<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19810128.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19810127.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19810129.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Mittwoch, der 28. Jänner 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band58_1981-01-28</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date when="1981-01-28">Mittwoch, 28. Januar 1981</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2018-03-28">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">removed empty back element by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text>
      <body>
         <pb n="58-0125" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-28_0125.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry">
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_01">Mittwoch, 28. Jänner 1981<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_02">Bei der Staatswappenverleihung an die Fa. Brown, Boveri erzählte der<lb/>
Generaldirektor das System ihrer Konzernführung. Da das Deutsche Werk<lb/>
größer ist als die Konzernmutter in der Schweiz, wird diese Konzern<lb break="no"/>mutter von einer Konzernspitze geführt, in der alle Töchter vertreten<lb/>
sind. Dadurch ergibt sich ein direkter Kontakt und eine optimale Ver<lb break="no"/>teilung der Arbeiten auf die einzelnen Länder. Eine so ausgeprägte ge<lb break="no"/>meinsame Spitzenführung in der Mutter habe ich sonst noch bei keinem<lb/>
anderen Multi oder, wie sie jetzt heißen, Transnationalen kennengelernt.<lb/>
Im 10. Bezirk, wo früher einmal sogar produziert wurde, sind jetzt<lb/>
nur mehr technische Büros, bei deren Besichtigung konnte ich feststellen,<lb/>
daß dort mit Hilfe der Computer eine ganz neue Technik auch für die<lb/>
technische Seite erfolgt. Die EDV und der Bildschirm erobern langsam,<lb/>
aber umso sicherer so wie in der letzten Zeit die kommerzielle, nun auch<lb/>
die technische Seite der Industrie. Noch niemals wurde mir dies bei<lb/>
einem Betriebsbesuch so klar als wie gerade jetzt bei Brown, Boveri.<lb/>
Derzeit bringt diese Art eine neue große Beschäftigungsmöglichkeit für<lb/>
die Angestellten. In Zukunft wird diese Art durch Rationalisierung viele<lb/>
Angestellte freisetzen. Die erste industrielle Revolution hatte die<lb/>
Muskelkraft der Arbeiter durch die Motoren und Maschinen ersetzt, die<lb/>
zweite industrielle Revolution, in der wir uns gerade befinden, wird<lb/>
das einfache Gehirn und die primitive Arbeit des Angestellten durch den<lb/>
Computer endgültig ersetzen. Der Blechtrottel, wie ich ihn immer be<lb break="no"/>zeichne, weil er ja Gott sei Dank letzten Endes das Gehirn ohne den<lb/>
Menschen nicht ganz ersetzten wird, beginnt sich immer stärker in die<lb/>
Wirtschaft hineinzuarbeiten.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_03">Der Direktor <rs type="person" ref="#per__130185">Willbrandt</rs> von der Fa. Hofer, mit dem ich wegen stärkerer<lb/>
Verwendung österreichischer Produkte durch die Hofer KG, schildert<lb/>
mir von seiner Sicht, wie es zu der Diskussion mit österreichischen<lb/>
Produzenten gekommen ist. Die Margarinefabrik Ebhart &amp; Herout produ<lb break="no"/>ziert für Hofer einen beträchtlichen Teil von Margarine. 7500 t wären<lb/>
für 1 1/2 Jahre vertraglich zu vereinbaren gewesen. Zur unmittelbaren<lb/>
Auseinandersetzung ist es gekommen, weil die Qualität der Milchmarga<lb break="no"/>rine nicht eingehalten wurde. Ebhart &amp; Herout hat nicht nur den<lb/>
Fischölanteil vergrößert, angeblich bis 50 %, sondern sich auch gewei<lb break="no"/>gert gewisse Mischungen einzuhalten oder gar vielleicht die Kalkula<lb break="no"/>tionen offenzulegen. Hofer hat deshalb 400 t aus der BRD importiert.<lb/>
Trotz 18 % Zoll und Fracht war diese billiger. Durch die Importe ge<lb break="no"/><pb n="58-0126" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-28_0126.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schockt hat dann Ebhart &amp; Herout sofort erklärt, sie sind bereit auf<lb/>
diesen deutschen Preis einzusteigen. Dadurch wurden jetzt 1600 t ab<lb break="no"/>geschlossen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_04">Ähnlich war es bei der Firma Imperial wegen Titze Gold. Diese verlangt<lb/>
