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            <title type="main">Dienstag, der 31. März 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band59_1981-03-31</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_01">Dienstag, 31. März 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_02">In der Fraktion für den Unterausschuß Energiesicherung, an der als einzi<lb break="no"/>ger Abgeordneter NR <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> teilnahm, besprach ich mit MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>, AK, Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112965">Maurer</rs> und ÖGB, Mag. <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs>, den Preisantrag der Verbund. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> hofft,<lb/>
daß er der Verbund in einem Monat den Preisantrag erledigen kann. Diese<lb/>
optimistische Meinung teile ich nicht, da ich feststellen konnte, daß<lb/>
wohl AK und ÖGB bereit wären, der Verbund eine Preiserhöhung zuzugeste<lb break="no"/>hen, aber die sofortige Preiserhöhung dann der Landesgesellschaften<lb/>
und damit für den Verbraucher keinesfalls sofort akzeptiert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_03">Bei der Wirtschaftskonferenz in Salzburg am Abend hat dann GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
aber auf die Schwierigkeit hingewiesen, daß der Energieverbrauch mit<lb/>
− 2 1/2 % im vergangenen Jahr äußerst günstig lag, der Stromverbrauch<lb/>
aber einen Zuwachs von 4 1/2 % hatte. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> befürchtet, und dies<lb/>
zurecht, daß in immer stärkerem Maße Kohle, Öl und Gas durch Elektrizi<lb break="no"/>tät ersetzt wird. Durch die immer größer und stärker steigenden Ausbau<lb break="no"/>kosten für die elektrische Energie zehrt jeder Mehrverbrauch aber an<lb/>
der Substanz der Verbund.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_04">Im Unterausschuß selbst konnte ich nur eine Einleitungserklärung abge<lb break="no"/>ben, ich appellierte an die Abgeordneten, daß das Fernwärmewegerecht,<lb/>
welches Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> ausgearbeitet hat und weitestgehend mit den Interes<lb break="no"/>sensvertretungen abgestimmt und gleichzeitig auch von NEWAG-Direktor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117159">Plöchl</rs> über das Gaswegerecht ergänzt wurde, so schnell als möglich be<lb break="no"/>schlossen werden soll. Die ÖVP tendiert mehr zu einer Regierungsvorla<lb break="no"/>ge, die jetzt noch in die Begutachtung gehen müßte, Dr. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs>, FPÖ würde<lb/>
einen Dreiparteienantrag, um eine schnell Erledigung zu ermöglichen, be<lb break="no"/>vorzugen. Ich erklärte sofort, mir ist jeder Weg recht, nur bitte ich<lb/>
um eine schnelle, weitestgehende Übereinstimmung der drei Parteien im<lb/>
Parlament, damit noch in dieser Saison ein Gesetzesbeschluß zustande<lb/>
kommt. Über die anderen Punkte des Energiesicherungsgesetzes wird wahr<lb break="no"/>scheinlich noch lange verhandelt werden. Ich erwarte mir eigentlich<lb/>
keine wesentlich weiteren Zugeständnisse mehr. Sicher ist, daß bis zum<lb/>
festgesetzten Termin, nämlich Ende Mai, wo dem Plenum Bericht er<lb break="no"/>stattet werden muß, kein endgültiger Beschluß über die weiteren Punkte<lb/>
des Energiesicherungsgesetzes zustande kommen wird. Ich erklärte in<lb/>
der Fraktion, daß ich in diesem Fall dann feststellen müsse, daß in<lb/>
der dritten Legislaturperiode, wo dieses Gesetz zur Behandlung steht,<lb/>
kein brauchbares Kompromiß erzielt werden konnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_05">In der Ministerratsvorbesprechung kündigte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ORF-Generalintendant<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs> an, der über die Satellitentelevision referieren wird. <rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs> hat<lb/>
bis jetzt immer, solange er im Amt war, als leidenschaftlicher Monopol<lb break="no"/>verfechter agiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_06">Die ÖGB-Steuerreform müsse akzeptiert werden, weil kein Konflikt mit dem<lb/>
ÖGB möglich ist. Sie kommt aber im ungeeignetsten Augenblick. Es exi<lb break="no"/>stiert eine katastrophale Budgetsituation, die Tatsachen, auf die das<lb/>
