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            <title type="main">Dienstag, der 25. November 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band57_1980-11-25</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_01">Dienstag, 25. November 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_02">Mit GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> besprach ich die Finanzierungsnotwendigkeit des<lb/>
Eisenhüttenwerkes für die DDR. <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> wird mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs><lb/>
in Berlin die Frage klären. Die Österreichische Kontrollbank ist bereit<lb/>
den Kredit aufzustocken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_03">Die neuerliche Intervention des österreichischen Botschafters in Prag,<lb/>
den Probebetrieb in Litvínov zu wiederholen, wird prinzipiell von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> akzeptiert. Die Vöest-Alpine hat weit über ihre Verpflichtung<lb/>
aufgrund des Vertrages hinaus bereits zusätzliche Arbeit geleistet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_05">Die Überprüfung der Erzlieferungen durch Ausbau eines Schwarzen-Meer-<lb/>
Hafens oder durch den Seeumschlag wird von der Vöest-Alpine derzeit<lb/>
studiert. Dabei geht es nicht nur allein um die Eisenerze, die aus der<lb/>
Sowjetunion geliefert werden, sondern auch um die von Lateinamerika.<lb/>
Der jugoslawische Hafen Bakar reicht mit seiner Kapazität nicht mehr<lb/>
aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> ebenfalls informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_07">GD <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> schlägt nach wie vor vor, daß für die sowjetisch-österr.<lb/>
Gemischte Kommission den Vorsitz im elektrotechnischen Ausschuß GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> innehaben soll. Irgendjemand hat die Idee den Sektionschef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> damit zu betrauen. Dies würde in der Handelskammer und insbe<lb break="no"/>sondere von den betroffenen Unternehmungen als nicht zielführend be<lb break="no"/>zeichnet werden. Niemand hat gegen <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> etwas einzuwenden. In diesem<lb/>
rein technischen Vorsitz aber müßte unbedingt <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_09">Der sowjetische Handelsrat <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> teilt mir offiziell mit und<lb/>
ersucht mich ganz besonders, die vorgesehene Vertragsunterzeichnung<lb/>
über den langjährigen Wirtschaftsvertrag mit der Sowjetunion nicht im<lb/>
Dezember, sondern erst im Jänner vorzunehmen. <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> ist leider<lb/>
zu dieser Zeit noch immer in einem Sanatorium. Ich stimme dem sofort<lb/>
zu. Darüber hinaus teilt mir überraschend <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> mit, daß vom<lb/>
österreichischen BKA angeregt wurde über diesen Vertrag noch einen Brief<lb break="no"/><pb n="57-1463" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-25_1463.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>austausch zwischen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und dem neuen Ministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__127768">Tichonow</rs><lb/>
zu <choice><choice><sic>stürzen</sic><corr>?</corr></choice></choice>, wo beide Regierungen sich verpflichten, diesem Wirtschafts<lb break="no"/>programm jedwede Unterstützung zu geben. <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> gibt zu, er<lb/>
braucht dies vielmehr für seine Seite, als die österreichische Regierung<lb/>
oder Unternehmungen dies benötigen. Als Vergleich teilt er mit, hat<lb/>
die sowjetische und japanische Regierung das selbe gemacht, als in<lb/>
Jakutien, Sibirien, über Kohleverträge diesbezügliche sowjetisch-japa<lb break="no"/>nische Verträge abgeschlossen wurden. Ich kläre mit dem Kanzleramt,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>, diese Frage. Niemand hat von österreichischer Seite eine solche<lb/>
