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            <title type="main">Freitag, der 20. März 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band59_1981-03-20</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_01">Freitag, 20. März 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_02">Vizeministerpräs. d. Provinz Vojvodina, <rs type="person" ref="#per__131939">Mora</rs>, hat Kulturtag in Wien<lb/>
eröffnet und um eine Aussprache ersucht. Er ist jetzt das zweitemal<lb/>
innerhalb kürzester Zeit bei mir gewesen. Steyr-Daimler-Puch legt<lb/>
größten Wert darauf, mit ihm guten Kontakt zu haben. Für 2,3 Mrd. S<lb/>
soll eine Traktorenfabrik errichtet werden, Österreich müßte 700 Mio.<lb/>
S aufbringen, 300 Mio. in Form von Maschinenlieferungen zu dieser Trak<lb break="no"/>torenfabrik von Steyr, 400 Mio. gebundener Finanzkredit. <rs type="person" ref="#per__131939">Mora</rs> hofft,<lb/>
daß die Vojvodjanska Banka und die CA zu einer diesbezüglichen Ver<lb break="no"/>einbarung kommen. GD <rs type="person" ref="#per__123322">Feichtinger</rs> ist der Meinung, diese kleinen<lb/>
Traktoren könnten sie nur in Jugoslawien produzieren, im Inland würden<lb/>
sie zu große Verluste damit erwirtschaften. Die Jugoslawen würden<lb/>
von den 10.000 Stück 5.500 behalten, 4.500 gingen nach Österreich,<lb/>
außerdem sollen noch 3.000 Motoren dort produziert werden. Ich kann<lb/>
mir nicht gut vorstellen, daß, wenn in Österreich die Produktion<lb/>
schon so defizitär wäre, daß in Jugoslawien dieses Problem besser<lb/>
gelöst werden könnte. <rs type="person" ref="#per__131939">Mora</rs> hat die Absicht eine neue jugoslawische<lb/>
Form der Kapitalbeteiligung bei diesem Experiment zu starten. Die<lb/>
Käufer sollten sich daran beteiligen. 58 % in seiner Region sind noch<lb/>
private Bauern, 42 % größere Kombinate oder landwirtschaftliche<lb/>
Kooperative, also teilweise Staatsbesitz respek. Genossenschaftsbe<lb break="no"/>sitz. Diese sollten nur durch Kapitaleinzahlung weit gestreuten<lb/>
Mitbesitz bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_03">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Branchenreferat und Sektion II<lb/>
sollen dies genau verfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_04">Bezüglich der Energiesituation teilt <rs type="person" ref="#per__131939">Mora</rs> mit, daß vergangenen<lb/>
Jahr das Bruttoinlandsprodukt um 1 % gestiegen ist, der Energiever<lb break="no"/>brauch aber um 1,6 %. Der stärkere Energieverbrauch, meint er, ist<lb/>
auf den geringeren Pro-Kopf-Verbrauch oder, wenn man anders ausdrückt,<lb/>
auf das tiefere Energieniveau zurückzuführen. Die Inlandsproduktion<lb/>
bei Öl ist 4,5 Mio. t, der Import 10,5, Gas haben sie 1 Mrd. Inlands<lb break="no"/>produktion, insgesamter Verbrauch 3,5 Mrd. Überraschend für mich ist,<lb/>
daß jetzt neue Kohlenvorkommen entdeckt wurden, 250 Mio. t im Tagbau<lb/>
abbauwürdig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die Energiesektion soll sich weitere Be<lb break="no"/>richte geben lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_06">Der ehemalige Außenminister und erste LH von Tirol, Dr. <rs type="person" ref="#per__130572">Gruber</rs>, zu<lb break="no"/>letzt österr. Botschafter in Amerika, bevor er in Pension ging, war,<lb/>
wie er sich ausdrückte, seine alten Freunde besuchen. Diese haben<lb/>
ihm erklärt, daß jetzt im Kongreß die ökonomischen Gesetze von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> verhandelt werden. Man nimmt an, daß er 70 bis 80 % seiner<lb/>
Vorschläge durchbringt. Selbst Demokraten geben ihm gewisse Änderung<add>[?]</add><lb/>
ihre Unterstützung. Wichtig für mich war es, und er hat bezüglich<lb/>
auch Recherchen durchgeführt, ob es möglich ist, die abgebrannten<lb/>
Brennelemente nach Amerika zu liefern, da ja auch die Anreicherung<lb/>
dort erfolgt. Derzeit ist eine solche Möglichkeit nicht gegeben.<lb/>
Der Unterstaatssekretär <rs type="person" ref="#per__131940">Borre</rs>, zuständig für politische Angelegenhei<lb break="no"/>ten, hat ihm, da er <rs type="person" ref="#per__130572">Gruber</rs> sehr gut kennt, empfohlen, es wird jetzt<lb/>
eine große Arbeit von einer Riesenkommission geleitet werden, wie<lb/>
die Atommüllagerung in Zukunft erfolgen sollte. <rs type="person" ref="#per__131940">Borre</rs> hält es für<lb/>
