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            <title type="main">Mittwoch, der 22. Juli 1981 bis Sonntag, der 26. Juli 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band60_1981-07-22</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_01">Mittwoch, 22., bis Sonntag, 26. Juli 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_02">Bei der Staatswappenverleihung an die Fa. <rs type="person" ref="#per__133770">Offner</rs> in Wolfsberg erzählte<lb/>
mir der Besitzer, daß er Spezialgartengeräte weltweit exportiert. Die<lb/>
Schaufeln, Spaten, Hacken und insbesondere die Sensen sind von höchster<lb/>
Qualität, alles handgeschmiedet. Bei der Besichtigung der Fabrik, wie<lb/>
ich erlebte, wie durch die Akkordbezahlung die Arbeiter auf Stundenlöhne<lb/>
bis zu 75 S zu kommen, bei einer unwahrscheinlichen Hitze Unwahrschein<lb break="no"/>liches leisten. Die Arbeiter rechnen ihre Löhne selbst aus und ab und<lb/>
der Computer berechnet sozusagen dann nur mehr den Brutto- resp. Netto<lb break="no"/>lohn. Der Betrieb ist durchrationalisiert, nur so ist es möglich selbst<lb/>
nach Japan Exporte zu tätigen. Interessant für mich war der Frachtko<lb break="no"/>stenvergleich, von Wolfsberg bis Bregenz ist für 100 kg 7,50 S zu bezahlen,<lb/>
von Wolfsburg bis Osaka in Japan in 20 to Container cif, 2,50 S.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß dies prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_04">Der Präsident der Kärntner Handelskammer, <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs>, intervenierte neuer<lb break="no"/>dings bei mir wegen der Sommerschlußverkaufsregelung. Die HK Kärnten<lb/>
schlägt vor, daß 4 Wochen vor dem Schlußverkauf keine Sonderaktionen mehr<lb/>
gestartet werden dürften. Ich habe nur zugesagt, daß wir dieses Problem<lb/>
eingehend prüfen werden und abwarten, was die Bundeshandelskammer vor<lb break="no"/>schlagen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie steht die ganze Angelegenheit?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_06"><rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> berichtete mir auch von dem Besuch des slowenischen Minister<lb break="no"/>präsidenten <rs type="person" ref="#per__133773"><sic>Emric</sic></rs><add>[evtl. Falschidentifikation]</add> in Kärnten. Die Aussprache mit der Landesregierung,<lb/>
aber auch mit der Handelskammer hat ergeben, daß die Slowenen jetzt<lb/>
scheinbar durch entsprechendes grünes Licht aus Belgrad an weiteren Koope<lb break="no"/>rationen und wirtschaftlicher Zusammenarbeit interessiert sind. Auch<lb/>
die Kärntner geben jetzt zu, daß sie zwar keine Accordino-Lösung wünschen,<lb/>
weil dies verfassungsrechtlich auch gar nicht ginge, wohl aber jetzt<lb/>
mehr als eine kleine Grenzverkehrlösung anstreben. Überrascht war<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> nur, daß jetzt die jugoslawischen Zentralstellen wieder<lb/>
keinerlei Devisen zur Verfügung stellen können, um selbst die bestehenden<lb/>
Messeabkommen zu erfüllen. Darin sieht <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> aber keinerlei Retorsi<lb break="no"/>onsmaßnahmen gegen Österreich, sondern eben eine leider<add>[sich]</add> aus der jugo<lb break="no"/>slawischen Wirtschaftssituation ergebende unangenehme Devisenzuteilungs<lb break="no"/>situation.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_07"><rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> ist aber nichts bekannt, daß die Jugoslawen jetzt für jugosla<lb break="no"/>wische Urlauber resp. Ausreisende nach Österreich 1500 Dinar für die<lb/>
Ausreise eine Abgabe verlangen resp. verlangen werden. <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> hat mir<lb/>
versprochen, sich darüber zu erkundigen und unverzüglich mir resp. der<lb/>
