<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19810110.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19810109.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19810112.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Samstag, der 10. Jänner 1981</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band58_1981-01-10</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date when="1981-01-10">Samstag, 10. Januar 1981</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2018-03-15">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">moved first pb element out of attachment divs by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text>
      <body>
         <pb n="58-0028" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-10_0028.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry">
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-10_01">Samstag, 10. Jänner 1981<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-10_02">Die sozialistischen Bezirksräte der Landstraße haben eine ganztägige<lb/>
Sitzung über den Bezirksentwicklungsplan. Die Gemeinde möchte jetzt<lb/>
bis zu den nächsten Wahlen 1983 diese Bezirksentwicklungspläne zu<lb break="no"/>sammenfassen und dann als großes neues Konzept präsentieren. Wie zu<lb/>
erwarten haben diese Bezirksentwicklungspläne nur die 4 Bezirksräte<lb/>
gekannt, die in der diesbezüglichen Kommission drinnensitzen. Die<lb/>
anderen wurden zwar eingehend informiert, haben die Unterlagen nie<lb/>
im Detail lesen können. Schon daraus ergab sich eine gewisse ungünstige<lb/>
Stimmung. Alle Wortmeldungen zeigten aber, daß die wirklichen Probleme<lb/>
für die Bezirksräte nach wie vor in den einzelnen kleineren Problemen<lb/>
zu suchen sind. Ich schlug deshalb vor, man sollte, da die Bezirksent<lb break="no"/>wicklungspläne ja erst in den 80-er Jahren, wahrscheinlich sogar<lb/>
erst um die Jahrtausendwende zu wirken beginnen werden, diese kleinen<lb/>
Probleme jetzt einmal nicht nur zusammenschreiben, sondern auch Priori<lb break="no"/>täten zu setzen. Der Bezirk müßte dann versuchen, bei der Gemeinde<lb/>
diese kleinen Probleme unverzüglich durchzusetzen. Wenn Schutthaufen<lb/>
weggeräumt werden, kleine Putzausbesserungen erfolgen, wirkt dies un<lb break="no"/>mittelbar auf die dortigen Bewohner. Dies wird sicherlich auch mehr<lb/>
anerkannt, als ob wir auf der Landstraße das große ÖKO-Haus-Projekt<lb/>
von Hundertwasser bekommen. Selbst wenn dies einmal in Zukunft so<lb/>
wie das Looshaus im ersten Bezirk ein kunsthistorisches Monument wird,<lb/>
jetzt stößt es überall nur auf Ablehnung. Teilweise mir Recht wird ge<lb break="no"/>sagt, wer finanziert dieses sehr teure Haus. Auch NR <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> hat dann,<lb/>
ohne daß er meine Ausführungen gekannt hat, genau dasselbe verlangt.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-10_03">Natürlich kam die Frage der Neubauwohnungen auf der Landstraße eben<lb break="no"/>falls zur Diskussion. Seit Jahrzehnten kämpfen wir darum, daß die<lb/>
Rennwegkaserne und die Schlachthausgründe die einzige Grundreserve ist,<lb/>
endlich verbaut wird. Bei den MIAG-Gründen hat man sich jetzt geeinigt,<lb/>
daß 600 neue Wohnungen kommen. Die Schwierigkeit liegt nur darin,<lb/>
daß es sehr hohe Zinse dort geben wird. Einstimmig bestand die Meinung,<lb/>
wir dürften die Altwohnungen nicht vernachlässigen. Insgesamt gibt es<lb/>
auf der Landstraße 5.500, 1.200 davon im Rabenhof. Der Rabenhof wurde<lb/>
jetzt unter Denkmalschutz gestellt, dies bedeutet, daß viele zweck<lb break="no"/>mäßige Änderungen, wie z.B. Einbau von Aufzügen, die man bei den ande<lb break="no"/>ren Gemeindebauten außen dazusetzt, nicht mehr möglich sind. Da im<lb/>
Jahr nur 30 bis 40 Altgemeindewohnungen anfallen, die man für Funktio<lb break="no"/>näre oder Mitglieder vergeben kann, entsteht eine ungeheure Abwande<lb break="no"/><pb n="58-0029" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-10_0029.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>rung von Funktionären aus der Landstraßer Bezirksorganisation.<lb/>
Unter anderem war der von der Stadtplanung anwesende Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__128481">Zabraner</rs>,<lb/>
ein guter Funktionär der Landstraße, auch in einem anderen Bezirk über<lb break="no"/>siedelt.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-10_04">Ein weiteres Problem, das diskutiert war, ist die Frage, ob die U3 jetzt<lb/>
tatsächlich sehr bald kommt. Wenn die Bauarbeiten beginnen und auf der<lb/>
Landstraße in offener Bauweise die wichtigsten Straßenverbindungen<lb/>
zerstört, weil Grabungen erfolgen müssen, starten, dann muß das schnell<lb/>
durchgezogen werden. Die Gefahr besteht, daß es sich hier um jahrzehnte<lb break="no"/>lange langsamere Fortschritte infolge Geldmangel handelt.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-10_05">Eine weitere Problematik stellt die Einfahrt der Westautobahn B1 bis<lb/>
zum Heumarkt dar. Noch schwieriger ist das Problem der B302, der Donau<lb break="no"/>kanalbegleitstraße, zu lösen. Die Einbahn wird auf der Landstraßer<lb/>
Seite in Richtung Flughafen geführt. Für die beiden Betriebe, Metall<lb break="no"/>werke und Persil, muß eine eigene Zufahrtsstraße gemacht werden. Persil<lb/>
transportiert sein Rohmaterial auf Eisenbahnwaggons im Tiefladesystem<lb/>
an. Eine Umladung auf LKW, wie man mir vorschlug, mußte ich schon<lb/>
allein aus Kostengründen ablehnen. Persil würde dadurch eine ungeheure<lb/>
Verteuerung seiner Transportkosten verkraften müssen. Darüber hinaus<lb/>
kann jetzt bei der unzulänglichen Straßenführung Persil ohne weiteres<lb/>
mit seinen Tiefladern bis in das Werk fahren. Eine Änderung der Zufahrts<lb break="no"/>möglichkeit würde also von Persil niemals akzeptiert werden. Die Ge<lb break="no"/>meinde Wien muß eben bei ihren <choice><choice><sic>Straßenprojektionen</sic><corr>Straßenprojekten</corr></choice></choice> auf die bestehenden<lb/>
Betriebe Rücksicht nehmen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-10_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Mit GD von Persil verbinden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band58_1981-01-10_07"/>
         </div>
      <div type="back"><pb n="58_0027_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-10_0027-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 10.1.1981</head>
         </div>
         <pb n="58_0027_02" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band58/58_1981-01-10_0027-02.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
         </div>
      </div></body>
      <back><listPerson><person xml:id="per__128481">
               <persName type="label">Zabraner, A</persName>
               <persName><surname>Zabraner</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Wr. Stadtplanung, SPÖ-Funktionär; Falschschreibung?</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97543">
               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/102318379X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__125291">
               <persName type="label">Martin, A</persName>
               <persName><surname>Martin</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Sekr. Büro Staribacher</occupation>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>