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            <title type="main">Dienstag, der 28. April 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_01">Dienstag, 28. April 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_02">Im Jour fixe hat <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mit größtem Bedauern festgestellt, daß Sozial<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> die Witwerpension genauso im Ministerrat eingebracht<lb/>
hat, bevor die Diskussion ausgebrochen ist. Ursprünglich waren sowohl<lb/>
sein Vorgänger <rs type="person" ref="#per__98063">Weißenberg</rs> als er selbst auf einer Partnerschaftspension.<lb/>
Die Handelskammer hätte sich vorstellen können, daß man bis 70 % in der<lb/>
Partnerschaftspension hätte gehen können. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> behauptet, der Haupt<lb break="no"/>verband hat ein vernichtendes Gutachten abgegeben, für mich ist dies<lb/>
erklärlich, denn hier kommt der Gegensatz zwischen dem Bauarbeiter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97741">Millendorfer</rs> und dem Privatangestellten <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> klar zum Durchbruch.<lb/>
Die Handelskammer bezweifelt, daß der jetzige Entwurf aufkommensneu<lb break="no"/>tral ist. Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ist auch davon überzeugt, daß dies<lb/>
höchstens bis Mitte der 80-er Jahre der Fall sein wird. Dann aller<lb break="no"/>dings müßte eine vollkommen neue Sozialversicherung Aufkommen und Aus<lb break="no"/>gabensystem gefunden werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_03">Auch beim Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz ist nach monatelangen<lb/>
Verhandlungen das Problem der Berufsschulzeitanrechnung auf die Ar<lb break="no"/>beitszeit offen. Der Gewerkschaftsbund, Jugendsekretär <rs type="person" ref="#per__112979">Verzetnitsch</rs>, ver<lb break="no"/>langt die volle Anrechnung, die Handelskammer meint, man könnte höchstens<lb/>
10 Stunden als Kompromiß akzeptieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_04">Bezüglich der Masseure wird als Lehrlingsbeginnzeit von mir erwartet,<lb/>
daß sich 16 Jahre jetzt durchsetzen. Die Handelskammer hat 15 vorgeschla<lb break="no"/>gen, die Gewerkschaft 17.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Versuch bitte diese 16 Jahre, damit wenigstens<lb/>
in einem Sozialbereich der Handelskammer Rechnung getragen wird, die<lb/>
jetzt endgültig durchzusetzen.<lb/>
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finanziert werden kann. Die Länder haben sich, außer Oberösterreich,<lb/>
dazu entschlossen, die 500.000,–– S genauso wie der Landwirtschaftsmi<lb break="no"/>nister aufzubringen. Die Handelskammer übernimmt 1 Mio. S und den OÖ<lb/>
Landesteil. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> wird diesen zwar jetzt vorstrecken, aber nächstes<lb/>
Jahr von der Handelskammer vergütet bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_07">Das Präsidium der Handelskammer hat beschlossen, den Energiekonsumenten<lb break="no"/>verband für dieses Jahr 1,3 Mio. S zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie viel geben wir?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_09"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat jetzt einmal eine seiner Beislrunden, die die Wiener ÖVP<lb/>
auf Anregung von <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> durchführt, absolviert. Prompt hat ihn dort<lb/>
jemand ersucht, er soll dafür eintreten, daß ein konzessionierter Ge<lb break="no"/>werbebetrieb sofort beginnen kann und nicht warten muß, bis eben die<lb/>
Konzession ihm verliehen wird. Einen solchen Wunsch an mich habe ich<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> eigentlich nicht erwartet, denn dies würde im Rahmen der<lb/>
Handelskammer <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> die größten Schwierigkeiten bereiten. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
hat auch sofort mir recht gegeben, daß man eben zwischen einem hand<lb break="no"/>werklichen und sonstigen Gewerbe unterscheiden muß, wo die Anmeldung<lb/>
