<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19810614.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19810613.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19810616.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Sonntag, der 14. Juni 1981 bis Montag, der 15. Juni 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Thomas Tretzmüller</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band60_1981-06-14</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date from="1981-06-14" to="1981-06-15">Sonntag, 14. Juni 1981 bis Montag, 15. Juni 1981</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2018-06-21">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">moved first pb element out of attachment divs by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text>
      <body>
         <pb n="60-0752" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-14_1981-06-15_0752.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry">
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_01">Sonntag, 14. Juni bis Montag, 15. Juni 1981<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_02">In Paris war der letzte Tag der großen Luftfahrtausstellung und<lb/>
unser ständiger Mann in der Mission, Dr. <rs type="person" ref="#per__117657">Potocnik</rs>, hatte vorge<lb break="no"/>schlagen, diese zu besuchen. Es war zwar furchtbar heiß und der<lb/>
Missionsleiter Dr. <rs type="person" ref="#per__97587">Jankowitsch</rs> meinte, er würde vorschlagen, wir<lb/>
sollten wahrscheinlich in Bois de Boulogne spazieren gehen. Ich war<lb/>
dagegen brennendst daran interessiert, mit dem event. Aussteller für<lb/>
die F-16 und für die Mirage in Kontakt zu kommen. Die Ausstellung<lb/>
war richtig imposant. Als einzige Firma hatte sich erstmalig die<lb/>
VEW mit Gußteilen usw. vorgestellt. Die Firmenvertretung erklärte<lb/>
mir, sie hätten mit ca. 60 Firmen Kontakt bekommen, 30 davon waren<lb/>
ihnen sowieso schon bekannt. Von den weiteren 30 waren 15 ungefähr<lb/>
neu, und hier könnte es Geschäftsbeziehungen geben. Die Kosten waren<lb/>
zwar beträchtlich, doch glaubt VEW, tatsächlich neue Exportbereiche<lb/>
erschließen zu können.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_03">Interessant für mich war noch, daß ein zweiter großer Stand vollkommen<lb/>
leer war und darüber einheitlich wie bei allen anderen Firmen das<lb/>
Schild Österr. Klimatechnik groß zu lesen stand. Niemand hatte abgemel<lb break="no"/>det, so daß zu den schon bezahlten Gebühren noch die blamable Erinne<lb break="no"/>rung dazukommt.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_04">Die großen Nationen waren natürlich entsprechend repräsentativ ver<lb break="no"/>treten. Amerika hatte einen Pavillon für sich. Als Gag hatten sie ein<lb/>
Stück vom Mond mitgebracht und jeder konnte darauf greifen. Die<lb/>
Sowjetunion wieder<add>[hatte]</add> nicht <choice><choice><sic>in einem</sic><corr>einen</corr></choice></choice> eigenen Pavillon, dafür aber eine<lb/>
vollkommene Astronautenstation aufgebaut, die man betreten konnte, wo<lb/>
die Leute natürlich auch Schlange standen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_05">Die Produktionsfirma der amerikanischen Militärflugzeuge F-16, Douglas,<lb/>
war nicht vertreten. Da mir Sts. <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> Montag abends, als wir<lb/>
wegfuhren, ist er gerade zur OECD-Tagung angekommen, mitteilte, daß<lb/>
die Amerikaner sich immer wieder beschweren, daß man zu wenig mit ihnen<lb/>
Kontakt nimmt, empfahl ich ihm zu sagen, daß ich bei der Luftfahrtaus<lb break="no"/>stellung mit ihnen über Details sprechen wollte. Der Landesverteidigungs<lb break="no"/>rat hatte nämlich, wie nicht anders zu erwarten, montags beschlossen,<lb/>
daß wieder keine Entscheidung fällt, welche der Typen gekauft werden<lb/>
sollte. Ich halte das Rauszögern für sehr richtig, denn wir haben<lb/>
<pb n="60-0753" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-14_1981-06-15_0753.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>erstens kein Geld und zweitens wird vielleicht dann doch früher oder<lb/>
später die Möglichkeit, unsere abgebrannten Brennelemente bei dieser<lb/>
Gelegenheit in den Kompensationsvertrag einzubinden, möglich werden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_06">Die franz. Firma, die die Mirage erzeugt, Dassault, war dagegen ganz groß,<lb/>