Bundeshandelskammer Bescheid zu sagen. Die Behauptung von der Bundes<lb break="no"/>handelskammer beim letzten Jour fixe konnte ich dort also nicht bestä<lb break="no"/>tigt bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was sagt der österr. Botschafter in Belgrad?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_09">Auch <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> hat in seinem Betrieb jetzt die Sonnenbrillenproduktion<lb/>
so weit rationalisiert, daß er bei 22 Mio. $ Umsatz und 98 % Export eben<lb break="no"/>falls bis nach Japan und Hongkong exportieren kann. Wie er mir strengst<lb/>
vertraulich<add>[mitteilte? sagte?]</add>, kostet ihn das Einzelstück 21 S vom Design her sehr schön<lb/>
aussehende Sonnenbrillen, die in den Geschäften bis zum 10-fachen dann<lb/>
verkauft werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_10">Die jährlichen Industriegespräche mit den Vorarlberger Industriellen am<lb/>
Abend vor der Messereröffnung verliefen eigentlich wie gehabt. Die<lb/>
Industrie beschwert sich immer wieder bei mir über die Belastungen, dies<lb break="no"/>mal ganz besonders über das Nacht-, Schicht- und Schwerstarbeiterge<lb break="no"/>setz, über die jetzt angekündigte 5-Wochenurlaubsregelung, über die hohen<lb/>
Zinsenbelastungen usw. Natürlich ist es für die Vorarlberger Industrie<lb/>
interessant, mit mir über ihre Probleme zu sprechen, der größte Wunsch<lb/>
wäre, wenn sie von mir sozusagen als ihr Minister hören könnten, wie<lb/>
ich in der Öffentlichkeit gegen alle diese Maßnahmen und Vorschläge auf<lb break="no"/>trete. Ich habe ihnen dezidiert erklärt, daß ich dies bis jetzt in meinen<lb/>
11 Jahren Ministerzeit nicht getan habe und auch in Zukunft nicht tun<lb/>
werde. Meine Funktion kann es nur sein, in internen Besprechungen, wo<lb/>
ich wirklich glaube, daß notwendige Maßnahmen gesetzt werden müssen, mich<lb/>
für diese Maßnahmen einzusetzen resp. soweit sie im Handelsministerium<lb/>
ressortieren, dort einen Akkord mit den Sozialpartnern zu suchen. Mit<lb/>
dieser Erklärung war eigentlich der Vorsitzende der Industriellen, die<lb/>
mit mir Jahr für Jahr sprechen, Dr. <rs type="person" ref="#per__133776">Sannwald</rs>, der Präsident der Handels<lb break="no"/>kammer, war diesmal entschuldigt, sehr einverstanden. Der Präsident<lb/>
der Handelskammer betreut jetzt, seitdem anstelle des Industriellenver<lb break="no"/>einigungsvertreter Dr. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> immer zur Eröffnung kommt, den<lb/>
Bundeshandelskammerpräsidenten. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs>, der ja jetzt nicht mehr <choice><choice><sic>Industri<lb break="no"/>ellenverbandspräsident</sic><corr>Industriellenvereinigungspräsident</corr></choice></choice> ist, durfte aber selbst als er noch in dieser<lb/>
Funktion amtierte, nach dem Textilabkommen Ost, welches ja auf seine<lb/>
Initiative zurückging, dem Staat auch sehr viel Geld kostete und dann<lb/>
letzten Endes doch scheiterte, nicht mehr ins Textilindustrieland Vor<lb break="no"/><pb n="60-0943" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-07-22_1981-07-26_0943.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>arlberg offiziell kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_11">Dir. Dr. <rs type="person" ref="#per__133782">Wittmann</rs> von der Fa. Blum, die Möbelbeschläge höchster Qualität<lb/>
erzeugt, bedankte sich bei mir über den Briefwechsel mit seinem größten<lb/>
Abnehmer, Herrn <choice><choice><sic>Roggenpol</sic><corr>Poggenpohl</corr></choice></choice> <add>[Unternehmen, nicht Person, Unternehmensgründer F. Poggenpohl bereits 1924 verstorben, evtl. <rs type="person" ref="#per__133787">Walter Ludewig</rs> gemeint; Anm.</add> in Deutschland. Dieser hatte sich seinerzeit<lb/>
bei mir ebenfalls bitter beschwert, daß Österreich mit seiner Aktion<lb/>
Kauft Österreichische Ware gegen die Interessen der deutschen Exporteure<lb/>
verstoßt. Ich habe dann auch beim Messebesuch Dr. <rs type="person" ref="#per__133782">Wittmann</rs> eindeutig er<lb break="no"/>klärt, daß er jederzeit meinen Namen mißbrauchen kann, indem er den<lb/>
deutschen Abnehmern, aber auch den anderen erklärt, daß sie sich jederzeit<lb/>
