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            <title type="main">Mittwoch, der 21. Jänner 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_01">Mittwoch, 21. Jänner 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_02">Die Arbeitsgruppe Preise und Wettbewerbspolitik, geführt von Staats<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, hatte sich konstituiert. Außer dem Zentralsekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> des FWV und, wenn man so will, dem GD <rs type="person" ref="#per__113061">Kaditz</rs> vom Konsum<lb/>
besteht sie aus Vertretern von AK, ÖGB, VKI, also größtenteils aus<lb/>
Konsumentenvertretern. Dies bedingt, daß<add>[es]</add> <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> Gott sei Dank leicht<lb/>
haben wird, eine einheitliche Gruppe vorzufinden, die die entspre<lb break="no"/>chenden Vorschläge erstatten wird. Ich bin fest davon überzeugt,<lb/>
daß es <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> gelingen wird, ein gutes Papier der Wirtschaftskom<lb break="no"/>mission vorzulegen, ohne daß sie größere Richtungskämpfe haben wird.<lb/>
Freier Wirtschaftsverband und Konsum werden sich, so wie in der Ver<lb break="no"/>gangenheit, schon allein durch die beiden sehr vernünftigen Vertreter<lb/>
weitestgehend anpassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_03">In der Arbeitsgruppe Energie, Rohstoffe, Umweltschutz und sogar noch<lb/>
Fremdenverkehr, welche ich zusammen mit dem neuen Gesundheitsmini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> zu führen habe, wird dies ein wenig schwieriger. Schon<lb/>
bei unserer ersten Besprechung hatte SC <rs type="person" ref="#per__111378">Pindur</rs> vom Gesundheitsmini<lb break="no"/>sterium seine persönliche Meinung und Zielvorstellung durch ein<lb/>
umfangreiches Forderungsprogramm vorgelegt. Nach dessen Vorstellung<lb/>
hätte man in den nächsten 2 Jahren bereits einschneidendste Maßnah<lb break="no"/>men treffen müssen, <choice><choice><sic>die</sic><corr>zu denen</corr></choice></choice> sowohl der ÖMV-Vertreter <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> als auch<lb/>
SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, der im Gewerbeverfahren jahrzehntelange Praxis besitzt, er<lb break="no"/>klärten, da müßten ja die Betriebe zusperren. Einleitend hatte Mini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs>, der leider dann sofort zur Regierungsdebatte ins Plenum<lb/>
des Nationalrates mußte, festgehalten, daß zwischen ihm und mir kein<lb/>
Gegensatz konstruiert werden sollte. Die Auffassungsdifferenzen, die<lb/>
es ganz natürlich zwischen dem Gesundheitsminister und dem Handels<lb break="no"/>minister im Einzelfall geben wird oder gibt, würden freundschaftlichst<lb/>
bereinigt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_04">Beim Abendempfang des Bundespräsidenten meinte <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> zu mir, er<lb/>
hätte die Vorlage von <rs type="person" ref="#per__111378">Pindur</rs> nicht mehr lesen können. Er war sehr<lb/>
erstaunt von mir zu hören, daß wir uns mit <rs type="person" ref="#per__111378">Pindur</rs> vollkommen geeinigt<lb/>
hatten. <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> meinte, ich konstruiere da immer bei den Aussprachen<lb/>
und ganz besonders natürlich bei Bemerkungen im Parlament oder bei<lb/>
Anwesenheit der Handelskammer Gegensätze zwischen ihm und mir, die<lb/>
ja gar nicht bestehen. Er meinte zurecht, wir sind die besten Freunde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_05">Ich erwiderte, wir müssen in der Öffentlichkeit eben dokumentieren,<lb/>
daß wir sachlich große Gegensätze haben, nur so werden die Öffentlich<lb break="no"/>keit und ganz besonders die Massenmedien zur Kenntnis nehmen, daß<lb/>
die Erfolge, die er ja auf alle Fälle erreichen wird und erreichen<lb/>
muß, auch entsprechend gewürdigt werden. Der wichtigste Punkt ist<lb/>
und bleibt, und dies hat auch die Sitzung gezeigt, daß wir begründete<lb/>
konkrete Forderungen von Gesundheitsministerium wie z.B. den Einbau<lb/>
des Umweltschutzanwaltes in das Genehmigungsverfahren mit Parteistel<lb break="no"/>lung im Rahmen des Betriebsgenehmigungsverfahrens eine sehr vernün<lb break="no"/>ftige Lösung, aber auch für das Umweltschutzministerium ein sehr<lb/>
