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            <title type="main">Freitag, der 19. Dezember 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band57_1980-12-19</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_01">Freitag, 19. Dezember <choice><choice><sic>1980</sic><corr>siehe Programmzettel v. Mittwoch, 17.12.80</corr></choice></choice><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_02">Der polnische Botschafter und sein Handelsrat intervenierten bei mir,<lb/>
daß durch Änderung des Kohle-Liefervertrages mit der Verbundgesell<lb break="no"/>schaft die 2. Tranche des 150-Mio.-S-Kredits den Banken ausgezahlt<lb/>
werden kann. Derzeit hat der Vertrag zwischen Polkarbon und der Ver<lb break="no"/>bundgesellschaft die Bestimmung, daß erst mit Baubeschluß über das<lb/>
Kohlekraftwerk in Tullnerfeld der Vertrag gültig wird. Die Banken<lb/>
stehen nun auf dem berechtigten Standpunkt, solange dieser Vertrags<lb break="no"/>punkt nicht erfüllt ist, sie nicht die 250 Mio. S Kredit ausbezahlen<lb/>
können. MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> ist, glaube ich, der berechtigten Meinung,<add>[daß]</add> die Banken<lb/>
die 150 Mio. Dollar überhaupt den Polen nicht mehr geben wollen, wes<lb break="no"/>halb sie diese Vertragsbestimmung als gute Ausrede benützen. Eine<lb/>
Rücksprache von ihm mit der CA, Dir. <rs type="person" ref="#per__127951">Finsterwalder</rs>, bestätigt seine An<lb break="no"/>nahme. Vor den Weihnachtsfeiertagen wird es daher kaum zu einer Aus<lb break="no"/>zahlung dieses von den Polen dringend benötigten Dollarkredites kom<lb break="no"/>men.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_04">Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97468">GATSCHA</rs>, BKA, ruft an und teilt mir mit, daß der Manager<lb/>
und Finanzier von <choice><choice><sic>Bad</sic><corr>Moorbad</corr></choice></choice> Harbach im Waldviertel in Groß Gerungs genauso<lb/>
ein ähnliches Projekt in Angriff nimmt. Dkfm. <rs type="person" ref="#per__120379">Mayr</rs> wird dort 65 Mio.<lb/>
S Eigenkapital aufbringen. 26 Mio. gibt das BKA aus der Waldviertel<lb break="no"/>Grenzlandförderung, 20 Mio. ERP und 19 Mio. ERP-Ersatz sollten in den<lb/>
Jahren 80 und 81 je zur Hälfte aus Finanzierungsmitteln des Handels<lb break="no"/>ministeriums kommen. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat von Dkfm. <rs type="person" ref="#per__120379">Mayr</rs> gehört, daß<lb/>
nur 10 Mio. der Bund, 10 Mio. das Land, 8 Mio. ERP-Ersatz. und 6 Mio.<lb/>
Arbeitsmarktförderungsmittel vom Sozialministerium dafür bereitge<lb break="no"/>stellt werden sollen. Da ich vom BKA den Akt mit der Finanzierung<lb/>
noch vorgeschrieben bekomme respektive einen Brief erhalten werde,<lb/>
brauche ich diese Differenz einstweilen nicht aufzuklären. Da Dkfm.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__120379">Mayr</rs> kein Feriendorf, auch nicht im Waldviertel, errichten will, wird<lb/>
es bezüglich der Finanzierung durch das Handelsministerium keinerlei<lb/>
Schwierigkeiten geben. <choice><choice><sic>Bad</sic><corr>Moorbad</corr></choice></choice> Harbach ist zwar auch manchen ÖVP-Größen,<lb/>
insbesondere aus dem Waldviertel, ein Dorn im Auge, doch kämpft die<lb/>
HK gegen <rs type="person" ref="#per__120379">Mayr</rs>, nur seine Feriendörfer, bei den anderen Projekten kann<lb/>
sie kaum etwas dagegen einwenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Jour Fixe HK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_06">Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> berichten mir, dass zwar GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> von Philips<lb/>
jedwede weitere Verhandlungen über zollfreie Einfuhr von Farbfern<lb break="no"/>sehbildröhren aus Japan abgelehnt hat, unmittelbar nach dieser Aus<lb break="no"/>sprache hat der Produktionsdirektor von Philips <rs type="person" ref="#per__127182">Kopietz</rs> aber ange<lb break="no"/>rufen und sich bereiterklärt, ein Zollfreikontingent für 20"- und 22"-<lb/>
