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            <title type="main">Donnerstag, der 20. November 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band57_1980-11-20</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_01">Donnerstag, 20. November 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_02">Das Planseewerk verleiht heuer zum zweiten Mal 75.000 S einen Inno<lb break="no"/>vationspreis. Diesmal ersuchten sie, daß ich ihn persönlich im Marmor<lb break="no"/>saal den beiden Firmen überreichte, eine Schweißpunktmaschine für<lb/>
Plastik und ein Meßinstrument, von Seibersdorf entwickelt. Bei dieser<lb/>
Gelegenheit konnte ich endlich Frau <rs type="person" ref="#per__127589">Schwarzkopf</rs> persönlich kennenlernen.<lb/>
Nach dem Tod ihres Mannes hat man ihr prophezeit, sie würde dieses<lb/>
Werk nie führen können. Das Gegenteil trat ein. Sie ist heute die un<lb break="no"/>bestrittene Chefin, hat ein sehr gutes Team als Management und führt<lb/>
den Betrieb ganz exzellent. Ich habe den Planseeleuten versprochen,<lb/>
daß ich als Handelsminister hinter ihrer mit der VÖEST-Alpine neu zu<lb/>
beginnenden Produktion in Liezen stehe. Dort wird für das österreichi<lb break="no"/>sche Bundesheer, aber natürlich weil die Serie viel zu klein wird, eine<lb/>
neue Kerngeschoßmunition entwickelt. Ich habe auch im Parteivorstand<lb/>
dann mit Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> darüber gesprochen, der auch de<lb break="no"/>zidiert erklärt, daß dies die einzige Chance ist, damit Liezen überlebt.<lb/>
Bei seinem Besuch sind dort etliche Straßenwalzen fertig gestanden,<lb/>
also sozusagen die Friedensproduktion, nur verkaufen konnte sie niemand.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_03">Dr. <rs type="person" ref="#per__127587">Führing</rs> von der Präsidentenkonferenz, Marktbüro, ist mit dem steiri<lb break="no"/>schen Safterzeuger <rs type="person" ref="#per__127586">Tödling</rs>, ehemaliger Abg. z. NR, und Ing. <rs type="person" ref="#per__127588">Wurm</rs> von der<lb/>
großen Stift Klosterneuburg in Korneuburg liegenden Obstfarm Donau<lb break="no"/>tal gekommen, um einen Apfelkorb zu überreichen. Bei dieser Gelegenheit<lb/>
teilte mir Ing. <rs type="person" ref="#per__127588">Wurm</rs> mit, daß die Bio-Leute von der Landwirtschaft ver<lb break="no"/>langen, sie sollten natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel wie Nikotin<lb/>
oder Pyrethrum verwenden. In beiden Fällen wird die gesamte Kleintier<lb break="no"/>welt damit getötet. Was jetzt die Obst- und Gemüsepflanzer machen,<lb/>
sie spritzen nicht mehr blind, wie man es von den Italienern früher über<lb break="no"/>nommen hat. Jetzt wird ganz spezifisch gegen eine gewissen Schädlings<lb break="no"/>art der sogenannte integrierte Pflanzenschutz angewandt. Das beste<lb/>
ist Paraffin über die Pflanze, wodurch die Eier bereits ersticken.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127586">Tödling</rs> teilte mir mit, daß er große Schwierigkeiten mit österreichi<lb break="no"/>schen Apfel- und Birnensaftkonzentratexport nach Schweden hat. Diese<lb/>
wollen jetzt die Zollfreiheit aufheben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was werden wir dagegen unternehmen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_05"><rs type="person" ref="#per__127586">Tödling</rs> ist gleichzeitig Bürgermeister seiner Gemeinde und hat große<lb/>
Schwierigkeiten jetzt mit einem Talkumwerk.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> soll sich den Fall ansehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_07">Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs><add>[evtl. Falschidentifikation]</add> wurde vom Kammeramtspräsident von Wien, <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs>,<lb/>
