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            <title type="main">Freitag, der  3. April 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band59_1981-04-03</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_01">Freitag, 3. April 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_02">Die Ordensverleihung im Marmorsaal an 14 Unternehmer verlief wie üb<lb break="no"/>lich. Diesmal war nicht eine einzige Frau dabei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte immer das Alter der Ausgezeichneten<lb/>
vermerken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_04">Die Betriebsräte der Fa. Felten &amp; Guilleaume, Stmk., kamen mit dem<lb/>
AK-Präsident <rs type="person" ref="#per__111368">Ileschitz</rs>. Die Baustahlgittermindestpreisverordnung<lb/>
ist jetzt 2 Monate ausgelaufen. Dadurch sind sie den italienischen<lb/>
Dumpingpreisen wieder ausgeliefert. Ihr Vorschlag lautet daher, so<lb/>
schnell als möglich wieder die Baustahlgitterimportpreisverordnung<lb/>
zu erlassen. Bis Februar 81 betrug der Mindestpreis 6.728,–– S, sie<lb/>
legten Fakturen vor, wo bereits um 5.600,–– jetzt dieser Baustahl<lb/>
abgegeben wurde. Das wirkliche Problem aber bei einer Verordnung,<lb/>
wenn wir sie neuerdings erlassen, ist, daß sie vermuten, daß für die<lb/>
Vorlage beim Zoll eine Faktura von den Importeuren vorgelegt wird,<lb/>
die der Verordnung entspricht, dann aber um 1.000,–– S und mehr ver<lb break="no"/>billigt der Baustahl weiterverkauft wird. Nach dieser Theorie handelt<lb/>
es sich also um eine Scheinfaktura. Sie fragten mich, ob sie diese<lb/>
Situation auch dem Finanzminister schildern sollten, was ich sofort<lb/>
bejahte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs> will in der neuen Verordnung diesen<lb/>
Tatbestand erfassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_06">Die zweite Forderung war, daß die Steiermark, insbesondere die Stahlbe<lb break="no"/>triebe auch von verbilligtem inländischen Gas einen Anteil geliefert<lb/>
bekommen sollten. Da die österreichischen Inlandsgasmengen durch<lb/>
jahrzehntealte Verträge teils an die OÖ Ferngas, aber der wesentlich<lb/>
größere Teil von der ÖMV an die Wiener und Niederösterreicher abgege<lb break="no"/>ben wird, kann niemand in diese Verträge eingreifen. Freiwillig sind<lb/>
aber die Bezieher dieses billigeren Inlandsgas nicht bereit, auch nur<lb/>
auf einen m³ zu verzichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_07">Die Fa. Wigast hat nach jahrelanger Auseinandersetzung mit der Bundes<lb break="no"/>handelskammer endlich das Dekret zur Führung des Staatswappens zuge<lb break="no"/>standen bekommen. Bei der Eröffnung des zuletzt umgebauten alten WÖK-<lb/>
Lokals in ein sogenanntes SB-Restaurant in der Naschmarktkette konnte<lb/>
<pb n="59-0460" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-04-03_0460.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ich daher das Dekret überreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_08">Bei dieser Gelegenheit habe ich Frau Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__97899">Sandner</rs>, die<lb/>
ja für den Fremdenverkehr zuständig ist, auf die Gefahr, wenn der Ki<lb break="no"/>wanis-Kongreß abgesagt werden muß, aufmerksam gemacht. Gleichzeitig<lb/>
habe ich auch den Gemahl von ihr, KR <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs>, und Dir. <rs type="person" ref="#per__113081">Stock</rs> vom Kon<lb break="no"/>greßzentrum der Hofburg für diesen blamablen Vorgang verantwortlich<lb/>
gemacht. <rs type="person" ref="#per__97899">Sandner</rs> teilt meine Meinung, daß wir unter allen Umständen<lb/>
diesen Kongreß nach Wien bringen müssen. Was unvorstellbar ist, daß<lb/>
in der Welt dann erzählt wird, Wien hat zuerst zugesagt und dann war<lb/>
es nicht imstande die notwendigen Betten ohne Einschaltung von Reise<lb break="no"/>büros zur Verfügung zu stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Abteilung soll dies weiterbetreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_10">Die Zeitung Kurier beginnt jetzt scheinbar eine große Kampagne gegen<lb/>
den Ausbau der Donau in Hainburg. Wie eine Rücksprache von mir mit<lb/>
