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            <title type="main">Dienstag, der 21. Juli 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band60_1981-07-21</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_01">Dienstag, 21. Juli 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_02">Beim Jour fixe mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilte ich mit,<lb/>
daß die Verhandlungen in München mit der BRD über die Herkunftsbe<lb break="no"/>zeichnungsabkommen den österreichischen Wünschen entsprechend abgeschlos<lb break="no"/>sen werden konnten. Ich war sehr überrascht, daß <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> davon noch<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_03">Bezüglich der Patentgebührenerhöhung versuchte ich <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, der die An<lb break="no"/>gelegenheit auch nicht kannte, dahingehend festzulegen, daß ich diese<lb/>
mit Zustimmung der Handelskammer im November 1981 erhöhen würde. Zu<lb/>
diesem Zeitpunkt wird auch die europäische Patentorganisation die<lb/>
Gebühren, die wesentlich höher sind als die österreichischen, ebenfalls<lb/>
erhöhen. Die Handelskammer spricht sich nach wie vor dagegen aus, daß<lb/>
ich ermächtigt werde, in Hinkunft durch Verordnungsermächtigung die<lb/>
Gebühren sozusagen im vereinfachten Verfahren erhöhen zu können. Als<lb/>
Kompromiß kann ich mir vorstellen, daß wenn die Handelskammer den<lb/>
Erhöhungen zustimmt, auf diese Verordnungsermächtigung zu verzichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97688">LEBERL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wir sollten dieses Kompromiß anstre<lb break="no"/>ben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_05">Die Bundeshandelskammer erklärte mir dezidiert, daß sie mit der Schule<lb/>
der Kaufmannschaft nichts zu tun hat, dafür ist ausschließlich der<lb/>
Obmann, LAbg. <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs>, und als Geschäftsführerin die NR <rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs> zuständig.<lb/>
Die <rs type="person" ref="#per__133755">Rosner</rs>-Affäre, eine Lehrerin, die überstellt werden sollte, aber in<lb/>
einer dezenten Hose zur Vorstellung erschien, wurde abgewiesen, geht<lb/>
also die Bundeshandelskammer nichts an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_07"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wehrt sich strikt, die 7.000 S Stornogebühr für den sowje<lb break="no"/>tischen Glasminister, der von der Handelskammer im Intercontinental<lb/>
untergebracht wurde und wofür unachtsamerweise durch das Handelsmini<lb break="no"/>sterium im Imperial doppelt bestellt wurde, zu bezahlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_09">Der Altbürgermeister von Lech, <rs type="person" ref="#per__131457">Pfefferkorn</rs>, wurde vom Innenministerium<lb/>
zu einer Auszeichnung beim Bundespräsidenten eingereicht und hat nicht<lb/>
als bedeutender Gastwirt und Kammerfunktionär, sondern als Bürgermeister<lb/>
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Die Vorarlberger Landesregierung hat gerechnet, daß er das Goldene<lb/>
Ehrenzeichen bekommt. Jetzt wird beim Bundespräsidenten <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
interveniert, daß er die Auszeichnung rückgängig macht und im höheren<lb/>
Grad gibt. Ich bin sehr gespannt, ob dies tatsächlich gelingt.<lb/>
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Kommerzialratstitel eingeben kann oder will und ersucht mich, ob ich<lb/>
bereit bin, diesen für die Statistik des Außenhandels vorzuschlagen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wird mir den Namen nachnennen, ich selbst erkläre nur, ich<lb/>
werde mich beim Bundeskanzler, der ja letzten Endes die Ernennung durch<lb break="no"/>führt, einsetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_12">Die Handelskammer ist aufgescheucht, daß für die jugoslawischen Urlauber<lb/>
nicht nur jetzt 1.500 Dinar auf Schilling umgetauscht werden, sondern<lb/>
