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            <title type="main">Montag, der 26. Jänner 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_01">Montag, 26. Jänner 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_02">Der Sprecher der Auffanggesellschaft Kneissl, <rs type="person" ref="#per__127880">Glauer</rs>, verständigt<lb/>
mich, daß sie jetzt eine Nachfrist in einem Telegramm an den Massever<lb break="no"/>walter <rs type="person" ref="#per__127774">Prutscher</rs> mitgeteilt haben. Innerhalb dieser Woche müßte end<lb break="no"/>gültig entschieden werden, was mit der schuldenfreien Übergabe des<lb/>
Betriebes Kneissl geschehen soll. <rs type="person" ref="#per__127880">Glauer</rs> teilt mir noch einmal mit,<lb/>
daß die Auffanggesellschaft nicht bereit ist, die Sozialversicherungs<lb break="no"/>nachfolgehaftung zu übernehmen. Davon wurde auch die CA neuerdings<lb/>
als Hauptgläubiger informiert. Ich teile <rs type="person" ref="#per__127880">Glauer</rs> mit, daß ich während<lb/>
des Wochenendes neuerdings mit LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> gesprochen habe und daß<lb/>
dieser mir versicherte, am Dienstag in der Landesregierung endgültig<lb/>
zu entscheiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_03">Ing. <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> von der GKT hat einen Bericht über die Sicherheit des<lb/>
Kernkraftwerkes Tullnerfeld vorgelegt. Dies war erst nach mühseliger<lb/>
Intervention von Dr. <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> möglich. Der Bericht zeigt nur, daß<lb/>
neuerliche Gutachten die Sicherheit von Zwentendorf bestätigen. Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> von der Rechtsabteilung der Energiesektion hat größte Bedenken,<lb/>
daß wir diesen Bericht dem Unterausschuß im Parlament vorlegen. Er<lb/>
meint, zuerst müßte man nach der Konstituierung erst beschließen, was<lb/>
alles zu geschehen hat, bevor ich aktiv werden soll. Genau das Gegen<lb break="no"/>teil beabsichtige ich durchzuziehen. Da es eine große Diskussion im<lb/>
Unterausschuß geben soll, ob die Regierung einen entsprechenden Bericht<lb/>
vorlegen muß, wozu sie sogar durch eine Entschließung des National<lb break="no"/>rates aufgefordert werden soll, muß ich der ÖVP-Opposition und ganz<lb/>
besonders der FPÖ-Opposition zuvorkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_04">Außerhalb der Regierungsklausur habe ich mit Präsident <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und Klub<lb break="no"/>obmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> dieses Problem neuerdings besprochen. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> und<lb/>
ich teilen die Meinung, daß alles geschehen kann, nur daß nicht ein<lb/>
neuer Regierungsbericht dann in den Unterausschuß von der Opposition<lb/>
wieder zerpflückt wird. Sagt ein Regierungsbericht nämlich, die<lb/>
Sicherheit ist jetzt gegeben, dann geht wieder die endlose Diskussion<lb/>
mit Experten an. Erklärt die Regierung aber, es sind noch Maßnahmen<lb/>
zu setzen, dann heißt es wieder, die Regierung hat alles oder nichts<lb/>
getan und eine Diskussion beginnt von neuem. Der Unterausschuß muß<lb/>
sich sein Urteil selbst bilden. Meine Funktion kann es nur sein,<lb/>
alles Material zur Verfügung zu stellen. Diese Meinung hat <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> dann<lb/>
übrigens auch in der offiziellen Regierungsklausur auch vertreten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Deine Vorgangsweise war richtig, auch wenn<lb/>
sie vielleicht vor rechtlich-formell <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> fraglich erscheint.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_06">Diese Regierungsklausur wickelte sich in etwa der selben Form ab, wie<lb/>
auch die bisherigen. Trotzdem war durch die Abwesenheit von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