genügt, sogenanntes Anmeldungsgewerbe, und man kann schon beginnen, bei<lb/>
Konzessionsgewerbe muß man eben warten, bis die Konzession erteilt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_10"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ersuchte mich, daß jetzt die Textileinfuhr, langfristige Überprü<lb break="no"/>fung und damit Verzögerung der Importe aus Italien, aufgehoben werden<lb/>
sollte. Bei ihm haben nicht nur die Fa. Schöps, sondern auch viele andere<lb/>
protestiert und ersucht, daß man die Muttertagsware unbedingt hereinlas<lb break="no"/>sen sollte. Ich erkläre, daß ich darüber mit SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> reden werde.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> teilt mir dann mit, daß SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> zu meiner größten Überraschung<lb/>
jetzt das System bis zum Muttertag sistieren möchte und dann allerdings<lb/>
mit voller Härte die Verzögerungstaktik einsetzen soll. Bei <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> wurde<lb/>
nämlich genauso interveniert wie bei <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Laß mir bitte den Vorgang genau zusammenstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_12">Im Multifaserabkommen wurde mit Hongkong, Korea und Macao eine Eini<lb break="no"/>gung erzielt. Singapur, Philippinen und Sri Lanka wünschen nun, daß nicht<lb/>
in Wien oder Genf darüber verhandelt wird, sondern in ihren Ländern.<lb/>
Da dies ungeheure Reisekosten verursachen würde, von denen allerdings<lb/>
die Handelskammer meint, das müsse ohne weiteres in meinem Budget vom<lb/>
Nationalrat gedeckt werden, erkläre ich mich maximal dazu bereit, in<lb/>
Genf über diese Selbstbeschränkungsabkommen zu verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie sieht dies budgetmäßig und wunschmäßig von<lb/>
unseren Beamten gesehen aus.<add>siehe TB 29.IV 00551</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_14">Ich informiere die Handelskammer, und Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> unterstützt<lb/>
mich dabei sehr, daß die <choice><choice><sic>Grundauszeichnungsverordnung</sic><corr>Grundpreisauszeichnungsverordnung?</corr></choice></choice> in die Begutach<lb break="no"/>tung gehen muß. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meint, der Fremdenverkehrstag am 7. Mai würde<lb/>
sich in Salzburg mit diesem Problem eingehend beschäftigen, dort wird<lb/>
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am 9. Juni würde dann die endgültige Entscheidung der Handelskammer<lb/>
fallen. Darauf kann und will ich nicht warten. Als Kompromiß schlage<lb/>
ich vor, daß <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs>, <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs> und <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> mit 4 Vertre<lb break="no"/>tern der AK und des ÖGB zu mir zu einer Sitzung geladen werden sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte diese Sitzung sofort vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_16">Die Handelskammer, dieses Gefühl habe ich auch, ist über die Aussage des<lb/>
Gesundheitssprechers der ÖVP, <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs>, bezüglich des Kernkraftwerkes<lb/>
Zwentendorf, daß es sich hier um ein kleines AKH handelt, das schon<lb/>
allein aus technischen Gründen wahrscheinlich nie in Betrieb gehen wird,<lb/>
sehr erschüttert. Für mich ist klar, daß damit die Chance, in dieser<lb/>
Legislaturperiode zu einer positiven Lösung zu kommen, sehr geschwunden<lb/>
ist. Die Behauptung <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesingers</rs>, der sofort der ÖVP-Geschäftsführer der<lb/>
GKT, <rs type="person" ref="#per__97990">Staudinger</rs>, entgegentritt, ist auch durch nichts begründet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_17">Die Bauerndemonstration gegen mich wegen der Düngemittelpreise richtet<lb/>
sich auch gegen die Sozialpartner, insbesondere gegen die Handelskammer.<lb/>
Dies wird indirekt von <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> zugegeben. Die Landwirtschaftskammer hat<lb/>
