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            <title type="main">Dienstag, der  9. Juni 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band60_1981-06-09</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_01">Dienstag, 9. Juni 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_02">Beim Jour fixe mit der HK beschwerte sich Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> so<lb break="no"/>fort über die Belangsendung der HK. Dort wurde erklärt, daß die<lb/>
Unternehmer gemolken werden wie eine Kuh, gezeigt wurde der Busen<lb/>
einer Heurigenwirtin. Die Frau sozusagen mit der Kuh identifiziert.<lb/>
Natürlich gibt es bei <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> jetzt entsprechende Proteste. <rs type="person" ref="#per__97893">Sal<lb break="no"/>linger</rs> war sichtbar betroffen, <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meinte nur verlegen, sie hät<lb break="no"/>ten drei gute Firmen mit diesen Werbesendungen beauftragt, irgend<lb break="no"/>etwas dazu zu sagen. Ich bin überzeugt, er wird sich den Werbefilm<lb/>
ansehen und dann <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> sicherlich irgendeine Erklärung geben,<lb/>
wie dies dann auch mit den letzten Interventionen bezüglich Hotel<lb break="no"/>möbel, den Wunsch, eine Tiroler Kinderbekleidungserzeugerin, die schon<lb/>
über 70 Jahre alt ist, den KR-Titel zu verleihen. Beides mußte die<lb/>
HK, wie <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sagte, leider ablehnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Ich halte diese Interventionen von Dir<lb/>
als sehr gut, da sie HK doch zu Maßnahmen zwingt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_04"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> fragte, was jetzt mit der Anerkennung der höheren Zinsen<lb/>
über 1/4 % gegenüber bisher 9 3/4 % für die Getreideeinlagerungs<lb break="no"/>aktion geschehen wird. Da der Finanzminister ein Budgetüberschrei<lb break="no"/>tungsgesetz in der Höhe von ca. 80 Mio. S dafür ablehnt, kann es<lb/>
höchstens in die Kalkulation und Preisgenehmigung, die jetzt gerade<lb/>
verhandelt wird, eingebracht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_05">Nach dem Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> zu sich gebeten,<lb/>
um mit ihm diese Frage zu besprechen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> wollte allen Ernstes,<lb/>
daß der Finanzminister jetzt bei Brotgetreide 80 Mio. S akzeptiert,<lb/>
und er dafür dann bei Futtergetreide, das nicht mehr preisgeregelt<lb/>
ist, einen Teil dieses Aufwandes hereinbringt. Im Vorjahr hat nach<lb/>
Rechnungsabschluß die Belastung des Budgets für Lagerkosten und<lb/>
sonstige 1 Mrd. S ca. gekostet, heuer werden es, unter Berücksichtigung<lb/>
von 167 Mio. S, die die Landwirtschaft für die Absatzförderung auf<lb break="no"/>bringt, 1,1 Mrd. S sein. Da der Landwirrtschaftsminister im nächsten<lb/>
Budget die 100 Mio. davon einsparen müßte, ist <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> verständlicher<lb break="no"/>weise nicht bereit, jetzt bei Brotgetreide 80 Mio. zusätzlich zu akzep<lb break="no"/>tieren, um dann eine vage Zusage bei Futtergetreide zu erhalten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> blieb hart, <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> mußte akzeptieren, daß dies in die<lb/>
Spannenregelung eingebaut wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_06">Durch Zufall traf ich dann auch MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> mit den Vertretern der Bundes<lb break="no"/>kammer über die Getreidepreiserhöhung und insbesondere Brot- und Mehl<lb break="no"/>preiserhöhung und erklärte ihnen rundweg, daß dies jetzt in die Spannen<lb/>
nach Beschluß der drei Minister eingebaut werden soll. Darüber waren<lb/>
die Vertreter der Handelskammer nicht glücklich, denn sie rechnen fest,<lb/>