wie nicht anders zu erwarten, bei dieser franz. Luftfahrtausstellung<lb/>
vertreten. Der Gen.Dir. ist, als ich am Stand mich sozusagen für die<lb/>
neuesten Triebwerke und für die neuesten Modelle interessierte, sofort<lb/>
erschienen, und wir diskutierten dann sehr lange über viele technische<lb/>
Details, die eigentlich die andern oft fragten, weil sie für mich un<lb break="no"/>interessant sind. Jede größere Firma hat dort ein Chalet, von wo man<lb/>
die Vorführung genau beobachten konnte. Den ganzen Tag donnerten haupt<lb break="no"/>sächlich Militärmaschinen über das Flugfeld hinweg, ein Mordslärm und<lb/>
für die Laien eigentlich überhaupt nichts zu sehen, außer, daß eben die<lb/>
Maschinen die größten Kunststücke vollführten. Immer wieder wurde mir<lb/>
erzählt, wo bei jedem Typ die Vöest-Alpine als größter Kompensations<lb break="no"/>partner mit Teillieferungen eingeschaltet werden soll. Interessant für<lb/>
mich war aber nur, daß die Franzosen bereits die Kohlenfaser, welche<lb/>
Aluminium und Stahl ersetzt, weil sie beide Eigenschaften bestens in<lb/>
sich vereinigt, für die Flügel bereits verwenden. GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> von<lb/>
Chemie Linz hat mir vor einigen Monaten angekündigt, daß dies der zu<lb break="no"/>künftige Werkstoff ist, auf die sich ausschließlich die Chemie Linz<lb/>
stürzen möchte. Wir überlegen, wie man so etwas event. in Österreich<lb/>
produzieren kann, und die Franzosen haben dies alles schon längst. An<lb/>
solchen Einzelheiten und Kleinigkeiten sieht man, wie hoffnungslos tech<lb break="no"/>nisch wir abgehängt sind.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_07">Beim obligatorischen Abendessen der Minister, die an der Sitzung der<lb/>
Intern. Energieagentur am nächsten Tag teilnehmen, wurde versucht, über<lb/>
die drei Punkte kurzfristige Situation, Preisentwicklung und Nuklear<lb break="no"/>energie zu diskutieren. Interessant war vielleicht nur die Stellung<lb break="no"/>nahme der Amerikaner und der Japaner. Der neue <choice><choice><sic>Staatssekretär</sic><corr>Minister</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__133268">Edwards</rs><lb/>
verwies darauf, daß jetzt eine ganz neue Politik in Amerika gemacht<lb/>
wird, die Privatfirmen werden alles in Angriff nehmen. Durch die Öl<lb break="no"/>preisfreigabe wurden die Firmen jetzt veranlaßt, bis zu 50.000 feet<lb/>
zu bohren, das ist 13.000 m, wesentlich tiefer, als die ÖMV dies bei uns<lb/>
macht. 17,5 Mrd. US-$ werden investiert, 4.000 neue Bohrtürme gibt es<lb/>
jetzt. Gas ist momentan noch preisgeregelt, wird aber in Zukunft auch<lb/>
frei sein. Die Kohle wird ganz groß in der Produktion jetzt verstärkt<lb/>
<pb n="60-0754" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-14_1981-06-15_0754.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>und wird zu Flüssiggas und zu Benzinproduktion als Grundstoff heran<lb break="no"/>gezogen werden. Umweltbestimmungen werden in kürzester Zeit, damit<lb/>
der Kohlenabsatz vergrößert werden kann, verwässert, er hat von er<lb break="no"/>leichtert gesprochen. Kernkraft ist groß im Kommen, gibt uns die<lb/>
größte Freiheit, ist billiger als wie Kohle und wird insbesondere<lb/>
auch jetzt auf schnelle Brüter ausgedehnt. Die Japaner wieder, der<lb/>
Außenhandels- u. Energieminister <rs type="person" ref="#per__127902">Tanaka</rs> war wieder gekommen, werden<lb/>
den Ölanteil von 73 % derzeit auf 50 % im Jahre 1990 senken.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_08">Mit <rs type="person" ref="#per__127902">Tanaka</rs> hatte ich dann zwei Gespräche wegen des Ungleichgewichtes<lb/>
unserer Handelsbilanz. Ich ersuchte ihn dringendst, er möge dafür<lb/>
Vorsorge treffen, daß, so wie dies in südwesteuropäischen Staaten der Fall<lb/>
ist, die Japaner mehr an Zulieferteilen für die Autoindustrie aus<lb/>
Österreich kaufen. Der Autoanteil, 77,4 % und jetzt auf 26 %<add>[?]</add> gestiegen,<lb/>
gibt ihnen dazu die Möglichkeit. <rs type="person" ref="#per__127902">Tanaka</rs> erklärte, er wird eine Ein<lb break="no"/>kaufskommission nach Österreich schicken, damit diese sich umsieht,<lb/>
welche Produkte sie event. brauchen können. Außerdem hat er empfohlen,<lb/>
daß sich Österreich an den Autoausstellungen in Japan stärker beteiligt.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Überleg, ob wir nicht <rs type="person" ref="#per__127902">Tanaka</rs> einen Brief schreiben<lb/>