81-er Budget aufgebaut wurde, sind falsch, allein die Arbeitslosen<lb break="no"/>ziffer mit 2,1 % ist nicht zu halten. Auch viele andere Einschätzungen<lb/>
sind falsch. Die Schulden sind gigantisch gewachsen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> versteht<lb/>
nicht, wie <rs type="person" ref="#per__117674">Ostleitner</rs> jetzt bei den Diskussionen überall von einer Re<lb break="no"/>form und einer Umverteilung über die Steuern oder über die Löhne spre<lb break="no"/>chen kann. In einer solchen Krisensituation mit 20 Mio. Arbeitslosen,<lb/>
also einer Reservearmee, wie<add>[sie]</add> <rs type="person" ref="#per__114602">Marx</rs> bezeichnet hat, kann man doch nicht<lb/>
erwarten, daß die Löhne real erhöht werden. Der ÖGB akzeptiert sogar<lb/>
einen Reallohnverlust, um die österreichische Wirtschaftssituation nicht<lb/>
noch zu verschlechtern. Den Obmann der Jungen Generation <rs type="person" ref="#per__114123">Edlinger</rs>,<lb/>
der einen Tiefschlag gegen die Regierungspolitik öffentlich im Fernsehen<lb/>
erklärt hatte, qualifizierte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> entsprechend. Zu sagen, daß die<lb/>
Regierung dem Arbeitslosenproblem ratlos gegenübersteht, wo gerade diese<lb/>
Regierung alles macht, um die Arbeitsplätze zu erhalten, ist ein Dolch<lb break="no"/>stoß. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist also über die aufkommende Diskussion im Zuge des<lb/>
Wirtschaftsprogrammes der SPÖ scheinbar nicht sehr glücklich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_07">Neuerdings wurde von ihm über die VEW-Situation eingehend berichtet.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit fragte er, wann endlich die Pölser Sulfatpapier<lb break="no"/>entscheidung gefällt wird. Ich erklärte ihm, daß ich mindestens 14<lb/>
Tage brauche, um die neu aufgetretenen Schwierigkeiten einigermaßen<lb/>
zu bewältigen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat scheinbar allen Ernstes geglaubt, die Pölser<lb/>
Sache sei so weit schon mit allen Ministerium erledigt, daß man un<lb break="no"/>mittelbar beschließen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_08">Mit Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> klärte ich dann die von den Bundes<lb break="no"/>forsten vorgesehenen 200 Mio. S Beteiligung. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> wollte unbedingt,<lb/>
daß die Pölser 1000 ha Wald um ca. 60 Mio. S an die Österr. Bundesforste<lb/>
verkauft. Diese haben eine zweckgebundene Rücklage von 80 Mio. S, woraus<lb/>
sie 60 Mio. zahlen könnten, wodurch der Finanzminister nur mehr 140 Mio.<lb/>
für sie bereitstellen müßte. Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> hat dann im Finanzministerium<lb/>
festgestellt, und ich konnte mich im Finanzministeriumssekretariat<lb/>
dann selbst überzeugen, daß das Finanzministerium eine solche Regelung<lb/>
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zugunsten der Italiener verschoben würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die 200 Mio. Bundesforsteanteil<lb/>
mit Finanzministeriumsunterstützung endgültig jetzt fixieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_10">Bezüglich der österreichischen Klimatechnik hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ebenfalls sei<lb break="no"/>nen bekannten Standpunkt einmal mehr wiederholt, nur beiläufig bemerkt,<lb/>
daß der ehemalige AZ-Redakteur Dr. <rs type="person" ref="#per__132606">Rome</rs> jetzt gegen die Regierung<lb/>
agiert, da er auf die SPÖ böse ist. <rs type="person" ref="#per__130518">Dipold</rs>, derzeitiger Wirtschaftsre<lb break="no"/>dakteur der AZ, betet alles nach.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_11">Als erfreulich berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, daß die Leistungsbilanz sich posi<lb break="no"/>tiver entwickelt als befürchtet, insbesondere aber wollte er, daß das<lb/>
Ergebnis, 2 1/2 % Energierückgang im Jahre 1980 bei gleichzeitiger<lb/>
Bruttoinlandsproduktionssteigerung von + 3,6 %, müßte in einem Bericht<lb/>
des Handelsministers im nächsten Ministerrat ausführlich dargelegt<lb/>
werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107953">BUCHAUER</rs>: Bitte sofort Energiesparmaßnahmenbericht plus<lb/>
diesen Ergebnis für nächsten MR vorbereiten. Ministerkomitee Energie<lb break="no"/>sparbericht beifügen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_13">Bezüglich der Inseratenkampagne der Regierung, die jetzt von der ÖVP<lb/>
