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            <title type="main">Freitag, der 11. September 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band61_1981-09-11</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_01">Freitag, 11. September 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_02">Beim Gespräch mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> und Vorstandsdir. <rs type="person" ref="#per__134018">Herzig</rs> ging<lb/>
es primär um die Maßnahmen der Steyr-Daimler-Puch AG, um nicht auf<lb/>
die Boykottliste der Araber gesetzt zu werden. <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> bestätigte<lb/>
mir, daß es ganz unmöglich ist, dies zu verhindern, wenn irgendein<lb/>
Händler Steyr-Produkte nach Israel verkauft. Die Erklärungen Steyr-<lb/>
Daimler-Puchs gegenüber der arabischen Boykottzentrale dürften<lb/>
ausgereicht haben, daß Steyr keinerlei offizielle Verkaufsstelle<lb/>
für Israel hat und auch keinerlei Kooperationsvertrag. Sicherlich<lb/>
haben dazu auch die Bestätigungen von mir und auch der Bundeskammer<lb/>
wesentlich dazu beigetragen, daß die Angaben von Steyr-Daimler-Puch<lb/>
in dieser Beziehung stimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_03">Dir. <rs type="person" ref="#per__134018">Herzig</rs> ersuchte mich, alles daran zu setzen, damit in das Proto<lb break="no"/>koll der nächste Woche in Moskau beginnenden sowj.-österr. Gemischten<lb/>
Kommission, auch in die österr. Exportliste, Forstmaschinen aufgenommen<lb/>
werden. Bis jetzt hat sich dagegen der Gosplan entschieden ausgespro<lb break="no"/>chen. Ich habe sofort den österr. Handelsrat in Moskau angerufen, die<lb/>
Schwierigkeiten dürften überwunden sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_04">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> verständigt mich, daß der große japanische Verteiler<lb break="no"/>konzern mit riesigen Supermärkten und Großkaufhäusern, Sukosi, in der<lb/>
Zeit vom 19. September bis 3. Dezember 1982 in einem seiner Großkauf<lb break="no"/>häuser in Japan eine Österreich-Woche machen möchte. Dazu hat er mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> vereinbart, daß eine kulturelle Veranstaltung hingelegt wird,<lb/>
mich ersucht er, daß man auch eine Fremdenverkehrswerbung hinlegt.<lb/>
Vor allem möchte er gerne, daß dort gleich Österreich-Arrangements<lb/>
verkauft werden. Dies erscheint mir sehr zweckmäßig, wenngleich es<lb/>
schwierig sein wird, tüchtige Reisebüros dafür zu gewinnen. Auf alle<lb/>
Fälle muß sich die ÖFVW daran beteiligen, was ich <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> sofort zusagte.<lb/>
Sein Verbindungsmann ist Dr. <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte sofort <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> verständigen,<lb/>
damit er sich mit <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs> bespricht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_06">MR <rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs> teilt mir mit, daß die HK bezüglich der zollfreien Importe<lb/>
von japanischen Farbfernsehröhren, 20 Zoll und 22 Zoll, die in Lebring<lb/>
nicht erzeugt werden, vorschlägt, Grundig 50.000 Stück zu geben. Grun<lb break="no"/>dig hat 70.000 Stück verlangt, <rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs> meint, mit 50.000 werden sie<lb/>
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50.000 bis jetzt zugestimmt. Ich ersuche MR <rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs>, er soll <choice><choice><sic>dieses</sic><corr>diesen?</corr></choice></choice><lb/>
Kompromiß mit 50.000 versuchen, daß beide annehmen. Wenn dies nicht<lb/>
der Fall ist, würde ich auf alle Fälle dafür plädieren, daß man nur<lb/>
die 50.000 derzeit macht, die die HK auch vorschlägt. Wir dürften uns<lb/>
niemals in nächster Zukunft, solange es nicht möglich ist, einen Aus<lb break="no"/>gleich zwischen Philips und Grundig zu finden, von den Vorschlägen der<lb/>
HK distanzieren. Wir dürfen uns in dieser kritischen Situation zwischen<lb/>
diesen beiden Firmen nicht auch noch von der HK unterscheiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte unbedingt diese Generallinie einhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_08">MR <rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs> teilt mir mit, daß jetzt bei Semperit 10.000 Stück Reifen<lb/>