und dem neuen Finanzminister ein anderer Stil oder, besser gesagt,<lb/>
eine andere Atmosphäre. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat sich nicht geändert und seine<lb/>
typischen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Erklärungen abgegeben. Er forderte dann auch so wie<lb/>
bisher den Finanzminister auf seinerseits die Situation zu schildern.<lb/>
Hier begann der große Unterschied. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hatte immer ungeheuer viel<lb/>
Material, das ihm das Wirtschaftsforschungsinstitut und sonstige Fach<lb break="no"/>leute sehr geschickt zusammengestellt haben, präsentiert, <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs><lb/>
nur zusammengefaßt seine notwendigsten Maßnahmen geschildert. Ich bin<lb/>
überzeugt, das nächste Mal wird sicherlich sein Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs><lb/>
entsprechendes Material vorlegen, diesmal war sicherlich die Zeit<lb/>
zu kurz. Dann begann eine sehr lange und sehr lebhafte Diskussion, an<lb/>
der sich auf der einen Seite etliche beteiligten, die vorher nie was<lb/>
sprachen. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> meinte mir gegenüber, daß ihr dies<lb/>
auch aufgefallen ist. Mein Eindruck war, das wesentlich lockerer dis<lb break="no"/>kutiert wurde. Schon beim Referat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> spürte man, daß hier diese<lb/>
Verkrampfung, die insbesondere in den letzten Monaten vor <rs type="person" ref="#per__97311">Androschs</rs> Ent<lb break="no"/>scheidung bestanden hat, jetzt weg ist. Zur Pressekonferenz hat dann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> aufgefordert mitzugehen. Formell wollte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, und<lb/>
das halte ich für vollkommen richtig, an der bisherigen Tradition<lb/>
festhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_07"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> teilte einleitend mit, daß <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> vom ÖGB jetzt <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs><lb/>
scheinbar als Vorsitzender der Steuerkommission ablöst und er der<lb/>
Sitzung zuzuziehen ist. Als Grund oder, besser gesagt, Leitlinie meinte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, es dürfe nicht der Eindruck entstehen, daß die Regierung jetzt<lb/>
auf ein Wirtschaftsprogramm wartet. Bei diesem handelt es sich nur<lb/>
um Fortschreibung der bisherigen Politik, deshalb dürfe man nicht den<lb/>
Eindruck erwecken, man warte jetzt nur, bis das Wirtschaftsprogramm<lb/>
Mitte des Jahres fertig und dann endgültig am Parteitag beschlossen<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_08">Bevor <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf die offenen Fragen einging, kritisierte er die<lb/>
Tätigkeit der Pressereferenten. Es gibt eine Arbeitsgemeinschaft, die<lb/>
aber nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ihre Aufgabe nicht erfüllt. Er möchte jetzt mit<lb/>
diesen eine Besprechung machen, wo auch die Minister zuzuziehen wären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_09">Mittel für mehr Öffentlichkeitsarbeit stehen zur Verfügung. Manche<lb/>
Minister erfüllen mit ihren Pressereferenten die Aufgabe besser als<lb/>
andere, doch muß ganz allgemein ein wesentlich stärkerer Einfluß der<lb/>
Presse durch die Ministerienarbeit erfolgen. Er ging dann zu den<lb/>
Erklärungen, die er zum Problem der steuerlichen Belastung des 13. und<lb/>
14. Monatsgehaltes über. Seine Information wurde zumindestens optisch<lb/>
von der Kronen-Zeitung ganz falsch wiedergegeben. Der Redakteur <rs type="person" ref="#per__116965">Gnam</rs><lb/>
hatte einen Reißer aus seinen Äußerungen gemacht, die Wiedergabe des<lb/>
Gespräches mit ihm zeigte dann, daß er ganz anders reagierte, als<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116965">Gnam</rs> dies wollte. Überhaupt warnt er vor diesem Redakteur, der mit<lb/>
