. Nach dieser Theorie müßte es allerdings auch<lb/>
möglich sein, das Pitztal, wo ebenfalls jetzt ein weiterer Gletscher<lb/>
ausgebaut wird, auch noch kostendeckend zu betreiben. Dort allerdings<lb/>
betragen die Investitionen nach Angabe des LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> 240 Mio., nach<lb/>
Meinung der Konkurrenten im Kaunertal aber mindestens 300 Mio. Dir. <rs type="person" ref="#per__126974">Holz<lb break="no"/>mann</rs> von der Sparkasse in Landeck, der Kaunertal organisiert und auch<lb/>
finanziert hat, meint, im Pitztal würde er sich nicht beteiligen. Dort<lb/>
ist es eine Fa. Wetscher, ein Möbelhaus, sehr seriös, das Geld aber bringt<lb/>
ein Deutscher, die zweite Teilnahme ist nämlich der Skischulbesitzer<lb/>
von Pertisau am Achensee, <rs type="person" ref="#per__134038">Leitner</rs>. Sein Verwandter in Deutschland finan<lb break="no"/>ziert die ganze Attraktion. Angeblich wollte sich dieser schon zurück<lb break="no"/>ziehen, als man aus Naturschutzgründen das Einzugsgebiet im Pitztal ver<lb break="no"/>kleinert hätte. <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> hat natürlich dann sofort nachgegeben und ihm<lb/>
das gewünschte Territorium zur Verfügung gestellt. Die Sozialisten in<lb/>
der Landesregierung, aber auch im Landtag haben sich der Stimme enthalten,<lb/>
weil sie auf der einen Seite nicht gegen dieses Projekt stimmen wollten,<lb/>
andererseits aber auch nicht dafür sind, solange nicht ein Ausbauplan<lb/>
des Landes vorliegt. Auf einen ähnlichen Standpunkt habe ich mich bei<lb/>
allen Kritiken immer wieder gestellt. Ich habe nicht zu bestimmen, welches<lb/>
Sommerskigebiet auf den Gletschern dazu bestimmt wird, sondern dies ist<lb/>
eine reine und alleinige Kompetenz des Landes. Wenn aber eine Entschei<lb break="no"/>dung gefallen ist, dann ist es meine Pflicht als Fremdenverkehrsminister,<lb/>
dafür zu sorgen, daß die notwendige Attraktion auch dann tatsächlich<lb/>
durch Restaurants und Hotels entsprechend ausgebaut werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_33">Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Burgenlandes. Zuerst vormittags<lb/>
die Festsitzung zu 60 Jahre Burgenland bei Österreich im Landtag, nach<lb break="no"/>mittags dann ein riesiges und teilweise sogar langwieriges Programm vor<lb/>
dem Landhaus. Da der ORF dies ganze 3 Stunden live übertrug, war es für<lb/>
mich selbstverständlich, daß man von Anfang bis Ende dabeisein mußte.<lb/>
Dies um so mehr, als sogar der Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, der dort<lb/>
die Festansprache hielt, Bundeskanzler mit Frau, Landeshauptmann mit<lb/>
Frau, sozusagen alles, was Rang und Namen hatte, anwesend war. Zum Glück<lb/>
hat es nicht geregnet, denn die Live-Sendung wäre auf alle Fälle über<lb/>
die Bühne gegangen, wie dies allerdings funktioniert hätte, wäre mir ein<lb/>
Rätsel gewesen. Alle Bundesländer hatten irgendwelche irgendwelches beige<lb break="no"/>stellt. Die Salzburger haben sogar eine Schützenkompanie aufgestellt,<lb/>
die, wie der Schützenkommandant sagte, durch Beschluß der Landesregierung<lb/>
dem Herrn Bundespräsidenten einen Salut brachte, abgeschlossen durch einen<lb/>
riesigen Kanonendonner, als dies vorüber war, wurde dann noch einmal ge<lb break="no"/>meldet, auch dem LH <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> wurde auf Beschluß der Slbg. LReg. ebenfalls ein<lb/>
solcher Salut dann erbracht. Die Wiener hatten den Chor Jung-Wien<lb/>
geschickt, doch dieser hatte zu meiner größten Enttäuschung ein, wenn<lb/>
man so will, chormäßiges und natürlich an Beethoven anklingendes Freude-<lb/>
schöner-Götterfunken-Lied dargebracht. Besser wäre es natürlich gewesen,<lb/>
hätte man wirklich ein Wienerlied gesungen. Durch das Schönwetter war<lb/>
das ganze eigentlich doch einigermaßen erträglich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_34">Bei dieser Veranstaltung habe ich auch den neuen amerikanischen Botschaf<lb break="no"/>ter gesehen und dann sofort angesprochen. Ich erklärte ihm, daß ich für<lb/>
Protokollfragen, und daher <choice><choice><sic>für</sic><corr>auf</corr></choice></choice> einen ev. Antrittsbesuch, wo wir nichts be<lb break="no"/>sprechen würden, keinen besonderen Wert lege. Bei dieser Gelegenheit aber<lb/>
habe ich ihn sofort über unsere Kohlenbezugswünsche, aber auch Atommüll<lb break="no"/>ablagerungsprobleme mit Amerika informiert. Er selbst ersuchte mich<lb/>
um eine Karte, zum Glück hatte ich eine, die er jetzt dem Energieminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__133268">Edwards</rs> schicken will, mit all unseren Vorschlägen, er hofft, daß ich<lb/>
die ganze Frage mit ihm in Paris bei der nächsten IBA besprechen kann.<lb/>
Mein Hinweis, daß lt. Mitteilung des Präs. <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> ja jetzt das Unterrichts<lb break="no"/>ministerium und vor allem auch das Energieministerium aufgelöst wurde,<lb/>
beantwortete er dahingehend, daß dieser Vorschlag sogar von ihm kommt, er<lb/>
war während des Wahlkampfes Berater von <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs>, daß sich dadurch aber die<lb/>
Energiepolitik in Amerika, die <rs type="person" ref="#per__133268">Edwards</rs> das letzte Mal bei der IFA darge<lb break="no"/>legt hat, nicht ändern wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_35">Von Dir. <rs type="person" ref="#per__126974">Holzmann</rs> erfuhr ich, daß er bei der Müller Korporation<add>[?]</add>, wo er<lb/>
durch Zufall anwesend war, erfahren hat, daß diese einen Kohlenlieferver<lb break="no"/>trag mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, sprich Verbund, abschließen möchte. Dort soll auf 25<lb/>
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Petrol hat sich jetzt mit 300 Mio. $ in diese Gesellschaft eingekauft<lb/>
und möchte als erstes sofort einmal den Preis um 10 % erhöhen. Wenn daher<lb/>
die Verbund schnell abschließt, kann noch zu günstigen Preisen der Kon<lb break="no"/>trakt vereinbart werden. <rs type="person" ref="#per__126974">Holzmann</rs> hat mir dies unter dem strengsten Siegel<lb/>
der Verschwiegenheit gesagt, weil er zufällig eben bei einer Anwesenheit<lb/>
der Müllerkorporation<add>[?]</add> dieses Gespräch mitgehört hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-18_36">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> sofort, wenn er zurückkommt,<lb/>
besprechen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 18.9.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm 18.9. Rückseite)</head>
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            <head>Tagesprogramm 19./20.9.1981</head>
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               <occupation>Tirolerin (Innsbruck), die Staribacher telefonisch kontaktiert, er solle
                  bei einer Demonstration gegen den Ausbau von Gletscherskigebieten
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