liegen, weil Toyota seit 1. Juli keine mehr bei Semperit kauft. Da<lb/>
Toyota seit diesem Zeitpunkt den vollen Zoll von 20 % bezahlen muß,<lb/>
hat es seine Preise im Juli um 4,5 und jetzt im September um weitere<lb/>
2,5 % erhöht. Hier müssen wir uns eine neue Maßnahme überlegen, schein<lb break="no"/>bar sind die Japaner jetzt nicht mehr an den Autoarrangement, Zollsen<lb break="no"/>kung gegen Semperit-Reifen, interessiert. Vielleicht werden wir uns auf<lb/>
allen Gebieten, Preise, Einfuhrmengen, Kompensationsforderungen usw.,<lb/>
neues einfallen lassen müssen, wenn jetzt die Japaner auf diese Art<lb/>
und Weise selbst die Zollhürde von 20 % überspringen und dadurch nicht<lb/>
einmal mehr dann die Semperit-Reifen abnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_09">ANMERKUNG FÜR SCs <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs>, <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>, <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte sofort Gespräche unter<lb break="no"/>einander und dann mit mir nach Rückkehr von der Sowjetunion aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_10">Zur Argumente-Sendung am 22. September über die Benzinpreissituation<lb/>
erscheint das ganze Argumente-Team, um mir mitzuteilen, wer aller<lb/>
daran teilnimmt. Der Leiter der Sendung <rs type="person" ref="#per__123169">Schiejok</rs> hat sogar die ÖVP–<lb/>
und FPÖ-Energiesprecher, allerdings nur als Zuhörer, geladen. Hier<lb/>
wird er sich täuschen, die werden sicherlich das Wort ergreifen. Von<lb/>
den Sozialpartnern ist vom Gewerkschaftsbund <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs> und von der HK<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> bestimmt worden. Vom VKI wird <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> anwesend sein. Kritisch<lb/>
könnte event. der ÖAMTC sein, mit einem ganzen Team und der <rs type="person" ref="#per__134019">Melitz</rs>,<lb/>
der ARBÖ wird ebenfalls geladen. Hauptstreitpartner, so erwartet das<lb/>
Argumente-Team, werden Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> als Sprecher der Ölgesellschaften<lb/>
und teilweise ich sein. Die Sendung wird auf alle Fälle heiß sein, da<lb/>
<pb n="61-1135" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-09-11_1135.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zu diesem Zeitpunkt sich der neue Benzinpreis sicherlich schon einge<lb break="no"/>spielt hat und dann die Befürchtung bestehen wird, daß, weil es doch<lb/>
regional ziemlich einheitliche Preise geben wird,<add>[es sich]</add> auch um Preisab<lb break="no"/>sprachen handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte über die Preisentwicklung der einzelnen<lb/>
Firmen in den einzelnen Regionen eine genaue Preisaufzeichnung ab 16.<lb/>
führen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_12">Nachtragen muß ich, daß Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> eine Intervention von einer<lb/>
Kunststoffirma, die bei Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> war, wegen Lieferungen an die Steyr-<lb/>
Daimler-Puch AG, prüfen und, wenn irgendwie möglich, positiv erledigen<lb/>
wird. Dies ergab sich vielleicht aus Dankbarkeit, weil ich für Steyr-<lb/>
Daimler-Puch ja wirklich viel tue, oder auch als guten Willen, weil ich<lb/>
aufgrund meiner steir. Wahlreise <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> wegen der Kündigung der Be<lb break="no"/>schäftigten in Graz Vorhalte machte. <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> hat allerdings mit Recht<lb/>
gesagt, sie hätten ja den 400 Gekündigten die Möglichkeit gegeben, in<lb/>
Steyr zu arbeiten. Von dem Anbot haben nur 60 Gebrauch gemacht, so daß<lb/>
jetzt tatsächlich in Graz 400 arbeitslos sind. Steyr beschäftigt ins<lb break="no"/>gesamt 22.000, in Graz 5.000. Für die Moped-Produktion haben sie nie<lb break="no"/>mand in der letzten Zeit aufgenommen. Ausgedehnt wurde die Beschäfti<lb break="no"/>gung nur wegen des Geländewagens G, wo jetzt 8.000 Stück produziert<lb/>
werden und 800 Leute zusätzlich notwendig waren. Der Rückschlag in<lb/>
Amerika ist darauf zurückzuführen, daß die Zinsen so hoch sind. Mopeds<lb/>
und viele andere Fahrzeuge kauft man ausschließlich auf Kreditkarte.<lb/>