an mich wenden können, wenn die neue Aktion, die der Verein Made in<lb/>
Austria jetzt startet, natürlich dort auf heftigste Ablehnung stoßen<lb/>
wird. Die Fa. Blum ersucht auch um weitere Unterstützung bei der schwe<lb break="no"/>dischen Möbelfirma IKEA. Eine diesbezügliche Intervention habe ich ihm<lb/>
zugesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Industriesektion soll entsprechende Briefe<lb/>
nach Rücksprache mit der Fa. Blum vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_13">Die Bekleidungsindustrievertreter haben mir neuerdings klargemacht, daß<lb/>
eine Erhöhung des Einfuhrscheines von 4.000 S auf 10.000 S für sie eine<lb/>
verheerende Folge hätte. Sie waren sehr erfreut von mir zu hören, daß<lb/>
ich derzeit keine Änderung beabsichtige, sondern dieses Problem neuerdings<lb/>
in einer Besprechung und Überprüfung mit der Bundeshandelskammer und<lb/>
den Fachverbänden durchführe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie laufen die Verhandlungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_15">Große Angst hat die Textilindustrie nach wie vor über die Kompensations<lb break="no"/>waren für die Voest und Steyr-Daimler-Puch-Exporte in die DDR. Bei der<lb/>
Voest haben sie zugegeben, besteht keine allzu große Gefahr, weil hier<lb/>
eine Zusage des GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> vorliegt. Eine diesbezügliche Erklärung von<lb/>
Steyr-Daimler-Puch steht noch aus. Da ich zwar mit GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> von der<lb/>
Voest seinerzeit gesprochen habe und dessen Zusage kenne, GD <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs><lb/>
von SDP sich aber noch gar niemals in dieser Frage mir gegenüber ge<lb break="no"/>äußert hat, habe ich nur eine Überprüfung zugesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was weiß unser Haus von Steyr-Daimler-Puch<lb/>
Kompensationen aus der DDR.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_17">Die Fa. Rauch verhandelt jetzt mit Aluminiumwerk Ranshofen-GD <rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs><lb/>
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davon zur Abfüllung von Bier, Coca Cola, Limonaden. Trotzdem macht<lb/>
dies nur 1 % bei Bier und bei Coca Cola und Limonaden 12 % an Einwegge<lb break="no"/>binden aus. <rs type="person" ref="#per__115706">Rauch</rs> befürchtet, daß die Ankündigung der Industriesektion,<lb/>
SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> hat diesbezüglich mit ihnen gesprochen, jetzt doch die Einweg<lb break="no"/>lösung zu verbieten, besteuern oder zumindest durch Pfandlösungen schwer<lb/>
zu belasten, die notwendigen Absatzmöglichkeiten in Österreich dann<lb/>
und ganz besonders auch im Export zu beschränken. Derzeit profitiert<lb/>
durch die Importe nur die deutsche große Fa. Schmalbach-Lubeca, die<lb/>
ja auch in Österreich zuerst beabsichtigte ein Werk zu errichten und dann<lb/>
nicht zuletzt durch die Einwegflaschenpolitik des Handelsministeriums<lb/>
davon Abstand nahm. Diesbezügliche genaue Informationen und Unterlagen<lb/>
könnte <rs type="person" ref="#per__115706">Rauch</rs> ohne weiteres liefern. Der Fachverband der Nahrungs- und<lb/>
Genußmittelindustrie, Dr. <rs type="person" ref="#per__112564">Smolka</rs>, besitzt jetzt eine eingehende Studie<lb/>
über dieses ganze Problem. Ich versprach <rs type="person" ref="#per__115706">Rauch</rs>, daß wir im Handelsmini<lb break="no"/>sterium dies genau prüfen werden und SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> ihn kontaktieren wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__115706">Rauch</rs> Kontakt darüber auf<lb break="no"/>nehmen, bevor ich mit GD <rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs> die Aussprache habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_19"><rs type="person" ref="#per__115706">Rauch</rs> beschwerte sich auch, daß jetzt noch immer Zucker über die Fa.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> z.B. in die Schweiz exportiert wird. Dieser Preis ist wesent<lb break="no"/>lich günstiger als ihr Verarbeitungszuckerpreis im Inland, weshalb<lb/>
