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            <title type="main">Donnerstag, der 15. Jänner 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band58_1981-01-15</idno>
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            <date when="1981-01-15">Donnerstag, 15. Januar 1981</date>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_01">Donnerstag, 15. Jänner 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_02">Die Aussprache mit<add>[den]</add> Vorsitzenden des Aufsichtsrates des Verkehrs<lb break="no"/>büros <rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> ergab, daß die ÖFVW sollte im Ausland<lb/>
als Vertreter des Verkehrsbüros die ÖBB-Fahrkarten verkaufen, mög<lb break="no"/>lich ist. Das Verkehrsbüro bekommt von der ÖBB dafür 5 % Provision,<lb/>
bedeutende Einnahmequelle ist es nicht, <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> möchte aber unbe<lb break="no"/>dingt, daß dieser Plan von ihm verwirklicht wird, da er damit die<lb/>
die erste kommerzielle Tätigkeit über die österr. Zweigstellen er<lb break="no"/>halten würde. Das Verkehrsbüro hat überhaupt niemals von den in<lb break="no"/>ländischen Tätigkeiten traumhafte Gewinne in der Vergangenheit<lb/>
gehabt. Nur durch die Beteiligung 9 % bei der Casino Spielbanken AG,<lb/>
die 33 % bei Vienna Sightseeing, die 25 % bei Touropa brachten die<lb/>
hohen Gewinne der Vergangenheit. Jetzt ist Touropa passiv, 1980<lb/>
70 Mio. Defizit, vor 3 Jahren noch 40 Mio. Gewinn, durch das Ver<lb break="no"/>kehrsbüro auch 1979 nicht 15 Mio. Verlust hat, wie man ursprünglich<lb/>
angenommen hat, sondern sogar 45 Mio. Durch 26 Mrd. S Rücklagenauf<lb break="no"/>lösung kann dieser Verlust getarnt werden. Da für die AUA Touropa<lb/>
der wichtigste Kunde ist, wird diese die Ruefa und die RS-Anteile<lb/>
auch von Touropa ca. 22 % erwerben. Dadurch wird dann der Manager<lb/>
der AUA, <rs type="person" ref="#per__128916">Kotrba</rs>, in den Vorstand kommen. Dieser soll Touropa wieder<lb/>
zu einem positiven Ergebnis führen. Für mich eigentlich unwahr<lb break="no"/>scheinlich und unerklärlich, daß eine Gesellschaft wie Touropa so<lb/>
positiv in der Vergangenheit angeschnitten hat, durch das jetzige<lb/>
Management so tief in rote Zahlen geführt wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Laß dir bitte stets über die weiteren Ent<lb break="no"/>wicklung berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_04">Dir. <rs type="person" ref="#per__114585">Schmidt</rs>, Austria-Ferngas, informiert mich, daß auch seiner<lb/>
Meinung nach<add>[die]</add> OÖ Ferngas-Gesellschaft eine unzulängliche Lagerpolitik<lb/>
betrieben hat. Als größter Abgeber von Gas sind die Lagermengen<lb/>
unzulänglich, unverantwortlich ist es noch, daß die 300 Mio. m³<lb/>
auf 200 Mio. im heurigen Jahr abgesenkt hat. <rs type="person" ref="#per__114585">Schmidt</rs> hat die Idee,<lb/>
daß die OÖ Ferngas von ihren Industriegesellschaftern das vorge<lb break="no"/>sehene und vertraglich festgelegte Gas diesen nicht liefern soll,<lb/>
sondern zu höheren Preisen zurückkaufen müßte, als Richtpreis hätte<lb/>
die Ölparität zu gelten. In diesem Fall würden die Gesellschafter,<lb/>
welche jetzt das Industriegas beziehen, auf Öl umsteigen und das<lb/>
<pb n="58-0057" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-15_0057.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>teure Erdgas dann für Chemie Linz zur Verfügung stehen. Allerdings<lb/>
würde Chemie Linz wahrscheinlich dann nicht mehr ein so großes Inter<lb break="no"/>esse für die freiwerdenden teureren Gasmengen haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die Energiesektion soll dieses Projekt<lb/>
weiterprüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_06">Die Austria Ferngas hat jetzt mit der Schweizer Gasgesellschaft<lb/>
engen Kontakt wegen Algeriengasbezüge, beide sind übereingekommen,<lb/>
daß man jetzt zuwarten muß, bis die Sonatrach vernünftigere Preis<lb break="no"/>vorschläge macht. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> wird uns eine Kopie von dem Schreiben an<lb/>