Jetzt ist die Verzinsung und damit die Zinsenlast so hoch, daß eben ge<lb break="no"/>rade die ärmeren Leute, die Mopeds fahren, es sich nicht leisten können.<lb/>
Noch immer beträgt der Marktanteil 32 % von Steyr-Daimler-Puch in<lb/>
Amerika. Durch die Flaute aber wurden anstelle 60.000 nur 19.000<lb/>
präliminiert, um im nächsten Jahr verkauft zu werden. Dazu gibt es noch<lb/>
ein Lager von 30.000 Stück.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Du kriegst über die Spritzgußlieferung Bescheid.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_14">Das Gespräch mit den Vertretern der OÖ Ferngas war verhältnismäßig<lb/>
kurz. Durch die Aufhebung des Preisbescheides für die RAG durch den<lb/>
Verwaltungsgerichtshof entsteht der OÖ Ferngas eine große finanzielle<lb/>
Belastung. Die RAG hat seinerzeit bei Lieferungen aufgrund des Preis<lb break="no"/>bescheides immer einen Preisvorbehalt gemacht. Dadurch müßte<add>[für]</add> das Jahr<lb/>
1980, nur dieser Preisbescheid ist bis jetzt aufgehoben worden, eine<lb/>
angelaufene Nachzahlung von 32 Mio. S geleistet werden. Dies könnte die<lb/>
<pb n="61-1136" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-09-11_1136.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>OÖ Ferngas noch verkraften, vielleicht kann sie auch diese Preisnach<lb break="no"/>zahlung an die RAG auf ihre Abnehmer überwälzen. Kritisch wird es für<lb/>
dieses Jahr, hier würde, wenn der Verwaltungsgerichtshof genauso ent<lb break="no"/>scheiden würde, die Nachzahlung 471 Mio. die Jahressumme betragen. Bis<lb/>
zum September sind 310 Mio. aufgelaufen. Dr. <rs type="person" ref="#per__116012">Amon</rs> teilt mir mit, daß<lb/>
die RAG bereit wäre, die Klage zum VGH zurückzuziehen, wenn die RAG<lb/>
denselben Preis bekäme wie die ÖMV. Ich erkläre sofort, daß es selbst<lb break="no"/>verständlich darüber Gespräche geben kann, wenn die RAG und die OÖ Fern<lb break="no"/>gas dies wünschen. Eine Lösung sehe ich aber derzeit nicht, denn auf<lb/>
der einen Seite wünscht der Finanzminister, und ich unterstütze ihn in<lb/>
dieser Frage, eine wesentliche Erhöhung der Förderzinsen, derzeit 15 %,<lb/>
mindestens aber den deutschen Förderzinssatz von 20-25 % von <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs><lb/>
verlangt. Darüber müssen sofort Verhandlungen aufgenommen werden, weil<lb/>
sie am 1. Jänner 82 entweder durch Vertragsänderung, und wenn dies nicht<lb/>
möglich ist, sofort durch ein neues Gesetz eingeleitet werden muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_15">Nach der Sitzung beschwört mich MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs>, wir sollten die Differen<lb break="no"/>zierung zwischen RAG- und ÖMV-Erzeugergaspreis aus dem Inland aufgeben.<lb/>
Seinerzeit waren es 5 Groschen, jetzt sind<add>[es]</add>, weil der ÖMV-Preis nachge<lb break="no"/>zogen wurde, 1,45 S, über den RAG-Preis mit 1 S wird derzeit gerade ver<lb break="no"/>handelt. Der Antrag lautet bei der ÖMV 2,48 S, bei der RAG 1,81 S. Die<lb/>
Kostensituation, wie mir anschließend daran MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs> und<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> mitteilen, rechtfertigt einen gleichen Preis keinesfalls.<lb/>
Die RAG hat nicht mehr Entstehungskosten als 1 S, die ÖMV dagegen 2 S.<lb/>
Ich ersuche nur alle, es muß jetzt sofort eine Koordinierung zwischen<lb/>
der Energiesektion V und der Preissektion III erfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte entsprechendes sofort veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_17">Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs>, MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs> teilen mir mit, daß sie unter<lb/>
gar keinen Umständen sich vorstellen können, daß in der Abteilung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__131812">Artner</rs> das vorgesehene Referat Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__134020">Blasz</rs> bekommen kann. In diesem<lb/>
Referat würden ausschließlich Rechtsprobleme zu behandeln sein, <rs type="person" ref="#per__134020">Blasz</rs><lb/>
ist ein Techniker. Das Verlangen der Personalvertretung, <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs>, müßte<lb/>
daher unbedingt abgelehnt werden. Ich selbst erkläre sofort, daß, wenn<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> bei mir vorspricht, ich nur unter Anwesenheit der drei Genannten<lb/>