und ihn auf diese Aussprache erinnern.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_10">Selbstverständlich besuchte ich dann mit <rs type="person" ref="#per__97587">Jankowitsch</rs> das sozialistische<lb/>
Hauptquartier, da die Franzosen einen riesigen Wahlsieg erreichten.<lb/>
Da aber jeder größere oder kleinere Funktionär der Partei gleichzeitig<lb/>
auch irgendwo Bürgermeister ist, war in der sozialistischen Zentrale<lb/>
überhaupt niemand zu erreichen. Zwei Dutzend Journalisten trieben sich<lb/>
im Hof herum, vor dem Haus standen ein Dutzend Neugierige. Rein konnte<lb/>
man nur mit höchster Protektion, das war aber auch schon alles.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_11">Die Energietagung stand im Zeichen, daß erstmals keine Krise oder<lb/>
krisenhafte Entwicklung der Grund der Zusammenkunft der Minister war.<lb/>
Sie war daher auch entsprechend flau, die Tagesordnung mit acht Punkten<lb/>
wurde daher gar nicht tagesordnungsmäßig abgewickelt, sondern jede<lb/>
einzelne Nation gab ein Statement ab, im Grunde genommen ganz un<lb break="no"/>interessant. Der Amerikaner erklärte, daß jetzt mit <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> eine neue<lb/>
Politik kommt und daß die Privatwirtschaft alles lösen wird. Der Japaner,<lb/>
daß sie sich auf die Alternativenergie, Kohle, welche übrigens auch<lb/>
<pb n="60-0755" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-14_1981-06-15_0755.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>jetzt in der Zementindustrie verwendet wird, Kernkraft und Gas stürzen<lb/>
werden. Das wichtigste aber sei die Einsparung der Energie. Der Engländer<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127900">Howell</rs> ersuchte, man möge die Preispolitik nicht nur auf Öl, sondern<lb/>
auf alle Brennstoffe ausdehnend überlegen, ohne natürlich für eine<lb/>
Preisregelung zu plädieren. Die Kernkraft ist in England bereits 20<lb/>
Jahre alt und sehr billig. Dies trifft auch bei Kohlekraftwerken zu.<lb/>
Der Deutsche <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs> verwies darauf, wir sollten uns von der kurz<lb break="no"/>fristig jetzt günstigen Lage auf dem Ölsektor nicht verleiten lassen,<lb/>
mittel- und langfristig kommt es zu einer Verknappung und höheren<lb/>
Preisen. In der Vergangenheit haben wir immer falsche Entscheidungen<lb/>
in den Ländern getroffen, es wurden über die Preise Signale gesetzt<lb/>
an den Verbraucher und für Investitionen, die sich dann, da sie falsch<lb/>
waren, auch falsch auswirkten. Die Vorkrise, wofür ja die IEA jetzt<lb/>
Maßnahmen setzen soll oder Lösungen finden soll, wurde in einzelnen<lb/>
Ländern immer sehr gut gelöst. Der IEA fehlt aber das Instrumentarium<lb/>
und darum geht es. Von der EG hat <rs type="person" ref="#per__111750">Davignon</rs> dann darauf verweisen, daß<lb/>
es keine Mengenverknappung jemals gegeben hat, daß die Preise einen<lb/>
gewissen Nachholbedarf haben, und daß die Entwicklungsländer auf alle<lb/>
Fälle zu kurz kommen, auch mit der Aussage im Kommuniqué. Das Jahr<add>[des Jahres]</add> 81<lb/>
ist ähnlich dem des Jahres 78, wo auch bereits damals ein größeres<lb/>
Angebot war und die Preise gefallen sind und wir doch dann die größten<lb/>
Fehler in unseren Entscheidungen getroffen haben.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_12">Einzelheiten hat keiner gesagt, es wurde immer mehr allgemein gesprochen.<lb/>
Ich selbst habe daher, da ja jedes Land irgendetwas sagen muß, auch ein<lb/>
Statement abgegeben, das aber in der Erkenntnis gipfelte, daß wir den<lb/>
Fehler nicht machen sollten, 70 rein ins Öl, nach der Ölkrise raus aus<lb/>
dem Öl. Rein in die Kohle, dann wieder raus aus der Kohle. Jetzt momen<lb break="no"/>tan rein ins Gas, ich bin überzeugt davon, früher oder später wieder<lb/>
raus aus dem Gas. Ja selbst in der Kernenergie rein in die Kernenergie,<lb/>
jetzt raus <choice><choice><sic>in die</sic><corr>aus der?</corr></choice></choice> Kernenergie. Dann noch die Alternativen Biosprit,<lb/>
Erdwärme, Windenergie, jetzt momentan rein, wahrscheinlich dann früher<lb/>
oder später dann wieder raus. Mir erschien es notwendig, eine Gesamt<lb break="no"/>schau, aber vor allem auch die kostenmäßige Situation gesamtmäßig genauer<lb/>
