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            <title type="main">Mittwoch, der 14. Jänner 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band58_1981-01-14</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_01">Mittwoch, 14. Jänner 1981<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_02">Der Direktor von Viennatone, <rs type="person" ref="#per__126399">Höfer</rs>, und mein alter Jugendfreund<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126400">Pfaller</rs> stehen auf dem Standpunkt, daß ein Weg gefunden werden müßte<lb/>
nur österr. Hörgeräte über die Krankenkassen zu verschreiben.<lb/>
Viennatone ist heute international anerkannt. 90.000 Hörgeräte im<lb/>
Jahr werden exportiert, 8.000 im Inland verkauft, der größte Teil<lb/>
natürlich davon über die Krankenkassen. Immerhin aber gibt es 4.000<lb/>
Importgeräte. Früher hat Viennatone die Schalter und Telefonspulen<lb/>
aus Dänemark oder Amerika importiert, jetzt werden diese in 90<lb/>
Staaten exportiert, selbst nach Taiwan und Japan 2.500 Geräte.<lb/>
Viennatone kann also mit Recht darauf verweisen, daß sie Qualitäts<lb break="no"/>produkte erzeugt. Nach längerer Diskussion kommt dann heraus, daß<lb/>
die Fa. Neuroth insbes. durch die Krankenkasse der Bundesangestellten,<lb/>
Dir. <rs type="person" ref="#per__128879">Schmidt</rs>, Chefarzt Dr. <rs type="person" ref="#per__128880">Nigl</rs>, wegen entsprechend billigerer Geräte<lb/>
favorisiert wird. Um ein objektives Bild mir zu verschaffen, einigen<lb/>
wir uns darauf, daß der Verein für Konsumenteninformation (VKI) gerade<lb/>
im Jahr der Behinderten eine entsprechende Untersuchung über die<lb/>
Preiswertigkeit der Geräte anstellen soll. Aufgrund dieser Ergebnis<lb/>
werde ich dann bei den Krankenkassen entsprechend intervenieren. Ich<lb/>
habe diese Vereinbarung mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> vom VKI dann getroffen. Leider ist<lb/>
der Verein nicht imstande ein weiteres Produkt, welches für Behinderte<lb/>
von Bedeutung wäre, miteinzubeziehen. Viel schlimmer als bei ÖIAG-<lb/>
Reden ist die Verwendung von optischen Gläsern durch die Optiker.<lb/>
Hier wird Swarovski gegenüber der deutschen Rodenstock deutlich<lb/>
benachteiligt. Ähnlich liegen die Verhältnisse bei anderen Medika<lb break="no"/>menten. Es wäre sehr interessant festzustellen, wie viel von den<lb/>
5 Mrd. S Medikamentenaufwand der Krankenkassen<add>[, den]</add> mir der Hauptverbands<lb break="no"/>präs. <rs type="person" ref="#per__97741">Millendorfer</rs> in der Gewerkschaftsfraktion mitteilte, ausl.<lb/>
Produkte sind, die unsere Zahlungsbilanz wesentlich beeinflussen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_03">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> u. <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Laßt prüfen, was wir hier da<lb break="no"/>gegen unternehmen könnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_04">Der GD der Verbund <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und der GD der BEWAG <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs> informieren<lb/>
mich über die von beiden beabsichtigten Änderungen der Aufsichts<lb break="no"/>ratsbesetzungen. Durch das Unvereinbarkeitsgesetz muß GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
Aufsichtsratsposten innerhalb des Verbundkonzernes aufgeben. Er kann<lb/>
zwar laufend noch mehr als 5 Posten in den Konzern-Töchtern und<lb/>
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für den GD der ÖIAG, Dr. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs>. Die Unvereinbarkeitsbestimmungen<lb/>
wurden vom Parlament im Vorjahr beschlossen und müssen exekutiert<lb/>
werden. Ursprünglich war sicherlich der Neidkomplex, daß jemand eine<lb/>
so große Unzahl von Aufsichtsratsposten haben kann, der diese Be<lb break="no"/>schränkung gebracht hat. Hätte überall wie bei uns, in der Verbund<lb break="no"/>gesellschaft von mir allerdings erst vor paar Jahren wieder eingeführt,<lb/>
sowie auch von der ÖIAG die Regelung allgemein bestanden, daß die<lb/>
Aufsichtsratsabgaben nicht den Delegierten zufließen, sondern an<lb/>
