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            <title type="main">Montag, der 15. Dezember 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_01">Montag, 15. Dezember 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_02">Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> berichtet mir offiziell über die Reorganisationsab<lb break="no"/>sicht des Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> bezüglich der Energiesektion. Diese wollen<lb/>
allen Ernstes zu den 13 Abteilungen noch drei neue Referate. Die<lb/>
Personalvertretung hat bereits angekündigt, weitere Besetzungswünsche<lb/>
zu haben. Ich erkläre sofort kategorisch, daß die Energiesektion die<lb/>
meisten Abteilungen hat, keine der anderen mindestens so wichtigen<lb/>
Sektionen kommen über zehn. Ich schlage deshalb als Ausgangspunkt der<lb/>
Verhandlungen vor, daß man die in Pension gehenden Abteilungsleiter<lb/>
nicht mehr ersetzt, die Agenden auf andere Abteilungen aufteilt und<lb/>
dadurch auf zehn die Abteilungen reduziert. Dies ist der Ausgangs<lb break="no"/>punkt der Verhandlungen für die Wünsche der Personalvertretung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_03">GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> von der Verbund schlägt vor, daß die außerordentliche<lb/>
Hauptversammlung die persönliche Entlastung der Aufsichtsräte bezüg<lb break="no"/>lich Voitsberg III Baubeschluß beschließen sollte, ohne daß unter<lb/>
einem über die finanziellen Belastungen des Bundes mit dem Finanz<lb break="no"/>ministerium verhandelt wurde. Einer solchen Vorgangsweise möchte ich<lb/>
nicht zustimmen. Typisch für die Situation der Energiesektion ist,<lb/>
daß ich trotz mehrerer Urgenzen den Brief an LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> bezüglich<lb/>
der Änderung der steirischen Barordnungen noch immer nicht erhalten<lb/>
habe. Ich sehe mich veranlaßt, das Schreiben selbst zu diktieren und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> dann zu ersuchen, daß dies dann von der Energiesektion<lb/>
aktmäßig festgehalten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die Verhandlungen mit dem Finanzministerium<lb/>
unmittelbar beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_05">Die wirtschaftspolitische Aussprache beginnt mit der Berichterstattung<lb/>
des Wirtschaftsforschungschefs Prof. <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs>. Dieser schildert die<lb/>
Situation des laufenden Jahres, wo Österreich sehr gut abgeschnitten<lb/>
hat. Für 1981 revidiert er seine Septemberprognose, wo noch 1 % des<lb/>
BIP vorgesehen war, auf 0 für das nächste Jahr. Die Arbeitslosenrate<lb/>
2,5 %, das Sozialministerium könnte aber durch entsprechend rigorose<lb/>
Gastarbeiterpolitik 10.000 Arbeitsplätze für Inländer freimachen.<lb/>
Die Industrieinvestitionen, die abgeschlossen werden müssen, werden<lb/>
verhältnismäßig hoch sein und daher hohe Importe erfordern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_06"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> schlägt ein umfangreiches Papier über die derzeitige Situa<lb break="no"/>tion und die Maßnahmen, welche ergriffen werden müßten, vor. Er be<lb break="no"/><pb n="57-1545" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-12-15_1545.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>hauptet, bei Konjunktureinbruch seien Reserven verfügbar, die aber<lb/>
nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern konzentriert eingesetzt<lb/>
werden sollten. <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> als Präs. der Nationalbank berichtet, daß zum<lb/>
Unterschied der Krise 74/75, wo die Währungen relativ fest waren<lb/>
und nur der Dollar stark gefallen ist, diesmal der europäische Währungs<lb break="no"/>block eine Gegenbewegung mitmacht und die steigenden Ölpreise bei<lb/>
steigendem Dollarpreis verkraftet werden sollen. Der Dollar reagiert<lb/>
hektisch. Tagesschwankungen von 2 % und mehr kommen vor. Die 2,5-%ige<lb/>
Abwertung des österr. Schillings kommt durch die 10-%ige Aufwertung<lb/>
des Dollarkurses zustande, da die europ. Währungen, wenn man so will,<lb/>
der europ. Währungsblock, untereinander unverändert bleibt. Das Haupt<lb break="no"/>problem ist die Hochzinspolitik, die in Amerika bereits bis zu Spitzen<lb/>
von 24 % Zinsen geführt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_07">Da das Handelsministerium, <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und <rs type="person" ref="#per__107953">Buchauer</rs> drängten darauf, den<lb/>
Energiebericht 1979 vorgelegt hat, verweise ich kurz auf die letzten<lb/>