geschickt, um für einen Kommerzialratstitel zu intervenieren. Selbst<lb break="no"/>verständlich werden wir diesen Wunsch erfüllen. Mit der Bundeshandels<lb break="no"/>kammer habe ich einen verhältnismäßig sehr guten Kontakt, mit der<lb/>
Wiener Handelskammer ist dieser äußerst gering. Dies gilt aber für<lb/>
alle Landeskammern. Die Taktik der Bundeshandelskammer ist natürlich,<lb/>
daß sie alles über sich abwickeln will und daher wenn möglich keine<lb/>
Aktivität den Landeskammern überläßt. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> konnte dies bestimmt<lb/>
seit 1970, und insbesondere der Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat diese Politik<lb/>
verfolgt, mit einer guten politischen Begründung erreichen. Man wird<lb/>
doch nicht einen sozialistischen Handelsminister in die Landeskammern<lb/>
einladen oder gar von ihm etwas wollen. Ab und zu nun kommen einzelne<lb/>
Ansuchen und Wünsche doch auch zu mir. Es ist für mich selbstverständ<lb break="no"/>lich, daß ich die dann besonders bevorzugt erledige.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte den Fall mir schnell zur Entscheidung vor<lb break="no"/>legen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_09">Im Parteivorstand hielt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zum 75. Geburtstag von <rs type="person" ref="#per__98056">Weikhart</rs>,<lb/>
der allerdings nicht eingeladen war oder nicht kommen konnte, eine<lb/>
überaus herzliche Geburtstagsrede. Ich habe zu <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, der neben mir<lb/>
sitzt erklärt, ich möchte dies nicht haben. Ich weiß, in einer poli<lb break="no"/>tischen Partei kann und soll man nicht zimperlich sein. Ich erinnere<lb/>
mich aber noch sehr gut, wie in der <rs type="person" ref="#per__97793">Olah</rs>-Sache, wo <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf seiner<lb/>
Seite stand, <rs type="person" ref="#per__98056">Weikhart</rs> aber auf der Seite von <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs>, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, gerade<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> <rs type="person" ref="#per__98056">Weikhart</rs> deshalb hart attackierte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_10"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtete dann über die Sozialistische Internationale. Die<lb/>
Angst, daß Nicaragua jetzt von den Amerikanern falsch behandelt wird,<lb/>
hat ja das Präsidium der Internationalen veranlaßt, geschlossen als<lb/>
ein Nicaragua-Komitee aufzutreten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint auch, daß <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> eine<lb/>
bessere Administration aufbauen wird, als dies <rs type="person" ref="#per__109804">Carter</rs> konnte. Der<lb/>
konservative <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> wird seiner Meinung nach besser regieren. Bei<lb/>
dieser Gelegenheit meinte er, es wäre höchste Zeit, daß man jetzt in<lb/>
der sozialistischen Bewegung eine Revision des Begriffes konservativ<lb/>
sich überlegt. In der Vergangenheit war dieser Begriff negativ be<lb break="no"/>setzt. Jetzt wird er sich nicht nur durch die Wahl <rs type="person" ref="#per__126232">Reagans</rs>, sondern<lb/>
überhaupt durch eine Entwicklung bei der Jugend immer mehr zum Positi<lb break="no"/>ven wenden. Natürlich hat dann in der Diskussion der Obmann der SJ<lb/>
<pb n="57-1443" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-20_1443.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> sofort dagegen remonstriert und meinte, die Begriffe konservativ<lb/>
und reaktionär seien so eingeprägt bei der Jugend, daß man den nicht<lb/>
wandeln soll, sondern die Polarisation unbedingt beibehalten müßte.<lb/>