Verhandlungen führen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte wenn der Termin mit <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> vereinbart wird,<lb/>
sofort die drei verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_19">Für Heizöl Extra Leicht ergibt sich jetzt ein Frachtkostendefizit<lb/>
im nächsten Jahr von 2,7 Mio. S. Wenn ich jetzt neuerdings die Fracht<lb break="no"/>kosten ausgleiche, müßte ich den 6,20 S Preis ab Tankstelle wieder<lb/>
erhöhen. Dazu habe ich keine Veranlassung und vor allem gar keine<lb/>
Absicht. Richtig ist, daß Heizöl extra Leicht, da es sich um gefärbtes<lb/>
Heizöl handelt, nur von der ÖMV aus ihrer Raffinerie verkauft werden<lb/>
darf. Jeder der Heizöl extra leicht importiert, muß in die Raffinerie<lb/>
Schwechat zum Verfärben gehen, weil dies im Gesetz ausdrücklich ver<lb break="no"/>langt wird. Ich erwarte daher, daß die ÖMV die Frachtkostenbelastung<lb/>
aus sich trägt. Zu diesem Zweck wird die Energiesektion die Gespräche<lb/>
mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> aufnehmen. Ich selbst möchte mich damit zumindestens<lb/>
derzeit nicht beschäftigen. Eine gute Begründung, daß die Frachtkosten<lb break="no"/>berechnungen und Ausgleiche jetzt aufgehoben werden, ist, weil der<lb/>
zuständige B-Beamte <rs type="person" ref="#per__134021">Riegler</rs> jetzt in Pension geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_21">Mit MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> und in weiterer Folge auch SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> besprach ich die<lb/>
Absicht <rs type="person" ref="#per__111367">Würzls</rs>, unbedingt zwischen der Schweiz, Deutschland und<lb/>
Österreich ein Dreier-Gespräch und auch Vereinbarung wegen Fremden<lb break="no"/>verkehrsaktivitäten zu schließen. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> fährt jetzt 14 Tage wieder<lb/>
zur World Travel Organization WTO nach Rom und hätte dort die ab<lb break="no"/>schließenden Gespräche führen wollen. Dagegen spreche ich mich aber<lb/>
entschieden aus. Ich habe <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> erstens einmal klargemacht, daß im<lb/>
nächsten Jahr weniger Auslandsreisen gemacht werden müssen. Ent<lb break="no"/>sprechende Einsparungen sind notwendig. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> meinte, dann sollte man<lb/>
sich aber gleich auch den Mitgliedsbeitrag zur WTO von 1,2 Mio. S er<lb break="no"/>sparen. Österreich muß dort seine Interessen vertreten und durchsetzen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> überraschte mich übrigens mit der Aussage, daß wir im nächsten<lb/>
Jahr bei dem jetzt vereinbarten Budget sehr viel Geld haben werden,<lb/>
das man kaum ausgeben kann. Dies kann ich mir zwar nicht vorstellen,<lb/>
ich glaube, hier hat er zu optimistisch berichtet, um eben seine<lb/>
Aktivitäten zu begründen. Ich selbst erklärte nur, dies wäre ein<lb/>
schwerer Vertrauensbruch gegenüber dem Finanzministerium, dort hat<lb/>
man immer angenommen, daß die Forderungen des Handelsministeriums<lb/>
vernünftig begründet und vor allem äußerst sparsam sind. Ich habe<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> übrigens darauf aufmerksam gemacht, daß im nächsten Jahr alle<lb/>
Subventionen durch die Regierung beschlossen werden müssen. Mit<lb/>
Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> besprach ich anschließend diese neue Vorgangsweise,<lb/>
ich selbst kann mir ja nicht vorstellen, daß die Regierung etwas anderes<lb/>
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der Subventionen automatisch zu beschließen. Niemand wird ernstlich<lb/>
die anderen Subventionsansuchen der zuständigen Ressortminister prüfen.<lb/>
Vielleicht das Finanzministerium, aber auch dort wird der Einwand dann<lb/>
zeitlich und auch sachlich zu spät erfolgen. Ich glaube ja nur, daß<lb/>
man mit diesem Beschluß der Regierungsklausur den zweiten verheerenden<lb/>
Schritt geht. Der erste war, als, demokratisch zwar sehr richtig, die<lb/>
Regierung auf Antrag <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> beschlossen hat, wir werden jährlich einen<lb/>
Subventionsbericht dem Parlament vorlegen. Die Folge davon ist, daß<lb/>
jetzt dieses Material von den Massenmedien, insbesondere <rs type="person" ref="#per__109961">Staberl</rs>, äußerst<lb/>
