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            <title type="main">Mittwoch, der 26. November 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_01">Mittwoch, 26. November 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_02">Sektionschef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> wird den portugiesischen Handelsrat wegen der Lizenz<lb break="no"/>verweigerung resp. Verzögerung von österreichischen Einfuhren nach<lb/>
Portugal vorladen. Die Portugiesen haben jetzt auf die Kontingentierung<lb/>
der Hemdeneinfuhr nach Österreich mit 1.030.000 gegen 1,8 Mio., die sie<lb/>
bis jetzt geliefert haben und heuer liefern wollten, mit systematischen<lb/>
Lizenzverzögerungen reagiert. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> aber dezidiert, daß<lb/>
jedwede Gegenmaßnahme, die Österreich erwägt, den Fall nicht eskalieren<lb/>
soll und vor allem kein Handelskrieg daraus entstehen dürfte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Kläre, was Österreich im EFTA-Sekretariat beab<lb break="no"/>sichtigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_04">Mit Dir. <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs>, ÖDK, und GD der Verbund <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> als Aufsichtsrat der<lb/>
ÖDK bespreche ich die rechtlich sehr verworrene Situation der Baugeneh<lb break="no"/>migung für Voitsberg III. Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>, anerkannter Rechtsspezialist der<lb/>
Energiesektion, steht auf dem Standpunkt, der Verwaltungsgerichtshof hat<lb/>
indirekt auch den Baubescheid aufgehoben. Immer mehr verdichtet sich da<lb break="no"/>her die Rechtsauffassung, der Bau müßte eingestellt werden. Dagegen spre<lb break="no"/>che ich mich ganz entschieden aus. Niemand würde dies verstehen, schon<lb/>
allein die Stillstandskosten würden den Bau nicht nur verzögern, sondern<lb/>
auch die terminmäßige Fertigstellung infrage stellen. Die dann zu die<lb break="no"/>sem Zeitpunkt anfallende Kohle würde zu erheblichen Lagerschwierigkei<lb break="no"/>ten und damit auch wieder zu ungeheuren Kostensteigerungen führen. Ich<lb/>
verstehe, daß der Aufsichtsrat unbedingt eine rechtliche Deckung braucht.<lb/>
Theoretisch wäre nämlich möglich, daß der Bau vollendet wird und dann<lb/>
keine Betriebsbewilligung gegeben wird. Ich schlage deshalb GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
vor, er soll einen entsprechenden Ministerratsvortrag vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_05">Am Nachmittag spreche ich auch mit Dir. <rs type="person" ref="#per__127784">Kerschbaumer</rs> von der KELAG als<lb/>
Aufsichtsrat der ÖDK. Dieser wieder fürchtet, daß die Einspruchswerber,<lb/>
die ja bezüglich des formellen Verfahrens vom Verwaltungsgerichtshof<lb/>
Recht bekommen haben, jetzt bereit wären und eine diesbezügliche Erklä<lb break="no"/>rung dem Landesregierungsreferenten schriftlich abgegeben haben, daß<lb/>
sie nur den Einbau einer Entschwefelungsanlage wünschen. Dies wird,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__127784">Kerschbaumer</rs> richtig sagt, ja bereits durch die neue Dampfkesselver<lb break="no"/>ordnung verlangt. Die ÖDK hat sich damit auch bereits abgefunden. Diese<lb/>
halbe Milliarde muß eben als Baukostenverteuerung zur Kenntnis genommen<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__127784">Kerschbaumer</rs> hat nur Angst, daß ein Querulant sich dann noch<lb break="no"/><pb n="57-1470" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-26_1470.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mals <choice><choice><sic>daquer</sic><corr>quer</corr></choice></choice> legt und die Gefahr einer weiteren Verzögerung bei An<lb break="no"/>spruch des Verwaltungsgerichtshofes entsteht. Um dem vorzubauen, schlage<lb/>
ich vor, es muß der Bürgermeister jetzt das Widmungsverfahren und im<lb/>