nämlich erwartet, daß nachdem es durch ihren Einspruch zu keiner Eini<lb break="no"/>gung über die Düngepreise gekommen ist und Linz 19,7 % betriebswirt<lb break="no"/>schaftlich notwendigen Erhöhung durchführte, daß eine Mitteilung aufgrund<lb/>
§ 3 aller Interessensvertretungen an das Handelsministerium erfolgt.<lb/>
Dazu war die Handelskammer aber nicht bereit, da nach ihrer Gepflogen<lb break="no"/>heit nur Firmen, die sich nicht der Paritätischen Kommission unterwer<lb break="no"/>fen oder Beschlüsse der Paritätischen Kommission trotz Aufforderung<lb/>
nicht einhalten, nach diesem § dann auf ein halbes Jahr vom Handels<lb break="no"/>ministerium preisgeregelt werden sollen. Dies traf bei der Chemie Linz<lb/>
nicht zu, diese hat sich dem Verfahren unterworfen, war bereit ein<lb/>
Kompromiß zu akzeptieren, nur die Landwirtschaftskammer hat dies eben<lb/>
abgelehnt. So kam es zu einem Antrag der Landwirtschaftskammer nach § 4,<lb/>
dort habe ich nur festzustellen, ob die 19,7 % betriebswirtschaftlich<lb/>
begründet sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_18">Vor dem Bundeskanzleramt gab es eine Demonstration von, wie die Bauern<lb/>
behaupten, 700 Bauern, ich bin nicht wie möglich mit dem Auto sofort<lb/>
in das Bundeskanzleramt reingefahren, sondern früher ausgestiegen und<lb/>
zu Fuß durch die demonstrierenden Bauern gegangen. Selbstverständlich<lb/>
habe ich dann entsprechende Pfuirufe erhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_19">In der Ministerratsvorbesprechung ging <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf die Bauerndemonstra<lb break="no"/><pb n="59-0544" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-04-28_0544.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>tion ein. Er meinte, die EG hat die gesamten europäischen Bauern sehr<lb/>
verärgert. Die österreichischen Bauern wollen insbesondere mit der<lb/>
neuen Bauernführung nur Forderungen aufstellen. Diese Führung will über<lb break="no"/>haupt nicht führen. Jedes Nachgeben wäre schlecht, durch Zugeständnisse<lb/>
kann man bei der ÖVP nichts erreichen. Wir dürften uns nur nicht ausein<lb break="no"/>anderdividieren lassen, jeder kommt dran. Ich selbst verwies nur<add>[darauf]</add>, daß<lb/>
ich den Bauern sofort vorgeschlagen habe, über ihren Lautsprecherwagen,<lb/>
der ein verhältnismäßig starkes Mikrophon hat und die Bauern ständig<lb/>
aufhetzte, über dieses Problem mit ihnen zu diskutieren. Von der Bauern<lb break="no"/>bundführung wurde dies aber abgelehnt. Unser Pressemann <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> ging<lb/>
durch die Reihen und hat immer wieder erklärt, er versteht nicht, warum<lb/>
dieses Diskussionsangebot von mir nicht akzeptiert wird. Bald hätte er,<lb/>
wie er mir berichtete, Hiebe bekommen. Die ganze Aktion hat ihm riesig<lb/>
Spaß gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_20">Mit den VEW hofft <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, daß jetzt in der staatlichen Wirtschaftskom<lb break="no"/>mission eine Lösung gefunden wird, die auch die Betriebsräte akzeptie<lb break="no"/>ren. In Judenburg verbleiben 1.300 Beschäftigte, allerdings zu den<lb/>
Löhnen der Donawitzer Arbeiter wird Walzwerkarbeit von der Vöest nach<lb/>
Judenburg gelegt, angeblich wird ein Walzwerk dort gepachtet. In Ter<lb break="no"/>nitz müssen nur 200 Beschäftigte abgebaut werden. Die beiden <choice><choice><sic>gefährde<lb break="no"/>ten</sic><corr>[Standorte]</corr></choice></choice> Judenburg und Ternitz wären dadurch weitestgehend gesichert. Durch<lb/>
ein eigenes Gesetz wird <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> die Sanierung der VEW einbringen. Ein<lb/>
eigenes Gesetz ist, wie Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> dann fragt, deshalb notwendig,<lb/>
weil die ÖVP, Bundesparteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> hat dies bereits erklärt, diesem<lb/>
Gesetz zustimmt, während<add>[sie]</add> das BÜG, Budgetüberschreitungsgesetz, wo jetzt<lb/>
400 Mio. für<add>[die]</add> VEW vorgesehen sind, ablehnt.<lb/>
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Ministerratsvortrag endgültig fixiert ist. Er hofft, daß ihm bei der<lb/>