großer Erfolg ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_06">Auf dem Energiesektor gab es, bevor noch eine Formulierung vorliegt,<lb/>
eine harte Diskussion über die Fernwärmenutzung. Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> be<lb break="no"/>harrte darauf, daß selbstverständlich er für einen Anschlußzwang ist,<lb/>
wenn die finanzielle Frage geregelt erscheint. Er möchte, um die Ost<lb break="no"/>gebiete der <sic>Bundesrepublik</sic> nicht noch energiepolitisch weiter zu be<lb break="no"/>nachteiligen, z.B. 10 Groschen auf die kWh zweckgebunden für Ausbau<lb/>
des Fernwärmenetzes legen. Dieser absolute Betrag stieß auf den hef<lb break="no"/>tigsten Widerstand der AK und des ÖGB. In der Vergangenheit schon<lb/>
hatten die Länderkammern eine solche Belastung auf das entschiedenste<lb/>
abgelehnt. Staatssekretär a.D. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs>, jetzt wieder in der AK tätig,<lb/>
war vom gesamtwirtschaftlichen Standpunkt und insbesondere von dem<lb/>
energiepolitischen Gesichtspunkt für den Vorschlag <rs type="person" ref="#per__109290">Mayrs</rs>, der in der<lb/>
Praxis aber für Energiefragen arbeitende Dr. <rs type="person" ref="#per__112965">Maurer</rs>, ebenfalls von der<lb/>
AK, hat so wie in der Vergangenheit größte Bedenken. Ich schlug vor,<lb/>
daß die AK und der ÖGB mit ihren Landesorganisationen diese Frage<lb/>
noch einmal überprüfen sollten. Gleichzeitig habe ich dann im<lb/>
Plenum mit dem Präsidenten des ÖAKT NR <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> über den Vorschlag<lb/>
Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayrs</rs> gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> meinte, bis jetzt sei eine solche<lb/>
Lösung auf das entschiedenste auch von den Präsidenten, also den<lb/>
Funktionären und damit Verantwortlichen in den Landeskammern und den<lb/>
Landesexekutiven abgelehnt worden. Er wird diese Frage aber neuer<lb break="no"/>dings auf den nächsten Kammertagsvorstand Ende Jänner zur Diskussion<lb/>
stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Jour fixe AK, ÖGB setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_08">Bezüglich Energiesparen wird der Geschäftsführer der EVA, <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs>,<lb/>
ein Papier vorlegen. Bezüglich der Energieproduktion und auch der<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> sofort die Arbeit beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_10">Für den Fremdenverkehr hat MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> die Ergebnisse meiner Aussprache<lb/>
mit den Handelskammervertretern in einem Papier zusammengefaßt. Dieses<lb/>
werde ich teilweise in der Enquete über die Klein- und Mittelbetriebe<lb/>
im Nationalrat, noch komprimierter aber in das Wirtschaftsprogramm<lb/>
der 80-er Jahre einbringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> sofort ein Gespräch darüber<lb/>
führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_12">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> hat seine Vorschläge schriftlich angekündigt, die er<lb/>
vorerst noch in der Gemeinde besprechen möchte und dann der Arbeits<lb break="no"/>gruppe vorlegen wird. Für Rohstoffe muß die Gruppe Oberste Bergbehör<lb break="no"/>de im Einvernehmen mit Vöest-Alpine, Austromineral, die ebenfalls<lb/>
der Arbeitsgruppe angehören, kurze Formulierungen finden. Wichtig er<lb break="no"/>scheint mir hier nur, daß die nicht den Finanzminister belastende<lb/>
Bevorratungsfrage für die 13 kritischen Rohstoffe gefunden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Sitzung mit Vöest, Austromineral und Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs> bei mir einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_14">Mit LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__126597">Fili</rs> von Tirol besprach ich die Frage der Auffanggesell<lb break="no"/>schaft für die Fa. Kneissl. LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> war in die Regierungssitzung<lb/>
gegangen und<add>[hatte]</add> erklärt, mit dem Zinsenzuschuß für die Löhne Jänner,<lb/>
2,4 Mio. S des Landes, sei alles erledigt. Die von ihm mir und insbes.<lb/>
dem Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> gemachte Zusicherung, sich mit einem<lb/>
Drittel an weiteren Subventionen zu beteiligen, sei hinfällig. Dieses<lb/>