die delegierende Gesellschaft, sprich ÖIAG oder Verbund, abgeführt wer<lb break="no"/>den müssen, dann wäre es gar nicht zu einer so harten Bestimmung<lb/>
gekommen. Das kraßeste Beispiel für Zusatzverdienst ist der GD der<lb/>
Creditanstalt. Zu einem Jahreseinkommen von 3 Mio. S kommen noch<lb/>
2 1/2 Mio. S Aufsichtsratsvergütungen pro Jahr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_05">Das Landesregierungsmitglied und Landtagsabgeordneter sowie Vizeprä<lb break="no"/>sident der Verbundgesellschaft <rs type="person" ref="#per__98037">Vogl</rs> soll nach Vorschlag von <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
durch <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs> ersetzt werden. Für LRat <rs type="person" ref="#per__98037">Vogl</rs> müßte eine Ausnahmere<lb break="no"/>gelung durch das Burgenland aufgrund des Unvereinbarkeitsgesetzes<lb/>
beschlossen werden. Der Grund für die Berufung <rs type="person" ref="#per__113025">Horwaths</rs> für <rs type="person" ref="#per__98037">Vogl</rs> ist,<lb/>
daß alle Generaldirektoren der Landesgesellschaften in dem Verbund<lb break="no"/>aufsichtsrat vertreten sind. Entscheiden muß darüber der Landeshaupt<lb break="no"/>mann <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs>. Bei der Parteivorstandssitzung spreche ich mit <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> über<lb/>
diesen Vorschlag. Dieser meint, daß <rs type="person" ref="#per__98037">Vogl</rs> und <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs> ja mitsammen<lb/>
verschwägert sind, weshalb es fast eine Familienangelegenheit ist.<lb/>
Er wird mit <rs type="person" ref="#per__98037">Vogl</rs> und <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs> darüber sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs> verbinden.<add>Macht Martin</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_07">Bezüglich der Atommüllagerung informiere ich <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> über die Meinung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, daß eine internationale Lagerung kommen wird und Österreich<lb/>
daher keine besonderen Aktivitäten derzeit entfalten sollte. Interes<lb break="no"/>santerweise teilt auch <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> diese Meinung. Er glaubt, daß die<lb/>
deutsche zivile Atombehörde oder die Schweizer NAGRA für Nordschweden<lb/>
eine solches internationales Lager mit den Schweden anstrebt. Ich<lb/>
fürchte, daß dies viel zu lange dauern wird. Da wir im Parlament die<lb/>
Zustimmung der ÖVP sicherlich nur bei Atommüllösung bekommen können,<lb/>
rechne ich noch immer, daß es vielleicht gelingt, mit Frankreich,<lb/>
Amerika, aber auch der Sowjetunion zu einer Abnahmelösung zu kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_08">Die Verbundgesellschaft wirkt derzeit mit der Abteilung Alternativ<lb break="no"/>energie und über die Verbundplan bei all diesen Lösungsmöglichkeiten<lb/>
entsprechend mit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_09">Die Kohle wird für österreichische Energieversorgung immer wichtiger.<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> glaubt deshalb, daß er mit dem Vöest-Alpine-Generaldirektor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs>, aber auch dem ÖMV-GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, ihm freundschaftlich verbunden,<lb/>
zu einer großen Kohleneinkaufslösung zusammenbringen kann. Die Ver<lb break="no"/>bundgesellschaft mit der gesamten Elektrizitätswirtschaft wird in<lb/>
Hinkunft 1 1/2 Mio. t Kohle mindestens importieren müssen. Da derzeit<lb/>
die Anlandehäfen insbesondere in Triest nicht ausgebaut sind, will<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> mit der Fa. Shell ein joint venture, mehrheitlich sogar die<lb/>
Abnehmer daran beteiligt, gründen. Diesbezügliche Verhandlungen laufen.<lb/>
Da aber auch andere Firmen wie z.B. BP und sicherlich noch andere<lb/>
Ölmultis ein solches Projekt verfolgen, wird es hier noch harte Aus<lb break="no"/>einandersetzungen geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Laßt Euch von den einzelnen Ge<lb break="no"/>sellschaften über die Abteilungen entsprechend berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_11">Bei der Verleihung des Großen Silbernen Ehrenzeichens an den Generalver<lb break="no"/>treter des Hamburger Hafens, <rs type="person" ref="#per__128901">Hansen</rs>, kam der österreichisch Anteil an<lb/>