zu untersuchen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_13">Nachmittag dauerte es dann irrsinnig lange, bis das ganze Forum dort,<lb/>
als Redaktionskomitee tätig, die grundsätzlichen Überlegungen und das<lb/>
Kommuniqué durchbrachte. Hier kämpfen manche Beamte der Vertreter, die<lb/>
<pb n="60-0756" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-14_1981-06-15_0756.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Minister sind da meistens ja schon alle weg, um wahrscheinlich ihre<lb/>
Tüchtigkeit zu beweisen, wie sehr sie ihren einzelnen Landesstandpunkt<lb/>
dann doch irgendwie durchbringen. Ich verstehe das noch, wenn es darum<lb/>
geht, daß die Japaner sich dagegen wehren, daß aufgenommen wird, es soll<lb/>
nicht subventioniert werden. Die Japaner geben nämlich große Energie<lb break="no"/>subventionen. Irgendwie findet man dann irgendwelche Formulierungen,<lb/>
<choice><choice><sic>die</sic><corr>denen</corr></choice></choice> letzten Endes alle zustimmen können. Das Ganze richtet sich eben<lb/>
nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Da diese erste Tagung der IEA<lb/>
in keiner Krisensituation war, war sie nicht nur überflüssig, sondern<lb/>
hat auch wirklich keinerlei besondere Erkenntnisse gebracht.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_14">Bei dem Besuch der österr. Fremdenverkehrszweigstelle war ich über deren<lb/>
Größe wirklich auch überrascht. Als wir sie in Bau gesehen haben, dort<lb/>
Bauschutt und Baugeräte rumlagen, war der Eindruck nicht so überwältigend.<lb/>
Zwei Stockwerke 600 m², Investitionsaufwand in Frankreich allein 6 Mio.,<lb/>
wahrscheinlich durch österr. Zulieferungen noch um ein Drittel mehr,<lb/>
bedingen jetzt Betriebskosten von 40.000 Fr im Monat, das sind ca.<lb/>
123.000, im Jahr über 1,5 Mio. S, 20 % des Sachaufwandes. Früher im<lb/>
Gassenlokal haben wir 40.000 Fr für drei Monate bezahlt. Die Leute<lb/>
sind dort sicherlich enger zusammengesessen, der österr. Botschafter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97415">Eiselsberg</rs> hat bei der Eröffnung ja laut und deutlich vor der Presse dies<lb/>
kritisiert, und er hat nicht ganz unrecht. Die neun Beschäftigten ver<lb break="no"/>lieren sich fast in diesem großen Doppelstockbüro. In einem wurde ein<lb/>
Handlager angelegt, ein verhältnismäßig sehr teuerer Platz in der Nähe<lb/>
der Oper. Die AUA ist mit einem Schalter drinnen, bezahlt daher nur<lb/>
8 % der Miete, weil sie ja auch nur 8 % der Fläche hat. Die AUA ist von<lb/>
einem Gassenlokal deshalb mit der ÖFVW mitgegangen, weil sie ja doch<lb/>
die Kunden, die dort erscheinen, um sich für Österreich zu interessieren,<lb/>
am ehesten werben kann.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie kann man diese Raumverschwendung besser<lb/>
nützen?<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_16">Frau <rs type="person" ref="#per__127905">Schmid</rs> ist bei der letzten Revision erkrankt, angeblich hat man<lb/>
die Zweigstelle so hart von der Zentrale genommen. Während der Zeit<lb/>
wurde ihr Budget von <rs type="person" ref="#per__133273">Enzmann</rs> in Wien aufgestellt. Ihrer Meinung nach<lb/>
kann sie damit nicht auskommen. Personal 730.000 auf 720.000 Fr redu<lb break="no"/>ziert. Sachaufwand von 802.000 auf 840.000 wegen der teuren Miete er<lb break="no"/>höht. Werbeaufwand von 1,281.000 auf nur 1,3 Mio. erhöht.<lb/>
</p>
            <pb n="60-0757" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-14_1981-06-15_0757.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was ist da mit <rs type="person" ref="#per__133273">Enzmann</rs> geschehen?<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_18">Interessant für mich war aber eine Bemerkung, daß <rs type="person" ref="#per__127905">Schmid</rs> ebenso<lb/>
wie Dir. Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> bestrebt ist, Nebeneinnahmen zu erreichen. Die<lb/>
Schweizer z.B. haben aber für ihren Fahrkartenverkauf drei bis vier<lb/>
Angestellte beschäftigt. Wenn ich mir nur vorstelle, daß vielleicht<lb/>
bei uns ein oder zwei Angestellte zusätzlich notwendig sind, so glaube<lb/>
ich, ist das Ganze kein Geschäft, sondern in Wirklichkeit ein Drauf<lb break="no"/>zahler.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Dies möchte ich im einzelnen noch besprechen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-14_20"/>
         </div>