daß eine eigene Kalkulationspost, womöglich mit einer Garantie der Aner<lb break="no"/>kennung, in die Brot und Mehlpreiskalkulation eingeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Laß Dir bitte über den Vorgang berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_08">Die Handelskammer hat zur Begutachtung des Rohstoffkonzeptes über 3<lb/>
Monate gebraucht. Auf meine Intervention teilte mir <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mit, er hat<lb/>
jetzt das Gutachten aber schon unterschrieben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_09">Bezüglich der forstschädlichen Luftverunreinigung, bezüglich des Benzin<lb break="no"/>bleigehaltes, bezüglich der Elektrizitätsbaumaßnahmen schlug ich vor,<lb/>
wird es notwendig sein, daß sich die Sozialpartner aussprechen und wo<lb break="no"/>möglich zu einer einvernehmlichen Auffassung gelangen, wie es zuminde<lb break="no"/>stens bis zu den nächsten Wahlen weitergehen soll. Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
wird sich dies genau überlegen, ich selbst habe dann am Abend beim<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118307">Ceausescu</rs>-Empfang mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> darüber flüchtig gesprochen. Gen.Sekr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meinte, die Wirtschaft wurde auch bezüglich der Dampfkesselver<lb break="no"/>ordnung erfahren, die HK beabsichtigt, wenn ein Unternehmer sich bei<lb/>
einem Bescheid, den er früher oder später bekommen wird, an die Handels<lb break="no"/>kammer wendet, mit einer Beschwerde bis zum Verfassungsgerichtshof zu<lb/>
gehen. Bezüglich der Energieeinsparung, die in die Gewerbeordnung einge<lb break="no"/>baut werden sollte, wie die Länder seinerzeit bei der Verhandlung über<lb/>
den Artikel 15a verlangten, ist <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sehr erschüttert, daß dies jetzt<lb/>
tatsächlich vom Handelsministerium beabsichtigt ist. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> selbst gibt<lb/>
zu, daß er es gewesen ist, der jetzt bei Verhandlungen innerhalb der<lb/>
Handelskammer und der ÖVP auf die Gefahr aufmerksam gemacht hat, wenn<lb/>
diese Länderforderung erfüllt wird, jetzt die Wirtschaftspaketlösung<lb/>
damit aufgebrochen wird. Genau dies trifft die ÖVP aber sehr hart, wes<lb break="no"/>halb sie jetzt unter allen Umständen die Länderwünsche im Energielenkungs<lb break="no"/>gesetz unterbringen möchte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_10">Die Handelskammer ist über die Forderungen des Sozialministers <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs><lb/>
und vor allem über die Art, wie er solche Forderungen präsentiert, sehr<lb/>
erschüttert und lehnt daher alles prinzipiell ab. Ich versuchte <rs type="person" ref="#per__97893">Sallin<lb break="no"/>ger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> klarzumachen, daß über die <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs>-Forderungen, 5 Wochen<lb/>
<pb n="60-0721" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-09_0721.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Mindesturlaub, gegebenenfalls Arbeitszeitverkürzung, Mitspracherecht,<lb/>
ja noch verhandelt wird, und es wie bei der Schicht-Schwerstarbeiterre<lb break="no"/>gelung noch zu entsprechenden Änderungen kommt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilte mir bei<lb/>
dieser Gelegenheit mit, er hätte wegen der 5 Wochen Mindesturlaub auch<lb/>
meinen Plan, die zwei Donnerstagfeiertage, Fronleichnam, Christi Him<lb break="no"/>melfahrt, vor längerer Zeit in einem Interview einmal angemeldet, daß<lb/>
man diese ev. streichen kann, und sofort vom Bischof <rs type="person" ref="#per__127088">Wagner</rs> aus Oberöster<lb break="no"/>reich, mit dem er in die Schule gegangen ist, eine harte Kritik hinnehmen<lb/>
mußte. Ich kann mir vorstellen, wie er als praktizierenden Katholik von<lb/>
der Amtskirche angegriffen wird, wenn schon ich in der Vergangenheit<lb/>
erleben mußte, daß dieses Problem mir die härteste Schelte eingebracht<lb/>
hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_11">Bezüglich der Bestellung des SC <rs type="person" ref="#per__137296">Heller</rs> als Nachfolger von SC <rs type="person" ref="#per__126990">Neudörfer</rs><lb/>
im Aufsichtsrat der Verbund schlägt die HK vor, man sollte abwarten, ob<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137296">Heller</rs> bereit ist, an den Fraktionssitzungen der ÖVP teilzunehmen. Da<lb/>
es ein ÖVP-Mann ist, wird<add>[dies]</add> nicht bestritten. Damit bin ich einverstanden.<lb/>
Verlange aber gleichzeitig, daß noch während dieser laufenden Aufsichts<lb break="no"/>ratsperiode die Nachfolge von Dir. <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs>, jetzt weit über 70, endgültig<lb/>
geregelt werden muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_13">Prof. <rs type="person" ref="#per__131682">Janssen</rs> von der TU Wien, der jetzt eine entsprechende Energiekom<lb break="no"/>mission und Vorarbeiten für die Energiepolitik der 80er-Jahre vorbe<lb break="no"/>reiten will, wird von mir bei der Handelskammer entsprechend akkreditiert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meint, dies sei gar nicht notwendig, denn die Handelskammer<lb/>
kooperiert z.B. mit dem technischen Univ.-Professor, der Feinwerktech<lb break="no"/>nik lehrt, im Beratungsbereich des Handwerks mit WIFI sehr eng mit der<lb/>
TU, obwohl dieser Professor ein deklarierter Sozialist ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs><add>[hs. korrigiert, Anm.]</add>: Kennst Du diesen Professor.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_15">Bezüglich des Wunsches der Saunaimporteure, neuerlich Anschlußkosten,<lb/>
d.h. Baukostenzuschüsse nicht zu bezahlen, wenn man sich eine Sperruhr<lb/>
einbauen läßt, wird die Handelskammer diesen Vorschlag prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Was sagt die E-Wirtschaft zu dieser Idee.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_17">Die HK nimmt zur Kenntnis, daß das Handelsministerium dem Energiekonsu<lb break="no"/>mentenverband 960.000 S Subvention gewährt, doch bis jetzt nur 1/3 der<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte laß Dir über die weitere Erfüllung be<lb break="no"/>richten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_19"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist erschüttert, daß jetzt auf dem Wildsektor doch eine Einbe<lb break="no"/>ziehung in die Marktordnung von seiten des Landwirtschaftsministers <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
beabsichtigt ist. Er gibt zu, daß ein ÖVP Initiativantrag im Parlament,<lb/>
den die Bauernvertreter verlangten, und der Wirtschaftsbund nicht genau<lb/>
<choice><choice><sic>augepaßt</sic><corr>aufgepaßt?</corr></choice></choice> hat, dies ausgelöst hat. Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> will<lb/>
sowieso nur den Import der Viehverkehrskommission unterstellen. Hier<lb/>
möchte die HK aber lieber, daß über das Gesundheitsministerium das<lb/>
importierte Wildbret wie in der Schweiz und Deutschland genau unter<lb break="no"/>sucht wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Ich hielt eine solche Lösung auch für zweck<lb break="no"/>mäßiger.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_21">Bei der Ministerratsvorbesprechung berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zuerst über die<lb/>
Wirtschaftssituation, insbesondere über die verheerende Finanzlage der<lb/>
Länderbank. Er ärgerte sich furchtbar, daß in der Vergangenheit man<lb/>
die politische Verantwortung für die Länderbank viel zu leicht genommen<lb/>
hat, ohne daß er es nannte, spielte er hier auf die Aufsicht des Finanz<lb break="no"/>ministers <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> über diese Bank an. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> muß jetzt mit Bundespartei<lb break="no"/>obmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> und dann auch mit Bundesparteiobmann <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> über die Sanie<lb break="no"/>rung der Länderbank verhandeln. <choice><choice><sic>Ein</sic><corr>Durch ein</corr></choice></choice> Gesetz, welches wahrscheinlich durch<lb/>