das Finanzministerium über die Sachverhaltsdarstellung schicken.<lb/>
Ich habe ihn genauso hart attackiert, wegen unzulänglicher Information<lb/>
des Ministeriums, wie die ÖMV.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die Energiesektion muß bei allen Firmen<lb/>
auf stärkere Information und Berichterstattung drängen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_08">Der Vizepräs. des Patentamtes <rs type="person" ref="#per__122003">Marterer</rs> versichert auf meine Anfrage<lb/>
mir neuerdings, daß die Fallfrist Jänner wegen der Ursprungsbezeich<lb break="no"/>nung-Verhandlung mit der BRD derzeit rausgestreckt wurde. Der deutsche<lb/>
Verhandlungsleiter <rs type="person" ref="#per__129115">Krieger</rs> muß mit seinem Minister <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs> erst<lb/>
nach dessen Rückkehr von einer Kur Ende Jänner entsprechende Weisun<lb break="no"/>gen bekommen. <choice><choice><sic>War</sic><corr>Weil?</corr></choice></choice> die österr. Landwirtschaft und auch die Bundes<lb break="no"/>handelskammer die jetzigen Zugeständnisse der Deutschen als unzu<lb break="no"/>länglich bezeichnet und einen Abschluß ganz entschieden ablehnt,<lb/>
müssen die Verhandlungen später fortgesetzt werden. Sollten die<lb/>
Deutschen ihre Drohung wahrmachen und dem Weinabkommen mit den<lb/>
Europäischen Gemeinschaften nicht zustimmen, dann trägt die Schuld<lb/>
ausschließlich die Landwirtschaftskammer resp. die HK. Die Deutschen<lb/>
bestehen auf die Koppelung, Weinabkommenszustimmung nur, wenn gleich<lb break="no"/>zeitig das Ursprungsbezeichnungsabkommen ebenfalls abgeschlossen wird.<lb/>
Ich selbst werde endgültig eine Zustimmung zum Ursprungsbezeichnungs<lb break="no"/>abkommen nur dann geben, wenn die Handels- u. Landwirtschaftskammer<lb/>
diesem auch zustimmen. Ich lasse es in diesem Fall nicht darauf<lb/>
ankommen, daß eine harte Linie bei der Landwirtschaftskammer auch<lb/>
von uns weiter vertreten wird, um entweder zu erreichen, daß die<lb/>
Deutschen tatsächlich nachgeben, oder, was ich eher befürchte, daß<lb/>
Qualitätsweinabkommen <choice><choice><sic>mit</sic><corr>[den; der]</corr></choice></choice> EG dann nicht zustande kommt. In diesem<lb/>
Fall würde ein Exempel statuiert, daß die harte Linie der Agrarier,<lb/>
<pb n="58-0058" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-15_0058.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>welche von der ÖVP-Opposition immer wieder verlangt wird, beweist,<lb/>
daß kein Erfolg mit dieser Politik erzielt werden kann. Sollten die<lb/>
Deutschen aber wider Erwarten nachgehen, dann kann es mir auch nur<lb/>
Recht sein, weil dann haben wir zwei schwierige Probleme, Qualitäts<lb break="no"/>weinabkommen und Ursprungsbezeichnungsabkommen, nach jahrelangen<lb/>
Verhandlungen endlich positiv abgeschlossen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wir brauchen hier nicht initiativ werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_10">Der Sekretär vom VKI, <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, teilt mir mit, daß 1980 ein Verlust von<lb/>
1,8 Mio. im Verein erwächst. 1981 werden es schon 4 Mio. S sein. Die<lb/>
Vereinsmitglieder bringen 12 Mio. S auf, das Ministerium verdoppelt<lb/>
den Vertrag, aus der Zeitschrift Konsument erlöst er 10 Mio. und da<lb/>
die Ausgaben 44 Mio. S betragen, muß er 10 Mio. S an Leistungen ir<lb break="no"/>gendwo sich holen. Das BKA hat ihm eine Energiespararbeit übertragen,<lb/>
die ihm 4,5 Mio. S brutto bringt. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> möchte im nächsten Jahr die<lb/>
Mitgliedsbeiträge versuchen zu erhöhen. Dadurch würde, wenn ihm dies<lb/>
gelingt, auch der Anteil des Handelsministeriums um den selben Be<lb break="no"/>trag erhöht werden. Da die Lohntangente jetzt 58 % beträgt und ein<lb/>
guter Kollektivvertrag für die 80 Beschäftigten existiert, ist mit<lb/>