Anregung gemacht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, mit dem ich dann persönlich darüber spreche,<lb/>
ist aber selbstverständlich bereit, einen solchen Briefaustausch vor<lb break="no"/>zunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll sofort den Briefinhalt mit <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaen<lb break="no"/>ko</rs> absprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_11"><rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> teilt mir mit, daß jetzt auch neue Kooperationsvertrag<lb/>
mit der Schuhfabrik Högl abgeschlossen wird. Überhaupt hat die sowje<lb break="no"/>tische Seite für 20 Mio. Rubel Schuhe gekauft, ebenso für Konfektion<lb/>
6,6 Mio. Rubel. Im Dezember kommt eine Delegation, um Trikotagen zu<lb/>
kaufen. Die Papiermaschine mit 47 Mio. Rubel ist abgeschlossen. Bis<lb/>
1985 werden auch 10 Frachtschiffe, 3 Passagierschiffe und ein Schwimm<lb break="no"/>kran bei österreichischen Werften bestellt. Der sowjetische Aktivsaldo<lb/>
von 190 Mio. Rubel wird dadurch zur Hälfte abgebaut. Ich bedanke mich<lb/>
auch bei <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs>, daß es jetzt endlich geglückt ist, für die<lb/>
Schiffswerft die Aufträge nach Österreich zu legen. Ein weiter Wunsch<lb/>
der Sowjetunion wäre Butter, Fleisch, Getreide zu kaufen. Mit Vöest-<lb/>
Alpine wurden 750.000 Koks-Kohle weiter verhandelt. Der Erzvertrag<lb/>
für das nächste Jahr ist abgeschlossen, die Kohle, hofft <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs>,<lb/>
wird auch möglich sein. Große Schwierigkeiten gibt es aber durch den<lb/>
Ausfall der polnischen Kohle, die in die Sowjetunion hätte geliefert<lb/>
werden sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_12">Die Vöest-Alpine hat einen Auftrag zur Errichtung einer Brillenfabrik<lb/>
für 16 Mio. Rubel bekommen. Für ihn gibt es jetzt Überlegungen, ob nicht<lb/>
vielleicht doch die sowjetische Seite eine zweite Fabrik bestellen<lb/>
würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_13">Bei der Lieferung von österreichischen Waren gibt es Schwierigkeiten.<lb/>
30.000 t Zucker, die über eine französische Firma in die Sowjetunion<lb/>
verkauft werden, hat Waggonlieferschwierigkeiten. Allerdings liegt die<lb break="no"/><pb n="57-1464" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-25_1464.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>auf der ungarischen Seite. Die Sowjetunion möchte diese Zuckerliefe<lb break="no"/>rung unbedingt auf das österreichische Clearing angerechnet haben und<lb/>
nicht über das französisch-sowjetische Clearing verrechnen. Für wei<lb break="no"/>tere Lieferungen insbesondere von Konsumgütern in die Sowjetunion<lb/>
fehlen angeblich österreichische Waggons. <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> spricht von<lb/>
500 Stk., für die Schuhe allein 200. Ich interveniere sofort im Parla<lb break="no"/>ment dann, wo das Kapitel Verkehr diskutiert wird, bei dem gesamten ÖBB-<lb/>
Vorstand. Diese erklären mir, daß die Zuckerlieferwaggons als Spezial<lb break="no"/>waggons eventuell Schwierigkeiten haben können, nicht aber die sonsti<lb break="no"/>gen gedeckten 500 Waggons, die die Sowjets eventuell brauchen. GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126414">Pycha</rs> wird sich sofort mit <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> ins Einvernehmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_15">Im Klub berichtet Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> über die Angriffe der<lb/>
Agrarier gegen ihn wegen der einwandfrei nach Ausschreibung vergebenen<lb/>
Vergabe der Agrarwelt an den Vorwärts. Außerdem erwähnt er zum Schluß<lb/>
besonders den Agrarskandal. Jetzt wollen die Agrarier den einzig<lb/>
objektiven Mann aus der Milchwirtschaft entfernen, der nur objektiver<lb break="no"/>weise ihn informiert hat. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> erwartet, daß auch der Vertreter des<lb/>