Initiativantrag im Parlament geschaffen wird, sollen Möglichkeiten einer<lb/>
20 jährigen Reservebildung geschaffen werden. Wenn die Länderbank nämlich<lb/>
jetzt ihre Verluste, die sie aus der Klimatechnik und aus Eumig er<lb break="no"/>wirtschaftet hat, ihrer Bilanz abschreiben müßte, wäre die Länderbank<lb/>
konkursreif.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_22">Eine harte Diskussion gab es dann über die Vorschläge des Sozialministers<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> bezüglich der Inkamerierung der 30 S. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist dagegen,<lb/>
daß man im jetzigen Zeitpunkt auch nur darüber diskutiert, denn auf<lb/>
der einen Seite verhandelt der Finanzminister äußerst hart mit der<lb/>
Steuerforderung des österreichischen Gewerkschaftsbundes, ob man 125 S<lb/>
oder 150 S Steuerersparnis pro Monat geben kann, und auf der anderen<lb/>
Seite würde den Beschäftigten sofort 30 S weggenommen werden. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs><lb/>
verweist darauf, daß dieses Gesetz über die Bezahlung der 30 S heuer<lb/>
ausläuft. Er profitiert gar nicht davon, sondern wollte nur dem Finanz<lb break="no"/><pb n="60-0723" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-09_0723.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>minister einen Teil von weiteren Budgetzuschüssen zur Pensionsversiche<lb break="no"/>rung und Wohnbau ersparen, wenn die 30 S jetzt wegfallen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> wehrt<lb/>
sich gegen diese Überlegungen, weil er ja jetzt aus dem Überschuß der<lb/>
Unternehmungsleistungen ca. 800 Mio. S im Budget vereinnahmen kann. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
bricht die Diskussion dann über dieses Problem deshalb ab, weil er meint,<lb/>
der Finanzminister und Sozialminister sollten in bilateralen Gesprächen<lb/>
eine Lösung, wahrscheinlich Verlängerung des Gesetzes, daß die 30 S<lb/>
weiterbezahlt werden, verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_23">Bezüglich der Außenpolitik erwähnt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nur, daß der Angriff der<lb/>
Israeli auf das Kernforschungsinstitut in Bagdad ein ungeheuer gefahr<lb break="no"/>voller Schritt ist, der von jedermann abgelehnt wird. Er ist überzeugt,<lb/>
daß selbst die amerikanisch-jüdische Lobby es nicht vertreten kann. Die<lb/>
reichen Juden sind Präs. <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> sowieso ergeben und machen seine Politik,<lb/>
und die armen jüdischen Schneider in New York spielen, da die Wahl ja<lb/>
vorüber ist, derzeit überhaupt keine Rolle.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_24">Nach dem Ministerrat im Pressefoyer ist jetzt immer zweckmäßigerweise<lb/>
unser Pressereferent <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> anwesend und berichtet dann, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dort<lb/>
im einzelnen gesagt hat. Bezüglich der verantwortlichen Attacke der<lb/>
israelischen Luftwaffe ist <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, so wie wahrscheinlich jedermann, sehr<lb/>
entsetzt. Bei ihm kommt dann auch dazu, daß damit seine Freidensbemühun<lb break="no"/>gen, insbesondere sein mäßigender Einfluß auf die Araber, beeinflußt<lb/>
wird. Am meisten muß sich aber Präs. <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs> von Ägypten reingelegt fühlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_25">Der chilenische <choice><choice><sic>Energieminister</sic><corr>Präsident der Nationalen Energiekommission</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__133139">Brady</rs> ist zum UNIDO-Besuch in Wien. Auf<lb/>
Wunsch des chilenischen Botschafters und insbes. aber von österreichi<lb break="no"/>schen Firmen, von Voith bis Vöest-Alpine, gebe ich ein Arbeitsessen. Die<lb/>