einem Anruf ja nur sich ein Alibi verschafft hat, um eben so zu berich<lb break="no"/>ten, wie er es möchte. Diese Methode, wie ich sie bezeichne, Deckungs<lb break="no"/>anruf, oder im Fernsehen und Radio so <sic>oftige</sic> Frage, bis man endlich<lb/>
annähernd einen Nebensatz gesagt hat, bis dann der Interviewer seine<lb/>
gewünschte Formulierung daraus behaupten kann, ist nichts Neues. Diese<lb/>
Unart zeigt ja nur in meinen Augen den Niedergang des österreichischen<lb/>
Journalismus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_10">Bezüglich der Öffentlichkeitsarbeit resp. öffentlichen Erklärungen<lb/>
von Ministern muß man gewährleistet sein, daß sich daraus eine<lb/>
riesige Diskussion entwickelt. Dies gilt ganz besonders für das Bei<lb break="no"/>spiel Konferenzzentrum. Hier muß die Regierung entscheiden. Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
sich vor etlichen Jahren und vor ein paar Monaten dezidiert seinerzeit<lb/>
für ein neues Konferenzzentrum bei der UNO ausgesprochen hatte, kam<lb/>
ihm und kommt ihm die Erklärung <rs type="person" ref="#per__111741">Sekaninas</rs>, man könnte sich die Hofburg<lb/>
ausbauen und dies in der Öffentlichkeit entsprechend diskutiert wird,<lb/>
sehr ungelegen. Diesen Eindruck habe ich, weil <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> das ja jetzt<lb/>
zum zweitenmal schon einer Regierungsbesprechung vorbringt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_11">Die ÖVP hat nun vorgeschlagen, die 5 Mrd. S, welche das Konferenzzen<lb break="no"/>trum kosten soll, der verstaatlichten Industrie zur Verfügung zu<lb/>
stellen. Dieser Betrag steht momentan gar nicht budgetär zur Verfügung<lb/>
und müßte übrigens zwischen Bund und Wien geteilt werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meint, jetzt sollte man die Kammern, insbesondere die Bundeskammer fra<lb break="no"/>gen, ob sie anstelle der Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten, die ein<lb/>
solches Konferenzzentrum für viele Betriebe bringt, dafür lieber der<lb/>
Verstaatlichten tatsächlich diese 5 Mrd. zur Verfügung stellen möchte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_12"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> am Sonntag ein Gespräch geführt, um schein<lb break="no"/>bar die Bankengestion der CA genauer kennenzulernen. Die größten<lb/>
<pb n="58-0110" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-26_0110.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>österreichischen Betriebe sind in einer sehr schlechten Situation,<lb/>
VEW in einer hoffnungslosen. Dort beträgt die Zinsenbelastung aus<lb/>
Kreditaufnahmen 1 Mrd. S pro Jahr. Das Gutachten <choice><choice><sic>Bus Elington</sic><corr>Booz, Allen &amp; Hamilton</corr></choice></choice> wird<lb/>
die Vorstandsdiktion im großen und ganzen bestätigen. Judenburg soll<lb/>
stillgelegt werden, 5000 Beschäftigte sind in der Edelstahlindustrie<lb/>
zu viel. Wenn dann 2 Mrd. S den Edelstahlwerken zugeführt werden, müßte<lb/>
es sich wirklich um eine Sanierung handeln und nicht nur um Zuführung<lb/>
weiterer Mittel.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_13">Die österreichischen Unternehmungen seien sehr schlecht über Trans<lb break="no"/>aktionen und Möglichkeiten informiert. Am 23. Jänner hätte er mit<lb/>
einem Vorarlberger Maschinenproduzenten eine Aussprache gehabt, der<lb/>
nach Judenburg gehen möchte. Die Information, die er scheinbar vom<lb/>
Bundeskanzleramt bekommen hat, war schlechter als von anderen Ressorts.<lb/>
Wie ich dann aus einem Nebensatz zum späteren Zeitpunkt entnehmen<lb/>
konnte, dürfte es sich um die Fa. <rs type="person" ref="#per__126571">Bertsch</rs> handeln, den ich vor nicht<lb/>