Handelsministeriums MR <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> sich bei der österreichischen<add>[Hart-]</add> Käseexport<lb break="no"/>gesellschaft ÖHEG entsprechend objektiv verhält. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> verspricht mir,<lb/>
die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>-Sekretariat abstimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_17"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat in seinem Bericht festgehalten, daß seine Kritik an den<lb/>
Zeitungen, sie wollen jetzt die Regierung noch härter attackieren, als<lb/>
dies in der Vergangenheit der Fall war. Die Kronen-Zeitung, <rs type="person" ref="#per__116965">Gnam</rs>, ver<lb break="no"/>anlaßt, jetzt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vorzuwerfen, daß seine Kritik ungerechtfertigt<lb/>
ist. Über die Wirtschaftspolitik, ja selbst die gesamte Regierungspo<lb break="no"/>litik wird in immer stärkerem Maße gar nicht oder unzulänglich berich<lb break="no"/>tet, alles stürzt sich immer nur auf den AKH-Skandal. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint,<lb/>
viele Funktionäre ärgern sich über diese Vorgangsweise, wie er bei<lb/>
allen Konferenzen und Versammlungen immer wieder feststellen kann.<lb/>
Keiner der 70.000 Funktionäre in der Partei reagiert aber darauf. Wenn<lb/>
ein Aktionsbewußtsein der Funktionäre, durch Leserbriefe den Massenme<lb break="no"/>dien mitgeteilt, von 1 ‰ der Funktionäre Platz greifen würde, hätte<lb/>
dies einen entsprechenden Einfluß auf die Redakteure. 70 Briefe in<lb/>
einer Angelegenheit wären für die Zeitung eine Sensation und würde<lb/>
sofort einen entsprechenden Niederschlag finden. Andererseits will<lb/>
<pb n="57-1465" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-25_1465.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> keinesfalls dies als eine Parteiaktion verstanden wissen,<lb/>
sondern eben als eine Aufforderung an alle Spitzenfunktionäre, diese<lb/>
Möglichkeit mitzuüberlegen. Die Partei aber ist in meinen Augen viel<lb/>
zu unbeweglich, daß sie, wenn dies nicht angeordnet wird, sicherlich<lb/>
kaum etwas machen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_18">Bezüglich des AKH-Skandals meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, ergeben die Meinungsumfragen<lb/>
immer eindeutig, daß sich die Bauern dann für Fragen besonders interes<lb break="no"/>sieren, wenn es um ihr Geld geht. Dies ist auch dann der Fall, wenn<lb/>
der Eindruck entsteht, das Geld, das ihnen zustehen würde, aus irgend<lb/>
einem Grund kommt. Da aufgrund des Wahlverhaltens der Bauern man da<lb break="no"/>mit rechnen kann, daß 15 % für die SPÖ stimmen, versucht jetzt die<lb/>
ÖVP durch Aufbau eines <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>-Images diese Schichten besonders wieder<lb/>
anzusprechen. Hier muß man also durch Aufdeckung der Verhältnisse, ins<lb break="no"/>besondere durch den Käseexportskandal an die Bauern herankommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_19">Für Niklasdorf wurde eine Entscheidung gefällt, die symptomatischen<lb/>
Charakter hat. In der Obersteiermark gibt es eine sehr lebhafte Ar<lb break="no"/>beiterschaft, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sie bezeichnete, weshalb es besonders not<lb break="no"/>wendig war, diese 3-jährige Schließungsgarantie abzugeben. Die Ver<lb break="no"/>lustabdeckung jeweils 1/3 ist gerechtfertigt. Der Betriebsratsobmann,<lb/>
der in der Delegation war und Kostenanalysen rein berufsmäßig durch<lb break="no"/>führen kann, hätte ihn überzeugt, daß es eine Produktionsmöglichkeit<lb/>
gibt. Nach Auskunft des Chemiearbeiterobmanns <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> ist dies der<lb/>
Angestelltenbetriebsrat <rs type="person" ref="#per__127769">Gumhold</rs> aus Niklasdorf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit ihm sofort Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_21">Die Wohnungspolitik müßte geändert werden. Es müßten billigere Zinsen<lb/>
zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Aussage hat Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> sich dann sofort zur Diskussion gemeldet und berichtet, daß<lb/>
die Wiener Entscheidung die Eigenmittel von 10 auf 5 % zu senken,<lb/>
die Mehrwertsteuer nicht mehr in die Förderung einzubeziehen und exklu<lb break="no"/>siv zu behandeln, gegen das vorzeitige Gesetz verstoßt. Alle anderen<lb/>
Länder mit Ausnahme von Oberösterreich haben dies aber bereits auch<lb/>
schon durchgeführt. Wenn die Ansicht <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauers</rs> stimmt, dann werden<lb/>
die jetzigen gesetzlichen Bestimmungen gar nicht mehr beachtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_23">MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> teilt mir mit, daß jetzt für die 3 Subventionsansuchen, Reser<lb break="no"/><pb n="57-1466" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-25_1466.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>vierungssystem Speedy für Wien 800.000, Host für die Austrian Airlines<lb/>
500.000 und Start Vorarlberg für 8 Regionen von Vorarlberg, Tirol,<lb/>
Ötztal, Stubaital bis Saalbach 3 Mio. reserviert sind. Ich schlage so<lb break="no"/>fort vor, man soll ihnen unverzinsliche Darlehen geben, die, wenn die<lb break="no"/>se Systeme einmal tragen, rückgezahlt werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_24">Neben anderen Förderungen, die dieselbe Höhe bekommen wie im Vorjahr,<lb/>
bleibt <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> noch immer ein Rest aus seinen Studienansatz. 1 Mio. davon<lb/>
kann er, ohne ein BÜG zu benötigen, in die Förderung rübernehmen. Für<lb/>
300.000 möchte er gerne eine Modelluntersuchung an konkreten Orten<lb/>
über die allgemeine Studie über das Verhalten insbesondere der deutschen<lb/>
Gäste im Urlaub. Bevor dieses Geld verfällt, stimme ich auch dieser<lb/>
Studie zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Zweckmäßigerweise müßten wir das nächste Mal<lb/>
alles mit SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> vorher besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_26">Der Vorstand des internationalen wissenschaftlichen Kongreßinstitutes<lb/>
in Innsbruck, wo ich den Ehrenschutz <choice><choice><sic>überhabe</sic><corr>übernehme</corr></choice></choice>, berichtet mir über seine<lb/>
Aktivitäten seit 1974. Insbesondere der Chef des Kongreßhauses Inns<lb break="no"/>bruck, <rs type="person" ref="#per__127781">Zwicker</rs>, hat, ohne daß wir etwas bezahlen mußten, alle inter<lb break="no"/>nationalen Kongreßorganisationen angeschrieben und größtenteils jetzt<lb/>
in sein Institut gebracht. In Seminaren und Schulungen wurden über<lb/>
350 Leute ausgebildet. Jetzt hat Prof. <rs type="person" ref="#per__127782">Münich</rs> aus Deutschland vor,<lb/>
eine Studie über internationalen Kongreßmarkt 550.000 S durchzuführen.<lb/>
Dort soll die Abgrenzung zwischen Kongreß- und Städtetourismus im<lb/>
einzelnen festgelegt werden. Ich erkläre sofort, daß diese Studie nur<lb/>
durch Zusammenwirken mit Deutschland, der Schweiz und Österreich er<lb break="no"/>folgen könnte und auch gemeinsam finanziert werden sollte. Die Vor<lb break="no"/>standsmitglieder sowohl der Schweiz als auch Deutschland sind mit<lb/>
diesem Vorschlag sehr einverstanden und erwarten, daß ich gegebenen<lb break="no"/>falls einen Brief an Bundesrat <rs type="person" ref="#per__111708">Honegger</rs> resp. Wirtschaftsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs> schreibe. Ich mache den Vorstand auf die immer heftiger<lb/>
werdenden Angriffe und Kritiken gegen diesen Kongreßtourismus aufmerk<lb break="no"/>sam. Insbesondere die Massenkongresse, wo etliche tausende zusammen<lb break="no"/>kommen und die nach öffentlicher Meinung nur zum Abschreiben der Ausgabe<lb/>