In dieser Beziehung war ich eigentlich ein wenig erschüttert, daß<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> nicht einmal bei Begriffsbestimmungen beweglich ist. Außerdem bin<lb/>
ich überzeugt davon, irrt er hier wirklich. Der Begriff konservativ<lb/>
hat immer eine positive Seite auch gehabt und die wird sicherlich in<lb/>
der Zukunft stärker nicht nur von der ÖVP, sondern auch von anderen<lb/>
Kräften erfolgreich herausgestrichen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_11">In der Vergangenheit war die Wirtschaftspolitik Österreichs weitest<lb break="no"/>gehend amerikaabhängig, wie z.B. durch den Marshallplan bedingt.<lb/>
Die amerikanischen Präsidenten mußten immer, wenn sie dann regiert<lb/>
haben, andere Politik machen, als sie in den Wahlen versprochen hatten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127590">Truman</rs> z.B. wollte den Sowjets durch militärische Maßnahmen Gebiete<lb/>
entreißen. Letzten Endes mußte er sich zum österreichischen Staatsver<lb break="no"/>trag durchringen, wo die Sowjets Gebietsabtrennungen freiwillig durch<lb break="no"/>führten. <rs type="person" ref="#per__127591">Nixon</rs> wurde durch die Anti-China-Lobby auf einen harten Kurs<lb/>
gegen China festgelegt. Er war es dann als Präsident, der die Bezie<lb break="no"/>hungen mit China aufgenommen hat. <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> hat also in der Wahlkampagne<lb/>
versprochen, die Inflation zu senken, die Steuern zu senken, eine hö<lb break="no"/>here Rüstung zu finanzieren, SALT II abzulehnen, und doch ist <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
überzeugt, er wird konträre Politik machen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_12">Zur Wirtschaftspolitik meinte er, daß durch die Fusion VÖEST-Alpine<lb/>
auch die Strukturschwächen übernommen wurden, durch Rieseninvesti<lb break="no"/>tionen wie z.B. in Kindberg das Röhrenwerk, die Bergbaumaschinenpro<lb break="no"/>duktion, wo jetzt bei der Kohlerenaissance diese dringendst gebraucht<lb/>
werden, aber dann letzten Endes die Schwächen überwunden. Bei der VEW<lb/>
ist dies bis jetzt nicht geglückt. Hier liegt es auch an dem Manage<lb break="no"/>ment. Manche verstaatlichten Betriebe schneiden sehr gut ab, wie z.B.<lb/>
die ÖMV, die allerdings auch die höchsten Löhne und Gehälter zahlt<lb/>
und Superdividenden auswirft. Elin hat gut abgeschnitten, allerdings<lb/>
durch ihre Handelsfunktion. Die SGP kann nur existieren, weil die ÖBB<lb/>
Wagen in Auftrag geben, die sie woanders um ein Drittel billiger kau<lb break="no"/>fen könnten. Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> warf sofort ein, das gilt auch für Wien<lb/>
mit den U-Bahnwagen, die dort bestellt werden. 1974 wurde vor der<lb/>
Krise ein Programm schon aus der Oppositionszeit von der SPÖ entwickelt<lb/>
und dann besonders finanziert, wonach Österreich europareif werden<lb/>
soll, die Infrastruktur verbessert werden muß und wo auch der Wohnbau<lb/>
entsprechend gefördert wurde. Dies ist in der Zwischenzeit alles er<lb break="no"/><pb n="57-1444" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-20_1444.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>reicht, bei einem leicht überhöhten Schillingkurs wurde eine gute Po<lb break="no"/>litik gemacht, jetzt ist es notwendig ein neues Programm zu entwickeln.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> wird 500 Mio. aus der Arbeitsmarktförderung geben, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
ebenfalls anstelle der Zinsenzuschußaktion, die heuer ausläuft. Damit<lb/>
steht eine Milliarde zur Verfügung und auch die ERP-Mittel von 1 Mrd.<lb/>
und sonstige Förderungen wie z.B. jetzt die dreimal jährlich 100 Mio.<lb/>