Farbfernsehröhren von 100.000 Stück zu akteptieren. Die Firma Grundig,<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__116035">Brandner</rs>, möchte 150.000 Stück. Ich ersuche <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> die Verhandlungen<lb/>
so zu führen, daß zwischen diesen beiden Zahlen ein entsprechender<lb/>
Kompromiß erzielt werden kann. Selbstverständlich will <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> aber<lb/>
dieses Zugeständnis vorher den Japanern in den Verhandlungen über<lb/>
Selbstbeschränkung für Videorekorder oder sonstigen Zukäufen der Ja<lb break="no"/>paner verkaufen. Dies bedeutet, <choice><choice><sic>daß</sic><corr>[ein]</corr></choice></choice> solcher Vertrag auch sicherlich<lb/>
vor den Weihnachtsfeiertagen kaum zustande kommen wird. BK <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hat eine eigene Idee entwickelt. Er möchte die Differenz zwischen dem<lb/>
Sozialkostenanteil an den Lohnkosten zwischen Österreich und Japan<lb/>
durch einen Sozialindikator ausgleichen. Wenn die Sozialleistungen<lb/>
der Japaner dann wachsen und die Differenz zwischen Österreich und<lb/>
Japan auf diesem Gebiet dadurch verkleinert wird, wird dieser Sozial<lb break="no"/>indikator ebenfalls entsprechend abnehmen. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sofort<lb/>
erklärt, daß die Japaner nie akzeptieren werden. Dies würde bedeuten,<lb/>
daß ein neuer Zoll in Form einer Abgabe, zwar individuell berechnet<lb/>
für jedes Land, aber doch im Grunde genommen sehr zu Lasten Japans,<lb/>
von diesen akzeptiert werden müßte. Da dies eindeutig gegen den GATT<lb break="no"/>Vertrag verstößt, werden die Japaner mit allen ihnen zur Verfügung<lb/>
stehenden Mitteln sich dagegen wehren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte diese Idee unvoreingenommen, ohne Hin<lb break="no"/>weis auf <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, prüfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_08">Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> vom ARBÖ informiere ich, daß GD <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs><lb/>
von der Casino-AG durch mein Entgegenkommen bei der Eröffnung seiner<lb/>
Casinos bereit ist, eine ARBÖ-Radfahrergruppe zu sponsern. <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs><lb/>
konnte in dem Fall gar nicht anders, weil er mir gegenüber immer<lb/>
wieder erklärt, wie sehr er meinen Einsatz für die Casino-AG bewundert.<lb/>
Gerade die letzte Eröffnung in Seefeld, wo ich in der Nacht dann<lb/>
wieder im Auto zurückfahren mußte, um am nächsten Tag im Bundesrat<lb/>
zu sein, hat ihn ungeheuer beeindruckt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_09">Im Bundesrat selbst wurde über die EG-Beitrittsgesetze Griechenland<lb/>
überhaupt nicht diskutiert. Über die Antidumpinggesetznovelle gab<lb/>
es zwei Redner. Der ÖVP-Abgeordnete BR Dr. <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> griff wegen der<lb/>
<pb n="57-1566" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-12-19_1566.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Bestimmung über rückwirkende Abgabe das Handelsministerium respektive<lb/>
mich entschieden an. Er meinte, die HK hätte beschlossen, daß eine<lb/>
solche Bestimmung nicht aufgenommen werden dürfe. Mein Hinweis darauf<lb/>
war, daß ich mit einem Briefwechsel der HK zugesichert habe, so wie<lb/>
bisher das Antidumpinggesetz zu handhaben, die HK hat ja entsprechen<lb break="no"/>de Anträge bisher gestellt und wird dies auch sicherlich in Zukunft<lb/>
tun. Das Handelsministerium ist in Einleitung von Antidumpingverfah<lb break="no"/>ren niemals noch aktiv gewesen. Ein weiterer Angriffspunkt von <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs><lb/>