bei den einzelnen als Tarnung dienen und in Wirklichkeit nur Urlaub<lb/>
sind, werden immer heftiger. Hier muß sich zeitgerecht das Institut<lb/>
damit beschäftigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Briefe bin ich ohne weiteres bereit zu<lb/>
schreiben.<lb/>
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            <pb n="57-1467" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-25_1467.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_28">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> und <rs type="person" ref="#per__113110">Adamovich</rs> wollen eine weitere Zusage<lb/>
wegen des E-Wegerechts. Die bisherigen Vorschläge wurden von den<lb/>
Ländern, insbesondere von der Verbindungsstelle der Bundesländer abge<lb break="no"/>lehnt. Ich habe mit Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> und <rs type="person" ref="#per__113110">Adamovich</rs> dann vereinbart, daß die<lb/>
Energiesektion <rs type="person" ref="#per__113110">Adamovich</rs> im einzelnen informieren wird, welche zu<lb break="no"/>sätzlichen Möglichkeiten es gibt. Ich kann mir ohne weiteres vorstellen,<lb/>
daß im Zuge der jetzt vom parlamentarischen Unterausschuß für das<lb/>
Energiesicherungsgesetz alle leitungsgebundenen Energiearten in Hin<lb break="no"/>kunft im Energiesicherungsgesetz geregelt werden. Dann gibt es auch<lb/>
für die Elektrizität eine neue Situation. Die Länder haben jetzt, da<lb/>
es sich hier um Gewerbeordnungsregelungen handelt, kaum eine Möglich<lb break="no"/>keit mitzuwirken. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> ist fest davon überzeugt, daß man hier den<lb/>
Ländern entgegenkommen könnte, wobei man gleichzeitig die offenen<lb/>
Fragen klären kann. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> und <rs type="person" ref="#per__113110">Adamovich</rs> teilen mir mit, daß es jetzt<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__111378">Pindur</rs> vom Gesundheitsministerium auch Gespräche wegen des Wunsches<lb/>
der Umweltverträglichkeitsprüfung im Kompetenzkatalog gegeben hat.<lb/>
Für beide ist dies mehr eine deklaratorische Erklärung, die das GuUsch<add>[vmtl. Abk. f. "Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz", Anm.]</add><lb/>
hier verlangt. <rs type="person" ref="#per__111378">Pindur</rs> hat ein Elaborat darüber verfaßt, welches ja auch<lb/>
den Ländern übergeben hat. Dort stoßt diese Idee nämlich auf den<lb/>
schärfsten Widerstand.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte Elaborat vom Gesundheitsministerium ver<lb break="no"/>langen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_30">Beim Klub der Bezirksräte auf der Landstraße gibt es nach meinem Re<lb break="no"/>ferat immer wieder die Diskussion, wie geht es in der Partei weiter. Die<lb/>
Sektionsleiter und Funktionäre werden in ihrem Wirkungskreis stets von<lb/>
den Mitgliedern gefragt, wie läuft dies mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>. Wieso kann Par<lb break="no"/>teiobmann <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> so eindeutig eine kleine Koalition mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> bereit<lb/>
indirekt ankündigen. Ich kann nur immer wieder sagen, daß ich auch<lb/>
überzeugt bin, daß die Angelegenheit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> noch lange nicht erle<lb break="no"/>digt ist. Konkreteres weiß ich selbst nicht. Wie es weiter geht, kann<lb/>
auch ich nicht vorhersagen. Interessant war nur eine einzige Bemerkung<lb/>
dann noch von einem sehr guten Funktionäre bezüglich des Beschlusses<lb/>
der Bundesregierung über Verdoppelung der Spenden für italienische<lb/>
Erdbebenopfer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_31">Im Ministerrat, der ohne Vorbesprechung diesmal abgehalten wurde, hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> als einzigen Punkt außerhalb nur gemeint, man sollte doch<lb/>
