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            <title type="main">Montag, der 24. November 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_01">Montag, 24. November 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_02">Wie mir unser Getränkesekretär in der LUGA mitteilt, geht der Streit<lb/>
der Betriebsräte von der Brauerei Schwechat mit den Betriebsräten der<lb/>
Brau AG munter weiter. Seit dem Kauf der Brau AG von der Molkerei<lb/>
Schwechat ist es uns nicht gelungen, die beiden Betriebsräte zu einer<lb/>
einheitlichen Betriebsratswahl und damit zu einem gemeinsamen Zentral<lb break="no"/>betriebsrat zusammenzubringen. Dazu kommt, daß scheinbar pensionierte<lb/>
AK-Beamte, die als Rechtsauskunft fungieren, mit ihren Ezzes die Si<lb break="no"/>tuation nicht verbessern, sondern verschlechtern. So wie seinerzeit<lb/>
der Kollege <rs type="person" ref="#per__127761">Forauer</rs> geglaubt hat, bezüglich einer Milchübernahmestelle<lb/>
entgegen allen bisherigen Entscheidungen recht zu behalten, besteht<lb/>
jetzt der Verdacht, daß Kollege <rs type="person" ref="#per__127765">Moosbrugger</rs>, ein zweiter pensionierter<lb/>
AK-Beamter Niederösterreichs, glaubt, auch hier seine Ezzes geben zu<lb/>
müssen. Da sich die Situation immer mehr versteift, sehe ich schon<lb/>
bald keine Möglichkeit mehr, durch eine entsprechende Aussprache mit<lb/>
allen betroffenen Betriebsräten die Frage zu bereinigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_03">Dir. <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> von der Casino AG ist mit seinem Vizepräsidenten des<lb/>
Aufsichtsrates <rs type="person" ref="#per__127763">Neumann</rs> und einem gewissen <rs type="person" ref="#per__127764">Tuma</rs> bei mir erschienen, um<lb/>
gemeinsam den Bürgermeister von Blankenberge, <rs type="person" ref="#per__127762">Content</rs>, und seine Gemein<lb break="no"/>deräte zu empfangen. In einer Vorbesprechung konnte ich klären, daß<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127763">Neumann</rs>, <rs type="person" ref="#per__127764">Tuma</rs> und auch noch die Gebrüder Gärtner, die sich insbesondere<lb/>
im Ostgeschäft viel Geld gemacht haben, jetzt die Kapitalgeber und<lb/>
neue Gesellschafter bei der belgischen Kooperation für das neue Casino<lb/>
in Blankenberge auftreten. Warum die Casino AG nicht als Gesellschaft<lb/>
hier eintritt, ist mir nicht ganz erklärlich. Ich vermute, daß entwe<lb break="no"/>der das Risiko der Casino AG als zu groß erscheint, oder es sich die<lb/>
neuen Gesellschafter gerichtet haben. Vom Standpunkt der Österr. Frem<lb break="no"/>denverkehrswerbung, und als solche betrachte ich die Aktivitäten in<lb/>
Belgien zweckmäßig, ist es mir auch ganz egal, wer die Kapitalgeber<lb/>
für dieses Experiment sind. Ich bin überzeugt, daß es gut ausgeht.<lb/>
In Belgien hat, wie mir der Bürgermeister erzählte, die Gemeinde die<lb/>
Möglichkeit das Spielcasino, daß heißt die Konzession zu vergeben.<lb/>
In Belgien gibt es auch keine gesetzliche Regelung. Die bisher beste<lb break="no"/>henden Casinos werden sozusagen geduldet. Neue können nicht mehr auf<lb break="no"/>machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Kläre mit <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> unter 4 Augen, was es mit<lb/>
den Kapitaleignern für eine Bewandtnis hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_05">Dr. <rs type="person" ref="#per__119252">Dobner</rs>, Verbund, hat in der Sowjetunion Gespräche wegen Atommüll<lb break="no"/>lagerung strengst vertraulich geführt. Bei den, wie ich allerdings<lb/>
glaube, nicht sehr kompetenten Stellen ist<add>[er?]</add> auf viel Verständnis ge<lb break="no"/>stoßen. Seine sowjetischen Gesprächspartner vermuten zurecht, daß<lb/>
dabei für ihre Organisation oder Dienststelle ein größerer Devisenbe<lb break="no"/>trag herausschaut. Die österreichische E-Wirtschaft ist natürlich be<lb break="no"/>reit dafür einen beträchtlichen Betrag zu bezahlen. Wo immer letzten<lb/>
Endes die Atommüllagerung erfolgen wird, da diese kaum in Österreich<lb/>