      <div type="back"><pb n="60_0751_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-14_1981-06-15_0751-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 14./15.6.1981</head>
         </div>
         <pb n="60_0751_02" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-14_1981-06-15_0751-02.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
         </div>
      </div></body>
      <back><listPerson><person xml:id="per__112054">
               <persName type="label">Buchner, Hans</persName>
               <persName><surname>Buchner</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>GD Stickstoffwerke/Chemie Linz</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111736">
               <persName type="label">Zolles, Helmut</persName>
               <persName><surname>Zolles</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Direktor ÖFVW</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97587">
               <persName type="label">Jankowitsch, Peter</persName>
               <persName><surname>Jankowitsch</surname><forename>Peter</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/1012186253</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__127902">
               <persName type="label">Tanaka, Rokusuke</persName>
               <persName><surname>Tanaka</surname><forename>Rokusuke</forename></persName>
               <occupation>jap. HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111750">
               <persName type="label">Davignon, Étienne</persName>
               <persName><surname>Davignon</surname><forename>Étienne</forename></persName>
               <occupation>EG-Kommissar</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97415">
               <persName type="label">Eiselsberg, Otto</persName>
               <persName><surname>Eiselsberg</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/119453290</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__110169">
               <persName type="label">Nußbaumer, Adolf</persName>
               <persName><surname>Nußbaumer</surname><forename>Adolf</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär BKA</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111707">
               <persName type="label">Lambsdorff, Otto Graf</persName>
               <persName><surname>Lambsdorff</surname><forename>Otto Graf</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__126232">
               <persName type="label">Reagan, Ronald</persName>
               <persName><surname>Reagan</surname><forename>Ronald</forename></persName>
               <occupation>US-Präs. ab 1981</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__133268">
               <persName type="label">Edwards, James B.</persName>
               <persName><surname>Edwards</surname><forename>James B.</forename></persName>
               <occupation>US-Energieminister 1981/82</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__117657">
               <persName type="label">Pototschnig, Hubert</persName>
               <persName><surname>Pototschnig</surname><forename>Hubert</forename></persName>
               <occupation>ÖH-Vorsitzender (ca. 1973), Mitarb. OECD-Vertretung in Paris, sollte 1978
                  wg. Energieplan aus Paris zurückbeordert werden [vmtl. dieselbe
                  Person?]</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__133273">
               <persName type="label">Enzmann, A</persName>
               <persName><surname>Enzmann</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>für Budget ÖFVW in Paris zuständig</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__108746">
               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
               <persName><surname>Haffner</surname><forename>Konrad</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__127900">
               <persName type="label">Howell, David</persName>
               <persName><surname>Howell</surname><forename>David</forename></persName>
               <occupation>brit. Energieminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__127905">
               <persName type="label">Schmid, Regina</persName>
               <persName><surname>Schmid</surname><forename>Regina</forename></persName>
               <occupation>Vertr. ÖFVW Paris</occupation>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>