seiner Meinung nach dieser Zucker dann direkt oder indirekt wieder aus<lb/>
der Schweiz nach Vorarlberg zurückkommt. Von Jänner bis Ende Juni d.J.<lb/>
hätte die Fa. Rauch überhaupt keinen Verarbeitungszucker beziehen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß den Fall genau prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_21">Dr. <rs type="person" ref="#per__133790">Ilg</rs>, der Geschäftsführer der Industriesektion, wünschte eine Klar<lb break="no"/>stellung, ob Firmen, die eigene Energielager anlegen, sei es, wenn sie<lb/>
Importeure sind, über das Pflichtlager hinaus, sei es, wenn sie insbeson<lb break="no"/>dere Industriebetriebe sind, die kein Pflichtlager halten müssen, diese<lb/>
Lagermengen dann auch in einem Krisenfall für sich selbst nur brauchen<lb/>
können. Die Vorarlberger haben scheinbar die Angst, daß wir im Krisen<lb break="no"/>fall dann diese freiwilligen Lager auch einer Bewirtschaftung unterwer<lb break="no"/>fen. Hier wäre es notwendig eine diesbezügliche Klarstellung von seiten<lb/>
der Industriesektion durchzuführen, damit die Vorarlberger eine größere<lb/>
Eigenvorsorge bereit wären dann auch in Angriff zu nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> soll dies genau prüfen und mir ent<lb break="no"/>sprechende Vorschläge machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_23">Dr. <rs type="person" ref="#per__133790">Ilg</rs> wollte allen Ernstes für die Sonderschau auf der diesjährigen<lb/>
Dornbirner Messe, welche die Industrie in einer eigenen Halle sehr groß<lb break="no"/>zügig gestaltet hat, eine Subvention von mir. Ich habe ihm dezidiert<lb/>
erklärt, ich würde niemals einzelne Messeausstellungen subventionieren,<lb/>
weder private Firmen noch über den Fachverband, weil ich ansonsten eine<lb/>
vollkommene Verzettelung der Handelsministeriumsmittel erreichen würde.<lb/>
Wenn von der Bürges, Gewerbestrukturverbesserung, Geld überbleibt, dann<lb/>
bekommt dies die Handelskammer, welche eine eventuelle Aufteilung vor<lb break="no"/>nehmen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_24">Bei der Messeeröffnung haben dann, wie gar nicht anders zu erwarten,<lb/>
alle Vorredner die Regierung und insbesondere die Ankündigungspolitik<lb/>
der Regierungsmitglieder auf das heftigste kritisiert. Der Hauptzorn<lb/>
richtet sich natürlich gegen den Sozialminister. Da alle die ungeheuren<lb/>
Belastungen, welche die Unternehmer jetzt tragen müssen und insbesondere<lb/>
die zu erwartenden besonders herausstrichen, wurde natürlich ständig<lb/>
von den dort versammelten Vorarlbergern und Unternehmern insbesondere<lb/>
heftigst applaudiert. Da aber der Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__118211">Keßler</rs> doch auch in<lb/>
seinem Referat darauf verwies, wie tüchtig die Vorarlberger Wirtschaft<lb/>
ist und abgeschnitten hat, konnte ich auf diese Äußerung aufbauend nach<lb break="no"/>weisen, daß es noch viel besser ist, als <rs type="person" ref="#per__118211">Keßler</rs> mit Ziffern aufzeigte.<lb/>
Meine Ziffern waren letzteren Datums und daher für Vorarlberg und damit<lb/>
auch der österreichischen Wirtschaft noch günstiger. Hart wurde ich<lb/>
wegen der Benzinpreisdelegierung in allen Aussprachen genommen. Der Bür<lb break="no"/>germeister Dornbirns, <rs type="person" ref="#per__97360">Bohle</rs>, gab mir einen neuen Spitznamen, Benzinpreis<lb break="no"/>föderalist, auf den ich sehr humorvoll reagierte, da <rs type="person" ref="#per__97360">Bohle</rs> zu meiner<lb/>
Spitznamensammlung schon Wesentliches beigetragen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte eintragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_26">LH <rs type="person" ref="#per__118211">Keßler</rs>, der über die Delegierung natürlich nicht glücklich war,<lb/>
sondern meinte, sie seien zwar immer für Föderalismus, doch nicht für<lb/>