Entwicklungen. In der Vergangenheit ging es darum, daß wir für Krisen<lb break="no"/>situationen keine gesetzlichen Maßnahmen weitreichender Art gehabt<lb/>
haben. Über das Energiesicherungsgesetz wird zwar jetzt noch im<lb/>
Parlament verhandelt. Dazu kommt, daß jetzt aber noch, sei es durch<lb/>
Umweltschutzgruppen oder durch oberste Gerichtsentscheidung wie<lb/>
Verwaltungsgerichtshof gegen Voitsberg III, große Schwierigkeiten bei<lb/>
der Fertigstellung oder Inangriffnahme von Kraftwerken auf heimische<lb/>
Primärenergie Verzögerungen entstehen. Unter diesen Umständen kann die<lb/>
Energieversorgung Mitte der 80er Jahre nicht <choice><choice><sic>gewährt</sic><corr>gewährleistet</corr></choice></choice> werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_08">In der Diskussion geben mir zwar alle Redner der Handelskammer, In<lb break="no"/>dustriellenvereinigung usw. Recht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_09">Durch diese wirtschaftspolitische Aussprache muß Sts. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> das<lb/>
Journalistenfrühstück allein leiten. Ich bin sehr erfreut dann in den<lb/>
Nachrichten und vor allem auch im Abendjournal darüber Berichte zu<lb/>
hören.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_10">Im Klub berichtet <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> über die dringliche Anfrage an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
wegen der beabsichtigten Bestellung von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zum Generaldirektor<lb/>
der CA. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> informiert die Klubfraktion über die Beschlüsse des<lb/>
Präsidiums und des Vorstandes. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wurde nicht von ihm entlassen,<lb/>
sondern <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat vorgeschlagen, ihm seiner Funktion zu entbinden.<lb/>
In die CA wird er nicht aufgrund der Beschlüsse des Parteipräsidiums<lb/>
kommen, sondern diese sind nur Vorschläge für die zuständigen Organe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_11">Die haben letzten Endes zu entscheiden. Bei der dringlichen Anfrage<lb break="no"/>beantwortung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> daher sehr geschickt ebenfalls so reagiert.<lb/>
Es bewährte sich wieder einmal die geschickte Taktik <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> im Fall<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>. Jedermann weiß, daß zwischen ihm und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> eine Zusammen<lb break="no"/>arbeit beim besten Willen nicht mehr möglich war. Trotzdem hat dieser<lb/>
lange Prozeß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die einmalige Chance gegeben, formell festzu<lb break="no"/>stellen, daß er ihn nicht entlassen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_12">Die ÖVP unter Führung von <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> verlangte Parteiengespräche über die<lb/>
Abgeltung für die Landwirtschaft durch Griechenland-Beitritt zur EG<lb/>
und dadurch bedingte Einkommensverluste. Diese wurden seinerzeit,<lb/>
um der EG gegenüber vielleicht doch die Erhöhung des Kontingentes für<lb/>
Zucht- und Nutzrinder durchzusetzen, mit 70 Mio. S berechnet. In Brüs<lb break="no"/>sel akzeptierte man diese Berechnung, um vielleicht auch intern umso<lb/>
leichter eine Erhöhung der Zuchtrinderexportquote 7.000 Stück à<lb/>
S 10.000,–– begründen zu können. In dieser Höhe fällt es sicherlich<lb/>
nicht an. Die Verhandlungen wurden dann mit Obmann des Bauernbundes<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127925">Derfler</rs>, Agrarsprecher NR <rs type="person" ref="#per__114622">Riegler</rs>, Direktor <rs type="person" ref="#per__123739">Korbl</rs>, Präsidentenkonfe<lb break="no"/>renz der Landwirtschaftskammern, und Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, vom Finanzmini<lb break="no"/>sterium MR <rs type="person" ref="#per__115484">Schultes</rs> und mir fortgesetzt. Die Bauern brachten einen<lb/>
Entwurf einer Parteienvereinbarung, wonach nicht nur die von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
zugesagte Ausfallshaftung für den Ölsaatenanbau mit max. S 50 Mio.<lb/>
befristet für das Jahr 80/81 aufschien, sondern für 82 gleich<lb/>
100 Mio. und für 83 150 Mio. Dafür sollte eine gesetzliche Dauerfinan<lb break="no"/>zierung bis März n.J. die Regierung dem Parlament vorschlagen. Der<lb/>
Landwirtschaft schwebt vor, die Mehrwertsteuer für Ölprodukte, Marga<lb break="no"/>rine, Speiseöl usw. von 8 auf 18 % zu erhöhen. Sollte dies nicht<lb/>