16 S pro kg, der Importpreis beträgt 15 S, auch hier mußte diese Firma<lb/>
auf den deutschen Preis einsteigen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_05">Hofer würde sehr gerne auch noch weitere Süßwaren kaufen. Für 200 Mio.<lb/>
S muß er derzeit importieren, weil niemand ihm die Saisonware, Oster<lb break="no"/>hasen oder Weihnachts- oder Krampusstücke herstellt. Mit Reissiegel<add>[?]</add>, ein<lb/>
Betrieb der Fa. Suchard, verhandelt wer derzeit über weitere Lieferungen.<lb/>
Ebenso muß er feststellen, daß die notwendigen Mengen Toilettenpapier<lb/>
von Laakirchen ihm nicht geliefert werden, weshalb er auch hier an<lb/>
Importe denken muß. Unglaubwürdig ist, aber es stimmt sicher, daß er,<lb/>
nachdem die Fa. Schartner zugrunde gegangen ist, aus Berlin Limonaden<lb/>
einführt. Er bekommt dafür, wie er ausdrücklich sagte, einen Währungs<lb break="no"/>ausgleich und die Berliner können trotz der Fracht von 1,30 S pro<lb/>
Flasche noch unter 5 S anbieten. Sinalco, mit der er verhandelt hat,<lb/>
hat für die Limo 5,60 verlangt. <rs type="person" ref="#per__130185">Willbrandt</rs> sagt, das liegt an den Fla<lb break="no"/>schenpreisen, in Deutschland kostet sie 1 S, in Österreich 2 S. Die<lb/>
7 Groschen Zoll, die jetzt auf jeder Flasche draufliegen, spielen daher<lb/>
überhaupt keine Rolle. Bei Schartner hat er 90 Mio. S Umsatz gemacht,<lb/>
30 Mio. Bier, 50 Mio. Limonade. Bei Bier wird jetzt eine Tiroler Klein<lb break="no"/>brauerei einspringen. Bei Kandisin, wo er 25 % Marktanteil hatte, konnte<lb/>
er sich ebenfalls über den Preis nicht einigen, weshalb er jetzt einen<lb/>
eigenen Süßstoff, Süssli, der 37 % billiger ist, in den Hofermärkten<lb/>
hält. <rs type="person" ref="#per__130185">Willbrandt</rs> meinte, für 800 Mio. S importiert er, für 300 Mio.<lb/>
exportiert er zu seinem Stammhaus <rs type="person" ref="#per__130186">Albrecht</rs>, so daß aus Deutschland noch<lb/>
immer 500 Mio. Waren hereinkommen, die er sehr gerne durch österreichi<lb break="no"/>sche Waren ersetzten möchte.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Über die Branchenreferenten soll man<lb/>
sofort wegen Liefermöglichkeiten verhandeln.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_07"><rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat einen Kreis von jüngeren Architektinnen, die noch nicht<lb/>
so bekannt sind, zusammengezogen. Diese waren bereit, mit dem Handels<lb break="no"/>ministerium gemeinsam, Aktivitäten auf der Möbelseite zu entwickeln.<lb/>
Im Jahr der Behinderten möchten sie darüber hinaus entweder im Konsum<lb/>
oder sonstigen Supermärkten oder in Warenhäusern eine ständige Ver<lb break="no"/><pb n="58-0127" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-28_0127.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>kaufsausstellung für Geräte, Möbel usw. für Behinderte einrichten.<lb/>
Durch entsprechende Beratung könnte dem Behinderten gezeigt werden, wie<lb/>
und wo er für ihn zweckmäßige Geräte kaufen kann. Dies beginnt bei<lb/>
Scheren für Linkshänder und endet bei der Bauberatung. Da <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> jetzt<lb/>
den Slogan "Das Handelsministerium ist für jede Aktivität, nur ihn selbst<lb/>
darf es nichts kosten" an die Spitze aller ihrer Verhandlungen stellt,<lb/>
gibt es keine wie immer gearteten Schwierigkeiten. Daß wir letzten Endes<lb/>
einen gewissen Betrag dafür aufwenden werden und müssen, ist mir klar,<lb/>
auch dann, wenn ich dies natürlich von allem Anfang nicht sage. Hier<lb/>
muß <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> als die Initiatorin dann auch die Möglichkeit haben,<lb/>
finanzielle Mittel einzubringen. Die Taktik, vorher nichts zu verspre<lb break="no"/>chen, nachher doch ein wenig auszuhelfen, wird es ihr wesentlich er<lb break="no"/>leichtern, wenn es dann zum konkreten Abschluß dieser Ideen kommt.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_08">Bei dieser Gelegenheit stellte ich fest, daß die AZ ihre Redakteurin<lb/>
<rs type="person" ref="#per__130187">Keller</rs> einen ganzen Tag zu <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> geschickt hat, damit sie eine<lb/>