den steigenden Hafenumsätzen Hamburgs zur Sprache. Ich erwähnte bei<lb/>
meiner Laudatio die zu erwartenden harten Konkurrenzverhältnisse<lb/>
zwischen den Nordsee- und den Mittelmeerhäfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_12">Bei der Übergabe des großen Goldenen Ehrenzeichens an Präs. Scholl<lb/>
wurde von dessen Manager <rs type="person" ref="#per__128905">Pittner</rs> darauf verwiesen, daß sie heuer zwar<lb/>
7,1 Mio. Saniped-Holzschuhe erzeugen werden, sofort aber um 350.000 Stk.<lb/>
mehr noch verkaufen könnten. Eine Ausdehnung im jetzigen Werk ist<lb/>
fast nicht möglich. Die Schuhfabrik Hoby<add>[?]</add> im Burgenland, 125 Beschäfti<lb break="no"/>gte, hat 26 Mio. Defizit. Die burgenländische Landesregierung beab<lb break="no"/>sichtigt neuerdings 7 Mio. S Kredit in diesen Betrieb zu garantieren.<lb/>
Manager <rs type="person" ref="#per__128905">Pittner</rs> verwies darauf, daß diese Fabrik und vor allem die<lb/>
Beschäftigten sofort von Saniped übernommen werden. Generaldirektor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs> übernahm sofort, diese Frage mit der burgenländischen Landes<lb break="no"/>regierung insbesondere Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> zu besprechen. Ich wurde<lb/>
ersucht, <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> ebenfalls darüber zu informieren. Dies habe ich nach<lb/>
der Bundesparteivorstandssitzung sofort getan.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs> soll dies weiterverfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_14">In der Bundesparteivorstandssitzung berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einleitend<lb/>
über die Verhandlungen mit dem Parteiobmann der ÖVP, <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>. Dort wurde<lb/>
primär über die Kernkraftwerkfrage gesprochen. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
fragte mich nachher, ob <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mich informierte, daß das ursprüngliche<lb/>
Konzept, die Sozialpartner sollen eine entsprechende Studie über die<lb/>
Sicherheit der Kernkraft ausarbeiten, damit man dann in der Reaktor<lb break="no"/>sicherheitskommission darüber diskutieren könnte, ablehnt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
möchte, daß die Regierung hier und insbesondere die SPÖ aktiv wird.<lb/>
Diesen Weg halte ich für falsch, weshalb vielleicht auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dar<lb break="no"/>über mit mir noch nicht im Detail gesprochen hat. Durch das Verhalten<lb/>
der ÖVP, insbesondere Energiesprecher <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> und Gesundheitssprecher<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs>, die womöglich eine Vereinbarung über eine große Koalition<lb/>
nach den nächsten Wahlen bei Verlust der absoluten Mehrheit der SPÖ<lb/>
für eine Kernkraftwerkslösung haben wollen, wird die Inbetriebnahme<lb/>
Zwentendorfs vor 1983 immer unwahrscheinlicher. Ich werde mein Konzept<lb/>
trotzdem insbesondere, was die Lagerung des Atommüll betrifft, weiter<lb/>
verfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_15"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtete dann auch über die Aussprache mit den Landeshaupt<lb break="no"/>leuten von Oberösterreich und der Steiermark, hat eingeflochten, daß<lb/>
jetzt für den verstorbenen GD <rs type="person" ref="#per__128911">Glaser</rs> des Aluminiumwerks Ranshofen GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs> bestellt wird, ging dann auf die sehr pessimistischen Zukunfts<lb break="no"/>prognosen der österreichischen Wirtschaft über. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, nur<lb/>
Optimisten können glauben, daß wir 81 die 2 1/2 %-ige Arbeitslosen<lb break="no"/>rate halten können und kam dann auf die Vorarbeiten für das Wirtschafts<lb break="no"/>programm der 80-er Jahre zu sprechen. Zum Schluß erwähnte er die<lb/>