durchgeführt werden kann, aber selbst auch hier müßte die E-Wirtschaft<lb/>
größere Beträge aufwenden. Ich kann nur hoffen, daß sich dies auch<lb/>
in der Sowjetunion rumspricht und die dann dafür kompetenten Entschei<lb break="no"/>dungsstellen diese Deviseneinnahme für eine unbeträchtliche Dienstlei<lb break="no"/>stung im Verhältnis zu den Riesenmengen Atommüll, die die Sowjetunion<lb/>
schon hat und heute noch zusätzlich von den Woronesch-Typen übernimmt,<lb/>
kann auch den österreichischen Atommüll einschließen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_06">Zu meiner größten Überraschung ist es in verhältnismäßig kurzer Zeit<lb/>
gelungen, zwischen den Interessensvertretungen über die neuen Benzin<lb break="no"/>preise und Ofenheizöl extra leicht, die noch amtlich preisgeregelt sind,<lb/>
einen Akkord zu erzielen. 60 Groschen soll jetzt bis zum 15. Februar<lb/>
sofort vereinbart werden. Die AK wollte zuerst noch den bereits 60<lb/>
Groschen Ofenheizöl extra leicht Preis Vereinbarung auf 50 Groschen<lb/>
im Nachhinein noch einmal senken. Eine solche Vorgangsweise halte ich<lb/>
für unmöglich. Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> hat daher auch mir gegenüber zugegeben,<lb/>
daß man bei den 60 Groschen letzten Endes bleiben wird. Die Ölwirtschaft<lb/>
hat diesen Zwischenpreisbescheid, wie sie ihn sich vorstellt, nur des<lb break="no"/>halb akzeptiert, weil ab dem 15. Februar ein neues System ausgearbei<lb break="no"/>tet werden soll, wonach alle drei Monate die Preiskorrektur erfolgen<lb/>
würde. Ich kann mir nicht gut vorstellen, daß dieses System auch wir<lb break="no"/>ken wird. Ich habe GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> nicht im Unklaren gelassen, daß mit diesen<lb/>
60 Groschen die österreichischen Preise an die Schweizer herankommen<lb/>
und damit über den deutschen liegen werden. Dies wird zur Folge haben,<lb/>
daß die Grenztankstellen kaum ein Geschäft machen können. Die Preis<lb break="no"/>differenz ist zu groß, Österreicher werden weitestgehend in Deutsch<lb break="no"/>land tanken und die deutschen Urlaubsgäste werden sicherlich mit vollem<lb/>
Tank nach Österreich einreisen und mit womöglich leerem Tank von Öster<lb break="no"/>reich zurückfahren. Vom energiepolitischen Standpunkt ist diese Ent<lb break="no"/>wicklung nur zu begrüßen. Für die Ölgesellschaften und ganz besonders<lb/>
für einige Tankstellen wird dies verheerende Folgen haben. GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
meinte mir gegenüber, darüber ist er sich vollkommen klar, hofft aber,<lb/>
daß er eine Lösung wird finden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte die Schweizer und deutschen Preise<lb/>
genau berichten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_08">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> von der DDR ruft mich an, um zu fragen, wie es<lb/>
jetzt mit der Kreditgewährung zur Finanzierung des großen VÖEST-Alpine-<lb/>
Stahlkombinats gehen wird. Die bisherigen Kreditrahmen sind weitestge<lb break="no"/>hend ausgeschöpft. 4 Mrd. sind seiner Berechnung nach offen, 12 Mrd.<lb/>
macht aber das Stahlwerk aus. Ich teile ihm mit, daß ich vor Abschluß<lb/>
dem Finanzminister darauf aufmerksam gemacht habe, da GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> Mitte<lb/>
der Woche bei ihm in Berlin ist, wird dieser entweder selbst schon<lb/>
die entsprechenden Vorschläge machen, oder die konkreten Gespräche<lb/>
sollen nach Rückkehr <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalters</rs> in Österreich aufgenommen werden. <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs><lb/>
wollte sofort einen Verantwortlichen zur Verhandlung nach Österreich<lb/>
schicken. Ich habe ihm vorgeschlagen, dies soll er erst nach Aussprache<lb/>
mit GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> tun.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_10">In der Pressekonferenz hat MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> über die Papierförderung berich<lb break="no"/>tet. Der Zeitpunkt erschien mir deshalb als zweckmäßig, weil zur<lb/>