angeblich auch jetzt 1.500 Dinar Abgabe für die Ausreisegenehmigung<lb/>
sozusagen bezahlt werden muß. Dies entspricht dem seinerzeitigen von<lb/>
Deutschland 1936 eingeführten 1.000-RM-Sperre. Damit wird den Jugosla<lb break="no"/>wen der Urlaub im Ausland sehr verteuert. Ich wundere mich, daß ich<lb/>
davon noch gar nichts erfahren habe.<lb/>
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resp. die ÖFVW.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_14">Die Handelskammer Kärnten wünscht zu ihren 130 jährigen Bestand ein<lb/>
außerordentliches Kommerzialratstitelkontingent. Bei 125 Jahre war<lb/>
Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> sehr großzügig. Ich ersuche um ein<lb/>
schriftliches Ansuchen und werde dann mit Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
selbst darüber sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_16">Ich übergebe der Handelskammer das Protokoll über die Getreidevereinba<lb break="no"/>rung mit der Landwirtschaft. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> gibt zu, daß doch wesentliche Ver<lb break="no"/>besserungen auch für den Handel resp. Mühlen erreicht wurden, trotzdem<lb/>
weigert sich die Handelskammer das Protokoll mit zu unterschreiben. Da<lb/>
diese Materie primär den Landwirtschaftsminister betrifft, kann ich<lb/>
mich nicht sehr stark machen, die Handelskammer unbedingt einzubinden.<lb/>
Mit der Taktik sich aber immer mehr von den gemeinsamen Aktionen in der<lb/>
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aber auf alle Fälle auf der Strecke bleiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_18">Für die wirklich bedeutenden Leistungen des Dr. <rs type="person" ref="#per__114666">Köllerer</rs>, Vertreter<lb/>
der Mühlenindustrie und gleichzeitig aber der einzige, der all die Be<lb break="no"/>rechnungen exakt durchführt, wird dieser von der Handelskammer für eine<lb/>
größere Auszeichnung eingereicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_19">Ich urgiere auch den Auszeichnungsantrag für KR <rs type="person" ref="#per__117633">Hrabac</rs>. Die Handelskam<lb break="no"/>mer hat noch keinen endgültigen Verzicht von ihm auf das Ansuchen zur<lb/>
Führung des Staatswappens. Ich erkläre dezidiert, daß er dies bei<lb/>
seiner Aussprache mit mir auch dem SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> erklärt hat, weshalb der<lb/>
Akt bei uns erledigt ist. Ich schlage vor, daß nicht nur über den Fall<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117633">Hrabac</rs>, sondern über die Immobilienmakler und Verwalter, über Inkasso<lb break="no"/>büros, über Kreditinformationsbüros, über Vermögensberater und ähnlichen<lb/>
Berufsgruppen zwischen dem SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und Präsidialist <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs> die Liste<lb/>
jetzt festgelegt wird, wo aus den bekannte Gründen in Hinkunft gar<lb/>
kein Ansuchen bezüglich Führung des Staatswappens gestellt werden sollte.<lb/>
Die Handelskammer kann sich dazu noch nicht entschließen, weil sie<lb/>
vorher noch im VKI klären wollen, welche Benachteiligungen den Konsumenten<lb/>
bei diesen Gruppen erwachsen würden. Gleichzeitig aber will die Han<lb break="no"/>delskammer, wie sie sagt, das alleinige Vorgehen des Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> im VKI<lb/>
diskutieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, VKI, informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_21"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> urgiert neuerdings, daß die Importpreisregelung für Schrott<lb/>
unverzüglich aufgehoben gehört. Ich verweise darauf, daß vorher mit<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> als Verbandsobmann der Stahlindustrie bezüglich der ge<lb break="no"/>samten Schrottlenkung Verhandlungen geführt werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wo bleibt die versprochene Unterlage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_23">Bezüglich der Fernsehsendung Made in Austria, welche der selbe Verein<lb/>