zweckmäßig, wenn ein Österreicher in dieser Kommission mitwirkt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__130572">Gruber</rs> schlägt vor, wenn das Handelsministerium niemand entsenden<lb/>
kann, würde dies gegebenenfalls die Gesellschaft für Energiewesen<lb/>
durchführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte beim Jour fixe mit <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_08">Die Amerikaner haben große Bedenken, daß die sowjetische Gasleitung<lb/>
von den Europäern gebaut wird, um die 40 Mrd m³ Gas dann zu beziehen<lb/>
und neuerdings in eine größere Abhängigkeit zu kommen. Die Ameri<lb break="no"/>kaner sind fest davon überzeugt, daß, wenn alles fertig verhandelt<lb/>
wäre, es noch 10 Jahre dauert, bis sie überhaupt Gas aus Sibirien<lb/>
nach Westeuropa bringen können. Die Amerikaner selbst haben in<lb/>
Alaska, wie sie ebenfalls im Permafrost bohren mußten, sechs Jahre<lb/>
dazu gebraucht. Die Amerikaner sind überhaupt der Meinung, daß die<lb/>
Sowjets außerstande sind, dieses Gas zu erschließen, wenn sie nicht<lb/>
amerikanische Hilfe dazu bekommen. Nur die Amerikaner sind bereit,<lb/>
in diesen Regionen entsprechend tiefe Bohrlöcher niederbringen zu<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Versuche weitere Berichte auch von der<lb/>
sowjet. Seite zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_10">Philips-GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> kam neuerdings, um die Übernahme der Kleinfarbfern<lb break="no"/>sehbildröhren in Lebring mit mir zu besprechen. Er erklärte dezidiert,<lb/>
wenn die Philips-Zentrale nicht den selben Zollschutz 15 % für alle<lb/>
Farbfernsehgeräte bekommt, sie nach Frankreich gehen wird, weil dort<lb/>
dieser Zollschutz bereits jetzt im gesamten EG-Raum existiert. Ich<lb/>
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gelingt, mit <rs type="person" ref="#per__126281">Grundig</rs>, der jetzt eine Kleinfarbfernseherproduktion auf<lb break="no"/>nimmt, zu einem Arrangement zu kommen. SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> hat mit den Grundig-<lb/>
Leuten verhandelt, diese werden jetzt 90 Mio. S investieren und diese<lb/>
Kleinfarbfernsehgeräte hier in Wien erzeugen. Selbstverständlich muß<lb/>
für diese Produktion die Farbfernsehbildröhreneinfuhr, solange die<lb/>
Philips sie nicht produzieren, gewährleistet sein. Auch wenn es zu<lb/>
einer Produktion von Philips kommt, muß Grundig die Möglichkeit<lb/>
haben, diese zu beziehen. <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> war mit dieser Erklärung nicht sehr<lb/>
zufrieden, wir einigten uns aber, daß <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> versuchen wird, so wie<lb/>
bei dem jetzigen Arrangement mit Grundig und Philips bezüglich der<lb/>
Einfuhr von zollfreien Röhren, auch für die Zukunft ein solches<lb/>
Arrangement, wo beide Teile zustimmen und gleichzeitig auf mich<lb/>
schimpfen, zu finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_11">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte mit Finanzministerium wegen der<lb/>
Zollfrage Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_12">Bei der BAWAG-Generalversammlung hat mir LH-Stellv. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> mitge<lb break="no"/>teilt, daß die Aufsichtsratspräsidenten der Sondergesellschaften<lb/>
und der Verbundgesellschaft ein einheitliches Vorgehen bezüglich der<lb/>
Vorstandsbezüge und damit indirekt auch ihrer Aufsichtsratsvergütun<lb break="no"/>gen wünschen. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> aber teilt meine Meinung, daß wir äußerst<lb/>
vorsichtig vorgehen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_13">GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> hat telefonisch von mir dann die Zustimmung gewollt, daß<lb/>
bei den nächsten Hauptversammlungen dieses Problem dann neuerdings<lb/>
durch Anhebung der Aufsichtsratsvergütungen erfolgen sollte. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
mußte zugeben, daß die bereits im Vorjahr durchgeführte Erhöhung<lb/>
sehr negativ, außer natürlich von den Betroffenen, aufgenommen wurde.<lb/>
Für heuer habe ich ihm erklärt, sollte man auf alle Fälle eine Pause<lb/>
einlegen. Das wirkliche Problem, welches ich ihm schon etliche Male<lb/>