kritisch immer kommentiert wird. Früher wäre dies den Journalisten<lb/>
nicht eingefallen, weil sie sich viel zu sehr hätten müssen der Arbeit<lb/>
unterziehen, um dies aus dem Budget herauszulesen oder gar vielleicht<lb/>
erst beim Rechnungshofbericht dann zu erfahren. Der jetzige beschlossene<lb/>
Schritt bedeutet aber, daß jetzt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sicherlich Woche für Woche<lb/>
nach der Ministerratssitzung gefragt wird werden: "Und wieviel Sub<lb break="no"/>ventionen haben Sie heute wieder beschlossen?" Da die Bevölkerung<lb/>
ja nicht unterscheidet, ob diese Subvention einem obskuren Verein oder<lb/>
irgend einer obskuren Idee gegeben wird, sondern eben dann alles unter<lb/>
Subvention, was rechtlich auch einwandfrei ist, subsumiert, wird es<lb/>
ungeheurer große Beträge Sitzung um Sitzung geben. Wenn das Handels<lb break="no"/>ministerium z.B. die Bürges überweist, wird dies als Subvention auf<lb break="no"/>scheinen und sofort immer 100e Mio. S umfassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> besprechen, wie wir dies am<lb/>
zweckmäßigsten machen sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_23"><rs type="person" ref="#per__134022">Prinz Claus</rs>, der Mann der niederländischen Königin, hat auf mich einen<lb/>
sehr guten Eindruck gemacht, weil er äußerst locker und freimütig alle<lb/>
Probleme der Niederlande diskutierte. Bedrückt ist er insbesondere<lb/>
über die hohe Arbeitslosigkeit von 10 % und dort wieder die große<lb/>
Jugendarbeitslosigkeit. Die Erklärung wurde von etlichen General<lb break="no"/>direktoren, die österr. Niederlassungen führen, dahingehend ergänzt,<lb/>
daß eben 90 % der Arbeitslose von seinem aktiven Bezug als Arbeitslosen<lb break="no"/>geld bekommt. 80 % von der Versicherung, 10 % zahlen dann noch angeb<lb break="no"/>lich die Gemeinden dazu. Eine neue Arbeit, wenn man seinen Arbeitsplatz<lb/>
verliert, zu suchen, hat daher niemand besonderes Interesse. Zu<lb break="no"/>mindestens solange die Arbeitslosenversicherung zahlt. <rs type="person" ref="#per__134022">Prinz Claus</rs><lb/>
glaubt auch, daß die niederländische Industrie total veraltet ist und<lb/>
sich daher im Weltmarkt schwer behaupten kann. Die einzig fortschritt<lb break="no"/><pb n="61-1139" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band61/61_1981-09-11_1139.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>liche Produktion, oder, wenn man so will, der Produktionszweig, ist<lb/>
die Landwirtschaft. Dort sind die Niederlande konkurrenzfähig und<lb/>
haben auch einen guten Exporterfolg. Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs>, der von seiner<lb/>
Erkrankung jetzt einigermaßen erholt ist, ersuchte mich, ich sollte<lb/>
auch mit NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> wegen ihm ein Gespräch führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mich mit <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band61_1981-09-11_25">Die Partnerschaftsfeier Verbundges. u. Pioniertruppenschule Klosterneu<lb break="no"/>burg war für mich die erste militärische Veranstaltung, der ich un<lb break="no"/>mittelbar beiwohnte. Überrascht wurde ich bereits, als mein Freund<lb/>
General <rs type="person" ref="#per__134023">Truxa</rs>, dem die Ehrenkompanie gemeldet wurde, er ist näm<lb break="no"/>lich feierlich eingeholt worden, das habe ich erfolgreich noch abgelehnt,<lb/>
von mir dann verlangte, bitte aus Staatsraison die Parade abzunehmen. Da<lb/>
ich nicht widerstehen konnte, sind dann Gott sei Dank auch noch Gen.Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und LR <rs type="person" ref="#per__115609">Brezovszky</rs> mit mir mitmarschiert. Dann folgten furcht<lb break="no"/>bar lange Reden, die armen Soldaten, die dort stundenlang "Habt Acht"<lb/>
stehen mußten, haben mir im wahrsten Sinne des Wortes leid getan. Ich<lb/>
habe mich daher insbesondere bei ihnen und bei der Verbundgesellschaft<lb/>
über die gute Zusammenarbeit herzlichst bedankt und der Kooperation<lb/>
alles Gute gewünscht.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Beamter HM [??, uklar; Bewerber um ein Referat in der Abteilung Artner;
                  Techniker; 4.11.1981, S. 1271 erneut erwähnt, Schreibung dort hs. auf Blass
                  korrigiert]</occupation>
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