Chilenen möchten jetzt zwei kleinere Elektrizitätswerke mit 40 MW aus<lb break="no"/>schreiben. Das große Projekt im Süden mit 1400 MW einer derzeit instal<lb break="no"/>lierten Leistung in ganz Chile von 500 MW gibt große Probleme. Entwe<lb break="no"/>der müßte dort im Süden eine entsprechende energieverbrauchende Indu<lb break="no"/>strie, Aluminium, chemische Industrie usw., aufgebaut werden oder eine<lb/>
1000 km lange Leitung nach dem Norden in das bewohntere und Industriege<lb break="no"/>biet gelegt werden. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die<lb/>
Chilenen beschweren sich nur, daß Österreich jetzt ein schlechtes Image<lb/>
hat, weil die vereinbarten Panzerlieferungen nicht stattgefunden haben.<lb/>
Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> hat zwar Argentinien besucht, wo übrigens auch öster<lb break="no"/>reichische Panzer hingeliefert wurden, nicht aber Chile, zwischen beiden<lb/>
Staaten gibt es jetzt ein sehr gespanntes Verhältnis, weil Argentinien<lb/>
einen Schiedsspruch nicht anerkennt. Hier konnte ich zum Glück darauf<lb/>
<pb n="60-0724" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-09_0724.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>verweisen, daß ich überhaupt noch nie einen amerikanischen Staat besucht<lb/>
habe. Weder in Nord- noch in Südamerika. Daher kann sich niemand diskri<lb break="no"/>miniert fühlen. Ich erklärte dezidiert auch, daß nur bei Waffenliefe<lb break="no"/>rungen ein Exportverbot der Regierung ausgesprochen werden kann. Alle<lb/>
anderen Lieferungen sind absolut frei und niemand kann einen diesbezüg<lb break="no"/>lichen Export verhindern. Ich habe beim Abendempfang für <rs type="person" ref="#per__118307">Ceausescu</rs><lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann auf die Intervention und Beschwerde der Chilenen aufmerksam<lb/>
gemacht. Er erklärte, er kenne die ganze Frage, da der Energieminister<lb/>
auch mit ihm sprechen wollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_26">Bei der 5. Arbeitssitzung des Antidumpingbeirates wegen Neueinführung<lb/>
der Baustahlgittermindestverordnung hat der neue geschäftsführende<lb/>
Vorsitzende <rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs> sehr geschickt laviert. Die Handelskammer, aber auch<lb/>
die AK würden eine solche neue Verordnung gerne sehen. Die HK hat aller<lb break="no"/>dings zeitgerecht verabsäumt, die Verlängerung der bestehenden Baustahl<lb break="no"/>gitterverordnung zu verlangen. Im jetzigen Zeitpunkt kann aber gegen<lb break="no"/>über der EG in Brüssel eine solche Verordnung nicht begründet werden.<lb/>
Die italienischen Importe sind stark zurückgegangen, die deutschen haben<lb/>
zugenommen, in Summe zeigt sich eindeutig, daß die inländische Produktion<lb/>
jetzt um 19 % zugenommen hat, und die Inlandslieferung genau um die 16 %<lb/>
stärker wurde, als die Importe abgenommen haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie sind die Verhandlungen dann ausgegangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_28">Dir. <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> berichtet mir, wieso jetzt bei der Zillergründl-Staumauer<lb/>
für 1,1 Mrd. ihre Kosten entstehen. 850 Mio. ergeben sich von den 400.000<lb/>
m³, die man mehr Felsen ausheben muß. 150 Mio. sind Projektkosten und<lb/>
100 Mio. Gleitung und Schätzkostenkorrekturen. <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> hatte gehofft,<lb/>
daß ihm so etwas nie passieren würde, nachdem er die Entwicklung im<lb/>
Maltakraftwerk mitgemacht hat. Ich versuchte ihn zu beruhigen, niemand<lb/>
weiß, bevor nicht letzten Endes der Bau tatsächlich aufgeführt wird, wie<lb/>
die Felsformation letzten Endes aussieht. Alle geologischen Gutachten<lb/>
waren bis jetzt meistens falsch. Das einzige, was man hier kritisieren<lb/>
kann, ist, daß man mit der Elektrizitätsversorgung Schwaben EVS, die<lb/>