Mur-Mürz-Furche noch 100 bis 200 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.<lb/>
Insbesondere rechnet er aber, daß er mit Saudi-Arabien bezüglich der<lb/>
Kürassierlieferung durch SDP zu einem positiven Ergebnis kommt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
sagt, daß die steirische Landesregierung, insbesondere LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> zwar<lb/>
hart kritisiert, aber die einzige Landesregierung ist, die auch einen<lb/>
großen materiellen Beitrag für die Finanzierung leistet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_22">Außenpolitisch meint er, <rs type="person" ref="#per__114486">Giscard</rs> wird gewählt, in Schweden gibt es eine<lb/>
große Krise unter den Regierungsparteien, in Deutschland wegen der Saudi<lb/>
Panzerlieferungen eine schwierige Situation für <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs>. In Israel<lb/>
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Krieg durch ihre Stellvertreter im Libanon sozusagen erklärt, dieser<lb/>
militärischen Auseinandersetzung, es redet alles von einem neuen natio<lb break="no"/>nalen Zusammenschluß. In Amerika gilt <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> als der amerikanischste<lb/>
Präsident, durch sein Auftreten richtet aber alles nur nach der Innen<lb break="no"/>politik. <rs type="person" ref="#per__128854">Haig</rs> hat nicht die starke Position wie <rs type="person" ref="#per__131171">Dulles</rs>, unter dem großen<lb/>
Präsidenten <rs type="person" ref="#per__127590">Truman</rs> die europaverständnisvolle Politik eines <rs type="person" ref="#per__133016">Roosevelt</rs> als<lb/>
größten Präsidenten, <rs type="person" ref="#per__97620">Kennedy</rs> als Liebling der Jugend ist alles passé.<lb/>
Die Unterscheidung zwischen autoritären, fast Militärregierungen in<lb/>
Mittel- und Südamerika, die gut sind, und den totalitären Staaten der KP,<lb/>
wo es sich um Diktaturen handelt, regt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> am meisten auf. Die AZ<lb/>
soll nicht so sehr über Amerika selbst schreiben, die jungen Leute ar<lb break="no"/>beiten <choice><choice><sic>schlacksig</sic><corr>schleißig?</corr></choice></choice> und <rs type="person" ref="#per__133017">Ostenhof</rs> behauptet Sachen, die nicht stimmen. Man<lb/>
braucht jetzt nur die New Yorker Times und die Herald Tribune zitieren<add>[, dann]</add><lb/>
hat man genug Material gegen Amerika.<lb/>
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und dort große verantwortungslose Reden haltet, zeigt wenig außenpoli<lb break="no"/>tische Kenntnisse und Taktik. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> hat hier sich besser verhalten,<lb/>
weil er keinerlei Konzessionen in China den Chinesen gemacht hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_24">Bezüglich des Österreichprogramms in der SU oder DDR bei Staatstheater<lb break="no"/>besuchen dürfe man sich nicht beeinflussen lassen. Hier muß man hart<lb/>
bleiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_25">Die Wirtschaft, meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu meiner größten Überraschung, könnte man<lb/>
in den Griff bekommen. Es gebe einen nicht ganz unbegründeten Optimismus.<lb/>
Der Gesamtvorstand der Länderbank mußte abtreten, die defacto Milliar<lb break="no"/>denschulden werden immer ärger. Die Staatskontrolle hätte hier versagt.<lb/>
Abschließend meinte er nur, es gibt einen Tiefstand in der Bevölkerung<lb/>
gegenüber der Partei, verursacht durch AKH, ÖKG, Länderbank.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_26"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> erklärt, warum die Länderbankvorstände gehen mußten, gegen den<lb/>
Vorstand <rs type="person" ref="#per__133018">Strnad</rs> wird Anzeige wegen Untreue erstattet. Ein Kredit an die<lb/>
ÖKG von 150 Mio. zu einem späten Zeitpunkt ist mehr als fraglich. Die<lb/>
Kredex, eine Gründung der Midland Bank, müßte, wenn die Midland Bank nicht<lb/>
einspringt, mit 500 Mio. S in Konkurs gehen. 350 Mio. S muß die CA jetzt<lb/>
refinanzieren. Die Staatskontrolle hätte nichts machen können, denn nur<lb/>
