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            <title type="main">Donnerstag, der 19. März 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_01">Donnerstag. 19. März 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_02">Der Sektionschef <rs type="person" ref="#per__124050">Antalpeter</rs>, der die ungarisch-österreichisch Gemischte<lb/>
Kommission in Budapest vorbereitet, meinte, die derzeit fast ausgegliche<lb break="no"/>ne Handelsbilanz zwischen den beiden Staaten geht ausschließlich darauf<lb/>
zurück, daß die Ungarn jetzt Heizöl und anderes Rohmaterial nach Öster<lb break="no"/>reich verkaufen können. In Zukunft wird dies durch die Ausweitung der<lb/>
ungarischen Wirtschaft, des Bruttonationalproduktzuwachses diese Mög<lb break="no"/>lichkeit systematisch geringer. Die ungarische Seite möchte deshalb in<lb/>
Zukunft mehr Fertigwaren, Maschinen usw. nach Österreich exportieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_03">Bezüglich des Kohleliefervertrages für ein österreichisches E-Werk an<lb/>
der ungarischen Grenze stellte <rs type="person" ref="#per__124050">Antalpeter</rs> fest, daß es den Ungarn lie<lb break="no"/>ber wäre, wenn sie die Bayern und Schweizer daran beteiligen ein 900 MW<lb/>
Kraftwerk zu errichten. Dann könnten sie wesentlich mehr ungarische<lb/>
Braunkohle aus Torony liefern, wodurch auch die Preisfrage leichter zu<lb/>
klären wäre. <rs type="person" ref="#per__124050">Antalpeter</rs> meinte, es geht aber nicht nur allein um die<lb/>
Frage, ob 110 österreichisches Angebot oder 125 S ungarische Forderung,<lb/>
sondern auch um die Kreditbedingungen und die sonstigen Konditionen.<lb/>
Auf alle Fälle stellten wir beide fest, daß nach wie vor großes Interes<lb break="no"/>se für dieses Projekt von ungarischer und österreichischer Seite be<lb break="no"/>steht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_04">Die Vertreter der großen 3 Druckfarbenerzeuger <choice><choice><sic>BAS</sic><corr>BASF?</corr></choice></choice>, Hartmann und Schmidt<lb/>
beschwerten sich bitter, daß die österreichischen Firmen immer mehr<lb/>
Importfarben bevorzugen. 1977 war die Importtangente 20 %, jetzt hat sie<lb/>
sich auf 40 % verdoppelt. Die Erklärung ist, daß die Importeure mit<lb/>
entsprechenden, allerdings schwer nachzuweisenden, auch nicht über die Bü<lb break="no"/>cher gehenden Provisionen arbeiten. Wenn der Durchschnittspreis 80 bis<lb/>
90 S ist, der Importeurpreis darunter liegt, die österreichische Farben<lb break="no"/>fabrik dann einen Sonderrabatt von 10 bis 12 S gibt, damit selbst den Im<lb break="no"/>portpreis wesentlich unterbietet und dann trotzdem dieses Offert abge<lb break="no"/>lehnt wird, läßt dies nach Meinung der österreichischen Firmen nur<lb/>
auf illegale, eben noch größere Rabatte schließen. Ich habe den österrei<lb break="no"/>chischen Farbenproduzenten versprochen, wir werden im Handelsministerium,<lb/>
obwohl wir dazu natürlich gar keine gesetzliche Möglichkeit haben, durch<lb/>
Appell an die österreichischen Druckereien versuchen, ihre jetzt neue<lb/>
zu startende Aktion, kauft österreichische Druckfarben, <choice><choice><sic>unterstützt</sic><corr>zu unterstützen</corr></choice></choice>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte mit Hauptverband sprechen, wie dies am be<lb break="no"/>sten zu bewerkstelligen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_06">Die Energiesektion, Gruppe Rohstoff, hat jetzt das sehr umfangreich und<lb/>
gründlich ausgearbeitete Rohstoffkonzept den Interessensvertretungen,<lb/>
Wissenschaft, anderen Ministerien und sonstigen Behörden zugeschickt und<lb/>
darüber eine Diskussion abgeführt. Ich habe in meiner Einleitung mich<lb/>