Hälfte Finanzbeteiligung 5 Mrd. S ausgemacht wurde, ohne daß man berück<lb break="no"/>sichtigt hat, daß<add>[sich]</add> ohne weiteres eine ganz andere Kostengestaltung erge<lb break="no"/>ben könnte. Ich habe Dir. <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> empfohlen, er soll Vst.-Dir. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs>,<lb/>
wenn dieser erklärt, die Mauer wird jetzt nicht gebaut, daran erinnern,<lb/>
daß er als Vorstandsdirektor der Verbund diesen EVS Vertrag ausgehandelt<lb/>
und genehmigt hat. Da jede Bauverzögerung pro Jahr 400 bis 500 Mio.<lb/>
Jahresverlust ergibt, stehe ich auf dem Standpunkt, es muß dieser Bau<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_30">Die Aussprache bei Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs><lb/>
und mir, auf der anderen Seite <rs type="person" ref="#per__118307">Ceausescu</rs> mit etlichen Ministern, begann<lb/>
mit den bilateralen Problemen zwischen Rumänien und Österreich. Diese<lb/>
Aussprache zog sich so dahin, daß <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der übrigens<lb/>
zum ersten Mal bei einer solchen Verhandlung anwesend war, fragte, ob<lb/>
er irgendetwas zu sagen hätte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ging nur auf das Problem des<lb/>
Rhein-Main-Donaukanals ein. Dieser wird sich durch die Haltung der deut<lb break="no"/>schen Bundesregierung verzögern und erst Ende der 90er-Jahre fertig<lb/>
werden. Der Donau-Oderkanal kommt noch später, wenn überhaupt, weil die<lb/>
Polen ihn nicht finanzieren können. Über die Außenpolitik erklärte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, gleich wird er mit <rs type="person" ref="#per__118307">Ceausescu</rs> dann eigene Verhandlungen führen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> ersuchte mich deshalb, auch ich sollte zu den bilateralen<lb/>
Problemen Stellung nehmen, ich verwies nur darauf, daß jetzt gewisse<lb/>
Projekte, die ich im einzelnen sogar aufzählte, zwischen dem Minister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118213">Avram</rs> und mir bei der Gemischten Kommission im Februar und dann auch<lb/>
noch bei der beabsichtigten Aussprache am nächsten Tag erörtert werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118307">Ceausescu</rs> hat wieder einmal verlangt, daß bis 1985 unsere Handelsbezie<lb break="no"/>hungen sich verdoppeln. Von 75 bis 80 hätte es eine ständige Entwicklung<lb/>
gegeben, wenn sie auch nicht spektakulär ist, und 80 % Steigerung ge<lb break="no"/>bracht, wo er diese Ziffer her nimmt, ist mir ein Rätsel. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
hat mit Recht darauf verwiesen, daß wir sogar eine Einschränkung der<lb/>
Exporte in den letzten Jahren verzeichnen mußten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_31">Die Rumänen werden jetzt die Wirtschaftsleitung verbessern. Die Wirt<lb break="no"/>schaftsräte, die neu geschaffen wurden, werden entsprechend mitwirken.<lb/>
Am 25.6. wird es eine 11.000-Delegiertenversammlung geben, die sich<lb/>
mit dem 5-Jahresplan beschäftigen. Die Hälfte dieser Delegierten werden<lb/>
produktive Arbeiter sein. Im Februar hat eine diesbezügliche Landwirt<lb break="no"/>schaftskonferenz stattgefunden, wo auch 11.000 Delegierte entsendet<lb/>
wurden. Das Handelsbilanzdefizit, auch ein kleiner Teil davon durch das<lb/>
österreichische, beträgt jetzt 400 Mio. $, allerdings kumuliert in den<lb/>
letzten Jahren, und dürfte nicht mehr größer werden. Im Gegenteil, die<lb/>
Rumänen wollen keine neuen Kredite und wollen die Auslandsschulden in<lb/>
den nächsten Jahren abbauen. Dies soll durch Kompensation, Anlagenliefe<lb break="no"/>rungen, dafür<add>[als]</add> Gegengeschäft Abnahme der aus den Anlagen produzierten<lb/>
Waren, erreicht werden. Der einzige Lichtblick dabei ist, daß <rs type="person" ref="#per__118307">Ceausescu</rs><lb/>