eine so unzulängliche Delegierung, kündigte mir offiziell, aber insbeson<lb break="no"/>dere aber auch inoffiziell an, daß sie für die Benzinpreisfreigabe ein<lb break="no"/>treten oder einen einheitlichen Benzinpreis in ganz Österreich wünschen.<lb/>
Die Forderung, gleichzeitig einen einheitlichen Strompreis aber ebenfalls<lb/>
zu dekretieren, lehnte er ganz entschieden ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_27">Wie ich dann bei einer Aussprache am Abend mit Parteiobmann und Bürger<lb break="no"/>meister von Bregenz Dkfm. <rs type="person" ref="#per__97732">Fritz Mayer</rs> feststellen konnte, war für die<lb/>
Sozialistische Partei in Vorarlberg die Delegierung sehr wichtig. Dadurch<lb/>
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der Aktion pro Vorarlberg die angenehmen Seiten einer Föderalismusdele<lb break="no"/>gation versteht. Angeblich werden die Vorarlberger Nachrichten dieses<lb/>
Problem noch stärker gegen <rs type="person" ref="#per__118211">Keßler</rs> bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Laß die Vorarlberger Nachrichten diesbezüglich<lb/>
genau beobachten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_29">Wunschgemäß habe ich auch das Problem des Bregenzer-Ache-Ausbaus, d.h. die<lb/>
Elektrizitätsversorgung Vorarlbergs in meine Messerede eingebaut. Ver<lb break="no"/>kehrsminister <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> ersuchte mich diesbezüglich ebenso die Vorarl<lb break="no"/>berger SPÖ. Ich hatte vorher loyalerweise den LH davon verständigt und<lb/>
er erklärte, er wird in seiner Rede ebenfalls auf dieses Problem eingehen<add>[, dies aber aus]</add><lb/>
<choice><choice><sic>oportionistischen</sic><corr>opportunistischen</corr></choice></choice> Gründen dann doch unterlassen. Ich habe dann auch bei<lb/>
dem Standbesuch der Vorarlberger Kraftwerke die Direktoren auf diese<lb/>
Tatsache aufmerksam gemacht. Die Vorarlberger Kraftwerke hatten vor meiner<lb/>
Zeit mit den Illwerken, sprich also Verbundgesellschaft, den Ausbau der<lb/>
Bregenzer Ache derart beschlossen, daß der obere Teil ein Speicherkraft<lb break="no"/>werk von den Illwerken, der untere Teil aber durch die Vorarlberger<lb/>
Kraftwerke erfolgt. Die erste Kraftwerksstufe wurde für 2 Jahren von<lb/>
LH <rs type="person" ref="#per__118211">Keßler</rs> und mir eröffnet. Jetzt erklären aber die Vorarlberger Kraft<lb break="no"/>werke, daß sie den weiteren Ausbau erst in das nächste Jahrtausend ver<lb break="no"/>legen, um den Verkehrsminister zu zwingen, die Nebenbahn Bregenz-Bezau,<lb/>
die berühmte Bregenzerwaldbahn neu in Betrieb zu nehmen. Durch einen<lb/>
großen Felsrutsch wurde die Bahnanlage sehr zerstört. Eine Überprüfung<lb/>
hat jetzt ergeben, daß 211 Mio. S investiert werden müßten und dann trotz<lb break="no"/>dem ein jährlicher Betriebsverlust von 50 Mio. entstehen würden. Da jetzt<lb/>
die Bregenzerwaldgemeinden auf den Ausbau der Bahn bestehen, will Vor<lb break="no"/>arlberg mit seiner Elektrizitätsgesellschaft keine Entscheidung über den<lb/>
Ausbau der Kraftwerksstufe treffen. Ich habe daher erklärt, wenn dies<lb/>
zutrifft, würden wir darin einen Bruch der seinerzeitigen Vereinbarungen<lb/>
über den Ausbau sehen und es bliebe zu untersuchen, ob dann nicht die Ill<lb break="no"/>werke eine diesbezügliche Revision des Vertrages anstreben müßten. Dies<lb/>
hat auf <rs type="person" ref="#per__118211">Keßler</rs> und den Vorarlberger Kraftwerken wie eine Bombe gewirkt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Ich möchte mit MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> darüber sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_31">Vor einer Aussprache mit den Bregenzerwaldvertretern wurde mir bei der<lb/>
Hinreise mitgeteilt, daß eine Demonstration mich in Andelsbuch sprechen<lb/>
wollte. Dort war auf dem Marktplatz eine größere Menschenmenge versammelt,<lb/>
die Musikkapelle hatte dort sozusagen für entsprechende Unterhaltung ge<lb break="no"/>sorgt und ich wurde von einer Gruppe junger Bregenzerwälder empfangen.<lb/>
