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            <title type="main">Freitag, der 24. April 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_01">Freitag, 24. April 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_02">Die GEWISTA, als Werbegesellschaft 60 Jahre alt, bekam das Dekret zur<lb/>
Führung des Staatswappens. Der Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__126513">Hanke</rs>, gleichzeitig<lb/>
Kinderfreundefunktionär, hatte dies bei einer Kälte im Hof groß orga<lb break="no"/>nisiert. Das neue Gebäude und die sehr große Autoflotte waren beein<lb break="no"/>druckend. <rs type="person" ref="#per__126513">Hanke</rs> hat sehr viel für die Tradition und Geschichte über,<lb/>
weshalb er um sündteures Geld alte <choice><choice><sic>Liefersäulen</sic><corr>Litfaßsäulen?</corr></choice></choice> herstellen läßt. Das<lb/>
Unternehmen gebart aktiv, weshalb sich der Präsident der Holding<lb/>
Stadtrat <rs type="person" ref="#per__127030">Veleta</rs> nicht nur sehr freute über die Gesellschaft, sondern<lb/>
bei seiner Ansprache auch dankend hervorhob. Überrascht war ich, daß<lb/>
auch Professor <rs type="person" ref="#per__114057">Mittag</rs> anwesend war, unser Vorsitzender des Werbeaus<lb break="no"/>schusses, der mir aber die gute Zusammenarbeit mit GEWISTA besonders<lb/>
schilderte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_03">Die Firma Miba Sintermetall möchte für die General Motors Zulieferer<lb/>
sein. Obwohl sie sich seit längerer Zeit bemüht und mit dem Einkaufs<lb break="no"/>direktor <rs type="person" ref="#per__132997">Pals</rs> und seinen Leuten ständig Kontakt hält, ist ihr dies<lb/>
bis jetzt nicht geglückt. General Motors in Österreich bleibt auch den<lb/>
deutschen Lieferanten, die jetzt ca. 100 Mio. nach Rüsselsheim liefern<lb/>
können, treu. In Österreich werden für ca. 25 bis 30 Mio. S Sinterform<lb break="no"/>metallteile benötigt. Für die 850 Beschäftigten wäre es von größter<lb/>
Bedeutung, wenn wenigstens Teillieferungen in Österreich zu bekommen<add>[wären?]</add>,<lb/>
dann könnten sie auch hoffen, nach Rüsselsheim zu den Opelwerken als<lb/>
Lieferanten herangezogen zu werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dauernd bei der GM-Leitung<lb/>
intervenieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_05">Der ORF hat eine Fernsehinterviewserie über das Fußballmatch Deutsch<lb break="no"/>land-Österreich gestartet. Auch ich mußte dort meinen Tip abgeben.<lb/>
Zuerst erklärte ich, warum ich kein Vereinsanhänger bin. Meine Frau ist<lb/>
Austria, mein ältester Sohn Rapid, mein jüngerer Vienna, sodaß ich mir<lb/>
eigentlich nur die Kugel<add>[geben?]</add> müßte, wenn ich auch noch einen Verein in der<lb/>
Familie vertreten würde. Ich drücke daher immer nur die Daumen für die<lb/>
österreichische Nationalmannschaft. Als Optimist sagte ich 2:1, obwohl<lb/>
ich diesmal der Mannschaft wenig Chance gebe. Interessant war, daß<lb/>
ich dann die anderen Tips hörte und alle Politiker resp. alle Inter<lb break="no"/>viewten mit einem positiven Ergebnis rechnen. Ich bin davon überzeugt,<lb/>
das meiste war ausschließlich Zweckoptimismus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_06">Die Firma Profinanz, Konsul <rs type="person" ref="#per__131304">Harrer</rs>,<add>[hat?]</add> von einem großen Geschäft bezüg<lb break="no"/>lich des Spitalbetriebes in Saudi-Arabien gehört und eine Interessens<lb break="no"/>gruppe zusammengestellt.<add>[Die]</add> Rechtsanwaltskanzlei Geig vertritt diese<lb/>
auch rechtlich. Von Saudi-Arabien waren sogar zwei Vertreter mitge<lb break="no"/>kommen. Die Nationalgarde hat von den Belgiern Spitäler bauen lassen,<lb/>
jetzt haben sie große Schwierigkeiten mit dem Betrieb. Ein 350-Betten-<lb/>
Spitalsbesitzer in Deutschland, <rs type="person" ref="#per__132998">Rösner</rs>,<add>[der]</add> gleichzeitig mit der Münchner<lb/>