weitere Vorgangsweise, wie <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> in die CA kommen soll. Der Auf<lb break="no"/>sichtsrat wird mit der Stimme der FPÖ die Bestellung <rs type="person" ref="#per__97311">Androschs</rs> in den<lb/>
Vorstand der CA mehrheitlich beschließen, ob die ÖVP dagegen stimmt<lb/>
oder sich der Stimme enthält, ist sekundär, für die weitere Zusammen<lb break="no"/>arbeit mit der ÖVP wird aber davon sehr viel abhängen. Sollten noch<lb/>
Geschäftsordnungstricks und Geschäftsordnungscoups angewendet werden,<lb/>
wird man gegebenenfalls die Zusammensetzung des Aufsichtsrates bei<lb/>
der außerordentlichen Hauptversammlung, welche die ÖVP durch Dr. <rs type="person" ref="#per__128912">Maser</rs><lb/>
mit den Minderheitenaktionären durchgesetzt hat, veranlassen. In diesem<lb/>
Fall würde der pensionierte Versicherungsmann <rs type="person" ref="#per__128913">Kretnig</rs> durch den ÖMV-<lb/>
Direktor <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> ersetzt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte aber, und dies hat er auch<lb/>
im Präsidium gesagt, die ganze Situation nicht eskalieren, weil die<lb/>
CA eine Bank ist und man daher entsprechend vorsichtig vorgehen muß,<lb/>
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international sehr verschärft hat, Krieg Iran-Irak, überhaupt der Nahe<lb/>
Osten durch die zu erwartenden Wahlen in Israel der Labour-Partei,<lb/>
eine einmalige Chance in der kommenden Regierung geben wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_17">Ganz zum Schluß, so nebenbei, erwähnte er, daß er dem Präsidium auch<lb/>
die Vorschläge, die ja allgemein bekannt sind, über die Regierungsum<lb break="no"/>bildung gemacht hat. Interessant war seine Bemerkung, er hätte ja<lb/>
dem Präsidium, soweit er sie erreichen konnte, schon vorher entsprechen<lb break="no"/>de Informationen gegeben. In der Präsidiumssitzung nämlich wurde von<lb/>
ihm genauso nebenbei dann die Regierungsumbildung zum Schluß erwähnt.<lb/>
Im Parteivorstand gab es daher überhaupt keine Wortmeldung. Hätte<lb/>
Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> nicht gefragt, wie der Zeitplan ablaufen soll. Da<lb/>
wir ja Dienstag, Mittwoch Parlament haben und dort die Regierungsum<lb break="no"/>bildung sicherlich diskutiert wird, wäre nicht eine einzige Bemerkung<lb/>
zu der Regierungsumbildung, geschweige denn zu dieser eigenartigen Vor<lb break="no"/>gangsweise gefallen. Daß niemand im Parteivorstand auch nur ein Wort<lb/>
dazu sagte, zeigt, daß auf der einen Seite <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> noch sehr stark<lb/>
ist, sich diese Art der Regierungsumbildung leisten zu können, auf<lb/>
der anderen Seite aber alle Mitglieder scheinbar die Meinung vertreten,<lb/>
daran kann man in der jetzigen kritischen innenpolitischen Phase so<lb break="no"/>wieso nichts ändern.<lb/>
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Mai nicht in Wien, sondern in Graz standfindet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Dies kollidiert mit dem Landstraßer Kirtag.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_20">Der sozialistische Jugendsekretär wurde neu bestellt und für das in<lb break="no"/>ternationale sozialistische Jugendtreffen 1 Mio. S der Bundespartei,<lb/>
aber auch der Wiener Partei Subvention gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_21"><rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> informierte, daß jetzt im März offene Großveranstaltungen je<lb/>
Bundesland erfolgen und im April eine große Plakataktion über das<lb/>
neu zu beschließende Wirtschaftsprogramm.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_22">Der <sic>Pensionistengeschäftsführende</sic> Obmann <rs type="person" ref="#per__97939">Seitler</rs>, ehemaliger Bezirks<lb break="no"/>vorsteher von der Landstraße, wurde <choice><choice><sic>im</sic><corr>in den</corr></choice></choice> Bundesparteivorstand kooptiert,<lb/>
<pb n="58-0053" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-14_0053.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>solange nicht ein neuer Präsident gewählt ist. Nach dem Parteivor<lb break="no"/>stand habe ich dann mit Präsident des Aufsichtsrates der ÖDK und<lb/>
