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            <title type="main">Dienstag, der  4. August 1981 bis Sonntag, der  9. August 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_01">Dienstag, 4. August bis Sonntag, 9. August 81<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_02">Auf Vorschlag des Klubobmannes der SPÖ und gleichzeitig Naturfreunde<lb break="no"/>obmann, Dr. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, organisierten die Tauernkraftwerke eine Besichtigung<lb/>
des Oberpinzgauprojekts. Dir. <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> hatte alle betroffenen Bürger<lb break="no"/>meister und Gemeindevorsteher des Oberpinzgaues zu dieser Besichtigung<lb break="no"/>stour eingeladen. Ich selbst hatte den LH <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> zuerst mündlich, und<lb/>
dann sogar glaube ich auch schriftlich, ebenfalls zur Abgrenzungsbe<lb break="no"/>sprechung zwischen dem Nationalpark und dem Kraftwerksprojekt der TKW<lb/>
eingeladen. <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> bedankte sich dafür, konnte aber wegen Verpflich<lb break="no"/>tungen bei den Salzburger Festspielen daran nicht teilnehmen und hat<lb/>
seinerseits den Landesrat <rs type="person" ref="#per__127819">Oberkirchner</rs>, der auch für den Naturschutz zu<lb break="no"/>ständig ist, beauftragt, daran teilzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_03">Die Begehung der sieben Täler war für mich sehr interessant. Größten<lb break="no"/>teils waren es allerdings Befahrungen, denn die TKW hat, um Zeit zu sparen,<lb/>
die zwar oft sehr schlechten Güterwege doch dazu genützt, um meistens bis<lb/>
zur Talwurzel mit ihren Spezialfahrzeugen vorzudringen. Die meisten der<lb/>
Güterwege werden von Interessenten-Genossenschaften mehr schlecht als<lb/>
recht instandgehalten. Das große erste Interesse der Interessentenge<lb break="no"/>nossenschaften war natürlich, daß, wenn schon die TKW dort Bachfassungen<lb/>
oder irgendwelche Dämme für Staubecken errichtet, daß die TKW den Ge<lb break="no"/>nossenschaften beitritt, und so damit bereits jetzt dann<add>[an]</add> der Erhaltung<lb/>
respektive dem Ausbau der Straße beteiligt ist. Ich einigte mich sofort<lb/>
mit Dir. <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs>, daß wir, ähnlich wie in Osttirol, größere Vorleistungen<lb/>
in Form von Straßen, die auch dem Fremdenverkehr dienen könnten, er<lb break="no"/>bringen sollten. Das wirkliche Problem ergibt sich aber gar nicht so<lb/>
sehr aus der Abgrenzung der Nationalpark-Kernzone <choice><choice><sic>mit</sic><corr>zu?</corr></choice></choice> den <choice><choice><sic>Bauen</sic><corr>Bauten?</corr></choice></choice> der<lb/>
Elektrizitätswirtschaft, sondern aus sonstigen Naturschönheiten, insbe<lb break="no"/>sondere von Wasserfällen. Die Hohen-Tauern-Kernzone-Nordabdachung umfaßt<lb/>
260 km², ein riesiges Gebiet. Die Gemeinden haben große Sorge, daß diesen<lb/>
Kernzonen durch Erschließungsverbot, das den Naturschützern entspricht, aber<lb/>
ihren Gemeindeinteressen und denen der Bevölkerung widerspricht. Vor allen<lb/>
fürchten die Salzburger, daß die Osttiroler doch dann den Venediger mit einem<lb/>
Sommerskilaufgebiet erschließen, und sie dadurch in einen ungeheuren Wett<lb break="no"/>bewerbsnachteil kommen. Zwischen den einzelnen Ländern, insbesondere Tirol<lb/>
und Salzburg, wird daher die Abgrenzung und die beabsichtigte Erschließung<lb/>
noch eine große Streitfrage bleiben. Kärnten ist ja aus diesem Streit<lb/>
insoferne ausgeschieden, als es jetzt endgültig, wie die Nationalpark<lb break="no"/>vertreter allerdings sagen,<add>[ein]</add> wesentlich kleineres Gebiet als vorgesehen<lb/>