allzu langer Zeit das Staatswappen überreicht habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte sofort Kontakt mit der Firma aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_15">Der CA-Betrieb Semperit hat in der Vergangenheit Zinsen rückzahlen<lb/>
müssen und sogar Dividenden ausgeschüttet, obwohl er dadurch jahrelang<lb/>
die Investitionen vernachlässigt hat. Eine japanische Firma wollte<lb/>
jetzt einsteigen, Voraussetzung dafür ist aber, daß entsprechende<lb/>
Investitionen getätigt werden. Diese Finanztransaktion der Vergangen<lb break="no"/>heit wäre möglich, wenn man Lieferungen an Auslandstöchter getätigt<lb/>
hat, wodurch ein formaler Gewinn ausgewiesen werden konnte, der dort<lb/>
bei den Töchtern niemals realisiert wurde. Auch bei dem großen Papier<lb break="no"/>konzern Leykam sind 2000 Beschäftigte zuviel.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_16">Bei der Länderbank ist nur die Bank schlecht geführt, die Töchter wie<lb/>
Voith, Lenzing, Perlmooser sind in Ordnung. Eumig, wo um 2000 Be<lb break="no"/>schäftigte ebenfalls zuviel sind, ist ja kein Tochterbetrieb, sondern<lb/>
eben eine Bankfehltransaktion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_17">Die Vöest-Alpine hat im Finalindustriebereich auch keinen durchschla<lb break="no"/>genden Erfolg, sie wird voriges Jahr auch mit 1 Mrd. S Verlust ab<lb break="no"/>schneiden. Elin hat nur aus der Handelsgesellschaftstätigkeit einen<lb/>
Gewinn. Durch mangelnde Aufträge von Kraftwerken, und hier appellierte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> an mich, ist die Beschäftigung sehr fraglich. In der Chemie<lb/>
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immer schon gewarnt, daß die Petrochemie, die dort aufgezogen wird,<lb/>
hier könne man höchstens bei den Betrieben oder Standorten gut ab<lb break="no"/>schneiden, wo die Produkte herkommen. Vereinigte Metallwerke Ranshofen<lb/>
werden jetzt nach Ableben von GD <rs type="person" ref="#per__128911">Glaser</rs> von dem Berndorfer Direktor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs> als Generaldirektor geführt, obwohl in Berndorf eine sehr<lb/>
kritische Situation besteht. Nur die ÖMV hat gute Gewinne, dort hat<lb/>
man aber keinen Einblick und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, von der Generaldirektion<lb/>
bis zum Betriebsrat halten alle auf Kosten anderer zusammen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_18">Günstig schneiden derzeit noch die Klein- u. Mittelbetriebe ab, diese<lb/>
aber haben durch die Hochzinspolitik große Geldkostensorgen. Das Projekt<lb/>
General Motors war äußerst wichtig und notwendig, wenn auch jetzt die<lb/>
Unterstützung der Klein- u. Mittelbetriebe durch die Regierung gegen<lb break="no"/>überstellt. General Motors hat ja nicht nur er gemacht, sondern der ÖGB,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, und auch die Gemeinde Wien waren daran beteiligt und dies war<lb/>
vollkommen richtig. Wenn jetzt dann die Bauaufträge alle vergeben sind,<lb/>
meinte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, müßte man sich im Parlament in einer Anfrage mit diesem<lb/>
Problem eingehend beschäftigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_19">Steyr-Daimler-Puch möchte jetzt für seine Investition mit BMW ähnliche<lb/>
Unterstützung wie General Motors. SDP ist wegen der nicht möglichen<lb/>
Panzerlieferungen nach Chile und andere Diktaturen in einer schlechten<lb/>
finanziellen Situation. Die Panzer sind fertig und man konnte sie nicht<lb/>
verkaufen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hofft, daß<add>[sie]</add> jetzt nach Saudi-Arabien oder Oman gelie<lb break="no"/>fert werden können. Er selbst und <choice><choice><sic>vorallemal</sic><corr>vor allem einmal</corr></choice></choice> die im Gesetz festgelegte<lb/>
Kommission, welche die Waffenexportgeschäfte prüft, geht strenger vor<lb/>
als andere Länder. In Zukunft möchte er doch dahingehend agieren, daß<lb/>