gleichzeitig LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> sowie dem steierischen Genossen LH-Stv.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__124045">Gross</rs> und etlichen anderen Mandataren über die weitere Vorgangsweise<lb/>
für Voitsberg III, Baubescheid, gesprochen. Durch die Verhandlungen<lb/>
mit dem Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__128914">Kravcar</rs> aus Voitsberg und der ÖDK ist jetzt<lb/>
sichergestellt, daß die Bürgerinitiative "Rettet Voitsberg" durch<lb/>
den Einbau der Entschwefelungsanlage, Punkt 22 des Baubescheides und<lb/>
dessen Ergänzung, befriedigt ist. Trotzdem ist damit die Frage nicht<lb/>
endgültig bereinigt, denn es soll einen Brief von Graz geben, wonach<lb/>
auch diese Stadt sich durch das Kohlekraftwerk Voitsberg III beein<lb break="no"/>trächtigt fühlt. Die Kelag-Vertreter und der steirische Landesvertre<lb break="no"/>ter <rs type="person" ref="#per__128915">Kriegseisen</rs> im Aufsichtsrat der ÖDK werden den weiteren Baube<lb break="no"/>schlußentscheidungen zustimmen. Die <choice><choice><sic>Steiermärker</sic><corr>Steirer</corr></choice></choice> müssen aber letzten<lb/>
Endes ihre Bauordnung entsprechend regeln. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> schlägt vor, man<lb/>
sollte in die Landesbauordnungen, so wie man für Eisenbahnbauten und<lb/>
Militärbauanlagen die Gemeindekompetenz gestrichen hat, auch für E-<lb/>
Bauwerke, wo ja bereits entsprechende Wasserrechtsbescheide vorliegen<lb/>
müssen, die in der Bauordnung vorgesehenen Widmungsbescheide der<lb/>
Gemeinden auf die Länder übertragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> soll dies prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_24">Bezüglich des Naßbauvorschlages der Niederösterreicher, insbesondere<lb/>
auch unserer sozialistischen Landesregierungsmitglieder, vereinbare<lb/>
ich mit LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__115067">Grünzweig</rs>, daß wir mit den Genossen der DoKW, <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs>,<lb/>
eine Aussprache haben sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte entsprechende Sitzung bei LH-Stv.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115067">Grünzweig</rs> vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_26">Der Safari-Park in Gänserndorf hat 1980 anstelle der 370.000 Besucher<lb/>
nur 300.000 gehabt. Dadurch ergibt sich ein Defizit von 4 Mio. S. Im<lb/>
Winter werden 35 beschäftigt, im Sommer 158. An Löhnen und Investi<lb break="no"/>tionen werden 132 Mio. bezahlt. Allein für die Werbung wurden 5 1/2<lb/>
Mio. S ausgegeben. Da ich für Defizit keine Zuschüsse geben kann, ver<lb break="no"/>spreche ich dem Landesrat <rs type="person" ref="#per__115609">Brezovszky</rs>, wenn ein entsprechender Fremden<lb break="no"/>verkehrswerbeaufwand getrieben wird, hier einen Zuschuß zu leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll dies prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_28">Die Chemie Linz, GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> und Dir. <rs type="person" ref="#per__112049">Rimsky</rs>, versichern mir, daß auch<lb/>
wenn die OÖ Ferngas die notwendigen Gasmengen nicht zur Verfügung<lb/>
stellt, sie mit den Bayern und sogar mit Phillips London Gespräche<lb/>
führen und fest überzeugt sind, daß sie zusätzliche Gasmengen bekommen<lb/>
können. Die Preise werden allerdings höher als 2,34 S pro m³ sein,<lb/>
dies müßte dann in der Kalkulation für <choice><choice><sic>Kalkamon</sic><corr>Kalkammonsalpeter?</corr></choice></choice>, z.B. 2,56 S pro kg,<lb/>
der in Deutschland schon 3,23 kostet, entsprechend berücksichtigt<lb/>
werden. Die amtliche Preisprüfung wird im Detail besprochen und be<lb break="no"/>schleunigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_29">Mit <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, Syndikus für Fremdenverkehr <rs type="person" ref="#per__118737">Schimka</rs> und den Rei<lb break="no"/>sebüroverbandspräsidenten <rs type="person" ref="#per__112934">Raml</rs> bespreche ich die zukünftige Fremden<lb break="no"/>verkehrsaktivität. Bei dem Outgoing-Geschäft soll der Österreichanteil<lb/>