so hart attackiert wird, wird <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine Abgrenzung auch durch die<lb/>
deutsche Bundesgerichtshofentscheidung veranlassen. Er ist fest davon<lb/>
überzeugt, daß im Ministeriengesetz die Informationspflicht des Bun<lb break="no"/>deskanzleramtes verankert ist. Um mehr soll es bei dieser Inseraten<lb break="no"/>kampagne nicht gehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_14">Bezüglich des Angriffes der ÖVP auf die <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Unterstützung durch<lb/>
Intellektuelle stellte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fest, daß vollkommen korrekt finanziert<lb/>
wurde. Dr. <rs type="person" ref="#per__132605">Damian</rs> hätte ihm versprochen, daß Industrielle finanzieren<lb/>
wollen, aber nicht aufscheinen. Von den Künstlern haben sich 22 dekla<lb break="no"/>riert, <rs type="person" ref="#per__126434">Prutscher</rs>, über den die ÖVP jetzt einen Zusammenhang mit dem<lb/>
AKH-Skandal und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> herstellen wollte, hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu diesem Zeit<lb break="no"/>punkt noch nicht einmal gekannt.<add>[Den]</add> Rennfahrer <rs type="person" ref="#per__127144">Lauda</rs> kannte er damals<lb/>
schon, weil der Industrielle <rs type="person" ref="#per__132607">Lauda</rs> mit ihm über diese Probleme stets<lb/>
gesprochen hat und er freundschaftliche Ratschläge gab. Insgesamt haben<lb/>
10 bis 15 Leute Geld gegeben, darunter auch die SPÖ. Die Aktion wurde<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_15">Den AKH-Skandal wird jetzt der Verfassungsdienst prüfen, wer dafür ver<lb break="no"/>antwortlich ist und was passierte. Wann wurden die entscheidenden<lb/>
Beschlüsse gefaßt, die Hochhausform zur ÖVP-Zeit, als <rs type="person" ref="#per__97813">Piffl-Percevic</rs><lb/>
Unterrichtsminister, <rs type="person" ref="#per__132171">Kotzina</rs> Bautenminister und auch ÖVP-Finanzminister<lb/>
waren, mit der Gemeinde Wien gemeinsam. Die Durchführung ist dann ent<lb break="no"/>sprechend auch zu prüfen. Festzustellen ist auch, wer die Fehlplanung<lb/>
veranlaßt hat und wer sie akzeptiert, alle Architekten waren nämlich<add>[der]</add><lb/>
ÖVP nahestehend. Zu prüfen ist, wer in der Gemeindeverwaltung die Ver<lb break="no"/>antwortung dafür trägt. Die kriminellen Fragen sind durch zweimal Ver<lb break="no"/>rechnung, Unterschleifen usw. durch die Gerichte zu prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_16">Eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hat dazu ge<lb break="no"/>führt, daß doch <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> veranlaßt werden konnte, die Vorsitzstelle<lb/>
des Aufsichtsrates in der GesmbH und dadurch das Durchgriffsrecht zu<lb/>
übernehmen. Gleichzeitig bleibt er aber auch Vorsitzender der begleiten<lb break="no"/>den Kontrolle. Der jetzige GD <rs type="person" ref="#per__126410">Kraus</rs> geht weg, Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> hat ihn<lb/>
seinerzeit empfohlen. Die Gesellschaftervertreter werden <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>, Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> und Stadtrat <rs type="person" ref="#per__114840">Stacher</rs> sein. Der Aufsichtsrat<lb/>
soll nicht mehr als 9 Personen umfassen. <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> möchte neben dem<lb/>
verbleibenden Vorstand <rs type="person" ref="#per__132610">Ruggenthaler</rs> <rs type="person" ref="#per__132608">Jahn</rs> vom Kontrollamt und MR <rs type="person" ref="#per__132609">Freu<lb break="no"/>denreich</rs> vom Rechnungshof. <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> und <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> seien mit der Regelung sehr<lb/>
einverstanden, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sei aber ein mehrfach gebranntes Kind und meinte,<lb/>
man muß abwarten. Ich bin überzeugt, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> diese Konstruktion<lb/>
nicht nur gewünscht, sondern auch durchgesetzt hat, gleichzeitig aber<lb/>
seine Vorbehalte indirekt wieder anmeldet. <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> glaubt z.B. jetzt,<lb/>
daß er die Strahlenbunker sich ersparen kann, denn derzeit gibt es<lb/>