aus den AHF-Beiträgen. Jetzt müsse man in dem strukturschwachen Ge<lb break="no"/>biet Steiermark entsprechende Maßnahmen setzen. Die CA, GD <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs>,<lb/>
hat in Leykam und in der Papierpolitik, Aufkauf von Brigl &amp; Bergmeister,<lb/>
Niklasdorf, und jetzt dann Beschluß ihn stillzulegen, vollkommen falsch<lb/>
entschieden. Die Zellulose wird in Niklasdorf nicht weiter erzeugt<lb/>
werden können. Für die Papiermaschinen aber müßte man unbedingt eine<lb/>
Spezialproduktion hinlegen. Ähnlich schlecht ist es um Möllersdorf<lb/>
gestanden, bis es jetzt dann gelungen ist Fichtel &amp; Sachs hinzubringen.<lb/>
Man kann nicht sofort jeden Betrieb schließen wollen, der durch schlech<lb break="no"/>tes Management, sicherlich auch durch geringe Kapitalausstattung und<lb/>
viel zu geringe Investition vernachlässigt wird resp. wurde. Außerdem<lb/>
kündigte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> an, daß 1981 neue Methoden der Aufklärung der Be<lb break="no"/>völkerung und der Propaganda von der SPÖ entwickelt werden müssen.<lb/>
In der Diskussion wurden die alten Probleme wieder aufgewärmt. Insbe<lb break="no"/>sondere hat LRat <rs type="person" ref="#per__127592">Gruber</rs> als Zentralbetriebsratsobmann der VEW seine<lb/>
Sorgen vorgetragen. Erstmals hat auch der Vorwärts-Direktor <rs type="person" ref="#per__110985">Lebrunner</rs><add>[evtl. Falschidentifikation]</add><lb/>
berichtet, daß nach seiner Meinung nach 1 Mrd. Druckaufträge von den<lb/>
Ministerien vergeben werden und der Vorwärts davon einen Promillean<lb break="no"/>teil bekommt. Jetzt regt sie die ÖVP auf, weil die Agrarwelt mit 4,4<lb/>
Mio. S beim Vorwärts gedruckt wird. Vorwärts und die Guttenberg sozi<lb break="no"/>alistischen Druckereien in den Ländern beschäftigen ca. 2000 Leute,<lb/>
sind also mit offiziellen und öffentlichen Aufträgen unterrepräsen<lb break="no"/>tiert. Ich frage mich allerdings, wieso Vorwärts und die Druckereien<lb/>
hier nicht im stärkeren Ausmaß sich eben um Aufträge bemüht haben,<lb/>
wenn sie, wie bei Agrarwelt sich jetzt herausstellt, konkurrenzfähig<lb/>
bei Ausschreibungen zum Zuge kommen können. Ich fürchte, daß früher<lb/>
sehr wohl nicht konkurrenzfähige Offerte abgegeben wurden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Achte bitte, daß Vorwärts zumindestens zur<lb/>
Offerterstellung immer eingeladen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_14">Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> berichtete dann über die Organisationsfragen.<lb/>
Der Kinderfreundesekretär <rs type="person" ref="#per__127015">Matzenauer</rs>, der jetzt Präsident des Stadt<lb break="no"/>schulrates wurde, wird von Dr. <rs type="person" ref="#per__127593">Irschik</rs> abgelöst. Da Kammeramtsdirektor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127073">Kottek</rs> von Kärnten jetzt im Nationalrat ist, wird in der ÖDK <rs type="person" ref="#per__127594">Lobenpein</rs><lb/>
<pb n="57-1445" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-20_1445.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>und bei der BBU <rs type="person" ref="#per__114138">Brauneis</rs> ihn ablösen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_15">Interessant war, daß Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> dann berichtet hat, daß<lb/>
das Tief der Sozialisten aufgrund einer neuen IFES-Studie in der ersten<lb/>
Hälfte November zeigt, daß es überwunden ist. Von 44 % seien wir wie<lb break="no"/>der auf 48 1/2 % bis 49 % angestiegen. Noch immer gibt es aber ein<lb/>
furchtbar negatives Image für die Partei. Man nimmt an, daß Geld zur<lb/>
SPÖ geflossen ist, daß sie zu wenig gegen die Korruption macht und<lb/>