jetzt mit dem ORF endgültig abschließen sollte, kann die Handelskammer<lb/>
auch nach Meinung Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrers</rs> nicht für jede Sendung mit der<lb/>
Wirtschaft gemeinsam eine Mio. S Gewinne zur Verfügung stellen. Ich er<lb break="no"/>kläre, daß man über dieses Problem mit dem ORF sicherlich reden kann<lb/>
und daß es möglich sein müßte, ansonsten würde ich diese Funktion über<lb break="no"/><pb n="60-0936" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-07-21_0936.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nehmen, Firmen zu gewinnen, die sehr wohl an dieser Sendung und damit<lb/>
auch an der Gewinnzurverfügungstellung interessiert sind. Da die<lb/>
Handelskammer die Pilot-Sendung nicht kennt, schlage ich <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> vor,<lb/>
ich werde eine entsprechende Vorführung veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> soll Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_25">Beim Verlassen der Handelskammer traf ich beim Portier zufällig Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114471">Steinacker</rs>, den Pressereferenten. Da ihn Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> nicht<lb/>
kannte, stellte ich ihn ihr vor. In ihrer liebenswürdigen Art meinte<lb/>
sie zu <rs type="person" ref="#per__114471">Steinacker</rs>, der Brief, den er Dr. <rs type="person" ref="#per__97843">Preiß</rs> wegen der Belangsendung<lb/>
der Handelskammer geschrieben hat, war nicht sehr höflich. Die Han<lb break="no"/>delskammer hat dort von der Melkkuh Wirtschaft gesprochen und gleich<lb break="no"/>zeitig einen Busen einer Kellnerin gezeigt. <rs type="person" ref="#per__114471">Steinacker</rs> regte sich<lb/>
wegen des Eintretens <rs type="person" ref="#per__109808">Albrechts</rs> für <rs type="person" ref="#per__97843">Preiß</rs> furchtbar auf. Auf Wienerisch<lb/>
ausgedrückt, je mehr er sich aufpudelte, umso ruhiger und charmanter<lb/>
wurde <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>. Ich habe in meinem Leben noch niemals erlebt, wie man<lb/>
sich allein durch solches Verhalten ins Unrecht setzen kann. Erklären<lb/>
kann ich mir dieses Verhalten von <rs type="person" ref="#per__114471">Steinacker</rs> nur, daß er wie Gen.-<lb/>
Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ja <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> mitteilte, bei der Besprechung dieser Belang<lb break="no"/>sendung selbst gegen diese Szene Bedenken gehabt hat. Da aber eine<lb/>
Frau als Regisseurin und auch eine zweite als Verantwortliche auf dieser<lb/>
Sendung bestanden, wurde sie dann letzten Endes dann tatsächlich gesen<lb break="no"/>det.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> soll diese Sendung auch Gen.Sekr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mit Made in Austria Sendung vorführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_27">Die Verhandlung über die Benzinpreisdelegierung mit den 4 Landeshaupt<lb break="no"/>leuten resp. von diesen gesendeten Landesräten verlief eigentlich, wie<lb/>
ich erwartet habe. Alle 4 sprachen sich dagegen aus, daß sie jetzt einen<lb/>
Benzinpreis festsetzen sollten oder würden. Sie bestritten, daß sie<lb/>
mehr Informationen über die Versorgungslage in ihren Ländern haben.<lb/>
Interessanterweise stellte sich aber dann doch heraus, daß z.B. die<lb/>
Tirol, LRat <rs type="person" ref="#per__112937">Huber</rs> war von seinem Hofrat Dr. <rs type="person" ref="#per__133760">Pick</rs> begleitet, wissen, daß<lb/>
90 % Importbenzin von den Multis nach Tirol gebracht werden. Die Unter<lb break="no"/>lagen stammen, wie <rs type="person" ref="#per__133760">Pick</rs> mitteilte von, wie er sagte, Unter-Verschluß-<lb/>
Ziffern. LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs>, derzeit in Kärnten amtierend, wieder konnte<lb/>
mitteilen, daß die ÖMV täglich 2 Züge nach Kärnten schickt. Dies wußte<lb/>