Reportage über die Aktivitäten der Staatssekretäre schreibt. Ich be<lb break="no"/>grüße dies sehr, obwohl ich neidvoll feststelle, daß mir dieses Glück,<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__130187">Keller</rs> einen Tag begleitet zu werden, in meiner 11-jährigen Mi<lb break="no"/>nisterschaft noch nicht passiert ist.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_09">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> hat mit dem Klub der Kaffeesieder die Absicht, eine große,<lb/>
auch für den österr. Fremdenverkehr interessante Kampagne mit Höhepunkt<lb/>
1983, 300 Jahre Türkenbefreiung, zu starten. Der Klub der Kaffeesieder<lb/>
möchte jetzt einmal die 1600 Kaffeehäuser, die es in Wien gibt, nach<lb/>
verschiedensten Gesichtspunkten erheben. 1000 davon sollen Sonntag offen<lb/>
haben, 600 Zeitungen aufliegen, 400 als Kartenspielkaffeehäuser und<lb/>
200 als Billardtreffpunkte dazu beitragen, daß der Typ des Wiener Kaffee<lb/>
erhalten bleibt. Die finanzielle Seite, einen Fonds zu schaffen und<lb/>
diese Kaffeehäuser zu unterstützen, kann nur mit der Zentralsparkasse<lb/>
oder mit einem anderen Kreditinstitut geschaffen werden. Über die<lb/>
Bürges könnte man dann für Zinsenzuschüsse verhandeln. Da <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> bei<lb/>
Eintritt in das Staatssekretariat erklärt hat, wandern soll ich, sie<lb/>
bleibt in den Kaffeehäusern, wird sie sich um dieses Problem besonders<lb/>
annehmen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie können wir diese Erhebung unter<lb break="no"/>stützten resp. veranlassen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_11">Das Gespräch mit der Gaswirtschaft über die Aushilfslieferungen für<lb/>
die OÖ Ferngas war für mich sehr lehrreich und sehr hart. Die anderen<lb/>
<pb n="58-0128" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-28_0128.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Landesgasgesellschaften, ob Niederösterreich, Wien oder Steiermark,<lb/>
fielen mit Recht über die Oberösterreicher her, weil diese eine unver<lb break="no"/>antwortlich in den Tag hinein lebende Gasversorgungspolitik betrieben<lb/>
haben. Jedermann wußte, daß bis zur Mitte der 80-er Jahre eine ge<lb break="no"/>wisse Knappheit kommen wird, weil das Algeriengas und das Irakgas nicht<lb/>
zu erwarten war. Trotzdem hat die OÖ Ferngas neue Verträge abgeschlossen<lb/>
und keine Maßnahmen gesetzt, gewisse Einsparungen zu erzielen. Selbst<lb/>
im 1. Quartal 81 haben sie noch voll ausgeliefert. Jetzt müßten sie<lb/>
ganz radikal kürzen. Um Gas durch andere Energieträger zu substituieren,<lb/>
kaufen sie jetzt von ihren Lieferanten kleinere Gasmengen wieder zu<lb/>
höheren Preisen zurück. Da mir vollkommen klar war, daß auch die anderen<lb/>
Landesgasgesellschaften einen Teil vom Gas substituieren können, war<lb/>
mein Plan, diese zu zwingen einen Teil auch bei ihren Kunden zurückzu<lb break="no"/>kaufen und der OÖ Ferngas zur Verfügung zu stellen. Wir rechneten aus,<lb/>
daß dies mindestens 75 Mio m³ sein müßten. Die Preise, die die OÖ<lb/>
Ferngas dafür bezahlen muß, werden natürlich exorbitant hoch sein.<lb/>
Trotz anfänglich heftigstem Widerstand wurde mein Plan letzten Endes<lb/>
dann doch akzeptiert. Mit Recht haben sich GD <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> von der NIOGAS,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> von den Stadtwerken, die den größten Teil der 75 Mio. auf<lb break="no"/>bringen müßten, geärgert und anfangs sogar geweigert. Noch niemals habe<lb/>
ich so betropetzt die Manager der OÖ Ferngas gesehen. Vizepräsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> als Aufsichtsratsvorsitzender und insbesondere Geschäftsführer<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116012">Amon</rs> und seine Mitarbeiter konnte man die Schuld und ihr Fehlverhalten<lb/>
deutlich erkennen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Laß dich über die Austria Ferngas über die<lb/>
Abwicklung und insbesondere die Preise genau informieren<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_13">Bei der Verleihung von zwei Bergräten h.c. mußte ich feststellen, daß<lb/>
zwar die Betroffenen geladen, die Dekrete aber gar nicht fertig waren.<lb/>
Dies ist mir während meiner 11-jährigen Ministerschaft auch noch nie<lb/>