einen vollkommen ausreichenden in der neuen Klinik bei Univ.Prof.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__132611">Kärcher</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_17"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwähnte dann die Budgetsituation neuerdings und meinte, daß<lb/>
er mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> ein totales Einsparungsprogramm entwickelt<lb/>
habe, um die Steuersenkung finanzieren zu können. Der Kampf der Länder<lb/>
gegen das Konferenzzentrum sei ein Marsch auf Wien. Als die Großprojekte<lb/>
im Festspielhaus Bregenz, Arlbergtunnel, Tauernautobahn usw. von den<lb/>
Wienern mitfinanziert wurden, hat sich niemand in den Ländern aufge<lb break="no"/>regt. Jetzt wünscht man eine Volksabstimmung, die natürlich gegen Wien<lb/>
ausgehen würde. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> erklärte sofort, es gibt im Gesetz<lb/>
gar keine solche Bundesvolksabstimmung, nur aufgrund der Verfassungs<lb break="no"/>änderung in Wien kann <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> für Wien und in Wien eine solche Volksab<lb break="no"/>stimmung beantragen und auch durchführen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, er läßt jetzt<lb/>
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Konferenzzentrum finanzieren könnte, derzeit wird es hinausgeschoben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_18"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat dann sein Einsparungsprogramm entwickelt. Das Bruttodefi<lb break="no"/>zit 81 wird mehr als 56 Mrd. betragen, also weit über den präliminierten<lb/>
50 liegen, netto werden es 31 Mrd. sein. Die Finanzschuld wird am Jahres<lb break="no"/>ende 232 Mrd. S betragen. Die Vorschau 82 zeigt bereits ohne der Steuer<lb break="no"/>senkung, daß ein Bruttodefizit von fast 70 Mrd. S entstehen wird, mit<lb/>
einem Nettodefizit von 40 Mrd. Über den Kapitalmarkt ist das nicht<lb/>
finanzierbar. Darin sind weder eine Steuersenkung noch die Ressortwünsche<lb/>
beinhaltet. Die notwendigen verfügten Ausgabenbindungen im Gesamtaus<lb break="no"/>maß von 2 Mrd. bleiben weiterhin aufrecht. Für das nächste Jahr müssen<lb/>
8 Mrd. S eingespart werden. Auslandsreisen, Repräsentationsaufwendungen,<lb/>
Überstunden, Ermessensausgaben werden auf 90 % der Ansätze des heurigen<lb/>
Jahres gekürzt. Großbauvorhaben, die sich in Planung befinden wie z.B.<lb/>
Konferenzzentrum, aber auch andere werden zurückgestellt, keine Sonder<lb break="no"/>finanzierungen mehr, keine Abfangjäger. In der Diskussion stellten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs>, <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs>, die ja am meisten davon betroffen<lb/>
sind, sofort fest, sie werden den Finanzminister in jeder Beziehung un<lb break="no"/>terstützen. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> und <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> fehlten. Sie wünschen aber, daß man<lb/>
unbedingt die Detailgespräche sofort aufnehmen muß, bevor endgültige<lb/>
Beschlüsse über ihre Umschichtungsmöglichkeit gefaßt werden. Eine<lb/>
harte Diskussion ergab sich dann zwischen <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs>, <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> auf<lb/>
der einen Seite und <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> auf der anderen Seite wegen dem Schicht-,<lb/>
Nacht- und Schwerstarbeiterentwurf. Wenn <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> von seiner Pausen<lb break="no"/>regelung und anderen Punkten nicht abweicht, kostet es den Bund 1,2<lb/>
Mrd. S bei der Post und Bahn. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> beruft sich darauf, daß ein ein<lb break="no"/>stimmiger Beschluß des ÖGB vorliegt und der öffentliche Dienst ja nur<lb/>
sekundäre Bedeutung hat. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> meint, wir gehen sehenden Auges<lb/>
ins Unglück. AK-Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> und Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__132612">Schmölz</rs>, Eisenbahner<lb break="no"/>gewerkschaft, haben ihm versichert, es würde darüber noch verhandelt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> meint, er könne den Entwurf nicht mehr rückziehen, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
konnte die Auseinandersetzung nicht anders beschließen, als darauf zu<lb/>
verweisen, jeder Minister müßte eben seine Stellungnahme abgeben, die<lb/>
er ressortverantwortlich für richtig hält.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_19">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> verwies auf den Vergabegesetzentwurf, der jetzt<lb/>