nur nicht in Kampfgebiete geliefert wird. Österreich wird hier stark<lb/>
davon beeinflußt, was in Deutschland die Linken durchsetzen respek.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> wird eine stärkere Politik machen, da Vietnam in der Vergangen<lb break="no"/>heit ein Trauma, welches die Amerikaner bis jetzt noch nicht über<lb break="no"/>wunden haben, da diese Kriegsschauplätze von Amerika weit entfernt sind,<lb/>
auch derzeit ist das Krisengebiet des Nahen und Fernen Ostens sehr <choice><choice><sic>wei</sic><corr>weit?</corr></choice></choice><lb/>
muß eine starke Flotte gebaut werden. Dafür braucht er aber wieder<lb/>
Stützpunkte, die die Amerikaner derzeit nicht haben. Die Amerikaner<lb/>
werden daher von Europa, Nato eine starke massive Nachrüstung verlangen,<lb/>
die sie übrigens auch selbst durchführen werden. Dadurch wird es zu<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist, daß sich jetzt <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew's</rs> Gesundheitszustand verbessert<lb/>
hat. Er dürfte Informationen von dem amerikanischen Multimillionär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__119829">Hammer</rs> besitzen, der als Freund der UdSSR gilt und dort immer wieder<lb/>
Geschäfte macht und selbst bis <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew</rs> vordringt. Die kritische<lb/>
Situation mit Polen ist nach wie vor vorhanden. Polen müßte seinen<lb/>
Kohlenlieferungen auch im Rahmen des Comecon nachkommen, ansonsten<lb/>
könnte die DDR neben der Sowjetunion eine Intervention zur Erfüllung<lb/>
der Verpflichtungen beanspruchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_21"><rs type="person" ref="#per__112984">Peres</rs> war bei ihm mit einem Palästinenser wurde aber nicht gemeinsam<lb/>
verhandelt. <rs type="person" ref="#per__112984">Peres</rs> möchte, falls er Ministerpräsident wird, und das steht<lb/>
außer Zweifel, mit Jordanien eine Autonomie von Gazastreifen und die<lb/>
Westbank an Jordanien abtreten, damit dort mit den Palästinensern die<lb/>
Probleme gelöst werden. 1,3 Mio. Araber in Israel sind eben zu viel.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112984">Peres</rs> irrt aber, Jordanien wird aber diese Option nicht akzeptieren.<lb/>
Ohne <rs type="person" ref="#per__120658">Arafat</rs> und PLO geht es nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_22"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> führte dann aus, daß die Krisenbekämpfung 74/75 budgetpolitisch<lb/>
nicht wiederholt werden kann. Erstens gibt es jetzt ein strukturelles<lb/>
Leistungsbilanzdefizit, jedes deficit spending würde die Leistungs<lb break="no"/>bilanz weiter verschlechtern. Zweitens empfiehlt die OECD jetzt eine<lb/>
restriktive Politik, drittens ist das Defizit sprunghaft angestiegen,<lb/>
die Verzinsung macht im heurigen Budget 21,7 Mrd., 1982 sogar 24,5 Mrd.<lb/>
S aus und viertens gibt es derzeit ein geringeres Bruttoinlandsprodukt<lb/>
BIP. Das veranlagte Nettobudgetdefizit von 25 Mrd. wird nicht halten.<lb/>
Da die Bundesinvestitionen 45 Mrd. im Budget betragen, müßte man dies<lb/>
stärker herausstreichen. Das Konjunkturausgleichsbudget mit 5 Mrd. kann<lb/>
er derzeit nicht finanzieren. Dazu kommen noch, daß durch die Rezession<lb/>
um 800 Mio. S geringere Einnahmen zu erwarten sind, wie das WIFO berech<lb break="no"/>nete. Die 1 Mrd. Arbeitsmarktförderung, die <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> bereits angekün<lb break="no"/>digt hat, kann nur über ein Budgetüberschreitungsgesetz finanziert<lb/>
werden. Auch für die auf Artikel 8a notwendige Finanzierung des Straßen<lb break="no"/>baus sind 2,1 Mrd. erforderlich. In Summe machen diese 3 Posten 4 Mrd.<lb/>
S aus. Dazu kommt noch, daß die Zinsenzuschußaktion der Regierung mit<lb/>
Vorjahr ausgelaufen ist, Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> hofft auf weitere<lb/>