bei allen bedankt, daß es zu dieser gemeinsamen bedeutenden Arbeit ge<lb break="no"/>kommen ist. Dr. <rs type="person" ref="#per__120560">Oberndorfer</rs>, Vertreter der Industriesektion der Bundes<lb break="no"/>handelskammer, meinte, daß zwar bilateral mit jedem einzelnen eingehend<lb/>
gesprochen wurde, daß aber das endgültige Konzept keine Gemeinschafts<lb break="no"/>arbeit darstellt. Die Handelskammer hat nach flüchtiger Durchsicht fest<lb break="no"/>gestellt, daß gegen den analytischen Teil nichts einzuwenden ist. Anders<lb/>
ist es bezüglich der Grundsätze und Maßnahmen, die vorgesehen sind und<lb/>
die insbesondere auch die Regionen verschiedenartigst beeinflussen würden.<lb/>
Hier möchte die Handelskammer noch eine längere Begutachtungsfrist, um<lb/>
ihre Überlegungen anstellen zu können. Ich habe sofort zugesagt, daß wir<lb/>
selbstverständlich eine solche Frist gewähren werden. Der Vertreter des<lb/>
Wissenschaftsministeriums, welches ebenfalls ein Rohstoffkonzept schon<lb/>
in Druck vorgelegt hat, meinte, da müßten sie eben warten, bis beide ge<lb break="no"/>meinsam im Ministerrat vorgelegt werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wie geht es jetzt weiter?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_08">Landesrat <rs type="person" ref="#per__111326">Schauer</rs>, für die Gewerbebetriebe in der NÖ Landesregierung zu<lb break="no"/>ständig, meinte, sie hätten jetzt Erhebungen gepflogen, welche Folgen<lb/>
die Maul- und Klauenseuche außerhalb des Sperrgebietes hatte. Im Gesetz<lb/>
ist nämlich nur vorgesehen, daß für Betriebe und Unselbständige im Sperr<lb break="no"/>gebiet Entschädigungen gewährleistet werden können. Beim letzten Maul-<lb/>
und-Klauen-Seuchenzug 1973 war die Regelung überhaupt nur, daß die Bauern<lb/>
und Arbeiter eine Entschädigung bekommen können. Damals hat das Finanz<lb break="no"/>ministerium durch ein Budgetüberschreitungsgesetz von 30 Mio. dem Handels<lb break="no"/>ministerium ermöglicht, in einer Kommission dann, wie selbst der Vertre<lb break="no"/>ter der Handelskammer zugeben mußte, sehr objektiv diese Mittel zu ver<lb break="no"/>teilen. 73 waren allerdings 2 Seuchenzüge im März und im Juni, die Aus<lb break="no"/>wirkung war auch damals wesentlich verheerender. Niemand weiß, jeder<lb/>
hofft, daß es heuer bei dem einen Seuchenfall im März bleibt und nicht<lb/>
nach etlichen Monaten ein zweiter wieder auftritt. Nach den Erhebungen<lb/>
würde für die Tierhäute 1 Mio., für Fleischwerke und für kleinere Betriebe<lb/>
8 Mio., insgesamt 15 Mio. also in den 30 km Sperrgebiet notwendig sein.<lb/>
Die Fa. Riedmüller, die jetzt endgültig den Konkurs wird ansagen müssen,<lb/>
würde ein paar hunderttausend Schilling aus diesen 15 Mio. bekommen können,<lb/>
die von Riedmüller allein angeforderten 15 Mio. zur Sanierung allerdings<lb/>
und nicht als Klauenseuchenfolge, wo er allein einen solchen Betrag bräuch<lb break="no"/>te, schon einbezogen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_09">Ich habe mit Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs><lb/>
und Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> über ein Budgetüberschreitungsgesetz gespro<lb break="no"/>chen. Voraussetzung ist, daß, wie ich bereits <rs type="person" ref="#per__111326">Schauer</rs> auch aufmerksam<lb/>
machte, sich das Land ebenfalls mit den halben Aufwendungen beteiligt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> wollte eine Darstellung, wie 73 dies abgewickelt wurde und nach<lb/>
welchen Grundsätzen dieses Mal eine solche Entschädigung gegeben werden<lb/>
soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte sofort einen diesbezüglichen Brief zusammen<lb break="no"/>stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_11"><rs type="person" ref="#per__111326">Schauer</rs> hat auch Erhebungen gemacht, was im Süden Niederösterreichs der<lb/>