weiteren wesentlichen Kostenerhöhungen zu rechnen. 1973 wurde mit<lb/>
den Belegschaftsvertretern vereinbart, daß die Ist-Gehälter der<lb/>
Beschäftigten an den Erdölprivatangestelltenvertrag gekoppelt sind.<lb/>
Dadurch steigen die Löhne Jahr für Jahr um wesentlich mehr als die<lb/>
durchschnittlichen Lohnerhöhungen. 1981 macht 0,6 %, durch die Bien<lb break="no"/>nalsprünge, die bis 7,8 % gehen, gibt dies eine durchschnittliche 12%<lb break="no"/>ige Lohnerhöhung pro Jahr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> möchte, um weitere Einnahmen zu er<lb break="no"/>schließen, einen eigenes Institut für <choice><choice><sic>Verbrauchfragen</sic><corr>Verbraucherfragen?</corr></choice></choice> oder Verbrau<lb break="no"/>cherforschung gründen. Dort würden sie dann von der Boltzmann-Gesell<lb break="no"/>schaft 5.000.000 S<add>[500.000 S?]</add> vom Wissenschaftsministerium bekommen oder es müßte<lb/>
eine Sozialpartner-Gründung sein. Der VKI könnte dann diesem Institut<lb/>
seine Dokumentation verkaufen. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> davor gewarnt, als er<lb/>
bereits vor Jahren mit einer solchen Idee gekommen ist. Er wird sich<lb/>
mit diesem Institut nur eine Konkurrenz schaffen. Selbst wenn jetzt<lb/>
er selbst oder der Arbeiterkammersekretär <rs type="person" ref="#per__126376">Kollmann</rs> dort Geschäfts<lb break="no"/>führer wird, früher oder später wird dieses Institut eine selb<lb break="no"/>ständige Tätigkeit entwickeln und kommt damit automatisch in ein<lb/>
Konkurrenzverhältnis zum VKI.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_11"><rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> plädiert, daß, wenn jetzt <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> als Gruppenleiter in Pension<lb/>
geht, die Abteilung <rs type="person" ref="#per__115019">Tajovski</rs> geteilt werden soll. Der derzeitige<lb/>
<pb n="58-0059" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-15_0059.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Referatsleiter Dr. <rs type="person" ref="#per__114579">Ladstätter</rs>, welcher die ganzen Konsumentenarbei<lb break="no"/>ten in der Abteilung macht und<add>[von?]</add> <rs type="person" ref="#per__115019">Tajovski</rs> nur in seinen Aktivitäten<lb/>
behindert wird, sollte durch Trennung der Abteilung eine zweite<lb/>
eigene Abteilung bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Wie ist deine Meinung dazu?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_13"><rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> erinnert mich, daß wir seinerzeit von den 1.300 Experten<lb/>
als einziges Ministerium bis vor nicht allzu langer Zeit 3 Arbeits<lb break="no"/>kreise gehabt haben, über FV, Preise und Energie. Er wird die Unter<lb break="no"/>lagen über die damaligen Vorschläge uns zur Verfügung stellen. Für<lb/>
die neue Arbeitsgruppe Preise, die <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> führt, wird es und kann<lb/>
es dafür wertvolle Vorarbeit geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Laß dir bitte diese Entwürfe vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_15"><rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> berichtet mir auch, daß in seinen Kreisen bereits der National<lb break="no"/>rat Dr. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> als nächster Handelsminister gehandelt wird. Mich<lb/>
stört dies überhaupt nicht, sondern ich erörtere auch <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, wie ich<lb/>
die politischen und ganz besonders personalpolitischen Fragen der Re<lb break="no"/>gierung sehe. Wenn Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> tatsächlich 1983 nicht mehr<lb/>
kandidieren wird, und dies wiederholt er jetzt immer wieder, dann<lb/>
müßte unverzüglich die Regierung jetzt umgebildet werden. Die Leute<lb/>
der 70-er Jahre, die diese Zeit bestens gelöst haben, müßten aus<lb/>
der Regierung sofort ausscheiden, das neue Team der neuen Regierung<lb/>
kann sich dann in den 2 1/2 Jahren, die noch zur Verfügung stehen,<lb/>
