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            <title type="main">Freitag, der  3. Juli 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band60_1981-07-03</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_01">Freitag, 3. Juli 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_02">In der Lebensmittelarbeitergewerkschaft will man von mir wissen, ob<lb/>
es möglich ist, daß die deutsche Firma Fischer Consulting International<lb/>
einen österreichischen Staatspreis für die Rationalisierung einer<lb/>
Schuhfabrik bekommen hat. Die Firma ist derzeit bei der Brau AG, und<lb/>
zwar dem Betrieb in <choice><choice><sic>Stiegl</sic><corr>der Stieglbrauerei zu</corr></choice></choice> Salzburg, um auch dort entsprechende Rationa<lb break="no"/>lisierungsvorschläge auszuarbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wer kennt diese Firma? Hat sie einen Staats<lb break="no"/>preis bekommen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_04">Bei der letzten Schulung von jungen Beamten haben diese in der Gruppen<lb break="no"/>arbeit auch graphisch ihre bisherigen Erfahrungen in Zeichnungen fest<lb break="no"/>gehalten. Ich bespreche mit einer kleineren Delegation zwei Kollegen<lb/>
und einer Kollegin ihre Probleme. Interessant für mich ist, daß es<lb/>
auch innerhalb der jungen Beamten, die in zwei Kursen bis jetzt ge<lb break="no"/>schult wurden und wo wir jetzt einen gemeinsamen Auffrischungskurs<lb/>
machen wollen, zwischen den beiden Kursen es zu keiner richtiggehenden<lb/>
Verschmelzung kommt. Schon die verhältnismäßig kurzen Einführungskurse<lb/>
führen dazu, daß sich eine eigene Gruppe der jeweiligen Teilnehmer<lb/>
herauskristallisiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte auf diese Entwicklung besonders achten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_06">Der sowjetische Sektionschef <rs type="person" ref="#per__113080">Simakow</rs> und eine 5-köpfige Delegation ver<lb break="no"/>handelt mit MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> und MR <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs> über die Konkretisierung des für<lb/>
die 80-er Jahre abgeschlossenen <choice><choice><sic>10 Jahres erweiterten Wirtschaftspro<lb break="no"/>grammes</sic><corr>erweiterten Zehn-Jahres-Wirtschaftsprogrammes</corr></choice></choice> zwischen Österreich und der Sowjetunion. Ich nütze die Gelegen<lb break="no"/>heit, um auf die große Diskrepanz der Handelsbilanz, im vorigen Jahr<lb/>
13 Mrd. S Import mit 30 % Steigerung, 6 Mrd. Export mit 10 % Verminderung,<lb/>
hinzuweisen. In den ersten Monaten des Jahres 81 kann man ca. eine gleich<lb break="no"/>mäßige 50 %-ige Export- und Importsteigerung feststellen, allerdings<lb/>
von einem fast unerträglichen Basisjahr 80. <rs type="person" ref="#per__113080">Simakow</rs> unterstreicht, daß<lb/>
dieses nicht als Basisjahr dienen dürfe, da es für die SU äußerst gün<lb break="no"/>stig diese Entwicklung, aber von der SU nicht angestrebt wurde. Er<lb/>
hätte mit<add>[dem]</add> ersten Vizeminister <rs type="person" ref="#per__127183">Komarow</rs> und dieser mit dem Ministerpräsi<lb break="no"/>denten <rs type="person" ref="#per__127768">Tichonow</rs> verhandelt, damit jetzt Schiffe, Ausrüstungen usw. ge<lb break="no"/>kauft werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_07">Als weiteres Problem verweise ich auf die jetzt in Stocken geratenen<lb/>
Verhandlungen über die große Erdgaslieferung, 40 Mrd. m³ für Westeuropa<lb/>
mit einem ca. 10 %-igen Anteil für Österreich. Die Kreditfrage und der<lb/>
Preis müßten jetzt meiner Meinung nach von der SU durch entsprechende<lb/>
vernünftige Anbote so schnell als möglich beschlossen werden. <rs type="person" ref="#per__113080">Simakow</rs><lb/>
verweist darauf, daß derzeit in Paris verhandelt wird, dann wird noch<lb/>
einmal in Italien und in Deutschland diese Frage von einer neuerlichen<lb/>
sowjetischen Delegation angeschnitten. Die Idee, daß das österreichi<lb break="no"/>sche Kreditabkommen, 10 Mrd. S, nur zu 20 % ausgenützt, erweitert und ver<lb break="no"/>längert, sowie für die Gaslieferung herangezogen werden könnte, lehne<lb/>