möglich sein, dann sollte man den allgemeinen Mehrwertsteuersatz um<lb/>
1 % oder gegebenenfalls Zitrusfrüchte und Fischkonserven und andere<lb/>
Produkte ebenfalls auf 18 % anheben, damit nicht eine Diskriminierung<lb/>
nur der Ölprodukte eintritt. Noch immer ist nämlich strittig, wie die<lb/>
außenrechtliche Absicherung der Flächenförderungsprämien oder auch<lb/>
eines Weizenverzichtsanbaus gegenüber den Amerikanern begründet wird.<lb/>
Darüber hinaus möchten sie dann noch eine entsprechende Regelung der<lb/>
importierten eiweißhaltigen Futtermittel zum Schutz der heimischen<lb/>
Futtergetreide, die Einnahmen sollten den Viehpreissubventionen<lb/>
zugerechnet werden. Außerdem wäre noch die Förderung des Exportes<lb/>
und der Verarbeitung von Obst und Gemüse durch Zweckbindung der Aus<lb break="no"/>gleichsabgaben von S 380 Mio. zu beschließen, dies alles bis<lb/>
31. März 1981. Die Bauernschaft glaubt allen Ernstes auf solch einer<lb/>
Basis zu seriösen Ergebnissen kommen zu können. Die Landwirtschaft<lb/>
<pb n="57-1547" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-12-15_1547.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>erleidet maximal eine Schädigung von weit unter S 70 Mio. und Rege<lb break="no"/>lungen sollen getroffen werden, die mindestens das 10-fache dieses<lb/>
Betrages den Bund kosten würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_13"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> entschied daher, daß man unter diesen Umständen der ÖVP in<lb/>
keiner Weise entkommen könnte. Zum Glück hatte Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> ver<lb break="no"/>anlaßt, daß entsprechende Abänderungsanträge für einfach gesetzliche<lb/>
Regelung der Griechenland-Verträge erfolgen können. Der Verfassungs<lb break="no"/>dienst hat bestätigt, daß dies ohne weiters möglich ist. Der gemisch<lb break="no"/>te Ausschuß zwischen Österreich und der EG wird daher keine Ermächti<lb break="no"/>gung bekommen. Dies wären Verfassungsbestimmungen gewesen, sondern<lb/>
es werden alle Durchführungsbestimmungen in Form von Einzelgesetzen im<lb/>
österr. Parlament zu behandeln sein. Die fast an Erpressung grenzende<lb/>
Methode der Landwirtschaft hat daher keinen Erfolg. Geärgert habe ich<lb/>
mich, daß das Handelsministerium einen solchen Gesetzesvorschlag nicht<lb/>
gemacht hat, ja sogar die Information äußerst unzulänglich war. MR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> hat zwar über die Aussprache beim Verfassungsdienst Sekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> informiert, dies ist aber nicht bis zu mir durchgedrungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_14">ANMERKUNG FÜR ALLE SEKRETÄRE: In so wichtigen Fragen mich unbedingt<lb/>
telefonisch, wo immer ich bin, zu kontaktieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_15">Die Grundig-Betriebsräte <rs type="person" ref="#per__127926">Stalzer</rs> für die Angestellten, <rs type="person" ref="#per__127927">Binder</rs> für<lb/>
die Arbeiter, mit dem Sekretär der Privatangestellten <rs type="person" ref="#per__118718">Laichmann</rs> woll<lb break="no"/>ten von mir unbedingt eine Zusage, daß die zollfreie Einfuhr von<lb/>
japanischen Farbfernsehröhren genehmigt wird. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> hatte<lb/>
als Kompromiß vorgesehen, gegebenenfalls ein gewisses Zollfreikontin<lb break="no"/>gent, Grundig wünscht 200.000,––, er möchte 150.000,–– als Maximum,<lb/>
zu genehmigen. Das Finanzministerium ist einverstanden. Der Vorschlag<lb/>
wurde jetzt Grundig inoffiziell mitgeteilt. Ich habe sofort GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs><lb/>
von Philips verständigt, der mit mir eine neuerliche Aussprache<lb/>
wünscht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_16">Im Parlament haben dann der AK-Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs>, der geschäftsführende<lb/>
Obmann der Metallarbeitergewerkschaft <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs>, der wirtschaftspoliti<lb break="no"/>sche Referent des Gewerkschaftsbundes <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, der Privatangestellten<lb break="no"/>vertreter Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs> und <rs type="person" ref="#per__118718">Laichmann</rs> mit mir über dieses<lb/>
Problem verhandelt. Übereinstimmend war die Meinung, daß ich nur<lb/>
dann den Grundig entgegenkommen könnte, wenn ein Kompromißvorschlag<lb/>
auch von Philips akzeptiert wird. <rs type="person" ref="#per__127929">Philips</rs> hatte man seinerzeit, als<lb/>