Geld brauche man nicht. LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> habe ich dann über diese Frage<lb/>
zuerst telefonisch und abends dann bei einem Empfang des Bundespräs.<lb/>
eingehend gesprochen. <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> hat ein schlechtes Gefühl, da diese<lb/>
Auffanggesellschaft nicht verlässlich genug ist, auf lange Zeit in<lb/>
Kufstein Kneissl Schi zu produzieren. Er befürchtet, daß nach 1 1/2<lb/>
bis 2 Jahren, wenn der Pachtvertrag abläuft, die Firma nicht kaufen<lb/>
wird, sondern irgendwo anders hin mit dem Markennamen Kneissl sich<lb/>
absetzen würde. <rs type="person" ref="#per__127956">Hauenstein</rs> hat in der Schweiz angeblich eine komplett<lb/>
eingerichtete, aber stillgelegte Schifabrik. Diese Möglichkeit kann<lb/>
ich auch nicht ausschließen. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> nur, daß ich nach<lb/>
<pb n="58-0086" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-21_0086.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Rücksprache mit dem Masseverwalter in Innsbruck feststellen mußte,<lb/>
daß außer der Gruppe <rs type="person" ref="#per__127956">Hauenstein</rs> kein einziger ernstlicher Interessent<lb/>
vorhanden war. Die Firma Fischer wäre bei wesentlich höheren Subven<lb break="no"/>tionsbedürfnissen ev. bereit einzusteigen. <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> versprach mir,<lb/>
neuerdings mit dem Masseverwalter zu verhandeln und dann unverzüglich<lb/>
Mitteilung zu machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__98018">Uher</rs>, CA, verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_16">Dr. <rs type="person" ref="#per__127009">Zurek</rs> von der AK beschwerte sich bei mir, daß SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> autoritär<lb/>
entschieden hat, bei den beginnenden Portugal-Verhandlungen über Hemden<lb break="no"/>importe anstelle einer Selbstbeschränkung eine Mindestpreisregelung<lb/>
anzustreben. Die AK befürchtet, daß die 4 Mio. Hemden, die heute noch<lb/>
im Inland produziert werden, dadurch von den Portugiesen verdrängt<lb/>
werden können. Derzeit werden 7 Mio. Hemden importiert, durch das<lb/>
Mindestfaserabkommen gedeckt 5 Mio. und von Portugal 3 Mio. Stück. Der<lb/>
portugiesische Durchschnittspreis ist 67 S. In einer Kontingentierungs<lb break="no"/>verordnung waren 1 Mio. Hemden-Einfuhr vorgesehen, derzeit werden 2 Mio.<lb/>
von den 13 Mio. Hemden, die in Portugal erzeugt werden, nach Österreich<lb/>
exportiert. Diese Selbstbeschränkung hat ein Staatssekretär zuerst<lb/>
vertreten und jetzt scheinbar in Portugal nicht durchkommend zurückge<lb break="no"/>zogen. Da Portugal ein EFTA-Land ist, müssen wir vorsichtig vorgehen,<lb/>
wie SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> dann sehr treffend charakterisierte. <rs type="person" ref="#per__127009">Zurek</rs> war nach<lb/>
dieser Aussprache mit mit SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> einigermaßen beruhigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mich ständig darüber genau zu infor<lb break="no"/>mieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_18">In der Paritätischen Kommission mußte ich den Vorsitz führen. Die<lb/>
Kollektivvertragsverhandlungen für die Handelsarbeiter wurden frei<lb break="no"/>gegeben, die der Arbeiter und Angestellten der gewerblichen und ge<lb break="no"/>nossenschaftlichen Milchunternehmer zur Fühlungnahme gegen Bericht<lb break="no"/>erstattung. Hier hat die Handelskammer ihre übliche Bemerkung proto<lb break="no"/>kollieren lassen, daß sofort die amtliche Preiskommission und der<lb/>
Preisunterausschuß zu verständigen ist, damit dann Zug um Zug auch<lb/>
die Preise geregelt werden können. Die Freigabe der Bau- und Holzar<lb break="no"/>beiter wurde mit der Maßgabe, daß ein Maßhalteappell an die Gewerk<lb break="no"/>schaften gerichtet werden<add>[soll,]</add> ebenfalls zur Fühlungnahme freigegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_19">Auf dem Preissektor stand nur eine Preiserhöhung für Landmaschinen<lb/>
<pb n="58-0087" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-21_0087.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der Firma Heger aus Mistelbach, die diese durchgeführt hat, zur De<lb break="no"/>batte. Der Ausschuß nahm den Bericht zur Kenntnis.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_20">Außerhalb der Tagesordnung fragte Präsident <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> an, wann endlich<lb/>