dem Dir. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> ergab, hat der Kurier abgelehnt, sich bei der DoKW<lb/>
entsprechendes Material und Informationen zu besorgen. Selbst bei der<lb/>
nächsten Pressekonferenz in der nächsten Woche will der Kurier nicht<lb/>
daran teilnehmen. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> hat alle Unterlagen jetzt zusammengestellt<lb/>
und sie dem Kurier übersandt. In Hainburg gibt es einen Lehrer, <rs type="person" ref="#per__132684">List</rs>,<lb/>
der für die Grünen kämpft und dessen Forderung nicht einmal von<lb/>
Professor <rs type="person" ref="#per__117110">Koenig</rs> vom Wilhelminenberg vertreten wird. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> hat heraus<lb break="no"/>gefunden, daß SC <rs type="person" ref="#per__114127">Grimburg</rs>, dessen Schulfreund in den dortigen Auen<lb/>
ein Förster ist, seine Jagdinteressen besonders berücksichtigt. Dar<lb break="no"/>über hinaus steht angeblich noch SC a.D. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, also der ehemalige<lb/>
Energieverantwortliche im Handelsministerium, ebenfalls hinter dieser<lb/>
Gruppe. Gekränkte Eitelkeit oder ich weiß nicht, was sonst für Gründe<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> veranlassen, wenn diese Behauptung wahr ist, jetzt eine derartige<lb/>
Anti-DoKW-Stellung einzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_11">ANMERKUNG: FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte vorsichtig weiterrecherchieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_12">Die Aussprache mit den Vertretern der Kohlenimporteure unter Leitung<lb/>
des Obmanns der Bundessektion Handel, <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs>, dem Sprecher aber von<lb/>
Polkarbon, <rs type="person" ref="#per__97880">Rosenstrauch</rs>, ergab, daß diese jetzt endlich einen Entwurf<lb/>
eines Einlagerungsvertragssystems vorlegten. Meine Drohung, ich würde<lb/>
gegebenenfalls Beamte ansonsten eine gesetzliche Regelung ausarbei<lb break="no"/>ten lassen, hat voll gewirkt. Die Gefahr, daß dann ein Instrument ge<lb break="no"/>setzlich verankert wird, wo der einzelne Importeur viel stärker durch<lb/>
<pb n="59-0461" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-04-03_0461.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Richtlinien und Einfuhrbescheiden dirigistisch gelenkt wird, hat dazu<lb/>
geführt, daß man jetzt 15 % der Importmenge freiwillig auf ein Lager<lb/>
legen will. Von 920.000 Hausbrandkohlenimporten würde in 3 Etappen<lb/>
zu je 5 % schrittweise dieses Lager angelegt werden. Die Kosten wollte<lb/>
man, daß der Staat durch Subventionen entsprechend übernimmt oder zu<lb break="no"/>mindestens einen großen Teil davon. Dies habe ich sofort abgelehnt.<lb/>
Die Kohlelagerung kann höchstens genauso erfolgen wie die Rohöllagerung,<lb/>
die einzige, allerdings auch nicht gerade kleine Leistung des Bundes<lb/>
wäre, daß der Finanzminister die Kohlenvorräte aus der Einheitsbewer<lb break="no"/>tung und damit aus Vermögenssteuer und sonstigen Steuern herausnimmt.<lb/>
Der Vorschlag wird jetzt von der Energiesektion, Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>, überprüft,<lb/>
gleichzeitig muß <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> auch eine Lösung finden für Importeure, die<lb/>
sich weigern ein solches Lager anzulegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bezüglich steuerlicher Entlastung bitte mit<lb/>
Büro des Finanzministers sofort Kontakt aufnehmen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_14">Der österreichische Botschafter in Moskau, <rs type="person" ref="#per__114156">Hinteregger</rs>, kam, um die De<lb break="no"/>tails wegen des Ministerpräsidenten-<rs type="person" ref="#per__127768">Tichonow</rs>-Besuches zu besprechen.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit mußte ich feststellen, daß die Vorbereitungen<lb/>
in Moskau, aber auch scheinbar hier in Österreich unter der falschen<lb/>
Annahme liefen, ich hätte erwartet, daß jetzt bei diesem Besuch ent<lb break="no"/>sprechende Verträge von Firmen unterzeichnet werden. Was ich nur<lb/>