er die Farbsehröhrenfabrik in Lebring gründete, zugesagt, daß er einen<lb/>
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mir ausdrücklich auch nahegelegt, ich sollte unbedingt die Philips-<lb/>
Stellungnahme berücksichtigen. Diese entspricht ja auch den Intentionen<lb/>
der Europ.-Gemeinschafts-Verhandlungen mit Japan. Auch Österreich muß<lb/>
ja solche Verhandlungen auf alle Fälle führen. Eine schnelle Entschei<lb break="no"/>dung für Grundig ist sowieso nicht zu erwarten, da ich natürlich,<lb/>
selbst wenn es zu einem Kompromiß kommt, diesen mit den Japanern erst<lb/>
absprechen muß. Sollten die Japaner uns keinerlei Zusagen bezüglich<lb/>
Selbstbeschränkung machen, sehe ich für die internen österr. Verhand<lb break="no"/>lungen auch keinerlei Kompromißmöglichkeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_17">Über die Enquete über die Klein- und Mittelbetriebe wurde in einer<lb/>
Besprechung mit den zuständigen Beamten und Vizepräsident der Handels<lb break="no"/>kammer <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> als Präsident des FWV die Vorgangsweise bei der<lb/>
Mittelstandsenquete im Jänner festgelegt. Außer der Leistung, die in<lb/>
den 10 Jahren sozialistischer Alleinregierung für die Kleinbetriebe<lb/>
geschehen ist, wird die Politik für diese Klein- und Mittelbetriebe<lb/>
der 80er Jahre im Detail besprochen. Gewerbeordnungsnovelle, die<lb/>
Ladenschlußfrage und ganz besonders die Aufhebung der Preisregelung<lb/>
für sozial kalkulierte Preise wird im einzelnen mit AK und Gewerk<lb break="no"/>schaftsvertretern noch zu besprechen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Nächste Jour-Fixe AK &amp; ÖGB setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_19">Das Erfreulichste am heutigen Tag war das Gespräch mit den jungen<lb/>
Mitarbeitern. Immerhin haben sich ein Dutzend für das Seminar in<lb/>
Gutenstein gemeldet gehabt. Ich hatte leider nicht allzu lange Zeit,<lb/>
habe aber den Damen und Herren versichert, daß ich jederzeit für sie<lb/>
zur Verfügung stehe, auch dann, wenn sie kritische Vorschläge zu ma<lb break="no"/>chen haben. Immerhin hat es jetzt vier Jahre gedauert, bis wir wieder<lb/>
einmal eine, wie ich glaube, sehr zweckmäßige Weiterschulung von Beam<lb break="no"/>ten versucht haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Hier sollten wir wirklich systematischer vor<lb break="no"/>gehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-12-15_21">Die Gerüchte über die Personaländerungen in der Bundesregierung wer<lb break="no"/>den natürlich in den Couleurs der sozialistischen Parlamentsfraktion<lb/>
ständig diskutiert. Für mich steht ziemlich eindeutig fest, daß<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> Finanzminister wird und, wie sich jetzt immer mehr herausstellt,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch unbedingt darauf besteht, daß Prof. <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> Staatssekre<lb break="no"/>tär im Finanzministerium wird. Letztere Personalentscheidung wird von<lb/>
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guter Theoretiker sein, als Staatssekretär sei er problematisch.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> will hier aber sicherlich vor allem demonstrieren, daß im<lb/>
Finanzministerium nicht ausschließlich sozialistische Politik betrie<lb break="no"/>ben wird. Nachfolger <rs type="person" ref="#per__97891">Salchers</rs> wird sicherlich der Arzt Dr. <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs>.<lb/>
Ob eine größere Umbildung noch erfolgt, ist noch nicht entschieden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> äußert sich ja in dieser Frage offiziell nicht. Ich selbst<lb/>
habe in all diesen zehn Jahren niemals einen besonderen Kontakt zu<lb/>
ihm gesucht, auf der einen Seite will ich ihn nicht in Verlegenheit<lb/>
bringen, mir entweder nichts zu sagen, oder <choice><choice><sic>Ausrede</sic><corr>Ausreden? eine Ausrede?</corr></choice></choice> zu gebrauchen,<lb/>
auf der anderen Seite erfährt man dies über Gerüchte oder Massenme<lb break="no"/>dien Andeutungen sowieso zeitgerecht. Da vor Mitte Jänner sicher<lb break="no"/>lich nichts entschieden wird, werden während der ganzen flauen Infor<lb break="no"/>mationszeit Weihnachten und Neujahr die Gerüchte und Andeutungen zu<lb/>
Kombinationen, die größte Möglichkeit geben. Auch das dürfte Taktik<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> sein, ob es gut ist, kann ich nicht beurteilen. Daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