Bauverfahren durch Parteiengehör aller davon Betroffenen in 4 km Um<lb break="no"/>kreis durch entsprechende Einvernahme, Niederschrift, Einverständnis,<lb/>
vielleicht sogar mit Rechtsmittelverzicht einer solchen Entwicklung<lb/>
vorbeugen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> soll dies neuerdings prüfen und mir<lb/>
berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_07"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> teilt mir vertraulich mit, daß die CSSR jetzt die 100 MW Ver<lb break="no"/>tragslieferung von Strom einstellen muß. GD <rs type="person" ref="#per__126566">Huschek</rs> aus der CSSR hat<lb/>
ihm mitgeteilt, die Polen liefern keine Kohle, die Tschechen sind zu<lb/>
dieser Maßnahme gezwungen. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__126566">Huschek</rs> sofort darüber<lb/>
Verhandlungen beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_08"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> glaub heute mehr denn je, daß die SU bereit ist, wie er bei<lb/>
dem IIASA-Gespräch in Laxenburg feststellen konnte, den Stromtausch<lb/>
zwischen Österreich, Spitzenstromlieferung gegen Bandstrom aus der SU,<lb/>
akzeptieren wird. In Moskau war man nur überrascht, daß das Verhältnis<lb/>
1 zu 4 sein soll. Auch bezüglich der Atommüllagerung hat die SU noch<lb/>
nicht negativ endgültig entschieden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_09">Ich stimme mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> vollkommen überein, daß er als Organ trotz ge<lb break="no"/>genteiliger Meinung von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, niemand solle oder dürfe über Atomla<lb break="no"/>gerung verhandeln, geschweige denn eine Koppelung zwischen Atommüllage<lb break="no"/>rung und militärischem Güterbezug, konkret Mirage-Verhandlungen, führen,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> dies sehr wohl tun muß. Ohne Atommüllagerung gibt es im<lb/>
Parlament keine 2/3-Mehrheit. Ich decke daher das Vorgehen <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuths</rs><lb/>
in jeder Beziehung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_10">MR Dr. <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> wird jetzt seine Punktation bezüglich eines Gesetzes für<lb/>
eine angemessene Entgeltregelung für bundeseigene mineralische Roh<lb break="no"/>stoffe mit den Interessensvertretungen und gleichzeitig den Ölgesell<lb break="no"/>schaften ÖMV, RAG und Vorarlberger vorbereiten. Ich selbst beabsichtige<lb/>
die erste Gesprächsrunde zu eröffnen. Ich bin davon überzeugt, daß<lb/>
die Ölgesellschaften bereit sein werden, wenn sie von diesem Plan er<lb break="no"/>fahren, die Vertragsverhandlungen über entsprechenden Flächenzins und<lb/>
Förderzinsgespräche zu beschleunigen und sehr bald positiv abschließen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Jour fixe AK, HK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_12">Ich informiere Dr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, daß jetzt bezüglich der Änderung der Richt<lb break="no"/>linien des Weinfonds erstmals die HK nicht zustimmt und der Landwirt<lb break="no"/>schaftsminister jetzt von mir entgegen dem Wunsch der Handelskammer<lb/>
die Genehmigung verlangt und erwartet. Die HK hat durch ihren Vertre<lb break="no"/>ter dagegen protestiert, daß im Ausland nur für Siegelweine im Ausland<lb/>
und im Inland hauptsächlich nur Siegelweine beworben werden sollen.<lb/>
Da es für mich selbstverständlich ist, daß man nur Qualität ins Ausland<lb/>
exportieren kann und daher nur dafür werben sollte, erwarte ich von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> eine entsprechende Stellungnahme. Nachmittags teilt er mir mit,<lb/>
daß bei dieser Sitzung nicht der Handelskammervertreter Dr. <rs type="person" ref="#per__112972">Vavra</rs>,<lb/>