entsprechend einarbeiten und profilieren. Das sachliche Argument<lb/>
wäre, daß 10 Jahre Regierungszeit und vor allem die gute Leistung in<lb/>
den 70-er Jahren für alle, die 1970 bereits begonnen haben, mehr<lb/>
als genug sind. Für die 80-er Jahre muß eben ein anderes Team zu<lb break="no"/>sammengestellt werden. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> muß mir gegenüber genauso wie vor<lb/>
ein paar Tagen der Meinungsforscher <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs>, beide sind exzellente<lb/>
Analytiker, rechtgeben, daß dies der einzige und richtige Weg wäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_16">Beim Begräbnis vom <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs>, mit dem ich in der AK jahrzehntelang<lb/>
als meinem Chef zusammengearbeitet habe, spricht auf dessen Wunsch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123549">Magaziner</rs> von der Zukunft, wo <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs> jahrelang geschrieben hat,<lb/>
und Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> als Naturfreundeobmann, wo <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs> jahre<lb break="no"/>lang Kassier war. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, der sehr menschlich diese Grabrede hält,<lb/>
hat auch mich sehr beeindruckt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_17">Anschließend hätte ich mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, als wir vom Grab weg<lb break="no"/>gingen, neuerdings die Atommüllfrage besprochen. Die Idee <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuths</rs>,<lb/>
daß mit den Schweizern und <choice><choice><sic>vorallemal</sic><corr>vor allem einmal</corr></choice></choice> mit den Schweden, also die<lb/>
neutralen Staaten Europas, ein internationales Mülldepotlager in<lb/>
Nordschweden errichten sollten, wird von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> genauso skeptisch<lb/>
betrachtet wie von mir. Die Schweden, bin ich überzeugt, werden für<lb/>
ihren Atommüll dort oben ein Lager errichten, die Schweizer wahr<lb break="no"/>scheinlich in ihren eigenen Alpen ein solches errichten müssen.<lb/>
Österreich kann deshalb, wenn es nicht ein eigenes Atomlager bauen<lb/>
kann, und derzeit sehe ich, wie ich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärte, überhaupt keine<lb/>
Chance, nur hoffen, daß entweder die Franzosen, Amerikaner oder eben<lb/>
die Russen den Atommüll zurücknehmen. Für die Russen wäre dies ein<lb/>
gutes Geschäft, war die österr. Elektrizitätswirtschaft dafür schwer<lb/>
bezahlen müßte. Ich werde daher, sollte ich zu dem neuen Minister<lb break="no"/>präsidenten kommen, dieses Problem dort ebenfalls wieder anschneiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_18"><rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> berichtet mir auf der Heimfahrt über die Sitzung zw. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> u. <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs> beim Abendessen in <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs><lb/>
Villa. Dort ging es nicht primär um die <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>-Entsendung in die<lb/>
CA, sondern um die Frage des Kernkraftwerksbetriebs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> machte<lb/>
den Vorschlag, man sollte gegebenenfalls ein Gutachten von den<lb/>
Sozialpartnern erstellen lassen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und ganz besonders <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meinten, das bringt nichts. Ich vereinbarte daher mit Klubobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, wir sollten in der nächsten Sitzung des Unterausschusses<lb/>
vorsehen, daß eigentlich mit Zustimmung der ÖVP die Reaktorsicher<lb break="no"/>heitskommission aufgefordert wird, ein solches Gutachten schriftlich<lb/>
dem parlamentarischen Unterausschuß vorzulegen. Ebenso wurde über die<lb/>