im Aufsichtsrat könnte sie sich durchsetzen, jetzt wird an einer neuen<lb/>
Kreditwesengesetzbestimmung gearbeitet. Eine Innenrevision ist nicht<lb/>
möglich. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärt, er muß dagegen replizieren, obwohl er dies ge<lb break="no"/><pb n="59-0546" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-04-28_0546.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gen <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> nur sehr ungern macht. Sein Kabinettchef <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> hat bereits<lb/>
vor einem Jahr in der Länderbank als Aufsichtsrat gegen die mangelnde<lb/>
Kontrolle polemisiert. Als er als sein Bürochef kam, hat er ihn sofort<lb/>
darauf aufmerksam gemacht, dies hätte auch der Staatskommissär bemerken<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_27">Ich erkläre die Fehlinformation der Bauern bezüglich der Chemie Linz<lb/>
Düngepreiserhöhung. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> teilt mit, daß laut Wirtschaftsforschungs<lb break="no"/>institut, Dir. <rs type="person" ref="#per__118208">Schneider</rs>, die nominellen Einkommen voriges Jahr der Bauern<lb/>
um 11 1/2 % gestiegen sind. 6 %<add>[sind]</add> auf höhere Preise, 3 1/2 % auf bessere<lb/>
Ernten und 2 % auf Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe zurückzu<lb break="no"/>führen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> meint, die Einheitswerte, gegen die<add>[die]</add> Bauern auch prote<lb break="no"/>stieren, wurden nach 9 Jahren mit 1.1.80 Wirksamkeit bereits im 79-er<lb/>
Jahr erhöht. Über 60.000 werden allerdings einen geringeren Einheits<lb break="no"/>wert bezahlen als bisher.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_28">Sozialminister <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> verweist auf die Arbeitslosensituation in<lb/>
der EG mit 8 1/2 Mio. oder 7 1/2 % Arbeitslosenrate. Deutschland hat 1,1<lb/>
Mio derzeit, wird aber bis Jahresende noch 300.000 dazubekommen. Bei<lb/>
Bauknecht hofft <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs>, daß es gelingt 400 neue Arbeitsplätze in<lb/>
Aichfeld-Murboden zu schaffen. Die Eumig hat noch immer kein Konzept,<lb/>
ist total illiquide. Damit sie die Löhne zahlen können, wurde von ihm von<lb/>
der 100-Mio.-Zusage 25 Mio. freigegeben. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> hofft, daß die heuer<lb/>
von der Schule Entlassenen noch untergebracht werden können und man<lb/>
müsse sich bemühen, daß man alle Lehrlinge einstellen kann. Nach der<lb/>
Sitzung mache ich ihn darauf aufmerksam, daß bezüglich der Berufsschul<lb break="no"/>zeitanrechnung ein großer Unwille in der Handelskammer besteht, die<lb/>
Lehrlingseinstellung in so starkem Ausmaß fortzusetzen wie bis jetzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_29">Der Anpassungsfaktor mit 1. Jänner 82 wird 5,2 % sein bei einer Infla<lb break="no"/>tionsrate von 6 1/2 bis 7 %. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> plädiert aber unbedingt, daß<lb/>
wir an diesem System, wie es seinerzeit beschlossen wurde, festhalten<lb/>
und keinesfalls eine Änderung vornehmen, weil sonst die Finanzierung<lb/>
noch unmöglich wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_30">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> wird jetzt das Vergabegesetz in die Begutach<lb break="no"/>tung schicken. Die Stellungnahmen, wenn sie ganz konträr gegenüber die<lb break="no"/>sem Entwurf sind, dürfen nicht wie beim Ministeriengesetz offiziell<lb/>
an das BKA gerichtet werden, dann bekommt es nämlich die Opposition<lb/>
im Parlament und argumentiert dann in ganz starkem Maß gegen die Regie<lb break="no"/>rungsvorlage. Mich hat es schon immer gewundert, wieso die Minister sich<lb/>
<pb n="59-0547" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-04-28_0547.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>in ihrer Bürokratie nicht durchsetzen können, daß solche negative<lb/>
Stellungnahmen nicht in offizieller Weise dem aussendenden Ministerium<lb/>
zugehen. Für mich war und ist es selbstverständlich, daß höchstens<lb/>