Konkurs der österreichischen Klimatechnik bedeutet. Bis jetzt hat er<lb/>
29 kleine Betriebe, die 30 Mio. S Schaden haben, aufgelistet. Es ist für<lb/>
die Landesregierung furchtbar schwer, solche Zusammenstellungen zu er<lb break="no"/>stellen. Die Kleinbetriebe wehren sich, freiwillig und öffentlich ihre<lb/>
Verluste durch die Klimatechnik zu sagen, da sie befürchten, dann von<lb/>
ihrem Lieferanten sofort boykottiert zu werden, weil dieser befürchtet,<lb/>
er geht auch zugrunde. LRat <rs type="person" ref="#per__111326">Schauer</rs> meinte, es besteht die Möglichkeit,<lb/>
daß bis 500 Mio. S kleinere Betriebe an der Pleite von der österreichi<lb break="no"/>schen Klimatechnik geschädigt werden könnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_12">Bgm. <rs type="person" ref="#per__123750">Köll</rs> von Matrei in Osttirol und zwei Gemeinderäte wollten den<lb/>
letzten Stand wegen des Kraftwerksbaus und der Verhandlungen zwischen<lb/>
Tiroler Landesregierung, TIWAG und der Verbund. Ich konnte ihnen nur<lb/>
wiederholen, daß der erste Vorschlag, den die TIWAG bezüglich der Zu<lb break="no"/>sammenarbeit auf diesem Sektor erstellt hat, für uns keine Diskussions<lb break="no"/>grundlage bildet. Die Gegenvorstellungen der Verbundgesellschaft werden<lb/>
jetzt von der TIWAG studiert, ich versuchte der Delegation einmal mehr<lb/>
klar zu machen, daß es nicht nur allein um die gesellschaftlichen Antei<lb break="no"/>le, sondern auch, wenn diese gelöst werden, um die Fragen des Naturschut<lb break="no"/>zes, Nationalpark usw. geht. <rs type="person" ref="#per__123750">Köll</rs> meinte, es käme letzten Endes ganz darauf<lb/>
an, wie der Klubobmann der sozialistischen Nationalratsfraktion als<lb/>
auch insbesondere der Gesundheitsminister zu dem Projekt stehen.<lb/>
Hier versuchte ich ihnen klar zu machen, daß man sicherlich ein erträg<lb break="no"/>liches Kompromiß finden kann, wenn alle anderen Fragen mit Tirol auch<lb/>
im Kompromißweg geklärt werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_13">In Matrei wurde jetzt der Lift eröffnet und der Winterfremdenverkehr<lb/>
hat trotz der schlechten Schneelage eine wesentlich bessere Auslastung<lb/>
gebracht als früher. Die Kosten von 46 Mio. wurden durch 13 Mio. ERP,<lb/>
16 Mio. Eigenfinanzierung und 7 Mio. durch Bankenkredite aufgebracht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_14">Für letztere ersuchten sie um einen Zinsenzuschuß in der Hausaktion.<lb/>
3,6 Mio. für das Parkhaus, 1 Mio. für das Restaurant und 500.000 für die<lb/>
Jausenstation innerhalb des Liftgebietes. Ich habe nur zugesagt, daß<lb/>
wir dies wohlwollend prüfen werden. Was an notwendigen Unterlagen zu<lb/>
liefern ist, wird die Abteilung unverzüglich ihnen bekanntgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Welche Möglichkeiten gibt es, zuminde<lb break="no"/>stens den halben Betrag mitzufinanzieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_16">Erstmalig habe ich auch die Miß Austria vorgestellt bekommen. Frl.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__131816">Schnell</rs>, eine 18-jährige Mittelschülerin, die ursprünglich Polizeibeamtin<lb/>
werden wollte, hat jetzt natürlich andere Pläne. Ihre Managerin Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__131817">Grafe-Rodler</rs> von der Werbeagentur <choice><choice><sic>AECES</sic><corr>Aces?</corr></choice></choice> versucht sie auch als Werbeträ<lb break="no"/>ger für die österr. Fremdenverkehrswerbung anzubieten. Gesponsert wird<lb/>
sie von der Kosmetikfirma Maybelline. Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, ÖFVW, den ich diesen<lb/>
Wunsch mitteilte, wird sich mit ihr in Verbindung setzen. Interessant<lb/>
für mich war nur die Bemerkung unseres weiblichen Sekretariats, daß sie<lb/>