Energiesituation eine Arbeitsgruppe, wie Prof. <rs type="person" ref="#per__111713">Häfele</rs>, Laxenburg,<lb/>
und andere Fachleute, Wirtschaftsforschung, Kammern usw., zu einem<lb/>
Energieversorgungsgutachten aufzufordern. <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> soll nämlich bei dies<lb/>
Sitzung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärt haben, was er braucht, ist Gutachten,<lb/>
aus denen hervorgeht, es ist alles sicher, und die Energie aus<lb/>
Zwentendorf wird benötigt. Ich werde diesen Plan auf den Reise mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> in die UdSSR im Detail besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte kontaktiere sofort <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_20">Im Unterausschuß des Landesverteidigungsrates, welchen jetzt Staats<lb break="no"/>sekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> bestens präsentiert, wurde von der Verbindungsstelle<lb/>
der Bundesländer Hofrat <rs type="person" ref="#per__69071">Korn</rs> natürlich die Kompetenzfrage zw. Bund<lb/>
und Länder neuerdings dargelegt. Die Bundesländer wollen alle<lb/>
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soll zahlen, wir führen aus. Die drei Wehrsprecher der Parlaments<lb break="no"/>parteien <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, <rs type="person" ref="#per__97419">Ermacora</rs> und <rs type="person" ref="#per__125822">Josseck</rs> hören sich alles geduldig an<lb/>
und machen immer entsprechende Vorschläge, wie man diese Schwierig<lb break="no"/>keiten bereinigen kann. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> geht sehr geschickt auf alle diese<lb/>
Vorschläge ein, dies müsse eben von den dafür zuständigen Stellen,<lb/>
die wichtigste ist die Abteilung MR Dr. <rs type="person" ref="#per__127111">Bayer</rs> im BKA, welche die<lb/>
Koordinierung für alle Militärfragen führen muß, will auch hier<lb/>
koordinieren. Der FPÖ-Sprecher <rs type="person" ref="#per__125822">Josseck</rs> meinte allerdings, dazu müßte<lb/>
die Abteilung von Dr. <rs type="person" ref="#per__127111">Bayer</rs> wesentlich vergrößert werden. Wahrschein<lb break="no"/>lich schwebt den Freiheitlichen sogar eine eigene Sektion für diese<lb/>
Tätigkeit vor. Weiterer wichtiger Punkt ist natürlich, wer diese<lb/>
Aktivitäten bezahlen soll. Im Handelsministerium können wir mit<lb/>
unseren 300.000, die uns jetzt budgetmäßig zur Verfügung stehen, gar<lb/>
nichts erreichen, damit kann man keine Vorratspolitik betreiben. Mein<lb/>
Vorschlag lautet daher immer wieder, wir müssen für die 11 kritischen<lb/>
Rohstoffe,<add>[für]</add> welche unbedingt auch ein Lager angelegt werden muß,<lb/>
ähnliche Lösungen erreichen, wie<add>[wir]</add> dies bei der Rohölvorratspolitik,<lb/>
allerdings gezwungen durch die internationale Energieagentur, hand<lb break="no"/>haben. Eine ähnliche Lösung muß auch für die Agrarprodukte gefunden<lb/>
werden. Dort allerdings ist die Agrarproduktion so überschußreich,<lb/>
daß es überhaupt keinerlei Verständnisschwierigkeit im Krisenfalle<lb/>
gäbe. Neuerdings habe nicht nur wieder verlangt, daß man sich über die<lb/>
Rationierung von Lebensmitteln ein neueres und besseres System aus<lb break="no"/>denken muß. Derzeit wird der auf meinen Vorschlag geprüft, wie weit<lb/>
die Lebensmittelmarken bei den einzelnen Bezirksämtern resp. Be<lb break="no"/>zirkshauptmannschaften liegen und vollständig sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte diese von dir geleitete Politik so<lb/>
fortsetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_22">Der ORF hat neuerdings für die Samstag-Sendung Hohes Haus mich wegen<lb/>
einer Anfrage des Abg. <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> betr. die Energieferien interviewt.<lb/>
Da das letztemal im Parlament bereits solche Aufnahmen, allerdings<lb/>
wegen gleichzeitigen Verhandlungen über Agrarpreisfragen, aufgenommen<lb/>
wurden, würde es bei diesen Sendungen zu ganz aktuellen Informationen<lb/>