gesagt habe, liegt darin, daß die Kapitaleignervertreter eine Auf<lb break="no"/>sichtsratsvergütung bekommen, die Arbeitnehmervertreter nur das<lb/>
Sitzungsgeld. Ich plädiere daher immer wieder für Erhöhung des<lb/>
Sitzungsgeldes. Diese Trennung Kapitaleignervertreter, die meistens<lb/>
auch finanziell viel besser dastehen, bekommen etwas, die Arbeit<lb break="no"/>nehmervertreter nichts, halte ich für ungut, die größere Diffenzie<lb break="no"/>rung kann daher nur noch weitere Spannungen bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte auf dieser Linie weiter argumentieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_15">Der Bericht des GD <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> über die BAWAG-Ergebnisse des vergangenen<lb/>
Jahres war sehr positiv, ist auch tatsächlich sehr <choice><choice><sic>beachtend</sic><corr>beachtlich</corr></choice></choice>. Die<lb/>
Bawag expandiert ungeheuer, dadurch daß jetzt in einzelnen Konsum<lb break="no"/>filialen auch Bawag-Spargelder eingelegt werden können, wurde das<lb/>
Filialnetz beträchtlich erweitert. <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> selbst geht in immer grö<lb break="no"/>ßere Industriefinanzierung, u.a. haben wir ihn in Leipzig getroffen,<lb/>
als der große Stahlwerksvertrag von Vöest-Alpine abgeschlossen wurde,<lb/>
er selbst wird dies finanzieren. Großzügig hat er darauf verwiesen,<lb/>
daß GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> aber auch ihm sagte, er ist der einzige, der bei<lb/>
diesem großen Geschäft auf alle Fälle verdienen wird. Da bei dieser<lb/>
Generalversammlung viele Menschen anwesend sind und vor <choice><choice><sic>allemal</sic><corr>allem einmal</corr></choice></choice><lb/>
Vertreter der Ministerien, der Interessensvertretungen, aber sicher<lb break="no"/>lich auch der Konkurrenzinstitute, war für mich die Bemerkung über<lb break="no"/>raschend, daß die Bawag jetzt auch die Zentralsparkasse und die CA<lb/>
unter ihre Fittiche nimmt. Dies gilt für das große Stahlgeschäft,<lb/>
sonst aber würde ich, um es wienerisch zusagen, an <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> seiner<lb/>
Stelle nicht so goschert sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_16">Der Handelskammerpräsident von Taiwan, <rs type="person" ref="#per__131941">Wu</rs>, stattete mir einen Besuch<lb/>
ab, um die weiteren Beziehungen mit Taiwan in Österreich zu besprechen<lb/>
und vor allem auch den Besuch des Handelsministers in diesem Jahr.<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__117925">Winkler</rs>, der die chines.-österr. Interessen sehr geschickt<lb/>
abstimmt und der sich hier als außenpolitischen Gründen als Vertreter<lb/>
dieser Interessen gut bewährt, ist über meine Bereitschaft, hier zu<lb/>
kooperieren, sehr beeindruckt und begeistert. Auch bei dem Empfang<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__131941">Wu</rs> am Nachmittag habe ich dann auch den tschechischen Handels<lb break="no"/>delegierten in Wien getroffen, er erklärte mir strengst vertraulich,<lb/>
daß sie jetzt auch mit der Tschechoslowakei engeren Kontakt aufge<lb break="no"/>nommen haben und etliche Geschäfte machen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Der Repräsentant von Nationalchina, <rs type="person" ref="#per__131942">Bann</rs>,<lb/>
soll die Abteilung am laufenden halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_18">Die sowjetische Nachrichtenagentur Tass will wahrscheinlich schon<lb/>
in Vorbereitung des Ministerpräsidentenbesuches <rs type="person" ref="#per__127768">Tichonow</rs> ein Inter<lb break="no"/>view über die Wirtschaftsbeziehungen zw. UdSSR und Österreich. Natür<lb break="no"/>lich versuchte ich bei dieser Gelegenheit auch gleich auf unser<lb/>
großes Handelspassivum durch die Energiebezüge bedingt hinzuweisen.<lb/>
Schön langsam mache ich mir einen Vorwurf, daß es uns nicht gelingt,<lb/>
dieses Passivum einigermaßen abzubauen. Die Sowjets sind mit ihren<lb/>
Bestellungen sehr zögernd. Die DDR kommt uns hier mit Konsumgüter<lb break="no"/>lieferungen wesentlich mehr entgegen, obwohl wir dort aktiv sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll Vorbereitungen treffen, damit ich<lb/>