wollte, war, daß man den Besuch <rs type="person" ref="#per__127768">Tichonows</rs> benützt, um für gewisse<lb/>
schwierige Abschlüsse von Verträgen durch Intervention womöglich weg<lb break="no"/>bringt. Die endgültige Liste der jetzt in Behandlung befindlichen<lb/>
wichtigsten Verträgen wird für Montag noch zusammengestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs><add>+ALLE</add>: Bitte das nächste Mal bei Übermittlung von<lb/>
Aufträgen auf die Formulierung genauest achten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_16">Die Firma Pleurotos<add>[Pleurotus?]</add> will in Parndorf auf 11 ha eine industrielle Pilz<lb break="no"/>produktion beginnen. Nach einer ungarischen Lizenz sollen ähnlich wie<lb/>
in Italien, die 14.000 t im Jahr erzeugen, 4.500 t solcher Pilze pro<lb break="no"/>duziert werden. Der größte Teil, vor allem anfangs soll überhaupt<lb/>
alles nach Deutschland zur Fa. Scipio exportiert werden. Der Export<lb break="no"/>wert wird 200 Mio. S betragen. Der österreichische Bedarf würde von<lb/>
der Fruchtunion, einer Tochter von Scipio in Österreich, abgesetzt.<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__132685">Büttner</rs> wollte für die 180 Mio. S Investition, die eine Leasing-<lb/>
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Finanzierer eine gewisse Sicherheit garantiert wird. Dies mußte ich<lb/>
auf das entschiedenste ablehnen. Das Handelsministerium kann keine<lb/>
solche Erklärung abgeben. Wir einigten uns dann darauf, daß er uns<lb/>
einen Brief schreibt und wir ihm bestätigen, daß wir an der Produk<lb break="no"/>tion und dem Export insbesondere als Zahlungsbilanzentlastung sehr<lb/>
interessiert sind. Eine Rücksprache mit dem Landwirtschaftsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ergab, daß diese ihm 20 Mio. S ERP-Mittel zugesagt haben. Ich<lb/>
empfahl Dr. <rs type="person" ref="#per__132685">Büttner</rs> sich mit dem Landwirtschaftsministerium sich<lb/>
neuerdings ins Einvernehmen zu setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_17">Eine Firma Magna, <rs type="person" ref="#per__132687">Kerndler</rs>, exportiert Videokassetten und hat<lb/>
Schwierigkeiten für Ausfuhrgenehmigungen. Die Außenhandelsstelle<lb/>
hat zwar alle seine Ausfuhren entsprechend genehmigt, doch dauert<lb/>
dies manchmal 1 bis 2 Tage. Angeblich kann man am deutschen Markt nur<lb/>
Videorekorder-Kassetten dann verkaufen, wenn sofortige Entscheidungen<lb/>
getroffen werden können. Ich kann mir dies zwar nicht vorstellen, doch<lb/>
haben wir ihm zugesagt, dieses Problem von MR <rs type="person" ref="#per__114500">Fischer</rs><add>[alternativ Fischer, C]</add> noch im einzel<lb break="no"/>nen prüfen zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Ich möchte wegen der COMECON-Waren mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114500">Fischer</rs> ein Gespräch führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_19">GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> teilt mir mit, daß die Ruhrgas noch im April 75 Mio. m³ Gas<lb/>
nach Oberösterreich zusätzlich liefern und vereinbaren wird. Wenn<lb/>
jetzt noch die Münchner tatsächlich 40 Mio. zur Verfügung stellen,<lb/>
müßte der Bedarf von Oberösterreich gedeckt werden können. Das Gas<lb/>
ist allerdings sehr teuer, es kostet 3,46 pro m³.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_20"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat bei der Aussprache mit dem jugoslawischen Ministerpräsi<lb break="no"/>denten nur ganz kurz eingeleitet und die Frage der Finanzierung des<lb/>
Karawankentunnels war der wichtigste Punkt. Bis 15.4. war die letzte<lb/>
Zuschlagsfrist vereinbart. <rs type="person" ref="#per__132669">Djuranovic</rs> erklärte, dieser Termin könne<lb/>
nicht eingehalten werden, da die Teilrepubliken über die Haftung<lb/>
noch nicht ganz einig sind. Jugoslawien ist aber an dem Projekt so<lb/>
interessiert, daß die jugoslawische Regierung sicherlich kürzestfri<lb break="no"/>stig eine positive Stellungnahme abgeben wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersuchte mich<lb/>
dann über die weiteren Probleme zu referieren, ich beschränkte mich<lb/>