er, wie er sagte, aber als Eisenbahner. LRat <rs type="person" ref="#per__113008">Radlegger</rs> von Salzburg wie<lb break="no"/><pb n="60-0937" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-07-21_0937.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der erklärte, daß sie bei den beiden Tankstellen am Walserberg und<lb/>
Golling, wo nicht die vollen Benzinmengen abgegeben wurden, direkt in<lb break="no"/>tervenierten. Der Wirtschaftslandesrat Dr. <rs type="person" ref="#per__114554">Rümmele</rs> von Vorarlberg hatte<lb/>
eine Kalkulation, wonach von den Schweizer Preisen ausgehend, die Fir<lb break="no"/>men mit 10,90 S ohne Gewinn Superbenzin verkaufen könnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_28">Der langen Verhandlung kurzer Sinn war, diese 4 Länder lehnen eine<lb/>
Regelung, die nur sie betrifft, entschieden ab und wollten, daß ich<lb/>
die Delegierung sofort widerrufe. Ich erklärte, daß ich dieses Fang<lb break="no"/>netz für die Länder nach wie vor belasse, solange nicht eine gemein<lb break="no"/>same Lösung gefunden ist. LRat <rs type="person" ref="#per__112937">Huber</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__133760">Pick</rs> von Tirol stehen<lb/>
übrigens auf dem Standpunkt, daß mit der Delegierung automatisch auch<lb/>
die Benzinpreisfreigabe indirekt delegiert wurde. Die Tiroler hatten<lb/>
scheinbar erwogen, weil sie dies auch mir gegenüber andeuteten, gege<lb break="no"/>benenfalls die Autobahntankstellen von Kufstein bis auf den Brenner aus<lb/>
der Benzinpreisregelung herauszunehmen, damit für den Transitverkehr<lb/>
jedwede Benzinmengen zur Verfügung stehen. Die Idee wäre demnach, bei<lb/>
Grenztankstellen insbesondere gegenüber Italien, auf Autobahnen vielleicht<lb/>
auch auf bei anderen, wie z.B in Arnoldstein, die Benzinpreise freizu<lb break="no"/>geben. Wenn in Österreich der Super 10.90 kostet und in Italien 14,05,<lb/>
dann kann man mit Sicherheit rechnen, daß alle versuchen in Österreich<lb/>
noch voll aufzutanken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte diese Rechtsfrage genau prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_30">LRat <rs type="person" ref="#per__114554">Rümmele</rs> brachte eine neue Idee, man sollte die Preise generell<lb/>
festsetzen, gegebenenfalls erhöhen und dann eine Preisprüfung ex post<lb/>
anordnen. Nach diesem Vorschlag würden wir, wenn es zu einer Preiser<lb break="no"/>höhung jetzt neuerdings kommt, die Auflage in die Verordnung aufnehmen,<lb/>
daß die Notwendigkeit dieser Preiserhöhung ziffernmäßig nachzuweisen<lb/>
ist. Dabei könnte man dann feststellen, wieso trotz angeblich unzuläng<lb break="no"/>licher Preise dann letzten Endes diese doch bei einzelnen Firmen wie<lb/>
z.B. Mobil, aber auch ÖMV gigantischen Supergewinne entstehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Diese Idee sollte man weiterverfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_32">Da die Ländervertreter zu einem Vorgehen nicht zu bewegen waren, sie<lb/>
erklärten auch überzeugend, daß sie gar nicht die personellen und<lb/>
sachlichen Voraussetzungen für eine Preisbestimmung hätten, und da sie<lb/>
auf gar keinen Fall mehr als 4 Länder nur agieren wollen, mußte ich ei<lb break="no"/>nen Ausweg aus dieser Situation suchen. Die einzige Möglichkeit, die<lb/>
<pb n="60-0938" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-07-21_0938.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ich sah, war, von den Firmen jetzt schriftlich die Unterlagen über die<lb/>
Versorgung mit Benzin in den Bundesländern zu verlangen, gleichzeitig<lb/>
zur nächsten Besprechung alle Landeshauptleute einzuladen und eigent<lb break="no"/>lich nach dem Motto vorzugehen, Zeit gewonnen, alles gewonnen. Insbe<lb break="no"/>sondere durfte und konnte ich nicht auf die Drohung der beiden Öl<lb break="no"/>firmen BP und Agip<add>[eingehen? reagieren?]</add>, entweder bis Freitag ist der neue Benzinpreis fest<lb break="no"/>gesetzt oder die beiden Firmen werden nichts mehr importieren. Aus<lb/>