sondern der Gremialvorsteher <rs type="person" ref="#per__127785">Mraz</rs> anwesend war. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilt meine<lb/>
Meinung und erklärt sich dazu bereit, daß wenn ich die Richtlinien un<lb break="no"/>terschreibe, die Handelskammer dies versteht und dagegen nichts unter<lb break="no"/>nehmen wird. Offiziell möchte sie scheinbar nicht den Gremialvertreter<lb/>
desavouieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_13">Das Gespräch mit Dir. <rs type="person" ref="#per__116035">Brandner</rs>, Grundig Austria, und vor allem Herrn<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126417">Lippmann</rs>, der extra zu dieser Aussprache nach Wien eingeflogen ist,<lb/>
bringt nicht das von mir gewünschte Ergebnis. Grundig sieht in dem<lb/>
Wunsch von Philips, keine zollfreien Bildröhren unter 26 Zoll herein<lb break="no"/>zulassen, eine reine Geschäftstaktik des internationalen Philipskon<lb break="no"/>zerns auf Kosten von Grundig. Die Idee, den Verlust zwischen Grundig,<lb/>
den diese erleidet, und Philips mit einem Drittel durch Zuschüsse von<lb/>
Philips abzudecken, wird von Grundig abgelehnt. Grundig schlägt Philips<lb/>
dagegen vor, statt derzeit 90.000 Bildröhren 150.000 Bildröhren, 26<lb/>
Zoll, zu kaufen. <rs type="person" ref="#per__126281">Grundig</rs> beabsichtigt, wenn er die zollfreie Einfuhr<lb/>
von japanischen-Bildröhren bekommt, im Laufe der Jahre 450.000 Fern<lb break="no"/>sehgeräte in Wien zu erzeugen. Wird die zollfreie japanische Einfuhr<lb/>
abgelehnt, dann wird Grundig nach Portugal die Produktion verlegen.<lb/>
SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> teilt mit, daß bereits in Brüssel <rs type="person" ref="#per__114111">Slingerland</rs> das Projekt<lb/>
kennt und die Europäische Gemeinschaft ein solches Entgegenkommen ge<lb break="no"/>gen die Japaner nicht verstehen würde. Ich informiere in Anwesenheit<lb/>
von den Grundigherren GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> von Philips telefonisch und schlage vor,<lb/>
man soll noch einmal ein Gespräch zwischen beiden führen. Ich erkläre<lb/>
beiden meine unmögliche Situation, da ich natürlich, wenn es zu keinem<lb/>
Kompromiß kommt, durch meine Entscheidung auf alle Fälle einen der<lb/>
beiden zu tiefst treffen werde. Da eine inländische Produktion für<lb/>
Fernsehröhren unter 26 Zoll derzeit nicht besteht, kann ich aufgrund<lb/>
des § 6 Zolltarif bei Nichtproduktion eine Zollermäßigung oder Frei<lb break="no"/>stellung geben. Formell ist dies für mich der einfache Weg.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Erkundigt Euch, wie dies gehen würde<lb/>
und was Brüssel dazu sagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_15">In der Paritätischen Kommission führe ich auf Wunsch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> den Vor<lb break="no"/>sitz. Vorher versuchte ich noch mit der Landwirtschaftskammer zu einem<lb/>
Kompromiß bezüglich der Düngepreiserhöhung von der Chemie Linz zu ge<lb break="no"/>langen. Die Kalkulation von Chemie Linz brächte eine 17 %-ige Erhöhung.<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> wäre einverstanden mit 12 1/2 %, die Landwirtschaft ist nur<lb/>
bereit 9 % zuzugestehen. Ing. <rs type="person" ref="#per__113077">Altmann</rs> von der Präsidentenkonferenz<lb/>
meint, damit seien die Energiekosten und die höheren Gaspreise abge<lb break="no"/>deckt. Die innerbetriebliche Lohnregelung kann und will er nicht be<lb break="no"/>rücksichtigen. Präs. <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> von der NÖ Landwirtschaftskammer meint,<lb/>
da die Versuche Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__97938">Seidls</rs>, mit 11 % abzuschließen, auch ge<lb break="no"/>scheitert sind, GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> soll erhöhen, die Landwirtschaftskammer wird<lb/>
