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            <title type="main">Freitag, der 19. Juni 1981 bis Sonntag, der 21. Juni 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band60_1981-06-19</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_01">Freitag, 19. Juni 1981 bis Sonntag, 21. Juni 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_02">Die Ölsaatenbesprechung führte diesmal wieder nicht zu einem Abschluß.<lb/>
Festgehalten wurde, daß nicht 10.000 t Raps, sondern wahrscheinlich nur<lb/>
9.000 t Raps heurige Ernte zu verkraften <choice><choice><sic>ist</sic><corr>sind</corr></choice></choice>. Pro Finanzminister standen<lb/>
25 Mio. S für Stützungen zur Verfügung. Die Raps-Gemeinschaft der Industrie<lb/>
erklärte sich bereit, 1.000 t zu übernehmen, was ungefähr 5 Mio. Stützung<lb/>
ausmacht. Den Rest auf die 40 bis 45 Mio. müßte die Margarineindustrie<lb/>
übernehmen. Der Unilever-Vertreter, Dkfm. <rs type="person" ref="#per__133322">Trischler</rs>, konnte keinerlei Zu<lb break="no"/>sagen machen. Die AK erklärte, daß in der letzten Margarinepreisver<lb break="no"/>handlung 25 Mio. S im Preisunterausschuß, der Margarineindustrie durch die<lb/>
Erhöhung des Zolls von 18 % auf 22 % als Sockelbetrag mehr oder minder<lb/>
eingebaut wurde. Die Margarineindustrie erklärt jetzt aber, daß sie durch<lb/>
die Erhöhung der Produktionskosten, zweimalige Lohnbewegung, Dollarauf<lb break="no"/>wertung diesen Betrag nicht mehr zur Verfügung hat. Bei einer Sitzungs<lb break="no"/>unterbrechung hat der Obmann der Arbeitsgemeinschaft Raps, <rs type="person" ref="#per__133323">Hirsch</rs>, den<lb/>
Unilever-Vertreter bekniet, er soll diese für <choice><choice><sic>ihm</sic><corr>ihn?</corr></choice></choice> bis maximal 15 Mio. S<lb/>
übernehmen. Ich habe übernommen, mit der AK und<add>[dem]</add> ÖGB die Kostenfrage zu<lb/>
besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_03">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB erörterte ich dieses Problem. Die AK ist<lb/>
bereit, in Preisverhandlungen und Überprüfung der Margarinesituation<lb/>
einzutreten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit GD <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs> verbinden.<add>erledigt Martin</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_05">Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> berichtet über eine Aussprache mit dem Energiesprecher der<lb/>
ÖVP, <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>. Die sozialistische Parlamentsfraktion für Energiefragen er<lb break="no"/>wartet, daß das Handelsministerium in die Gewerbeordnungsnovelle die Er<lb break="no"/>gebnisse der Landeshauptleuteabkommen Art. 15 a aufnimmt. Die sozialistische<lb/>
Fraktion, insbesondere eher<add>[Heindl?, Anm.]</add> als Energiesprecher, sieht zur Lösung dieser<lb/>
Frage auch nur diesen Weg. Sollte die ÖVP aber dann im Laufe der Herbst<lb break="no"/>verhandlungen entsprechende Zugeständnisse über die Fernwärme, die Öl<lb break="no"/>substitution im Energielenkungsgesetz machen, dann könnte man als letzten<lb/>
Ausweg <choice><choice><sic>von</sic><corr>aus</corr></choice></choice> der Novelle zur Gewerbeordnung den Energieteil Art. 15 a<lb/>
Landeshauptleutevereinbarung herausnehmen und in das Energiesicherungs<lb break="no"/>gesetz einbauen. Prinzipiell ist <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> aber derselben Meinung wie auch<lb/>
ich, daß dies ein wesentlich schlechterer Schritt ist, in der ganzen<lb/>
Energiefrage weiterzukommen, als nicht doch zu versuchen, einfach-gesetz<lb break="no"/>liche Regelungen in Zukunft in die Gewerbeordnung einzubauen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_06">Bezüglich Beimischungszwang Biosprit zu Benzin wird von der Enquete<lb/>
des Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> berichtet. Dieser hätte vorgeschlagen, man<lb/>
solle bis 20 % jetzt schon in Aussicht nehmen und sofort entsprechende<lb/>
Schritte setzen. Energiesprecher <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> hat dem Handelsministeriums-Ver<lb break="no"/>treter MR <rs type="person" ref="#per__114624">Obermair</rs> unter vier Augen gesagt, man könne auch dafür die<lb/>
Mineralölsteuer erhöhen, um Biosprit entsprechend zu subventionieren<lb/>
zu können. Die AK und der ÖGB sprechen sich nach wie vor gegen dieses<lb/>
Projekt entschieden aus. Sie erklären sich nur bereit, eine Verordnung<lb/>
für einen Beimischungszwang dann zuzustimmen, wenn gleichzeitig be<lb break="no"/>stimmt wird, zu welchen Preisen und welche Menge maximal beigemischt<lb/>
werden dürfte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Mit dem Handelministeriums-Vertreter zur inter<lb break="no"/>ministeriellen Besprechung im Verkehrsministerium möchte ich sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_08">Die Mineralölindustrie hat für die Mineralölproduktepreiserhöhung dem<lb/>
ORF, <rs type="person" ref="#per__133324">Adler</rs><add>[?]</add>, einen indirekten Preis genannt, den sie erwartet. Da in Deutsch<lb break="no"/>land und in der Schweiz die Preise um ca. 40 Groschen höher sind, wird<lb/>
mit einer ähnlichen Erhöhung Ende Juni gerechnet, dies sollte nur die<lb/>
erste Etappe sein. Die AK und der ÖGB, so habe ich zumindestens das<lb/>
Gefühl, wären zu höheren Preiszugeständnissen bereit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_09">Dies ergibt auch eine Diskussion über den Elektrizitätspreis. Der ÖGB<lb/>
insbesondere hat festgestellt, daß im Juli und August in den Index gegen<lb break="no"/>über dem Vorjahr eine kleine Masch<add>[?]</add> noch belastbar erscheint. Für Septem<lb break="no"/>ber hat das WIFO, <rs type="person" ref="#per__131086">Kramer</rs>, eine 8 %ige Indexerhöhung errechnet. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs><lb/>
vertritt die Meinung, daß man deshalb Juli-August weniger belasten sollte,<lb/>
im Oktober kann die Verbundgesellschaft Strompreiserhöhungen genehmigen.<lb/>
Die Verlautbarung erfolgt dann erst in der Mitte November, wo schon die<lb/>
großen Lohnbewegungen der Metallarbeiter und sonstiger großen Gruppen<lb/>
abgeschlossen sind. Über dieses Problem wird noch weiter verhandelt.<lb/>
Einigung besteht nur, daß jetzt für Wien und NÖ von 119,6 auf 127 Groschen<add>[pro]</add><lb/>
KWh erhöht wird. Dies ist ca. eine 5,8 %ige Erhöhung. Der HSV wird von<lb/>
9 Groschen auf 5 Groschen Preisdifferenz abgesenkt. Eine Akkordierung ist<lb/>
deshalb, wie der ÖGB zustimmen würde, für die Landesgesellschaften die<lb/>
bessere Lösung, für die AK aber mit Recht deshalb unakzeptabel, weil z.B.<lb/>
die Steiermark jetzt eine 18 %ige Erhöhung eingereicht hat, obwohl nach<lb/>
übereinstimmender Meinung nicht annähernd weder die 50 % noch 60 %<lb/>
Akkordierung, wie der Gewerkschaftsbund zustimmen würde, geschweige denn<lb/>
<pb n="60-0774" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-19_1981-06-21_0774.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die 80 % Akkordierung, wie die Elektrizitätswirtschaft verlangt, vertretbar<lb/>
ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> soll unverzüglich über die Preisver<lb break="no"/>handlungen bezweckend Akkordierung berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_11">Bezüglich der Hinterlegung der Allgemeinen Geschäftsbedingung einigten<lb/>
sich Sts. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> mit den Vertretern der AK, daß diese<lb/>
beim VKI hinterlegt werden sollten. Voraussetzung dafür ist, daß jetzt<lb/>