war die bis jetzt nicht durchgeführte Erhöhung der Textileinfuhr<lb break="no"/>scheingrenze von 4.000 auf 20.000 oder zumindestens 10.000,--. Er<lb/>
meinte, hier sei ein Versprechen gebrochen worden. Wie ich nachher<lb/>
mit ihm feststellen konnte, habe nicht ich ein Versprechen gebrochen,<lb/>
sondern die Industrie hat angeblich dem Handel diesbezügliche Zusagen<lb/>
gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte genau prüfen lassen, damit ich <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs><lb/>
einen diesbezüglich berichtigenden Brief schreibe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_11">Die bei der letzten Zusammenkunft mit den ARBÖ-Radfahrern vereinbarten<lb/>
Firmeninterventionen habe ich alle durchgeführt. GD <rs type="person" ref="#per__127779">Haumer</rs> von der<lb/>
Ersten Österr. Sparkasse meinte, er hätte mit den Radfahrern, <rs type="person" ref="#per__127780">Dusika</rs>,<lb/>
immer entsprechende Unterstützung dem Radsport gewährt. Jetzt müßten<lb/>
aber die Sparkassen und ganz besonders die Erste durch die Belastun<lb break="no"/>gen, die sie in letzter Zeit übernehmen mußten, entsprechend ihre<lb/>
Sponsortätigkeit neu überprüfen. Die in der Vergangenheit zur Verfü<lb break="no"/>gung stehenden Mittel müssen wesentlich gekürzt werden. <rs type="person" ref="#per__127779">Haumer</rs> er<lb break="no"/>klärte sich bereit, für eine Jugendarbeit, nicht zuletzt auch im Hin<lb break="no"/>blick, daß auch das Handelsministerium die Jugend unterstützt, ent<lb break="no"/>sprechende Gespräche zu führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_13">Dir. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> von den Donaukraftwerken ersucht mich, daß unbedingt der<lb/>
Staatsvertrag über Zoll- und paßrechtliche Fragen zwischen der BRD<lb/>
und Österreich am 23. Dezember im Ministerrat unbedingt genehmigt<lb/>
werden sollte. Dadurch kann die österr. Arbeitsgemeinschaft beim Bau<lb/>
des Kraftwerkes Nußdorf ihre Lizenzvereinbarung fortsetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_14">Die Bauprogrammentwicklung der DoKW bezüglich Greifenstein ist abge<lb break="no"/>schlossen. Die rechtlich notwendigen Schritte sind alle eingeleitet.<lb/>
Mit 1. August 1981 müßten bereits die Vorausmaßnahmen gesetzt werden,<lb/>
<pb n="57-1567" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-12-19_1567.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>drei Monate später dann der Baubeschluß gefaßt werden. Der Bau würde<lb/>
im 30-Monate-Rhythmus wie Wallsee abgewickelt werden. Normale Bauzeit<lb/>
ist 36 Monate wie für Ottensheim, Altenwörth, Abwinden-Asten und Melk.<lb/>
Ab 1.4.1984 müßten dann 1 bis 2 Maschinen bereits in Betrieb gehen.<lb/>
Für Hainburg sieht der Zeitplan vor, daß mit 1.4.84 die Vorausmaß<lb break="no"/>nahmen einsetzen sollen. Im August 84 würde dann der Baubeginn mit<lb/>
<choice><choice><sic>einem 30 Monat</sic><corr>einer 30monatigen</corr></choice></choice> Bauzeit beschlossen werden, sodaß im März 87 bereits<lb/>
ein bis zwei Maschinen in Betrieb gehen könnten. In Hainburg aber gibt<lb/>
es noch eine große Auseinandersetzung. Die Naturschützer wollen, daß<lb/>
die Aulandschaft nicht zerstört wird, weshalb Hainburg nicht im<lb/>
Trockenen, sondern naß gebaut werden sollte. Dies würde bedeuten, daß<lb/>
es zwei Jahre länger dauert und S 2 Mrd. mehr kostet. Der neue Land<lb break="no"/>schaftsschutzreferent in der Bundesregierung, LR <rs type="person" ref="#per__127029">Höger</rs>, hat diesbezüg<lb break="no"/>lich Dr. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> darauf aufmerksam gemacht. <rs type="person" ref="#per__127029">Höger</rs> ist in diesem Punk<lb break="no"/>te der Nachfolger von LH-Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__115067">Grünzweig</rs>. Er möchte dieses<lb/>
ganze Problem bei einem NÖ-Gipfel besprechen. <rs type="person" ref="#per__127029">Höger</rs> redet sich darauf<lb/>