diesem Grund einigten wir uns dann mit den vier Ländern am Montag mit<lb/>
allen Bundesländern nach Vorlage der gewünschten Unterlagen die Ge<lb break="no"/>spräche weiterzuführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_33">SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat in einem Fernschreiben an die Landeshauptleute, aber auch<lb/>
an die Bundeshandelskammer und den Fachverband zweckmäßigerweise die<lb/>
sehr geschickte Formulierung gebraucht, daß aufgrund des Schreibens<lb/>
der Handelskammer, die Preisregelung aufzuheben, dies die Grundlage für<lb/>
ein Preisvorprüfungsverfahren ist. Daher wird im Zuge dieses Preis<lb break="no"/>vorprüfungsverfahrens jetzt um entsprechende Auskunft bezüglich der<lb/>
Benzinversorgung, Mengen und preismäßig für die einzelnen Bundesländer<lb/>
von den einzelnen Firmen die Unterlage verlangt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_34">Die Pressekonferenz zog sich sehr lange hin und es wurden insbesondere<lb/>
die Stellungnahmen der Länder besonders gefragt, die sicherlich dann<lb/>
auch bei den Veröffentlichungen eine große Rolle spielen werden. Die<lb/>
ablehnende Haltung aller dieser 4 Länder wird es mir verdammt schwie<lb break="no"/>rig machen aus dem Dilemma herauszukommen, dies umso mehr, als zwar<lb/>
LRat <rs type="person" ref="#per__114554">Rümmele</rs> noch immer auf dem Standpunkt steht, am besten ist es den<lb/>
Benzinpreis freizugeben, während LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs>, der mich vor ein<lb/>
paar Tagen noch aufforderte, ich müßte regieren und gegen die Gewerk<lb break="no"/>schaft eben den Benzinpreis freigeben, jetzt um 180 Grad umgeschwenkt<lb/>
ist und meint, er ist absolut gegen eine Benzinfreigabe, denn dann<lb/>
könnte in Kärnten ein höherer Preis durch die teureren italienischen<lb/>
Importe eintreten als in anderen Bundesländern. Dies ist nämlich die<lb/>
paradoxe Haltung der Länder. Auf der einen Seite plädieren sie alle<lb/>
für einen einheitlichen Benzinpreis auf der anderen Seite aber wollen<lb/>
sie eine Preisfreigabe. Ich bin fest davon überzeugt, daß wenn der<lb/>
Benzinpreis freigegeben wird, dieselbe Preisdifferenzierung entstehen<lb/>
wird, wie dies auch beim Diesel der Fall war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_35">Spät abends wurde ich dann informiert, daß zu der Aussprache am Montag<lb/>
nicht der Sprecher der Mineralölwirtschaft GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> kommen würde, weil<lb/>
er in Salzburg auf Urlaub ist. Ein Telefongespräch mit ihm führte<lb/>
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zur Verfügung zu stellen und dann auch zu der Aussprache selbst zu<lb/>
erscheinen. Bis zu diesem Zeitpunkt müßten wir aufgrund der vorliegen<lb break="no"/>den Unterlagen den Landeshauptleuten nachweisen können, daß entweder<lb/>
die Versorgung tatsächlich gesichert ist oder es in einzelnen Bundes<lb break="no"/>ländern zu Versorgungsschwierigkeiten kommen muß. Um diese abzuwehren,<lb/>
hoffe ich, daß die Landeshauptleute dann dezidiert erklären, es wäre<lb/>
ihnen lieber, um die Versorgung sicherzustellen, den Benzinpreis entwe<lb break="no"/>der beträchtlich zu erhöhen oder gegebenenfalls freizugeben. Mit die<lb break="no"/>sen Erklärungen müßte sich dann die Preiskommission unverzüglich, wenn<lb/>
notwendig, in Tag- und Nachtsitzungen beschäftigen, um zu einer einver<lb break="no"/>nehmlichen Auffassung zu gelangen. Zwischenzeitig müßte ich dann mit<lb/>
dem Präsidenten der Interessensvertretungen und den beteiligten Mini<lb break="no"/>stern versuchen eine Endlösung zu erreichen. Wie immer die Entscheidung<lb/>
ausfällt, der Schwarze Peter bleibt sicher bei mir, derzeit weiß ich<lb/>
noch nicht endgültig, wie ich aus dem ganzen Dilemma herauskommen<lb/>
werde. Bei meinen Besuchen im Burgenland wurde ich schon darüber ange<lb break="no"/>sprochen, wann die nächste Benzinpreiserhöhung kommt. Telefonisch hat<lb/>