passiert. Zum Glück konnten wir dies geschickt tarnen, sodaß die Be<lb break="no"/>troffenen dies nicht merkten. Wie oft ich improvisieren muß, würde<lb/>
ein Außenstehender niemals glauben.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> soll den Fall genau untersuchen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_15">In der Arbeitsgruppe der Wirtschaftskommission Energie, Rohstoffe und<lb/>
Umwelt wäre es bald wieder, da ich durch eine andere Sitzung zu spät<lb/>
gekommen bin, zu einer neuerlichen Diskussion über das Umweltschutz<lb break="no"/><pb n="58-0129" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-28_0129.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>papier, das wir das letztemal schon erledigt hatten, gekommen. GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, Verbund, der den Sachverhalt nicht gut kannte, und ganz be<lb break="no"/>sonders der Zweitvorsitzende Minister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> hätten sich bald wieder<lb/>
in der Problematik hie Wirtschaftsmöglichkeit, dort Umweltschutznot<lb break="no"/>wendigkeit verheddert. Zum Glück konnte ich das gerade noch im<lb/>
letzten Moment noch verhindern. Das Umweltschutzpapier wird jetzt um<lb/>
etliche Punkte ergänzt, bleibt aber im Prinzip auf der vereinbarten Kom<lb break="no"/>promißlinie. LH-Stv. v. Salzburg, <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs>, möchte gerne einen Lärmschutz-<lb/>
und Luftfonds, er beharrt aber nicht unbedingt darauf und ist einver<lb break="no"/>standen, wenn <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> und ich mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> reden, ob sich<lb/>
dieser einen solchen Fonds vorstellen kann.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Nächste MRV erinnern.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_17">Da jetzt für die Energieabschnitte mehrere Vorschläge vorliegen, einig<lb break="no"/>ten wir uns auf eine Arbeitsgruppe, die bis zur nächsten Sitzung An<lb break="no"/>fang nächster Woche ein gemeinsames Papier ausarbeiten sollen. Da<lb/>
dies nur am Samstag Vormittag möglich ist, war das Interesse an einem<lb/>
Redaktionskomitee sehr gering. Dies paßt mir, denn je mehr zusammen<lb break="no"/>kommen, umso weniger kommt heraus. Der Sekretär der Arbeitsgruppe <rs type="person" ref="#per__119827">Stanzl</rs><lb/>
wird diese Arbeit zusammenfassen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_18">Für das Papier über Rohstoffe, Recycling und insbesondere die Möglich<lb break="no"/>keit der Finanzierung, ohne daß das Budget belastet wird, wird eine<lb/>
Sitzung der Interessensvertretungen Ende der Woche abgewartet. Da dort<lb/>
sicherlich nichts herauskommt, aber doch der Trend der einzelnen Kammern<lb/>
festgestellt werden wird, werden anschließend Dr. <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__97782">Neubauer</rs><add>evtl. Falschidentifikation</add><lb/>
von Austroplan ein solches Papier neu vorlegen. Bis jetzt schreiten die<lb/>
Arbeiten in dieser Arbeitsgruppe zügig voran. Während andere, wie man<lb/>
im Fernsehen und den Massenmedien mitteilt, sich erst konstituieren,<lb/>
hoffe ich, daß wir doch sehr bald mit dem fertigen Papier in die Öffent<lb break="no"/>lichkeit gehen können.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_19">Auf der ATB, die im Messepalast zum 6. Mal abgehalten wird, gab es zuerst<lb/>
eine Pressekonferenz. Die neue Organisatorin Dr. <rs type="person" ref="#per__130184">Zaunbauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs><lb/>
schilderten die Details, ich gab der Presse, die sich aus Reisejourna<lb break="no"/>listen wirklich von ganz Europa zusammensetzte, eine kurze Situations<lb break="no"/>schilderung des österr. Fremdenverkehrs. In der Diskussion fragten<lb/>
dann deutsche Journalisten, wie es jetzt, nachdem das Budget der ÖFVW<lb/>
in diesem Jahr nicht erhöht wurde, die Zweigstellenbudgets sich ge<lb break="no"/>stalten werden. Meine Antwort war, werden sie nicht, was ich<lb/>
<pb n="58-0130" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-28_0130.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sicher weiß, unabhängige Journalisten, würde ich annehmen, daß sie von<lb/>
den Zweigstellenleitern bestochen sind, um bei mir zu intervenieren.<lb/>