die Miß Austria gar nicht so hübsch finden. Frauen urteilen hier schein<lb break="no"/>bar kritischer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_17">In der LUGA-Fraktionssitzung gab es eine harte Diskussion über das jetzige<lb/>
schwierige politische und teils auch wirtschaftspolitische Forderungs<lb break="no"/>programm. Dr. <rs type="person" ref="#per__116992">Simperl</rs>, den wir jetzt wahrscheinlich zu meinem Stellver<lb break="no"/>treter endlich machen können, BRO von Coca-Cola, meinte, daß in seinem<lb/>
Betrieb und, so weit er rumkommt, niemand an einer Steuersenkung beson<lb break="no"/>ders interessiert ist. Vielmehr richtet sich die Kritik der Funktionäre<lb/>
und Mitglieder, daß wir nicht klar und deutlich zeigen, in welcher<lb/>
schwierigen Situation sich die österreichische Wirtschaft befindet. Auch<lb/>
das Witwerproblem, welches eine weitere Belastung der Sozialversicherung<lb/>
bedeutet, wird keinesfalls als notwendig empfunden. Hart kritisiert wird<lb/>
die Forderung der Frauenstaatssekretärinnen, daß ein Damenorchester,<lb/>
welches auch wieder subventioniert werden soll, als die größte Notwendig<lb break="no"/>keit von <rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs> und <rs type="person" ref="#per__109051">Dohnal</rs> verlangt wird, die 150 Mio. S für die Ludwig<lb break="no"/>stiftung, die 3 gestützten Literaturzeitschriften mit einem Wort, wir<lb/>
leben über unsere Verhältnisse und wollen dies scheinbar nicht erkennen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs>, BRO der Konsumgenossenschaft meinte, jetzt seien eben in der<lb/>
Sozialpolitik die Revolutionäre der Angestelltengewerkschaft, die jetzt<lb/>
antreten und am Zug sind. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> mit diesen Leuten will sich eben ein<lb/>
Denkmal setzen. Die Gewerkschaften kommen mit dem Tempo gar nicht mehr<lb/>
mit, was hier alles über Nacht verlangt wird. Der ÖGB und auch wir, aber<lb/>
noch viel mehr die Betriebsräte waren wesentlich zurückhaltender in allen<lb/>
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mehr mit den Mitgliedern all die Forderungen klarzumachen, die von ihnen<lb/>
gar nicht gefordert werden. Kollege <rs type="person" ref="#per__130463">Hafran</rs> von der Schwechater Mühle<lb/>
meinte, niemand hat die Basis gefragt, dort denkt niemand daran, daß<lb/>
die Steuerreform notwendig ist, auf die 200 S pro Monat Steuerermäßigung<lb/>
kommt es auch nicht an. Einzelne Führungsleute haben sich zu große Schuhe<lb/>
angezogen, die Leute selbst wollen hier wesentlich weniger auf diesem<lb/>
Gebiet, als die Gewähr, daß ihre Arbeitsplätze sicher sind. Bei dieser<lb/>
Diskussion kam ich, aber auch das Handelsministerium sehr gut weg. Man<lb/>
anerkennt, daß ich alle diese Probleme zeitgerecht mit unseren Leuten<lb/>
diskutiere und daß ich noch niemals unvernünftige Forderungen gestellt<lb/>
habe, ja selbst diese nicht einmal unterstütze. Dies gilt insbesondere<lb/>
auch für die LUGA, im großen und ganzen aber auch insbesondere für das<lb/>
Handelsministerium.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_18">Bei der offiziellen Sitzung wurde dann nach meinem Bericht festgehalten,<lb/>
daß die Bäckerinnung schon der letzten Semmelpreiserhöhung mit dem Ver<lb break="no"/>sprechen in der Paritätischen Kommission durchgesetzt hat, sie wird den<lb/>
Kollektivvertrag der Bäcker entsprechend verbessern. Bis jetzt sind die<lb/>
gewünschten Sonderzahlungserhöhungen nicht durchgeführt worden. Auch<lb/>
diesmal erwartet man, daß wenn mit 31.5. der Semmelpreis um 10 Groschen<lb/>
auf 1,40 S erhöht wird, die Bäckerinnung versuchen wird zu kneifen.<lb/>
Bundesinnungsmeister <rs type="person" ref="#per__126568">Maureder</rs> und der Innungssekretär <rs type="person" ref="#per__131938">Hirt</rs> sind derzeit<lb/>