zur Kernzone machen möchte, respektive durch Landesgesetz schon in Angriff<lb/>
<pb n="60-0984" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-08-04_1981-08-09_0984.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>genommen hat. Der Streit wird jetzt insbesondere zwischen den LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wall<lb break="no"/>nöfer</rs> und <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> auszutragen sein. Da die TKW in Osttirol und Salzburg<lb/>
entsprechende Projekte verwirklichen will, wird es nicht zuletzt am ge<lb break="no"/>schickten taktischen Verhalten von <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> liegen, wie er diesen Pro<lb break="no"/>jekten in der Südabdachung und der Nordabdachung, also in Osttirol und<lb/>
Salzburg, entgegentritt. <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> macht dies mit den Bürgermeistern und<lb/>
den Betroffenen sehr geschickt. Er ist verhandlungstechnisch sehr beweg<lb break="no"/>lich, legt sich von vornherein nicht fest und geht den Problemen bis in<lb/>
die Einzelheiten auf den Grund. Ich erklärte ihm einmal mehr, daß ich<lb/>
voll hinter ihm stehe, und daß wir nur taktisch geschickt vorgehen müssen.<lb/>
In den Streit der Länder respektive Gemeinden werden wir uns nicht ein<lb break="no"/>mischen. Das erklärte Ziel der TKW muß sein, Kompromißlösungen anzubieten,<lb/>
die eben alle akzeptieren können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_04">Am interessantesten bei diesen ganzen Talbegehungen war die am ersten<lb/>
Tag von den TKW-Leuten wirklich erstmalig durchgeführte Begehung der<lb/>
Bachfassungen für den Mühlbach. Angeblich hatte kein TKWler bis jetzt, der<lb/>
an dieser Begehung mitgewirkt hat, das Tal gesehen. Alle waren daher na<lb break="no"/>türlich interessiert, beim Aufstieg eine Stelle zu finden, wo die beste<lb/>
Bachfassung angebracht werden könnte. Der Hydrologe sorgte sich um die<lb/>
optimalste Wasserfassung, der Geologe wieder um eine Stelle, wo er die<lb/>
geringsten Stollenführungsschwierigkeiten erwarten konnte. Zuerst wurde<lb/>
durch die Schuttkegel kaum ein erträglicher Standort gefunden.<lb/>
Zuletzt wurde dann aber dann im idealen Höhenbereich eine Felssteilstufe<lb/>
des Baches entdeckt, der sich direkt, wirklich auch für mich als Laien,<lb/>
als Bachfassung anbot. Die Frage, die sich nur ergibt, kann bis jetzt mit<lb/>
den örtlichen Gegebenheiten und den Behörden auch dort fixiert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_05">Die einzelnen Täler sind mehr oder minder <choice><choice><sic>von</sic><corr>bei</corr></choice></choice> den Touristen, wie ich mich<lb/>
selbst davon überzeugen konnte, als Nahausflugsbereich sehr beliebt. Die<lb/>
20 km Anmarschwege zum Venediger aber, respektive zu den anderen hohen<lb/>
Tauerngipfeln mit entsprechender Übernachtung auf den Schutzhütten, wird<lb/>
schon nur von einem wesentlich geringeren Gästeanteil frequentiert. Hier<lb/>
würde, wenn tatsächlich dieses Projekt, und insbesondere die Straßen, dann<lb/>
für den öffentlichen Verkehr doch freigegeben werden, wahrscheinlich eine<lb/>
wesentlich größere Anzahl von Gästen diese Täler dann frequentieren,<lb/>
respektive schon allein wegen dem Hüttenstempel und den Wandernadeln<lb/>
dann auch höhere Regionen von Urlaubern besucht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_06">Die einzelnen Gemeinden haben natürlich einzelne Wünsche. Die ärmste<lb/>
aller Gemeinden in diesem Gebiet ist Hollersbach, mit einem Budget von<lb/>
5,5 Mio. hat er überhaupt nur mehr 1,5 Mio. frei, alles andere ist<lb/>
durch Kreditrückzahlung und fixe Ausgaben gebunden. Die Verschuldung<lb/>
der Gemeinde ist enorm. Die Gemeindeaufsichtsbehörde würde keinerlei<lb/>