kommen. Ich bin ja nicht ganz überzeugt, ob diese Aufnahmen auch<lb/>
tatsächlich gesendet wurden resp. werden, mir persönlich ist das<lb/>
ganz egal.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_23">Die soz. Personalvertreter Dr. <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs>, die Tochter einer langjährigen<lb/>
Sekretärin von mir in der AK und sehr tüchtige Frau, u. d. soz. Obmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> sprachen mit mir ihre Personalwünsche. In dieser sehr zweck<lb break="no"/>mäßigen u. konstruktiven stundenlangen Aussprache habe ich ihnen meine<lb/>
Personalpolitik und <choice><choice><sic>vorallemal</sic><corr>vor allem einmal</corr></choice></choice> Taktik erklärt. <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> wünscht in<lb/>
Hinkunft, daß wir öfters solche Aussprachen haben, was ich sofort<lb/>
zusicherte. Sie teilt meine Meinung, daß es auf der einen Seite not<lb break="no"/>wendig ist, Paketlösungen mit der ÖVP-Personalvertretung zw. dem<lb/>
Sektionsleiter <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> und Personalvertretungsobmann <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> abzu<lb break="no"/>schließen. Nur so können die Wünsche der Sozialisten durchdringen.<lb/>
Ich selbst habe ihnen die beste Verhandlungsbasis geschaffen durch<lb/>
meine Erklärung, ich bin für Einsparen und Streichung von Abteilungen.<lb/>
Auch SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, der dann auf Wunsch der soz. Personalvertreter zuge<lb break="no"/>zogen wurde, hat diese Taktik als richtig bezeichnet. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, der<lb/>
jetzt seit 1945 im Handelsministerium arbeitet, kennt die Verhältnis<lb break="no"/>se besser als ich und versteht auch mit der ÖVP-Personalvertretung<lb/>
hart zu reden. Ich habe, da die soz. Personalvertretung wünscht, daß<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> der Stellvertreter von SL <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> werden soll, darauf verwiesen,<lb/>
daß man diese Stellvertretung mit meinem Einverständnis MR <rs type="person" ref="#per__123367">Hladik</rs><lb/>
versprochen hat. Ich habe dieses Versprechen <rs type="person" ref="#per__123367">Hladik</rs> gegenüber nicht<lb/>
gefordert und diesem auch nicht mitgeteilt. Ich verhandle prinzipiell<lb/>
nicht offiziell in Personalfragen. <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> bestätigte aber <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs>,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> gegenüber ein solches Versprechen abgegeben hat<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> dies natürlich gegenüber <rs type="person" ref="#per__123367">Hladik</rs>. Da dies allen mit meinem<lb/>
Wissen geschehen ist und drei Leute von uns involviert sind, nämlich<lb/>
insbes. <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs>, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, aber auch <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs>, der davon wußte, weil<lb/>
er bei den Verhandlungen dabei war, muß meiner Meinung nach dieses<lb/>
Versprechen auch eingehalten werden. <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs> und <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> werden darüber<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_24">Ich habe bei der Ausstellung Menschbilder<add>[Menschenbilder? Anm.]</add> im Innenhof des <rs type="person" ref="#per__126284">Leherb</rs>-<lb/>
Hauses dann <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> getroffen und ihn sofort darüber informiert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> legt größten Wert darauf, jetzt endlich mit der soz. Fraktion<lb/>
eine Aussprache zu haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-15_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte arrangiere diese und sei auch dabei.<lb/>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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