meint, es müsse nicht bei jeder Firma ausgeglichen sein, aber in Summa.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_32">In den multilateralen Fragen gab es insoferne weitgehende Übereinstim<lb break="no"/>mung, weil <rs type="person" ref="#per__118307">Ceausescu</rs> bemerkte, die rumänische Politik ist<add>[auf]</add> Gleichheit,<lb/>
Souveränität, Nichteinmischung und Unabhängigkeit aufgebaut. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
bemerkte zum Schluß mit Recht, auch dies sei die österreichische Neutra<lb break="no"/>litätspolitik.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_33">Eine neue Zweigstelle der Z am Rennweg für ca. 7 Mio. S sollte durch mich<lb/>
eröffnet werden. Der Architekt hat dies sehr gut gelöst, unser Vertre<lb break="no"/>ter des Freien Wirtschaftsverbandes als Tischler hat dort auch hervorra<lb break="no"/>gende Facharbeit geleistet. Selbstverständlich habe ich dies alles bei<lb/>
einer launigen Ansprache hervorgehoben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_34">Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> hat in unserer Bezirkskonferenz über seine<lb/>
Umweltschutzpolitik gesprochen. <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> vertritt die Meinung, daß die<lb/>
beste Gesundheitspolitik eine richtige Umweltschutzpolitik ist. Für die<lb/>
Gesundheit kann sich der einzelne einsetzen. Er raucht nicht, er trinkt<lb/>
nicht, er lebt gesund. Für die Belastungen, die ihm aber aus dem Blei,<lb/>
1,2 Mio. kg pro Jahr, durch Auspuffgase oder 427 Mio. kg Schwefeloxid durch<lb/>
die Rauchfänge, dagegen könne sich der einzelne nicht wehren. Natürlich<lb/>
hat er auch bezüglich der Wasserkraftwerke Osttirol, Hainburg seine<lb/>
Stellungnahme dargelegt. <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> spricht immer ohne Unterlagen, frei,<lb/>
sehr emotionell, sehr geschickt und kann natürlich schon allein als<lb/>
Arzt, der auf der Landstraße sehr gut bekannt ist, die Mitarbeiter und<lb/>
Vertrauensleute fesseln. Die Diskussion, die ich anfangs noch mitmachte,<lb/>
hat unser Jugendvertreter <rs type="person" ref="#per__114118">Woller</rs> eröffnet. Er hat mit Recht darauf ver<lb break="no"/>wiesen, welche Maßnahmen auf der Landstraße jetzt im kleinen und im ein<lb break="no"/>zelnen getroffen werden sollten. Diese Politik habe ich dann in einem<lb/>
Diskussionsbeitrag als einzig richtige bezeichnet. Die Bevölkerung kann<lb/>
man mit Globalziffern beeindrucken, entscheidend ist aber, was geschieht,<lb/>
damit seine Umweltschutzbedingungen, sei es bei Lärm oder Grünanlagen,<lb/>
also bessere Luft, geschehen müßte. Im übrigen verwies ich in meinem<lb/>
Diskussionsbeitrag dann darauf, daß man sich immer überlegen muß, was<lb/>
diese Umweltschutzmaßnahmen kosten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band60_1981-06-09_35">Beim Essen des Bundespräsidenten für <rs type="person" ref="#per__118307">Ceausescu</rs> wurde in den Tischanspra<lb break="no"/>chen dann neuerdings die Politik Österreichs durch <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> und<lb/>
die Politik Rumäniens durch <rs type="person" ref="#per__118307">Ceausescu</rs> dargelegt. Es war eine riesig große<lb/>
Tafel, daher ungeheuer heiß. Zuerst habe ich veranlaßt, daß wenigstens<lb/>
alle Fenster geöffnet werden, resp. habe sie selbst aufgemacht. Als wir<lb/>
dann bei der Tafel gesessen sind, habe ich die verhältnismäßig weit<lb/>
entfernten brennenden Kerzen ganz einfach ausgeblasen. Jedermann bewun<lb break="no"/><pb n="60-0727" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band60/60_1981-06-09_0727.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>derte meine gute Kondition, niemand traute sich aber bei den anderen<lb/>
Kerzen dies nachzumachen. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat dazu nur gelächelt, ob es<lb/>
ihm ganz recht war, weiß ich eigentlich auch nicht.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 9.6.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 91. Ministerratssitzung, 9.6.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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