mit den beteiligten Ministern neuerdings besprochen werden soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> Termin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_21"><rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> meint, der Internationale Sozialistische Jugendkongreß könnte<lb/>
von ihm nicht finanziert werden, weil er im Budget keine Deckung habe,<lb/>
der Bundesjugendring sich außerdem noch immer nicht dazu positiv ge<lb break="no"/>äußert hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_22">Die Jagdausstellung in Rumänien, wo 1 Mio. S Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> aus dem<lb/>
Außenhandelsförderungsbeitrag bestellt, 500.000 S Landwirtschaftsmini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, scheitert daran, daß die anderen 500.000 S der Länder<lb/>
nicht aufgebracht werden, obwohl die Jagdkompetenz eindeutig bei ihnen<lb/>
liegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_23"><rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> berichtet, daß LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> jetzt mitgeteilt hat, daß<lb/>
die italienischen Zöllner in Thörl-Maglern wieder Schwierigkeiten machen,<lb/>
Kärnten überlegt, daß sie eine Gegenmaßnahme starten wollen, für jeden<lb/>
Lkw, der von italienischer Seite abgefertigt würde, würde dann ein<lb/>
Italiener auf österreichischer Seite abgefertigt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_24">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> meinte, jetzt müßten die Referenten für die Enquete<lb/>
im Parlament über das AKH geändert werden. Es hat keinen Sinn den jetzt<lb/>
ausgeschiedenen GD <rs type="person" ref="#per__126410">Kraus</rs> referieren zu lassen. Gleichzeitig muß auch<lb/>
geklärt werden, daß kein internationales Gutachten mehr verlangt wer<lb break="no"/>den soll, wie <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> es auch ablehnt. Dies kostet viel Geld und ist<lb/>
derzeit sinnlos. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, die Prüfung durch den Verfassungs<lb break="no"/>dienst, Prof. <rs type="person" ref="#per__113110">Adamovich</rs>, wird nach Ostern vorliegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_25">Im Ministerrat wird von <choice><choice><sic>GD</sic><corr>Generalintendant</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs> über die Direktsatelliten referiert.<lb/>
Deutschland startet 84, Frankreich 85, Luxemburg wahrscheinlich auch<lb/>
85, finanziert durch Werbung, weshalb die Deutschen sich dagegen aus<lb break="no"/>sprechen. Jeder Staat hat die Möglichkeit 5 Kanäle zu bekommen, auf<lb/>
einem Kanal kann er 1 Fernsehprogramm und 16 Radioprogramme senden. Mit<lb/>
Hilfe dieser Satelliten wird auch ein Kleinstaat wie Österreich fast<lb/>
ganz Mitteleuropa <choice><choice><sic>bestreichen</sic><corr>?</corr></choice></choice> können, insgesamt eine Bevölkerung von<lb/>
110 Mio mit spill over erreichen, Radiosatellit, damit überhaupt ganz<lb/>
Europa. Die Leasingkosten pro Kanal betragen 150 Mio. pro Jahr. Ein ei<lb break="no"/>gener kommt für Österreich allein nicht infrage, es gibt zwei Möglich<lb break="no"/>keiten, entweder mit der Schweiz gemeinsam einen sogenannten Satelliten<lb/>
der neutralen Staaten in Mitteleuropa zu haben, oder sich bei den<lb/>
Deutschen, ARD, ZDF, einzumieten. Finanziert kann es werden über die<lb/>
Werbung, wie der Luxemburger durch Steuern wie die Kurzwelle derzeit,<lb/>
oder wie bei ORF durch Gebühren und Werbung. Entscheid wurde keiner<lb/>
getroffen, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dankte und meinte, wir werden uns noch einmal damit<lb/>
beschäftigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_26">In der offiziellen Ministerratssitzung fragte dann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, was eigent<lb break="no"/>lich im Außenministerium jetzt los ist, <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtete, daß die ersten<lb/>
Unterlagen von den abgesprungenen rumänischen Chefrierer zeigten, daß<lb/>
Außenamtsbeamte durch diplomatische Kontakte zuerst belastet sind, dann<lb/>
stellte sich allerdings heraus, daß auch eine Bezahlung erfolgte. <rs type="person" ref="#per__97668">Krei<lb break="no"/>sky</rs> fragte sofort, Bezahlung oder vielleicht nur kleine Geschenke wie<lb/>