selben Zeit im BKA über die Stillegung der Papierfabrik Niklasdorf<lb/>
verhandelt wurde. Tatsache ist, daß durch die Papierförderungsaktion<lb/>
die Rationalisierung fortgeschritten ist. Bei einer 100 %-igen Umsatz<lb break="no"/>steigerung konnten um 20 % weniger Beschäftigte rationeller Papier<lb/>
erzeugen als vor 10 Jahren. 1970 hatten wir auch noch 146 Papiersor<lb break="no"/>ten, jetzt sind es 119. Auch etliche Papierfabriken oder Produktions<lb break="no"/>sparten wurden stillgelegt resp. konzentriert. Ich erklärte, ohne<lb/>
zu wissen, was bei der Besprechung im BKA herauskommen wird, daß man<lb/>
vom Standpunkt der Creditanstalt als Kapitalbesitzer unmöglich so<lb/>
überraschend Niklasdorf sperren kann. Die Zelluloseproduktion wird<lb/>
dort kaum aufrechterhalten werden können. Die Betriebsräte können aber<lb/>
nicht verstehen, daß man keinerlei Investitionen getätigt hat und<lb/>
dadurch seit Jahrzehnten auch die mögliche Papierproduktion dort so<lb/>
vernachlässigte. Bei einem Kreditvolumen von über 1 Mrd. hat Leykam,<lb/>
Brigl Bergmeister Niklasdorf wurde ja von Leykam aufgekauft, 210 Mio.<lb/>
S für die Rationalisierung von Niklasdorf reserviert gehabt. Wie dann<lb/>
spät abends vom BKA bekannt wurde, hat man sich dort tatsächlich zwi<lb break="no"/>schen Creditanstalt und Land Steiermark und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> geeinigt, daß die<lb/>
nächsten 3 Jahre die Papierfabrik nicht geschlossen wird und der Ver<lb break="no"/>lust von ca. 100 Mio. S von diesen drei Gruppen zu je einem Drittel<lb/>
getragen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was, sagen die Fachleute, sollte dort in<lb/>
Zukunft produziert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_12">MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> konnte im Pressegespräch über eine der erfolgreichsten<lb/>
Sommer-Fremdenverkehrsperioden berichten. Während bisher die Sommer<lb break="no"/>saisonen entweder rückläufig waren oder kaum Zuwachsraten in den letzten<lb/>
Jahren verzeichnen konnte, ist diesmal die Sommersaison mit 4 1/2<lb/>
Übernachtungen, Ausländer 5 %, Steigerung Inländer 2 %, sehr positiv<lb/>
gelaufen. Am wichtigsten aber war, daß um 11 % mehr Deviseneinnahmen<lb/>
zu verzeichnen sind. Dadurch kommen 11.000 S Fremdenverkehrseinnahmen<lb/>
auf den Kopf der Bevölkerung, womit wir tatsächlich weltweit die<lb/>
Spitze erreicht haben. Ein so ein plastischer Vergleich resp. Pro-<lb/>
Kopf-Rechnung wirkt auf alle Redakteure. Auch im Oktober konnten wir<lb/>
gegenüber dem Vorjahr eine 7 1/2 %-ige Nächtigungssteigerung verzeich<lb break="no"/>nen. Der Tourismus läuft also wirklich ganz exzellent.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_13">Die Fa. Gebrüder Grundmann, die vom Schweizer Konzern Fischer aufge<lb break="no"/>kauft wurde und an der die Girozentrale noch mit einer Minderheits<lb break="no"/>beteiligung aus den seinerzeit Grundmann gegebenen Bankkrediten be<lb break="no"/>teiligt ist, hat eine neue automatische Formanlage in Betrieb und angeb<lb break="no"/>lich erklärt, ich soll sie offiziell eröffnen. Da die Anlage aber<lb/>
schon so lange läuft, habe ich sie eigentlich nur besichtigt, die<lb/>
Arbeitnehmer haben dort eine Tafel angebracht, daß sie mich herzlichst<lb/>
begrüßen. Formal war also gar nichts zu tun. Bei der Betriebsbesichti<lb break="no"/>gung konnte ich aber feststellen, daß tatsächlich jetzt Grundmann durch<lb/>
die Schweizer Investition und insbesondere auch durch das Management<lb/>
diesen für die Gemeinde wichtigen Betrieb positiv führt. Wenn auch<lb/>
die Girozentrale klagt, daß sie für 170 Mio. S Investitionen bis jetzt<lb/>
noch keine Verzinsung bekommen hat, so ist sie doch froh über die<lb/>
Runden gekommen zu sein. Bei 950 Beschäftigten, wovon 160 Türken, die<lb/>
allerdings schon jahrelang dort arbeiten, einen Umsatz von 300 Mio.<lb/>