wieder eine Verdoppelung der Spenden vornehmen. Dies kann den Fi<lb break="no"/>nanzminister zwar viel Geld kosten, doch ist es psychologisch sehr gut.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_32">Diese Verdoppelungsaktionen haben immer ein sehr gutes Ergebnis ge<lb break="no"/>bracht. Die Leute haben das Gefühl, der Finanzminister muß eben auch<lb/>
einen Schilling dazulegen, wenn er selbst einen Schilling gibt. Dies<lb/>
veranlaßt zu besonderer Spendenfreudigkeit. Da mit der Durchführung<lb/>
nicht Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109051">Dohnal</rs> aus dem BKA, die, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagt, ja die<lb/>
Aktion Hilfe für Kinder der Dritten Welt führt, und Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs>,<lb/>
jetzt im Finanzministerium, seinerzeit die italienische Erdbebenhilfe<lb/>
für Friaul so gut abgewickelt hat, wird diese wieder damit betraut.<lb/>
Auch wir in der Regierung wissen, daß es notwendig sein wird, die Direkt<lb break="no"/>hilfe wirklich so schnell als möglich und so zweckmäßig als möglich<lb/>
direkt in das Gebiet zu dirigieren. Die Kritik, daß in Italien die<lb/>
Mafia sich dann wieder den größten Teil aneignen wird, ist ungerecht<lb break="no"/>fertigt. Durchstechereien wird es wahrscheinlich aber natürlich in<lb/>
Italien ganz besonders wieder geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_33">Mit dem MR <rs type="person" ref="#per__114624">Obermair</rs> besprach ich dann spät abends unter 4 Augen die<lb/>
Tatsache, daß gerade seine Abteilung Ministerbriefe jahrelang liegen<lb/>
läßt. <rs type="person" ref="#per__114624">Obermair</rs> erklärte, der seinerzeitige Sektionschef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat<lb/>
eindeutig entschieden, daß es ohne weiteres möglich ist, es müßten<lb/>
die anderen wichtigen Arbeiten zuerst erledigt werden. Zu diesem Zweck<lb/>
hat er ihm sogar einen Mathematiker, <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs>, zur Verfügung gestellt. Dieser<lb/>
ist als erklärter Kernkraftwerksgegner auf dem Standpunkt, er macht<lb/>
die Arbeit nur, die ihm gefällt, eben mathematische Lösungen und mathe<lb break="no"/>matische Probleme, die ihn interessieren. Wenn man gegen ihn vorgehen<lb/>
würde, heißt es gleich, weil er Kernkraftwerksgegner ist wird er schlecht<lb/>
behandelt. Angeblich hat er sogar Weisungen des Sektionsleiters <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs><lb/>
und auch des Abteilungsleiters <rs type="person" ref="#per__114624">Obermair</rs> ganz einfach negiert. Der<lb/>
zweite wichtige Mitarbeiter <rs type="person" ref="#per__126515">Thalhammer</rs> muß jetzt immer Arbeit für ihn<lb/>
erledigen und kommt auch nicht zur Briefbeantwortung. Ich habe ein<lb break="no"/>deutig festgestellt, daß diese Vorgangsweise von mir nicht akzeptiert<lb/>
werden kann und ich dringendst erwarte, daß ab sofort die Ministerbrie<lb break="no"/>fe innerhalb 8 Tage erledigt sein müssen. <rs type="person" ref="#per__114624">Obermair</rs> sieht dies ein,<lb/>
wird dies mit SC <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> besprechen. Er wird alles daran setzten, daß<lb/>
nicht neue nicht erledigte Ministerbriefe entstehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-25_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Details mit <rs type="person" ref="#per__114624">Obermair</rs> besprechen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 25.11.1980</head>
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            <head>Tagesordnung 65. Ministerratssitzung, 25.11.1980</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <occupation>sowj. Regierungschef ab 1980</occupation>
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               <occupation>dt. Prof., Verfasser einer Studie über den internat. Kongressmarkt;
                  Falschschreibung?</occupation>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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                  1974)</occupation>
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