man mir von Konsumenten, die aber, aus den Äußerungen klar zu erkennen,<lb/>
Genossen waren, darauf verwiesen, daß es auch billigere Elektrizitäts<lb break="no"/>preise im Westen gibt, weshalb sich die nicht aufregen sollen, wenn<lb/>
der Benzinpreis teurer wird als im Osten. Da jetzt eine Saure-Gurken-<lb/>
Zeit bei den Massenmedien ist, wird der Benzinpreis ganz besonders um<lb break="no"/>fangreich, delikat und natürlich entsprechend hochgespielt gebracht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_36">Zur Staatswappenverleihung für die Fa. <rs type="person" ref="#per__133764">Frauenberger</rs> in Neudörfl kam ich<lb/>
um 1 1/2 Stunden zu spät; da jedermann wußte, daß ich diese Benzin<lb break="no"/>preisverhandlungen führe, war man angeblich nicht böse, für mich war<lb/>
es aber sehr peinlich. Dieser Betrieb ist 1975 von einem 35-jährigen,<lb/>
eigentlich sehr jungen Buchbinder auf die grüne Wiese gebaut worden.<lb/>
Der Bürgermeister hat bei seiner Begrüßung selbst erzählt, welch große<lb/>
Bedenken er um die Gemeinde gehabt hat. Ich weiß nicht, wie der junge<lb/>
Mann diese 20 Mio. S Investition finanzierte, er sagte mir, er arbeitet<lb/>
jetzt mit guten Erträgen, hat derzeit 75 Beschäftigte und wird in<lb/>
kürzester Zeit 100 beschäftigen. Viele Wiener Druckereien, aber auch<lb/>
andere lassen bei ihm binden, wodurch er nicht zuletzt durch die Schul<lb break="no"/>buchaktion gut ausgelastet ist. Überhaupt habe ich das Gefühl, wäre<lb/>
es für das graphische Gewerbe verhängnisvoll, wenn die so teilweise mit<lb/>
Recht kritisierte Schulbuchaktion eingestellt würde oder auch nur in<lb/>
eine Schülerlade umgewandelt wird. Die ausfallenden Druckaufträge und<lb/>
in dem Fall auch Buchbinderaufträge für die Firma wären verheerend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_37">Die burgenländischen Gemeinden Podersdorf und dann vor allem Gols<lb/>
hatten Presseleute eingeladen, um ihre Fremdenverkehrsaktivitäten<add>[in]</add> Gols,<lb/>
aber ganz besonders sein Volksfest vorzustellen. Da ich auch als Auf<lb break="no"/>putz dort verwendet wurde, gab ich dem burgenländischen Radio ein<lb/>
Interview. Der Reporter, ein erwachsener mittelalterlicher Mann war<lb/>
so schüchtern, daß er mir überhaupt keine Frage stellen konnte, wollte,<lb/>
er hielt mir nur ständig das Mikrophon unter die Nase und <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> er<lb break="no"/>suchte mich, ich sollte Trompete blasen, Mundharmonika spielen und<lb/>
was weiß Gott ich noch alles machte, um eine einigermaßen akustische<lb/>
Sendung zusammenzubringen. Ein schweigender Politiker ist für einen Re<lb break="no"/>porter unangenehm, ein schweigender Reporter eine Katastrophe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-21_38">Ein zweiter Journalist war so besoffen, daß er selbst nach der Kutschen<lb break="no"/>fahrt von Podersdorf nach Gols bei der dortigen Pressekonferenz ein<lb break="no"/>schlief und schnarchend seine Anwesenheit dokumentierte. Interessanter<lb break="no"/>weise ist er während der Ausführung des Bürgermeisters gelegentlich<lb/>
aufgewacht, hat dann "richtig" gerufen und ist dann wieder eingeschla<lb break="no"/>fen. So etwas habe ich überhaupt noch nie miterlebt. Andere Journalisten<lb/>
dagegen waren an verschiedensten Fragen interessiert und haben dann auch<lb/>
entsprechende Aufzeichnungen gemacht. Was davon kommt, weiß man nicht.<lb/>
Die Frage, wenn ich im Burgenland Urlaub machen würde, wo ich hinginge,<lb/>
konnte ich dadurch abwehren, daß ich jeden Gebietsteil, den Norden,<lb/>
den See, Mittelburgenland, die Kulturszene, die neu restaurierten<lb/>
Schlösser und Sommerspiele und im Südburgenland den Wald und das<lb/>
Schwammerlsuchen besonders herausstrich. Solche Pressefahrten machen<lb/>
mir eigentlich im Grunde genommen großen Spaß, obwohl sie sehr zeitrau<lb break="no"/>bend sind.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 21.7.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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