erzielen. In der Gießerei werden derzeit für Opel 50 Mio. Produkte ge<lb break="no"/>liefert. Durch das General-Motors-Werk sollen von 6500 t Leichtguß 1500<lb/>
nach Herzogenburg kommen. Dadurch wird sich der Opel-Umsatz verdrei<lb break="no"/>fachen. Für diese zusätzliche Produktion werden noch weitere 150 Be<lb break="no"/>schäftigte aufgenommen werden. Allerdings sind dafür auch für 88 Mio.<lb/>
S Investitionen erforderlich. Die Firma hat jetzt für den Leichtme<lb break="no"/>tallguß ERP-Ansuchen gestellt und 22 Mio. sind dafür vorgesehen. Dies<lb/>
langt nicht. Die Gesellschafter und Schweizer und Girozentrale brin<lb break="no"/>gen 50 Mio. Ich erklärte sofort, daß dafür das BKA zuständig ist, aber<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> sich dafür einsetzen wird, ob eine höhere Quote möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_14">Auch für Eisenguß muß in Zukunft eine 50-Mio.-S-Investition vorgesehen<lb/>
werden. Ich empfahlt der Firma ihr ganzes Investitionsprojekt sofort<lb/>
jetzt dem ERP mitzuteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll sich bitte den Fall ansehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_16">Die Fa. Gerhold in Herzogenburg hatte zur Staatswappenverleihung<lb/>
den Landesrat <rs type="person" ref="#per__111326">Schauer</rs>, den Volksbankendirektor <rs type="person" ref="#per__97912">Scherrer</rs>, einen gebore<lb break="no"/>nen Herzogenburger, und den Bürgermeister LAbg. <rs type="person" ref="#per__127767">Sulzer</rs> als Sprecher ge<lb break="no"/>laden. Vorher wurde noch der Betrieb besichtigt. So sauber und schön<lb/>
hatte ich noch niemals einen Betrieb hergerichtet gesehen als für<lb/>
diesen Ministerbesuch. Die Arbeiter standen alle in der Abteilung und<lb/>
ich konnte sie alle persönlich begrüßen, was mir sehr gut gefallen<lb/>
hat. Das Fest selbst fand dann im Stift Herzogenburg statt. Der Probst,<lb/>
den ich von meinem Besuch mit dem Schweizer Handelsminister bei der<lb/>
Ausstellung "Die Ostkirche" kennenlernte, war sehr erfreut, daß ich wie<lb break="no"/>der gekommen bin. Für mich ist es wirklich ein Rätsel, wie dieser Fa<lb break="no"/>milienbetrieb gegen die harte Konkurrenz der internationalen Konzerne<lb/>
existieren kann. Ich hatte in Schwechat die ganz neue Produktions<lb break="no"/>stätte von AGA eröffnet. Diese Gaserzeugungsanlage ist natürlich we<lb break="no"/>sentlich größer und moderner ausgerüstet. Wahrscheinlich kann die Fir<lb break="no"/>ma Gerhold nur deshalb existieren, weil sie ein sehr umfangreiches<lb/>
Kundenservice unterhält. Ich hätte nicht geglaubt, daß 7000 Kunden<lb/>
von Herzogenburg in ganz Niederösterreich beliefert werden. 35.000<lb/>
Flaschen sind ständig unterwegs. Wie <rs type="person" ref="#per__127766">Gerhold</rs> mir unter 4 Augen ver<lb break="no"/>sichert, es geht ein großer Teil davon an Pfuscher oder, wie er sie<lb/>
lieber bezeichnet, an Hobby-Schweißer. Daß sich die Firma jetzt, die<lb/>
1919 von einem abgerüsteten Major, eben dem Vater des KR <rs type="person" ref="#per__127766">Gerhold</rs>, ge<lb break="no"/>gründet wurde, bis jetzt hält, ist wirklich ein Phänomen. Seine Kinder<lb/>
arbeiten schon mit, der Betrieb ist, wie mir Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__127767">Sulzer</rs> sagt,<lb/>
sehr gesund und wird daher weiterexistieren können. Die Erklärung da<lb break="no"/>für ist vielleicht, daß ich dann auch ein sehr altes kleines Kraft<lb break="no"/>werk, daß der Firma gehört, billigen Strom erzeugt. Luft ist umsonst,<lb/>
Strom einigermaßen durch die abgeschriebenen Maschinen auch fast. Da<lb/>
der Betrieb jährlich 10 % seines Umsatzes investiert und auf mich<lb/>
einen wirklich sehr guten Eindruck macht, glaube ich tatsächlich, daß<lb/>
selbst gegen so große internationale Konzerne, die ansonsten den Gas<lb break="no"/>markt beherrschen, eine Überlebenschance besteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-24_17">Bis zu den 6-Uhr-Nachrichten wurde die neue Benzinpreisfestsetzung<lb/>