die Düngepreisfestsetzung auf Antrag der Landwirtschaftskammer er<lb break="no"/>folgt. Ich berichtete, daß die Chemie Linz die notwendigen Unterlagen<lb/>
zögernd herausgegeben hat, insbesondere will Chemie Linz alle Unter<lb break="no"/>lagen, die allerdings sehr umfangreich von ihr gefordert werden und<lb/>
die sie erst erstellen muß, dem Handelsministerium liefern. Ich ver<lb break="no"/>sprach soweit irgendwie möglich das Verfahren zu beschleunigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Ich möchte mit dem zuständigen Referenten und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> ein Gespräch führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_22">Mit Abg. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, Sekr. <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs> vom ÖGB und vor allem dann in<lb/>
weiterer Folge Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> besprach ich die weitere Vorgangs<lb break="no"/>weise in Kernenergieunterausschuß. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> berichtete zu meiner<lb/>
großen Freude, daß es jetzt in der Präsidentenbesprechung geglückt<lb/>
ist, den Wirtschafts- und Sozialbeirat zu beauftragen, eine Studie<lb/>
über die Sicherheitsfragen, Endlagerung, Erdbeben, Grundwasser und<lb/>
Druckgefäß, zu <choice><choice><sic>gewinnen</sic><corr>beginnen?</corr></choice></choice>. Die Gesellschaft für Energiewesen wird die<lb/>
notwendigen Aufträge jetzt sofort finanzieren und der Beirat ver<lb break="no"/>geben. Das Ganze muß strengst vertraulich abgewickelt werden, weil<lb/>
es ansonsten durch die Handelskammer innerhalb der ÖVP eine große<lb/>
Konteraktion auslösen würde. Der Energiesprecher der ÖVP, <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, hat<lb/>
seinen Klubobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> dahingehend informiert, daß überhaupt niemand<lb/>
aktiv werden sollte, als wie nur die Bundesregierung. Darüber ist<lb/>
er mit der FPÖ, Dr. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs>, sofort einig gewesen. Diese Forderung kommt<lb/>
wahrscheinlich insbesondere von Gesundheitssprecher <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs> und<lb/>
der Abg. <rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs>. Der Versuch<add>[von]</add> Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, die ÖVP dazu zu brin<lb break="no"/>gen, daß der Unterausschuß wenn notwendig über den Handelsminister<lb/>
die Reaktorsicherheitskommission auffordern soll, eine Studie über<lb/>
die Sicherheit zu veranlassen und die IIASA in Laxenburg über die<lb/>
Energiesituation eine Studie zu schreiben, ist bis jetzt gescheitert.<lb/>
Die ÖVP möchte, wenn überhaupt, höchstens eine Entschließung des<lb/>
Nationalrates provozieren, wonach die Bundesregierung wieder einen<lb/>
Bericht vorlegen soll. In diesem Fall würde sie, nachdem dies ja<lb/>
nur das Plenum beschließen kann, monatelange Verzögerungen, die sie<lb/>
ja will, erreichen. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hat vollkommen recht, daß wenn jetzt vor<lb/>
Beginn einer sachlichen Arbeit die ÖVP und die FPÖ schon solche Ge<lb break="no"/><pb n="58-0088" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-21_0088.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schäftsordnungstricks anwenden, um Zeit zu gewinnen und keine sach<lb break="no"/>liche Arbeit zu leisten, zeigt es deutlich, wie die Einstellung der<lb/>
Oppositionsparteien ist. Das von <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> angenommene Entgegenkommen<lb/>
auf sachlicher Zusammenarbeit wird dadurch charakterisiert. Ich per<lb break="no"/>sönlich habe mich nicht einer Illusion hingegeben, daß auf diesem<lb/>
Gebiet im Parlament kooperativ mit der Oppositionspartei gearbeitet<lb/>
werden kann. Wenn eine Endlagerungslösung gefunden ist, kann man<lb/>
vielleicht die ÖVP dann zu einer positiven Stellungnahme zwingen,<lb/>
vorher wird sicherlich nur mit entsprechender Verzögerungstaktik gar<lb/>
nicht entschieden, sondern alles hinausgeschoben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_23">Im Plenum dauerte die Debatte über die neuen Regierungsmitglieder<lb/>