ich auf das entschiedenste ab. Die Kontrollbank hat mit der sowjetischen<lb/>
Außenhandelsbank stets einen eigenen Kreditrahmen für Gas-Röhrengeschäf<lb break="no"/>te vereinbart.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_08"><rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> ersucht mich, ich soll auch <rs type="person" ref="#per__113080">Simakow</rs> noch auf die österreichischen<lb/>
Verhandlungen mit Libyen bezüglich eines Planungsauftrages für Errich<lb break="no"/>tung eines Kernkraftwerkes, das letzten Endes die Sowjets liefern werden,<lb/>
besonders aufmerksam machen. Dieser wußte davon gar nichts, nebenbei<lb/>
bemerkt genauso wenig wie ich, und erklärte nur, er wird in Moskau be<lb break="no"/>richten. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> hat diesen Wunsch, auf den die Handelskammer größten<lb/>
Wert legt, daß die Sowjets davon erfahren, auf Wunsch von Austroplan<lb/>
über mich den Sowjets mitgeteilt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was wissen wir von dieser Kernkraftwerkplanungs<lb break="no"/>aktion?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_10">Bei der Sitzung in der WLV hat Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> dankenswerter<lb break="no"/>weise den Vorsitz übernommen. Diesmal steht die Ernährungswirtschafts<lb break="no"/>vorbereitung der Länder und des Landwirtschaftsministeriums zur Diskus<lb break="no"/>sion. Einleitend verweise ich darauf, daß jetzt ein Punkt der WLV, ein<lb/>
Rohstoffkonzept vom Handelsministerium ausgearbeitet wurde und der<lb/>
Presse vorgestellt. Da die Ländervertreter und auch die Parteienver<lb break="no"/>treter im WLV-Ausschuß diese Unterlagen nicht besitzen, verteilen wir<lb/>
sofort die restlich noch vorhandenen Exemplare, bevor die gedruckten<lb/>
Exemplare zur Verfügung stehen werden. Desweiteren informiere ich die<lb/>
Landesvertreter, aber vor allem die drei Sprecher der Parteien im Na<lb break="no"/>tionalrat, <rs type="person" ref="#per__97752">Mondl</rs>, <rs type="person" ref="#per__97419">Ermacora</rs>, <rs type="person" ref="#per__125822">Josseck</rs>, über die beabsichtigte Kohlenbe<lb break="no"/>vorratung. Dieser Bericht wird auch zustimmend zur Kenntnis genommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_11">NR <rs type="person" ref="#per__97419">Ermacora</rs> meint nur, es wäre vielleicht zweckmäßig, wie dies auch<lb/>
<pb n="60-0839" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-07-03_0839.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bei der zivilen Landesverteidigung geschehen ist, mit den Ländern über<lb/>
die Kompetenzabgrenzung zu verhandeln und gleichzeitig die Länder be<lb break="no"/>treffende Kompetenz durch Koordination zwischen Bund und Land und da<lb break="no"/>durch eine Artikel-15a-Lösung notwendig machen könnte. Dieselbe möch<lb break="no"/>te er in der WLV anwenden. Der SPÖ-Wehrsprecher <rs type="person" ref="#per__97752">Mondl</rs> meint sogar, es<lb/>
wäre vielleicht zweckmäßig eine Enquete über die Verfassungsfrage mit<lb/>
dem Handel und Landesverteidigungsausschuß im Parlament gemeinsam durch<lb break="no"/>zuführen. Diesen Vorschlag werde ich mit dem SPÖ-Klubobmann noch be<lb break="no"/>sprechen. Die Ländervertreter lehnen eine solche verfassungsrechtliche<lb/>
Grunddiskussion für die WLV als nicht notwendig ab. In der WLV sind<lb/>
klare<add>[-re]</add> Kompetenzverhältnisse als dies bei der zivilen Landesverteidi<lb break="no"/>gung der Fall ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_12">Die Wehrsprecher könnten sich nach Meinung Prof. <rs type="person" ref="#per__97419">Ermacora</rs> sich bei der<lb/>
WLV koordinierend einschalten, wenn sie entsprechend informiert wären.<lb/>
Ich sage <rs type="person" ref="#per__97419">Ermacora</rs> und den beiden anderen sofort zu, ihnen bezüglich<lb/>
der Verhandlungen über die Energieversorgung, Energiesicherungsgesetz,<lb/>
aber auch bezüglich des Unterausschusses über die Atomkraft einen<lb/>
entsprechenden Bericht zukommen zu lassen. Ich bin zwar persönlich<lb/>