durch Ferienzüge ähnlich der Deutschen TUI, der österreichischen DDSG-<lb/>
Schiffe und Bussen sowie von Veranstaltungsanteilen vergrößert werden.<lb/>
Beim Incoming-Geschäft soll man das Vertriebssystem und die Reservie<lb break="no"/>rungssysteme in den Basisorganisationen verbessern. Eine große Mög<lb break="no"/>lichkeit ergibt sich durch Ausfallshaftungen, die man für Reisever<lb break="no"/>anstalter, die in <sic>nichtfremdenverkehrs Hochgebiete</sic> gehen, übernimmt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112934">Raml</rs> hat mit Oberösterreich im Pyhrngebiet damit gute Erfahrungen ge<lb break="no"/>macht. Wichtig erscheint die Verlängerung der Vor- und Nachsaison<lb/>
und vor allem auch die Dezentralisierung in Regionen, die nicht Hoch<lb break="no"/>saisongebiete sind. Ein besonderer Wunsch von mir, die Einkaufsmög<lb break="no"/>lichkeiten der Fremdenverkehrsgebiete durch österreichische Produktion<lb/>
wie Marmeladegläser, Kleiderhaken für die Hotels usw. zu schaffen, wird<lb/>
gutgeheißen. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat meine und auch ganz besonders die anderen<lb/>
Ausführungen, wie es seine Gewohnheit ist, notiert und wird ein dies<lb break="no"/>bezügliches Elaborat ausarbeiten. Ich habe einleitend und dann noch<lb/>
einmal zum Schluß dezidiert erklärt, daß es sich um keine offizielle<lb/>
Besprechung handelt, sondern wir nur mit diesem brainstorming, wie<lb/>
es so schön heißt, neue Gesichtspunkte für das Fremdenverkehrskonzept<lb/>
der 80-er Jahre erarbeiten wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Dieses Konzept möchte ich punktationsmäßig<lb/>
bei der Mittelstandsenquete im Parlament verwenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_31">Der Handelsverband der österreichischen Mittel- und Großbetriebe hat<lb/>
nämlich vor Jahren bereits zu einem Referat eingeladen. Jetzt sollte<lb/>
ich wieder die wirtschaftliche Standortbestimmung Österreichs refe<lb break="no"/><pb n="58-0055" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-14_0055.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>rieren. Ich war überrascht, wie viel ich hier auch prominente Frei<lb break="no"/>heitliche getroffen habe, wie den Präs. des Rechnungshofes <rs type="person" ref="#per__112588">Broesigke</rs><lb/>
und Botschafter <rs type="person" ref="#per__97490">Gredler</rs>. In der Diskussion wurde in einem einzigen<lb/>
Punkt das Handelsministerium attackiert, daß wir zuwenig für die<lb/>
Händler und zuviel für die Konsumenten tun. Dies war die Gelegenheit<lb/>
für Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, sich einzuschalten und ich habe dann vor<lb break="no"/>geschlagen, sie soll die Konsumentenpolitik dem Kreis dort erörtern,<lb/>
was der Vorsitzende sofort akzeptierte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-14_32">Der Empfang der ÖVP anläßlich des 75-jährigen Geburtstages von Prof.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97714">Maleta</rs> war ein Riesenauftritt im Palais Pallavicini. Selbst <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
ist gekommen und <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hielt die Laudatio. Parteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs><lb/>
hat sich bei mir bedankt, daß ich gekommen bin, er meinte, dies sei<lb/>
nicht selbstverständlich. Ich erwiderte nur, das ist für einen Häfen<lb break="no"/>bruder, <rs type="person" ref="#per__97714">Maleta</rs> war auch im Konzentrationslager so wie ich, eine Selbst<lb break="no"/>verständlichkeit.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <occupation>Vertr. steir. Landesreg. AR ÖDK</occupation>
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               <occupation>Außenminister, Bundespräsident</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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                  AG</occupation>
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               <persName type="label">Broesigke, Tassilo</persName>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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