hauptsächlich auf die Energiesituation und auf den Ausbau der Hafen<lb break="no"/>anlage Koper für Kohleanlandung. <rs type="person" ref="#per__132669">Djuranovic</rs> verwies darauf, daß die<lb/>
<pb n="59-0463" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-04-03_0463.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Südafrikaner derzeit in Jugoslawien nicht landen dürften, weil die<lb/>
gegen einen UNO-Beschluß verstoßt. Ich bin überzeugt, daß man aber<lb/>
südafrikanische Kohle früher oder später in anderen Schiffen sehr<lb/>
wohl auch in Jugoslawien löschen könnte. Bezüglich des Kohlenausbaus<lb/>
für Elektrizitätsgewinnung in Kosovo wurde von jugoslawischer Seite<lb/>
festgehalten, daß mit Ende des Jahres eine langfristige Energiever<lb break="no"/>sorgungskonzeption von den Jugoslawen vorgelegt werden wird. Bis zu<lb/>
diesem Zeitpunkt kann man nicht sagen, ob endgültig das Projekt<lb/>
Kosovo, das insbesondere das Schweizer Konsortium ausbauen möchte, ge<lb break="no"/>fallen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_21">Für mich war nur wichtig auch in der offiziellen Sitzung zu erwähnen,<lb/>
daß ich gestern bereits mit dem Ministerpräsidenten über eine Koope<lb break="no"/>ration wegen Einlagerung von abgebrannten Brennelementen gesprochen<lb/>
habe und er zugestimmt hat, daß darüber weitere Gespräche geführt<lb/>
werden dürfen. Ich gebe mich ja keiner Illusion hin, daß wir sehr bald<lb/>
zu einer für Österreich günstigen Lösung kommen könnten. Politisch<lb/>
und optisch ist es für mich aber nur wichtig, daß mit allen Staaten,<lb/>
die überhaupt dafür infrage kommen, solche Kooperationsgespräche ge<lb break="no"/>führt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Nächstes Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_23">In der großen Liste von Projekten, die derzeit in Jugoslawien in Ver<lb break="no"/>handlung stehen, fehlten, wie mich SC <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> aufmerksam machte, von<lb/>
Siemens 300 Mio. für die Olympiaausrüstung in Sarajewo. Durchschalt<lb break="no"/>systeme, Mischpult, Tonteilterminal für Radio und Fernsehen sollten<lb/>
geliefert werden. Natürlich habe ich dafür interveniert. <rs type="person" ref="#per__132669">Djuranovic</rs><lb/>
hat unverzügliche Mitteilung zugesagt, da er die Details nicht kannte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wieso hat uns Siemens davon nicht verständigt?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_25"><rs type="person" ref="#per__132669">Djuranovic</rs> wieder brachte die Kooperation, 90 Verträge bestehen derzeit,<lb/>
zur Sprache. Insbesondere aber erwähnte er die derzeit in Verhandlung<lb/>
stehenden Doppelbesteuerungsabkommen und Investitionsschutzabkommen.<lb/>
Zum letzteren meinte <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>, daß der jugoslawische Vorschlag sehr ein<lb break="no"/>geschränkt wurde. <rs type="person" ref="#per__132669">Djuranovic</rs> hat dann allerdings auch, wie erwartet,<lb/>
die grenzüberschreitende Zusammenarbeit erwähnt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, eine<lb/>
Accordino-Lösung hätte<add>[man?]</add> in Österreich große Schwierigkeiten durchzu<lb break="no"/>setzen. Auch mit Südtirol müsse man feststellen, daß die Waren dann<lb/>
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werden. Dies veranlaßt dann die Wirtschaft sich gegen ein solches<lb/>
Abkommen auszusprechen. In Wirklichkeit aber hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> natürlich<lb/>
politisch große Schwierigkeiten mit Kärnten, was er nicht erwähnte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__132669">Djuranovic</rs> kam dann auch noch auf die Gastarbeitervorschläge der Jugo<lb break="no"/>slawen zu sprechen, die wollen, so wie die österreichischen Unternehmer,<lb/>
daß die Arbeitsbewilligung für den einzelnen Gastarbeiter nicht auf<lb/>
den Unternehmer und die Branche gebunden wird, größere Beweglichkeit,<lb/>
die der Sozialminister aber nicht zugestehen will. Eine weitere Be<lb break="no"/>nachteiligung ist, daß die Kinderbeihilfe in Jugoslawien um 40 % tiefer<lb/>
ist als die in Österreich. Da die jugoslawischen Kinder aber nur<lb/>