in die Begutachtung der Gewerbeordnungs-Novelle überhaupt die Hinter<lb break="no"/>legung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgenommen wird. <choice><choice><sic>Der</sic><corr>Den?</corr></choice></choice> Ab<lb break="no"/>tausch, AK wird über das Ergebnis der Anzeigen aufgrund der Gewerbeord<lb break="no"/>nung durch die Behörde verständigt, gegen Verzicht auf Hinterlegung<lb/>
Allgemeiner Geschäftsbedingungen, lehnt die AK ab. Sie ist fest davon<lb/>
überzeugt, daß sie die Anzeigen-Ergebnisverständigung auf alle Fälle<lb/>
bekommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_12">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: In die Begutachtung VKI-Vorschlag<lb/>
als Kompromiß darstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_13">Die AK regt an, daß für das Pölser Sulfatprojekt die Banken, insbesondere<lb/>
die Raiffeisenkassa, sich stärker beteiligen <choice><choice><sic>soll</sic><corr>sollen</corr></choice></choice>. Die Girozentrale und<lb/>
die Zentralsparkassa haben sich schon ganz zurückgezogen, die Raika will<lb/>
sich mit 40 Mio. S beteiligen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Über die Entwicklung muß man uns laufend in<lb break="no"/>formieren.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_15">Über die einzuschlagende Taktik betreffend der Wirtschaftsgesetzverhand<lb break="no"/>lungen im nächsten Jahr besteht zwischen Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
und mir eine verschiedene Auffassung. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> fürchtet, daß er ohne eine<lb/>
milchwirtschaftliche Marktordnung nicht durchkommt. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ist deshalb<lb/>
auch fest entschlossen, den ÖVP-Bauern entsprechende Zugeständnisse zu<lb/>
machen, damit diese Wirtschaftsgesetze letzten Endes doch vom Parlament<lb/>
wieder verabschiedet werden. Ich vertrete genau den gegenteiligen Stand<lb break="no"/>punkt. Wenn wir in die Verhandlungen eintreten, mit der Absicht, die<lb/>
Wirtschaftsgesetze zu verlängern, dann haben wir von vornherein schon eine<lb/>
schlechte Verhandlungsausgangsposition. Ich kann mir nicht vorstellen, daß<lb/>
es tatsächlich zu einem Zusammenbruch des Marktes respektive der gesamten<lb/>
Bewirtschaftungsmöglichkeiten, die sowieso nur unzulänglich gehandhabt<lb/>
<pb n="60-0775" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-19_1981-06-21_0775.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>werden, kommt, wenn tatsächlich die Wirtschaftsgesetze nächstes Jahr<lb/>
auslaufen sollten. Vom Standpunkt der Lebens- u. Genußmittelarbeiter,<lb/>
muß ich zugeben, sind wir an einer Verlängerung der Marktordnungen,<lb/>
so wie <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> auch, interessiert. Die entscheidende Frage wird für mich<lb/>
sein, ob der ÖGB und die AK bei den zukünftigen Verhandlungen sich<lb/>
wieder kleine Vorteile, wie z.B. das letzte Mal den Obmann-Stellver<lb break="no"/>treter in den Fonds, rausschlägt, oder ob nicht doch auch von diesen<lb/>
Organisationen das Risiko eines Auslaufens dieser Wirtschaftsgesetze<lb/>
mit übernommen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_16"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> berichtet, daß jetzt Berechnungen beim Verbraucherpreisindex<lb/>
ergeben haben, daß die 7 % Erhöhung auf 2,25 % auf Dollarerhöhung und<lb/>
Rohstoffverteuerung und 1,8 % auf die Hochzinsbelastung zurückzuführen<lb/>
ist. Die AK-Statistiker <rs type="person" ref="#per__133326">Krämer</rs> kann jetzt nicht mehr die Vorberechnungen,<lb/>
bevor der Monatsindex erstellt wird, so exakt durchführen, weil in den<lb/>
letzten Jahren der Anteil von Wien am Verbraucherpreisindex von 46 % auf<lb/>