Mittel, die er nicht hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_23"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> kündigte an, daß erst seine rigorose Bindung erfolgen wird,<lb/>
daß zweitens die Förderungsmaßnahmen besser koordiniert werden, damit<lb/>
es zu keiner Doppelförderung kommt, und daß drittens sein Kon<lb break="no"/><pb n="58-0113" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-26_0113.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>junkturausgleichtsbudget erst dann in Kraft treten könnte, bis 3 %<lb/>
Arbeitslosenrate erreicht ist. Viertens müßte die Arbeitsmarktförderung<lb/>
im derzeitigen Budget besser zusammengefaßt und <choice><choice><sic>vorallemal</sic><corr>vor allem einmal</corr></choice></choice> öffentlich<lb break="no"/>keitsarbeitsmäßig, also public relation, PR, aufgezogen werden. Die Be<lb break="no"/>schäftigungspolitik hat erste Priorität, heimische Produkte müßten mehr<lb/>
nachgefragt werden und neue dauernde Arbeitsplätze geschaffen. Für<lb/>
die Jahre 1981 bis 1983 wird jetzt bis März eine Bestandsaufnahme<lb/>
von ihm veranlaßt und eine Art Übernahmeprotokoll festgelegt. Die<lb/>
jetzt zu gehende Bundesanleihe mit 2 1/2 Mrd. S kann höchstens mit<lb/>
10–15 % beim Publikum untergebracht werden. Die Hochzinspolitik<lb/>
erschwert die Investitionstätigkeit und vor allem die Wohnbaufinan<lb break="no"/>zierung. Die Steuersenkung kostet etwas. Ebenso muß eine Landwehrver<lb break="no"/>teidigung noch von 600.000 bis 800.000 Mio. S finanziert werden.<lb/>
Die Witwerpension dagegen müßte man ohne zusätzliche Belastung durch<lb break="no"/>führen. Für das Budget 1982 wird er vorzeitig mit den Ministern die<lb/>
Gespräche führen, er hält nichts davon, daß zuerst die Beamten ver<lb break="no"/>handeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_24">Bezüglich des 13. und 14., Besteuerung meint er, dies sei undenkbar.<lb/>
Er könne dies nur im Zuge eines Privilegienabbaus für Höchsteinkommen<lb/>
korrigieren. Das Investitionsprogramm 1979, welches die Regierung be<lb break="no"/>schlossen hat, könne fortgesetzt werden, ansonsten aber, meint er,<lb/>
ergibt sich eine sehr kritische Budgetsituation.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_25"><rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> meldete sich sofort, um seine Straßenwünsche einmal mehr<lb/>
wieder darzulegen. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> ist diese Art der immer Wiederholung von<lb/>
einer Unzahl von Ziffern nicht gewohnt und beschwert sich daher bei<lb/>
mir zurecht. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs>, der ja immer eine Unzahl von Ziffern bis ins<lb/>
letzte Detail bringt, hat auch eine komische Art der immerwährenden<lb/>
Berichterstattung seines Ziffernwissens. Der langen Rede kurzer Sinn,<lb/>
er bräuchte für die Straßen um 20 Mrd. mehr, für die Erhaltung seiner<lb/>
Hochbauten um 2 Mrd. mehr und für das Hofburgkonferenzzentrum nur<lb/>
2 Jahresraten, zusammen 33 Mio., um es für die Weltraumkonferenz 82 zu<lb/>
adaptieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_26"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> verwies dann darauf, daß die Edelstahlwerke 4.800 Kurz<lb break="no"/>arbeiter lt. Gesetz nur mehr bis April so finanziert werden können.<lb/>
Im Jänner gibt es um 16.000 Arbeitslose mehr als im Vorjahr. Von<lb/>
den jetzigen im Budget befindlichen 500 Mio. S Arbeitsmarktförderung<lb/>
sind 250 schon verplant nur mit Erhalten von alten Betrieben und<lb/>
deren Arbeitsplätzen. Wenn die Vollbeschäftigung nicht erhalten wird,<lb/>
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indirekten Verlust in den Sozialversicherungen und Arbeitslosengeld<lb/>
von 2,3 Mrd. S. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> schlug wieder einmal vor, die 30 S Wohnungs<lb break="no"/>beihilfe der Arbeiter zu inkammerieren, <choice><choice><sic>die</sic><corr>von den</corr></choice></choice> 2 Mrd., die dabei heraus<lb break="no"/>kommen, sollte 1 Mrd. dem Wohnbau und 1 Mrd. der Pensionsversicherung<lb/>