daß sie insbesondere bei den Steuermitteln eine leichte Hand hat, die<lb break="no"/>se auszugeben. Hier wird es notwendig sein, daß man nicht nur einwand<lb break="no"/>frei nachweist, daß die SPÖ mit der Korruption nichts zu tun hat und<lb/>
daß wir eine sehr wohl vernünftige Steuer- und Ausgabepolitik betrei<lb break="no"/>ben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_16">In der Geldausgabe der Parteien hat die ÖVP mindestens 805 Mio. S pro<lb/>
Jahr inkl. der Verbünde zur Verfügung, wahrscheinlich beträgt die<lb/>
Ausgabensumme 1 Mrd. Sie ist damit wesentlich besser dotiert als die<lb/>
SPÖ. Die FPÖ wieder bekommt von der Industriellenvereinigung größere<lb/>
Beträge. Bei dieser Gelegenheit wurde gleich mitgeteilt, daß auch die<lb/>
OKA und die STEWEAG und die NEWAG Mitglieder der Industriellenvereini<lb break="no"/>gung sind und dadurch über diese auf der FPÖ Finanzmittel bekommt.<lb/>
Die Ländervertreter von Oberösterreich und der Steiermark haben sofort<lb/>
gesagt, daß auch die SPÖ von den E-Gesellschaften unterstützt wird.<lb/>
Neu für mich war, daß <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> behauptete, die Presse bekommt jetzt 15<lb/>
Mio. S von der Handelskammer neben der 10 Mio. S Pressefonds für die<lb/>
wahlwerbenden Parteien.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Versuch die richtigen Zahlen herauszufinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_18">Dir. <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> von VW bemüht sich, daß jetzt nach Mexiko auch Bleche<lb/>
verkauft werden können, die zwar um 40 $/t teurer sind als die<lb/>
dort von anderen Staaten offerierten. Mit dem Hinweis, daß VW-Mexiko<lb/>
Käfer nach Österreich liefert, ist es ihm dann tatsächlich auch ge<lb break="no"/>lungen. Durch dieses Zuliefergeschäft kommt Mexiko jetzt in den Genuß<lb/>
der 4 %-igen Zollbelastung anstelle von 10 %. <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> ist auch fest<lb/>
davon überzeugt, daß es früher oder später gelingen wird, den Allrad<lb break="no"/>bus, 10.000 Stk. wie beabsichtigt pro Jahr, nach Österreich zu verlegen.<lb/>
Die Abschreibungsquote soll von 5 Jahren auf 7 Jahre erhöht werden und<lb/>
bei Steyr-Daimler-Puch ist eine Lackierung, die sonst eben 150 Mio. S<lb/>
gekostet hätte, vorhanden. Das Projekt muß aber strengst vertraulich<lb/>
verhandelt werden, weshalb auch im Haus niemand etwas davon erfahren<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_19">Der neue Wirtschaftsredakteur <rs type="person" ref="#per__127595">Szekely</rs> von der Kronenzeitung interes<lb break="no"/>sierte sich für das Problem der Fernwärme. Der Budgetansatz von 10<lb/>
Mio. ist sicherlich unzureichend. Eine 10-fache Dotierung würde aber<lb/>
auch nicht ausreichen. Die einzige Chance, die ich habe, ist, so wie<lb/>
bei der wirtschaftlichen Landesverteidigung, alle Vorbereitungen zu<lb/>
treffen und bei günstigen Gelegenheiten meinen Einfluß geltend zu<lb/>
machen, daß doch Fernwärmeprojekte durchgeführt werden. Das typisch<lb break="no"/>ste Beispiel war, die letzte Strompreiserhöhung der STEWEAG dazu zu be<lb break="no"/>nützen, um dafür die Fernwärmeversorgung von Voitsberg und Köflach zu<lb/>
erzwingen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_20">Die Sektionsleitersitzung hat keinerlei besondere Probleme gebracht.<lb/>
Die Inlandsreisen sind bereits jetzt mit 37.000 S überzogen. Für das<lb/>
nächste Jahr wird SC <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> Kontingente für die einzelnen Sektionen<lb/>
festlegen. Bei den Auslandsreisen, wo es keine Überziehung gibt, weil<lb/>
die Deckung dann fehlen würde, Reglement ist nicht möglich, ergibt<lb/>
sich, daß tatsächlich damit das Auslangen gefunden werden kann. Ich<lb/>