nicht einmal zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> verbinden, Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_20">Die Fa. Riedmüller ist schon deshalb kaum zu retten, weil die Händler<lb/>
kein Vieh mehr anliefern, da sie um ihre Bezahlung fürchten. So haben<lb/>
die 43 Filialen kaum Fleisch zu verkaufen. Von den 349 Beschäftigten,<lb/>
wovon 81 Gastarbeiter sind, werden jetzt einmal sofort 27 gekündigt.<lb/>
Die Firma kann nicht einmal die Löhne, geschweige denn die Abfertigungen<lb/>
bezahlen. Hier bewährt sich doch, daß dieses Insolvenzabfertigungsge<lb break="no"/>setz für die Arbeiter geschaffen wurde, damit diese nicht bei Firmenplei<lb break="no"/>ten ihre Rechtsansprüche verlieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_21">BRO der KGW <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> berichtet, daß jetzt, um die Organisation im Hirsch<lb break="no"/>stettner Lagerhaus, wo in Hinkunft 750 Beschäftigte sein werden, eine<lb/>
harte Konfrontation zwischen den Lebensmittelarbeitern und den Handels-<lb/>
und Transportarbeiterobmann geben wird. <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> hat sich um seine Be<lb break="no"/>schäftigten sehr gekümmert, die Folge davon ist, daß auch die Handels-<lb/>
<pb n="59-0394" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band59/59_1981-03-19_0394.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>und Transportarbeiter, deren Obmann gleichzeitig auch Obmann der Handels-<lb/>
und Transportarbeitergewerkschaft ist, dort kaum eine Chance hat,<lb/>
sich durchsetzen zu können. Obwohl größtenteils Handels- und Transportar<lb break="no"/>beiten dort gemacht werden, wollen und werden die dort Beschäftigten<lb/>
weiterhin bei <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> bleiben. Ein Angebot von der anderen Seite, diese<lb/>
Beschäftigten gegen Kellereibeschäftigte, die eigentlich zu den Lebens<lb break="no"/>mittelarbeitern gehören würden, lehnt <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> mit Recht ab. Er sagt, die<lb/>
mich gewählt haben, die vertrete ich bis zuletzt. Er meint ergänzend,<lb/>
Neuaufnahmen würden sowieso dann früher oder später bei den Handels- und<lb/>
Transportarbeitern organisiert werden. Ich habe nachher mit ihm noch<lb/>
über dieses Problem im besonderen gesprochen. Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> als Obmann<lb/>
des Aufsichtsrates bei der Konsumgenossenschaft versucht hier ein Kompro<lb break="no"/>miß, wird aber kaum ein solches durchsetzen können. Die Leute interessiert<lb/>
weniger, welcher Gewerkschaft sie angehören, sie sind primär daran<lb/>
interessiert, wer sie besser vertritt, wer mehr Zeit für sie aufwendet<lb/>
und wer immer für sie da ist. Dies gilt eindeutig für den BRO <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs>.<lb/>
Dieser hat sich auch entschlossen, seinen Sitz von der Wolfganggasse<lb/>
nach Hirschstetten zu verlegen. Schon daraus ersieht man, wie er seine<lb/>
Leute nicht im Stich läßt, einen für ihn persönlich unangenehmeren, weil<lb/>
weit entfernten Arbeitsplatz akzeptiert, mit einem Wort, den Kampf um die<lb/>
Hirschstettner Arbeiter voll aufgenommen hat. Da er auch in seinem Ver<lb break="no"/>trag günstigeres Krankenentgelt und vor allem höhere Löhne vorgesehen<lb/>
hat, wollen natürlich alle zu ihm kommen. Als erstes wird es einmal in<lb/>
diesem Lagerhaus nicht eine Organisation der Handels- und Transportar<lb break="no"/>beiter geben, sondern eben zwei. Diese Situation ist nicht sehr glück<lb break="no"/>lich, doch läßt sie sich wahrscheinlich anders jetzt gar nicht bereini<lb break="no"/>gen. <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> lehnt sozusagen einen Menschentausch, hier Lagerhaus, hier<lb/>