Universität<add>[einen]</add> klinischen Betrieb betreibt und positiv dieses Spital führt,<lb/>
war als Fachmann mit dabei. Dieses Zweimal-500-Betten-Spital in Saudi-<lb/>
Arabien würde 200 Ärzte, 400 Schwestern und 600 sonstige Bedienstete<lb/>
benötigen. Die Saudis haben selbst nicht genug Arbeitskräfte, weshalb<lb/>
sie jetzt mehr oder minder eine Betriebsgesellschaft brauchen. 250<lb/>
Mio. DM werden pro Jahr aufzuwenden sein. Die 7.500 DM pro Bett und Tag,<lb/>
ein doppelt so hoher Betrag wie in der BRD oder in Österreich. Angeb<lb break="no"/>lich hat Prinz <rs type="person" ref="#per__126920">Abdullah</rs> auch Österreich aufgefordert, sich daran zu be<lb break="no"/>teiligen, aber das Außenministerium, Gesandter Dr. <rs type="person" ref="#per__124062">Winter</rs> hat nicht<lb/>
einmal bis jetzt geantwortet, obwohl dieses Offert schon ein Jahr als<lb/>
ist. MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> vermutet, wie er mir nachher sagte, daß <rs type="person" ref="#per__124062">Winter</rs> sehr wohl<lb/>
dem dortigen Botschafter den Auftrag gegeben hat, das Projekt für<lb/>
Österreich als unerfüllbar abzulehnen. Angeblich haben die Saudis zu<lb break="no"/>erst gewollt, die österreichische Bundesregierung müßte sich verpflich<lb break="no"/>ten, daß die Betreiber dann garantiert in jedem Fall, auch in Kriegs<lb break="no"/>fällen, das Spital weiter mit Personal und Material versorgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte den Tatbestand feststellen lassen, damit<lb/>
ich bei <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> interveniere.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_08">Interessant für mich war, daß die burgenländischen Barmherzigen Brüder<lb/>
ein 600-Betten-Spital mit den Saudis jetzt auf diese Art und Weise ein<lb break="no"/>richten und auch betreuen sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_09">Die Unifrost in Groß-Enzersdorf hat einen riesigen Speisesaal, der bumm<lb break="no"/>voll war, als ich zur Betriebsversammlung erschien. Der BRO <rs type="person" ref="#per__115692">Jelimensky</rs><lb/>
hatte mich so freudig und liebevoll begrüßt, daß sofort eine Bomben<lb break="no"/>stimmung herrschte. Ich erzählte ihnen zwar auch die unangenehme Seite<lb/>
der jetzigen Wirtschaftssituation, aber der Wiener Schmäh hat alles<lb/>
überdeckt. Da die Belegschaft gar nicht beim ersten Mal Platz im Saal<lb/>
gehabt hätte, wurde, da es sich um einen Schichtbetrieb handelt, zwei<lb break="no"/>schichtig auch die Betriebsversammlung abgehalten. Zwischendurch konnte<lb/>
ich mit der Direktion über ihre Sorgen reden. Derzeit hat die Firma<lb/>
große Schwierigkeiten, weil es wieder einmal darum geht, daß panierter<lb/>
<pb n="59-0533" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-04-24_0533.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Fisch nicht mit Ei, sondern mit Stärke die Panier hergerichtet werden<lb/>
muß, wollte man Ei verwenden, wäre die Salmonellengefahr viel zu groß,<lb/>
daher gibt es in der ganzen Welt keine Panier mit Ei. In Österreich<lb/>
muß partout dieser Fisch als paniert ohne Ei bezeichnet werden. Seit<lb/>
dieser Zeit ist ein gewisser Rückgang festzustellen. Der Rechtsstreit<lb/>
ist derzeit noch anhängig. Dr. <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs> wurde jetzt zu einem Gutachten he<lb break="no"/>rangezogen. Die Firma wünscht keine materielle Intervention, ersuchte<lb/>
mich nur, sie möchte so schnell als möglich, daß endlich der Prozeß be<lb break="no"/>endet wird, weshalb es gut wäre, wenn <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs> das Gutachten so schnell<lb/>
als möglich liefern könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit Dr. <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_11">Ein neuerlicher Fall von nichttarifarischen Hemmnissen mit Italien<lb/>