hoffe, daß es im nächsten Jahr bei der Kontingentierung der Inlandsrei<lb break="no"/>sen sich ähnlich verhält.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_21">Bei der Enquete für Klein- und Mittelbetriebe im Parlament wird eine<lb/>
Neuauflage der Broschüre Service für die Wirtschaft vorgelegt werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107953">Buchauer</rs> hält sehr viel davon, ich verhältnismäßig sehr wenig. Optisch<lb/>
ist es sicherlich zweckmäßig, materiell bringt es gar nichts. Die<lb/>
einzige Möglichkeit, den Unternehmern zu helfen, ist, durch ständige<lb/>
Beratungen sie persönlich zu informieren. Broschüren, Mitteilungen,<lb/>
Rundschreiben gibt es in jeder beliebigen Anzahl, es liest sie nur,<lb/>
glaube ich, kaum jemand.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_22">Zwischen dem Gesundheitsministerium und dem Handelsministerium ist<lb/>
endlich die Frage der Kompetenzabgrenzung gelöst. SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> ist es<lb/>
geglückt, eine vernünftige Lösung zu finden. Das Gesundheitsministe<lb break="no"/>rium will 4 Mitkompetenzen, 2 in der Gewerbeordnung, 2 im Berggesetz.<lb/>
Da diese Forderung wirklich sachlich begründet ist und kaum eine Neu<lb break="no"/>erung bringt, habe ich sofort erklärt, dem können wir zustimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_23">In der Gewerbeordnungsnovelle wird <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> etliche Punkte einbauen.<lb/>
Von 25 sind 15 bereits positiv begutachtet, 5 unentschieden und für<lb/>
<pb n="57-1447" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-20_1447.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>5 muß noch weiter verhandelt werden. Bezüglich der mobilen Verkaufs<lb break="no"/>stände zur Nahversorgung wäre jetzt die Handelskammer bereit<add>noch nicht ganz [Paraphe Burian]</add>, die<lb/>
Einverleibungsgebühr der einzelnen Gremien zu erlassen, damit ohne<lb/>
größere Kosten an mehreren Standorten ein Kleinhändler Ware verkaufen<lb/>
könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Wie willst Du jetzt diese optisch sehr<lb/>
günstige Idee zweckmäßig verkaufen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_25">Die Gespräche <rs type="person" ref="#per__97584">Jagodas</rs> über Änderung der Wirtschaftsförderung auf dem<lb/>
Fremdenverkehrssektor waren bis jetzt nicht erfolgreich. Der Länder<lb break="no"/>vertreter <rs type="person" ref="#per__115027">Hlous</rs> als auch der Handelskammersprecher Fremdenverkehrsobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> sind gegen eine Konzentration aller Fremdenverkehrsaktionen<lb/>
inklusive der Hausaktion bei der Bürges. Ich habe das Gefühl, jeder<lb/>
glaubt im Handelsministerium kann man es sich besser richten und er<lb/>
kann sein spezifisches Projekt in der Hausaktion leichter durchbrin<lb break="no"/>gen. Mich stört die Ablehnung nicht. Ich kann damit beweisen, daß eine<lb/>
Vereinfachung und Versachlichung von der Handelskammer und den Bun<lb break="no"/>desländern abgelehnt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_26">Zurecht wurde kritisiert, daß viele Schreiben, Resolutionen usw. sowohl<lb/>
an den Bundesminister als auch das Staatssekretariat gerichtet werden.<lb/>
Es kann vorkommen, daß eine verschiedene Zuteilung dann von den beiden<lb/>
erfolgt. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und ich einigen uns sofort, daß dies jetzt im Se<lb break="no"/>kretariat geklärt und koordiniert werden muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_27">ANMERKUNG AN DAS GANZE SEKRETARIAT: Das darf nicht wieder vorkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_28">Der Energiebericht wird jetzt von der Carinthia gedruckt. Eine Aus<lb break="no"/>schreibung hat stattgefunden. Die Amtswirtschaftsstelle, <rs type="person" ref="#per__127596">Graf</rs>, hat<lb/>