fest davon überzeugt, daß <rs type="person" ref="#per__97419">Ermacora</rs> mir nicht im entferntesten im Parla<lb break="no"/>ment in diesen Materien helfen kann, doch kann es sicherlich nicht<lb/>
schaden, wenn er auch innerhalb der ÖVP auf die Notwendigkeit einer auch<lb/>
von der WLV notwendigen Reform der Energiesicherung hinweist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte entsprechende Briefe mit den Beilagen<lb/>
über unsere bisherigen Vorschläge für die Wehrsprecher von <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> aus<lb break="no"/>arbeiten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_14">Der langjährige Präsident des Statistischen Zentralamtes, <rs type="person" ref="#per__114128">Bosse</rs>, geht<lb/>
jetzt nach 1 1/2 Jahre Verlängerung in den Ruhestand. Die Verlängerung<lb/>
hat er deshalb bekommen, weil jetzt eine Volkszählung vorbereitet wird.<lb/>
Überrascht bin ich von ihm zu erfahren, daß Dr. <rs type="person" ref="#per__133315">Schmidl</rs>, der in der<lb/>
Volkszählung eine führende Stellung einnimmt, scheinbar vom Bundes<lb break="no"/>kanzler jetzt als Präsident des Statistischen Zentralamtes ernannt<lb/>
werden soll. Soweit ich <rs type="person" ref="#per__133315">Schmidl</rs> aus meiner AK-Tätigkeit kenne, mag<lb/>
er ein guter Beamter sein, vergleichbar unserem früheren Präsidenten<lb/>
des Patentamtes <rs type="person" ref="#per__98012">Thaler</rs>, wie sehr gerade die Präsidenten solcher Organi<lb break="no"/>sationen aber für das Ansehen eines Amtes von Bedeutung sind, hat auf<lb/>
dem Patentamtsektor Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> gezeigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wißt ihr etwas über die Bestellung?<lb/>
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            <pb n="60-0840" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-07-03_0840.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_16">Die BRO von Elin, Siemens, BBC und EBG, also alle Elektroinstallations<lb break="no"/>firmen, beschweren sich bitter bei mir, daß die NEWAG ihre Netztrafos<lb/>
in Frankreich kauft. Auch die OKA hat jetzt in Belgien einen 17.500<lb/>
MVA bestellt, nur weil er angeblich um 10 % billiger ist als der öster<lb break="no"/>reichische Einkaufspreis. Der NEWAG-Auftrag, wenn er an Frankreich ver<lb break="no"/>geben würde, würde einen Jahresbedarf dieser E-Gesellschaft decken. Mit<lb/>
Recht verweisen diese Metallarbeiter darauf, daß die E-Wirtschaft ein<lb/>
Monopolbetrieb ist und man erwartet, daß sie österreichische Firmen<lb/>
beschäftigt. MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> wird dies sofort untersuchen und ich werde ge<lb break="no"/>gebenenfalls mit GD <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> persönlich verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte einen Brief an die NEWAG mit <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> und<lb/>
E-Sektion besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_18">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB einigen wir uns über die<add>[sich]</add> durch eine Ge<lb break="no"/>treidepreis<add>[-erhöhung?]</add> ergebende Mehl- und Brotpreiserhöhung. Im Prinzip stimmt<lb/>
die AK zu, daß diesmal der Brotpreis nicht um 60 Groschen, sondern um<lb/>
70 Groschen, genauso wie der Mehlpreis statt 50 offenes, 60 Groschen<lb/>
verpacktes Mehl um 70 Groschen erhöht werden könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_19">Bezüglich der Benzinpreiserhöhung gibt es drei Varianten. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> möchte<lb/>
nur 40 Groschen, die Ölindustrie verlangt 60, ein Kompromiß wäre 50<lb/>
Groschen. Dieselkraftstoff will die AK und ÖGB 30 Groschen, die Ölwirt<lb break="no"/>schaft denkt an 50 Groschen, dieser Betrag wird sicherlich aber nicht<lb/>
herauskommen. Für Heizöl extraleicht möchte <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> sogar 30 Groschen<lb/>
geben, was auch die Ölwirtschaft verlangt, wahrscheinlich sollen es<lb/>
aber nur 20 Groschen werden. Die größte Differenz mit <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> gibt es,<lb/>