war der Versuch, grüne Erbsen nach Italien zu exportieren. Im August<lb/>
des Vorjahres hat Unifrost in Italien eingereicht, man hat durch<lb/>
ständige Gutachten und weitere immer wieder neue Fragebogen und In<lb break="no"/>formationen die Exportmöglichkeit so lange hinausgezogen, bis sie jetzt<lb/>
schon als uninteressant bezeichnet werden muß, weil die neue Ernte vor<lb/>
der Türe steht. Die Schwesterunternehmungen in Italien von Unilever<lb/>
hätten aber die grünen Erbsen dringendst gebraucht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Laß bitte über das Landwirtschaftsministerium<lb/>
feststellen, was hier geschehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_13">Die Staatswappenverleihung an die Fa. Masterfoods, Breitenbrunn im<lb/>
Burgenland, war für mich insoferne überraschend, als ich noch niemals<lb/>
einen so amerikanisch eingerichteten und schnell produzierenden Betrieb<lb/>
in der Süßwarenbranche besichtigt hatte. Diese amerikanische Mutter<lb break="no"/>firma hat 1966 nur eine Verteilerorganisation in Österreich aufgerich<lb break="no"/>tet und 75 durch mehr Zufall sogar als ursprünglich beabsichtigt hier<lb/>
einen alten Süßwarenbetrieb in Breitenbrunn erworben. Die Belegschaft<lb/>
war mit mir vollkommen einer Meinung, hätte damals nicht Masterfoods<lb/>
den Betrieb erworben,<add>[würden?]</add> nur mehr Grundmauern stehen. Der Maschinenpark<lb/>
wurde ganz erneuert, der Betrieb in 4 Etappen vergrößert, derzeit wer<lb break="no"/>den 10 t pro Tag produziert und ausgeliefert. Die Beschäftigten hätten,<lb/>
wie ich das drastisch ausdrückte, nur mehr Schilfschneiden am Neusiedler<lb/>
See können. Die Aussprache mit dem Betriebsrat ergab, daß dieser trotz<lb/>
der ungeheuer schnellen Produktion sehr zufrieden ist. Die Belegschaft<lb/>
hat sich auch schon an das ungeheure Tempo gewöhnt. Zu dieser Ausspra<lb break="no"/>che hatte sich dann Dr. <rs type="person" ref="#per__112564">Smolka</rs> vom Fachverband der Nahrungs- und Genuß<lb break="no"/><pb n="59-0534" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-04-24_0534.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mittelindustrie dazugeschlichen, um dort sozusagen die Betriebsräte<lb/>
aufzuhussen, daß jetzt bei der Kennzeichnungsverordnung mehr auf die<lb/>
Süßwarenindustrie Rücksicht genommen werden muß. Die Grundpreisaus<lb break="no"/>zeichnung, die kommen sollte, wäre für diesen Betrieb verheerend.<lb/>
Ich habe dort natürlich alles abgeblockt, obwohl ich wirklich nicht<lb/>
ganz überzeugt bin, daß wir hier den richtigen Weg gehen. <rs type="person" ref="#per__112564">Smolka</rs> hat<lb/>
mir übrigens mitgeteilt, er wird mit Frau Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> eine<lb/>
eingehende Aussprache haben und ist überzeugt davon, daß er sie von<lb/>
der Richtigkeit der Argumente überzeugen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte wie steht die ganze Angelegenheit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-24_15">Interessant für mich war, daß weniger der Unternehmer, sozusagen der<lb/>
Geschäftsführer, sondern viel mehr der sehr gut organisierte Betrieb<lb/>
und daher ist ein Betriebsrat, bei mir sich beschwerten, daß<add>[der]</add> jetzt in<lb/>
Arbeit befindliche Werbebrief, Kind und Werbung, die Süßwarengruppe<lb/>
hart treffen würde. Ich vesprach mich unmittelbar mit Prof. <rs type="person" ref="#per__114057">Mittag</rs>, den<lb/>
ich leider am Vormittag bei GEWISTA in dieser Frage nicht interviewen<lb/>
konnte, sofort zu verständigen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 24.4.1981</head>
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               <persName type="label">Veleta, Josef</persName>
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               <occupation>Wr. Stadtrat, SPÖ</occupation>
               </person>
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