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            <pb n="60-0947" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-07-22_1981-07-26_0947.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_32">Sie sangen entsprechende Bregenzerwaldlieder, nachdem ich den Text<lb/>
bekommen hatte, habe ich sofort mitgesungen, und überreichten mir dann<lb/>
einen offenen Brief an die Bundesregierung, freundlicherweise auch mit<lb/>
einem Stück Bergkäse. Da man mir so leicht ein Fußach nicht bereiten<lb/>
kann, habe ich erklärt, ich kenne die Bregenzerwaldprobleme sehr genau,<lb/>
1971 habe ich hier auf Wunsch der Bregenzerwälder Gemeinden mit dem<lb/>
damaligen Verkehrsminister<add>[die]</add> letzte Dampflok, die auf einem Schrotthaufen<lb/>
gelagert war, für die Gemeinde Bezau gekauft und heute steht diese Lok<lb/>
noch als Denkmal am Hauptplatz. Da ich wieder nach Vorarlberg kommen<lb/>
möchte, verspreche ich daher den Demonstranten, als daß ich selbstver<lb break="no"/>ständlich ihre Wünsche an den Bautenminister, die Straßen werden zu breit<lb/>
gebaut und zerstören die Landschaft, als auch den Wunsch der jungen Leute<lb/>
die Bregenzerwaldbahn aufrechtzuerhalten, dem Verkehrsminister weiter<lb break="no"/>leiten<add>[werde]</add>. Da ich aber auch für die Elektrizität zuständig bin, muß es<lb/>
auch in meinem Ministerium im Einvernehmen mit den Bregenzerwaldgemeinden<lb/>
zu entsprechender Abstimmung kommen, da ja gerade die jungen Leute ver<lb break="no"/>langen, daß man keine Atomkraft verwendet, die schädlichen Abgase der<lb/>
Kohlekraftwerke und Ölkraftwerke womöglich vermeiden soll, weshalb ja<lb/>
nur mehr die saubere Wasserkraftenergie bleibt. Hier müßten doch alle<lb/>
Vorarlberger ein Interesse daran haben, daß dies weitestgehend und<lb/>
schnell ausgebaut wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_33">Auch in Bezau wurde ich dann von einer neuerlichen Delegation gestellt.<lb/>
Dort hatten diese aber bereits vorher mit LRat <rs type="person" ref="#per__114554">Rümmele</rs>, wie ich glaube,<add>[eine]</add><lb/>
sehr ernste Auseinandersetzung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_34">Bei der Aussprache mit den Gemeinden, an der auch LRat <rs type="person" ref="#per__114554">Rümmele</rs> und Dipl.<lb/>
Ing. <rs type="person" ref="#per__133802">Batlogg</rs>, der LAbg. des Gebietes, teilnahmen, wurden die notwendigen<lb/>
Forderungen, der ja ansonsten ausschließlich ÖVP-zusammengesetzten Teil<lb break="no"/>nehmer im einzelnen besprochen. Der Bürgermeister von Bezau teilte mit,<lb/>
daß die Gemeinde beschlossen hat, 1 Mio. S Zuschuß für die Instandhaltung<lb/>
der Bahn aus ihrem kleinen Budget zu leisten. Ich versprach auch dies<lb/>
dem Verkehrsminister mitzuteilen. Alle dort Anwesenden waren unbedingt<lb/>
für die Aufrechterhaltung der Bahn. LRat <rs type="person" ref="#per__114554">Rümmele</rs> meinte, die Landesre<lb break="no"/>gierung, so könnte er es sich zumindestens vorstellen, würde auch einen<lb/>
beträchtlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_35">ANMERKUNG FÜR HAFFNER; Bitte dem Verkehrsministerium mitteilen.<add>erledigt [Paraphe Burian]</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_36">Dir. <rs type="person" ref="#per__133803">Beman</rs>, Dir. des Fremdenverkehrsverbandes Bregenzerwald, beschwerte<lb/>
sich, daß noch immer die 40.000-S-Grenze für Privatzimmervermietung<lb/>
<pb n="60-0948" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-07-22_1981-07-26_0948.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>existiert. Dies bedeutet, daß viele Gäste deshalb nicht gemeldet wer<lb break="no"/>den, wenn der Private an die 40.000-S-Grenze herankommt. Ich habe ihm<lb/>
eine Intervention beim Finanzministerium diesbezüglich zugesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll ein diesbezügliches Schreiben vorbe<lb break="no"/>reiten.<add>Jagoda mitgeteilt [Paraphe Burian]</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_38">Der Bürgermeister von Schröcken, der kleinsten Gemeinde des Bregenzer<lb break="no"/>waldes, ersuchte mich um Intervention bei dem Bautenminister, damit die<lb/>