zusätzliche Kredite mehr genehmigen. Der Bürgermeister meint aber, sie<lb/>
bräuchten auch, so wie die anderen Pinzgauer Gemeinden, Tennisplätze,<lb/>
Badeeinrichtungen usw. Ich habe ihm zwar keinerlei Zusagen gemacht, aber<lb/>
vorgeschlagen, er soll einmal seine Wünsche zusammenschreiben und mir<lb/>
mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_07">Die Gemeinde Neukirchen<add>[hs. korrigiert]</add> hat durch die Erschließung<add>[des]</add> der Venediger-Gruppe<lb/>
gegenüberliegenden Wildkogels durch Sessellift die Wintersaison wesent<lb break="no"/>lich verbessert. Für den Sommer bräuchten sie aber noch Allwetterein<lb break="no"/>richtungen, insbesondere eine Tennishalle. Tennisplätze und andere Ein<lb break="no"/>richtungen wurden durch das Handelsministerium, Zinsenzuschußaktion, schon<lb/>
unterstützt. Auch hier habe ich dem Bürgermeister vorgeschlagen, ent<lb break="no"/>sprechende Ansuchen an das Handelsministerium zu richten, da gerade für<lb/>
Allwettereinrichtungen sicherlich Zuschüsse gegeben werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte diesen Briefen besonderes Augenmerk zu<lb break="no"/>wenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_09">Der Bürgermeister der Gemeinde Bramberg, <rs type="person" ref="#per__133646">Nindl</rs>, hat besonders zwei große<lb/>
Anliegen. Bramberg möchte sich an der Wildkogelaufschließung beteiligen.<lb/>
Auf ihrem Gemeindegebiet soll daher ein Lift um 70 Mio. S errichtet werden.<lb/>
20 Mio. würde die Bramberger Freizeit- und Liftanlagen Ges.m.b.H. auf<lb break="no"/>bringen. Der Rest müßte durch Fremdmittel finanziert werden. Hier habe<lb/>
ich insbesondere auf die Beteiligung des Landes verwiesen und gleichzei<lb break="no"/>tig aufmerksam gemacht, daß die Kompetenz beim Verkehrsminister liegt.<lb/>
Ich selbst habe nur zugesagt, dieses Projekt dem Verkehrsminister zu<lb/>
empfehlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_10">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Abteilung soll mit dem<lb/>
Verkehrsministerium diesbezüglich kontaktieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_11">In der Gemeinde Bramberg liegt das berühmte Habachtal<add>[hs. korrigiert]</add>. Dort wurden seit<lb/>
Urzeiten die schönsten Halbedelsteine gefunden. Insbesondere wurde bis<lb/>
vor nicht allzulanger Zeit noch nach Smaragden bergmännisch geschürft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_12">Jetzt hat dieses Schürfrecht ein Deutscher, Dr. <rs type="person" ref="#per__133647">Max Gaab</rs> aus München,<lb/>
erhalten. Wie mir die Alpler dort erklärten, wird auch gelegentlich<lb/>
am Wochenende von einem Wiener in dem aufgelassenen Bergwerk weiter<lb break="no"/>geschürft. Die Gemeinde hätte aber größtes Interesse, wie der Bürger<lb break="no"/>meister Dr. <rs type="person" ref="#per__133646">Nindl</rs> mir dezidiert erklärte, das Schürfrecht selbst zu be<lb break="no"/>kommen. Wahrscheinlich beabsichtigt er, daß er dieses dann fremdenver<lb break="no"/>kehrsmäßig nützen könnte. Ich versprach ihm, den Salzburger Berghaupt<lb break="no"/>mann zu ersuchen, sich mit Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__133646">Nindl</rs> ins Einvernehmen zu<lb/>
setzten, damit eine Möglichkeit besteht, seinen Wunsch zu prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Ich möchte mit MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> und anschließend mit<add>[dem]</add><lb/>
Berghauptmann von Salzburg sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_14">Allgemein geklagt wurde über die 40.000-S-Grenze für Privatzimmerver<lb break="no"/>mieter. Immer mehr erreichen diese Grenze, und es kommt dann unwillkür<lb break="no"/>lich zum Versuch, die Gäste nicht mehr den Gemeinden zu melden, um eben<lb/>