dann mit sowjet. Botschafter und Handelsrat ein Gespräch führen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_20">Das NÖ Landesstudio hat eine Sendung Spiel, Hobby, Sport und ich<lb/>
habe dort eine halbe Stunde eine Doppelconference gemacht mit "Was<lb/>
soll Tourenlauf erreichen?", "Wie läuft der Österr. Fremdenverkehr?"<lb/>
usw. Ich weiß nicht, wie die Sendung angekommen ist, ich weiß nur,<lb/>
daß alle, die dort mitproduziert haben, über diese Art sehr zufrieden<lb/>
gewesen sind. Wesentlich hat natürlich dazu beigetragen, daß ich<lb/>
auch Mundharmonika spielte und dadurch dies alles sehr locker gelau<lb break="no"/>fen ist. Ich war und bin seit langem überzeugt, daß außer gescheiten<lb/>
Statements, tiefschürfenden Diskussionen, die alle ihre Berechtigungen<lb/>
haben, aber bei den Leuten kaum ankommen, die wirklich, insbesondere<lb/>
für mich, beste Möglichkeit solche Doppelconferencen sind. Da es<lb/>
im Rundfunk verschiedene solcher Möglichkeiten gäbe, müßte man sie<lb/>
nur aufstöbern, Produzenten schmackhaft machen und schon bringt eine<lb/>
solche Sendung mehr als ein Dutzend Pressekonferenzen und was weiß<lb/>
Gott was alles.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Laß vom Pressereferat die Möglichkeit prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_22">Im Parlament gab es zuerst eine lange Diskussion über das Bundes<lb break="no"/>heer, insbes., ob man Abfangjäger kaufen kann oder nicht. Die drei<lb/>
Wehrsprecher haben sich vor nicht allzu langer Zeit noch riesig<lb/>
stark gemacht, es müsse jetzt sofort durchgeführt werden. Da zumin<lb break="no"/>destens die SPÖ und ÖVP jetzt eingesehen haben, daß dafür kein Geld<lb/>
zur Verfügung gestellt werden kann, stecken sie zurück, nicht der<lb/>
freiheitliche Wehrsprecher <rs type="person" ref="#per__125822">Josseck</rs>, dieser meinte, ganz auf Staats<lb break="no"/>bewußtsein getrimmt, die Nichtanschaffung sei unverantwortlich.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> hat sich sehr gut aus der Affäre heraus gezogen, er meinte,<lb/>
es müßte im Verteidigungsrat jetzt einmal geklärt werden, welche Typen<lb/>
man kaufen will, und dann wer und wie sie finanziert werden sollen.<lb/>
Mein einziges Bestreben ist bei dieser Gelegenheit, da <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> immer<lb/>
mehr zur französischen Mirage zuneigt, mit den Franzosen dann gleich<lb break="no"/>zeitig eine Atommüllagerung zu vereinbaren. Wenn dies gelingt, dann<lb/>
kann man auch die Elektrizitätswirtschaft zur Finanzierung heranzie<lb break="no"/>hen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_23">Mit dem Präs. der NÖ AK, <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs>, besprach ich die jetzt anstehenden<lb/>
schwierigen Fragen der Firmenpleite in österr. Klimatechnik und<lb/>
Zizala. Für die österr. Klimatechnik hat <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs> Verhandlungen ge<lb break="no"/><pb n="59-0400" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-03-20_0400.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>führt, zweimal 75 Mio. heuer und nächstes Jahr soll die Arbeitsmarkt<lb break="no"/>förderung zuschießen, die Finanzierungsgarantiegesellschaft FGG<lb/>
über die Länderbank 50 Mio. Mit dem LH <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> will er sprechen, daß<lb/>
dieser auch 50 Mio. zur Verfügung stellt, denn bei einer Regional<lb break="no"/>konferenz hat <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> großzügig angekündigt, 100 Mio. für die Arbeits<lb break="no"/>platzsicherung bereitzustellen. Ich habe dann <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs>,<lb/>
mit dem ich auch über dieses Problem gesprochen habe, verbunden. Da<lb/>
die Elin mit 50 % österr. Klimatechnik beteiligt ist, muß auch die<lb/>
ÖIAG jetzt entsprechende Maßnahmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_24">Bezüglich der 580 Beschäftigten der Fa. Zizala meint <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs>, er be<lb break="no"/>müht sich jetzt die Steyr-Werke oder sonst ein österr. Unternehmen<lb/>
zum Aufkauf für diese Firma zu interessieren. Die Gesellschafter<lb/>
haben nämlich überraschend, ohne daß sie stark verschuldet sind,<lb/>
infolge des Betriebsergebnisses vom Jahre 1980 und auch zu erwarten<lb/>