Hochtannbergstraße jetzt endlich ausgebaut wird. Vor dem Krieg war es<lb/>
ein Bauhilfsweg, der jetzt zwar wesentlich besser ausgebaut ist, doch<lb/>
können die Autobusse kaum bis zu den Liften vordringen. Dies bedeutet<lb/>
im Winter für die Gemeinde einen ungeheuren Verlust. Dr. <rs type="person" ref="#per__114554">Rümmele</rs> erklär<lb break="no"/>te, daß die Landesregierung dieses Straßenbauvorhaben als höchste Prio<lb break="no"/>rität bezeichnet. Das Bautenministerium hat auch angeblich schon zuge<lb break="no"/>stimmt, daß jetzt endlich diese Hochtannbergstraße in Angriff genommen<lb/>
werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte wegen Straßenausbau Andelsbuch und Hoch<lb break="no"/>tannberg im Bautenministerbüro intervenieren und Unterlagen für mich<lb/>
anfordern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_40">Der neue Leiter der Bregenzer Festspiele, <rs type="person" ref="#per__133859">Rhomberg</rs>, erklärte mir seine<lb/>
Konzeption. Diese stimmt, wie ich sehr erfreut feststellte, mit meinen<lb/>
jetzt ein Jahrzehnt alten Überlegungen überein. Bregenz kann und soll<lb/>
kein Abklatsch von Salzburg sein. Das Publikum ist dort ein anderes,<lb/>
weder so zahlungskräftig noch so exklusiv. Die Bregenzer Festspiele, ins<lb break="no"/>besondere die Seeaufführung muß ein richtiges Spektakel sein, damit ins<lb break="no"/>besondere die deutschen Gäste in den Scharen kommen, wie man sie erwar<lb break="no"/>tet und wie die fast 4000 Plätze fassende Seebühne auch dringend braucht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_41">Bgm. <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> ist wegen des Hotelneubaus und den Verhandlungen mit dem Ver<lb break="no"/>kehrsbüro sehr enttäuscht. Derzeit verhandelt er mit 4 anderen Gesell<lb break="no"/>schaften. Mein Tip war für ihn, er sollte die zahlungskräftigste und<lb/>
vor allem die mit den größten internationalen Verbindungen nehmen, damit<lb/>
dann dieses Hotel eine gute Auslastung erreichen kann. Sollte dies eine<lb/>
ausländische Gesellschaft sein, würde ich nicht nur nichts dagegen haben,<lb/>
sondern dies sogar im Interesse der Stadt Bregenz befürworten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was weiß MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> davon?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_43">Der Frühschoppen am Sonntag in Feldkirch des Freien Wirtschaftsverbandes<lb/>
war natürlich eine Exklusivveranstaltung der paar Wirtschaftsverbandsmit<lb break="no"/>glieder. In Vorarlberg kann, wenn eine Parteiorganisation einladet, man<lb/>
immer nur damit rechnen, daß nur geeichte Genossen kommen. Ich habe des<lb break="no"/>halb in der Vergangenheit immer wieder ersucht, direkt zu Bürgerveranstal<lb break="no"/>tungen, wenn ich an die Steinbruchdiskussion in Hohenems denke, oder zu<lb/>
offiziellen Veranstaltungen, wie Bregenzerwaldgespräche, vor allem aber<lb/>
zu Pressekonferenzen bei Messebesuchen offizielle Veranstaltung also zu<lb/>
arrangieren. Diesmal haben wir den Fehler gemacht, daß das Pressegespräch<lb/>
nach der Messereröffnung unterblieb. Ursprünglich hatte <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> gedacht,<lb/>
daß die Presse nach Bezau kommen wird, um an den Gesprächen dort teilzu<lb break="no"/>nehmen. Dies wurde sehr erfolgreich von den Veranstaltern insoferne abge<lb break="no"/>wehrt, als man die Presse nicht einmal zugelassen hat. Dies hat <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs><lb/>
erst zu spät erfahren und sich darüber furchtbar geärgert. Da ich die<lb/>
Vorarlberger jetzt seit über 1 Jahrzehnt genau kenne, war ich von dieser<lb/>
Entscheidung gar nicht überrascht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_44">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bei der nächsten Messeeröffnung machen wir wieder<lb/>