eine Flasche Wein usw. Die Frage wurde mir dann verständlich, als ich<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> vertraulich erfuhr, daß der Sohn von <rs type="person" ref="#per__112954">Standenat</rs> und ein ge<lb break="no"/>wisser <rs type="person" ref="#per__132613">Wessely</rs> involviert sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_27">Die Vöest-Alpine möchte mit der amerikanischen Micros Systems Corpo<lb break="no"/>ration kooperieren und eine gemeinsame Produktionsstätte und Vertrieb<lb/>
in Österreich errichten. Ich habe dem Präsidenten der Gesellschaft<lb/>
unser größtes Interesse daran bekundet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_28">Die amerikanische Firma Pitney Bowes wünscht jetzt eine Namensumände<lb break="no"/>rung in Pitney Bowes Austria. Der Konzern hat 20 Mrd. S Umsatz in<lb/>
Österreich, 44 Beschäftigte mit nur 35 Mio. S Umsatz. Immerhin wurde<lb/>
aber um 10 Mio. S in Kagran eine Service- und Lagerhalle errichtet. Ge<lb break="no"/>gen die Umwandlung ist von Seiten des Handelsministeriums, wie auch SC<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> mir bestätigte, nichts einzuwenden. Die Wiener Handelskammer hat<lb/>
sich bis jetzt nur dagegen gewehrt, ich empfahl Dir. <rs type="person" ref="#per__132614">Bauma</rs> und Prok.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__132617">Ölinger</rs>, sie mögen sich trotzdem an das Handelsgericht wenden. Wir<lb/>
unterstützen ihre Bemühungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_29">Der neue Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__132616">Reitinger</rs> von den Brentenwerken hat größere Auf<lb break="no"/>träge als Zulieferer zu Exportgeschäften von Steyr-Daimler-Puch. Die<lb/>
Volksbank Purkersdorf kann oder will dies nicht finanzieren. Er wird sich<lb/>
deshalb auch an die CA wenden. Überhaupt hat die Volksbank ihn niemals<lb/>
informiert, wenn er z.B. Investitionen für 2 1/2 Mio. S auch durch die<lb/>
Bürges verbilligt bekommen könnte. Er wird jetzt neuerdings wegen<lb/>
Heizung und Lüftungsverbesserung einreichen. Dies hat erste Priorität,<lb/>
weil es sich energiesparend auswirkt und er kann daher selbstverständlich<lb/>
über die Bürges Zinsenzuschuß bekommen. Bezüglich seiner Betriebsmittel<lb break="no"/>kredite habe ich mit GD <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> von SDP gesprochen, dieser erklärte<lb/>
sich sofort bereit Gespräche mit dem neuen Geschäftsführer zu führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit Bürges auf Zinsenzuschuß aufmerksam<lb/>
machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_31">Der BRO <rs type="person" ref="#per__132615">Pöchacker</rs> von der Fa. Heiser hat mit<add>[seinem]</add> Chef und Rechtsvertreter<lb/>
<pb n="59-0445" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-03-31_0445.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wegen der Verhandlungen der Vöest-Alpine über Produktabgrenzung bei<lb/>
mir interveniert. Ich erklärte mich sofort zu einem Vermittlungsgespräch<lb/>
bereit, wenn eine beiderseitige Bindung mit einem Gentlemen's Agreement,<lb/>
welches allerdings auch kartellrechtlich abgesichert sein muß, zustande<lb/>
kommt. <rs type="person" ref="#per__132633">Heiser</rs> dachte allen Ernstes, daß die Vöest-Alpine eine einsei<lb break="no"/>tige Bindung aufgrund eines Briefes von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eingehen wird. Mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> habe ich dann vereinbart, daß jetzt gemeinsame Gespräche ge<lb break="no"/>führt werden. Ich kann und will hier immer nur als Vermittler auftre<lb break="no"/>ten, auch dann, wenn ein Streit zwischen einem verstaatlichten und einem<lb/>
privaten Betrieb sich ergibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_32">Bei der Wirtschaftskonferenz über das Wirtschaftsprogramm, wozu <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
auch die Oppositionsparteien eingeladen hatte, konnte ich nach einem<lb/>
Kurzreferat von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wo er insbesondere das Sparbudget ankündigte,<lb/>
wieder einmal die geschickte Taktik von Klubobmann-Stv. HK-Präs. <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs><lb/>
bewundern. Dieser meinte, sie seien gekommen, um zu hören, was die Re<lb break="no"/>gierung zu sagen hat, nicht aber, um über das Wirtschaftsprogramm zu<lb/>