unter dieser 40.000-S-Grenze zu bleiben. Ich versprach, diesbezüglich<lb/>
mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> neuerlich zu kontaktieren. Mir erscheint es<lb/>
dringend notwendig, daß man diese Grenze tatsächlich erhöht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_16">Klage wurde auch geführt, daß das Statistische Zentralamt zweimal im<lb/>
Jahr eine Bettenerhebung veranlaßt, die von den Betroffenen als Schikane<lb/>
betrachtet wird. Einmal im Jahr würde es vollkommen genügen, da sich<lb/>
keinesfalls so große Differenzen ergeben. Hier habe ich keinerlei Zu<lb break="no"/>sagen gemacht, weil ich nicht genau weiß, warum das Statistische Zentral<lb break="no"/>amt zweimal jährlich erhebt. Ich versprach nur, die Frage genau prüfen<lb/>
zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107953">BUCHAUER</rs>: Unser neuer Mann in der Grundsatzabteilung, der<lb/>
vom Statistischen Zentralamt kommt, soll dies überprüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_18"><rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs>, aber auch der zweite Direktor <rs type="person" ref="#per__115694">Kandolf</rs> der TKW teilten mir mit,<lb/>
daß jetzt alle Beschlüsse bezüglich des Baues von Zillergründl gefaßt<lb/>
wären. Statt 980.000 m³ müßten jetzt 1,300.000 m³ Beton eingebracht<lb/>
werden, dadurch verteuert sich das Projekt von 5,6 Mrd. S auf 6 Mrd. 750 Mio.,<lb/>
Preisbasis Herbst 1980. In dieser Summe ist eine Reserve von 500 Mio.<lb/>
eingebaut. Trotzdem fürchte ich, wird dieses Kraftwerk an die 8 Mrd. S<lb/>
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wenn es dann fertig sein wird, nach ein paar Jahren niemand mehr über<lb/>
die doch verhältnismäßig großen Kapitalmengen reden, die aufgebracht<lb/>
werden müssen. Das Betrübliche bei diesem Projekt ist ja, daß die EVS<lb/>
Energieversorgung Schwaben durch den seinerzeitigen Vertrag an diesen<lb/>
Mehrkosten nicht beteiligt ist. 15 Jahre bekommt sie 50 % des erzeugten<lb/>
Stromes für eine Beteiligung von 670.000 Mio. DM<add>[?]</add>. Von dieser Summe sind<lb/>
nurmehr 110 Mio. offen, alles andere ist zinsgünstig angelegt, so daß<lb/>
<choice><choice><sic>82</sic><corr>1982?</corr></choice></choice> 300 Mio. S Zinsenertrag der TKW respektive Verbundgesellschaft er<lb break="no"/>wachsen sind. <rs type="person" ref="#per__115694">Kandolf</rs> hat angeblich der Verbundgesellschaft 77 vorge<lb break="no"/>schlagen, man sollte mit der EVS dieselbe Konstruktion wählen, wie die<lb/>
TIWAG mit den Bayernkraftwerken. Die TIWAG hat Selbstkosten inklusive<lb/>
eines Gewinnanteils vereinbart. Derzeit würde EVS für diesen Spitzen<lb break="no"/>strom, wenn er schon erzeugt würde, gegen Devisen 1,50 S/kWh bezahlen<lb/>
müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte nächstes Jour fixe mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-08-04_20">Bei meiner Rückkehr am Freitag abends habe ich dann ein wenig umständ<lb break="no"/>lich, aber letzten Endes doch noch zeitgerecht, die umfangreichen Unter<lb break="no"/>lagen für das Pressegespräch vorgefunden. Wie sich dann allerdings beim<lb/>
Pressegespräch herausstellt, hat man sich überhaupt nur für die Energie<lb break="no"/>fragen interessiert. Einleitend hat zwar der Leiter der Diskussion,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122298">Weißenberger</rs>, einen Teil meiner Kompetenzen, von Energie, Außenhandel,<lb/>
Preise, Fremdenverkehr usw. aufgezählt, die Redakteure haben sich aber<lb/>
sofort auf die Energiefrage gestürzt und sind eigentlich nie mehr davon<lb/>
weggekommen. Da es eine Affenhitze, im Osten Österreichs zumindestens,<lb/>