zugeführt werden. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> kam dann auf konkrete Probleme wie z.B.<lb/>
Funder und Kneissl zu sprechen, bei letzterem meinte er, hier würde<lb/>
wegen 10 Mio., die das Land nicht zahlen will, die ganze Konstruktion<lb/>
zusammenbrechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_27">Hier mußte ich mich melden, um die letzte Kneisslsituation zu infor<lb break="no"/>mieren, insbesondere daß die Landesregierung nach Mitteilung <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfers</rs><lb/>
Dienstag entscheiden wird. Selbstverständlich habe ich dann gleich<lb/>
über die Probleme der Leistungsbilanz, was wir durch Zulieferung usw.<lb/>
zu dessen Abbau beitragen können, über die Energiesituation und dann<lb/>
über die Preispolitik kurz informiert. Sowohl der Finanzminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> als auch <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> haben mich vorher aufmerksam gemacht, daß<lb/>
bei der nächsten Preiserhöhung auch wieder eine Mineralölsteuererhöhung<lb/>
inbegriffen sein muß.<lb/>
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dazu gewisse Deckungen einer Regierungskommission. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte,<lb/>
hier müsse sich eine kleine Kommission jetzt mit der Auftragsvergabe<lb/>
an ausländische Lieferanten beschäftigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Mit Kabinett des Bundeskanzlers und Minister<lb break="no"/>büros der wichtigsten auftragsvergebenden Ministerien besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_30">LH <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> berichtet, daß der Herausgeberverband jetzt mit den Ländern<lb/>
ein Arrangement bezüglich der Zeitungsunterstützungen treffen möchte.<lb/>
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für Verbesserung der Handarbeitslehrerin katastrophale Folgen für<lb/>
den öffentlichen Dienst hätte. Interessant, daß die Staatssekretäre<lb/>
innerhalb eines Ressorts nicht einmal koordinieren.<lb/>
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schnelleren Entschlüssen kommen, die Wohnbaugemeinnützigkeit müsse ge<lb break="no"/>klärt werden und die differente Entwicklung in den Ländern in der<lb/>
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Einfamilienhäuser bauen, ohne auch nur einen Schilling selbst ange<lb break="no"/>spart zu haben. In Oberösterreich kann es dann dazu kommen, daß<lb/>
18.000 S pro Monat Förderungszuschuß gegeben wird. Der Wohnbaufonds<lb/>
hat derzeit 100 Mrd. S, die Rückzahlungen beschleunigen, dann kann man<lb/>
mehr Wohnungen bauen. Über die steigende Zinsbelastung klagen aber<lb/>
jetzt schon alle Mieter.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_33">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> berichtete über die gebundene Entwicklungs<lb break="no"/>hilfe. Europaweit wird dies jetzt gehandhabt, selbst die Niederlande<lb/>
und Schweden, die sich bisher dagegen ausgesprochen haben, handhaben<lb/>
dies. Die Exportfinanzierung im Finanzministerium wird nicht koordi<lb break="no"/>niert. Dies müsse in Hinkunft mit der Entwicklungshilfe gemeinsam ge<lb break="no"/>schehen. Bezüglich der öffentlichen Ausschreibung soll es in Amerika<lb/>
ein Gesetz geben, das bis zu 25 % höheren Inlandspreis noch immer dem<lb/>
inländischen Anbieter den Zuschlag garantiert. Dies sei natürlich ex<lb break="no"/>trem GATT-widrig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_35"><rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> berichtete über die Hainburger Donaustufe und meinte, zum<lb/>
Schutz des Auwaldes müßte etwas geschehen. Auf meinen entsprechenden<lb/>
Einwurf dagegen meinte er nachher, man könne vielleicht die Marchfeld<lb break="no"/>bewässerung damit verbinden. Dies bedeutet allerdings wieder ein<lb/>