es perfekt macht, steht für mich außer jeden Zweifel.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Schmidt, Erich</persName>
               <persName><surname>Schmidt</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leiter vw. Abt. ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Schultes, Alfred</persName>
               <persName><surname>Schultes</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>MR FM</occupation>
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               <persName type="label">Salcher, Herbert</persName>
               <persName><surname>Salcher</surname><forename>Herbert</forename></persName>
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               <persName type="label">Albrecht, Anneliese</persName>
               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Anneliese</forename></persName>
               <occupation>Sts. HM</occupation>
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               <persName type="label">Philips, Frits</persName>
               <persName><surname>Philips</surname><forename>Frits</forename></persName>
               <occupation>Präs. Fa. Philips 19611971</occupation>
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               <persName type="label">Wille, Josef</persName>
               <persName><surname>Wille</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Steyrer, Kurt</persName>
               <persName><surname>Steyrer</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg., ab 1981 Gesundheitsmin.</occupation>
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               <persName type="label">Seidel, Hans</persName>
               <persName><surname>Seidel</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Ökonom, ab 1981 Sts.</occupation>
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               <persName type="label">Laichmann, Walter</persName>
               <persName><surname>Laichmann</surname><forename>Walter</forename></persName>
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               <persName type="label">Braun, Helmut</persName>
               <persName><surname>Braun</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Wr. SPÖ-GR-Abg., GPA, NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Binder, A</persName>
               <persName><surname>Binder</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Arb.-BR Fa. Grundig</occupation>
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               <persName type="label">Koren, Stephan</persName>
               <persName><surname>Koren</surname><forename>Stephan</forename></persName>
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               <persName type="label">Derfler, Alois</persName>
               <persName><surname>Derfler</surname><forename>Alois</forename></persName>
               <occupation>Präs. ÖVP-Bauernbund</occupation>
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               <persName type="label">Krainer, Josef jun.</persName>
               <persName><surname>Krainer</surname><forename>Josef jun.</forename></persName>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
               <persName><surname>Satzinger</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Buchauer, Gerfried</persName>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
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               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
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               <persName type="label">Mühlbacher, Kurt</persName>
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               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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               <persName type="label">Mock, Alois</persName>
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               <occupation>Abg. z. NR, Klubobmann, ÖVP</occupation>
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               <persName type="label">Peyerl, Fritz</persName>
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               <occupation>Beamter/ab 1980 Leiter Energiesektion VM/HM (Ministerienneuorganisation
                  1974)</occupation>
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               <persName type="label">Korbl, Hans</persName>
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               <occupation>stv. Gen.Sekr. LWK</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
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