diskutieren, das für sie vollkommen unakzeptabel ist. Wenn es vernün<lb break="no"/>ftige Vorschläge gibt, dann kann man mit der Opposition rechnen. Er<lb/>
erwarte jetzt endgültig die Information<add>[über?]</add> das heute nach dem Minister<lb break="no"/>rat von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> angekündigte Sparmaßnahmeprogramm. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> berichtete<lb/>
dann über die 4 neuen strukturpolitischen Sofortmaßnahmen, die er im<add>[im]</add><lb/>
Finanzministerium wieder aufgelebten Verbändekomitee referierte. Kapi<lb break="no"/>talstärkung für Klein- und Mittelbetriebe durch Bereitstellung nach<lb break="no"/>rangigen Kapitals und Insolvenzhilfe für diese Betriebe wurden von<lb/>
ihm besonders herausgestrichen. Ich habe dann ergänzend sofort erklärt,<lb/>
daß für die Klein- und Mittelbetriebe auch das Fremdenverkehrskonzept,<lb/>
welches ich gestern der Presse vorgestellt habe, mit den Interessens<lb break="no"/>vertretungen abgesprochen ist und weitestgehend den Wünschen der Frem<lb break="no"/>denverkehrswirtschaft entspricht. Gleichzeitig konnte ich mitteilen,<lb/>
daß die ERP-Mittel einmalig von 150 Mio. auf 200 Mio. aufgestockt wur<lb break="no"/>den.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-31_33">Die weitere Diskussion konnte ich nicht abwarten, weil ich sofort nach<lb/>
Salzburg zur wirtschaftspolitischen Konferenz fahren mußte. Dort ging<lb/>
es um Umwelt und Fremdenverkehr. Ich habe bei meinem Statement und<lb/>
dann insbesondere beim Schlußwort immer wieder darauf verwiesen, daß<lb/>
wir vom Fremdenverkehr an einer guten Landschaft interessiert sind,<lb/>
wichtig ist aber eine gute Wirtschaft zu haben. Insbesondere erwähnte<lb/>
ich die Kosten jedweder Umweltschutzmaßnahmen, die irgendwer bezahlen<lb/>
muß. Ganz besonders ging ich natürlich auf das Problem der E-Wirtschaft<lb/>
<pb n="59-0446" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-03-31_0446.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>in Salzburg auch im Hinblick auf den Nationalpark ein. Minister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs><lb/>
hat dann als Gesundheitsminister so wie immer ohne jedwede Unterlagen<lb/>
frei eine emotionell stark beeindruckende Rede gehalten. Ich befürchte,<lb/>
daß er bei der Durchführung seiner Konzepte große Schwierigkeiten ha<lb break="no"/>ben wird. Ausgesprochen zahm hat sich der Vertreter der Osttiroler<lb/>
Naturschützer, Dr. <rs type="person" ref="#per__126841">Retter</rs>, verhalten. Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, ÖFVW, hat über die kul<lb break="no"/>tivierte Landschaft für den Fremdenverkehr gesprochen, Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> über die Konsumentenfragen. Bezüglich des Umweltschutzes und<lb/>
des Fremdenverkehrs und LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs> konnte mit großer Genugtuung<lb/>
darauf verweisen, daß er als Naturschützer jetzt in jeder Beziehung be<lb break="no"/>stätigt wird, besonders verwies er darauf, daß heute der Vertrag<lb/>
zwischen TKW und SAFE über den Ausbau der Oberen Salzach abgeschlossen<lb/>
werden konnte. Die Diskussion verlief zu meiner größten Überraschung<lb/>
äußerst sachlich und friedlich. Ich hatte fest erwartet, daß die Atom<lb break="no"/>gegner insbesondere die Gelegenheit nützten würden, um dort wieder<lb/>
entsprechende Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Diesmal war aber der<lb/>
Besuch und die Redner so verteilt und gut organisiert, daß eben tat<lb break="no"/>sächlich Naturschützer auf der einen Seite und E-Vertreter auf der<lb/>
anderen Seite ausgewogen Gelegenheit hatten, ihre Meinung darzulegen.<lb/>
Optisch war die Veranstaltung daher als sehr gelungen zu bezeichnen,<lb/>
welchen Widerhall sie in der Presse resp. im Rundfunk finden wird,<lb/>
kann man natürlich vorher nicht feststellen. Auf alle Fälle muß ich<lb/>
meine pessimistische und kritische Meinung, die ich von dieser Veran<lb break="no"/>staltung vorerst hatte, korrigieren. Wenn alle Veranstaltungen so ver<lb break="no"/>laufen, muß es eine positive Wirkung auf die Erstellung dieses Wirt<lb break="no"/>schaftsprogrammes haben. Die Anregungen, Verankerung von sozialen bes<lb break="no"/>seren Bedingungen für die Saisonarbeiter insbesondere im Fremdenver<lb break="no"/>kehr, Volksbegehren über den Nationalpark, Vereinfachung der Förderung,<lb/>