dann zugeschlagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wurde der Vorwärts zur Offertlegung aufgefor<lb break="no"/>dert?</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_30">Die Internationale Energieagentur hat jetzt unsere Verbrauchsmengen<lb/>
für 1981 von 11.000.060 t auf 11.660.000 t, also um 600.000 t mehr<lb/>
Öl- und Ölprodukte-Verbrauch genehmigt. Dies geht darauf zurück, daß<lb/>
wir mit 1. März 1981 auf 25 % Einlagerungsquote kommen und außerdem<lb/>
nicht, wie der OECD-Bericht annimmt, ein Minus-BIP im nächsten Jahr<lb/>
haben, sondern 1 bis 2 % positiven Bruttoinlandsproduktzuwachs, der<lb/>
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exakt. Für mich ist immer die Frage, wie weit es sich hier um eine<lb/>
reine Zahlenspielerei handelt. Die weltwirtschaftliche Lage, aber ins<lb break="no"/>besondere die Preissteigerungen werden ganz andere Verbrauchsergebnisse<lb/>
zeigen, als die Prognosen und Programme der IEA für das künftige<lb/>
Jahr vermuten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_31">Das Patentamt steigt jetzt ganz in die EDV-Verwaltung um. Im Bundes<lb break="no"/>rechenamt wurden entsprechende Verträge für Markenähnlichkeitsprüfung<lb/>
usw. abgeschlossen. Das Bundesrechenamt hat scheinbar irrsinnig viel<lb/>
freie Kapazität in seiner EDV und ist froh, daß es überhaupt jemanden<lb/>
bekommt, der die Leerstunden nützt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Müssen wir dafür wirklich nichts bezahlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_33">Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> von der Bundeskammer berichtet mir über die Chile-<lb/>
Reise. Die privaten Firmen haben dort noch immer alle Möglichkeiten<lb/>
ihre Geschäfte abzuwickeln. Der Staat schaltet sich nur bei der E-<lb/>
Wirtschaft und bei den 5 großen Kupferbetrieben ein. Das Panzergeschäft<lb/>
ist dort noch immer nicht verkraftet. Die Regierungsstellen rechnen<lb/>
noch immer, daß Österreich liefern wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_34">Bezüglich der OÖ-Ferngas-Kapitalaufstockung, die mit 120 Mio. bis<lb/>
1985 ausgemacht war, teilt <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> mit, daß sie bereits jetzt auf 88 Mio.<lb/>
erhöht haben und wahrscheinlich in den nächsten 2 Jahren schon die<lb/>
120 Mio., welche seinerzeit zwischen der Energiesektion und der OÖ-Fern<lb break="no"/>gas vereinbart wurden, erreichen werden. <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> ersucht jetzt beim §-5-<lb/>
Verfahren nicht nur die Hochdruckgasleitungsgenehmigung, sondern auch<lb/>
die Niederdruck- einzubeziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wie sieht dies aus?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_36">Bei der Vollversammlung der ARGE der Österreichischen Messen anerkenne<lb/>
ich in meinem Einleitungsreferat, daß die Messen gute Dienste auch in<lb/>
diesem Jahr geleistet haben und die Messeerfolge gezeigt haben, daß<lb/>
ich richtig prognostizierte und die Wirtschaftslage wesentlich besser<lb/>
war, als man Anfang des Jahres auch bei den ersten Messen mir pessi<lb break="no"/>mistisch mitgeteilt hat. Ein großes Problem stellt die Überschneidung<lb/>
von einzelnen Messen dar und ich appelliere an alle, dies <choice><choice><sic>womöglichst</sic><corr>möglichst? womöglich?</corr></choice></choice><lb/>
zu vermeiden. Graz und Wien haben in nächster Zeit mit einer Maschinen<lb break="no"/>messe eine Überschneidung, Wels und Wien mit einer Transportmesse,<lb/>
<pb n="57-1449" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-20_1449.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ganz zu schweigen von dem Streit zwischen Wien und Wels wegen der<lb/>