Auch die Frage, ob die nächstjährige ATB finanziell gesichert ist,<lb/>
konnte ich nur positiv beantworten. Die 3 1/2 Mio. S netto, die uns die<lb/>
ATB kostet, werden wir sicher aufbringen, weil sie ein ganz großer<lb/>
Erfolg wird und von Jahr zu Jahr sich noch verbessert und vergrößert.<lb/>
Heuer verlangen wir erstmals Beiträge von Teilnehmern, damit nicht<lb/>
allein Sightseeing-Leute anreisen. Die 1000 S, die pro Teilnehmer zu be<lb break="no"/>zahlen sind und nachdem jede Zweigstelle auch 1000 S dazuzahlen muß,<lb/>
haben wir verhindert, daß eine größere Anzahl von Adabeis nach Öster<lb break="no"/>reich kommen. Immerhin müssen wir die Hotelkosten, wenn auch nur 350<lb/>
S, durch eine Sondervereinbarung mit den Hotels bezahlen und natürlich<lb/>
die gesamten Verpflegungskosten. Die Verpflegung hat wieder der Hotel<lb break="no"/>besitzer von Sachsengang übernommen und es klappt alles bestens. Über<lb break="no"/>haupt konnte ich dann bei meinem Durchgang feststellen, daß sowohl die<lb/>
Aussteller, also die Anbieter, österreichische Gemeinden, Hoteliers,<lb/>
FV-Verbände, sehr zufrieden sind, aber auch die Nachfrager, die Ausländer,<lb/>
die in größerer Anzahl heuer gekommen sind als im Vorjahr, manche die<lb/>
seit Jahren schon kommen, waren sehr zufrieden. Als ich seinerzeit bei<lb/>
der Internationalen Tourismusbörse in Berlin war, wo mit wesentlich grö<lb break="no"/>ßeren Aufwand natürlich, wie ich zugebe, auch international bedeutender<lb/>
diese Börse abgewickelt wurde, hatte ich mir vorgenommen, daß so etwas<lb/>
auch in Österreich möglich sein müßte, mit österreichischem Schmäh und<lb/>
Charme. Wie die Ausländer aber beim Durchgang aber immer wieder sagen,<lb/>
bei einem Minister, der sich auch so einsetzt für den Fremdenverkehr,<lb/>
ist die ATB heute auch europaweit anerkannt. Schön langsam kommen auch,<lb/>
und dies ist das besonders Erfreuliche, Überseevertreter. ATB wird<lb/>
daher auch bald, wenn ein kleinerer Bruder im Verhältnis zu Berlin, auf<lb/>
dem Tourismussektor sich einen internationalen Namen machen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-28_20">Als Gag wurde dann am Kirtag, der von mir eröffnet wurde, gleichzeitig<lb/>
auch ein 5 Tage altes Löwenbaby von Gänserndorf auf den Namen Jusov<lb/>
getauft. Die paar Worte, die ich dann bei jedem Tisch mit den Anwesen<lb break="no"/>den wechselte, und es waren etliche tausend, die bei dieser Abendver<lb break="no"/>anstaltung waren, und vor allem die Begrüßung jedes einzelnen hat sicher<lb break="no"/>lich auch wesentlich dazu beigetragen, daß das Image, das gibt es nur<lb/>
in Wien, der ÖFVW zugute kommt. Schon der erste Tag zeigte deutlich,<lb/>
daß die Aussteller mit dem Ergebnis sehr zufrieden sind. Nur die<lb/>
Grazer Hotels, wenn man so sagen will, der Städtetourismus, hat noch<lb/>
nicht ganz durchgeschlagen. Dr. <rs type="person" ref="#per__130184">Zaunbauer</rs>, die Organisatorin, bemerkt<lb/>
<pb n="58-0131" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-28_0131.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>allerdings zurecht, daß das Qualitätsangebot von Graz nicht mehr dem<lb/>
internationalen, ja nicht einmal dem österreichischem Standard ent<lb break="no"/>spricht. Überhaupt stellt sich bereits heraus, daß nach wie vor nur<lb/>
Qualität gefragt wird.<lb/>
</p>
         </div>
      <div type="back"/></body>
      
   <back><listPerson><person xml:id="per__130186">
               <persName type="label">Albrecht, Karl</persName>
               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Aldi Süd</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97496">
               <persName type="label">Gruber, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Gruber</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>GD NEWAG</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97938">
               <persName type="label">Seidl, Rudolf Hans</persName>
               <persName><surname>Seidl</surname><forename>Rudolf Hans</forename></persName>
               <occupation>GD Lenzing AG, Vizepräs. HK, AR-Präs. OÖ. Ferngas</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__117200">
               <persName type="label">Steyrer, Kurt</persName>