zu 25 % in Österreich, zu 75 % in Jugoslawien wohnen, möchte hier die<lb/>
jugoslawische Seite auch für diese Kinder die höhere Kinderbeihilfe<lb/>
in Österreich bekommen. Der jugoslawische Sozialminister war jetzt<lb/>
gerade bei seinem österreichischen Kollegen <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> und hat alle<lb/>
und noch viele andere weitere Forderungen <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> überreicht. Dieser<lb/>
hatte mir seinerzeit gesagt, die Forderungen sind größtenteils nicht<lb/>
akzeptabel.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_26">Zum Schluß kam natürlich <rs type="person" ref="#per__132669">Djuranovic</rs> auf die slowakisch-kroatische<lb/>
Minderheitsprobleme zusprechen. Er meinte, es sei jetzt eine offenere<lb/>
Diskussion und über gewisse Punkte hätte man schon eine Einigung er<lb break="no"/>zielt, aber die zweite Phase der praktischen Verwirklichung ziehe<lb/>
sich sehr dahin. Bei seiner Vorsprache im Parlament hätte ihn ein<lb/>
Abgeordneter gefragt, wie die Jugoslawen jetzt mit der Lösung zufrieden<lb/>
sind. Die österreichische Seite konnte sich keines Lachens verwehren,<lb/>
daß ein österreichischer Parlamentarier eine solche für Österreich<lb/>
ungünstige Fangfrage dem jugoslawischen Ministerpräsidenten stellt.<lb/>
Wie sich dann herausstellte, war dies dann der Berufsdiplomat <rs type="person" ref="#per__116706">Ettmayer</rs><lb/>
von der ÖVP. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> konnte es sich nicht verkneifen den anwesenden<lb/>
Außenamtsbeamten zu sagen, ein Berufskollege von euch.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_27"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwiderte, daß die Wünsche der Jugoslawen jetzt im Beirat ver<lb break="no"/>handelt werden. Die Jugoslawen haben leider abgelehnt dem Beirat bei<lb break="no"/>zutreten. Er wird sich jetzt der jugoslawischen Wünsche besonders an<lb break="no"/>nehmen. Es handelt sich hier um eine Bundessubvention für jugoslawische<lb/>
Kindergärten und einen jugoslawischen Sekretär in diesem Beirat. Eine in<lb break="no"/>ternationale Kommission, Univ.Prof. <rs type="person" ref="#per__132688">Matscher</rs>, ein Franzose, <rs type="person" ref="#per__132689">Ero</rs>, und auch<lb/>
von den Jugoslawen Dr. <rs type="person" ref="#per__132690">Zwitter</rs>, hat jetzt untersucht, ob es den Minder<lb break="no"/>heiten in Italien besser geht oder anders geregelt ist als in Öster<lb break="no"/>reich. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> will durch persönlichen Einsatz die offenen Fragen so<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_28">Abends gab es dann bei <rs type="person" ref="#per__132691">Zimmermann</rs> einen Heurigenbesuch. Die übliche<lb/>
Heurigenstimmung. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hatte viele Künstler geladen, die alle ge<lb break="no"/>kommen sind. Bei den Heurigenliedern bin ich immer bereit mitzusingen,<lb/>
alle glauben, ich kenne jeden Text, in Wirklichkeit kann man in die<lb break="no"/>ser duli Stimmung<add>[Wienerisch für </add> um eine Zehntelsekunde später den Text dann, den<lb/>
man vom Sänger aufgefangen hat, nachträllern. Überrascht war ich, als<lb/>
ich dort von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erfahren habe, wie mir dann auch <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> bestä<lb break="no"/>tigte, daß die steirische Landesregierung sich am Pölser Projekt mit<lb/>
110 Mio. S beteiligen wird. Ein diesbezüglicher Brief des Landeshaupt<lb break="no"/>manns wurde bereits SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> übergeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-04-03_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Wieso habe ich davon nichts gewußt?<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 3.4.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>sowj. Regierungschef ab 1980</occupation>
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               <occupation>öst. Botschafter in Spanien, der Sowjetunion, ab 1981 GS im
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