Zusammenschlüsse von Liften, größere Öffnungszeiten bei Museen und ins<lb break="no"/>besondere die vielen Umweltschutzanregungen, müssen in Anträgen an<lb/>
den Parteitag, wo die endgültige Beschlußfassung erfolgt, von den Or<lb break="no"/>ganisationen gestellt werden. Darauf habe ich in meinem Schlußwort<lb/>
besonders hingewiesen. Allgemein wurde immer wieder festgestellt, daß<lb/>
die einzelnen Interessen viel zu wenig im Wirtschaftsprogrammentwurf<lb/>
enthalten sind. Wenn man allerdings alle aufnehmen würde, kommt ein<lb/>
kleines Buch zustande und nicht ein noch lesbares und allgemein gülti<lb break="no"/>ges Wirtschaftskonzept.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 31.3.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 82. Ministerratssitzung, 31.3.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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            <head>Nachtrag TO 82. Ministerratssitzung, 31.3.1981</head>
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               <persName><surname>Apfalter</surname><forename>Heribert</forename></persName>
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               <persName type="label">Retter, Wolfgang</persName>
               <persName><surname>Retter</surname><forename>Wolfgang</forename></persName>
               <occupation>Osttiroler Naturschützer</occupation>
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               <persName type="label">Adamovich, Ludwig jun.</persName>
               <persName><surname>Adamovich</surname><forename>Ludwig jun.</forename></persName>
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               <persName type="label">Maurer, Ernst</persName>
               <persName><surname>Maurer</surname><forename>Ernst</forename></persName>
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               <persName><surname>Edlinger</surname><forename>Fritz</forename></persName>
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               <persName><surname>Ölinger</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Prok. Fa. Pitney Bowes; Falschschreibung?</occupation>
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               <persName type="label">Albrecht, Anneliese</persName>
               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Anneliese</forename></persName>
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               <persName type="label">Prutscher, Hans Christoph</persName>
               <persName><surname>Prutscher</surname><forename>Hans Christoph</forename></persName>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
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               <persName type="label">Piffl-Percevi´c, Theodor</persName>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
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               <persName type="label">Marx, Karl</persName>
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               <persName type="label">Dibold, Hans</persName>
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               <persName type="label">Kraus, Werner</persName>
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               <persName type="label">Dallinger, Alfred</persName>
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               <occupation>ZS GPA, ab 1980 Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Gratz, Leopold</persName>
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               <persName type="label">Kärcher, Karl Heinz</persName>
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               <persName type="label">Graf, Robert</persName>
               <persName><surname>Graf</surname><forename>Robert</forename></persName>
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               <persName type="label">Pahr, Willibald</persName>
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               <persName type="label">Pöchacker, A</persName>
               <persName><surname>Pöchacker</surname><forename>A</forename></persName>
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               <persName type="label">Tumpel, Herbert</persName>
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               <persName type="label">Czettel, Adolf</persName>
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               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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