dann bei mir eine amtliche Preisregelung beantragen, sie trägt dann<lb/>
nicht mehr die Verantwortung. Mein Hinweis, daß die Bauern damit aller<lb break="no"/>dings mehr bezahlen müssen, als wenn es doch zu einer einvernehmlichen<lb/>
Regelung kommt, wie dies auch seinerzeit bei der Traktorpreiserhöhung<lb/>
von Steyr-Daimler-Puch der Fall gewesen ist, beeindruckt die Landwirt<lb break="no"/>schaftsvertreter nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Jour fixe AK, HK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_17">Die andere Tagesordnung kann ich so schnell abwickeln, daß, als <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
wenige Minuten später erscheint, er nur mehr den nächsten Termin der<lb/>
Paritätischen Kommission verhandeln muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_18">Die Aussprache mit der KELAG, <rs type="person" ref="#per__127784">Kerschbaumer</rs>, <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs>, Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__120560">Oberndorfer</rs>, Industriesektion, bezüglich der Baukostenzuschüsse kann<lb/>
durch meinen Vermittlungsvorschlag positiv abgeschlossen werden. Die<lb/>
HK hat sich bei der Baukostenzuschußregelung, die jetzt mit den Inte<lb break="no"/>ressensvertretungen einvernehmlich festgelegt wurde und bundesweit ab<lb/>
1. Jänner 1981 gelten soll, dagegen ausgesprochen, daß Kärnten hier ein<lb break="no"/>bezogen wird, solange Kärnten nicht bereit ist, für die Sondertarifab<lb break="no"/>nehmer ebenfalls die generelle Regelung, wie sie bei allen anderen Bun<lb break="no"/>desländern besteht, <choice><choice><sic>anerkennt</sic><corr>anzuerkennen</corr></choice></choice>. Nach langem hin und her einigten wir<lb/>
uns dann auf ein verspätetes Inkrafttreten der Sonderabnehmerbaukosten<lb break="no"/>zuschußregelung. Die KELAG erklärt sich bereit, und ich gebe die Ver<lb break="no"/>wendungszusage, daß jetzt die allgemeine Tarifabnehmerbaukostenzuschuß<lb break="no"/>regelung auch für die KELAG gilt, die KELAG dann spätestens mit der<lb/>
nächsten Elektrizitätspreiserhöhung, die sicherlich im Jahre 1981 erfol<lb break="no"/><pb n="57-1473" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-26_1473.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gen wird, die Sonderabnehmerregelung der anderen Bundesländer ebenfalls<lb/>
einführt. MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> wird diese Regelung schriftlich festhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_19">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilt mir mit, daß Pechkohle, die von Partl jetzt ein<lb break="no"/>geführt wird, nur in Bayern existiert. Aus Jugoslawien kann daher keine<lb/>
Pechkohle kommen. Die Bezeichnung Glanzpechkohle, um die Zollermächti<lb break="no"/>gung für jugoslawische Einfuhren in Anspruch zu nehmen, ist daher eine<lb/>
Falschbezeichnung. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wünscht daher nicht die Aufhebung einer<lb/>
Zollämterermächtigung, sondern die richtige Deklaration der Firma Partl.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die Oberste Bergbehörde soll den Sachverhalt<lb/>
genau feststellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_21">Bei der Überreichung des großen Silbernen Ehrenzeichens für GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127786">Schroeder</rs> von Felten &amp; Guilleaume erfahre ich vom anwesenden Management,<lb/>
daß die Stahlsituation zwar sehr kritisch ist, doch für diese Firma<lb/>
jetzt ein gewisser Aufwind, eher allerdings von mir als leichtes Lüfterl<lb/>
zu bezeichnen, festzustellen ist. Felten &amp; Guilleaume exportiert jetzt<lb/>
größtenteils in die Bundesrepublik. Das war noch niemals der Fall.<lb/>