aus, daß auch die Bundesregierung dies wünscht. Angeblich hat er Ge<lb break="no"/>spräche mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> geführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte für Regierungsssitzung, 23., vormerken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_16">Wenn die Donaukraftwerke jetzt auch durch entsprechende Naturschutz<lb break="no"/>maßnahmen bei ihrer Bauplanung so gestört werden, sehe ich für den<lb/>
Ausbau von weiteren Donaustufen ganz große Schwierigkeiten. In der<lb/>
Wachaustufe z.B. hat jetzt Prof. <rs type="person" ref="#per__123772">Grubinger</rs> für das Aktionskomitee<lb/>
unter Führung des Bürgermeisters von Spitz gearbeitet. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> teilt<lb/>
mir nun mit, daß die Gruppe von ihm entsprechende Gutachten, Experti<lb break="no"/>sen über diesen Prof. wünscht. In diesem Fall würde er sogar aus<lb/>
dem Aktionskomitee austreten. Dies halte ich für vollkommen falsch.<lb/>
Das Gutachten für <rs type="person" ref="#per__123772">Grubinger</rs> ist für die DoKW nur dann von Interesse,<lb/>
wenn er im Aktionskomitee bleibt und dort dann sein Gutachten ent<lb break="no"/>sprechend vertritt. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> wird in dieser Richtung weiterarbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte auf Jour-Fixe mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_18">Die Auffanggesellschaft für die Skifabrik Kneissl hat, wie mir <rs type="person" ref="#per__127875">Rößl<lb break="no"/>huber</rs>, der Wirtschaftstreuhänder aus Sbg., und <rs type="person" ref="#per__127876">Lauert</rs>, Treuhand- und<lb/>
Beratungs-AG aus München, mitteilt, den Beschluß gefaßt am 19.1.1981<lb/>
die Betriebsaufnahme mit 339 Beschäftigten durchzuführen. Vorausset<lb break="no"/>zung dafür ist, daß sie sich mit dem Konkursverwalter Dr. <rs type="person" ref="#per__127774">Burtscher</rs><lb/>
und vor allem der CA einigen. Die Gespräche laufen sehr gut. Die Ge<lb break="no"/><pb n="57-1568" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-12-19_1568.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sellschaft wird 50 Mio. Eigenkapital bringen, wahrscheinlich die Firma<lb/>
aus der Konkursmasse pachten, für 70 bis 80 Mio. S können sie Sicher<lb break="no"/>heit für Fremdkapital erbringen. Der Umsatz wird 200 Mio. S betragen.<lb/>
An der Gesellschaft ist der Schweizer <rs type="person" ref="#per__127956">Hauenstein</rs> aus Thun mit 75 %<lb/>
beteiligt, die amerik.-deutsche Vertriebsfirma Trak mit 15 % und<lb/>
Carinthia, die <choice><choice><sic>Windsurfer</sic><corr>Windsurfbretter</corr></choice></choice> aus <choice><choice><sic>Spitz Russ</sic><corr>Spritzguß?</corr></choice></choice> herstellt, zu 10 %. Die<lb/>
Firma Trak will in Zukunft diese Windsurfbretter, wo 80 % expor<lb break="no"/>tiert werden, ebenfalls vertreiben. Geschäftsführer soll von der Fir<lb break="no"/>ma Trak <rs type="person" ref="#per__127878">Woltschefsky</rs> werden, dieser wurde heuer in Amerika als der<lb/>
beste <sic>Wirtschaftsmannkommerzialist</sic> gefeiert. Das Hauptproblem ist<lb/>
für Firmen, daß aufgrund des ASVG die Nachfolgehaftung 30 Mio. S aus<lb break="no"/>machen soll. Eine Rückfrage bei Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__114573">Lenert</rs> im Sozialministerium<lb/>
ergibt, daß sie hier falsch informiert wurden. Das Sozialministerium<lb/>
ist bereit die ganze Frage zu prüfen und selbstverständlich entspre<lb break="no"/>chende Hilfe der Auffanggesellschaft zu gewähren. Von mir verlangen<lb/>
die beiden Vertreter <rs type="person" ref="#per__127875">Rößlhuber</rs> und <rs type="person" ref="#per__127880">Glauer</rs> überhaupt keinerlei finan<lb break="no"/>zielle Zusagen. Damit erscheint dieses Projekt interessanter, als das<lb/>
ursprünglich vom Finanzminister mit dem Fischer-Ski-Produzenten ver<lb break="no"/>handelte. Dieser wollte ja eine Ausfallsgarantie, in weiterer Folge<lb/>