30 % zurückgegangen ist. In den Länderkammern aber werden die diffi<lb break="no"/>zilen Erhebungen, die die AK-Wien durchführt, nicht gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__133326">Krämer</rs> trotzdem Kontakt halten und die<lb/>
Vorinformationen einholen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_18">Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> berichtet auch, daß das Leistungsbilanzdefizit sich von<lb/>
20 Mrd. des Vorjahres auf wahrscheinlich 15 Mrd. nur senken wird.<lb/>
Trotz der günstigen Einnahmen aus dem Fremdenverkehr ist durch die<lb/>
Verschlechterung der terms of trade nur mit diesem verhältnismäßig<lb/>
unzulänglichen Ergebnis zu rechnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_19">Bezüglich der Diskussion Vorverlegung von Wahlen wird mir <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> die<lb/>
Unterlagen zur Verfügung stellen, aus denen eindeutig herausgeht, daß<lb/>
die SPÖ immer mit wesentlich größeren Sympathieergebnissen rechnen<add>[kann?]</add>,<lb/>
wenn sie im Frühjahr wählt, als im Herbst. Eine Vorverlegung auf Herbst<lb/>
82 erscheint deshalb als unzweckmäßig. Ich persönlich glaube auch nicht,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> so etwas beabsichtigt. Das letzte Mal sind wir von den<lb/>
Herbst-Wahlen auf Frühjahrs-Wahlen nicht zuletzt deshalb übergestiegen,<lb/>
weil die Wiener Partei, aber auch die Landesparteien, eindeutig erklärten,<lb/>
sie könnten bei Oktober-Wahlen erst Mitte September mit einer Wahl<lb break="no"/>Agitation beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte von SWS <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> die Wahlanalysen verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_21">Der zypr. Handelsminister <rs type="person" ref="#per__133328">Kittis</rs> hat beim Arbeitsessen klar und deut<lb break="no"/>lich gemacht, daß das zweigeteilte Zypern doch einen größeren Handels<lb break="no"/>austausch mit Österreich wünscht. Derzeit ist Österreich interessiert,<lb/>
einige Projekte in Zypern unterzubringen. Die Firmenvertreter waren alle<lb/>
anwesend. Zypern selbst kann in Wirklichkeit ja nur etliche Agrarpro<lb break="no"/>dukte, Gemüse, Obst, Erdäpfel, insbesondere aber z.B. Cherry-Wein und<lb/>
Citrus-Früchte liefern. Letztere sind ja vollkommen einfuhrfrei, bei<lb/>
Cherry-Wein könnte es sicherlich zyprischer <choice><choice><sic>den</sic><corr>dem</corr></choice></choice> spanischen oder<lb/>
portugiesischen hier einen geringen Marktanteil abnehmen. Voraussetzung<lb/>
ist, ob tatsächlich österr. Importeure für größere Importe aus Zypern<lb/>
gewonnen werden können. Eine Beteiligung an der Messe erscheint <rs type="person" ref="#per__133328">Kittis</rs><lb/>
zweckmäßig. Mineralien könnten insbesondere auch in Zypern entsprechend<lb/>
erschlossen werden. Das wirkliche Problem, erscheint mir, ist aber der<lb/>
Mangel von Importeuren respektive Handelshäusern in Österreich, die sich<lb/>
hier als Direktbezieher einschalten könnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_22">Der chilenische Botschafter <rs type="person" ref="#per__133329">Rodriguez</rs> konnte mir die Schwierigkeiten,<lb/>
die sich durch Panzerlieferungen an Argentinien ergeben, erörtern.<lb/>
Argentinien hat sich einem Richtspruch, wonach die drei Inseln, um die<lb/>
es jetzt geht, zu Chile gehören, des Jahres 1952 nicht unterworfen. Im<lb/>
Vertrag von 1902 wurde vereinbart, daß es, wenn es zu Grenzstreitigkeiten<lb/>
kommt, Schiedssprüche von fünf englischen Richtern auf dem Internationalen<lb/>
Gerichtshof in Den Haag entscheiden sollen. Chile anerkennt diese Richt<lb break="no"/>sprüche, Argentinien verweigert es. Jetzt wurde der Papst als Schieds<lb break="no"/>richter angerufen. Chile ist damit einverstanden, Argentinien hat bis<lb/>
jetzt nicht geantwortet. Jetzt liefert Österreich als neutrales Land an<lb/>