Landwirtschaftsmessen, sprich der allgemeinen Herbstmesse. Im Prinzip<lb/>
sagt jeder, man wird besser abstimmen, de facto aber kommt es immer<lb/>
wieder zu diesen Überschneidungen. Die Messen sind nicht nur allein<lb/>
für die Messegesellschaften da, sondern primär für die Aussteller. Die<lb/>
bringe ich neuerdings in Erinnerung. Der Messeprospekt, den die ARGE<lb/>
herausgibt und der jetzt 10 Jahre unverändert ist, kostet uns an die<lb/>
170.000 S. Meiner Meinung nach ist dies nicht mehr zeitgemäß und vor<lb/>
allem erfüllt dieser Prospekt sicherlich nicht die Erwartungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Hier muß etwas anderes kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_38">Insgesamt werden die Messen mit 1 1/2 Mio. im Jahre 1979 und im Jahre<lb/>
1980 bis zum 14. November mit 167.000 S gefördert. Auch hier werde<lb/>
ich mir überlegen müssen, ob wir tatsächlich weiterhin für verhält<lb break="no"/>nismäßig sehr reiche Institutionen so viel Geld ausgeben. Zweckmäßi<lb break="no"/>gerweise habe ich ja die allgemeinen Subventionen gleich 1970 in einen<lb/>
Planungszuschuß umgewandelt, damit nicht sinn- und planlos das Geld<lb/>
rausgeworfen wird. Jetzt hat sich dies bereits wieder so eingefahren,<lb/>
daß ich nicht ganz überzeugt bin, ob dies die zweckmäßigste Unter<lb break="no"/>stützung ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was sagt unsere Außenhandelssektion dazu?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_40">Eine harte Auseinandersetzung gab es über die Preisauszeichnung bei<lb/>
der Messe. 1977 hat <rs type="person" ref="#per__115019">Tajovski</rs> mit einem Bescheid, 35.700/11-III/6,<lb/>
der Innsbrucker Messe mitgeteilt, nur die Nahrungs- und Genußmittel,<lb/>
die direkt verkauft werden, sind auszuzeichnen. Heuer wurde von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114579">Ladstätter</rs>, Bescheid 35.700/3-III/6, die Messe selbst braucht nichts<lb/>
auszeichnen, damit war gemeint, ihre Aktivitäten, über die Aussteller<lb/>
wurde aber nichts gesagt. Die Klagenfurter Messe wieder hat mit der<lb/>
AK Vereinbarungen getroffen, die dann nicht eingehalten wurden und ge<lb break="no"/>gen Ende der Messe wurden die Aussteller wegen Nicht-Preisauszeich<lb break="no"/>nung bestraft. Diese verschiedene Vorgangsweise trifft die Messe hart<lb/>
und ist meiner Meinung nach auch tatsächlich sehr unzweckmäßig. Seit<lb/>
dem Konsumentenschutzgesetz müssen jetzt neue, gesetzlich einwandfreie<lb/>
und doch nicht die Aussteller sekkierende Bescheide resp. Verordnungen<lb/>
oder Richtlinien erlassen werden. Ich habe daher vorgeschlagen, es<lb/>
soll sofort der Arbeitsausschuß, den die Messen ja für Steuern und<lb/>
für Preise haben, mit Sektionschef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> sich zusammenzusetzen, damit<lb/>
eine einheitliche Richtlinie auch mit den Interessensvertretungen er<lb break="no"/><pb n="57-1450" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-20_1450.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>arbeitet werden kann. Die Vorgangsweise der Kärntner, zuerst zu ver<lb break="no"/>einbaren und dann doch zu strafen, halte ich für unmöglich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_41">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Jour fixe setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-20_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte sofort an die Messe Wien als Vorsitzender<lb/>
ARGE wegen Arbeitsausschußsitzung herantreten.<lb/>
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               <persName><surname>Lobenpein</surname><forename>A</forename></persName>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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