über Veranlassung der Presse das gewünschte Pressegespräch am Nachmittag,<lb/>
dies erscheint mir wichtiger als eine Aussprache mit den ÖVP-Verantwort<lb break="no"/>lichen der reinen ÖVP-Kleinstveranstaltungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_45">Bei der Rückfahrt von Bregenz konnten wir feststellen, daß in Vorarlberg<lb/>
keine, wohl aber in Tirol einige Tankstellen geschlossen hatten. Während<lb/>
meiner Abwesenheit aus Wien hat sich die Ölpreisverhandlung und Versor<lb break="no"/>gungssicherungsbesprechungsvorbereitung wesentlich verschlechtert. Auf<lb/>
der einen Seite wurde durch vertrauliche Information bekannt, daß in<lb/>
Klagenfurt resp. Villach entsprechende Benzintanks der ÖBB nicht sofort<lb/>
entladen werden, sondern dort angeblich zurückgehalten werden. Die Menge<lb/>
die dort lagert, ist natürlich für die Öffentlichkeit aufreizend, be<lb break="no"/>trägt aber angeblich nur einen Zweitagesbedarf von Kärnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-22_46">Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat angerufen und da er mich nicht angetroffen hat,<lb/>
angekündigt, er wird jetzt die ganze Frage an sich ziehen. Ein Telefon<lb break="no"/>gespräch mit ihm hat dann ergeben, daß er nur zumindestens mir gegenüber<lb/>
erklärte, er wollte nur wissen, wie es jetzt überhaupt weitergeht. Ob<lb/>
er zur Montagssitzung kommen wird, steht noch nicht fest, mir gegenüber<lb/>
erklärte er, er beabsichtigt dies nicht, obwohl er es vorher gegenüber<lb/>
meinem Büro angekündigt hat.<lb/>
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               <persName><surname>Zluwa</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
               <persName><surname>Haffner</surname><forename>Konrad</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
               <persName><surname>Lausecker</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <persName type="label">Streicher, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Streicher</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Wiener Metallwerke, Vereinigte Metallwerke Ranshofen, GD Austria Metall
                  AG</occupation>
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               <persName type="label">Rhomberg, Günter</persName>
               <persName><surname>Rhomberg</surname><forename>Günter</forename></persName>
               <occupation>Präs. Bregenzer Festspiele ab 1981</occupation>
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               <persName type="label">Malzacher, Hans Michael</persName>
               <persName><surname>Malzacher</surname><forename>Hans Michael</forename></persName>
               <occupation>GD Steyr-Daimler-Puch</occupation>
               </person>
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               <persName type="label">Marsch, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Zemljaric, Janez</persName>
               <persName><surname>Zemljaric</surname><forename>Janez</forename></persName>
               <occupation>slowen. MP</occupation>
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               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Keßler, Herbert</persName>
               <persName><surname>Keßler</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>LH Vbg., ÖVP</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
               <persName><surname>Satzinger</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Mayer, Fritz (Politiker)</persName>
               <persName><surname>Mayer</surname><forename>Fritz (Politiker)</forename></persName>
               <occupation>Bgm. Bregenz</occupation>
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               <persName type="label">Wittmann, B</persName>
               <persName><surname>Wittmann</surname><forename>B</forename></persName>
               <occupation>Fa. Blum Möbelbeschläge, Höchst (Vbg.)</occupation>
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