Dort kann jetzt sogar eine leichte Preisaufbesserung festgestellt wer<lb break="no"/>den. Diese Mitteilung ist für mich sehr überraschend. Sie würde in<lb/>
Wirklichkeit zeigen, daß doch die Prognose, spätestens im 2. Quartal<lb/>
beginnt auch in Deutschland wieder ein Konjunkturaufschwung, zutrifft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_22">Im Parlament gibt es wegen der neuen Steuergesetze eine heftige Dis<lb break="no"/>kussion. Dem Präsidenten des Freien Wirtschaftsverbands, <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs>, und<lb/>
mir ist es geglückt, den Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> doch noch zu einer<lb/>
Revision seines Vorschlages bezüglich der 13 % Mehrwertsteuer für Ener<lb break="no"/>gielieferungen bei Fremdenverkehrsbetrieben zu korrigieren. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
wird nur 10 % Vorsteuerabzug anerkennen, dadurch aber auch ein extra<lb/>
Ausweisen der Heizkostenzuschläge erübrigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll feststellen, wie die Branche darauf<lb/>
wirklich reagiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-26_24">Bei der Genehmigung des 300-Mio.-$-Kredites hat Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> mit Dr. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>,<lb/>
<choice><choice><sic>bei</sic><corr>?</corr></choice></choice> als Energiesprecher vereinbart, wenn es zur Annahme einer Entschlie<lb break="no"/>ßung, welche die ÖVP will, kommt, die ÖVP diesem Gesetzentwurf zustimmt.<lb/>
Da in dieser Entschließung festgehalten wird, daß in Hinkunft lang<lb break="no"/>fristige Lieferverträge, allerdings, wie ich verlangte, unter Berücksich<lb break="no"/>tigung der inländischen Kohlenproduktion, liberal behandelt werden soll,<lb/>
<pb n="57-1474" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-26_1474.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sah <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> darin eine Bevorzugung der Multis. Die Ölgesellschaften<lb/>
wollen jetzt stärker in die Kohle einsteigen. Der Laufbursche der<lb/>
Multis, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> bezeichnet, will uns daher zu etwas zwingen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wollte am liebsten die Entschließung ablehnen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat<lb/>
zwar mir gegenüber erklärt, er bräuchte unbedingt die Zustimmung der<lb/>
ÖVP, weil die polnischen Kredite ja sehr umstritten sind und noch mehr<lb/>
sind und noch mehr umstritten werden, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat ihm aber gegenüber<lb/>
diese Entschließung ganz entschieden abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und ich mußten<lb/>
daher bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> heftigst intervenieren, damit er letzten Endes, wie er<lb/>
sagte, zwar gegen seinen Willen, aber doch bereit war zuzustimmen.<lb/>
Daß <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> sich dann in seinem Diskussionsbeitrag nicht an die Vereinba<lb break="no"/>rung bezüglich der Polemik mit <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> gehalten hat, war für mich nicht<lb/>
überraschend. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> meinte dann mir gegenüber allerdings, es hat sich<lb/>
wieder einmal gezeigt, daß man mit <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> kaum etwas vereinbaren kann.<lb/>
Dies wußte ich schon seit eh und je. Wichtig für <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, und ich glau<lb break="no"/>be auch für die gesamte Regierung, war es nur, daß die ÖVP und auch<lb/>
die FPÖ dieser Kreditgewährung zustimmt.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <occupation>GD Lenzing AG, Vizepräs. HK, AR-Präs. OÖ. Ferngas</occupation>
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