gehabt hat, im Westen soll es angeblich schon geregnet haben, bin ich<lb/>
überzeugt, hat diese Sendung ja fast niemand gesehen. Einleitend wollte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122298">Weißenberger</rs> von mir schon wissen, ob ich nicht nach 11 Jahren Handels<lb break="no"/>ministertätigkeit schon amtsmüde bin, da sich die anderen aber sofort<lb/>
auf die Energiefragen stürzten, mußte ich diese Frage nicht beantworten.<lb/>
Zum Schluß hat er sie dann neuerdings wiederholt, bei dieser Gelegenheit<lb/>
konnte ich meine grundsätzliche Stellungnahme klar und deutlich abgeben.<lb/>
Ich bin nicht amtsmüde, aber es liegt auch nicht an mir, wie lange ich<lb/>
noch Minister bin. In unserer Partei und noch viel mehr in der Gewerk<lb break="no"/>schaftsbewegung, wird man in eine Funktion berufen und hat sie solange<lb/>
auszuüben, bis man eben wieder abberufen wird. Eigentlich hatte ich er<lb break="no"/>wartet, daß es bei dieser Diskussion zu einer auch sonst üblichen Frage<lb/>
kommt, was ich in Zukunft eventuell noch beabsichtige, respektive wie<lb/>
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persönlich sehr froh, daß mir dies alles erspart blieb, sicherlich<lb/>
hätte ich mich auf genauso lockere Art, wie ich auch die Probleme<lb/>
meiner Amtsmüdigkeit dort behandelt habe, mich herausgeredet, mir hat<lb/>
eigentlich schon der versteckte Angriff von Redakteur <rs type="person" ref="#per__133648">Steininger</rs>,<lb/>
Salzburger Nachrichten, genügt, der zugeben mußte, daß er zwar nicht<lb/>
von BK <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, aber sicherlich aus seiner Umgebung verständigt wurde,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die Benzinpreisfrage an sich ziehen wird. Dies hat letzten<lb/>
Endes, davon bin ich fest überzeugt, zu diesen sehr negativen Kritiken<lb/>
in den Zeitungen geführt. Ähnlich wie 1973 bei der ersten Energiekrise,<lb/>
wo er auch mich zu gewissen Maßnahmen indirekt veranlassen wollte, die<lb/>
ich aber ablehnte, hat es diesmal wieder zumindestens den Redakteuren<lb/>
gegenüber den Anschein, als würde ich aus Unfähigkeit von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
kritisiert. Die wirklich große Differenz ist damals genau wie heute,<lb/>
daß ich versuche, mit Gewerkschaftsbund und auch den anderen Interessen<lb break="no"/>vertretungen darüber einen Konsens zu erzielen. Ich teile nicht die<lb/>
Meinung anderer, hier müßte ich regieren, sozusagen den starken Mann<lb/>
spielen. Diese Konsenspolitik und das war auch der Sukkus meiner Stunden<lb break="no"/>diskussion, war und ist meine Politik, auch dann, wenn sie mühsam und<lb/>
meistens sogar sehr schwierig durchzuführen ist. Ich habe dies 11 Jahre<lb/>
getan und werde dies sicherlich auch noch die restliche Zeit meiner<lb/>
Ministerschaft praktizieren.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesprogramm, 9.8.1981</head>
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               <persName type="label">Haslauer, Wilfried</persName>
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               <persName type="label">Gmeinhart, Willibald</persName>
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               <persName><surname>Würzl</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <persName><surname>Sterk</surname><forename>Georg</forename></persName>
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               <persName><surname>Steininger</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Redakteur Salzburger Nachrichten</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <occupation>Bürgermeister von Bramberg am Wildkogel, ÖVP</occupation>
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