inoffizielle Briefe an den betreffenden Minister geschickt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte für die Zukunft unser System weiter genau<lb/>
beachten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_32">Die Gewerkschaft öffentlicher Dienst verlangt jetzt die Angleichung<lb/>
der A-Leute in den Beförderungsrichtlinien in den nachgeordneten Dienst<lb break="no"/>stellen wie in der Zentralverwaltung. Dies würde für die Lehrer allein<lb/>
1 1/2 bis 4 Mrd. S höhere Personalkostenbelastung bedeuten. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs><lb/>
wird jetzt mit den öffentlich Bediensteten die Verhandlungen weiterfüh<lb break="no"/>ren. Darüber ist er sehr verzweifelt, weil er bereits monatelang darü<lb break="no"/>ber spricht, ohne natürlich wegen dieser ungeheuren Belastungen Zusagen<lb/>
machen zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_33">Nach der Ministerratssitzung führe ich dann mit der Delegation, die<lb/>
Bauern sind in der Zwischenzeit schon abgezogen, umfangreiche Gespräche<lb/>
und Diskussion. Ich gehe nicht nur auf die Düngerfrage ein, sondern auf<lb/>
womöglich alle Punkte in ihrer Resolution, die mich betreffen. Nach<lb/>
1 1/2 stündiger Debatte erkläre ich mich bereit, diese fortzusetzen,<lb/>
ich muß nur zu einer weiteren Sitzung ins Handelsministerium. Jetzt bin<lb/>
ich sehr überrascht, daß der Sprecher erklärt, er bedankt sich für das<lb/>
nette Klima, auch für die freizügige Aussprache, er hat aber festgestellt,<lb/>
daß ich die Punkte der Landwirtschaft nicht akzeptiere, was er sehr be<lb break="no"/>dauert, eine Fortsetzung der Diskussion hält er nicht für zweckmäßig.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, die mir dabei assistierte, meinte nachher, es war ganz klar,<lb/>
die wollten nur ihre Resolution abgeben, protestieren, aber gar nicht<lb/>
sachlich diskutieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_34">GD Dr. <rs type="person" ref="#per__133019">Patt</rs> von Hallein erklärt, wie ich gar nicht anders erwartet habe,<lb/>
daß sich die Halleiner an dem Pölser Projekt beteiligen werden. Ich<lb/>
konnte ihm wahrheitsgetreu mitteilen, daß der Landwirtschaftsminister<lb/>
die Ausnahmegenehmigung für die Salzach-Verschmutzung nur mehr bis 1984<lb/>
gibt. Entweder investiert Hallein dann viele Millionen, um ein <choice><choice><sic>umwelt<lb break="no"/>schutzerträgliches</sic><corr>umweltverträgliches?</corr></choice></choice> System der Abwasserreinigung einzubauen, oder die<lb/>
Halleiner Zellulose muß stillgelegt werden. Dies ist jetzt die erklärte<lb/>
Absicht auch der Firmenleitung resp. der deutschen Eigentümer Waldhof-<lb/>
Aschaffenburg, PWA. MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> wird die Details mit Dr. <rs type="person" ref="#per__133019">Patt</rs> ausmachen, dies<lb/>
hat mir <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs>, Direktor der Länderbank, darüber positiv bereits ver<lb break="no"/><pb n="59-0548" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-04-28_0548.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_35">Vier bulgarische Journalisten, wahrscheinlich als Vorbereitung für den<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Besuch in Sofia, wollten über die bulgarisch-österreichischen<lb/>
Wirtschaftsbeziehungen etwas wissen, so wie immer bei Oststaatenjourna<lb break="no"/>listen äußerst zahme Interviews.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_36">Im ÖGB gab es eine Aussprache über die finanzielle Situation. Die Ge<lb break="no"/>werkschaftsfraktion muß für die AZ, wie seit 73 vereinbart, 26 % Ver<lb break="no"/>lustabdeckung bezahlen, dies wird aber immer mehr. Die Kosten der AZ<lb/>
von 131 Mio. heuer werden auf 140 Mio. wachsen. Mit sonstigen Leistun<lb break="no"/>gen, Inserate und teilweise auch andere Parteiorganisationszuschüsse,<lb/>
hat 80 die Gewerkschaftsfraktion 11 Mio. aufgebracht, dazu kommen noch<lb/>
die sehr großen Leistungen der einzelnen, insbesondere größeren Ge<lb break="no"/>werkschaften und vor allem auch der Gemeindebediensteten. Da die AZ<lb/>