eine der Streitparteien Panzer, während Chile von Lieferungen ausge<lb break="no"/>schlossen wird. <rs type="person" ref="#per__133329">Rodriguez</rs> ist nicht der Meinung, daß die Chilenen wahr<lb break="no"/>scheinlich, wenn Österreich auch Panzer Chile anbieten würde, diese so<lb break="no"/>fort jetzt kaufen würden. <rs type="person" ref="#per__133329">Rodriguez</rs> meint nur, ein neutraler Staat muß<lb/>
beiden Streitteilen dieselbe Möglichkeit einräumen. Da diese ganze An<lb break="no"/>gelegenheit beim Außenministerium ressortiert, das Handelsministerium<lb/>
nicht einmal in der Kommission, welche die Waffenexporte genehmigt, ver<lb break="no"/>treten ist, hat <rs type="person" ref="#per__133329">Rodriguez</rs> selbst zugegeben, daß ich dafür nicht zu<lb break="no"/>ständig bin. Er wollte, wie er erklärte, auch mich nur informieren, daß<lb/>
diese Entscheidung für den chilenisch-österr. Außenhandel nicht günstig<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte das Außenministerium verständigen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_24">Herr <rs type="person" ref="#per__117119">Klein</rs>, der mir dann im Laufe der Stunden, wahrscheinlich aus Ver<lb break="no"/>zweiflung und aus Hoffnung, mich besser einspannen zu können, das Du-<lb/>
Wort angeboten hat, macht eine Fernsehsendung "Ehrlich währt am längsten".<lb/>
Darin braucht er einen Richter, der entscheidet, und hat an mich gedacht.<lb/>
Ich hatte, als ich leichtsinnigerweise zusagte, angenommen, daß dies<lb/>
eine Frage von kurzen Aufnahmen ist und die ganze Angelegenheit in<lb/>
höchstens ein, zwei Stunden erledigt ist. Die Pilotsendung allein er<lb break="no"/>streckte sich aber über zwei Tage. Ich selbst wurde für vier Uhr einge<lb break="no"/>laden, und um halb zwölf war es dann zu Ende. <rs type="person" ref="#per__117119">Klein</rs> selbst ist fest davon<lb/>
überzeugt, daß diese Sendung ein großer Erfolg wird, die Pilotsendung<lb/>
wird zwar überhaupt nicht gesendet, sondern nur den ORF-Verantwortlichen<lb/>
vorgeführt. Angeblich soll es dann wesentlich schneller<add>[gehen?]</add>, wenn die erste<lb/>
Sendung im Studio am Rosenhügel gedreht wird, weil dort mehrere Kameras<lb/>
bessere technische Einrichtungen u.s.w. zur Verfügung stehen, als wie<lb/>
bei <choice><choice><sic>den</sic><corr>der?</corr></choice></choice> Spitzbuben Pawlatschenbühne von <rs type="person" ref="#per__117119">Klein</rs>. Für mich war es ganz<lb/>
interessant, einmal eine solche Künstlerschaft zu erleben. Außer dem<lb/>
Humoristen <rs type="person" ref="#per__133331">Heinzel</rs> und dem Moderator <rs type="person" ref="#per__133332">Wotruba</rs> waren die Mitwirkenden alles<lb/>
Angestellte von der Fa. Klein. Ich weiß nicht wie er die entlohnt, ich<lb/>
kann mir ohne weiteres vorstellen, daß er denen einredet, sie werden im<lb/>
Fernsehen einmal alle eine große Rolle spielen können, sich dann bei<lb/>
diesem Quiz selbst bewundern, und daher wirken alle um des Gottes Lohn<lb/>
willen mit. Wie ich mich in Zukunft aus dieser Schlinge, die ich mir<lb/>
selbst um den Hals gelegt habe, herausziehe, weiß ich noch nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_25">Der Burgenland-Tag am Samstag hatte gewisse Vor- u. gewisse Nachteile.<lb/>
Der Vorteil war, daß ich eine Zusage, auf der Burg Schlaining ein<lb/>
Referat über Fremdenverkehr zu halten, mit einem Burgenbesuch gleich<lb/>
kombinieren konnte. Unwahrscheinlich, wie viel das Land oder sonstige<lb/>
Mäzene in die Rekonstruktion der Burgen stecken. In Lockenhaus hat<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs> von der BEWAG die Rolle des Geldaufreißers übernommen. Ins<lb break="no"/>gesamt wurden dort bereits 16 Mio. S investiert. Die Burg Schlaining hat<lb/>