sozusagen vertraulich behandelt und Gott sei Dank nicht um 5 Uhr be<lb break="no"/><pb n="57-1461" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-24_1461.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>reits in der Öffentlichkeit mitgeteilt. MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> hat mir nämlich den<lb/>
ganzen Tag immer versichert, er muß um 5 Uhr spätestens in der Wiener<lb/>
Zeitung die Verlautbarung abgeliefert haben, sonst erscheint sie nicht<lb/>
mehr zeitgerecht für den nächsten Tag. Ich hätte eigentlich erwartet,<lb/>
daß ab 6 Uhr dann ein großer Run an die Tankstellen erfolgt. Zu mei<lb break="no"/>ner größten Überraschung konnte ich feststellen, daß dies eigentlich<lb/>
nicht der Fall war. Die Leute sind doch scheinbar verhältnismäßig<lb/>
sehr lethargisch oder waren überrascht, daß nur 60 Groschen herausge<lb break="no"/>kommen sind. Der Preisantrag hat ja 1,40 betragen. Auf alle Fälle ist<lb/>
diese Preiserhöhungsrunde, die letzten Endes die Zustimmung aller Betei<lb break="no"/>ligten gefunden hat, schneller und einfacher über die Bühne gegangen,<lb/>
als ich eigentlich befürchtete.<lb/>
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               <persName type="label">Scherrer, Josef</persName>
               <persName><surname>Scherrer</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg. bis 1975, Dir. Volksbank AG</occupation>
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               <persName type="label">Dobner, A</persName>
               <persName><surname>Dobner</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Kandidat Postenbesetzung DoKW (ÖVP)</occupation>
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               <persName type="label">Wallner, Leo</persName>
               <persName><surname>Wallner</surname><forename>Leo</forename></persName>
               <occupation>GD Casinos Austria</occupation>
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               <persName type="label">Martin, A</persName>
               <persName><surname>Martin</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Sekr. Büro Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Kurzel-Runtscheiner, Oswald</persName>
               <persName><surname>Kurzel-Runtscheiner</surname><forename>Oswald</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Content, Willem</persName>
               <persName><surname>Content</surname><forename>Willem</forename></persName>
               <occupation>Bgm. Blankenberge (Belgien)</occupation>
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               <persName type="label">Bauer, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Bauer</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>GD ÖMV</occupation>
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               <persName type="label">Beil, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Beil</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>DDR-Außenhandelssts./-min.</occupation>
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               <persName type="label">Tuma, A</persName>
               <persName><surname>Tuma</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Casinoprojekt Blankenberge, B</occupation>
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               <persName><surname>Forauer</surname><forename>Max</forename></persName>
               <occupation>Sekr. AK NÖ</occupation>
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               <persName type="label">Schauer, Erwin</persName>
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               <occupation>LR NÖ, ÖVP</occupation>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName><surname>Sulzer</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Bgm. Herzogenburg (NÖ), SPÖ</occupation>
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               <persName><surname>Zöllner</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <occupation>AK NÖ</occupation>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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