nicht über die 40.000 Auflage hinauskommt, sagen zwar alle Diskussions<lb break="no"/>redner, man kann sie nicht einstellen, aber leben wird diese Zeitung<lb/>
auch nie können. In Wien haben wir 70.000 Vertrauenspersonen, <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs><lb/>
stellt aber mit Recht fest, nicht einmal die lesen sie. Auch dort wird<lb/>
der Einfluß der Kronen-Zeitung, des Kuriers immer stärker. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
schlägt vor, wir sollten einen Fonds für Fraktionsleistungen schaffen.<lb/>
Durch kontinuierliche Beitragsleistungen wüßten die Fraktionen der ein<lb break="no"/>zelnen Gewerkschaften, was sie dann beitragen müßten. Zuerst stehen<lb/>
3 S zur Debatte, dann meint <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, wir bräuchten aber 5 S. Dies<lb/>
muß, wie <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> mit Recht sagte, erst durchgerechnet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_37">In der Fraktionsjahresversammlung der WBB habe ich es insoferne leicht,<lb/>
als ich sofort nur Spezialinformationen der Metallbranche und dann allge<lb break="no"/>meine Wünsche dieses Betriebes behandle. Dadurch komme ich sehr gut<lb/>
weg. Bezüglich der Kraneinfuhr aus der DDR, die ja jetzt zollfrei er<lb break="no"/>folgen kann und wofür die Vöest-Alpine, die Mutter von der WBB, das<lb/>
riesige DDR-Geschäft bekommen hat, erkläre ich mich bereit, wenn<lb/>
Dumping vorliegt, sehr wohl mit der neuen Geschäftsleitung dagegen auf<lb break="no"/>zutreten. Bezüglich einer Gewerbeordnung, Nachtarbeitsverbot, anhängig<lb/>
bei MR <rs type="person" ref="#per__131814">Schedl</rs> verspreche ich dem dafür zuständigen Dr. <rs type="person" ref="#per__133020">Piffl</rs>, ihn sofort<lb/>
zu kontaktieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_38">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte sprechen wir sofort über diesen Fall.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-28_39">In der Bezirksrätesitzung gebe ich über Wunsch des Vorsitzenden einen<lb/>
politischen Bericht. Anschließend in der Diskussion stellt sich dann<lb/>
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herrscht, daß viel lieber, und dies geschieht dann auch, über die<lb/>
Führungsschwäche der Bezirksratsfraktion, aber auch in der Bezirksvor<lb break="no"/>stehung diskutiert wird. Es herrscht, und dies wird immer wieder dann<lb/>
in der Diskussion gesagt, eine sehr ungünstige Stimmung. Unsere Bezirks<lb break="no"/>räte befürchten, daß wir den Bezirksvorsteher verlieren werden, niemand<lb/>
will dies, weshalb sich jeder Gedanken darüber macht, in den vergange<lb break="no"/>nen Jahre wurde aber eine starke Führung in der Bezirksvertretung ver<lb break="no"/>mißt und dies kommt jetzt eruptiv zum Durchbruch. Immer wieder wird<lb/>
gesagt, man will weder <sic><rs type="person" ref="#per__97543">Kaindl</rs></sic> noch mich als Bezirksführung kritisie<lb break="no"/>ren, aber indirekt erwartet man doch, daß wir entscheidend durchgrei<lb break="no"/>fen. Das im letzten Präsidium von uns beschlossene Konzept wird be<lb break="no"/>züglich des materiellen Inhaltes gutgeheißen, niemand spricht es aber<lb/>
aus, jeder weiß aber, daß dieses Konzept, selbst wenn<add>[wir]</add> es in der Gemeinde<lb/>
Wien durchsetzen, von unserem Bezirksvorsteher und Fraktion nicht<lb/>
zweckmäßig genug vertreten wird. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> hat diese Stimmung vor länge<lb break="no"/>rer Zeit schon erkannt, mit mir auch darüber besprochen, die Schwierig<lb break="no"/>keit ist aber nur, wie wir dies personalpolitisch lösen können. Leider<lb/>
besteht so wie in vielem auch hier keine einheitliche Meinung innerhalb<lb/>
der Bezirksräte, dieses Problem wird uns noch große Sorgen bereiten.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 28.4.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 85. Ministerratssitzung, 28.4.1981</head>
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            <head>Nahctrag TO 85. Ministerratssitzung, 28.4.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Nachtrag TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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