der Verhandlungen hätte er sich dann bereiterklärt, durch zwei Jahre<lb/>
je 45 Mio. S Subvention zu bekommen. In diesem Fall hätte der Bund<lb/>
15 Mio., das Land Tirol 15 Mio. und die CA 15 Mio. jedes Jahr zur<lb/>
Verfügung stellen müssen. Ich berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über diese Verhand<lb break="no"/>lungen, insbesondere auch, daß das Land Tirol sehr wohl bereit war, die<lb/>
zweimal 15 Mio. S à fonds perdu zur Verfügung zu stellen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte mir gegenüber, daß sei seit Wochen die erste positive<lb/>
Lösung, die er gehört hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_19">ANMERKUNG FÜR SEKTIONSCHEF <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Wie ist es bei <rs type="person" ref="#per__114573">Lenert</rs> gelaufen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_20">Beim Jour-Fixe mit AK und ÖGB wurde über die Strompreiserhöhung der<lb/>
OKA Einvernehmen erzielt. Der AKT wird der Erhöhung zustimmen, ob<lb break="no"/>wohl der Vizepräsident der AK-OÖ, <rs type="person" ref="#per__112114">Freyschlag</rs>, heftigst dagegen pro<lb break="no"/>testiert. Die OKA hat der WTK eine Kohleerhöhung mit 1. November von<lb/>
133 auf 143,––<add>[per?]</add> 10.6. zugestimmt. Sie erwartet mit Recht, daß unver<lb break="no"/>züglich die Belastung dafür auf den Strompreis überwälzt wird. Dies<lb/>
erfolgt jetzt mit einer <choice><choice><sic>zweimonatlichen</sic><corr>zweimonatigen?</corr></choice></choice> Verspätung. Eine neuerliche<lb/>
Verzögerung wäre nicht zu verantworten. Die OKA wird eine Auflage<lb/>
bekommen, daß bis 28.2.1981 der neue Kohlepreis ausgehandelt werden<lb/>
muß oder der WTK die 30 Mio. S zur Verfügung gestellt werden, die die<lb/>
OKA bereits angekündigt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte nächstes Jahr sofort die entsprechen<lb break="no"/><pb n="57-1569" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-12-19_1569.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>den Verhandlungen urgieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_22">Das Kohleexportprojekt WTK, 55.000 t nach Jugoslawien, wird einver<lb break="no"/>nehmlich abgelehnt. Niemand kann verstehen, daß vor einem Monat die<lb/>
WTK sich außerstande erklärt hat, 45.000 t Hausbrand, wo eine ent<lb break="no"/>sprechende Lücke in Österreich entstanden wäre, selbst zu liefern. Aus<lb/>
diesem Grunde mußte der HK zugestanden werden, daß diese 45.000 t aus<lb/>
Jugoslawien importiert werden können. Die Aufteilung, die sehr kom<lb break="no"/>pliziert war, erfolgte nach wochenlangen Verhandlungen durch die HK.<lb/>
Jetzt dagegen, wo die Aufteilung auf die einzelnen Kohlenimporteure<lb/>
erfolgt ist, wird die WTK entsprechende Mengen, nämlich 55.000 t<lb/>
österr. Kohle nach Jugoslawien exportieren, dies zu einem Preis <choice><choice><sic>on</sic><corr>von?</corr></choice></choice><lb/>
190,––, 10.6., frei Riedersbach. Die ÖDK wieder kauft jugosl. Kohle<lb/>
185 loco Zeltweg. Nach Auskunft der Obersten Bergbehörde sind nur<lb/>
55.000 t disponibel. Wenn eine Kältewelle einsetzt, wird diese Menge<lb/>
sofort weg sein. Ein Export zum jetzigen Zeitpunkt kann aus Versor<lb break="no"/>gungsgründen daher nicht genehmigt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_23">Über die Frage der Studie über Kernkraft einigen wir uns, daß eine<lb/>
solche von den Sozialpartnern angeregt und auch bezahlt werden soll.<lb/>
Die HK ist dazu bereit, NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> wird mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> darüber spre<lb break="no"/>chen. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> meint, in diesem Fall werden die Atomgegner sofort eine<lb/>