bis in den späten Nachmittag. Da für 19 Uhr die Präsentation eines<lb/>
Bildtextbandes <rs type="person" ref="#per__97668">Bruno Kreiskys</rs> im Palais Auersperg eingeladen wurde,<lb/>
vereinbarte man, nicht zuletzt wegen des Abendessens des Bundesprä<lb break="no"/>sidenten, daß um 7 Uhr die Nationalratssitzung zu Ende sein wird.<lb/>
Die anderen Tagesordnungspunkte wurden daher sehr schnell abgewickelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_24">Bei der Präsentation des Bildtextbandes war ich darüber verwundert,<lb/>
daß dieser deutsche Verlag mit deutscher Gründlichkeit, aber auch<lb/>
Sparsamkeit schon bei der Präsentation vorgegangen ist. Belegexempla<lb break="no"/>re wurden nur gegen Bezahlung, wie man mir sagt, den Zeitungen gegeben.<lb/>
Der Bildband ist schwarz-weiß und kostet 400 S. Der ehemalige Kanzler<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__114464">Kunz</rs>, der jetzt bei <rs type="person" ref="#per__126929">Molden</rs> arbeitet, meinte, der deutsche<lb/>
Verlag hätte ein schönes Werk vorgelegt, ich bin der Meinung, daß<lb/>
ein solcher Preis nicht gerechtfertigt ist. Ob die Deutschen dabei<lb/>
wirklich ein Geschäft machen, bezweifle ich. Ich nehme nicht an, daß<lb/>
es viele Unternehmer oder öffentliche Stellen gibt, die diesen teuren<lb/>
Bildband kaufen, um ihn dann mehr oder minder zu verschenken. Da ich<lb/>
das Ende der Veranstaltung nicht abwarten konnte, weiß ich auch nicht,<lb/>
wie es nach den Einleitungsworten von <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> weitergegangen ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> war Gott sei Dank anwesend und hat dort, wie ich feststellen<lb/>
konnte, viele Kontakte aufgenommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie ist die Gestion des Verlages? Versuche mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114464">Kunz</rs> das finanzielle Ergebnis zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_26">Beim Abendessen des Bundespräsidenten zum 70. Geburtstag von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wurde von <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> eine wirklich sehr gute Laudatio<lb/>
gehalten. Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> ja sein Anfang der 50-er<lb/>
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schätzen auch einander. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> ist es ja in der Zeit seiner<lb/>
Außenministerschaft geglückt, eine weitestgehend eigenständige Poli<lb break="no"/>tik zu machen. Dies war unter einem Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der selbst<lb/>
einmal Außenminister war und dem Außenpolitik nach wie vor seine<lb/>
liebste Beschäftigung ist, gar nicht leicht. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat sich<lb/>
mir gegenüber darüber zwar niemals geäußert, aber ich weiß, daß er<lb/>
ja bereits als Kabinettschef von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> alle Vor- und Nachteile von<lb/>
ihm genau kannte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> andererseits wieder ist furchtbar stolz,<lb/>
wie er aus gelegentlichen Bemerkungen mir gegenüber auch zu erkennen<lb/>
gegeben hat, daß er mit <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> als Bundespräsidenten die<lb/>
beste Lösung damals gegen manche Genossen, die unbedingt einen sozi<lb break="no"/>alistischen Kandidaten wollten, durchgesetzt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-21_27">Unwahrscheinlich war, wie die ÖVP-Landeshauptleute von mir unbedingt<lb/>
wissen wollten, was es eigentlich in Moskau gegeben hat. Mit dem<lb/>
<choice><choice><sic>Oberösterreichischen</sic><corr>Oberösterreicher</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> besprach ich gleich die Gassituation.<lb/>
Ich habe ihm die Meinungen aller anderen über die OÖ Ferngas mitge<lb break="no"/>teilt, damit er nicht erstaunt ist, wenn es hier auch in Zukunft<lb/>
selbst bei größerer zur Verfügung stehender Gasmenge immer wieder<lb/>
Schwierigkeiten geben wird. Ich versicherte ihm, daß jetzt eine<lb/>
Aussprache mit allen Gasgesellschaften der Austria Ferngas und ÖMV<lb/>
stattfinden wird.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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