Kellereiarbeiter, entschieden ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band59_1981-03-19_22">Im Parlament gab es über die Tagesordnung hinaus dann noch eine dringli<lb break="no"/>che Anfrage an Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> wegen seiner Steuerpolitik. Da<lb break="no"/>durch wurde die Sitzung erst um 1/2 12 Uhr beendet. Zum Schluß gab es<lb/>
noch die erste Lesung über das Schicht-, Schwerst- und Nachtarbeiterpro<lb break="no"/>blem. Wäre die Dringliche nicht gewesen, hätte man sicher über dieses<lb/>
Problem auch wesentlich länger diskutiert, als es zur Nachtzeit dann<lb/>
stattgefunden hat. Alle Redner, immerhin waren es dann doch noch ein<lb/>
halbes Dutzend, erwähnten, daß die Nachtarbeit bei dieser Nachtsitzung<lb/>
auch für die Abgeordneten gilt. Dies war natürlich nur als Gag zu ver<lb break="no"/>stehen. Denn wirkliche Nachtarbeit in einem Betrieb mit all den schweren<lb/>
Belastungen ist mit gar nichts anderem zu vergleichen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 19.3.1981</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Fast, Franziska</persName>
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               <persName type="label">Schnell, Edda</persName>
               <persName><surname>Schnell</surname><forename>Edda</forename></persName>
               <occupation>Miss Austria 1981</occupation>
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               <persName type="label">Steyrer, Kurt</persName>
               <persName><surname>Steyrer</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg., ab 1981 Gesundheitsmin.</occupation>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
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               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Grafe-Rodler, A</persName>
               <persName><surname>Grafe-Rodler</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Managerin Edda Schnell, Miss Austria 1981</occupation>
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               <persName type="label">Simperl, Leopold</persName>
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               <occupation>BRO Coca Cola, stv. LUGA-Obmann</occupation>
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               <persName type="label">Dallinger, Alfred</persName>
               <persName><surname>Dallinger</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>ZS GPA, ab 1980 Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Hirt, A</persName>
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               <occupation>Innungssekr. Bäcker</occupation>
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               <persName type="label">Martin, A</persName>
               <persName><surname>Martin</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Sekr. Büro Staribacher</occupation>
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               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <occupation>GD [sic] HM??? Falschschreibung?</occupation>
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               <persName type="label">Dohnal, Johanna</persName>
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               <occupation>Vertr. Industrie</occupation>
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               <occupation>Präsident AK</occupation>
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               <occupation>Direktor ÖFVW</occupation>
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               <persName type="label">Salcher, Herbert</persName>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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