Gegenstudie durchführen. Das ist mir vollkommen klar. Da der BK ent<lb break="no"/>schieden hat, daß der Prof. <rs type="person" ref="#per__112571">Tollmann</rs> als Sprecher der Atomgegner<lb/>
jeden Einblick in jedes Gutachten bekommen wird, zweifle ich gar<lb/>
nicht daran, daß sofort zwischen den Experten eine harte Auseinander<lb break="no"/>setzung über die Gutachten stattfinden wird. Als letzte Instanz möch<lb break="no"/>te ich dann eben alle diese Gutachten der Reaktorsicherheitskomission<lb/>
zuleiten. Diese wurde seinerzeit von der Österr. Volkspartei verlangt<lb/>
und muß als letzte Instanz gelten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_25">Die Wirtschaftstreuhändergebühr soll nur dann mit 1. Jänner 1981 in<lb/>
Kraft treten, wenn zwischen der Gewerkschaft der Privatangestell<lb break="no"/>ten und der Kammer eine entsprechende Kollektivsvertragsregelung aus<lb break="no"/>gehandelt wurde. In diesem Fall, erkläre ich, wird der von der Wirt<lb break="no"/>schaftstreuhänderkammer vorgeschlagene Tarif, der unter 10 % liegen<lb/>
wird, von mir genehmigt. Die AK und der ÖGB möchten, daß noch einmal<lb/>
diese Frage mit ihnen verhandelt wird. Eine solche Möglichkeit sehe<lb/>
ich nicht. Meine Meinung teilt auch ganz entschieden Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>.<lb/>
Er ist fest davon überzeugt, daß wenn man die Wirtschaftstreuhänder<lb/>
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ja bezahlen, 12 % zu akzeptieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_26">ANMERKUNG FÜR SEKTIONSCHEF <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte veranlasse noch die verein<lb break="no"/>barten Besprechungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_27">Der Präs. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> hat bezüglich der Milchpreisfestsetzung angeblich<lb/>
angedeutet, daß er mit 1.4.1981 einverstanden ist. Eine so lange Ver<lb break="no"/>handlungsdauer halten der Gewerkschaftsbund und die AK für unmöglich.<lb/>
Nach dem jetzt vorliegenden Zeitplan müßte spätestens mit 1. März der<lb/>
neue Milchpreis in Kraft treten. Da die letzte Milchpreisregelung am<lb/>
1. Dezember 1979 erfolgte, wird ein 15-Monatsrhythmus entstehen. Die<lb/>
Lohnverhandlungen mit der Paritätischen Kommission werden wahrschein<lb break="no"/>lich erst im Jänner freigegeben, sodaß vor 1.3. sowie nicht mit einem<lb/>
endgültigen Abschluß gerechnet wird. Für den Monat Februar würde dann<lb/>
wie beim letzten Mal eine Abschlagszahlung vereinbart werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_28">Die AK und der ÖGB sind einverstanden, daß für die Abschlagszahlung<lb/>
Flächenzins und Förderzins für die Vergangenheit 75–80 900 Mio. S<lb/>
vereinbart werden sollen. Die Frage ist nur, wie in Hinkunft dieses<lb/>
Entgelt geregelt wird. Der Finanzminister möchte 15 %, die AK und ÖGB<lb/>
eine varibale Flächen- und Förderzinsregelung, die durch eine Re<lb break="no"/>gierungsvorlage, wie sie jetzt MR <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> und die Ölgesellschaften verhan<lb break="no"/>deln, fixiert werden soll. Die Aufsuchungstätigkeit-Entgelte sind<lb/>
nach Meinung der ÖGB und AK zu hoch. Da ich überzeugt bin, daß jetzt<lb/>
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15-%igen Flächenzins und die Formulierung, die <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> vorschlagt, wei<lb break="no"/>testgehend akzeptieren werden, wird es sicherlich nicht zu einer<lb/>
Regierungsvorlage respektive gesetzlichen Regelung kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> soll aber die entsprechenden Wünsche<lb/>
der AK aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-19_30">Die AK und ÖGB beschweren<add>[sich]</add>, daß die vorgesehenen Arbeitsgruppen in<lb/>
der Energiesektion für Fernwärme usw. noch immer nicht in Angriff ge<lb break="no"/>nommen wurden. Dieses Problem wurde vor Monaten bereits besprochen<lb/>
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