daß dieser für Heizöl schwer derzeit keine Erhöhung genehmigen möchte,<lb/>
die Ölwirtschaft aber mindestens 200 S mehr verlangt. Der <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>-An<lb break="no"/>satz bringt 116 S Mehrerlös pro Tonne Rohöl, der Vermittlungsvorschlag<lb/>
der sonstigen AK-Vertreter und auch des Gewerkschaftsbundes wären 180<lb/>
S. Dieser Betrag wird<add>[als]</add> vollkommen unzulänglich bei den bisherigen klei<lb break="no"/>nen Gesprächen, die die Ölwirtschaft mit AK und ÖGB führte, bezeichnet<lb/>
Ich erklärte rundweg, mir ist jede Lösung recht, wenn es nur zu einer<lb/>
einvernehmlichen Regelung kommt, die irgendwann nächste Woche beschlos<lb break="no"/>sen werden könnte. Eine lange Diskussion ergibt sich dann noch, ob dies<lb/>
vor dem Mittwoch-Stichtag der Indexpreiserhöhung für Juli erfolgen<lb/>
sollte. Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> ist schwer dagegen, Mag. <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs> vom ÖGB dafür. Angeb<lb break="no"/>lich hat <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> dies besonders verlangt, weil er optisch eine Angleichung<lb/>
an den Oktober 8 % oder sogar mehr steigenden Index wünscht. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs><lb/>
<pb n="60-0841" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-07-03_0841.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>vertritt mit Recht den Standpunkt, je später diese Benzinpreiserhöhung<lb/>
in Kraft tritt, umso geringer wird die Jahresdurchschnittssteigerung<lb/>
des Verbraucherpreisindex. Ich empfehle den beiden, da ja <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> als<lb/>
der Ratschlaggeber für <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> im ÖGB agiert, sich mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> über den<lb/>
Termin abzustimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> soll so bald als möglich versuchen eine<lb/>
einvernehmliche Regelung herbeizuführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_21">GD <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> berichtet, daß die Kreditinstitute, insbesondere die GZ, sehr<lb/>
illiquide sind. Die Devisenreserven haben jetzt wieder 44 Mrd. erreicht.<lb/>
Durch den Zustrom der Fremdenverkehrsdeviseneinnahmen wird die DM von<lb/>
7,05 wahrscheinlich <choice><choice><sic>von</sic><corr>auf?</corr></choice></choice> 7,03 fallen. Der $-Kurs bleibt nach wie vor<lb/>
weiterhin sehr stark. Das Leistungsbilanzdefizit ist wesentlich günsti<lb break="no"/>ger als prognostiziert und wird heuer 15 Mrd. betragen. Es gibt eine<lb/>
längere Debatte über die Prognosen resp. über die österreichische<lb/>
Prognosetechnik. Zum Schluß zitiert <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> den sehr gescheiten öster<lb break="no"/>reichischen Wirtschaftsjournalisten <rs type="person" ref="#per__133317">Horst Knapp</rs>, erfahrene Propheten war<lb break="no"/>ten die Ereignisse ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_22">Mit den Vertretern der Landwirtschaftskammer, Präs. der Präsidentenkon<lb break="no"/>ferenz <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> und Präs. der NÖ LK <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> sowie dem später dazukommen<lb break="no"/>den AK-Vertreter <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> gibt es mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und mir und den Beamten eine<lb/>
lange Diskussion über die Getreidepreise. Manchmal scheinen die Ver<lb break="no"/>handlungen zu scheitern, weil z.B. <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> erklärt, da müsse man halt<lb/>
nächste Woche weiterverhandeln, obwohl Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
nicht hier ist. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, der nach Skandinavien, dann nach Paris zur neuen<lb/>
Landwirtschaftsministerin fährt, übrigens dann auch mit dem neuen EG-<lb/>
Kommissar für Landwirtschaft verhandeln will, fühlt sich persönlich<lb/>
angegriffen. Letzten Endes gelingt es dann doch zu einem Kompromiß zu<lb/>