jetzt das Land von dem Handelsminister a.D. DDDr. <rs type="person" ref="#per__133333">Illig</rs> gekauft, den<lb/>
Rittersaal jetzt um 800.000 S renoviert. Dieser war mit hunderten Leuten<lb/>
voll besetzt. Es ergab sich dann auch eine rege Diskussion über die<lb/>
FV-Politik. Das südliche und Mittelburgenland ist noch wesentlich benach<lb break="no"/>teiligt. Weltweit ist das Burgenland und der<add>[mit dem]</add> Neusiedler See identisch.<lb/>
Im mittleren und südlichen Burgenland gibt es gute Erholungsmöglichkeiten,<lb/>
ähnlich der Oststeiermark. Dort haben allerdings die Wiener Pensionisten<lb/>
<pb n="60-0778" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-19_1981-06-21_0778.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>den oststeirischen Fremdenverkehr angekurbelt. Im südlichen Burgenland<lb/>
und Mittelburgenland dagegen gibt es sehr wenig Unterbringungsmöglich<lb break="no"/>keiten. Kritik wurde an der Fremdenverkehrspolitik in der sehr lebhaften<lb/>
Diskussion niemals geübt. Einzig und allein die Hochzinspolitik ermög<lb break="no"/>licht derzeit kaum, einen Hotelbetrieb sich finanzieren zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_26">Die Kobersburg bildete dann den Abschluß, wo ein Lustspiel von <rs type="person" ref="#per__133334">Ödon<lb/>
von Horváth</rs>, sehr geschickt inszeniert, reichlich Beifall fand. Außer<lb/>
Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> waren noch Minister <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, neben LH<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> und der halben Landesregierung anwesend. Den anschließenden Empfang<lb/>
hatte ich gestrichen, da wir erstens sehr froren und zweitens man sowie<lb break="no"/>so von Kobersdorf sehr lange bis Wien zurückfährt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-19_27">Das Referat beim österr. Arbeitsbauernbund am Sonntag Vormittag brachte<lb/>
für mich eine interessante Erkenntnis. Leider war, wie ich erwartet habe,<lb/>
der Bundesvorstand schon sehr dezimiert, die Verbleibenden diskutierten<lb/>
dann aber mit mir die Agrarpolitik, die allgemein zumindestens beim<lb/>
Arbeitsbauernbund große Anerkennung findet. Angeblich sind auch die<lb/>
österr. Bauern bereit, die positive Agrarpolitik anzuerkennen, nur der<lb/>
Österr. Bauernbund lehnt nach wie vor ganz entschieden die Politik <rs type="person" ref="#per__97511">Haidens</rs><lb/>
ab. Ich erörterte all die Fragen, die der Sekr. d. Bauernbundes, <rs type="person" ref="#per__133335">Schelko</rs>,<lb/>
mir schriftlich mitgeteilt hat, ich konnte alle anwesenden von der<lb/>
Richtigkeit unserer Entscheidungen überzeugen. Mein Versuch aber, durch<lb/>
entsprechende vorsichtige Andeutung, man könnte doch die Marktordnungs<lb break="no"/>gesetze auslaufen lassen, stieß sofort allgemein und bei allen Diskussions<lb break="no"/>teilnehmern auf den entschiedensten Widerstand. Für mich war einmal<lb/>
mehr deutlich, daß die Bauern sich ganz auf Marktordnung und den Schutz<lb/>
daraus eingestellt haben. Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> handelt daher<lb/>
absolut im Sinne der Arbeitsbauern, wenn er nach wie vor die Aufrecht<lb break="no"/>erhaltung der Marktordnungen verlangt.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 19.6.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesprogramm, 20.6.1981</head>
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            <head>Tagesprogramm, 21.6.1981</head>
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               <occupation>Sekretär des Bauernbundes (oder Arbeitsbauernbundes?)</occupation>
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               <occupation>Moderator Fernsehsendung "Ehrlich währt am längsten" [ev. ident mit
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