Milliardenprojekt, das der Finanzminister finanzieren sollte. LH-Stv.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115067">Grünzweig</rs> meinte, man sollte die Kontrahenten, nämlich die Grünen und<lb/>
die notwendigen Energievertreter gegenüberstellen. Ich erklärte ihm<lb/>
sofort, dies gehe deshalb nicht, weil wir zuerst unsere Meinung ko<lb break="no"/>ordinieren müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_37"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> faßte zusammen, die Regierung muß jetzt nachweisen, was ver<lb break="no"/>sprochen ist, wurde auch verwirklicht. Die Regierungsprogrammerfüllung<lb/>
muß durch entsprechende Aufstellung, Film und durch mehr PR-Arbeit<lb/>
der Minister ergänzt werden. Das Sonntag- und Sommerloch muß insbe<lb break="no"/>sondere mit Informationen gestopft werden. 80 bis 100 Referenten der<lb/>
Partei müssen jetzt von den Regierungsmitgliedern geschult werden.<lb/>
Diese Referenten, und das war in der Geschichte der Partei immer so,<lb/>
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120.000 in der Auflagensumme, sollten je 1/4 Jahr eine Einlage bebildert<lb/>
beinhalten, um unsere Funktionäre besser zu informieren. Ein zweites<lb/>
Exemplar soll beigelegt werden, das dann von den Lesern verteilt wer<lb break="no"/>den sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_38">Die nicht wirtschaftspolitischen Fragen, die <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs>, Schule, und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> angeschnitten haben, möchte ich nur nebenbei erwähnen, genauso<lb/>
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große Energieenquete machen müssen. Mit diesem Knalleffekt, zumindestens<lb/>
für mich, war dann die Sitzung zu Ende.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-26_39">Zum Mittagessen hatte Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> einen separierten Raum, um<lb/>
mit dem Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, der auf Besuch<lb/>
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Ergebnis: Man will mehr Kontakt unter den sozialistischen Parteien.<lb/>
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               <persName type="label">Nußbaumer, Adolf</persName>
               <persName><surname>Nußbaumer</surname><forename>Adolf</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär BKA</occupation>
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               <persName type="label">Staribacher, Josef</persName>
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               <occupation>Masseverwalter Fa. Kneissl Ski; Falschschreibung?</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
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               <persName type="label">Löschnak, Franz</persName>
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               <occupation>Sts. BKA</occupation>
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               <persName type="label">Eypeltauer, Beatrix</persName>
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               <occupation>SPÖ-NR-Abg., Staatssekretärin</occupation>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
               <persName><surname>Lausecker</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <occupation>Wiener Metallwerke, Vereinigte Metallwerke Ranshofen, GD Austria Metall
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               <occupation>LH Kärnten, SPÖ</occupation>
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               <occupation>Techn. GF KKW Tullnerfeld GmbH</occupation>
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               <occupation>Wirtschaftstreuhänder, Repräsentant Fa. Kneissl Ski</occupation>
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