kommen, dem allerdings erst der Finanzminister zustimmen müßte. Diesen<lb/>
können wir leider den ganzen Tag nicht erreichen. Sein Büro wußte nur,<lb/>
daß er zur Vorstellung der 500-Schilling-Münze zum Gedenken an <rs type="person" ref="#per__115580">Otto<lb/>
Bauer</rs> eine Pressekonferenz einberufen hat. Da dies nicht im Finanzmini<lb break="no"/>sterium erfolgt, sondern, wie ich später feststellte, in der Arbeiterge<lb break="no"/>schichteausstellung, konnte man ihn dort scheinbar auch telefonisch nicht<lb/>
informieren. Die Einigung vorbehaltlich der Zustimmung des Finanzmini<lb break="no"/>ster lautet, daß wir den Weizen- und Roggenpreis um 15 1/2 Groschen er<lb break="no"/>höhen, 7 1/2 Groschen muß der Bauer davon Verwertungsbeitragserhöhung<lb/>
bezahlen, so daß ihm netto 8 Groschen bleiben. 1/2 Groschen, um auf die<lb/>
20 Groschen Verwertungsbeitrag für Brotgetreide zu kommen, soll jetzt<lb/>
von der 1 1/2 Groschen vorgesehenen Getreideaufkaufsspanne wieder weg<lb break="no"/><pb n="60-0842" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-07-03_0842.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>genommen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_23">Die Durchrechnung für diese Getreidepreiserhöhung, dann natürlich inkl.<lb/>
der Erhöhung der Löhne, für die Mühlen und Bäcker sowie der Handelsspan<lb break="no"/>ne um 0,25 % dürfe trotzdem nicht mehr als eine 70 Groschen Mehl- und<lb/>
Brotpreiserhöhung ergeben. Dies setzt die AK für ihre Zustimmung vor<lb break="no"/>aus. Für MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> als Leiter der Preisbehörde sowie allen anderen An<lb break="no"/>wesenden wird diese Möglichkeit bestätigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_24">Der Gerstepreis wird um 8 Groschen, der Maispreis um 11 Groschen er<lb break="no"/>höht, wobei gleichzeitig jeweils 3 Groschen für die Verwertungsbei<lb break="no"/>träge abgezogen werden. Die Landwirtschaftskammer verlangt eine stärkere<lb/>
Anhebung des Maispreises, um diesen, als weitere Etappe den Gersten<lb break="no"/>preis anzugleichen. Auch im Vorjahr wurde der Gerstepreis nur um 6<lb/>
Groschen erhöht, der Maispreis um 10 Groschen. Dadurch wird die der<lb break="no"/>zeit bestehende Differenz von 10 Groschen zwischen Gerste und Mais auf<lb/>
7 Groschen reduziert. Das Maissperrlager wird vollkommen aufgelassen,<lb/>
das Sperrlager für Gerste von 79 % im Vorjahr auf 55 % der Ernte re<lb break="no"/>duziert. Dadurch erspart sich der Finanzminister<add>[einen Betrag?]</add>, der annähernd den<lb/>
selben Betrag wie die Erhöhung der Zinsbelastung von 9 1/2 auf 12 %<lb/>
ausmachen wird. Ein Akkord ist nur zu erzielen, wenn <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> bereit ist<lb/>
diese höheren Zinsen in die Qualitätsweizenaktion aufzunehmen. MR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115484">Schultes</rs> vom Finanzministerium konnte dem nicht zustimmen, da eine<lb/>
solche Entscheidung nur der Finanzminister selbst treffen kann. Er meint<lb/>
aber, er könne sich eine solche Lösung vorstellen, obwohl das Finanzmini<lb break="no"/>sterium gehofft hat,<add>[mit]</add> dieser Getreidepreisregelung über 200 Mio. S<lb/>
Stützungsmittel sich zu ersparen. Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> er<lb break="no"/>klärt, daß dies vollkommen undenkbar sei. <rs type="person" ref="#per__115484">Schultes</rs> verweist mit Recht<lb/>
darauf, daß es dem Finanzminister derzeit ankommt, wie er überhaupt<lb/>
das Budgetdefizit des nächsten Jahres finanzieren kann. Erst in zweiter<lb/>
Linie ist es entscheidend, wie die einzelnen Ressort ihre Budgetbedürf<lb break="no"/>nisse befriedigen können. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ist sicher in einer schlechten Po<lb break="no"/>sition, wird aber, fürchte ich, in diesem Fall nachgehen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-07-03_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> verbinden.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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