               <persName><surname>Steyrer</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg., ab 1981 Gesundheitsmin.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__130184">
               <persName type="label">Zaunbauer, A</persName>
               <persName><surname>Zaunbauer</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Organisatorin ATB '81</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__116209">
               <persName type="label">Zilk, Helmut</persName>
               <persName><surname>Zilk</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__116012">
               <persName type="label">Amon, Walter</persName>
               <persName><surname>Amon</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>GF Ferngas OÖ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97584">
               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__110148">
               <persName type="label">Moritz, Herbert</persName>
               <persName><surname>Moritz</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>LH-Stv. Sbg., SPÖ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__119827">
               <persName type="label">Stanzel, A</persName>
               <persName><surname>Stanzel</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM; Falschschreibung?</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97782">
               <persName type="label">Neubauer, Walter H.</persName>
               <persName><surname>Neubauer</surname><forename>Walter H.</forename></persName>
               <occupation>Austromineral</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__112956">
               <persName type="label">Schwarz, Walter</persName>
               <persName><surname>Schwarz</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Sekt.R HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__116120">
               <persName type="label">Hille, Monika</persName>
               <persName><surname>Hille</surname><forename>Monika</forename></persName>
               <occupation>Beamtin HM, Fraktion soz. Beamter im HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__108746">
               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
               <persName><surname>Haffner</surname><forename>Konrad</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111736">
               <persName type="label">Zolles, Helmut</persName>
               <persName><surname>Zolles</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Direktor ÖFVW</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111737">
               <persName type="label">Marsch, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__109808">
               <persName type="label">Albrecht, Anneliese</persName>
               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Anneliese</forename></persName>
               <occupation>Sts. HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97865">
               <persName type="label">Reisinger, Karl</persName>
               <persName><surname>Reisinger</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>GD Wr. Stadtwerke</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__130187">
               <persName type="label">Keller, C</persName>
               <persName><surname>Keller</surname><forename>C</forename></persName>
               <occupation>Redakteurin AZ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__130185">
               <persName type="label">Willbrandt, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Willbrandt</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>GF Hofer KG</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__109811">
               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97453">
               <persName type="label">Fremuth, Walter</persName>
               <persName><surname>Fremuth</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/115563237</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97891">
               <persName type="label">Salcher, Herbert</persName>
               <persName><surname>Salcher</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__107956">
               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
               <persName><surname>Satzinger</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>