1981, wo Dutzende Millionen Defizite entstehen werden, erklärt,<lb/>
sie werden den Betrieb liquidieren. <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs> meinte, der Betrieb könnte<lb/>
jetzt um 1 S erworben werden. Ich dachte sofort an unseren Aussi<lb break="no"/>reißer <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> von VW, diesen konnte ich sogar Freitag abends noch<lb/>
erreichen. Er war sehr überrascht, daß Zizala so schlecht dasteht,<lb/>
diese Firma liefert auch an VW, bei Betriebsbesuchen haben er und<lb/>
Wolfsburgleute schon festgestellt, daß die Kontrolle und das Rech<lb break="no"/>nungswesen dort in einem desolaten Zustand sind. <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> wird über<lb/>
Samstag, Sonntag sofort versuchen, ob er irgendeine Lösung mit einem<lb/>
deutschen Unternehmer finden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-20_25">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte diesen Fall dringendst<lb/>
zu behandeln.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 20.3.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Frühbauer, Erwin</persName>
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               <occupation>Verkehrsminister, LH-Stv. Ktn.</occupation>
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               <persName type="label">Tichonow, Nikolai A.</persName>
               <persName><surname>Tichonow</surname><forename>Nikolai A.</forename></persName>
               <occupation>sowj. Regierungschef ab 1980</occupation>
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               <persName type="label">Wu, K.H.</persName>
               <persName><surname>Wu</surname><forename>K.H.</forename></persName>
               <occupation>Präs. HK Taiwan</occupation>
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               <persName type="label">Apfalter, Heribert</persName>
               <persName><surname>Apfalter</surname><forename>Heribert</forename></persName>
               <occupation>GD VÖEST</occupation>
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               <persName type="label">Hesoun, Josef</persName>
               <persName><surname>Hesoun</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Präs. AK NÖ</occupation>
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               <persName type="label">Ludwig, Siegfried</persName>
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               <occupation>LH-Stv. bzw. LH NÖ, ÖVP</occupation>
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               <persName type="label">Reagan, Ronald</persName>
               <persName><surname>Reagan</surname><forename>Ronald</forename></persName>
               <occupation>US-Präs. ab 1981</occupation>
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               <persName><surname>Feichtinger</surname><forename>Johann Julius</forename></persName>
               <occupation>BMW? Steyr-Daimler-Puch?</occupation>
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               <persName type="label">Gruber, Karl (Außenminister)</persName>
               <persName><surname>Gruber</surname><forename>Karl
                  (Außenminister)</forename></persName>
               <occupation>ehem. Außenminister, ÖVP</occupation>
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               <persName type="label">Kienzl, Heinz</persName>
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               <occupation>Leiter VW-Einkaufsorganisation Wien</occupation>
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               <persName type="label">Grünwald, Oskar</persName>
               <persName><surname>Grünwald</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Büro Staribacher; ÖIAG</occupation>
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               <persName><surname>Josseck</surname><forename>Helmuth</forename></persName>
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               <occupation>Vizemin.präs. Vojvodina, Serbien</occupation>
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               <occupation>Prof. (Jurist), Taiwan-Experte</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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